Ausstellungen, Führungen und Besuche

Programm des Deutschen Historischen Museums

Das Deutschen Historischen Museum weist im vierten Quartal auf die Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt” hin, die im Oktober eröffnet wird, ebenso auf die beiden anderen Ausstellungen, die das DHM aktuell zeigt. Wie immer werden auch Ausstellungen außerhalb des DHM besucht: die Lovis Corinth-Ausstellung, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und in der Reihe „Kiezmuseen” diesmal das Mitte Museum.

Kalender

Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr

Gedenkstätte Deutscher Widerstand – Führung durch die Dauerausstellung: Am historischen Ort des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 widmet sich die Gedenkstätte dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus in seiner gesamten sozialen Breite und weltanschaulichen Vielfalt.

Mittwoch, 21. Oktober, um 16 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Donnerstag, 22. Oktober, um 16.45 Uhr

Rückwärts durch „Objekte. Geschichte. Geschichten.”: Da die Zeit bei der Führung nie reicht, um alles zu sehen, bietet das Deutsche Historische Museum wieder eine Führung für Fortgeschrittene an. Mit Giorgio Del Vecchio wird am Ende der Ausstellung begonnen.

Sonntag, 25. Oktober, um 10.15 Uhr

Überblicksführung „Objekte. Geschichte. Geschichten.”: Bei dieser Führung startet das deutsche Historische Museum am Anfang der Ausstellung. Dieser Rundgang ist genau richtig für alle, die „Objekte. Geschichte. Geschichten“ noch nicht gesehen oder auf eigene Faust erkundet haben. Die Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, mehr zur Geschichte hinter den Objekten zu erfahren.

Sonntag, 25. Oktober, um 11.30 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Dienstag, 27. Oktober, um 18 – 19.30 Uhr

Fast zum Anfassen! Zwei „unserer” Objekte aus nächster Nähe zu erleben: Thomas Jander, Sammlungsleiter Dokumente, und Matthias Miller, Leiter Bibliothek / Sammlungsleiter Handschriften – Alte und wertvolle Drucke, holen zwei Objekte, die das DHM dank der Unterstützung des Museumsvereins ankaufen konnte, für uns aus dem Depot: das Pilsener Revers und das Welser Stammbuch. Leider nur für Mitglieder! Begrenzte Plätze. Das DHM lost die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 12. Oktober aus.

Montag, 16. November, um 16.45 Uhr

„Sammeln für Deutschland“? Das Museum unter vier Staatsformen: Diese Themenführung durch die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten“ bietet einen Einblick in den Wandel der Sammlungs- und Ausstellungspraxis im Laufe der deutschen Geschichte unter verschiedenen Staatsformen.

Sonntag, 22. November, um 16.15 Uhr/Zusatztermin Mittwoch, 13. Januar 2027, um 15 Uhr

Mit Britta Bode zu „Lovis Corinth. Dann kam Berlin!”: Lovis Corinths Bedeutung für die Moderne ist kaum zu überschätzen. Bereits zu Lebzeiten zählte der virtuose Maler (1858–1925) zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Berliner Kunstszene.

Sonntag, 29. November, um 10.15 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Sonntag, 29. November, um 11.30 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Freitag, 4. Dezember, um 15 Uhr

Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Drei Ausstellungen in einer Führung: Zu der zweistündigen Führung hat das Konrad-Adenauer-Forum Berlin anlässlich der neuen Ausstellung „Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Außergewöhnliche Begegnungen zwischen Kunst und Politik“ im Deutschen Bundestag eingeladen. Der Rundgang beginnt mit Adenauer, führt anschließend zum Forum Willy Brandt Berlin und endet bei den Kanzlerbildern im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Sonntag, 13. Dezember, um 10.15 Uhr

Überblicksführung durch „Natur und deutsche Geschichte”: Die Ausstellung „Natur und deutsche Geschichte“ wurde bis zum 17. Januar 2027 verlängert. Deshalb kann das DHM noch einmal eine Führung durch diese facettenreiche Ausstellung anbieten.

Sonntag, 13. Dezember, um 11.30 Uhr

Überblicksführung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Telefon: +49 30 814535510, E-Mail: kontakt@dhm-museumsverein.de

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Museum im Rampenlicht: Museum der Frauen – Von Carmen Tinebra

Museen berühren das Alltagsleben. Deshalb heben die Herausgeber der Museumtijdschrift regelmäßig ein Museum zu einem Thema hervor, das aktuelle Ereignisse berührt. Der 18. September war der Internationale Tag der gleichen Bezahlung, ein Tag, der auf die Geschlechter-Lohnlücke aufmerksam macht. Das Museum der Frauen in Echt konzentriert sich auf die Geschichte und Position der Frauen. Direktorin Bep Geurts hofft, dass auch die Besucher die Gegenwart betrachten: „Ich möchte jeden Besucher zum Nachdenken zwingen.“

Etwa dreißig Zementstatuen marschieren zwischen den roten Wänden des Museums der Frau in Echt, Limburg. Alle Augen sind geradeaus gerichtet. Die schwerfälligen Bilder erinnern an die Läufer eines Schachbrettes. Mit Women’s March (2025) lenkt Afke van Halen (1958) die Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen Benachteiligung, Gewalt und Ungleichheit, denen Frauen weltweit ausgesetzt sind.

Die massiven Figuren unterscheiden sich jeweils leicht, basieren aber alle auf demselben Archetyp und bilden somit eine einheitliche Gruppe. Sie zeigen die Kraft des Zusammenhalts – eine Kraft, die, wie sich etwas später herausstellt, immer noch dringend benötigt wird: Dutzende von Texten hängen an einem Garderobenhalter, die erzählen, wie Frauen in der Geschichte aus Medien, Sport, Politik, Wissenschaft und Kultur abgeschrieben wurden.

Drag Queens

Das stattliche Gebäude der ehemaligen Jungenschule, das später als Rathaus und heute als Museum diente, hat drei Stockwerke. Neben einer Dauerausstellung gibt es zwei wechselnde Ausstellungen, die alle paar Monate neuen Platz machen. Das Museum widmet sich vollständig der Geschichte, Position und dem Kampf der Frauen. Männer dürfen dort ausstellen, aber nur, wenn ihre Arbeit Frauen behandelt. Und Toiletten gibt es für Männer, aber die Zeitleiste im Flur ist ausschließlich weiblichen Pionierinnen gewidmet.

Im Erdgeschoss befindet sich das Wunderkabinett mit besonderen Objekten aus der Sammlung und der Geschichte der Gemeinde Echt-Susteren. In Vitrinen gibt es wunderschönen Schmuck aus bunten Perlen und Knöpfen der Limburger Künstlerin Monique Brassé (1959–2019), aber es gibt auch Objekte, die weniger mit dem Thema Frauen zu tun haben, wie kirchliche Schätze und Spielzeuge. Das Museum begann vor Jahren mit einer kleinen Sammlung alter Gegenstände aus der Region, erlebte jedoch nach dem letzten Corona-Lockdown im Jahr 2022 eine Wiederbelebung. Seitdem wechseln sich Themen- und Kunstausstellungen ab, stets unter dem Motto „Sie macht den Unterschied“.

Regisseur Bep Geurts würde es bevorzugen, noch mehr „Unterschiede“ zu sehen. Denn obwohl das Museum einen Ort bietet, um die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen, erweist sich der Standort im Zentrum von Limburg manchmal als Hindernis. Zum Beispiel war schon vor einiger Zeit eine Ausstellung über Drag Queens geplant, aber es wurde intern entschieden, dass das Umfeld dafür noch nicht reif sei. Das Museum konzentriert sich auch auf Schulen, aber es gibt noch keinen Sturm unter der Jugend.

Kindesmissbrauch

Eine aktuelle Ausstellung war ‚Steekhoudend‘, in der bestickte Textilien, Nähbesteck und Aktivistenkleidung die Rolle zeigten, die das Handwerk im Laufe der Jahre im Leben von Frauen gespielt hat. Die Kinderkleider von Mia Meijers (1954), geschmückt mit Texten aus Geburtsanzeigen und eindringlichen Botschaften über Kindesmissbrauch, blieben nicht unberührt.

In der temporären Ausstellung „Ihre Kraft – Von der Venus zur Eroberin“ schmücken menschengroße Porträts von acht starken Frauen aus der Geschichte die Wände. Dasselbe gilt für diese Frauen: Männer haben sie im Laufe der Jahre als grausam und machthungrig dargestellt, während sie in Wirklichkeit oft kompetente Herrscher waren, die ihrer Zeit weit voraus waren. So sorgte Kleopatra während ihrer Herrschaft für eine Phase kulturellen Wohlstands, und Maria Theresia von Österreich führte ein umfassendes Reformprogramm zur Modernisierung ihres Reiches ein.

Dolly Parton

Unter den Porträts, Objekten und Zeitungsartikeln befinden sich auch kleine Bronzestatuetten besonderer Frauen, zum Beispiel aus der Wissenschaft oder aus dem Widerstand im Zweiten Weltkrieg. Sie ähneln kleinen Versionen der Statuen in öffentlichen Räumen, wo sich noch hauptsächlich Männer auf den Sockeln befinden.

Am Ende der Ausstellung werden Sie eingeladen, auf einem Pappthron Platz zu nehmen. Denn, wie Geurts betont: „Jede Frau ist eine Königin.“ Der Thron blickt auf eine Spiegelwand mit Zitaten berühmter Frauen wie der Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai und Dolly Parton. Ein Podcast und ein Film heben die Position der Frauen heute hervor. Der Direktor hofft, dass die Besucher über die Ausstellung hinausblicken und aktuelle gesellschaftliche Themen wie die wachsende Manosphäre und Femizid betrachten. Schließlich wird das Museum von, für und von Frauen weiterhin benötigt: „Ich will jeden Besucher zum Nachdenken zwingen.“

Nähere Informationen: Frauenmuseum, Bahnsteig 1, Echt, Telefon: +31 475201002, E-Mail: info@museumvandevrouw.nl, Internet: www.museumvandevrouw.nl

‚Große Blockbuster bringen nicht automatisch Geld‘ – Interview mit Roos Gortzak

Mit Roos Gortzak (1973) an der Spitze möchte das Groninger-Museum zu dem abenteuerlichen Geist zurückkehren, in dem das heutige Gebäude 1994 entstand. Der neue Kurs: experimentell, interdisziplinär und kollektiv. Frans Haks und Alessandro Mendini sind wichtige Inspirationsquellen. Gleichzeitig möchte Gortzak weniger abhängig von Blockbustern werden und die Sammlung aus neuen Perspektiven betrachten.

Die erste große Ausstellung unter der neuen Richtlinie trägt den Titel „Der Architekt und die Hausfrau – Das Haus reinigen, die Zukunft bauen“. Das ist ein ziemlicher Zungenbrecher.
„Es ist sehr spezifisch, wo wir jetzt anfangen. Hier finden Sie ein fantastisches Gebäude, das von mehreren Architekten geschaffen wurde, und eine Sammlung, von der weniger als zwei Prozent von Frauen gefertigt wurden. Daher der Architekt und die Hausfrau. Wer kann der Architekt sein? Wer ist derjenige, der sich kümmert, putzt und instand hält? Das sind Fragen, die lebendig sind.“

Das Gebäude ist eindeutig postmodernistisch und die Wände sind erneut vielfältig. Was ist heute so attraktiv am Postmodernismus?
„Was ich interessant finde , ist die Polyphonie, die Idee, dass alles koexistieren kann. Nicht eine Kunstgeschichte mit großem K, sondern verschiedene Geschichten. Und auch die Hierarchie zwischen hoher und niedriger Kunst, zwischen Kunst und Leben, zu durchbrechen.“

‚Nicht eine Kunstgeschichte mit großem K, sondern verschiedene Geschichten‚

Zeitgenössische Kunst wird zu einer wichtigen Linse, durch die man die Sammlung betrachtet. Besteht nicht die Gefahr, dass zum Beispiel De Ploeg oder asiatische Keramik hauptsächlich als Illustrationsmaterial für aktuelle Themen dient?

„Ich möchte diese Gefahr vermeiden. Zum Beispiel haben wir eine Langzeitpräsentation von De Ploeg bis 2029. Innerhalb dessen wollen wir jedes Mal ein anderes Licht auf diese Sammlung werfen. Aber mit Respekt vor der Arbeit. Die Schichtung eines Kunstwerks muss intakt bleiben. Zeitgenössische Künstler können etwas aus der Sammlung hervorholen, das man selbst nicht mehr gesehen hat.“

Ausstellungen über Geschlecht, Identität oder Klima sind in der zeitgenössischen Kunst alltäglich. Haks programmierte unerwartete Dinge: Plattencover, Graffiti, Videoclips und ‚Business Art‘. Wie verhindert man, dass das Groninger-Museum einfach der Kunstwelt folgt?

„Für mich ist der Unterschied in diesem Gebäude und in dieser Sammlung sehr groß. 1994 war dieses Gebäude bereits polyphon und farbenfroh entworfen. Das wird danach nicht mehr angezogen. Wir wollen auch keine Ausstellung inhaltlich machen und dann etwas völlig anderes machen. Wir wollen länger auf der Grundlage mehrerer Fragen arbeiten, damit Ausstellungen miteinander in Resonanz kommen.“

Unter dem vorherigen Direktor Andreas Blühm präsentierte das Museum regelmäßig bedeutende öffentliche Ausstellungen. Du willst weniger abhängig davon werden. Ist das nicht riskant?
„Es ist nicht so, dass ich kein Publikum will. Ich möchte so viele Zuschauer wie möglich und auch ein möglichst vielfältiges Publikum. Aber Blockbuster sind unglaublich teuer. Versicherungspolicen werden immer höher, Museen bieten gegeneinander um Kredite, zusätzliches Personal wird benötigt. Die Vorstellung, dass eine Ausstellung mit vielen Besuchern automatisch viel Geld einbringt, ist einfach nicht immer wahr.“

Gleichzeitig hatte das Museum finanzielle Probleme, steht unter verstärkter Aufsicht durch Gemeinde und Provinz und erhält insgesamt 1,2 Millionen Euro zusätzliche Unterstützung für den Übergang in den Jahren 2026 und 2027. Der Übergangsplan besagt, dass das eigene Einkommen steigen muss. Wie macht man das, ohne große Massenanzieher?
„Indem wir viel genauer betrachten, was wir tun und was es ergibt. Wir prüfen auch, wie wir den Laden und das Café noch stärker in das künstlerische Programm des Museums einbinden können. Und nochmal: Große Blockbuster bringen nicht automatisch Geld ein. Manchmal kosten sie sehr viel. Indem du mehr mit deinen eigenen Leuten, deiner eigenen Sammlung und deinem eigenen Netzwerk arbeitest, kannst du auf eine völlig andere Weise rechnen. Übrigens bin ich überhaupt nicht gegen Crowd-Puller. Zum Beispiel hätte ich Yoko Ono [die wandernde internationale Ausstellung ‚Yoko Ono – Music of the Mind‘, Hrsg.] hier geliebt, gerade weil wir eine wichtige Fluxus-Sammlung haben. Dann gibt es einen substanziellen Grund.“

„Dieses Museum verdient es, international viel bekannter zu sein“

Was wird einem Besucher des neuen Groninger-Museums in drei Jahren auffallen?
„Ich hoffe, Sie spüren bereits, dass sich das Museum verändert hat und sich weiter bewegt. Wir haben die Farben zurückgebracht, die Vorhänge im Eingang geöffnet und dem Gebäude selbst wieder mehr Platz gegeben. Wir haben sogar einen originalen Mendini-Treser von 1994 im kreativen Inkubator De Biotoop in Haren gefunden und ihn zurückgebracht. In drei Jahren hoffe ich, dass die Menschen verstehen werden, was diese drei Wörter – experimentell, interdisziplinär und kollektiv – in der Praxis bedeuten. Und wie das mit Groningen und der Groningen-Sammlung verbunden ist. Das Gebäude selbst ist dabei unglaublich wichtig. Dieses Museum verdient es, international viel bekannter zu sein.“

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumeiland 1, 9711 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Ansicht der Schäden – Kolumne von Pauline Broekema

Als Kolumnistin für die Museumstijdschrift teilt Pauline Broekema in jeder Ausgabe ihre persönlichen künstlerischen Beobachtungen. In dieser Kolumne aus Nr. 6 • 2026 behandelt sie die Geschichte der Keramikfigur von Jacobus Arieszoon Arkenbout, Seemann der VOC.

„Schau ihn dir an, wie er da steht. Wenn ich im Nationalen Schifffahrtsmuseum in Amsterdam bin, besuche ich ihn immer. Es ist so eine clevere Idee. Hergestellt von einem anonymen Künstler aus der südchinesischen Hafenstadt Kanton. Extrem selten, denn weltweit haben nur etwa vierzig dieser Tonfiguren überlebt. Das National Maritime Museum besitzt zwei.

Was mich so fasziniert, ist, dass ich selten einen Mann des achtzehnten Jahrhunderts so dreidimensional zum Leben erwecken sehe. Ich suche nach seinem Hintergrund und lerne ihn durch eine Studie des Schifffahrtshistorikers Joost Schokkenbroek besser kennen.

Das ist Jacobus Arieszoon Arkenbout. Geboren 1766 in Enkhuizen. Die Stadt, in der das Wasser so nah ist, dass ein Junge fast natürlich das Meer wählt. Und besonders mit einem Vater, der auch segelt.

Wenn man ihn von hinten betrachtet, wirkt er so stolz und selbstbewusst. Auf seinen glänzenden, polierten schwarzen Lederschuhen. Mit den muskulösen Waden in den weißen Strümpfen. Die Dreiviertelhose und die wunderschön plissierte Jacke. Er hält seinen Stich unter dem Arm. Denn mit dieser Perücke über den Haaren wird es ihm in Canton warm genug sein.

Ein Kollege von ihm, Jacob van Dam, lässt sich sitzend darstellen. Er wählt eine Pose, die die Stärke und Macht seines Arbeitgebers, der Niederländischen Ostindien-Kompanie, noch stärker ausstrahlt. Rücken gerade, Kopf erhoben.

Arkenbout war erst dreizehn Jahre alt, als er als Matrose der VOC beitrat. Er fällt auf, weil er bereits bei einer zweiten Reise zum Assistenten des Polizisten befördert wird, dem Mann, der für Kanonen und Munition verantwortlich ist. Der junge Mann macht in dieser Position mehrere Fahrten. Er hat also die Fähigkeit, das rohe Leben an Bord zu ertragen.

Ordentliches Set

1792, als er bereits Leutnant war, kam er mit dem VOC-Schiff De Rozenburg nach China. Sie hat ihren Ankerplatz in Kanton. Kurz nach seiner Ankunft steigt Arkenbout in eine Schaluppe und lässt sich über den Pearl River zur Stadt rudern. Er geht in diesem stattlichen Outfit durch das Viertel, in dem die sogenannten Ton-Künstler arbeiten. Der englische Jurist William Hickey (1749–1830) beschrieb diese kantonesischen ‚Gesichtsmacher‘ in seinen Memoiren. Nicht jeder Kunde eines Porträtmalers erkennt sich in seinem Bild. Hickey erlebt, wie ein englischer Schiffsarzt posiert und dann seine Porträtstatue ablehnt. Dieser hässliche Lehmtyp, das ist nicht er. Der Künstler erklärt ihm, dass er aus jemandem mit so einem Kopf einfach keinen gutaussehenden Mann machen kann. Der Engländer geht wütend davon. Die Rache ist süß. Am nächsten Tag sieht Hickey den Schiffsarzt in Miniatur hängen, an einer Schnur an einem Baum hängen.

Auch der Niederländer lässt sich porträtieren. In einer Zeit, in der ihm gerade etwas Unglaubliches passiert ist. Seine Haltung mag stolz sein, aber sein Gesicht spricht Bände. Wie geschickt der Künstler es geschafft hat, seine Stimmung einzufangen. Ringe unter seinen Augen. Der Blick war besorgt, die Haut grau, die Lippen zu einer Linie zusammengepresst. Er fürchtet, was kommen wird. Denn ein VOC-Schiff liegt noch vor Anker in der Nähe von De Rozenburg und die Menschen an Bord der De Zeeland trauern. Der ranghöchste Rang, der Kapitän, starb nach kurzer Krankheit. Es wurde beschlossen, dass er, Jacob Ariesz. Arkenbout folgt ihm nach und, so jung er auch ist, erhält die Verantwortung für ein riesiges Schiff und seine Besatzung. Er ist besorgt, ich glaube, ich sehe es. Als ob er spüren würde, was dort in Kanton passieren wird.

Denn unter seinem Kommando strandete De Zeeland auf dem Rückweg am Kap der Guten Hoffnung. Das Schiff erleidet schwere Schäden. Erst zwei Jahre später war der Kapitän wieder in Holland. An Bord sind die Frau, die er auf dem Cape kennengelernt hat, und ihre Tochter. Kurz darauf verließ er die Kompanie und trat in die Marine ein. Er starb 1834. Seine Witwe veröffentlicht einen Nachruf in der Opregte Haarlemsche Courant. Ihr Ehemann ist verstorben, „nach einer glücklichsten Ehe von 42 Jahren“. Die Erinnerung an ihn wird lebendig bleiben. Schließlich gibt es diese so auffallend ähnliche Statuette, die kurz vor ihrem Treffen in China gefertigt wurde.

Nähere Informationen: Schifffahrtsmuseum, Kattenburgerplein 1, 1018 KK Amsterdam, Telefon: +31 20 523 2222, Internet: http://www.hetscheepvaartmuseum.nl

Live-Interview und Vorstellung des Kataloges zur Ausstellung ‚From Dusk Till Dawn‘

Am Donnerstag, 5. November, 15 Uhr, wird der Ausstellungsleiter Stefan Kuiper im Dordrechtser Museum von Chefredakteur Jeroen Junte zur Ausstellung ‚From Dusk To Dawn‘ interviewt. Außerdem wird der Katalog vorgestellt, der diese Ausstellung über die Nacht in der Malerei des siebzehnten Jahrhunderts begleitet. Die Besucher werden mit einer Tasse Kaffee begrüßt, danach findet das Interview im historischen Schouman-Raum im Museum statt. Anschließend gibt es die Gelegenheit, die Ausstellung in Anwesenheit von Stefan Kuiper und Jeroen Junte zu besuchen.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Andy Warhol – Die Textilien

Die Ausstellung „Andy Warhol, The Textiles“ zeigt eine weniger bekannte Seite von Andy Warhol und ist erstmals in den Niederlanden zu sehen. Schon vor seinem weltweiten Ruhm als Pionier der Pop Art entwarf Warhol in den 1950er Jahren verspielte und experimentelle Stoffe für Mode und Inneneinrichtung. Mit Wiederholungen, kraftvollen Linien und verspielten Motiven – von Eisbechern und Toffee-Äpfeln bis hin zu bunten Knöpfen, geschnittenen Zitronen, Brezeln und springenden Clowns – erforschte er, wie sich visuelle Sprache verändert, wenn sie vervielfacht, getragen wird und Teil des Alltags wird.

Die Stoffe zeigen eine Phase, in der Warhol frei mit der Interaktion zwischen Kunst, Mode und Handel experimentierte. Sie zeigen, wie sich seine visuelle Sprache entwickelt, während sie buchstäblich Teil des Alltags wurde. Vor dem Hintergrund der optimistischen, sich rasch wandelnden 1950er und 1960er Jahre wirft diese Ausstellung neues Licht auf Warhols Entwicklung. „Andy Warhol, The Textiles“ zeigt, wie diese scheinbar leichten, funkelnden Designs ein wichtiger Schritt in Richtung der ikonischen visuellen Sprache waren, mit der Warhol später die Kunstwelt dauerhaft verändern sollte.

Die Ausstellung umfasst mehr als 60 Textildesigns von Warhol aus den fünfziger und frühen sechziger Jahren. Einige der wichtigsten Hersteller der amerikanischen Textilgeschichte sind ebenfalls vertreten, darunter Stehli Silks, Fuller Fabrics Inc. und M. Lowenstein and Sons. Andy Warhol, The Textiles wird in Zusammenarbeit mit dem Fashion and Textile Museum in London organisiert.

Nähere Informationen: Cobra Museum für moderne Kunst, Sandbergplein 1, Amstelveen, Telefon: +31 205475050, E-Mail: info@cobra-museum.nl, Internet: http://www.cobra-museum.nl

Mina Abouzahra – Gewebte Briefe

Geboren in den Niederlanden als Tochter marokkanischer Eltern, wuchs Mina Abouzahra in zwei Kulturen auf. Als sie während ihres Studiums am Holz- und Möbelkolleg einige Zeit in Marokko verbrachte, lernte sie die Traditionen des Landes ihrer Eltern kennen und die Art der Handarbeit, die sie bis heute inspiriert. Ihre Arbeiten sind nun in verschiedenen Museumssammlungen enthalten, und 2022 gewann sie einen Dutch Creativity Award sowie den European Design Award. „Mit meiner Arbeit halte ich mein kulturelles Erbe lebendig und präge meine marokkanische Identität“, sagt Mina Abouzahra.

Teppiche als Träger von Geschichten

Ein marokkanischer Teppich ist nie einfach nur ein Teppich. Die Amazigh, ein indigenes Volk Nordafrikas, weben Textilien, die voller Symbole sind, die auf Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Ehe, Schutz und Tod hinweisen. Für Amazigh-Frauen ist ein Teppich daher ein persönliches Dokument, in dem Geschichten über verschiedene Lebensphasen miteinander verwoben werden. Durch Farben, Muster und Symbole geben die Frauen Erfahrungen und Wissen Generation für Generation weiter. Der Webstuhl ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein sozialer Treffpunkt, an dem sich die Weber gegenseitig unterstützen, Geschichten austauschen und Traditionen am Leben erhalten. Seit 2013 betreibt Abouzahra ein Designstudio in Amsterdam und in der südmarokkanischen Stadt Taznakht. Dort arbeitet sie mit einer weiblichen Webergenossenschaft zusammen, die handgebundene Teppiche und Textilien nach jahrhundertealten Amazigh-Traditionen herstellt. Darüber hinaus setzt sie sich für faire Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für die Weber ein.

Nähere Informationen: Museum Gouda, Oosthaven 9, Gouda, Telefon: +31 182331000, E-Mail: info@museumgouda.nl, Internet: www.museumgouda.nl

Der Architekt & Die Hausfrau: Das Haus reinigen, die Zukunft bauen

„Möge Kunst die Zukunft lenken!“ war eine Aussage, die Alessandro Mendini in den neunziger Jahren nutzte, um Groningener Politiker und Spender von seinen eigenwilligen Plänen für das neue Groninger-Museum zu überzeugen. Er hatte ein alles andere als gewöhnliches Gebäude im Sinn. Ein Tablett mit einer Teekanne, Tassen und einer Zuckerschale bildete den Ausgangspunkt. Was, wenn du die Hülle dieses Modells sprengst? Könntest du eine neue Art von Museum schaffen, einen Ort, der für die Öffentlichkeit einlädt und ein Zuhause für Kunst ist?

Das Groninger-Museum auf Museumeiland 1 ist die Antwort auf diese Fragen. Von Mendini, in Zusammenarbeit mit Michele de Lucchi, Philippe Starck, dem Kollektiv „Coop Himmelb(l)au“ und dem damaligen Regisseur Frans Haks. Ein einzigartiges Ereignis, auf das Groningen stolz ist und bei dem die künstlerische Vorstellungskraft immer noch hervorgeht. Ein spektakuläres, polyphones Museumsgebäude, das mit der Gegenwart in Resonanz steht.

Auffällig ist jedoch, dass nur Männer an der Entstehung des Entwurfs beteiligt waren. Diese Ungleichheit spiegelt sich auch in der Sammlung des Groninger-Museums wider: Nur zwei Prozent der Werke werden von Frauen und nicht-binären Personen geschaffen. Die Gruppenausstellung „The Architect & The Housewife: Cleaning the House, Building the Future“ reflektiert dies. Wer wird dazu aufgefordert, groß zu denken? Wer entwirft das Haus und wer kümmert sich darum?

Der Titel der Ausstellung stammt von der Publikation „The Architect & The Housewife“, in der die Künstlerin Frances Stark die Figuren „der Architekt“ und „die Hausfrau“ vorstellt, um Machtverhältnisse in der Kunstwelt und im Leben zu erforschen. Die 20 hochkarätigen internationalen Künstler in dieser Ausstellung tun genau das. Damit öffnen sie die Fenster und Türen des Museums für frische Luft und neue Perspektiven.

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumeiland 1, 9711 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien

Ausstellung im Franz Marc-Museum

Was geschieht, wenn Künstler:innen in ein anderes Licht aufbrechen, in ungewohnte Räume und Landschaften, deren Farben, Formen und Architekturen den eigenen Blick verändern? Das Franz Marc Museum geht dieser Frage nach und präsentiert zwei Reisen: den mehrmonatigen, bislang wenig erforschten Aufenthalt von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky in Tunis und Umgebung 1904/05 sowie die berühmte Tunisreise von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im Frühjahr 1914. Die Ausstellung zeigt, wie aus Reiseeindrücken Bilder wurden, und fragt zugleich, wie der koloniale Blick diese Bilder formte.

Die erste Reise: Münter und Kandinsky, 1904/05

Am 25. Dezember 1904 erreichten Gabriele Münter und Wassily Kandinsky Tunis und blieben bis zum 5. April 1905 in Tunesien. Für das Paar bot die Reise auch die Möglichkeit, dem Münchener Alltag zu entkommen und längere Zeit gemeinsam zu leben. Da das Wetter zunächst ungewöhnlich schlecht war, hielten sie sich in den ersten Wochen vor allem in Tunis auf. Später führten sie Ausflüge nach La Marsa und Karthago; im März reisten sie nach Sousse und Kairouan.

Münters Tagebuch lässt den Verlauf des Aufenthalts ungewöhnlich genau nachvollziehen. Münter hielt ihre Eindrücke in Fotografien, Skizzen und Gemälden fest. Ihre Aufnahmen zeigen Straßenszenen, Gebäude sowie Begegnungen mit der tunesischen Bevölkerung und dienten teilweise als Ausgangspunkt für spätere Arbeiten. Auch Kandinsky griff gelegentlich zur Kamera. In den Gemälden beider treten neben einer impressionistisch geprägten Wiedergabe des Lichts bereits vereinfachte Formen und klarer gegeneinandergesetzte Farbflächen hervor. Die Reise bedeutete keinen plötzlichen Stilbruch, verstärkte jedoch künstlerische Entwicklungen, die bereits zuvor begonnen hatten.

Die zweite Reise: Klee, Macke und Moilliet, 1914

Im April 1914 reisten Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet für knapp zwei Wochen durch Tunesien. Anders als der längere Aufenthalt Münters und Kandinskys war ihre Reise von Beginn an als gemeinsame Studienreise angelegt. Moilliet kannte das Land bereits von früheren Aufenthalten und vermittelte wichtige Kontakte. Von Tunis führte ihr Weg über St. Germain und Hammamet nach Kairouan. Dort notierte Klee in seinem Tagebuch: »Die Farbe hat mich. […] Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.« Da er seine Aufzeichnungen später überarbeitete, ist der Eintrag weniger als unmittelbares Reisedokument denn als rückblickende Deutung zu verstehen. Dennoch verweist er auf die große Bedeutung, die Klee dem Aufenthalt für seine künstlerische Entwicklung beimaß. In seinen Aquarellen verwandelte er Architektur und Landschaft zunehmend in transparente Farbflächen und rhythmische Bildstrukturen.

Auch für Macke wurde die Reise zu einer Phase intensiver künstlerischer Arbeit. In seinen Aquarellen verdichtete er Straßenszenen und Märkte zu leuchtenden Farbflächen, ohne den Bezug zum beobachteten Motiv aufzugeben. Daneben fotografierte er Menschen und Alltagsszenen. Nach seiner Rückkehr nach Bonn griff er auf dieses Material zurück und entwickelte einzelne Motive in Zeichnungen und Gemälden weiter. Die Reise wirkte in seinem Werk somit über den unmittelbaren Aufenthalt hinaus. Moilliet kannte Tunesien bereits und war maßgeblich an der Organisation der Reise beteiligt. In seinen Aquarellen scheinen nordafrikanische Städte und Landschaften in leichten Farbsetzungen fast zu schweben.

Ein Aufbruch mit Ambivalenz Tunesien war seit 1881 französisches Protektorat. Die Reisenden bewegten sich in kolonial geprägten Infrastrukturen und auf touristischen Routen. Reiseführer, Fotografien, Postkarten, Ausstellungen und Vorstellungen vom „Orient“ prägten mit, was sie sahen, sammelten und künstlerisch verarbeiteten. „Mit ›Licht wird Farbe‹ bringen wir die berühmte Tunisreise von 1914 mit dem weniger bekannten Aufenthalt Gabriele Münters und Wassily Kandinskys zusammen. Dabei fragen wir nicht nur, wie Tunesien die Kunst dieser fünf Künstler:innen veränderte, sondern auch, mit welchen Erwartungen sie auf das Land blickten. Gerade diese Verbindung eröffnet einen neuen Blick auf vermeintlich vertraute Werke“, so Jessica Keilholz-Busch, Direktorin des Franz Marc Museums. Ein Thema mit Bezug zum Haus Die reisenden Künstler:innen waren mit dem Namensgeber des Museums verbunden: Franz Marc war mit August Macke befreundet und gab 1912 gemeinsam mit Wassily Kandinsky den Almanach Der Blaue Reiter heraus, zu dessen Kreis Gabriele Münter zählte. Paul Klee stand in engem künstlerischem Austausch mit dem Umfeld des Blauen Reiters. Auch sind Werke von Klee, Macke und Münter aus der Sammlung des Franz Marc Museums in der Ausstellung zu sehen.

Franz Marc besuchte 1910 die Ausstellung »Meisterwerke muhammedanischer Kunst«. Die dort gezeigten Teppiche und Metallarbeiten beeindruckten ihn nachhaltig. Marc stellte Kandinskys abstrakte Malerei der islamischen Kunst gegenüber und erkannte in deren »Farben- und Kompositionskunst« eine Herausforderung für die »einseitige Begrenztheit unserer europäischen Begriffe von Malerei«. Diese Öffnung des Blicks wurde wenig später zu einem wichtigen Gedanken des Blauen Reiters.

Die Präsentation umfasst rund sechzig Exponate, darunter Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografien. Bedeutende Leihgaben stammen aus dem Lenbachhaus München, dem Kunstmuseum Bern, der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Wichtige Einzelwerke kommen u. a. aus der Sammlung Scharf-Gerstenberg der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Schloßmuseum Murnau, dem Stadtmuseum München, dem Leopold Hoesch-Museum in Düren, dem Museum Würth in Künzelsau und dem Museo Castello San Materno in Ascona. Ergänzt werden sie durch Leihgaben aus Privatbesitz.

Begleitprogramm

Führungen

Direktorinnenführung 5. November 2026, 15–16 Uhr

Jessica Keilholz-Busch (Kuratorin und Direktorin des Franz Marc Museums) führt durch die Ausstellung und gibt Einblicke in die Entstehung der Präsentation und die kunsthistorischen Fragestellungen, die der Ausstellung zugrunde liegen. 5 € (mit Anmeldung)

Expertinnenführung 5. Dezember 2026, 15–16 Uhr

Mit Farben bauen. Paul Klees Reise nach Tunis Cathrin Klingsöhr-Leroy (Vorstand der Kaldewei Kulturstiftung und ehemalige Direktorin des Franz Marc Museums) führt durch die Ausstellung und legt einen Schwerpunkt auf die Arbeiten Paul Klees. 5 € (mit Anmeldung)

Neujahrsführung mit Sektempfang 1. Januar 2027, 11 Uhr

Mit Kunst ins neue Jahr: Diese besondere Führung präsentiert ausgewählte Werke und Geschichten der Ausstellung. Im Anschluss lädt das Franz Marc Museum zu einem Glas Sekt im Café Franz am See ein. 10 € (mit Anmeldung, Sekt inklusive)

Vortrag Bilder einer Reise. Gabriele Münter, August Macke und ihre Blicke auf Tunesien 10. Dezember 2026, 18 Uhr

Stephan Sagurna (Fotograf und Bildwissenschaftler, Münster) und Daniel Oggenfuß (Restaurator am Lenbachhaus, München) werfen einen genaueren Blick auf die Fotografien von Münter und Macke, die während der Tunesienreisen entstanden. 5 € (Anmeldung empfohlen)

Workshops für Jugendliche und Erwachsene Aquarellieren mit Naturfarben 17. Oktober 2026, 11–14 Uhr

Nach einem gemeinsamen Ausstellungsbesuch mit dem Museumspädagogen Michael Sterna können die Teilnehmenden Naturfarben selbst herstellen und direkt für ihre Aquarellmalerei nutzen. 30 € (maximal 10 Personen, mit Anmeldung)

Aquarellmalen 28. November 2026 und 9. Januar 2027, jeweils 11–14 Uhr

Wie lassen sich Licht, Farbe und Atmosphäre mit wenigen Pinselstrichen einfangen? Von der Ausstellung inspiriert entdecken die Teilnehmenden mit der Künstlerin Angela Stauber die besonderen Möglichkeiten der Aquarellmalerei. 30 € (maximal 10 Personen, mit Anmeldung) Mitmachraum Im Mitmachraum des Museums können die Besuchenden selbst mit Aquarellfarben experimentieren. Inspiriert von den Werken der Ausstellung darf hier beobachtet, ausprobiert und frei gestaltet werden (Konzeption: Anna Schölß und Michael Sterna).

Ausstellungskatalog

Jessica Keilholz-Busch (Hg.): Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien Beiträge von Annegret Hoberg, Isabelle Jansen und Jessica Keilholz-Busch Grafik: Schmid/Widmaier, München Broschur, 128 Seiten, 122 Abbildungen, 2 Karten Erscheinungstermin: 11.10.2026, ISBN: 978-3-9824-6175-5, Preis: 28 Euro. Erhältlich im Franz Marc Museum und über den Onlineshop.

Dauer und Öffnungszeiten

11. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027. Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr November bis Januar: Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr. Geschlossen am 24. und 31. Dezember. An Feiertagen geöffnet, auch wenn diese auf einen Montag fallen.

Nähere Informationen: Franz Marc Museum, Franz Marc Park 8–10, 82431 Kochel am See, Telefon: Internet: http://www.franz-marc-museum.de

Die Sammlung Haniel zu Gast im Museum Küppersmühle

Unter dem Titel „Farbe bekennen“ – 8. Oktober 2026 bis zum 17. Oktober 2027

Das Museum Küppersmühle für moderne Kunst in Duisburg zeigt ab dem 8. Oktober 2026 für die Dauer eines Jahres die renommierte Sammlung Haniel. Bislang waren viele dieser bedeutenden Werke vor allem Mitarbeitenden und Geschäftspartnern am Unternehmenssitz in Duisburg zugänglich. Nun treten Sie in einen öffentlichen Dialog im Austausch mit der Sammlung Ströher, die das Haus seit langem prägt. Zwar ist die Sammlung Ströher wesentlich umfangreicher, doch gerade die gezielten Ergänzungen durch Haniel ermöglichen neue Sichtweisen. Herausragende Positionen der Nachkriegsmoderne werden in einer Dichte erlebbar, die selten ist. Die Ausstellung zeigt, wie private Sammelleidenschaft öffentliches Kulturgut werden kann und künstlerische Freiheit immer wieder neu erfahrbar wird.

Die Unternehmerfamilie Haniel begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem systematischen Aufbau ihrer Kunstsammlung. Ihr Profil wurde insbesondere durch Christian Graf Dürckheim und dessen Konzept “Informel und sein Umfeld” geprägt. In der Qualität und der konsequenten Weiterentwicklung der Sammlung spiegeln sich der Anspruch der Familie an Nachhaltigkeit und Exzellenz sowie ihr langfristiges Verantwortungsbewusstsein. Mit der Präsentation im Museum Küppersmühle treten die Werke aus dem bislang stärker geschützten Unternehmenskontext heraus und werden in einen öffentlichen Dialog gestellt.

Die einjährige Präsentation bildet damit einen wichtigen Schritt, um die Sammlung dauerhaft als kulturellen Impuls in die Gesellschaft hineinwirken zu lassen. Mit bedeutenden Positionen der abstrakten und informellen Nachkriegskunst ergänzt die Sammlung Haniel die Dauerausstellung des Hauses und eröffnet neue Perspektiven auf eine zentrale Epoche der Moderne. Die versammelten Werke stehen für den künstlerischen Aufbruch nach 1945: für eine Kunst, die sich von äußeren Vorgaben löste und neue Ausdrucksformen individueller Freiheit fand. Im Dialog mit der Sammlung Ströher entstehen spannende Bezüge.

Die abstrakte Kunst der Nachkriegszeit, in deren Zentrum das Informel steht, ist in erster Linie eine Manifestation der Freiheit. Die Freiheit der Kunst war seit dem internationalen Aufbruch am Ende des 2. Weltkrieges stets eine Idee, die auf gesellschaftliche und politische Formen des Zusammenlebens ausstrahlte. Die Freiheit der Kunst existiert nur in einer weltoffenen, pluralistischen Gesellschaft, die jeden Menschen als gleichwertig ansieht und seine unantastbare Würde respektiert. Die Ergänzung der Sammlung Ströher durch Hauptwerke der Sammlung Haniel stärkt gerade diesen Aspekt. Beide Sammlungen stehen beispielhaft für kulturelles Engagement aus der Wirtschaft.

Kunst und Kultur fördern Verständigung, öffentliche Bildung und die Entwicklung einer offenen Gesellschaft. Sie schaffen Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, freies Denken möglich ist und gesellschaftlicher Austausch stattfinden kann – ein wichtiges kulturelles Fundament der Demokratie.

Nähere Informationen: Museum für moderne Kunst Küppersmühle, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg, Telefon 0203 30194811, E- Mails: kasse@museum-kueppersmuehle.de (für Kasse und Information), buchung@museum-kueppersmuehle.de (für Buchung von Führungen und Workshops) und office@museum-kueppersmuehle.de (für Stornierungen und Fragen zu Tickets), Internet: www.museum-kueppersmuehle.de. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Highlights im Oktober in der Kunsthalle Bielefeld

Im Oktober ist einiges los in der Kunsthalle! Bevor die Kunsthalle Bielefeld ab dem 3. Oktober für den Ausstellungsumbau schließen, lädt sie noch einmal zu einem besonderen Termin ein: Bei einem Artist Talk spricht der Künstler Matthias Müller gemeinsam mit den beiden Kurator*innen der aktuellen Ausstellung über seine Arbeit und gibt Einblicke in sein künstlerisches Schaffen.

Auch für Kinder wird es in den Herbstferien kreativ: Bei den Ferienspielen können Kinder von 6 bis 12 Jahren die Kunsthalle entdecken, eigene Ideen ausprobieren und selbst künstlerisch aktiv werden.

Und dieses Datum sollte man sich schon jetzt vormerken: Am 16. Oktober um 19 Uhr eröffnet die Kunsthalle Bielefeld die neue Ausstellung, den zweiten Teil von „Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo“.

Artist Talk: Matthias Müller, 2. Oktober, 18-19 Uhr, Eintritt + 3,50 Euro – ohne Anmeldung

Wie entstehen neue Bilder aus bereits vorhandenen? Im Gespräch zwischen dem Filmemacher und Medienkünstler Matthias Müller und den Kurator*innen der Ausstellung Laura Rehme und Benedikt Fahrnschon geht es um das Teilen als künstlerische Praxis: vom Arbeiten mit Found Footage über kollektive Autor*innenschaft bis zur Montage fragmentierter Bildwelten.

Ausstellungsumbau!, 3. bis 15. Oktober

Die Kunsthalle ist vom 3. Oktober bis zum 15. Oktober vorübergehend geschlossen. Diese Zeit wird genutzt, um für die neue Ausstellung umzubauen. Die Eröffnung des zweiten Teils von „Geteilte Ansichten“ erfolgt am 16. Oktober.

Ausstellungseröffnung, 16. Oktober, 19 Uhr, Eintritt frei

Die Kunsthalle lädt zur Eröffnung der neuen Ausstellung ein! Unter dem Titel „Willst du mit mir gehen?“ eröffnet sie den zweiten Teil der umfassenden Gruppenausstellung „Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo“. Das Museum ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet, im Café Gemach Manhattan in der Kunsthalle gibt es Snacks und Getränke.

Sonntagsatelier, 18. Oktober,12 bis 16 Uhr – im Eintritt inbegriffen – ohne Anmeldung

Im Sonntagsatelier können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich von der Ausstellung inspirieren lassen. Eine erfahrene Kunstvermittler*in steht bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite, um kreative Ideen zu unterstützen. Vorgaben gibt es keine, und Vorwissen ist nicht erforderlich.

Herbst-Ferienspiele, 19. bis 23. Oktober je 9 bis 13 Uhr – je Termin 30 Euro

Langeweile in den Herbstferien? Nicht bei der Kunsthalle Bielefeld! Kinder von 6 bis 12 Jahren können sich auf ein abwechslungsreiches Ferienspielprogramm freuen – mit vielen kreativen und spannenden Angeboten. Da nur begrenzte Plätze zur Verfügung haben, bittet die Kunsthalle darum, sich unbedingt vorab einen Platz zu sichern.

FarbFamilie, 24. Oktober 14 bis 16.30 Uhr, 15 Euro (Kinder 10 Euro)

Gemeinsam sehen, staunen und gestalten! Diese Veranstaltung lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern miteinander zu entdecken. Nach einer gemeinsamen Führung und Kreativ-Aktion lädt die Kunsthalle bei Kaffee, Saft und etwas Süßem noch einmal dazu ein, zusammenzukommen und das Erlebte nachwirken zu lassen.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld, Telefon: 0521 32999500, Fax: 0521 329995050, E-Mail: info@kunsthalle-bielefeld.de. Die Kunsthalle ist am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

MORE twickel is open!

MORE Twickel in Delden is nu open voor publiek! We zien er enorm naar uit je te verwelkomen op onze derde museumlocatie. Met jouw Museumkaart, VriendenLoterij VIP-kaart of MORE-memberpas krijg je gratis entree.

Dit weekend kwamen honderden bezoekers op kraamvisite (kroamschudd’n) bij het kersverse, pasgeboren Twentse lid van de MORE-museumfamilie. In een recordtempo hebben wij – het team van Museum MORE, Stichting Twickel en alle vrijwilligers – met ontzettend veel energie, ambitie en plezier gewerkt aan dit geweldige nieuwe museum. En het is zo mooi geworden: de schilderijen van Jan Mankes komen prachtig tot hun recht in de intieme kamers, we hebben een spectaculaire permanente muurtekening in de (Anouk) Griffioenkamer en boven is de eerste tijdelijke tentoonstelling Into the Woods te zien waarin Nederlandse kunstenaars de verbinding tussen natuur en kunst verkennen en verbeelden. Bij MORE Twickel beleef je binnen én buiten cultuur, erfgoed, flora en fauna. Een bezoek aan het museum is echt compleet met een wandeling door de kasteeltuinen of door de bossen van Landgoed Twickel.

Ontzettend dankbaar voor alle steun en het vertrouwen van iedereen om ons heen: de bestuursleden, vrienden en begunstigers, collega’s, de kunstenaars, bruikleengevers, café-restaurant Boode, Gemeente Hof van Twente en ondernemers van Delden die ons met vlaggen en ballonnen in de hele stad hebben onthaald!

delicate dieren van jan mankes

MORE Twickel Vanaf nu zijn bijna 30 topstukken van Jan Mankes te bewonderen op onze nieuwe locatie in Delden. In de tentoonstelling Jan Mankes | Het bovennatuurlijke in de natuur kun je de dromerige of zelfs mystieke kunst van ‚Hollands meest verstilde schilder‘ ervaren.
De tentoonstelling in MORE Twickel is permanent en neemt je mee langs geliefde thema’s van Jan Mankes: zijn portretten, zijn natuurwandelingen, tere stillevens en delicate dierstukken. Dit vroege schilderij met een prachtige kleine steenuil uit 1909 onderscheidt zich duidelijk van Mankes’ latere werk: het is geschilderd in bruintinten en de voorstelling is meer natuurgetrouw en zwaarder van vorm. Slechts een jaar voordat Mankes dit werkje schilderde, koos hij definitief voor het schildersvak. Hierin had hij zich vanaf 1905 bekwaamd: overdag in dienst van een Delfts glas-in-loodatelier en in de avonduren tijdens tekenlessen in Den Haag.

verdwijn in de bossen

MORE Twickel Al eeuwenlang is het het bos een plek waar de mens tot rust en inzicht komt. Overgeleverd aan de elementen en dierlijke instincten is het bos ook een bron voor sprookjes en duistere verhalen. Het is de onbevattelijke grootsheid en mysterieuze schoonheid die ons telkens weer naar het bos trekt. In de tentoonstelling nemen 10 Nederlandse kunstenaars en een schrijver je mee op een wandeling into the woods. De schilderijen, tekeningen, prenten, fotocollages en video tonen landschappen waarin je kunt dagdromen en uitademen. Of die je juist eventjes de adem benemen. De tentoonstelling Into the Woods is te zien in MORE Twickel t/m 21 maart 2027.

griezelverhaal & kunst

MORE Twickel Bossen kunnen spooky zijn. Op uitnodiging van Museum MORE schreef Thomas Olde Heuvelt het korte, griezelige verhaal Into the Woods geïnspireerd op een bijna 10 meter brede tekening van kunstenaar Lise Lou Sore. Dit monumentale kunstwerk is te zien in de tentoonstelling in MORE Twickel. Deze vertelling is minder geschikt voor jonge lezers of kijkers.
Thomas Olde Heuvelt (1983) brak in 2016 internationaal door met zijn boek HEX. Andere bekende romans van hem zijn Echo, Orakel, November en Het Laatste verhaal van Jamie Gunn. Dit laatste boek werd dit jaar genomineerd voor een Gouden Strop.

nieuw museumcafé

MORE Twickel Een museumbezoek smaakt nóg beter met een kop koffie, gebak, lunch of een glas wijn. Daarom zijn we blij dat Boode de horeca verzorgt op onze nieuwe locatie! Museumcafé Boode in MORE Twickel is een fijne plek plek om neer te strijken tijdens jouw bezoek. Bij mooi weer kun je bovendien genieten van het cafétearras met uitzicht op de prachtige museumtuin. Onze samenwerking met Boode gaat verder dan het café. Ook voor catering, bijeenkomsten en evenementen kun je bij ons terecht. Zo komen kunst, de omgeving van Landgoed Twickel en de gastvrijheid van Boode perfect samen.

kunstwerk in de openlucht

De tentoonstelling Into the Woods is geïnspireerd op een wandeling die de samenstellers maakten over de zogeheten Umfassungsweg op Landgoed Twickel, een route die vlak bij het museum start. Het landschap van Twickel is door de eeuwen heen volledig ontworpen en het wandelpad leidt je in enkele uren langs de hoogtepunten. Bij elke bocht ontvouwt zich een nieuw uitzicht, als een kunstwerk in de open lucht. De aanleg van de Umfassungsweg werd begonnen rond 1890 door de Duitse landschapsarchitect Eduard Petzold en in 2012 voltooid door Michael van Gessel.

naar de kermis met toorop & koch

MORE Gorssel Kom op woensdagmiddag 21 oktober naar MORE Gorssel voor een gezellige familiedag vol kunst, circus en plezier! In de tentoonstelling Charley Toorop & Pyke Koch | Alles of niets spelen het circus en de kermis een bijzondere rol. Hoog tijd dus om het circus zelf uit te proberen! Tijdens de circusworkshop van Monsieur Bart tussen 13.30 en 16.00 uur verandert een deel van het museum in een echte circuspiste en jij kunt meedoen. Deelname kost €7,50 excl museumentree. Tickets zijn online en aan de kassa te koop. Kinderen t/m 11 jaar hebben altijd gratis entree tot onze musea.
Op tv bij Nu te zien! Museumdirecteur Bart Rutte bezocht onze grote tentoonstelling Charley Toorop & Pyke Koch | Alles of niets. Bekijk de uitzending op NPO Start. De tentoonstelling is nog te zien in MORE Gorssel t/m 25 oktober.

ontmoet sam drukker

MORE Ruurlo Op zaterdag 31 oktober en zondag 1 november is kunstenaar Sam Drukker in MORE Ruurlo! Dat weekend kun je meedoen aan zijn rondleidingen en workshops. Bestel op tijd tickets ivm het beperkte aantal plaatsen. Bezoek meteen zijn tentoonstelling De ouder wordende mens.

Rondleidingen door Sam Drukker

Op zaterdag 31 oktober neemt Sam Drukker jou mee door zijn tentoonstelling in MORE Ruurlo. Hij vertelt over het ontstaan van het idee, zijn manier van werken, de betekenis van ouder worden en de achterliggende motieven van de tentoonstelling. Een unieke kans om tijdens de één-uur-durende rondleiding in gesprek te gaan met Sam over zijn kunst, hoe hij te werk gaat en waar hij zijn inspiratie vandaan haalt!

Workshops door Sam Drukker

Op zondag 1 november leer je kijken en tekenen met kunstenaar Sam Drukker. Het thema van de workshop is De ouder wordende mens in de spiegel – jezelf onder ogen zien met een krijtje. Nu ook voor jonge mensen! Tijdens de workshop krijg je een drankje. Bij de prijs inbegrepen zijn ook de benodigde materialen zoals een spiegel, Conté a Paris potlood en tekenpapier A3.

zwarte cross, dankjewel!

MORE Gorssel Deze zomer ruilden we de museumvloer even in voor festivalgras, herrie, modder en een heleboel goeie zin. Museum MORE ging naar de Zwarte Cross! Met ons Minimuseum brachten we kunst naar het festivalterrein – met de schilderijen She’s the One en Hoping for an Encore van Bobbi Essers. En met Kunstcrossen gingen we nog een stap verder: kunst niet alleen bekijken, maar er middenin duiken. Kijken, maken, proberen, kliederen en ontdekken terwijl de muziek galmt. Want wie zegt dat kunst stil moet zijn? Een grote dankjewel aan Zwarte Cross voor de ruimte om kunst op z’n kop te zetten. En aan het Cultuurfonds en Fonds 21 voor het mogelijk maken van dit avontuur.
De duotentoonstelling Robin Wen & Bobbi Essers | Nothing Makes Me Feel As Good is nog te zien in MORE Gorssel t/m 15 november.

Nähere Informationen: Museum More Twickel, Hengelosestraat 2/4, 7491 BR Delden, Telefon: +31 (0)575 760300, E-Mail: info@museummore.nl, Museum MORE, Hooftstrad 28, 7213 CW Gorssel, Telefon +31 575 760 306, Internet www.museummore.nl. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, und Burg Ruurlo, Vordenseweg 2, 7261LZ Ruurlo. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Ruhige Moonshines voller tanzender Flammen – Von Dorien Tamis

Mit ihren geheimnisvollen Schatten und dunklen Trieben ist die Nacht eine bleibende Inspiration – auch für Künstler des 17. Jahrhunderts. In ‚From Dusk Till Dawn‘ im Dordrechts Museum können Sie nun einen historischen Nachtspaziergang machen.

Nachts geschieht viel mehr als Schlaf, selbst im siebzehnten Jahrhundert. Am Abend lernen sie bei Kerzenlicht, später singen die Nachteulen, und die Feuer werden gelöscht. Mitten in der Nacht beugen sich Wissenschaftler über Himmelskörper, und vor Tagesanbruch beginnt oft ein neuer Arbeitstag. All diese Aktivitäten wurden von Malern unsterblich gemacht.

In der Ausstellung „Von der Dämmerung bis zur Morgendämmerung – Nachtkunst im17. Jahrhundert“ im Dordrechtser Museum unternimmt man eine Reise durch eine solche Nacht des siebzehnten Jahrhunderts – beginnend und endet in den goldenen Stunden, in denen die Sonne gerade noch oder noch unter dem Horizont verborgen ist. Bekannte Malernamen spielen dabei eine Nebenrolle.

Lichtstrahl

Wenn es einen Namen gibt, der heraussticht, dann ist es der Amsterdamer Maler Aert van der Neer (1603–77), der Spezialist für ‚Moonshines‘. Wenn man mehr als nur oberflächlich hinschaut, erkennt man, dass dies nur einige Tricks sind, mit denen Van der Neer einen überzeugend die Dunkelheit der Nacht erleben lässt. Die Farblosigkeit der Dunkelheit ist einfach – er schlägt sie mit überwiegend monochromen Tönen vor: Schwarz mit Grau oder blassgelb oder gräulich-braun.

Um seinen Gemälden eine Definition zu geben, lässt der Maler den Mond kraftvoller leuchten als in der Realität. Reflektiertes Licht verrät Wasserelemente, nicht umsonst spielen Gräben und Pfützen eine wichtige Rolle in Van der Neers Landschaften. Figuren – ein Haus, ein Mann in einem Boot, eine Pollard Wille – tauchen aus der Dunkelheit auf, weil der Maler einfach einen Lichtstrahl an sich vorbeischießen lässt.

Loderndes Feuer

Neben ruhigen, mondbeschienenen Nächten mit Windmühlen gibt es während einer solchen Übernachtung im siebzehnten Jahrhundert noch mehr zu erleben. Beim Spaziergang durch die wunderschön gestalteten und ansprechend beleuchteten Räume lässt man sich von einem Thema um die Anforderungen für eine gute Nachtruhe leiten; Oder eine, in der man Personifikationen der Nacht auf der Leinwand trifft.

Faszinierend zu vergleichen mit Van der Neers Werk sind die nächtlichen ‚Feuer‘ des Rotterdammers Egbert van der Poel (1621–64), ein etwas weniger prominenter Name im Nachtgenre. Van der Poel malt nicht nur in einem anderen, viel glatteren Stil, sondern die von ihm verwendeten Lichtquellen wirken völlig anders.

Die hoch aufragenden orangefarbenen Flammen von Van der Poels spektakulärem Feuer warfen tiefe Schatten über die Umgebung, Gebäude und panische Menschen. Das verleiht Van der Poels Gemälden etwas Faszinierendes und zugleich etwas Unwirkliches.

Vorbeispähender

Die Auftritte mit nächtlichen Partygästen, Lagerfeuern und Feuerwerk wirken viel vertrauter. Du teilst sofort das halb erwartungsvolle, halb zitternde Gefühl der Nachteulen, ein Gefühl, das sich bis heute kaum verändert hat. Eine Kleinigkeit, die besonders Druckgrafiker zu schätzen schienen, sind strahlend beleuchtete Fenster – die in einer Schwarz-Weiß-Szene noch eindrucksvoller wirken. Das weckt sofort die Neugier des spählernenden Passanten. Was machen diese Leute da drin?

Eine Nacht im siebzehnten Jahrhundert war nicht nur buchstäblich viel dunkler als heute mit all der Lichtverschmutzung, sondern auch noch dunkler. In Tooverykens en spoockeryen, mit Hexen, Teufeln und anderem Abschaum herumschreien, und natürlich unter dem Schutz der Nacht fanden mehrere Künstler ein lohnendes Thema, um ihre Horrorfantasien auszuleben. Der rätselhafte Albtraum des Amsterdamer Malers Domenicus van Wijnen (1658–1700), einer der Höhepunkte der Ausstellung, ist geradezu seltsam.

Von Hexenkreisen bis zu feiernden Motten – in ‚From Dusk Till Dawn‘ passiert eine Menge. Das Schöne an einer so gut gestalteten thematischen Ausstellung ist, dass man sich von den Kuratoren mitreißen lassen kann, aber auch durch die eigenen Interessen wandern kann. Gute Nacht, kurz gesagt, in Dordrecht.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Eine festliche Gästeliste im Museum Voorlinden

Tausende von Ballons schweben hinter Glastüren, ein riesiger Kürbis steht um die Ecke und in einem anderen Raum hält eine winzige Maus eine große Rede. Diese Meisterwerke (von Martin Creed, Yayoi Kusama und Ryan Gander) befinden sich vorübergehend wieder im Museum Voorlinden in Wassenaar, wo sie mit bunten Blickfangern aus der Dauerausstellung zu sehen sind. Mit dieser Ausstellung ‚Die Ikonen der Kunst feiern‘ feiert das Wassenaar-Museum sein zehnjähriges Jubiläum.

Eine ihrer eigenen Ikonen sind die winzigen Aufzüge aus dem Jahr 2001 von Maurizio Cattelan (1950), die achtlos in einer Wand versteckt sind. Die kleinen Schiebetüren öffnen und schließen sich, begleitet von Geräuschen. Ein junges Mädchen hockt sich für die Arbeit hin und stößt einen freudigen Schrei aus: Wenn sie nicht bis zu ihren Knöcheln reichen würden, würde sie sofort eingreifen wollen.

Dieses Gefühl der Wiedererkennung, das in Entfremdung übergeht, ist charakteristisch für die Ausstellung: So wird zum Beispiel die weltberühmte „Wisteria“ (1917–20) von Claude Monet (1840–1926) mit einer zylindrischen Glasskulptur (2012–13) von Roni Horn (1955) kombiniert. Indem man sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und mit wechselndem Licht betrachtet, betonen die Werke die Flüssigkeit der Bilder und die Veränderung dessen, was Farben, Materialien und Formen auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Wörtlich unentbehrlich ist die gigantische Skulptur des kauernden Jungen (1999) von Ron Mueck (1958). Trotz seiner Größe versucht der Junge, sich zu verstecken, und versteckt sich hinter seinen Armen. Daneben hängt Andy Warhols (1928–87) Werk „Camouflage“ (1986), das mit seiner leuchtenden Farbkombination nach Aufmerksamkeit schreit. Mit solch sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen gibt es in der Ausstellung immer etwas Neues zu entdecken.

Nähere Informationen: Museum Voorlinden, Buurtweg 90, Wassenaar, Telefon: +31 705121660, E-Mail: info@voorlinden.nl, Internet: www.voorlinden.nl

Live-Interview + Katalog ‚From Dusk Till Dawn‘

Am Donnerstag, 5. November (ab 15 Uhr), wird der Ausstellungsleiter Stefan Kuiper im Dordrechtser Museum von Chefredakteur Jeroen Junte zu ‚From Dusk To Dawn‘ interviewt.

Sie erhalten außerdem den Katalog, der diese Ausstellung über die Nacht in der Malerei des siebzehnten Jahrhunderts begleitet. Sie werden mit einer Tasse Kaffee begrüßt, danach findet das Interview im historischen Schouman-Raum im Museum statt. Anschließend gibt es die Gelegenheit, die Ausstellung in Anwesenheit von Stefan Kuiper und Jeroen Junte zu besuchen.

Praktische Informationen

Wann: Donnerstag, 5. November ab 15:00 Uhr, Wo: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, Dordrecht

Programm

14.30 Uhr: Walk-in, Kaffee und Übergabe des Katalogs

15 Uhr: Beginn des Interviews

16 Uhr: Ausstellungsbesuch

Preis 30 Euro (inkl. Kaffee + Eintritt + Katalog).Bitte beachten Sie: maximal 50 Teilnehmer, registrieren Sie sich vor dem 30. Oktober, voll = voll! Stornierungen können bis zu maximal 48 Stunden im Voraus erfolgen, wobei der Grund angegeben wird.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Dämmerung der Götter – Frans Franciscus

Um 1980 gab es einen Wandel in der Kunst. Die Dominanz der modernen, abstrakten Kunst neigte sich dem Ende zu, und figurative Künstler traten ins Licht. In diesen postmodernen Jahren begann Frans Franciscus seine Karriere. Mit seiner herausfordernden Figuren, in der er Verbindungen zu klassischen Meistern herstellt, eroberte er schnell einen herausragenden Platz in der niederländischen Kunstwelt.

Über Frans Franciscus

Frans Franciscus (Utrecht, 1959) lebt und arbeitet in Amsterdam. Von 1982 bis 1986 studierte er an der Utrechter Kunstakademie. In Franziskus‘ Werk spiegelt sich der Mensch in all seinen Facetten wider. Auf kritische, scharfsinnige und oft witzige Weise stellt er Themen wie Vielfalt, Ungerechtigkeit und Liebe in wunderschönen, klassischen Werken unserer Zeit dar.

Nähere Informationen: Centraal Museum, Agnietenstraat 1, Utrecht, Telefon: +31 302362362, E-Mail: info@centraalmuseum.nl, Internet: http://www.centraalmuseum.nl

Liegende Figuren

Die Ausstellung „Reclining Figures“ vereint eine einzigartige Auswahl von Skulpturen rund um eines der ältesten und bekanntesten Motive der Bildhauerei: die liegende Figur. Seit der Antike symbolisiert dieses Thema nicht nur Frieden und Reflexion, sondern auch die intrinsische Verbindung zwischen Mensch und Umwelt.

In der modernen Kunst wurde das Motiv der liegenden Figur von Henry Moore innovativ interpretiert, der die liegende Figur nutzte, um die komplexe Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und der Landschaft zu untersuchen. In seinen Fußstapfen folgten Künstler wie Charlotte van Pallandt, Mimmo Paladino und Hans Opdebeeck, die jeweils ihre eigene persönliche Interpretation des Themas gaben und mit verschiedenen Formen, Materialien und Techniken experimentierten.

Diese Ausstellung bietet einen reich gefächerten Überblick über sowohl abstrakte als auch figurative Ansätze zur liegenden Figur in moderner und zeitgenössischer Skulptur und zeigt, wie dieses zeitlose Motiv zu erneuertem Dialog, Dialog und Vertiefung innerhalb der bildenden Künste inspiriert.

Nähere Informationen: Museum Beelden aan Zee, Harteveltstraat 1, Den Haag, Telefon: +31 703585857, E-Mail: pr@beeldenaanzee.nl, Internet: www.beeldenaanzee.nl

Matthew Monahan – Linker Weg

Anlässlich von zwei Neuankäufen und einer großzügigen Spende des Künstlers wird das De Pont Museum im Herbst 2026 mehrere Räume mit Skulpturen, Reliefs und Papierarbeiten von Matthew Monahan (1972, Eureka, USA) einrichten.

In seinen Skulpturen und Zeichnungen arbeitet Monahan mit einer Vielzahl von Materialien, darunter Aluminium, Papier, Bronze, Gips, Stahl, Blech und Kunststoff. Er formt diese Materialien so, dass ihre Identität niemals eindeutig ist: Was hart erscheint, ist weich und verletzlich, und was zerbrechlich erscheint, ist starr und industriell. Hinweise auf einen fast alchemistischen Umgang mit Material gehen Hand in Hand mit einem starken Gefühl der Fragmentierung.

Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt, erscheint aber immer in Stücken: lose Gliedmaßen, Köpfe und Fragmente, die abgebrochen, verschoben und wieder zusammengesetzt wurden. Die Skulpturen rufen ein Gefühl von Verfall, Zusammenbruch und Auflösung hervor, während sie gleichzeitig Raum für eine neue, zusammengesetzte Schönheit schaffen. Stahlstrukturen dienen sowohl als Träger als auch als Käfige, durch die sich die Skulpturen bewegen.

Fragmentierung ist für Monahan kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie. Seine Methode ruft Assoziationen mit dem Unvollendeten und dem Traumähnlichen hervor, in denen Formen falten, knittern, brechen und zerfallen. Die Falte spielt dabei eine zentrale Rolle: manchmal elegant, manchmal gewalttätig, bis zu dem Punkt, dass das Material buchstäblich zusammenbricht. In diesem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Verlust entsteht ein reiches Feld von Bedeutungen und Assoziationen.

Nähere Informationen: De Pont Museum, Wilhelmina Park 1, Telefon: +31 135438300, E-Mail: info@depont.nl, Internet: http://www.depont.nl

Van Gogh, all unsere Gemälde

Ausstellung im Kröller Müller-Museum

Zum ersten Mal seit 1984 sind alle 88 Gemälde von Vincent van Gogh (1853-1890) aus der Kröller-Müller-Sammlung gleichzeitig an einem Ort zu sehen. In dieser Van-Gogh-Ausstellung erfahren Sie, wie Glaube, Hoffnung und Liebe sein Leben und sein Werk beeinflusst haben. Ein absolutes Muss für jeden Van-Gogh-Fan!

Glaube, Hoffnung und Liebe

In der Kröller-Müller-Sammlung befinden sich 88 Gemälde von Vincent van Gogh. Helene Kröller-Müller, die Gründerin des Museums, trug einen Großteil dieser Werke zwischen 1908 und 1930 zusammen. Die Gemälde der Ausstellung stehen im Zeichen der drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Drei Themen, die in van Goghs Leben und Werk eine zentrale Rolle spielen. Er ist auf der Suche nach einer Kunstform, in der seine inneren Kämpfe Ausdruck finden und die anderen Menschen Hoffnung schenkt.

Vom Prediger zum Künstler

Vincent van Gogh erwähnt die drei Tugenden am 29. Oktober 1876 in seiner ersten Predigt, die er als Theologiestudent in der Wesleyan Methodist Church in Richmond hält. Seine Laufbahn als Prediger währt jedoch nicht lange, da er sich auf Anraten seines Bruders Theo für die Kunst entscheidet. Seinen Werten bleibt er jedoch treu und bringt sie fortan in seinen Bildern zum Ausdruck. So möchte er den Menschen auf seine eigene Weise Trost und Erleichterung bieten.

‚But though to be born again to eternal life, to the life of Faith, Hope and Charity […]’

Vincent van Gogh an Theo van Gogh, Ausschnitt aus seiner ersten Predigt, gehalten am Sonntag, den 29. Oktober 1876 in der Wesleyan Methodist Church in Richmond; Brief 96, Isleworth, Freitag, 3. November 1876.

Vincents Blick auf die Welt

Van Gogh arbeitet eine Zeit lang als Laufbursche für das internationale Kunsthandelsunternehmen seines Onkels, Goupil & Cie. Dadurch erlangt er ein breites Wissen über Kunstgeschichte. Er ist sich bewusst, welchen Einfluss Kunst auf die Gegenwart und die Zukunft hat. Er bewundert Künstler, die das Talent besitzen, alltägliche Ereignisse und die Welt um sie herum – Mensch und Natur – in ihren Werken einzufangen. Ihn fasziniert, wie sie persönliche Erkenntnisse in bedeutungsstarke Kunst verwandeln. Dies inspiriert auch seinen eigenen Weg: Mit seinen Gemälden teilt van Gogh seine persönliche Sicht auf das Leben. Gleichzeitig sucht er nach einer Möglichkeit, die Welt verständlicher zu machen. All dies zeigt, dass er ein Wegbereiter der modernen Kunst ist.

Van Gogh – für alle

Kunst ist zum Anschauen da. Oder etwa nicht? Während der Ausstellung können Sie das Gemälde Die Brücke von Langlois in Arles von Vincent van Gogh sehen, fühlen und akustisch wahrnehmen. Ein spezielles Tastmodell eröffnet einen ganz neuen Zugang zu dem Kunstwerk, sodass auch Besucher*innen mit einer Sehbehinderung das Gemälde erleben können. Entdecken Sie die besonderen Details des Gemäldes aus nächster Nähe und ertasten Sie die Brücke mit Ihren Händen. Über Kopfhörer lässt sich außerdem eine ausführliche Bildbeschreibung anhören (auf Englisch und Niederländisch), die Sie nach Frankreich versetzt.

Für Familien

Im Rahmen der Ausstellung erscheint das Bilderbuch „Vincent. Leben, um zu malen“, in dem die Lebensgeschichte von Vincent van Gogh erzählt wird und die berühmten Gemälde aus der Kröller-Müller-Sammlung gezeigt werden. Das Bilderbuch ist im Museumsshop erhältlich.

Besuchen Sie die Ausstellung mit Ihrer Familie? Dann gehen Sie gemeinsam auf Spurensuche. Mit unserer Such- & Entdeckerkarte entdecken Sie besondere Details in den Gemälden von Vincent van Gogh.

Publikation

Sie möchten noch tiefer in die Ausstellung eintauchen? In der Publikation Van Gogh. Alle Werke im Kröller-Müller Museum erfahren Sie mehr über die Werke von Vincent van Gogh aus unserer Sammlung. Erhalten Sie spannende Einblicke in sein Leben und seine Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Was macht diese Van-Gogh-Ausstellung so besonders?

Zum ersten Mal seit 1984 sehen Sie alle 88 Gemälde von Vincent van Gogh aus der Kröller-Müller-Sammlung gleichzeitig.

Wann ist die Van-Gogh-Ausstellung zu sehen?

Die Ausstellung ist vom 15. September 2026 bis zum 3. Januar 2027 zu sehen.

Kann ich eine Führung durch die Ausstellung buchen?

Ja, Sie können für Familie, Freund*innen oder eine andere Gruppe eine einstündige Führung buchen. Möchten Sie selbst eine Gruppe herumführen oder einen eigenen Guide mitbringen? Dann melden Sie Ihre Gruppe vorab an.

Benötige ich eine separate Buchung für die Van-Gogh-Ausstellung?

Nein, das ist nicht notwendig. Mit Ihrer Kombi-Tageskarte für den Park und das Museum können Sie all unsere Ausstellung besuchen.

Sind alle 88 Gemälde während des gesamten Zeitraums der Ausstellung zu sehen?

Ja, alle 88 Werke sind vom 15. September 2026 bis zum 3. Januar 2027 in der Ausstellung zu sehen.

Wie viel Zeit benötige ich für die Ausstellung?

Planen Sie mindestens eine Stunde ein, um die Ausstellung zu besuchen. Wenn Sie alle Saaltexte lesen und die Gemälde genau betrachten möchten, benötigen Sie jedoch etwas mehr Zeit. Tipp: Planen Sie einen ganzen Tagesausflug und kombinieren Sie Ihren Besuch in der Ausstellung mit einem Spaziergang durch den Skulpturengarten und einer Radtour durch den Park.

Wo finde ich zusätzliches Material zur Ausstellung?

Die Saaltexte in der Ausstellung erzählen mehr über van Goghs Leben und Werk. Wenn Sie noch tiefer in das Thema eintauchen möchten, können Sie in unserem Museumsshop oder Webshop das Buch „Van Gogh. Alle Werke“ im Kröller-Müller Museum erwerben.

Entdecken Sie in unserer Videoserie die Geschichte hinter fünf Gemälden von Vincent van Gogh. Abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal und erhalten Sie eine Benachrichtigung, sobald ein neues Video online ist.

Welche bekannten Gemälde sind in der Ausstellung zu sehen?

Zu sehen sind unter anderem Die Kartoffelesser, Der Sämann, Caféterrasse am Abend, Trauernder alter Mann (‘At Eternity’s Gate’), L’Arlésienne und Der alte Turm von Nuenen.

Nähere Informationen: Kröller-Müller Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo/Niederlande
E-Mail:
info@krollermuller.nl und Telefon: +31(0)318591241. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Vier neue Räume im Museum Küppersmühle

Trockel, Höfer, Polke und Baselitz neu zu entdecken

Das Museum Küppersmühle (MKM) präsentiert seine Sammlung in vier Räumen neu – mit bedeutenden Werken von Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Sigmar Polke und Georg Baselitz. Rosemarie Trockels spektakuläre Herdbilder und überdimensionierte Bürsten spielen ebenso pointiert wie ironisch mit Rollenbildern und den Traditionen abstrakter Malerei. Candida Höfer führt mit sechs großformatigen Fotografien in prachtvolle Kirchen und Theater Lateinamerikas – faszinierende Bilder, die zugleich Fragen nach europäischem Einfluss und Kolonialismus aufwerfen. Sigmar Polke ist mit drei großformatigen Gemälden aus den Jahren 1988 bis 1992 vertreten. Sein Werk Entartete Kunst gewinnt dabei eine geradezu bedrückende Aktualität. Neu gestaltet wurde auch der Baselitz-Raum: Das mehrteilige Kleine Straßenbild mit 28 Tafeln und Vorzeichnungen von 1979 zeigt Georg Baselitz an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung – so nah an der reinen Abstraktion wie kaum zuvor. Vier Räume, vier große Positionen deutscher Kunst – und vier gute Gründe, die Sammlung des MKM neu zu entdecken.

Nähere Informationen: Museum für moderne Kunst Küppersmühle, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg, Telefon 0203 30194811, E- Mails: kasse@museum-kueppersmuehle.de (für Kasse und Information), buchung@museum-kueppersmuehle.de (für Buchung von Führungen und Workshops) und office@museum-kueppersmuehle.de (für Stornierungen und Fragen zu Tickets), Internet: www.museum-kueppersmuehle.de. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Digital von Natur aus – die Kunst von Miguel Chevalier

Vom 3. Oktober 2026 bis 4. April 2027 in Zwolle

Mit der Ausstellung „Digital by Nature: The Art of Miguel Chevalier“ zeigt das Museum de Fundatie eine der bislang umfassendsten Präsentationen des international renommierten Digitalkünstlers Miguel Chevalier. Nach der erfolgreichen Ausstellung in der Kunsthalle München ist dies die erste große Einzelausstellung des Künstlers in den Niederlanden.

Chevalier (1959, Mexiko-Stadt), der in Paris lebt und arbeitet, nutzt den Computer seit den 1980er-Jahren als künstlerisches Instrument. Seine Arbeiten erkunden die neuesten technologischen Möglichkeiten – von Algorithmen und digitaler Bildgebung bis hin zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die Ausstellung beleuchtet insbesondere die Beziehung zwischen Natur und künstlichem Bild und macht unsichtbare Strukturen der Natur durch digitale Visualisierung erfahrbar. Ergänzt wird dies durch besondere Leihgaben aus naturwissenschaftlichen Sammlungen, darunter Pflanzen, Kristalle und mikroskopische Aufnahmen von Unterwasserorganismen, die Chevaliers digitale Bildwelten inspirieren.

Interaktive Installationen und vielfältige Werkgruppen

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind vier großformatige interaktive Installationen, in denen Algorithmen fortlaufend neue farbige Bildwelten erzeugen. Besucherinnen und Besucher können diese durch ihre Bewegungen beeinflussen und werden so Teil des kreativen Prozesses. Einige Installationen werden von eigens komponierter Musik des Komponisten Jacopo Baboni Schilingi begleitet.

Neben digitalen Projektionen zeigt die Ausstellung eine große Bandbreite an Arbeiten: – 3D-gedruckte Skulpturen – robotisch gefertigte Zeichnungen – maschinell hergestellte Stickereien und Wandteppiche – Videos – neue Werke, die speziell für die Präsentation in Zwolle entstanden sind Insgesamt umfasst die Ausstellung rund 120 Werke aus allen Phasen von Chevaliers Karriere und bietet einen umfassenden Überblick über sein vielseitiges Œuvre.

Zwischen Kunstgeschichte, Natur und Technologie

Obwohl Chevaliers Werk tief in der digitalen Welt verwurzelt ist, zeigt die Ausstellung, wie eng seine Inspiration mit Kunstgeschichte und Natur verbunden ist. Seine Arbeiten verweisen unter anderem auf Marcel Duchamp, Jean Tinguely sowie auf Pionierinnen und Pioniere der Computerkunst wie Vera Molnár und Catherine Ikam. Auch die Bildwelten von Claude Monet, Diego Rivera und Videokunst-Pionier Nam June Paik haben seine künstlerische Entwicklung geprägt.

Ein internationaler Wegbereiter der digitalen Kunst

Chevalier gilt weltweit als einer der wichtigsten Pioniere der digitalen Kunst. Nach Studien an der École nationale supérieure des Beaux-Arts und der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris erhielt er während Aufenthalten in New York erstmals Zugang zu fortschrittlichen grafischen Computersystemen – ein prägender Moment für seine spätere künstlerische Praxis.

Seine Werke wurden bereits in führenden Museen weltweit gezeigt, darunter im Musée Soulages (Frankreich), im Grand Palais (Paris) und im Ara Art Center (Seoul). Zudem sind sie in zahlreichen internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Statement von Direktorin Beatrice von Bormann

„Was das Werk von Miguel Chevalier so besonders macht, ist, dass er sich weigert, zwischen Kunstgeschichte und Technologie oder zwischen Natur und Algorithmus zu wählen. In seinen Installationen verschmelzen diese Welten auf eine Weise, die Besucherinnen und Besucher buchstäblich in Bewegung versetzt. Dass wir Chevalier erstmals in dieser Größenordnung in den Niederlanden zeigen, ist für unser Museum ein Meilenstein – und eine Einladung an ein breites Publikum, digitale Kunst von innen heraus zu erfahren.“

Begleitausstellungen

Parallel zu Digital by Nature präsentiert Museum de Fundatie zwei weitere Ausstellungen zum Thema Natur:

Natalia Domínguez Rangel – DEEP DIVE

Die Künstlerin verwandelt die Wolk des Museums in eine atmosphärische Blase aus Glas-, Keramik- und Metalls Skulpturen. Eine eigens komponierte Klangarbeit lädt dazu ein, mit kritischem Blick zu hören. DEEP DIVE thematisiert unter anderem die Lärmverschmutzung der Ozeane und schafft einen Raum für Reflexion über die verborgenen Welten der Tiefsee.

Diana Scherer – Symbio

Diana Scherer entwickelt eine neue, neun Meter lange Installation. Symbio untersucht die Beziehung zwischen Mensch und Natur anhand organischer Gewebe aus Pflanzenwurzeln und nachhaltigen Stoffen. Die Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen Natur und künstlicher Form.

Praktische Informationen

Ausstellungen: – Miguel Chevalier – Digital by Nature: 3. Oktober 2026 – 4. April 2027 – Natalia Domínguez Rangel – DEEP DIVE: 3. Oktober 2026 – 17. Januar 2027 – Diana Scherer – Symbio: 3. Oktober 2026 – 22. August 2027

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.