Über 138.000 Besuche bei „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“

Eine der erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Museums Barberini

Mit 138.054 Besuchen ist die Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ am vergangenen Wochenende nach 14 Wochen erfolgreich zu Ende gegangen. Die Schau verzeichnete durchschnittlich mehr als 1600 Besucherinnen und Besucher pro Tag und zählt damit zu den erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Museums Barberini. Im Vergleich zu anderen Publikumserfolgen des Hauses erreichte sie ein ähnlich hohes Besuchsniveau bei einer deutlich kürzeren Laufzeit.
Die Ausstellung zeigte anhand von mehr als 110 Werken aus über 60 internationalen Sammlungen die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland von seinen Anfängen bis in die 1930er Jahre. Im Mittelpunkt stand Max Liebermann als Künstler, Sammler, Ausstellungsmacher und Präsident der Berliner Secession, der mit seinem frühen Blick nach Frankreich entscheidende Impulse für die Erneuerung der deutschen Malerei gab.

Die Schau beleuchtete die vielfältigen künstlerischen, gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Impressionismus in Deutschland: von den Einflüssen der französischen Moderne über lichtdurchflutete Landschaften und moderne Freizeitwelten bis hin zu nächtlichen Großstadtansichten, sozialen Reformthemen und der Faszination für Theater, Tanz und Rollenbilder um 1900. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Beiträgen von Künstlerinnen wie Dora Hitz, Sabine Lepsius, Charlotte Berend-Corinth und Maria Slavona, deren Bedeutung für die Entwicklung des deutschen Impressionismus lange unterschätzt wurde.

„Der außerordentliche Zuspruch zeigt, wie sehr die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit schätzen, zentrale Werke der deutschen Kunstgeschichte im internationalen Kontext neu zu entdecken. Die Ausstellung hat sichtbar gemacht, dass der Impressionismus in Deutschland weit mehr war als eine nationale Variante einer europäischen Bewegung: Er war Ausdruck von Offenheit, kulturellem Austausch und künstlerischer Erneuerung“, sagt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini und Kuratorin der Ausstellung.

Die große Resonanz der Ausstellung spiegelte sich auch im umfangreichen Begleit- und Vermittlungsprogramm wider. Während der Laufzeit fanden 1039 Führungen und Workshops statt. Insgesamt 27.613 Gäste besuchten das Vermittlungsprogramm sowie Konzerte, Gespräche, Vorträge und Lesungen im Museum.

Zu den Höhepunkten zählte der erste Barberini Salon. Inspiriert von der Geschichte des Palais Barberini als Ort des kulturellen Austauschs feierte das Museum mit rund 500 Gästen einen Abend voller Kunst, Gespräche und Musik. Zwischen der Liebermann-Ausstellung und der Impressionismus-Sammlung entstand ein Raum für Begegnungen und inspirierende Diskussionen mit Ortrud Westheider, Evelyn Wöldicke, Direktorin der Liebermann-Villa, dem llustrator Christoph Niemann und dem Autor Jens Bisky. Musikalisch begleitet wurde der Salon von der Jazzvokalistin Enji; die Moderation übernahm Shelly Kupferberg.

Ein weiterer Höhepunkt war die ausverkaufte Lesung im Museum Barberini, bei der die Schauspieler Nina Kunzendorf und Fabian Hinrichs die Briefe Max Liebermanns lebendig werden ließen. Großen Zuspruch fand auch das Get Together zum Semesterstart: Mehr als 800 Studenten und Auszubildende aus Potsdam, Berlin und darüber hinaus besuchten Slow Art Tours des Barberini Art Clubs, Gespräche mit jungen Kuratorinnen sowie Konzerte und Performances.

Darüber hinaus wurde die Ausstellung durch zahlreiche digitale Angebote erweitert. Mit dem Audioguide, der Ausstellungswebsite Prolog und einer 360°-Tour konnten Besucherinnen und Besucher die Inhalte multimedial vertiefen. Video-Interviews mit Forschenden beleuchteten die Themen der Ausstellung sowohl im Museum als auch online und in den sozialen Medien.

Der begleitende Podcast „Der Fall Liebermann“ erzählt die Geschichte Max Liebermanns im Spannungsfeld von Kaiserreich, Impressionismus und Nationalsozialismus und zeichnet zugleich ein Panorama gesellschaftlicher Umbrüche in Deutschland. Der Podcast bleibt auch nach Ausstellungsende auf Spotify, Apple Music und YouTube verfügbar.

Nach der großen Ausstellung zum Impressionismus in Deutschland präsentiert das Museum Barberini vom 4. Juli bis 11. Oktober „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“. Die Ausstellung in Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam beleuchtet Signacs Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Portraitmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne entdeckte.

Die Schau befasst sich mit Signacs zentralen Rolle innerhalb der neoimpressionistischen Bewegung und geht seinem Einfluss als federführender Theoretiker sowie als Sammler und Mäzen ebenso nach wie seinem Einsatz als Netzwerker, Lehrer und Ausstellungsorganisator, der bis nach Belgien und Deutschland ausstrahlte. 36 Werke von Signac stehen im Dialog mit mehr als 60 Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Curt Herrmann, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen. Zu den Leihgebern zählen das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland, Dublin, das Musée d‘Orsay, Paris, das Musée du Petit Palais, Genf, die Archives Signac, Paris, und weitere nationale und internationale Sammlungen.

Nähere Informationen: Museum Barberini, Friedrich-Ebert-Str. 115, 14467 Potsdam, E-Mail: info@museum-barberini.de, Internet: http://www.museum-barberini.de

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin wieder viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Museum More eröffnet den dritten Standort auf dem Twickel Estate

Nach Gorssel und Ruurlo wird Museum More einen dritten Standort haben: More Twickel. Im historischen Rentmeesterij auf dem Twickel-Anwesen kommen Kunst, Natur und Kulturerbe zusammen, darunter ein besonderer Ort für Jan Mankes.

Museum More wird im September 2026 einen dritten Standort eröffnen: More Twickel. Das neue Museum wird sich im historischen Rentmeesterij auf dem Twickel-Anwesen in Delden befinden. Dort möchte das Museum seine eigene Sammlung mit der reichen Geschichte und dem landschaftlichen Umfeld des Anwesens verbinden.

Mit der Erweiterung wird Museum More neben den Standorten in Gorssel und Ruurlo einen neuen Standort im Osten der Niederlande erhalten. Laut Generaldirektor Maite van Dijk ist dieser Schritt nach zehn erfolgreichen Jahren möglich. Das Museum, das sich auf modernen Realismus konzentriert, zieht jedes Jahr mehr als 200.000 Besucher an.

Jan Mankes und die Vorstellungskraft der Landschaft

In More Twickel erhalten Meisterwerke von Jan Mankes einen besonderen Platz. Außerdem wird es temporäre Ausstellungen geben, die zur Atmosphäre von Landgoed Twickel passen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Natur, Stille und die Vorstellungskraft der Landschaft zu erleben.

Dies verleiht dem neuen Standort ein eigenes Profil innerhalb von Museum More. In Gorssel liegt der Schwerpunkt mehr auf Verspieltheit und Überraschung, in Ruurlo auf dem Zauber der Kunst in einer Burgumgebung.

Für die Stiftung Twickel bedeutet die Ankunft von Museum More, dass das Museumsziel des Rentmeesterij erhalten bleibt. Früher beherbergte das Gebäude das No Hero Museum. „Nach der Schließung des No Hero Museums war es unser großer Wunsch, das Museumsziel des alten Rentmeesterij für Delden und Twente zu bewahren“, sagt Egbert Jaap Mooiweer, Direktor und Verwalter der Twickel-Stiftung.

Die historische Verbindung zwischen Twickel Castle und Ruurlo Castle spielt ebenfalls eine Rolle bei der Zusammenarbeit. Laut Rien Meppelink, Vorsitzender des Vorstands von Museum More, könnte die Kunstsammlung von Twickel Castle in Zukunft Raum für weiteren Austausch bieten.

Die Stiftung Twickel verwaltet das größte Privatgut der Niederlande mit mehr als 7000 Hektar natürlichem und kultiviertem Land sowie über 250 Gebäuden. Museum More wurde 2015 gegründet und zeigt figurative Kunst und modernen Realismus vom zwanzigsten Jahrhundert bis heute.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl

Massenproduktion in neuem Erscheinungsbild im Museum Jan (Von Emma Falconer)

Mit den Möbeln und Utensilien im Museum Jan ist etwas Merkwürdiges. Aus der Ferne scheint eine Vase aus Pixeln zu bestehen, eine Uhr sieht aus wie ein Mosaik. Näher an der Heimat entpuppen sie sich als faszinierende Designobjekte, bestehend aus existierenden, oft alltäglichen Gegenständen. In der Ausstellung ‚Diederik Schneemann – 1 + 1 = 3‘ untersucht der Künstler Diederik Schneemann (1979), wie Objekte ihre Bedeutung verändern, sobald sie miteinander verbunden werden.

Die Ausstellung bietet einen Überblick über Werke, in denen Schneemanns spielerische, assoziative Designphilosophie in den Vordergrund tritt. Humor und Gesellschaftskritik gehen regelmäßig Hand in Hand. In „Flip Flop Mirror“(2019), einem Spiegel aus weggeworfenen Flip-Flops, verwendet Schneemann ein massenproduziertes Utensil als Baustein für ein neues, handgefertigtes Objekt. Dies erzeugt Spannungen zwischen Überproduktion und Wiederverwendung. Der Spiegel zeigt, dass solche Fast-Fashion-Produkte ein zweites Leben erhalten können, erinnert uns aber gleichzeitig an den Umweltschaden, den sie verursachen.

„Lucky Dice Dresser“(2025), Teil der „Lucky Dice-Reihe“, spielt ebenfalls mit der Grenze zwischen Kunstwerk und nützlichem Objekt. Der Schrank ist voll funktionsfähig, besteht aber aus Würfeln, die nur verwendet wurden, nachdem Schneemann mit ihnen eine Sechs geworfen hatte – ein humorvoller, aber entscheidender Teil des Herstellungsprozesses. Das verleiht dem Objekt etwas Persönliches und Ritualistisches: Zufall wird materiell.

Die Stärke von Schneemanns Werk liegt in dieser Kombination aus Schauspiel, Handwerkskunst und Kritik. Die billigen, oft plastischen Massenprodukte stehen im Kontrast zur sorgfältigen Oberfläche seiner Möbel und Utensilien. Dadurch sind die Objekte nicht nur optisch ansprechend, sondern werfen auch Fragen zu Konsum, Wert und Lebensdauer der Gegenstände auf.

Nähere Informationen: Museum Jan, Dorpsstraat 50, Amstelveen, Telefon: +31 206415754, E-Mail: info@museumjan.nl, Internet: www.museumjan.nl

Ordnung und Intuition – Irene Companjen & Theo Rooden

Unter dem Titel „Ordnung und Intuition“ präsentiert das Mondriaanhuis in Amersfort noch bis zum 28. Juni Werke von Irene Companjen und Theo Rooden. In der Ausstellung zeigen beide Künstler auf ihre eigene Weise ihre Suche nach Gleichgewicht. Beide erforschen die Spannung zwischen Systematik und Intuition, zwischen Plan und Zufall. Companjen arbeitet mit selbstgestalteten Stempeln auf Leinen, während Rooden Muster mit Faden und Webstuhl erstellt. Die Welten von Druck und Faden treffen in einer Ausstellung aufeinander, in der sowohl organisierende Prinzipien als auch Intuition die Leitprinzipien des kreativen Prozesses bilden.

Das Mondrian-Haus ist der Geburtsort von Piet Mondrian, dem Begründer der abstrakten Kunst. Das Museum erzählt die Lebensgeschichte und hebt die künstlerische Entwicklung des Künstlers hervor, der 1872 in Amersfoort geboren wurde. Das oberste Stockwerk des Museums bietet zeitgenössischen Künstlern Raum, die sich mit Mondrians Werk oder Ideen identifizieren können. Die Ausstellung „Order & Intuition“ konzentriert sich auf Werke von Theo Rooden und Irene Companjen.

Für Mondrian gingen Ordnungsprinzipien und Intuition Hand in Hand. Bei der Schaffung seiner abstrakten Arbeiten begann der Maler mit einigen Rahmenprinzipien: Er verwendete nur Primärfarben, Schwarz, Weiß und Grau, und beschränkte sich auf horizontale und vertikale Linien. Die Komposition entstand dann jedoch intuitiv. Für Rooden und Compagnen gilt es auch, dass sie nach ihren eigenen Regeln arbeiten. Gleichzeitig gibt es Raum für Zufälle und ihre innere Logik.

Nähere Informationen: Mondriaanhuis, Kortegracht 11, Amersfort, Telefon: +31 334600170, E-Mail: info@mondriaanhuis.nl, Internet: www.mondriaanhuis.nl

Floor Rieder – Kratzer, Kratzer, Kratzer

Mit schwarzer Farbe auf Glas und einem scharfen Ätzstift kratzt die Illustratorin Floor Rieder ihre Welten Schicht für Schicht aus. Wo es kratzt, erscheint Licht. Noch bis 21. Juni sind ihre Arbeiten in der Ausstellung Scratches, scratches, scratches in der Kunsthal Rotterdam zu sehen. Ihre Illustrationen für neue Ausgaben der Klassiker Alice im Wunderland und Peter Pan sind zu sehen, und Besucher jeden Alters können es ausprobieren.

Rieders Werk ist sofort erkennbar, kraftvoll und grafisch und zugleich märchenhaft und voller überraschender Details. Sie bemalt Glasplatten komplett schwarz und arbeitet zunächst sorgfältig ihre Szenen aus. Dann beginnt das Kratzen: Zeile für Linie entfernt sie die Farbe und bringt so Licht ins Bild. Der starke Schwarz-Weiß-Kontrast bildet die Grundlage ihrer visuellen Sprache, danach fügt sie digital Farbe hinzu, um mehr Atmosphäre und Tiefe zu schaffen. Rieder verleiht klassischen Geschichten ein zeitgemäßes Aussehen, wie zum Beispiel Peter Pan, der in einem Hoodie auftaucht.

Kratz dich

In der Ausstellung verfolgen die Besucher diesen Prozess aus nächster Nähe. Originale Glasplatten zeigen, wie ein Bild wächst, Skizzen zeigen, wie Ideen entstehen, und Storyboards zeigen, wie die Illustrationen schließlich ein Buch ausmachen. Außerdem können Sie selbst anfangen: Probieren Sie die Scratch-Technik aus, machen Sie Ihre eigene Illustration und entdecken, wie Licht ein Bild zum Leben erweckt. Entwerfen Sie eine Karte Ihres eigenen Nooitland, projizieren Sie Figuren aus Peter Pan und Alice im Wunderland und nutzen Sie eine Schatzkarte, um nach kleinen, überraschenden Details im Raum zu suchen.

Nähere Informationen: Kunsthal Rotterdam, Museumpark, Westzeedijk 341, Rotterdam, Telefon: +31 104400301, E-Mail: communicatie@kunsthal.nl, Internet: www.kunsthal.nl

Präsenz im Prozess – 30 Jahre Kunst und Handwerk im Studio Claudy Jongstra

Noch bis zum 30. August feiert das Studio Claudy Jongstra sein 30-jähriges Jubiläum mit der Ausstellung „Presence in Process“ im Cuypershuis in Roermond, Claudy Jongstras Heimatstadt.

Das Studio Claudy Jongstra ist weltweit bekannt für seine monumentalen Installationen aus Wolle und Seide, die mit natürlichen Pigmenten gefärbt sind. Der vollständige Kreislauf der Wolle der Drenthe-Heide-Schafe und der Färbepflanzungen wie Weld, Woad und Madder ist in den künstlerischen Prozess integriert.

Wie Cuypers ist Claudy Jongstra innovativ und fortschrittlich innerhalb alter Handwerke und misst großen Wert auf den Austausch von Fachwissen. Daher wird ein vielfältiges und inklusives öffentliches Programm rund um die Ausstellung organisiert. Kunst, Natur und Gemeinschaft sind durch Werkstätten, Vorträge und einen speziell angelegten mittelalterlichen Klostergarten voller Farbpflanzen miteinander verbunden.

Die Ausstellung „Presence in Process“ macht ihre Entscheidungen, Entwicklung und Vision mit Highlights, Studien, Materialtests und einem neuen Werk, das exklusiv für das Cuypershuis geschaffen wurde, greifbar.

Nähere Informationen: Cuypers Huis, Pierre Cuypersstraat 1, Roermond, Telefon: +31 475359102, E-Mail: museum@roermond, Internet: http://www.cuypershuis.nl

Dackel-Treff anlässlich des kommenden Welttags der Dackel

Kunsthalle Bremen lädt zu einem tierischen Event

Am Freitag, 19. Juni, lädt die Kunsthalle Bremen ab 11.30 Uhr alle Menschen, die einen Dackel besitzen, zu einem Treffen mit ihrem Hund auf die Grünflächen vor und neben die Kunsthalle ein. Gegen 12:30 Uhr ist ein Gruppenfoto mit Dackel vor dem Museum geplant. Wir freuen uns, wenn Teckel und ihre Zweibeiner für das Treffen zahlreich angedackelt kommen. Wir bitten darum, die Hunde an der kurzen Leine zu führen und bei Bedarf eine Decke oder ein mobiles Körbchen mitzubringen.

Anlass für den Dackel-Treff ist der bevorstehende Welttag der Dackel am Sonntag, 21. Juni, für den sich Zwei- und Vierbeiner bereits vorab vernetzen und beschnuppern können. Die Kunsthalle Bremen befindet sich im Dackelfieber, da sie ab Ende Oktober mit „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ die erste Ausstellung präsentiert, die den Dackel in der Kunst thematisiert.

Die ersten 50 Dackel erhalten am 19. Juni einen Mini Doggy Donut vom Schnauze! Store, der Hunde-Bäckerei im Bremer Viertel. Auch am Welttag der Dackel erhalten die ersten 50 Dackel, die mit ihren Zweibeinern am 21. Juni im Speiselokal Canova Platz nehmen, einen kostenfreien Mini Doggy Donut von der Hunde-Bäckerei Schnauze!.

Über die Hunde-Bäckerei Schnauze!

Schnauze! ist Bremens erste Hunde-Bäckerei und befindet sich unweit der Kunsthalle Bremen im Ostertorsteinweg 18. Hier genießen Vierbeiner unter anderem Doggy Donuts und Cupcakes aus hundetauglichen Zutaten wie Haferflocken, Apfelmus und Kokos – ganz ohne Zucker, Salz oder Gewürze. Inhaberin Isabell Appelgren eröffnete den Laden im Februar 2025.

Über die Ausstellung „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ (31. Oktober 2026 bis 28. März 2027)

„Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ (31. Oktober 2026 – 28. März 2027) ist die erste umfassende Ausstellung, die sich dem Dackel in der Kunst widmet. Kaum ein anderer Hund war und ist bei zahlreichen Künstler*innen so beliebt wie er. Die Ausstellung verfolgt die Spuren des Dackels von seinen traditionellen Anfängen als Jagdhund zum städtischen Begleiter bis hin zur heute allseits präsenten Trendfigur. Die Ausstellung macht deutlich, dass der Dackel weit mehr als ein Motiv ist – er wird zum Helfer, Familienmitglied und Ausdruck einer Weltanschauung. Humorvoll und kritisch wird die Schau in der Kunsthalle Bremen mit rund 120 hochkarätigen historischen und aktuellen Werken dem Dackel in der Kunst folgen.

Neben Malerei, Zeichnung, Photographie, Video, Installation und Performance gibt es Einblicke in Populärkulturelles, Buchillustration, Deko- und Spielzeugdesign – und auch den Versuch, die Perspektive des Dackels selbst einzunehmen. Unter anderem mit Arbeiten von Pierre Bonnard, Thorsten Brinkmann, Elina Brotherus, Franz Burkhardt, Otto Dix, David Hockney, Fritz Koch-Gotha, Max Liebermann, Pablo Picasso, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, Rosemarie Trockel, Paloma Varga Weisz, Édouard Vuillard, Andy Warhol und Ylla. Mit Leihgaben unter anderem aus dem Louisiana Museum of Modern Art Humlebaek, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Musée d’Art Moderne de Paris, Royal Collection London, The Andy Warhol Museum Pittsburgh und The David Hockney Foundation.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Telefon: +49 (0)421 – 32 9080, Fax +49 (0)421 – 32908470, E-Mail: info@kunsthalle-bremen.de

Programm für das zweite Halbjahr 2026 im Museum Ludwig

Schultze Projects #5. Jana Euler

18. Juli 2026 – 19. Juli 2028

Bernard Schultze und Ursula (Schultze-Bluhm) prägten Kölns Kultur seit 1968 und waren dem Museum Ludwig eng verbunden; das Haus bewahrt den Großteil ihres Nachlasses. Schultze gilt seit den 1950er-Jahren als Pionier des Informel, wobei das große Werkformat eine zentrale Rolle in seinem Spätwerk spielte. Die Schultze Projects knüpfen daran an: Alle zwei bis drei Jahre gestalten Künstlerinnen und Künstler die Stirnwand im Treppenaufgang neu.

Wade Guyton (2017) verknüpfte New Yorker Architektur-Ikonen mit digital verfremdeten Bildern und fragte nach Macht, Konsum und Bildkultur. Avery Singer (2019) zeigte mehrteilige Tableaus mit digital entworfenen Figuren, die die Ökonomisierung der Kunst spiegeln. Minerva Cuevas (2021) kombinierte Bankenlogos mit präkolonialen Symbolen und thematisiert koloniale Ausbeutung. Kresiah Mukwazhi (2024) verwandelte tausende BH-Träger in eine monumentale Stoffarbeit, die patriarchale Gewalt benennt und weibliche Kollektivität feiert. Im Juli 2026 wird die in Frankfurt lebende Malerin Jana Euler (*1982) die Wand gestalten. In ihrer neuen speziell für Schultze Projects entstandenen Arbeit thematisiert Jana Euler verschiedene Arten des Sehens und des Wahrnehmens von Kunst sowie die Interaktion von Werk und Betrachtenden.

Along the Color Line. Spuren einer Transatlantischen Moderne

3. Oktober 2026 – 7. März 2027

Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.

In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete.

Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt? In europäischen Museen sind Schwarze Künstler*innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora.

Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden.

Man Ray: Kiki

31. Oktober 2026 – 4. April 2027

Die Sammlung Fotografie des Museum Ludwig umfasst rund 70.000 Werke von den Anfängen der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In seinen Fotoräumen stellt das Museum regelmäßig Werke zu ausgesuchten Themen und Fotograf*innen zusammen.

Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er ergänzt auf Kikis Rücken in der Dunkelkammer die Schalllöcher einer Geige, wodurch ihr Körper zum Streichinstrument wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.

Wolfgang-Hahn-Preis 2026 für Lee Ufan

7. November 2026 – 4. April 2027

Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.

Der Wolfgang-Hahn-Preis wird jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig vergeben. Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*innen für die Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden sind vom Museum Ludwig organisierte Ausstellungen der erworbenen Arbeit(en) der Preisträger*innen sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.

Nähere Informationen: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Telefon: +49-221-221-26165, E-Mail: infomuseum-ludwig.de. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage) jeweils von 10 bis 18 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Öffentliche Kunstauktion im Museum Reinhard Ernst

Touched by Art − Kunst berührt inklusiv

Dass Kunst Menschen verbinden, Grenzen überwinden und als Motor für gesellschaftliche Veränderungen wirken kann, führt das Wiesbadener Projekt „Touched by Art − Kunst berührt“ inklusiv vor Augen.

Das Pilotprojekt brachte insgesamt 20 Künstler:innen mit und ohne Beeinträchtigung aus Wiesbaden, dem Rhein-Main-Gebiet und aus ganz Deutschland zusammen: Von April bis Mai diesen Jahres praktizierten die zehn Künstler:innen-Tandems gemeinsam in Ateliers. Auf diese Weise entstanden 38 Kunstwerke − Malereien, Zeichnungen und Skulpturen − die am Donnerstag, 25. Juni 2026 für einen guten Zweck unter den Hammer kommen. Die öffentliche Kunstauktion durchführen wird kein Geringerer als Prof. Dr. Dirk Boll, stellvertretender Vorsitzender und Vorstandsmitglied von Christie’s. Der Schätzwert der einzelnen Positionen liegt zwischen 500 Euro und 9.000 Euro. Die größte Arbeit, ein Gemälde von Eva Ohlow mit dem Titel Hommage an das Bernsteinzimmer, misst 200 x 240 cm.

Initiiert wurde „Touched by Art“ von Andrea Hausy, der Inklusionsbeauftragten der Landeshauptstadt Wiesbaden. Träger des Projektes ist EVIM – der Evangelische Verein für Innere Mission in Nassau. Umgesetzt wird es von Christine Rother und Torsten Anstädt, kuratiert von Christine Rother und Julia Isterling.

Andrea Hausy über das Projekt: „Inklusion ist ein Mehrwert für uns alle – kulturell, gesellschaftlich und menschlich. Ich freue mich, dass die Idee zu Touched by Art in Wiesbaden auf so fruchtbaren Boden gestoßen ist, und dass so viele engagierte Partnerinnen, Partner und Unterstützende aus ganz Deutschland sich der Projektidee angeschlossen haben. Dieses Projekt steht beispielhaft für gelebte Inklusion in Wiesbaden.“

„Alle professionellen Künstler:innen, die wir für Touched by Art angefragt haben, haben sofort zugesagt. Sich auf die künstlerische Praxis mit anderen Kunstschaffenden einzulassen, setzt einen Lernprozess in Gang und erfordert Neugier und Fingerspitzengefühl. Die hier entstandenen Arbeiten zeugen von diesem gelungenen Brückenschlag“, sagt Christine Rother, Kuratorin von Touched by Art. Die Zusammenarbeit der Künstler:innen-Tandems und der Entstehungsprozess der Kunstwerke wurden von Filmemacher Olli Dürr dokumentiert.

„Das Museum Reinhard Ernst ist ein weltoffener Ort: regional verwurzelt, und in der internationalen Kunstwelt zuhause,“ sagt Reinhard Ernst, Kunstsammler und Museumsgründer. „Wir feiern die Innovationskraft der abstrakten Kunst. Wir möchten (junge) Menschen zusammenbringen, die sich inspirieren lassen und nach der Beschäftigung mit den Kunstwerken selbst kreativ werden. Deshalb war es für mich und meine Frau von Anfang an keine Frage, dass auch das Museum Reinhard Ernst Touched by Art – Kunst berührt inklusiv unterstützen wird. Ich freue mich sehr, dass wir als Austragungsort unseren Beitrag zu dieser Kunstauktion leisten können.“

25. Juni – Öffentliche Kunstversteigerung

Um 17.30 Uhr, nach der Begrüßung durch Direktor Dr. Oliver Kornhoff, beginnt die Versteigerung der Werke im Museum Reinhard Ernst. Mit dem Erlös der Auktion wird nicht nur Kunst unterstützt, sondern auch die Vision einer inklusiven Gesellschaft, in der Kreativität Menschen miteinander verbindet.

24. Juni – Vorbesichtigung der Kunstwerke

Bereits am Vorabend der Versteigerung können die entstandenen Kunstwerke erstmals betrachtet werden. Hierzu öffnen sich am Mittwoch, den 24. Juni, ab 18.30 Uhr die Türen im Maki Forum, offizieller Beginn ist 19 Uhr. Interessierte können sich an diesem Abend über Idee hinter Touched by Art – Kunst berührt inklusiv informieren. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, sich mit Kunstschaffenden sowie Unterstützer:innen des Projekts auszutauschen.

Wer das Projekt unterstützen und bei der Kunstauktion am 25. Juni mitbieten möchte, kann sich bereits jetzt registrieren. Um Anmeldung per E-Mail an cru@rother-ulrich.com wird gebeten. Eine Registrierung zur Versteigerung bei Ankunft ist erforderlich. Interessierte werden gebeten, eine Kopie ihres Personalausweises mitbringen. Einlass ist ab 17 Uhr. Unabhängig von der Versteigerung freuen sich die Initiatoren über eine Spende zugunsten des Projekts.

Die Kunstwerke der Tandems stehen symbolisch für eine inklusive Gesellschaft, die Vielfalt als Stärke anerkennt. Durch die Erlöse der Auktion, durch Sponsoring und ehrenamtliches Engagement soll das Projekt nachhaltig wirken – als Modell für gelebte Inklusion durch Kunst. Das Projektteam will den Boden bereiten, damit weitere Räume und Gelegenheiten für die Zusammenarbeit von Kunstschaffenden mit und ohne Handicap in Wiesbaden entstehen. Mit „Touched by Art – Kunst berührt inklusiv“ wird Kunst zum Motor für gesellschaftliche Veränderung.

Mitwirkende Künstlerinnen und Künstler (in alphabetischer Reihenfolge):

Julia Collet (Wiesbaden), Eco/Ecevit Sengezer (Kiedrich), René Dantes (Pforzheim), Marion Eichmann (Berlin), Jens Goebel (Aarbergen), Katrin Kampmann (Berlin), Helge Leiberg (Berlin), Jenny Martin (Wiesbaden), Thomas Martin (Wiesbaden), Tobias Nauheim (Wiesbaden), Eva Ohlow (Köln), Thomas Reifferscheid (Köln), Heinz Römer (Georgenborn), Lina Schreiber (Wiesbaden), Oliver Schwarz (Wiesbaden), Renata Tumarova (Berlin), Ralf Ulrich (Wiesbaden), Miriam Vlaming (Berlin), Silvia Willkens (Mainz) und Susanne Zuehlke (Karlsruhe).

Nähere Informationen: Museum Reinhard Ernst, Wilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden, Telefon: +49 (0)611 76388880, E-Mail: info@museumre.de

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Le Havre und die Geburt des Impressionismus – von Robert-Jan Müller

Mit etwas Wohlwollen kann man behaupten, dass der Impressionismus dank der Hafenstadt Le Havre geboren wurde. Zumindest ist das die Idee hinter der Gruppenausstellung „Masterpieces from Le Havre“ in Singer Laren, wo die Stadt an der Normandieküste als Brutstätte für moderne Malerei präsentiert wird.

Warum dort? Während des Deutsch-Französischen Krieges, der Belagerung von Paris und der anschließenden Pariser Kommune 1870–71 flohen Tausende Pariser vor der schockierenden Gewalt von Polizei und Militär in die Sicherheit Londons. Unter ihnen waren Künstler wie Claude Monet, Camille Pissarro und der spätere Impressionisten-Galerist Paul Durand-Ruel. Die Überfahrt erfolgte von Le Havre aus.

Le Havre wird hauptsächlich wegen des Titels eines Kunstwerks mit dem Impressionismus in Verbindung gebracht, das Claude Monet dort malte: „Impression. Soleil Levant“. Ein Blick auf den Hafen am frühen Morgen. Monet malte es 1872 aus dem Fenster seines Hotels – eine Hommage an die Stadt, die ihm Sicherheit geboten hatte. Schließlich sollte das berühmte Gemälde der gesamten Kunstbewegung seinen Namen geben.

Boudin und Jongkind zeigen Monet den Weg

Vor allem dank der Spenden und Vermächtnisse lokaler Kaffee- und Baumwollhändler besitzt das Museum MuMa in Le Havre eine so prestigeträchtige Sammlung von Gemälden, in der der Impressionismus eine wichtige Rolle spielt. In Singer Laren wurde nun etwa siebzig Gemälde und Zeichnungen ausgewählt, die pro Raum unter Themen wie „Das Licht des Südens“, „Der Blick nach innen“ sowie „Nabis und Symbolik“ angeordnet sind. Die Ausstellung umfasst Gemälden von Künstlern wie Monet, Degas, Gauguin, Matisse und Vuillard, um nur einige zu nennen.

Und es gibt neue Erkenntnisse wie die, dass eine Künstlergruppe rund um den in der Normandie geborenen Eugène Boudin (*1824 – +1898) den jüngeren Monet um 1856 in Le Havre traf und ihn darin einführte, wie man schnell bewegende Phänomene wie Wasser und Wolken in Farbe einfängt; Man könnte sagen, der Anfang des Impressionismus. Im selben Raum sieht man eine zweite Spur, die zum Impressionismus führt: Zwei Hafenansichten hängen nebeneinander: „Harbour View“ (1885–90) von Boudin und „Kade in Honfleur“ (1866) von seinem Malerfreund, dem Niederländer Johan Barthold Jongkind (*1819 – +1891). Von diesem Overijsselaar soll Monet während ihres Treffens 1862 in Sainte-Adresse, knapp außerhalb von Le Havre, gelernt haben, wie man Farbe verwendet, um die Transparenz von Wasser, Wolken und Himmel anzudeuten.

Nicht jedes Meisterwerk ist ein Meisterwerk

Sind sie alle Meisterwerke, wie der Ausstellungstitel andeutet? Das ist etwas zu viel gesagt, man könnte es eher Werk von Meistern nennen, deren sehr gute Arbeiten hier zu sehen sind. Und doch gibt es Meisterwerke, wie die von Auguste Renoir (*1841 – +1919). In seinen Frauenporträts, darunter das frühe Porträt von Nini Lopez (1876), ist stets etwas von seinem bewundernd sentimentalen Blick zu erkennen. Aber gehen Sie in einen Raum weiter die Straße hinunter, und Sie werden sehen, wie Renoir in „View of the Bay of Salerno“ (1881) seine Palette von hundert Farbtönen entfesselt, um Land, Himmel und Meer darzustellen. Hier kommt er zu der wilden malerischen Berührung, die ihm verträumte weibliche Augen verwehren.

Weibliche Künstlerinnen fehlen in der Sammlung von MuMa Le Havre; es war daher eine ausgezeichnete Idee von Singer Laren, die Impressionisten Marie Bracquemond (*1840 – +1916) und Berthe Morisot (*1841 – +1895) aus Privatsammlungen hinzuzufügen. Das Porträt, das Morisot 1883 von ihrer Tochter malte, ist ebenfalls ein solches Meisterwerk: Man sieht, wie sie entschlossen Teile der Leinwand unbemalt lässt und das Mädchen ihre gemäldete Mutter mit dem ungehemmten Blick eines Kindes betrachten lässt.

Die Unterrepräsentation weiblicher Malerinnen steht im Gegensatz zur Überrepräsentation von Raoul Dufy (*1877 – +1953), dem glücklichsten Erben des Impressionismus und Fauvismus. Geboren in Le Havre, gilt er dort als der große künstlerische Sohn der Stadt. Doch besonders in der Nähe der großen Künstler dieser Ausstellung ist Dufy mit seiner schnellen Geschicklichkeit von zweiter Rangfolge. Im letzten Raum, in dem Dufys Werk im Mittelpunkt steht, entleert sich die Ausstellung wie ein platter Reifen.

Stattdessen verbringe genug Zeit im Raum mit schönen Zeichnungen, wo Édouard Vuillards Pastellwerk „Au coin de la fenêtre“ (1915) eine geisterhafte Spiegelung in einem Fensterglas zeigt. Oder lernen Sie Pierre Bonnard und sein „Intérieur au balcon“ (1919) kennen, wo seine schüchterne Frau Marthe gerade noch sichtbar ist. Vor hundert Jahren lagen also die Kaffee- und Baumwollhändler, die Bilder dieser Maler sammelten, bemerkenswert oft richtig mit ihrer Kunstauswahl.

Nähere Informationen: Museum Singer Laren, Oude Drift 1, Laren, Telefon: +31 355393956, E-Mail: museum@singerlaren.nl, Internet: http://www.singerlaren.nl

Turner im Dordrechts Museum

Die Ausstellung „Turner / Assmann – Highlights from the Yale Center for British Art“, die noch bis zum 14. Juni im Dordrechts Museum zu sehen ist, verbindet die romantischen Meereslandschaften von J.M.W. Turner (1775–1851) mit den farbenfrohen Lichtprojektionen von Nicky Assmann (1980). Der Fokus liegt auf Turners berühmtem Gemälde von Dordrecht (1818), das nach zwei Jahrhunderten erstmals wieder in die dargestellte Stadt zurückkehrt.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)787708708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Willem van Konijnenburg im Museum Jan Cunen

Willem van Konijnenburg (1868–1943) begann seine Karriere als realistischer Maler mit einer Vorliebe für die Limburger Landschaft. Allmählich entwickelte sich dieser Zeitgenosse von Jan Toorop zu einem bedeutenden symbolistischen Künstler, der an seinen stilisierten Figuren und symmetrischen Kompositionen erkennbar ist. Die Ausstellung ‚Willem van Konijnenburg – From Chaos‘, die noch bis zum 7. Juni zu sehen ist, zeichnet seine künstlerische Entwicklung nach, mit seiner Kreidezeichnung ‚Chaos‘ (1918) als Leitmotiv.

Nähere Informationen: Museum Jan Cunen, Molenstraat 65, 5341 GC Oss, Telefon: +31 (0)412798 000, E-Mail: info@museumjancunen.nl

Ivna Esajas im Stedelijk Museum Amsterdam

Auf den großen Leinwänden von Ivna Esajas sind weibliche Figuren miteinander verflochten. Es ist oft unklar, wo der eine Körper endet und der andere beginnt. In diesen mit Kohle und Pastell gefertigten Zeichnungen zeigt Esajas die Welt der Schwarzen, in der Fürsorge und Verbindung im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung ‚Wayward Lines – Consent not to be a single being‘, die noch bis zum 7. Juni zu sehen ist, wurde mit dem ABN AMRO Art Prize 2025 ausgezeichnet.

Nähere Informationen: Stedelijk Museum Amsterdam, Museumplein 10, 1071 DJ Amsterdam, Telefon: +31 (0)205732911, E-Mail: info@stedelijk.nl

Italienischer Realismus im Museum More

Seit Jahrhunderten sind Künstler von Italien fasziniert, wo nicht nur die Renaissance entstand, sondern ab den 1920er Jahren auch der Neorealismus entstand. In der Ausstellung ‚Magico! Italienischer Realismus 1920–1970“, die noch bis zum 7. Juni zu sehen ist, liegt der Fokus auf der italienisch-realistischen Malerei, in der der Realität einen Hauch von Magie verliehen wird. Mit 72 Werken von 33 Künstlern bringt Museum More große Namen wie Giorgio de Chirico und Gino Severini mit überraschenden Entdeckungen wie Edita Broglio und Renato Guttuso zusammen.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl

Jan Roos im Museum Belvédère

Der Hafen steht im Zentrum der Werke des friesischen Malers Jan Roos (1951). Er malt mit Acrylfarbe im Freien auf robustem Schiffsverpackungspapier, das er im Hafenbereich seiner Heimatstadt Harlingen gefunden hat. Die Ausstellung „Jan Roos – An der Grenze zwischen Land und Meer“, die noch bis zum 7. Juni zu sehen ist, ist seinen monumentalen, ausdrucksstarken Gemälden von Hafenszenen gewidmet.

Nähere Informationen: Museum Belvédére, Oranja Nassaulaan, Herrenveen, Telefon +31513644999, E-Mail: info@museumbelvedere.nl, Internet: www.museumbelvedere.nl

Zurück nach Benin im Museum de Fundatie

Die Rückgabe kolonialer geplünderter Kunst findet meist in ethnographischen Museen statt, aber das Museum de Fundatie besaß auch eine Benin-Bronze in seiner Sammlung. Die Rückgabe der Bronzetafel „Ama O Ghe Ehen“, die 1897 gestohlen wurde, an die königliche Familie von Benin ist der Grund für die Ausstellung „Back to Benin“, die noch bis zum 7. Juni zu sehen ist. Die Ausstellung verknüpft die Geschichte des Objekts mit zeitgenössischer Kunst aus Nigeria, mit Werken von zehn Künstlern, die über Kulturerbe, geplünderte Kunst, Mythologie und Restaurierung nachdenken.

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Bellezza e Bruttezza im Bozar

Schönheit und Hässlichkeit sind Themen, die Menschen in allen Epochen weiterhin faszinieren, doch ihre Bedeutung verändert sich ständig. Im Rahmen der Ausstellung „Bellezza e Bruttezza“, die noch bis zum 14. Juni zu sehen ist, untersucht das Brüsseler Bozar Palais voor Schone Kunsten, wie Künstler aus Italien und Nordeuropa diese Extreme im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert darstellten: von verfeinerten Idealen bis hin zu bewussten Grotesken. Mit Werken von Botticelli, Tizian, Tintoretto, Cranach dem Älteren und Matsys sowie weiteren mehr bietet die Ausstellung eine seltene Gelegenheit, gemeinsam außergewöhnliche Renaissancekunst zu erleben.

Nähere Informationen: Bozar Palais voor Schone Kunsten, Ravensteinstraat, 100 Brussels, Telefon +32(0)25078430, E-Mail: tickets@bozar.be

Chourouk Hriech – Im 17. Himmel

„Im 17. Himmel“ ist eine neue Kunstinstallation der bildenden Künstlerin Chourouk Hriech. Das Museum de Fundatie hat sie eingeladen, ein Kunstwerk zu schaffen, das zur Ausstellung At Home with Ter Borch passt. Diese Aufgabe ist Teil des Art in the Vide-Programms. Im 17. Jahrhundert ist der Himmel im Vide und im Auditorium des Fundatiemuseums in Zwolle zu sehen.Chourouk Hriech (1977) lebt und arbeitet in Marseille, Frankreich.
Hriech nutzt Zeichnung, Installation, Performance, Video und Fotografie als Werkzeuge, um Raum und Zeit zu erforschen. Ihre Werke – auf Papier, Wänden und umgebenden Objekten – laden zur Betrachtung sowohl antiker als auch zeitgenössischer Architekturen, realer und imaginärer Figuren, Tiere, Pflanzen und Chimären ein. Mit urbanen und alltäglichen Motiven verwebend, folgt ihre Kunst dem chaotischen Lauf der Welt mit Gelassenheit und verkörpert den Wunsch nach Widerstand und Utopie. Im Wesentlichen ist ihre Arbeit eine Ode an das Leben und die Lebenden.

Hriechs Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, zuletzt auf der 17. Lyoner Biennale in Frankreich (2024), im Museum of Tomorrow in Rio de Janeiro, Brasilien (2023), im Drawing Lab, Paris, Frankreich (2022) und in Art Factory, Daegu, Südkorea (2022).

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Tina Farifteh – Als ich Sonne und Mond gleichzeitig sah

Die iranisch-niederländische Künstlerin Tina Farifteh schuf die Installation „When I saw the sun and the moon at same time“ als Teil von BredaPhoto. Das Werk wurde inzwischen vom Fries-Museum erworben und ist ab Mai in der gleichnamigen Ausstellung in Leeuwarden zu sehen. Die Installation mit Video- und Lichtkunst ist der erste Teil von Tina Farifteh von Sexbierum – einem transmedialen Projekt über Verdrängung, Losgelöstheit, das Verlangen nach einem Zuhause und gleichzeitig die Unfähigkeit, sich in einer Gesellschaft zu Hause zu fühlen, die einen ständig existenziell ablehnt. In dem Werk stellt sich Farifteh und dem Besucher die Frage: ‚Wenn die Gesellschaft kein Zuhause bietet, gibt es vielleicht Platz in der Landschaft für Vertriebene?‘

Nähere Informationen: Fries Museum, Wilhelmina Plein 92, Leeuwarden, Telefon: +31 852555500, E-Mail: info@friesmuseum.nl, Internet: www.friesmuseum.nl

In situ #2 Farida Sedoc – Sozialkapital

Farida Sedoc nimmt Sie mit auf eine Reise durch das Zwischengeschoss des neuen Stedelijk-Gebäudes mit dem monumentalen Triptychon „Social Capital“. Mit Fotografie, Grafikdesign, Textilien und Siebdruck macht Sedoc greifbar, wie soziales Kapital Richtung gibt und den Weg zu einer gemeinsamen Zukunft öffnet. Sedoc wird vom Stedelijk beauftragt, dieses Werk für IN SITU zu schaffen, eine Serie, die eine neue Künstlergeneration herausfordert, in einem der größten Zwischenräume des Museums zu experimentieren.

In Farida Sedocs Werk spielen Intersektionalität, der Einfluss der Geldökonomie und des Erbes eine wichtige Rolle. Sie reflektiert über die Zeit, in der wir leben, und untersucht, wie Bilder innerhalb von Gemeinschaften funktionieren. Themen wie Solidarität, Migration, Aktivismus und wirtschaftliche Ungleichheit kommen darin zusammen. Vor diesem Hintergrund bezieht sich der Titel „Social Capital“ auf das Netzwerk von Beziehungen und gegenseitigem Vertrauen, das eine Gemeinschaft zusammenbringt.

In „Social Capital“ zeigt Farida Sedoc, wie gemeinsame Ziele Menschen miteinander verbinden. Jedes der drei Werke basiert auf einem Foto eines Gruppenporträts aus ihrem persönlichen Archiv, in dem die Kraft der Kollektivität und ein gemeinsames Gefühl von Richtung und Verbindung sichtbar werden. „Soziales Kapital“ zeigt das Zusammenkommen von Menschen, den Austausch von Werten und die Fähigkeit, innerhalb der Gemeinschaft aufeinander aufzubauen. Das Zwischengeschoss des Stedelijk bietet Raum für die kontinuierliche Bewegung der Gruppen: ständig wechselnd in der Komposition, aber unterstützt von der Umgebung, die sie zusammenbringt.

Nähere Informationen: Stedelijk Museum Amsterdam, Museumplein 10, 1071 DJ Amsterdam, Telefon: +31 (0)205732911, E-Mail: info@stedelijk.nl

Escher & Islamische Kunst: 20 Perspektiven

10. Juni bis 1. November im Escher-Palast

M.C. Escher ist bekannt für seine außergewöhnlichen grafischen Werke, in denen er mit Perspektive, Raum und Wiederholung spielt. Seine Drucke zeigen oft Situationen, die logisch erscheinen, aber in Wirklichkeit unmöglich sind. Escher ist auch für seine Parkettierungen bekannt, bei denen er Formen, oft Elemente aus der Natur, perfekt zusammenfügen lässt. Durch die Verbindung von Kunst und mathematischen Ideen hat sein Werk weltweiten Einfluss ausgeübt, nicht nur in der Kunstwelt, sondern auch in der Bildung und bei der Entwicklung von Filmen und Spielen.

Weniger bekannt ist jedoch, dass er sich nach zwei Besuchen im mittelalterlichen Festungs- und Palastkomplex Alhambra in Granada, Spanien, von islamischer Architektur und Mosaikmustern inspirieren ließ. In den farbenfrohen Mustern auf Keramiken, die er auf seinen Reisen sieht, erkennt er seine eigene neu erwachte Suche nach Rhythmus, Wiederholung und Verwandlung. Diese Entdeckung hat einen enormen Einfluss auf ihn und bildet den Ausgangspunkt für seine intensive Forschung zu Tessellationen. Diese unendlich wiederholenden Motive bilden eine visuelle Sprache, die bis zum Ende seines Lebens eine zentrale Rolle in seinen Zeichnungen und Drucken spielt.

Neunzig Jahre nach Eschers letztem Besuch im Alhambra präsentiert Escher im Palast eine Ausstellung, die diese historische Geschichte mit der Gegenwart verbindet. Anstatt sich ausschließlich auf den Einfluss der Alhambra auf Escher zu konzentrieren, hat sich das Museum bewusst für einen breiteren Ansatz entschieden: Eschers Werk wird mit dem zeitgenössischer Künstler verbunden, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem islamischen Kulturerbe identifizieren.

Mit einer Vielzahl von Disziplinen – von Malerei und Skulptur bis hin zu Fotografie, Keramik, Papierkunst, Mode und Textilien – zeigt „Escher & Islamic Art: 20 Perspectives“eine reiche visuelle Sprache, die in niederländischen Museen noch relativ selten ist. Die Werke der Ausstellung treten in einen neuen Dialog mit Eschers Werk und der unendlichen Faszination für islamische Muster ein, die bis heute die zeitgenössische Kultur prägt.

Die Ausstellung zeigt 30 Werke von 20 nationalen und internationalen Künstlern. Die teilnehmenden Künstler: Nasam Abboud & Yazan Maksoud, Karim Adduchi, Layla May Arthur, Amine Asselman, Dana Awartani, Fatima Barznge, Emin Batman, Hassan Hajjaj, Siddiqa Juma, Mous Lamrabat, Shehzil Malik, Farwa Moledina, Suleika Mueller, Leila Nazarian, Shirin Neshat, Mounir Raji und in Zusammenarbeit mit MASTOOR, Alfaz Sayed und Ishraq Zraikat.

Viele der internationalen Werke werden erstmals in den Niederlanden gezeigt. Die Ausstellung konzentriert sich auf eine große Vielfalt von Künstlern, die alle durch Kunst verbunden sind und aus vielen verschiedenen Kulturen stammen. Escher im Palast sucht die Verbindung innerhalb dieser Vielfalt der Kreativität: Einheit in Vielfalt.

Nähere Informationen: Escher im Palast, Lange Voorhout 74, 2514 EH Den Haag, Telefon: +31 70-4277730 (während der Sprechzeiten verfügbar), E-Mail: info@escherinhetpaleis.nl

„Gegenwärtig. Zeitgenössische Kunst begegnet Felix Nussbaum“

Ausstellung und Programm im Museumsquartier Osnabrück

Eine Ausstellung der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián wird am 4. Juni um 18 Uhr im Felix-Nussbaum-Haus eröffnet.

Die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián richtet den Blick auf Themen wie Emigration, Flucht, Vertreibung. Ihre multimedialen Installationen verknüpfen Geschichten, die mit Orten, Objekten oder Biografien verbunden sind, mit gesellschaftlichen Fragen. Sie erschafft dabei vielschichtige, sinnlich erfahrbare Räume.

Im Felix-Nussbaum-Haus entsteht im Rahmen der Reihe „Gegenwärtig. Zeitgenössische Kunst begegnet Felix Nussbaum“ eine Welt aus Klangskulpturen und Projektionen, die Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Gesellschaft auf besondere Weise verbindet. Meliáns Arbeiten regen dazu an, über Sichtbarkeit, Machtverhältnisse und Erinnerung nachzudenken – sie verzichten auf klare Botschaften und betonen stattdessen die Vielschichtigkeit und Komplexität ihrer Themen.

Für die Ausstellung entwickelt Michaela Melián eine Installation, die aus der Auseinandersetzung mit den Texten der französischen Philosophin und Schriftstellerin Hélène Cixous (1937 in Algerien geboren) entstanden ist. Cixous‘ Familie stammt aus Osnabrück und war mit Felix Nussbaum und seiner Familie bekannt. Eve Cixous – Hélènes Mutter – ist als Eva Klein in Osnabrück aufgewachsen. Ihre Mutter – Hélènes Großmutter – heißt Rosi Klein, geborene Jonas. Die Familie Jonas hatte ihr Geschäftshaus am Nicolaiort 2 in Osnabrück. Eve, ihre Schwester Eri und Rosi konnten in den 1930er Jahren aus Deutschland entkommen, im Gegensatz zu vielen weiteren Familienmitgliedern, die in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet wurden. Die familiären Erfahrungen der Flucht und des Exils sind prägend für das Schreiben der feministischen Denkerin Cixous. Inspiriert von diesen Texten, wie zuletzt veröffentlicht in „Osnabrück“ (2017/2018) und „Osnabrück Hauptbahnhof nach Jerusalem“ (2018) entsteht eine mehrstimmige Komposition, in der Frauenstimmen in verschiedenen Sprachen und Akzenten die Grenzen des Nationalen überschreiten.

Michaela Melián (* 1956, München) ist Künstlerin und Musikerin. Sie ist Mitgründerin der Band F.S.K. und war bis 2023 Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Hamburg. Ihre Arbeiten waren in den vergangenen Jahren unter anderem ausgestellt im Lenbachhaus München/Deutschland; in der Fundació Juan Miró Barcelona/Spanien; Kunsthal Rotterdam/Niederlande; Deichtorhallen Hamburg; Staatsgalerie Stuttgart/Deutschland; Kunsthalle Mannheim/Deutschland; Lentos Museum Linz/Österreich; Cubitt London/Vereinigtes Königreich; Ludlow New York; NY/USA und im The War and Women’s Human Rights Museum in Seoul/Südkorea. 2010 hat sie im Auftrag der Stadt München „Memory Loops“, ein akustisches Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, realisiert. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter den Hörspielpreis der Kriegsblinden (2006), den Kunstpreis der Stadt München (2010), den Grimme Online Award Spezial (2011), den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg (2018) und den Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bremen (2018).

29. Mai, 14 – 17 Uhr


Jüdisches Leben in Osnabrück heute: Die Osnabrücker Synagoge


Parallel zur Ausstellung „Van den Yoden“ über die Geschichte der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Osnabrück öffnet die heutige Jüdische Gemeinde der Stadt für Interessierte ihre Pforten. Sie gewährt Einblick in das gegenwärtige Leben jüdischer Menschen in Osnabrück wie in der Bundesrepublik. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Nachmittags steht die Synagoge.

Synagoge. In der Barlage 41-43. Der Eintritt ist frei. Anmeldung erfolgen unter der Telefonnummer 0541-4842-0 oder unter der E-Mail-Adresse info@jg-osnabrueck.de

6. Juni, 11 – 17 Uhr


Kreativwerkstatt KIDS: Zeichnen wie Felix Nussbaum


Felix Nussbaum hat nicht nur düstere und dunkle Bilder gemalt, sondern auch farbenfrohe Zeichnungen für Kinder geschaffen. Wir lassen und von PIT&PEGGS, von Nussbaums Tieren und Landschaften inspirieren und greifen selbst zum Stift und zur Wassermalfarbe. Die Bilder, die während des Workshops entstehen, können selbstverständlich mit nach Hause genommen. Es sind keine Vorerfahrungen oder besondere Fähigkeiten im Zeichnen und Malen notwendig.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Kosten: 3 Euro Materialkostenpauschale pro Kind. Eine verbindliche Anmeldung unter der E-Mail-Adresse mq4-vermittlung@osnabrueck.de ist erforderlich.

11. Juni, 18.30 Uhr


Buchvorstellung mit Sharon Dodua Otoo: „So, in etwa, ist es geschehen“


Die Autorin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo liest aus ihrem aktuellen Roman „So, in etwa, ist es geschehen“ und spricht über Erinnerung, Gewaltgeschichte und gesellschaftliche Verantwortung. Im Zentrum steht die Geschichte von Amata Haller, deren Familiengeschichte mit dem Untergang der „Cap Arcona“ verbunden ist – einer der größten Schiffskatastrophen des Zweiten Weltkriegs.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Geschichte(n) erzählen“ statt, die sich literarisch mit Erinnerungskultur und historischen Erfahrungen auseinandersetzt. Im Anschluss an die Lesung gibt es ein Publikumsgespräch. Die Reihe ist eine Kooperation des Museumsquartiers Osnabrück, des Literaturbüros Westniedersachsen und der Volkshochschule Osnabrück.. Eintritt: 9 Euro / ermäßigt 7 Euro.

Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, Telefon: 05413232237, E-Mail: museumsquartier@osnabrueck.de, Internet: http://www.museumsquartier-osnabrueck.de

„Charley Toorop & Pyke Koch | All or Nothing“

Charley Toorop (*1891 – +1955) und Pyke Koch (*1901 – +1991) gelten in den Niederlanden als zwei der wichtigsten figurativen Maler des 20. Jahrhunderts – vielleicht als die bedeutendsten. „Charley Toorop & Pyke Koch | All or Nothing“ ist die allererste Ausstellung, in der die Werke dieser beiden markanten Persönlichkeiten gemeinsam präsentiert werden. Ihre bedeutenden Werke zeigen sichtbare Parallelen, ihre Leben und Lieben kreuzen sich regelmäßig. Mit einer großen Retrospektive der besten Werke beider Künstler orchestriert Museum More erstmals künstlerische ‚Begegnungen‘ und überraschende Brücken zwischen Toorop und Koch.

Intim und verspielt

Charley Toorop und Pyke Koch waren Zeitgenossen, Freunde und Bewunderer der Werke des anderen, doch die Kunstgeschichte trennte sie lange nach stilistischen Gründen: die eine Expressionistin, der andere Neorealist oder magischer Realist. Nebeneinander platziert offenbaren sie jedoch ein reiches Netz künstlerischer Gemeinsamkeiten und faszinierender Interaktionen.

Ihre persönliche Bindung war intim, aber launisch – intensiv in drei verschiedenen Perioden, manchmal mit jahrelangen Pausen dazwischen. Es gab gegenseitige Bewunderung und Einfluss. Dies spiegelt sich scharf in Themen, Kompositionen und deren tiefgehender Behandlung klassischer Genres wie Porträt, Landschaft und Stillleben wider. Der Höhepunkt ihrer Freundschaft wird in Toorops monumentalem Schlüsselwerk „Meal of Friends“ (1932/33) verewigt, einem Gruppenporträt von Familien- und Künstlerfreunden, in dem Koch nahe an seinem ‚Selbstporträt‘ steht – eine Zigarette im Mund, die leuchtende Spitze ihr zugewandt. Vielleicht eine Anspielung auf eine einst platonische Beziehung zwischen den beiden Künstlern.

Alles oder nichts

Waren sie Freunde oder mehr? Dafür gibt es Hinweise. Koch und Toorop unterhielten viele Liebesaffären, waren aber auch völlig ihrem Beruf verpflichtet. Beide schienen auch etwas beweisen zu wollen, ihr Leben war geprägt von der Einstellung Alles-oder-Nichts. Sie hatten keine formale Kunstausbildung und entwickelten eine eigenwillige visuelle Sprache. Während Toorop mit festen Pinselstriche und scheinbar mit voller Geschwindigkeit arbeitete, war Koch ein langsam arbeitender Perfektionist, der aus Unzufriedenheit regelmäßig seine eigene Arbeit zerstörte.

Toorop war die inspirierende Kraft in ihrer frühen künstlerischen Beziehung. Kochs erste Gemälde verrieten ihren Einfluss: die frontale Darstellung des menschlichen Gesichts, die durchdringenden Augen, der feste Blick auf den Betrachter. Wo sie dieses Konzept als Ausdrucksmittel entwickelt hatte, verfeinerte er es mit technischer Präzision und einer erzählerischen, manchmal ironischen Spannung, die ganz ihm selbst entsprach.

Beide waren vom Selbstporträt als Genre fasziniert, obwohl ihre Herangehensweisen unterschiedlich waren. Toorop malte sich mindestens siebzehnmal mit unerbittlicher Ehrlichkeit. Koch malte nur drei Selbstporträts, und ihr Selbstporträt mit schwarzer Leinwand (1937) wurde nach dem Krieg zu einem kontroversen politischen Emblem.

Akrobaten und Attraktionen

Als Porträtmaler waren sie beide hervorragend. Toorop stellte ihr Umfeld – Kinder, Freunde, Förderer, psychiatrische Patienten – mit einer Direktheit dar, die für ihre Zeitgenossen manchmal zu weit ging; Koch strebte ebenfalls nach einem zeitlosen idealen Typ. Ihre Stimmen hallten gleichermaßen in Stillleben, Landschaften und Stadtansichten wider: Toorop in der Konfrontation mit der nackten Realität, Koch in der konstruierten Inszenierung, durchdrungen von Symbolik.

Thematisch bewegten sie sich durch verwandte Welten. Der Jahrmarkt und der Zirkus boten beiden einen künstlerischen Rahmen für das menschliche Dasein: Toorop in farbenfrohen, manchmal wirbelnden Menschenmengen; Koch legt sein Augenmerk auf eine hypnotische Figur – die Frau in der Schießbude, die Kontorsionistin – als Personifikation von Faszination und Gefahr. Seine Vorstellung von Frauen war jedoch grundlegend anders: Toorop sah sie als soziale Wesen, eingebettet in eine harte Realität, mit Blick auf die Tragödie ihrer Existenz. Koch betrachtete die Frau eher als psychologisches Rätsel, aufgeladen mit Erotik und Mystik.

Abschied

Am Ende ihres Lebens schufen sie Werke, die als Testamente gelesen werden können. Toorop malte sich selbst als Abschiedsgeste, die Offenheit zeigt: der Blick über die Schulter, der Vorhang hinter ihr halb geschlossen. Koch verbarg seinen Abschied hinter einer Allegorie: ein Seiltänzer mit einem schwarzen Tuch über dem Kopf, der seine Nummer noch einmal auf dem Drahtseil aufführte.

Seite an Seite zeigen Toorop und Koch, was die kunsthistorischen Etiketten verbergen: zwei einzigartige Künstler, die viel enger miteinander verwandt sind, als erwartet. Gerade in dieser Spannung zwischen Ähnlichkeit und Individualität liegt der Reichtum ihrer ‚parallelen Welten‘.

Gastkuratoren sind Carel Blotkamp und Mieke Rijnders. Das begleitende Ausstellungsbuch mit Essays von ihnen wurde von Waanders veröffentlicht. Dieses wunderschöne Kunstbuch wird ebenfalls ab dem 20. Juni in unserem Museumsladen und online in unserem Webshop erhältlich sein.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl

Maeve van Klaveren im Museum More

Kann man gleichzeitig anwesend und abwesend sein? Das geschieht in der Welt von Maeve van Klaveren (Amsterdam, *1977). Die Figuren in ihrem Werk sind nicht vorhanden – zumindest nicht wirklich. Manchmal buchstäblich, weil sie nicht dargestellt, sondern nur als Leere oder Spur vorhanden sind. Manchmal, weil sie so tief in Gedanken versunken sind, dass sie scheinbar woanders sind. Sie sind ruhig, geben Raum. Und genau dieser Raum lädt den Betrachter ein, sich darin zu erkennen – oder etwas völlig anderes darin zu sehen.

Diese Einzelpräsentation, bestehend aus einer Auswahl von 11 Werken, ist noch bis 25. Oktober im Museum MORE in Gorssel zu sehen.

Die Welt in der Nähe

Neben menschlichen Figuren stellt Van Klaveren auch gerne Gegenstände dar, die ihr nahe liegen: einen Blumenstrauß, eine Hauskatze, einen Esstisch. Ihre Arbeit strahlt eine heimelige Atmosphäre aus, ein Frühlingsgefühl – helle Töne, sanfte Farben. Vertraut und einladend. Gleichzeitig gibt es Stimmungen und Emotionen, die man erkennt, ohne sie genau benennen zu können.

Eigene visuelle Sprache

Was ihre Arbeit sofort erkennbar macht, ist nicht nur das Motiv, sondern auch die Art des Zeichnens. Eine naturalistische Darstellung ist kein Selbstzweck: Köpfe können vergrößert sein, aber ausdrucksstark und groß wirken. Sie sucht nach einer etwas anderen Darstellungsweise, bei der Wiedererkennung und ihre eigene visuelle Sprache Hand in Hand gehen. Wenn man das Werk sieht, weiß man sofort: Das ist Maeve van Klaveren.

Von der Mode zum Museum

Diese Individualität zeigt sich auch in ihrem Materialgebrauch. Van Klaveren kombiniert Zeichenmaterialien – Kohle, Buntstift, Pastell- und Aquarellfarbe – und verarbeitet sie austauschbar auf Papier, was ihm eine samtige, fast kuschelige Textur verleiht. Ihr Hintergrund zeigt sich darin: Sie studierte am Amsterdam Fashion Institute und arbeitete im Atelier einer Textilkünstlerin, bevor sie vor etwa zwölf Jahren den Schritt zur autonomen Kunst machte. Ihre Erfahrung als Innenarchitektin – das Dekorieren und Aufhellen von Innenräumen – spiegelt sich auch in den inneren Welten wider, die sie darstellt.

Über Maeve van Klaveren

Van Klaveren wird durch die Moving Gallery (Utrecht) und die Kristin Hjellegjerde Gallery (London, Berlin, West Palm Beach) vertreten. Sie hat international ausgestellt und ihre Arbeiten befinden sich in Privatsammlungen weltweit sowie in öffentlichen Sammlungen, darunter DELA und UMC Utrecht. Nach Einzelausstellungen in der Moving Gallery und der Kristin Hjellegjerde Gallery in Berlin (2024) und London (2025) ist das Museum MORE 2026 der Ort für ihre erste Museums-Einzelpräsentation sein. Drei ihrer Kunstwerke wurden zuvor in den Ausstellungen „Reality Check“ im Museum More in Gorssel und „Cute & Catty“ im Schloss Ruurlo gezeigt, beide im Jahr 2025.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl