Ausstellung und Programm im Museumsquartier Osnabrück
Eine Ausstellung der Künstlerin und Musikerin Michaela Melián wird am 4. Juni um 18 Uhr im Felix-Nussbaum-Haus eröffnet.
Die Künstlerin und Musikerin Michaela Melián richtet den Blick auf Themen wie Emigration, Flucht, Vertreibung. Ihre multimedialen Installationen verknüpfen Geschichten, die mit Orten, Objekten oder Biografien verbunden sind, mit gesellschaftlichen Fragen. Sie erschafft dabei vielschichtige, sinnlich erfahrbare Räume.
Im Felix-Nussbaum-Haus entsteht im Rahmen der Reihe „Gegenwärtig. Zeitgenössische Kunst begegnet Felix Nussbaum“ eine Welt aus Klangskulpturen und Projektionen, die Vergangenheit und Gegenwart, Kunst und Gesellschaft auf besondere Weise verbindet. Meliáns Arbeiten regen dazu an, über Sichtbarkeit, Machtverhältnisse und Erinnerung nachzudenken – sie verzichten auf klare Botschaften und betonen stattdessen die Vielschichtigkeit und Komplexität ihrer Themen.
Für die Ausstellung entwickelt Michaela Melián eine Installation, die aus der Auseinandersetzung mit den Texten der französischen Philosophin und Schriftstellerin Hélène Cixous (1937 in Algerien geboren) entstanden ist. Cixous‘ Familie stammt aus Osnabrück und war mit Felix Nussbaum und seiner Familie bekannt. Eve Cixous – Hélènes Mutter – ist als Eva Klein in Osnabrück aufgewachsen. Ihre Mutter – Hélènes Großmutter – heißt Rosi Klein, geborene Jonas. Die Familie Jonas hatte ihr Geschäftshaus am Nicolaiort 2 in Osnabrück. Eve, ihre Schwester Eri und Rosi konnten in den 1930er Jahren aus Deutschland entkommen, im Gegensatz zu vielen weiteren Familienmitgliedern, die in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern ermordet wurden. Die familiären Erfahrungen der Flucht und des Exils sind prägend für das Schreiben der feministischen Denkerin Cixous. Inspiriert von diesen Texten, wie zuletzt veröffentlicht in „Osnabrück“ (2017/2018) und „Osnabrück Hauptbahnhof nach Jerusalem“ (2018) entsteht eine mehrstimmige Komposition, in der Frauenstimmen in verschiedenen Sprachen und Akzenten die Grenzen des Nationalen überschreiten.
Michaela Melián (* 1956, München) ist Künstlerin und Musikerin. Sie ist Mitgründerin der Band F.S.K. und war bis 2023 Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) in Hamburg. Ihre Arbeiten waren in den vergangenen Jahren unter anderem ausgestellt im Lenbachhaus München/Deutschland; in der Fundació Juan Miró Barcelona/Spanien; Kunsthal Rotterdam/Niederlande; Deichtorhallen Hamburg; Staatsgalerie Stuttgart/Deutschland; Kunsthalle Mannheim/Deutschland; Lentos Museum Linz/Österreich; Cubitt London/Vereinigtes Königreich; Ludlow New York; NY/USA und im The War and Women’s Human Rights Museum in Seoul/Südkorea. 2010 hat sie im Auftrag der Stadt München „Memory Loops“, ein akustisches Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, realisiert. Für ihre Arbeiten wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter den Hörspielpreis der Kriegsblinden (2006), den Kunstpreis der Stadt München (2010), den Grimme Online Award Spezial (2011), den Edwin-Scharff-Preis der Stadt Hamburg (2018) und den Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Bremen (2018).
29. Mai, 14 – 17 Uhr
Jüdisches Leben in Osnabrück heute: Die Osnabrücker Synagoge
Parallel zur Ausstellung „Van den Yoden“ über die Geschichte der jüdischen Gemeinde im mittelalterlichen Osnabrück öffnet die heutige Jüdische Gemeinde der Stadt für Interessierte ihre Pforten. Sie gewährt Einblick in das gegenwärtige Leben jüdischer Menschen in Osnabrück wie in der Bundesrepublik. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Nachmittags steht die Synagoge.
Synagoge. In der Barlage 41-43. Der Eintritt ist frei. Anmeldung erfolgen unter der Telefonnummer 0541-4842-0 oder unter der E-Mail-Adresse info@jg-osnabrueck.de
6. Juni, 11 – 17 Uhr
Kreativwerkstatt KIDS: Zeichnen wie Felix Nussbaum
Felix Nussbaum hat nicht nur düstere und dunkle Bilder gemalt, sondern auch farbenfrohe Zeichnungen für Kinder geschaffen. Wir lassen und von PIT&PEGGS, von Nussbaums Tieren und Landschaften inspirieren und greifen selbst zum Stift und zur Wassermalfarbe. Die Bilder, die während des Workshops entstehen, können selbstverständlich mit nach Hause genommen. Es sind keine Vorerfahrungen oder besondere Fähigkeiten im Zeichnen und Malen notwendig.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Kosten: 3 Euro Materialkostenpauschale pro Kind. Eine verbindliche Anmeldung unter der E-Mail-Adresse mq4-vermittlung@osnabrueck.de ist erforderlich.
11. Juni, 18.30 Uhr
Buchvorstellung mit Sharon Dodua Otoo: „So, in etwa, ist es geschehen“
Die Autorin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo liest aus ihrem aktuellen Roman „So, in etwa, ist es geschehen“ und spricht über Erinnerung, Gewaltgeschichte und gesellschaftliche Verantwortung. Im Zentrum steht die Geschichte von Amata Haller, deren Familiengeschichte mit dem Untergang der „Cap Arcona“ verbunden ist – einer der größten Schiffskatastrophen des Zweiten Weltkriegs.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Geschichte(n) erzählen“ statt, die sich literarisch mit Erinnerungskultur und historischen Erfahrungen auseinandersetzt. Im Anschluss an die Lesung gibt es ein Publikumsgespräch. Die Reihe ist eine Kooperation des Museumsquartiers Osnabrück, des Literaturbüros Westniedersachsen und der Volkshochschule Osnabrück.. Eintritt: 9 Euro / ermäßigt 7 Euro.
Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, Telefon: 05413232237, E-Mail: museumsquartier@osnabrueck.de, Internet: http://www.museumsquartier-osnabrueck.de