Ausstellungen, Führungen und Besuche

Programm des Deutschen Historischen Museums

Das Deutschen Historischen Museum weist im vierten Quartal auf die Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft. Koloniale und nationalsozialistische Gewalt” hin, die im Oktober eröffnet wird, ebenso auf die beiden anderen Ausstellungen, die das DHM aktuell zeigt. Wie immer werden auch Ausstellungen außerhalb des DHM besucht: die Lovis Corinth-Ausstellung, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und in der Reihe „Kiezmuseen” diesmal das Mitte Museum.

Kalender

Sonntag, 11. Oktober, um 11 Uhr

Gedenkstätte Deutscher Widerstand – Führung durch die Dauerausstellung: Am historischen Ort des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 widmet sich die Gedenkstätte dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus in seiner gesamten sozialen Breite und weltanschaulichen Vielfalt.

Mittwoch, 21. Oktober, um 16 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Donnerstag, 22. Oktober, um 16.45 Uhr

Rückwärts durch „Objekte. Geschichte. Geschichten.”: Da die Zeit bei der Führung nie reicht, um alles zu sehen, bietet das Deutsche Historische Museum wieder eine Führung für Fortgeschrittene an. Mit Giorgio Del Vecchio wird am Ende der Ausstellung begonnen.

Sonntag, 25. Oktober, um 10.15 Uhr

Überblicksführung „Objekte. Geschichte. Geschichten.”: Bei dieser Führung startet das deutsche Historische Museum am Anfang der Ausstellung. Dieser Rundgang ist genau richtig für alle, die „Objekte. Geschichte. Geschichten“ noch nicht gesehen oder auf eigene Faust erkundet haben. Die Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, mehr zur Geschichte hinter den Objekten zu erfahren.

Sonntag, 25. Oktober, um 11.30 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Dienstag, 27. Oktober, um 18 – 19.30 Uhr

Fast zum Anfassen! Zwei „unserer” Objekte aus nächster Nähe zu erleben: Thomas Jander, Sammlungsleiter Dokumente, und Matthias Miller, Leiter Bibliothek / Sammlungsleiter Handschriften – Alte und wertvolle Drucke, holen zwei Objekte, die das DHM dank der Unterstützung des Museumsvereins ankaufen konnte, für uns aus dem Depot: das Pilsener Revers und das Welser Stammbuch. Leider nur für Mitglieder! Begrenzte Plätze. Das DHM lost die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 12. Oktober aus.

Montag, 16. November, um 16.45 Uhr

„Sammeln für Deutschland“? Das Museum unter vier Staatsformen: Diese Themenführung durch die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichten“ bietet einen Einblick in den Wandel der Sammlungs- und Ausstellungspraxis im Laufe der deutschen Geschichte unter verschiedenen Staatsformen.

Sonntag, 22. November, um 16.15 Uhr/Zusatztermin Mittwoch, 13. Januar 2027, um 15 Uhr

Mit Britta Bode zu „Lovis Corinth. Dann kam Berlin!”: Lovis Corinths Bedeutung für die Moderne ist kaum zu überschätzen. Bereits zu Lebzeiten zählte der virtuose Maler (1858–1925) zu den bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Berliner Kunstszene.

Sonntag, 29. November, um 10.15 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Sonntag, 29. November, um 11.30 Uhr

Führung durch die neue Ausstellung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Freitag, 4. Dezember, um 15 Uhr

Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Drei Ausstellungen in einer Führung: Zu der zweistündigen Führung hat das Konrad-Adenauer-Forum Berlin anlässlich der neuen Ausstellung „Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Außergewöhnliche Begegnungen zwischen Kunst und Politik“ im Deutschen Bundestag eingeladen. Der Rundgang beginnt mit Adenauer, führt anschließend zum Forum Willy Brandt Berlin und endet bei den Kanzlerbildern im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Sonntag, 13. Dezember, um 10.15 Uhr

Überblicksführung durch „Natur und deutsche Geschichte”: Die Ausstellung „Natur und deutsche Geschichte“ wurde bis zum 17. Januar 2027 verlängert. Deshalb kann das DHM noch einmal eine Führung durch diese facettenreiche Ausstellung anbieten.

Sonntag, 13. Dezember, um 11.30 Uhr

Überblicksführung „Umstrittene Verwandtschaft”: Der Rundgang thematisiert die Debatten um Parallelen und Unterschiede zwischen kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt. Im Fokus stehen dabei Aspekte, die für das Verständnis beider Herrschaftsformen grundlegend sind.

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Telefon: +49 30 814535510, E-Mail: kontakt@dhm-museumsverein.de

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen

Der visionäre Weltbestseller aus dem Jahr 1936 neu übersetzt

In einer Bucht vor Sumatra entdeckt Kapitän Jan van Toch eine ungewöhnlich intelligente und lernfähige Spezies von Riesenmolchen. Er richtet sie darauf ab, Perlen zu fischen, und baut schnell ein florierendes und expandierendes Geschäft auf. Nach seinem Tod verkaufen seine Geschäftspartner die sich schnell vermehrenden Molche als billige Unterwasser-Arbeitskräfte in die ganze Welt. Mittlerweile haben sie schon zu sprechen und den aufrechten Gang gelernt – und wurden sogar für gefährliche Kriegseinsätze trainiert und mit Waffen ausgestattet. Plötzlich wendet sich das Blatt, und die Molche lehnen sich gegen die Menschen auf: ein unbarmherziger Krieg beginnt. Mit seinem beißenden Witz und Erfindungsreichtum sowie seiner großen stilistischen Bandbreite lässt sich Karel Čapeks überraschend aktueller Klassiker von 1936 in Doris Koubas verspielter Neuübersetzung als eindringliche Warnung nicht zuletzt vor blindwütigem Fortschrittsglauben, kapitalistischer Ausbeutung und aufziehendem Faschismus lesen.

»Lange hat mich keine Erzählung mehr so gefesselt und gepackt. Ihr satirischer Blick für die abgründige Narrheit Europas hat etwas absonderlich Großartiges.«
Thomas Mann über »Der Krieg mit den Molchen«

Leseprobe

1. Der merkwürdige Kapitän van Toch

Sollten Sie einmal auf einer Landkarte die kleine Insel Tana Masa suchen, finden Sie selbige direkt auf dem Äquator, etwas westlich von Sumatra; aber wenn Sie an Bord der Kandong Bandoeng Kapitän van Toch fragen, bei welcher Insel er hier gerade vor Anker geht, wird er ein Weilchen schimpfen und dann sagen, Tana Masa sei das dreckigste Nest der gesamten Sunda-Inseln, genauso verflucht wie Pini oder Banyak und noch übler als Tana Bala; und der einzige hier lebende – mit Verlaub: Mensch, denn die lausigen Batak zählten nicht mit – sei ein ständig besoffener Handelsagent, Mischling, halb Kubu, halb Portugiese, und gottloserer Betrüger und schlimmeres Schwein als Kubu und Weißer zusammen; »und wenn auf dieser Welt irgendetwas verflucht ist, mein Herr, dann das verfluchte Leben auf der verfluchten Insel Tana Masa«. Worauf Sie vielleicht fragen werden, warum er dann ausgerechnet hier seinen verfluchten Anker wirft für, scheint’s, ganze drei verfluchte Tage; darauf wird der Kapitän verärgert schnauben und raunzen, seine Kandong Bandoeng steuere er nicht nur wegen irgendeiner verfluchten Kopra oder wegen Palmöl her, das verstehe sich von selbst, »und im Übrigen, mein Herr, geht Sie das gar nichts an – ich kümmere mich hier um meine verfluchten Befehle, und Sie, mein Herr, kümmern sich bitte um Ihren eigenen Kram«. Und dann wird Kapitän van Toch lang und breit losschimpfen, wie sich das für einen älteren, aber noch durchaus rüstigen Kapitän auf großer Fahrt gehört.

Sobald Sie Kapitän van Toch jedoch Ihre vorlaute Fragerei ersparen und ihn einfach weiterraunzen und schimpfen lassen, erfahren Sie mehr. Man sieht ihm an, dass er etwas auf dem Herzen hat; sobald Sie ihn lassen, kommt ihm die Galle hoch. »Sehen Sie, mein Herr«, beschwert er sich, »diese Kerls bei uns in Amsterdam, diese verfluchten Juden da oben, entscheiden: Perlen, Mensch – das ist es! Auf zur Jagd nach Perlen, weil Perlen, da sind jetzt alle ganz verrückt nach!« Und dann spuckt der Kapitän verächtlich aus. »Das weiß man doch, von wegen Pinkepinke in Perlen anlegen. Das kommt davon, dass ihr Menschen immer irgendetwas wollt, irgendeinen Krieg anzetteln oder so. Angst ums Geld, das ist alles. Und das, mein Herr, nennt man dann Krise.« Kapitän van Toch überlegt, ob er sich einlassen soll auf ein Gespräch über Volkswirtschaft, denn die ist ja nun in aller Munde. Doch dafür ist es hier vor Tana Masa zu heiß und der Kapitän zu träge, so dass er lediglich abwinkt und brummt: »Perlen, das sagt sich so leicht, mein Herr – auf Ceylon ist der Bestand auf fünf Jahre im Voraus geplündert, und auf Formosa ist das Perlenfischen schlicht verboten. Und dann heißt es: ›Kapitän van Toch, auf zu neuen Jagdgründen! Versuchen Sie’s doch mal bei diesen verfluchten Inselchen, vielleicht finden Sie dort noch ganze Perlmuschelbänke …‹ «

Biografisches zu Karel Čapek

Karel Čapek, (* 9. Januar 1890 in Malé Svatoňovice, Österreich-Ungarn; † 25. Dezember 1938 in Prag, Tschechoslowakei) war ein tschechischer Schriftsteller, Übersetzer, Journalist und Fotograf. Er gilt als einer der wichtigsten Autoren der tschechischen Literatur des 20. Jahrhunderts und ist für seine Science Fiction bekannt, darunter der Roman Der Krieg mit den Molchen und Schauspiel R.U.R., auf welches das internationale Wort „Roboter“ zurückgeht. Neben Prosawerken und Dramen verfasste Čapek auch zahlreiche Feuilletons, Kinderbücher und Reiseberichte.

Karel Čapek war der Sohn des Landarztes Antonín Čapek und der Božena Čapková, geborene Novotná. Er wuchs mit seinen älteren Geschwistern Helena und Josef in der ostböhmischen Kleinstadt Úpice auf. Die Geschwister verbrachten die Ferien regelmäßig im nahegelegenen Hronov, wo die Großeltern eine Mühle besaßen. Nach der Grundschule in Úpice besuchte Čapek ab 1901 das Gymnasium in Königgrätz, das er 1905 aufgrund der Gründung eines geheimen antiösterreichischen Schülervereins vorzeitig verlassen musste. Er wechselte nach Brünn, wo seine Schwester mit ihrem Ehemann, dem Rechtsanwalt František Koželuha, lebte. 1907 übersiedelte er gemeinsam mit seinen Eltern an die Prager Kleinseite. In Prag traten er und sein Bruder Josef stets als Einheit auf (Gebrüder Čapek). Sie kleideten sich als exzentrische Dandys und publizierten gemeinsam verfasste Geschichten und journalistische Beiträge. Karel absolvierte 1909 die Matura am Akademischen Gymnasium.

Von 1909 bis 1915 studierte er an der Philosophischen Fakultät der Prager Karls-Universität, dazwischen auch an der Berliner Universität und zusammen mit seinem Bruder an der Sorbonne. Rasch wurden die beiden Brüder Teil des vibrierenden kulturellen Lebens von Paris. Ab seinem 21. Lebensjahr litt Karel Čapek an der Bechterewschen Krankheit, weshalb ihn zeitlebens chronische Schmerzen plagten.[4] Wegen seiner Krankheit wurde er im Ersten Weltkrieg nicht eingezogen.

Am 29. November 1915 promovierte Čapek mit einer Arbeit über Ästhetik zum Doktor der Dr. phil. Er war kurzfristig 1916/1917 als Erzieher beim Grafen Prokop Lažanský auf Schloss Chyše und als Bibliothekar des Museums des Königreichs Böhmen tätig. Ab 1917 wirkte Čapek als Journalist bei den Národní listy. Da ihn die nationalistischen Tendenzen der Zeitung nach Kriegsende störten wechselte er 1920 als Redakteur zu den Lidové noviny. Čapeks Übersetzungen moderner französischer Poesie wurde von der dichterischen Avantgarde um Vítězslav Nezval begeistert aufgenommen. Daneben war er von 1921 bis 1923 Dramaturg und Regisseur am Prager Theater in den Weinbergen.

Čapek gilt als der Hauptinitiator des Stammtisches Pátečníci, der Freitagsrunde, die sich ab 1925 meist in seiner Wohnung traf und der neben den Gebrüdern Čapek und weiteren Intellektuellen auch der tschechoslowakische Präsident Tomáš Garrigue Masaryk angehörte. Von 1925 bis 1933 gehörte Karel Čapek dem tschechoslowakischen PEN-Klub an. 1923 bereiste er Italien, 1924 England, 1929 Spanien, 1931 Holland, 1936 Dänemark, Schweden und Norwegen.

Čapek heiratete am 26. August 1935 nach 14 Jahren Bekanntschaft die Schauspielerin und Schriftstellerin Olga Scheinpflugová (1902–1968), eine Tochter des Journalisten Karel Scheinpflug. Von einer Hochzeit war ihm aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands jahrelang abgeraten worden. Als Hochzeitsgeschenk erhielten die Eheleute vom Generaldirektor der Dobříšer Hüttenwerke Václav Palivec eine Villa am Teich Strž bei Stará Huť zur lebenslangen Nutzung. Die Villa wurde zu Čapeks letztem Hauptwohnsitz. Bei der Beseitigung von Hochwasserschäden am Strž zog sich Čapek eine Lungenentzündung zu, an der er verstarb. Am 29. Dezember 1938 wurde er auf dem Vyšehrader Friedhof beigesetzt.

Werk

Karel Čapek widmete sich einem breiten Arbeitsfeld: Realismus, Drama und Utopische Literatur. Sein Werk gilt als meisterhaftes Beispiel der tschechischen Sprache. Inhaltlich finden sich eine klare Beobachtungsgabe der Gesellschaft sowie häufig ein satirischer, treffsicherer Humor. International ist Karel Čapek für seine Werke bekannt, die der Science-Fiction zugerechnet werden. Er steht darin Schriftstellern wie Aldous Huxley und George Orwell nahe.

Viele von Karel Čapeks Werken behandeln ethische Aspekte neuer Entwicklungen, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts absehbar waren. Beispiele sind die industrielle Massenproduktion, Massenvernichtungswaffen oder die Begegnung mit anderen Intelligenzen (Roboter in R.U.R., Amphibien in Der Krieg mit den Molchen). Der Roman Das Absolutum oder die Gottesfabrik zeichnet ein pessimistisches Bild vom Umgang der Menschen mit ungeahnten Möglichkeiten. Bei der Atomspaltung wird nebenbei das „Absolutum“ freigesetzt, die Essenz des Göttlichen. Seine Verfügbarkeit gibt der Menschheit theoretisch Zugang zu Utopia, doch Machtdenken und Selbstsucht führen zu Sektierertum und Missionsbewegungen sowie schließlich zu einem sinnlosen, weltweiten Krieg. Noch düsterer ist „Krakatit“ (1924) mit seinem besessenen, an Dostojewski gemahnenden Helden, der das Zerstörungspotential der Atomkraft entfesselt.

Daneben verfasste Karel Čapek Detektivgeschichten, Romane, Märchen und Schauspiele; auch ein Buch zum Gartenbau stammt aus seiner Feder. Ein immer wiederkehrendes Thema ist die Frage „Was ist Wissen“, die insbesondere in „Das Absolutum oder Die Gottesfabrik“ und in der Romantrilogie bestehend aus „Hordubal“, „Ein Meteor“ und „Ein gewöhnliches Leben“ beleuchtet wird. Čapek war insgesamt sieben Mal für den Nobelpreis für Literatur nominiert, erhielt ihn aber nie.

Philosophische und gesellschaftspolitische Positionen

In seiner Studienzeit wurde Čapek von der amerikanischen Philosophie des Pragmatismus beeinflusst, der ihn mit seinem Fokus auf die praktischen Wirkungen des Handelns überzeugte. In seinen Werken warnt Čapek vor kommenden Katastrophen. Zudem sieht er die Macht der Diktaturen voraus, prangert die Übermacht von Industriekonzernen an und mahnt ganz allgemein einen Platz für den Einzelnen an. Ray Bradbury, Salman Rushdie und Brian Aldiss sowie Dan Simmons können zu den literarischen Erben Karel Čapeks gezählt werden.

Seine produktivste Schaffensperiode lag in der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik (1918–1938). Mit Präsident Masaryk verband ihn eine enge Freundschaft. Diese Beziehung zwischen Schriftsteller und Politiker hat später Václav Havel inspiriert. In den 1930-er Jahren setzte Karel Čapek sein literarisches Talent zunehmend dafür ein, um vor der Bedrohung durch Nationalsozialismus und Faschismus zu warnen. Im Drama Die weiße Krankheit zeigt er die Gefahr aufziehender totalitärer Regimes und ihrer Kriegsabsichten auf. Der „Marschall“, Hitler gemeint, wird dort zitiert: „So eine kleine Nation hat gar kein Recht auf Leben“.

Der Gestapo galt Čapek (nach dem Präsidenten Masaryk) als „Staatsfeind Nummer 2“. Die Zerschlagung der Tschechoslowakei musste er nicht mehr miterleben. Sein Bruder Josef wurde bereits 1939 als einer der Ersten verhaftet. Er durchlitt die KZs in Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen, bis er schließlich Anfang April 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Fleckfieber starb.

Nachwirkung

Im Drama „R.U.R.“ taucht erstmals der Begriff Roboter (robot) auf, der heute in zahlreichen Sprachen Verwendung findet. Das Wort wurde von Josef Čapek geprägt, der es aus dem westslawischen robota (Fronarbeit bzw. ursprünglich Arbeit allgemein) ableitete.

Nach dem Februarumsturz 1948 tat sich das kommunistische Regime der Tschechoslowakei schwer, Karel Čapek anzuerkennen, da er nie von der Überlegenheit einer Diktatur des Proletariats gegenüber anderen Gesellschaftsformen überzeugt gewesen war. Zudem war er eine Symbolfigur der „bourgeoisen“ Ersten Republik. Trotzdem stellte das Regime den weltweit bekannten Erfolgsautor und Antifaschisten nicht ganz ins Abseits. Ab 1954 erschienen Čapeks Werke stark zensiert in mehreren Auflagen in der Tschechoslowakei, übersetzt auch im Aufbau-Verlag in der DDR sowie in anderen Ländern des Ostblocks. Ideologisch nicht konforme Werke wurden dabei außen vor gelassen.

Der Asteroid (1931) Čapek trägt seinen Namen. In seinem letzten Wohnsitz bei Stará Huť befindet sich seit 1963 eine Gedenkstätte, in seinem Geburtsort Malé Svatoňovice im Okres Trutnov ein Museum. Seit 1994 wird der Karel-Čapek-Preis vergeben. (Quelle: Wikipedia)

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen, Verlag: S. FISCHER, übersetzt von: Doris Kouba, ISBN: 978-3-10-397652-6

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Museum im Rampenlicht: Museum der Frauen – Von Carmen Tinebra

Museen berühren das Alltagsleben. Deshalb heben die Herausgeber der Museumtijdschrift regelmäßig ein Museum zu einem Thema hervor, das aktuelle Ereignisse berührt. Der 18. September war der Internationale Tag der gleichen Bezahlung, ein Tag, der auf die Geschlechter-Lohnlücke aufmerksam macht. Das Museum der Frauen in Echt konzentriert sich auf die Geschichte und Position der Frauen. Direktorin Bep Geurts hofft, dass auch die Besucher die Gegenwart betrachten: „Ich möchte jeden Besucher zum Nachdenken zwingen.“

Etwa dreißig Zementstatuen marschieren zwischen den roten Wänden des Museums der Frau in Echt, Limburg. Alle Augen sind geradeaus gerichtet. Die schwerfälligen Bilder erinnern an die Läufer eines Schachbrettes. Mit Women’s March (2025) lenkt Afke van Halen (1958) die Aufmerksamkeit auf den Kampf gegen Benachteiligung, Gewalt und Ungleichheit, denen Frauen weltweit ausgesetzt sind.

Die massiven Figuren unterscheiden sich jeweils leicht, basieren aber alle auf demselben Archetyp und bilden somit eine einheitliche Gruppe. Sie zeigen die Kraft des Zusammenhalts – eine Kraft, die, wie sich etwas später herausstellt, immer noch dringend benötigt wird: Dutzende von Texten hängen an einem Garderobenhalter, die erzählen, wie Frauen in der Geschichte aus Medien, Sport, Politik, Wissenschaft und Kultur abgeschrieben wurden.

Drag Queens

Das stattliche Gebäude der ehemaligen Jungenschule, das später als Rathaus und heute als Museum diente, hat drei Stockwerke. Neben einer Dauerausstellung gibt es zwei wechselnde Ausstellungen, die alle paar Monate neuen Platz machen. Das Museum widmet sich vollständig der Geschichte, Position und dem Kampf der Frauen. Männer dürfen dort ausstellen, aber nur, wenn ihre Arbeit Frauen behandelt. Und Toiletten gibt es für Männer, aber die Zeitleiste im Flur ist ausschließlich weiblichen Pionierinnen gewidmet.

Im Erdgeschoss befindet sich das Wunderkabinett mit besonderen Objekten aus der Sammlung und der Geschichte der Gemeinde Echt-Susteren. In Vitrinen gibt es wunderschönen Schmuck aus bunten Perlen und Knöpfen der Limburger Künstlerin Monique Brassé (1959–2019), aber es gibt auch Objekte, die weniger mit dem Thema Frauen zu tun haben, wie kirchliche Schätze und Spielzeuge. Das Museum begann vor Jahren mit einer kleinen Sammlung alter Gegenstände aus der Region, erlebte jedoch nach dem letzten Corona-Lockdown im Jahr 2022 eine Wiederbelebung. Seitdem wechseln sich Themen- und Kunstausstellungen ab, stets unter dem Motto „Sie macht den Unterschied“.

Regisseur Bep Geurts würde es bevorzugen, noch mehr „Unterschiede“ zu sehen. Denn obwohl das Museum einen Ort bietet, um die Sichtbarkeit von Frauen zu erhöhen, erweist sich der Standort im Zentrum von Limburg manchmal als Hindernis. Zum Beispiel war schon vor einiger Zeit eine Ausstellung über Drag Queens geplant, aber es wurde intern entschieden, dass das Umfeld dafür noch nicht reif sei. Das Museum konzentriert sich auch auf Schulen, aber es gibt noch keinen Sturm unter der Jugend.

Kindesmissbrauch

Eine aktuelle Ausstellung war ‚Steekhoudend‘, in der bestickte Textilien, Nähbesteck und Aktivistenkleidung die Rolle zeigten, die das Handwerk im Laufe der Jahre im Leben von Frauen gespielt hat. Die Kinderkleider von Mia Meijers (1954), geschmückt mit Texten aus Geburtsanzeigen und eindringlichen Botschaften über Kindesmissbrauch, blieben nicht unberührt.

In der temporären Ausstellung „Ihre Kraft – Von der Venus zur Eroberin“ schmücken menschengroße Porträts von acht starken Frauen aus der Geschichte die Wände. Dasselbe gilt für diese Frauen: Männer haben sie im Laufe der Jahre als grausam und machthungrig dargestellt, während sie in Wirklichkeit oft kompetente Herrscher waren, die ihrer Zeit weit voraus waren. So sorgte Kleopatra während ihrer Herrschaft für eine Phase kulturellen Wohlstands, und Maria Theresia von Österreich führte ein umfassendes Reformprogramm zur Modernisierung ihres Reiches ein.

Dolly Parton

Unter den Porträts, Objekten und Zeitungsartikeln befinden sich auch kleine Bronzestatuetten besonderer Frauen, zum Beispiel aus der Wissenschaft oder aus dem Widerstand im Zweiten Weltkrieg. Sie ähneln kleinen Versionen der Statuen in öffentlichen Räumen, wo sich noch hauptsächlich Männer auf den Sockeln befinden.

Am Ende der Ausstellung werden Sie eingeladen, auf einem Pappthron Platz zu nehmen. Denn, wie Geurts betont: „Jede Frau ist eine Königin.“ Der Thron blickt auf eine Spiegelwand mit Zitaten berühmter Frauen wie der Nobelpreisträgerin Malala Yousafzai und Dolly Parton. Ein Podcast und ein Film heben die Position der Frauen heute hervor. Der Direktor hofft, dass die Besucher über die Ausstellung hinausblicken und aktuelle gesellschaftliche Themen wie die wachsende Manosphäre und Femizid betrachten. Schließlich wird das Museum von, für und von Frauen weiterhin benötigt: „Ich will jeden Besucher zum Nachdenken zwingen.“

Nähere Informationen: Frauenmuseum, Bahnsteig 1, Echt, Telefon: +31 475201002, E-Mail: info@museumvandevrouw.nl, Internet: www.museumvandevrouw.nl

‚Große Blockbuster bringen nicht automatisch Geld‘ – Interview mit Roos Gortzak

Mit Roos Gortzak (1973) an der Spitze möchte das Groninger-Museum zu dem abenteuerlichen Geist zurückkehren, in dem das heutige Gebäude 1994 entstand. Der neue Kurs: experimentell, interdisziplinär und kollektiv. Frans Haks und Alessandro Mendini sind wichtige Inspirationsquellen. Gleichzeitig möchte Gortzak weniger abhängig von Blockbustern werden und die Sammlung aus neuen Perspektiven betrachten.

Die erste große Ausstellung unter der neuen Richtlinie trägt den Titel „Der Architekt und die Hausfrau – Das Haus reinigen, die Zukunft bauen“. Das ist ein ziemlicher Zungenbrecher.
„Es ist sehr spezifisch, wo wir jetzt anfangen. Hier finden Sie ein fantastisches Gebäude, das von mehreren Architekten geschaffen wurde, und eine Sammlung, von der weniger als zwei Prozent von Frauen gefertigt wurden. Daher der Architekt und die Hausfrau. Wer kann der Architekt sein? Wer ist derjenige, der sich kümmert, putzt und instand hält? Das sind Fragen, die lebendig sind.“

Das Gebäude ist eindeutig postmodernistisch und die Wände sind erneut vielfältig. Was ist heute so attraktiv am Postmodernismus?
„Was ich interessant finde , ist die Polyphonie, die Idee, dass alles koexistieren kann. Nicht eine Kunstgeschichte mit großem K, sondern verschiedene Geschichten. Und auch die Hierarchie zwischen hoher und niedriger Kunst, zwischen Kunst und Leben, zu durchbrechen.“

‚Nicht eine Kunstgeschichte mit großem K, sondern verschiedene Geschichten‚

Zeitgenössische Kunst wird zu einer wichtigen Linse, durch die man die Sammlung betrachtet. Besteht nicht die Gefahr, dass zum Beispiel De Ploeg oder asiatische Keramik hauptsächlich als Illustrationsmaterial für aktuelle Themen dient?

„Ich möchte diese Gefahr vermeiden. Zum Beispiel haben wir eine Langzeitpräsentation von De Ploeg bis 2029. Innerhalb dessen wollen wir jedes Mal ein anderes Licht auf diese Sammlung werfen. Aber mit Respekt vor der Arbeit. Die Schichtung eines Kunstwerks muss intakt bleiben. Zeitgenössische Künstler können etwas aus der Sammlung hervorholen, das man selbst nicht mehr gesehen hat.“

Ausstellungen über Geschlecht, Identität oder Klima sind in der zeitgenössischen Kunst alltäglich. Haks programmierte unerwartete Dinge: Plattencover, Graffiti, Videoclips und ‚Business Art‘. Wie verhindert man, dass das Groninger-Museum einfach der Kunstwelt folgt?

„Für mich ist der Unterschied in diesem Gebäude und in dieser Sammlung sehr groß. 1994 war dieses Gebäude bereits polyphon und farbenfroh entworfen. Das wird danach nicht mehr angezogen. Wir wollen auch keine Ausstellung inhaltlich machen und dann etwas völlig anderes machen. Wir wollen länger auf der Grundlage mehrerer Fragen arbeiten, damit Ausstellungen miteinander in Resonanz kommen.“

Unter dem vorherigen Direktor Andreas Blühm präsentierte das Museum regelmäßig bedeutende öffentliche Ausstellungen. Du willst weniger abhängig davon werden. Ist das nicht riskant?
„Es ist nicht so, dass ich kein Publikum will. Ich möchte so viele Zuschauer wie möglich und auch ein möglichst vielfältiges Publikum. Aber Blockbuster sind unglaublich teuer. Versicherungspolicen werden immer höher, Museen bieten gegeneinander um Kredite, zusätzliches Personal wird benötigt. Die Vorstellung, dass eine Ausstellung mit vielen Besuchern automatisch viel Geld einbringt, ist einfach nicht immer wahr.“

Gleichzeitig hatte das Museum finanzielle Probleme, steht unter verstärkter Aufsicht durch Gemeinde und Provinz und erhält insgesamt 1,2 Millionen Euro zusätzliche Unterstützung für den Übergang in den Jahren 2026 und 2027. Der Übergangsplan besagt, dass das eigene Einkommen steigen muss. Wie macht man das, ohne große Massenanzieher?
„Indem wir viel genauer betrachten, was wir tun und was es ergibt. Wir prüfen auch, wie wir den Laden und das Café noch stärker in das künstlerische Programm des Museums einbinden können. Und nochmal: Große Blockbuster bringen nicht automatisch Geld ein. Manchmal kosten sie sehr viel. Indem du mehr mit deinen eigenen Leuten, deiner eigenen Sammlung und deinem eigenen Netzwerk arbeitest, kannst du auf eine völlig andere Weise rechnen. Übrigens bin ich überhaupt nicht gegen Crowd-Puller. Zum Beispiel hätte ich Yoko Ono [die wandernde internationale Ausstellung ‚Yoko Ono – Music of the Mind‘, Hrsg.] hier geliebt, gerade weil wir eine wichtige Fluxus-Sammlung haben. Dann gibt es einen substanziellen Grund.“

„Dieses Museum verdient es, international viel bekannter zu sein“

Was wird einem Besucher des neuen Groninger-Museums in drei Jahren auffallen?
„Ich hoffe, Sie spüren bereits, dass sich das Museum verändert hat und sich weiter bewegt. Wir haben die Farben zurückgebracht, die Vorhänge im Eingang geöffnet und dem Gebäude selbst wieder mehr Platz gegeben. Wir haben sogar einen originalen Mendini-Treser von 1994 im kreativen Inkubator De Biotoop in Haren gefunden und ihn zurückgebracht. In drei Jahren hoffe ich, dass die Menschen verstehen werden, was diese drei Wörter – experimentell, interdisziplinär und kollektiv – in der Praxis bedeuten. Und wie das mit Groningen und der Groningen-Sammlung verbunden ist. Das Gebäude selbst ist dabei unglaublich wichtig. Dieses Museum verdient es, international viel bekannter zu sein.“

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumeiland 1, 9711 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Ansicht der Schäden – Kolumne von Pauline Broekema

Als Kolumnistin für die Museumstijdschrift teilt Pauline Broekema in jeder Ausgabe ihre persönlichen künstlerischen Beobachtungen. In dieser Kolumne aus Nr. 6 • 2026 behandelt sie die Geschichte der Keramikfigur von Jacobus Arieszoon Arkenbout, Seemann der VOC.

„Schau ihn dir an, wie er da steht. Wenn ich im Nationalen Schifffahrtsmuseum in Amsterdam bin, besuche ich ihn immer. Es ist so eine clevere Idee. Hergestellt von einem anonymen Künstler aus der südchinesischen Hafenstadt Kanton. Extrem selten, denn weltweit haben nur etwa vierzig dieser Tonfiguren überlebt. Das National Maritime Museum besitzt zwei.

Was mich so fasziniert, ist, dass ich selten einen Mann des achtzehnten Jahrhunderts so dreidimensional zum Leben erwecken sehe. Ich suche nach seinem Hintergrund und lerne ihn durch eine Studie des Schifffahrtshistorikers Joost Schokkenbroek besser kennen.

Das ist Jacobus Arieszoon Arkenbout. Geboren 1766 in Enkhuizen. Die Stadt, in der das Wasser so nah ist, dass ein Junge fast natürlich das Meer wählt. Und besonders mit einem Vater, der auch segelt.

Wenn man ihn von hinten betrachtet, wirkt er so stolz und selbstbewusst. Auf seinen glänzenden, polierten schwarzen Lederschuhen. Mit den muskulösen Waden in den weißen Strümpfen. Die Dreiviertelhose und die wunderschön plissierte Jacke. Er hält seinen Stich unter dem Arm. Denn mit dieser Perücke über den Haaren wird es ihm in Canton warm genug sein.

Ein Kollege von ihm, Jacob van Dam, lässt sich sitzend darstellen. Er wählt eine Pose, die die Stärke und Macht seines Arbeitgebers, der Niederländischen Ostindien-Kompanie, noch stärker ausstrahlt. Rücken gerade, Kopf erhoben.

Arkenbout war erst dreizehn Jahre alt, als er als Matrose der VOC beitrat. Er fällt auf, weil er bereits bei einer zweiten Reise zum Assistenten des Polizisten befördert wird, dem Mann, der für Kanonen und Munition verantwortlich ist. Der junge Mann macht in dieser Position mehrere Fahrten. Er hat also die Fähigkeit, das rohe Leben an Bord zu ertragen.

Ordentliches Set

1792, als er bereits Leutnant war, kam er mit dem VOC-Schiff De Rozenburg nach China. Sie hat ihren Ankerplatz in Kanton. Kurz nach seiner Ankunft steigt Arkenbout in eine Schaluppe und lässt sich über den Pearl River zur Stadt rudern. Er geht in diesem stattlichen Outfit durch das Viertel, in dem die sogenannten Ton-Künstler arbeiten. Der englische Jurist William Hickey (1749–1830) beschrieb diese kantonesischen ‚Gesichtsmacher‘ in seinen Memoiren. Nicht jeder Kunde eines Porträtmalers erkennt sich in seinem Bild. Hickey erlebt, wie ein englischer Schiffsarzt posiert und dann seine Porträtstatue ablehnt. Dieser hässliche Lehmtyp, das ist nicht er. Der Künstler erklärt ihm, dass er aus jemandem mit so einem Kopf einfach keinen gutaussehenden Mann machen kann. Der Engländer geht wütend davon. Die Rache ist süß. Am nächsten Tag sieht Hickey den Schiffsarzt in Miniatur hängen, an einer Schnur an einem Baum hängen.

Auch der Niederländer lässt sich porträtieren. In einer Zeit, in der ihm gerade etwas Unglaubliches passiert ist. Seine Haltung mag stolz sein, aber sein Gesicht spricht Bände. Wie geschickt der Künstler es geschafft hat, seine Stimmung einzufangen. Ringe unter seinen Augen. Der Blick war besorgt, die Haut grau, die Lippen zu einer Linie zusammengepresst. Er fürchtet, was kommen wird. Denn ein VOC-Schiff liegt noch vor Anker in der Nähe von De Rozenburg und die Menschen an Bord der De Zeeland trauern. Der ranghöchste Rang, der Kapitän, starb nach kurzer Krankheit. Es wurde beschlossen, dass er, Jacob Ariesz. Arkenbout folgt ihm nach und, so jung er auch ist, erhält die Verantwortung für ein riesiges Schiff und seine Besatzung. Er ist besorgt, ich glaube, ich sehe es. Als ob er spüren würde, was dort in Kanton passieren wird.

Denn unter seinem Kommando strandete De Zeeland auf dem Rückweg am Kap der Guten Hoffnung. Das Schiff erleidet schwere Schäden. Erst zwei Jahre später war der Kapitän wieder in Holland. An Bord sind die Frau, die er auf dem Cape kennengelernt hat, und ihre Tochter. Kurz darauf verließ er die Kompanie und trat in die Marine ein. Er starb 1834. Seine Witwe veröffentlicht einen Nachruf in der Opregte Haarlemsche Courant. Ihr Ehemann ist verstorben, „nach einer glücklichsten Ehe von 42 Jahren“. Die Erinnerung an ihn wird lebendig bleiben. Schließlich gibt es diese so auffallend ähnliche Statuette, die kurz vor ihrem Treffen in China gefertigt wurde.

Nähere Informationen: Schifffahrtsmuseum, Kattenburgerplein 1, 1018 KK Amsterdam, Telefon: +31 20 523 2222, Internet: http://www.hetscheepvaartmuseum.nl

Live-Interview und Vorstellung des Kataloges zur Ausstellung ‚From Dusk Till Dawn‘

Am Donnerstag, 5. November, 15 Uhr, wird der Ausstellungsleiter Stefan Kuiper im Dordrechtser Museum von Chefredakteur Jeroen Junte zur Ausstellung ‚From Dusk To Dawn‘ interviewt. Außerdem wird der Katalog vorgestellt, der diese Ausstellung über die Nacht in der Malerei des siebzehnten Jahrhunderts begleitet. Die Besucher werden mit einer Tasse Kaffee begrüßt, danach findet das Interview im historischen Schouman-Raum im Museum statt. Anschließend gibt es die Gelegenheit, die Ausstellung in Anwesenheit von Stefan Kuiper und Jeroen Junte zu besuchen.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Andy Warhol – Die Textilien

Die Ausstellung „Andy Warhol, The Textiles“ zeigt eine weniger bekannte Seite von Andy Warhol und ist erstmals in den Niederlanden zu sehen. Schon vor seinem weltweiten Ruhm als Pionier der Pop Art entwarf Warhol in den 1950er Jahren verspielte und experimentelle Stoffe für Mode und Inneneinrichtung. Mit Wiederholungen, kraftvollen Linien und verspielten Motiven – von Eisbechern und Toffee-Äpfeln bis hin zu bunten Knöpfen, geschnittenen Zitronen, Brezeln und springenden Clowns – erforschte er, wie sich visuelle Sprache verändert, wenn sie vervielfacht, getragen wird und Teil des Alltags wird.

Die Stoffe zeigen eine Phase, in der Warhol frei mit der Interaktion zwischen Kunst, Mode und Handel experimentierte. Sie zeigen, wie sich seine visuelle Sprache entwickelt, während sie buchstäblich Teil des Alltags wurde. Vor dem Hintergrund der optimistischen, sich rasch wandelnden 1950er und 1960er Jahre wirft diese Ausstellung neues Licht auf Warhols Entwicklung. „Andy Warhol, The Textiles“ zeigt, wie diese scheinbar leichten, funkelnden Designs ein wichtiger Schritt in Richtung der ikonischen visuellen Sprache waren, mit der Warhol später die Kunstwelt dauerhaft verändern sollte.

Die Ausstellung umfasst mehr als 60 Textildesigns von Warhol aus den fünfziger und frühen sechziger Jahren. Einige der wichtigsten Hersteller der amerikanischen Textilgeschichte sind ebenfalls vertreten, darunter Stehli Silks, Fuller Fabrics Inc. und M. Lowenstein and Sons. Andy Warhol, The Textiles wird in Zusammenarbeit mit dem Fashion and Textile Museum in London organisiert.

Nähere Informationen: Cobra Museum für moderne Kunst, Sandbergplein 1, Amstelveen, Telefon: +31 205475050, E-Mail: info@cobra-museum.nl, Internet: http://www.cobra-museum.nl

Mina Abouzahra – Gewebte Briefe

Geboren in den Niederlanden als Tochter marokkanischer Eltern, wuchs Mina Abouzahra in zwei Kulturen auf. Als sie während ihres Studiums am Holz- und Möbelkolleg einige Zeit in Marokko verbrachte, lernte sie die Traditionen des Landes ihrer Eltern kennen und die Art der Handarbeit, die sie bis heute inspiriert. Ihre Arbeiten sind nun in verschiedenen Museumssammlungen enthalten, und 2022 gewann sie einen Dutch Creativity Award sowie den European Design Award. „Mit meiner Arbeit halte ich mein kulturelles Erbe lebendig und präge meine marokkanische Identität“, sagt Mina Abouzahra.

Teppiche als Träger von Geschichten

Ein marokkanischer Teppich ist nie einfach nur ein Teppich. Die Amazigh, ein indigenes Volk Nordafrikas, weben Textilien, die voller Symbole sind, die auf Weiblichkeit, Fruchtbarkeit, Ehe, Schutz und Tod hinweisen. Für Amazigh-Frauen ist ein Teppich daher ein persönliches Dokument, in dem Geschichten über verschiedene Lebensphasen miteinander verwoben werden. Durch Farben, Muster und Symbole geben die Frauen Erfahrungen und Wissen Generation für Generation weiter. Der Webstuhl ist nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch ein sozialer Treffpunkt, an dem sich die Weber gegenseitig unterstützen, Geschichten austauschen und Traditionen am Leben erhalten. Seit 2013 betreibt Abouzahra ein Designstudio in Amsterdam und in der südmarokkanischen Stadt Taznakht. Dort arbeitet sie mit einer weiblichen Webergenossenschaft zusammen, die handgebundene Teppiche und Textilien nach jahrhundertealten Amazigh-Traditionen herstellt. Darüber hinaus setzt sie sich für faire Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung für die Weber ein.

Nähere Informationen: Museum Gouda, Oosthaven 9, Gouda, Telefon: +31 182331000, E-Mail: info@museumgouda.nl, Internet: www.museumgouda.nl

Der Architekt & Die Hausfrau: Das Haus reinigen, die Zukunft bauen

„Möge Kunst die Zukunft lenken!“ war eine Aussage, die Alessandro Mendini in den neunziger Jahren nutzte, um Groningener Politiker und Spender von seinen eigenwilligen Plänen für das neue Groninger-Museum zu überzeugen. Er hatte ein alles andere als gewöhnliches Gebäude im Sinn. Ein Tablett mit einer Teekanne, Tassen und einer Zuckerschale bildete den Ausgangspunkt. Was, wenn du die Hülle dieses Modells sprengst? Könntest du eine neue Art von Museum schaffen, einen Ort, der für die Öffentlichkeit einlädt und ein Zuhause für Kunst ist?

Das Groninger-Museum auf Museumeiland 1 ist die Antwort auf diese Fragen. Von Mendini, in Zusammenarbeit mit Michele de Lucchi, Philippe Starck, dem Kollektiv „Coop Himmelb(l)au“ und dem damaligen Regisseur Frans Haks. Ein einzigartiges Ereignis, auf das Groningen stolz ist und bei dem die künstlerische Vorstellungskraft immer noch hervorgeht. Ein spektakuläres, polyphones Museumsgebäude, das mit der Gegenwart in Resonanz steht.

Auffällig ist jedoch, dass nur Männer an der Entstehung des Entwurfs beteiligt waren. Diese Ungleichheit spiegelt sich auch in der Sammlung des Groninger-Museums wider: Nur zwei Prozent der Werke werden von Frauen und nicht-binären Personen geschaffen. Die Gruppenausstellung „The Architect & The Housewife: Cleaning the House, Building the Future“ reflektiert dies. Wer wird dazu aufgefordert, groß zu denken? Wer entwirft das Haus und wer kümmert sich darum?

Der Titel der Ausstellung stammt von der Publikation „The Architect & The Housewife“, in der die Künstlerin Frances Stark die Figuren „der Architekt“ und „die Hausfrau“ vorstellt, um Machtverhältnisse in der Kunstwelt und im Leben zu erforschen. Die 20 hochkarätigen internationalen Künstler in dieser Ausstellung tun genau das. Damit öffnen sie die Fenster und Türen des Museums für frische Luft und neue Perspektiven.

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumeiland 1, 9711 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien

Ausstellung im Franz Marc-Museum

Was geschieht, wenn Künstler:innen in ein anderes Licht aufbrechen, in ungewohnte Räume und Landschaften, deren Farben, Formen und Architekturen den eigenen Blick verändern? Das Franz Marc Museum geht dieser Frage nach und präsentiert zwei Reisen: den mehrmonatigen, bislang wenig erforschten Aufenthalt von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky in Tunis und Umgebung 1904/05 sowie die berühmte Tunisreise von Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet im Frühjahr 1914. Die Ausstellung zeigt, wie aus Reiseeindrücken Bilder wurden, und fragt zugleich, wie der koloniale Blick diese Bilder formte.

Die erste Reise: Münter und Kandinsky, 1904/05

Am 25. Dezember 1904 erreichten Gabriele Münter und Wassily Kandinsky Tunis und blieben bis zum 5. April 1905 in Tunesien. Für das Paar bot die Reise auch die Möglichkeit, dem Münchener Alltag zu entkommen und längere Zeit gemeinsam zu leben. Da das Wetter zunächst ungewöhnlich schlecht war, hielten sie sich in den ersten Wochen vor allem in Tunis auf. Später führten sie Ausflüge nach La Marsa und Karthago; im März reisten sie nach Sousse und Kairouan.

Münters Tagebuch lässt den Verlauf des Aufenthalts ungewöhnlich genau nachvollziehen. Münter hielt ihre Eindrücke in Fotografien, Skizzen und Gemälden fest. Ihre Aufnahmen zeigen Straßenszenen, Gebäude sowie Begegnungen mit der tunesischen Bevölkerung und dienten teilweise als Ausgangspunkt für spätere Arbeiten. Auch Kandinsky griff gelegentlich zur Kamera. In den Gemälden beider treten neben einer impressionistisch geprägten Wiedergabe des Lichts bereits vereinfachte Formen und klarer gegeneinandergesetzte Farbflächen hervor. Die Reise bedeutete keinen plötzlichen Stilbruch, verstärkte jedoch künstlerische Entwicklungen, die bereits zuvor begonnen hatten.

Die zweite Reise: Klee, Macke und Moilliet, 1914

Im April 1914 reisten Paul Klee, August Macke und Louis Moilliet für knapp zwei Wochen durch Tunesien. Anders als der längere Aufenthalt Münters und Kandinskys war ihre Reise von Beginn an als gemeinsame Studienreise angelegt. Moilliet kannte das Land bereits von früheren Aufenthalten und vermittelte wichtige Kontakte. Von Tunis führte ihr Weg über St. Germain und Hammamet nach Kairouan. Dort notierte Klee in seinem Tagebuch: »Die Farbe hat mich. […] Ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.« Da er seine Aufzeichnungen später überarbeitete, ist der Eintrag weniger als unmittelbares Reisedokument denn als rückblickende Deutung zu verstehen. Dennoch verweist er auf die große Bedeutung, die Klee dem Aufenthalt für seine künstlerische Entwicklung beimaß. In seinen Aquarellen verwandelte er Architektur und Landschaft zunehmend in transparente Farbflächen und rhythmische Bildstrukturen.

Auch für Macke wurde die Reise zu einer Phase intensiver künstlerischer Arbeit. In seinen Aquarellen verdichtete er Straßenszenen und Märkte zu leuchtenden Farbflächen, ohne den Bezug zum beobachteten Motiv aufzugeben. Daneben fotografierte er Menschen und Alltagsszenen. Nach seiner Rückkehr nach Bonn griff er auf dieses Material zurück und entwickelte einzelne Motive in Zeichnungen und Gemälden weiter. Die Reise wirkte in seinem Werk somit über den unmittelbaren Aufenthalt hinaus. Moilliet kannte Tunesien bereits und war maßgeblich an der Organisation der Reise beteiligt. In seinen Aquarellen scheinen nordafrikanische Städte und Landschaften in leichten Farbsetzungen fast zu schweben.

Ein Aufbruch mit Ambivalenz Tunesien war seit 1881 französisches Protektorat. Die Reisenden bewegten sich in kolonial geprägten Infrastrukturen und auf touristischen Routen. Reiseführer, Fotografien, Postkarten, Ausstellungen und Vorstellungen vom „Orient“ prägten mit, was sie sahen, sammelten und künstlerisch verarbeiteten. „Mit ›Licht wird Farbe‹ bringen wir die berühmte Tunisreise von 1914 mit dem weniger bekannten Aufenthalt Gabriele Münters und Wassily Kandinskys zusammen. Dabei fragen wir nicht nur, wie Tunesien die Kunst dieser fünf Künstler:innen veränderte, sondern auch, mit welchen Erwartungen sie auf das Land blickten. Gerade diese Verbindung eröffnet einen neuen Blick auf vermeintlich vertraute Werke“, so Jessica Keilholz-Busch, Direktorin des Franz Marc Museums. Ein Thema mit Bezug zum Haus Die reisenden Künstler:innen waren mit dem Namensgeber des Museums verbunden: Franz Marc war mit August Macke befreundet und gab 1912 gemeinsam mit Wassily Kandinsky den Almanach Der Blaue Reiter heraus, zu dessen Kreis Gabriele Münter zählte. Paul Klee stand in engem künstlerischem Austausch mit dem Umfeld des Blauen Reiters. Auch sind Werke von Klee, Macke und Münter aus der Sammlung des Franz Marc Museums in der Ausstellung zu sehen.

Franz Marc besuchte 1910 die Ausstellung »Meisterwerke muhammedanischer Kunst«. Die dort gezeigten Teppiche und Metallarbeiten beeindruckten ihn nachhaltig. Marc stellte Kandinskys abstrakte Malerei der islamischen Kunst gegenüber und erkannte in deren »Farben- und Kompositionskunst« eine Herausforderung für die »einseitige Begrenztheit unserer europäischen Begriffe von Malerei«. Diese Öffnung des Blicks wurde wenig später zu einem wichtigen Gedanken des Blauen Reiters.

Die Präsentation umfasst rund sechzig Exponate, darunter Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografien. Bedeutende Leihgaben stammen aus dem Lenbachhaus München, dem Kunstmuseum Bern, der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Wichtige Einzelwerke kommen u. a. aus der Sammlung Scharf-Gerstenberg der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Schloßmuseum Murnau, dem Stadtmuseum München, dem Leopold Hoesch-Museum in Düren, dem Museum Würth in Künzelsau und dem Museo Castello San Materno in Ascona. Ergänzt werden sie durch Leihgaben aus Privatbesitz.

Begleitprogramm

Führungen

Direktorinnenführung 5. November 2026, 15–16 Uhr

Jessica Keilholz-Busch (Kuratorin und Direktorin des Franz Marc Museums) führt durch die Ausstellung und gibt Einblicke in die Entstehung der Präsentation und die kunsthistorischen Fragestellungen, die der Ausstellung zugrunde liegen. 5 € (mit Anmeldung)

Expertinnenführung 5. Dezember 2026, 15–16 Uhr

Mit Farben bauen. Paul Klees Reise nach Tunis Cathrin Klingsöhr-Leroy (Vorstand der Kaldewei Kulturstiftung und ehemalige Direktorin des Franz Marc Museums) führt durch die Ausstellung und legt einen Schwerpunkt auf die Arbeiten Paul Klees. 5 € (mit Anmeldung)

Neujahrsführung mit Sektempfang 1. Januar 2027, 11 Uhr

Mit Kunst ins neue Jahr: Diese besondere Führung präsentiert ausgewählte Werke und Geschichten der Ausstellung. Im Anschluss lädt das Franz Marc Museum zu einem Glas Sekt im Café Franz am See ein. 10 € (mit Anmeldung, Sekt inklusive)

Vortrag Bilder einer Reise. Gabriele Münter, August Macke und ihre Blicke auf Tunesien 10. Dezember 2026, 18 Uhr

Stephan Sagurna (Fotograf und Bildwissenschaftler, Münster) und Daniel Oggenfuß (Restaurator am Lenbachhaus, München) werfen einen genaueren Blick auf die Fotografien von Münter und Macke, die während der Tunesienreisen entstanden. 5 € (Anmeldung empfohlen)

Workshops für Jugendliche und Erwachsene Aquarellieren mit Naturfarben 17. Oktober 2026, 11–14 Uhr

Nach einem gemeinsamen Ausstellungsbesuch mit dem Museumspädagogen Michael Sterna können die Teilnehmenden Naturfarben selbst herstellen und direkt für ihre Aquarellmalerei nutzen. 30 € (maximal 10 Personen, mit Anmeldung)

Aquarellmalen 28. November 2026 und 9. Januar 2027, jeweils 11–14 Uhr

Wie lassen sich Licht, Farbe und Atmosphäre mit wenigen Pinselstrichen einfangen? Von der Ausstellung inspiriert entdecken die Teilnehmenden mit der Künstlerin Angela Stauber die besonderen Möglichkeiten der Aquarellmalerei. 30 € (maximal 10 Personen, mit Anmeldung) Mitmachraum Im Mitmachraum des Museums können die Besuchenden selbst mit Aquarellfarben experimentieren. Inspiriert von den Werken der Ausstellung darf hier beobachtet, ausprobiert und frei gestaltet werden (Konzeption: Anna Schölß und Michael Sterna).

Ausstellungskatalog

Jessica Keilholz-Busch (Hg.): Licht wird Farbe. Reisen nach Tunesien Beiträge von Annegret Hoberg, Isabelle Jansen und Jessica Keilholz-Busch Grafik: Schmid/Widmaier, München Broschur, 128 Seiten, 122 Abbildungen, 2 Karten Erscheinungstermin: 11.10.2026, ISBN: 978-3-9824-6175-5, Preis: 28 Euro. Erhältlich im Franz Marc Museum und über den Onlineshop.

Dauer und Öffnungszeiten

11. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027. Oktober: Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr November bis Januar: Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr. Geschlossen am 24. und 31. Dezember. An Feiertagen geöffnet, auch wenn diese auf einen Montag fallen.

Nähere Informationen: Franz Marc Museum, Franz Marc Park 8–10, 82431 Kochel am See, Telefon: Internet: http://www.franz-marc-museum.de

Die Sammlung Haniel zu Gast im Museum Küppersmühle

Unter dem Titel „Farbe bekennen“ – 8. Oktober 2026 bis zum 17. Oktober 2027

Das Museum Küppersmühle für moderne Kunst in Duisburg zeigt ab dem 8. Oktober 2026 für die Dauer eines Jahres die renommierte Sammlung Haniel. Bislang waren viele dieser bedeutenden Werke vor allem Mitarbeitenden und Geschäftspartnern am Unternehmenssitz in Duisburg zugänglich. Nun treten Sie in einen öffentlichen Dialog im Austausch mit der Sammlung Ströher, die das Haus seit langem prägt. Zwar ist die Sammlung Ströher wesentlich umfangreicher, doch gerade die gezielten Ergänzungen durch Haniel ermöglichen neue Sichtweisen. Herausragende Positionen der Nachkriegsmoderne werden in einer Dichte erlebbar, die selten ist. Die Ausstellung zeigt, wie private Sammelleidenschaft öffentliches Kulturgut werden kann und künstlerische Freiheit immer wieder neu erfahrbar wird.

Die Unternehmerfamilie Haniel begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem systematischen Aufbau ihrer Kunstsammlung. Ihr Profil wurde insbesondere durch Christian Graf Dürckheim und dessen Konzept “Informel und sein Umfeld” geprägt. In der Qualität und der konsequenten Weiterentwicklung der Sammlung spiegeln sich der Anspruch der Familie an Nachhaltigkeit und Exzellenz sowie ihr langfristiges Verantwortungsbewusstsein. Mit der Präsentation im Museum Küppersmühle treten die Werke aus dem bislang stärker geschützten Unternehmenskontext heraus und werden in einen öffentlichen Dialog gestellt.

Die einjährige Präsentation bildet damit einen wichtigen Schritt, um die Sammlung dauerhaft als kulturellen Impuls in die Gesellschaft hineinwirken zu lassen. Mit bedeutenden Positionen der abstrakten und informellen Nachkriegskunst ergänzt die Sammlung Haniel die Dauerausstellung des Hauses und eröffnet neue Perspektiven auf eine zentrale Epoche der Moderne. Die versammelten Werke stehen für den künstlerischen Aufbruch nach 1945: für eine Kunst, die sich von äußeren Vorgaben löste und neue Ausdrucksformen individueller Freiheit fand. Im Dialog mit der Sammlung Ströher entstehen spannende Bezüge.

Die abstrakte Kunst der Nachkriegszeit, in deren Zentrum das Informel steht, ist in erster Linie eine Manifestation der Freiheit. Die Freiheit der Kunst war seit dem internationalen Aufbruch am Ende des 2. Weltkrieges stets eine Idee, die auf gesellschaftliche und politische Formen des Zusammenlebens ausstrahlte. Die Freiheit der Kunst existiert nur in einer weltoffenen, pluralistischen Gesellschaft, die jeden Menschen als gleichwertig ansieht und seine unantastbare Würde respektiert. Die Ergänzung der Sammlung Ströher durch Hauptwerke der Sammlung Haniel stärkt gerade diesen Aspekt. Beide Sammlungen stehen beispielhaft für kulturelles Engagement aus der Wirtschaft.

Kunst und Kultur fördern Verständigung, öffentliche Bildung und die Entwicklung einer offenen Gesellschaft. Sie schaffen Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, freies Denken möglich ist und gesellschaftlicher Austausch stattfinden kann – ein wichtiges kulturelles Fundament der Demokratie.

Nähere Informationen: Museum für moderne Kunst Küppersmühle, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg, Telefon 0203 30194811, E- Mails: kasse@museum-kueppersmuehle.de (für Kasse und Information), buchung@museum-kueppersmuehle.de (für Buchung von Führungen und Workshops) und office@museum-kueppersmuehle.de (für Stornierungen und Fragen zu Tickets), Internet: www.museum-kueppersmuehle.de. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.

Wegweiser zu fundiertem Geschichtswissen online

Neues vom Museumsverein des Deutschen Historischen Museums

Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Polarisierung ist es wichtig, historische Informationen aus verlässlichen und wissenschaftlich fundierten Quellen zu beziehen, um ein eigenes Urteil bilden zu können.

Der Museumsverein des Deutschen Historischen Museums engagiert sich für eine kritische, differenzierte und demokratische Auseinandersetzung mit Geschichte. Deshalb hat er eine Auswahl empfehlenswerter Onlineplattformen zusammengestellt, die historische Themen fundiert, verständlich und auf dem aktuellen Stand der Forschung vermitteln.

Die Linksammlung umfasst Angebote renommierter Institutionen, Museen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Sie unterstützt die Nutzerinnen und Nutzer dabei, historische Hintergründe einzuordnen, Quellen kritisch zu bewerten und unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen.

Wie funktioniert der Wegweiser?

Der Museumsverein hat seine Linksammlung in verschiedene Kategorien aufgeteilt, durch die Nutzer verschiedene Links je nach Ihrem Interessensgebiet finden können. Mehr Informationen zu den einzelnen Links finden sie unter der jeweiligen Drop-down-Funktion. Ganz oben finden sie die entsprechenden Links. Zudem erhalten Sie einen Überblick über die zentralen Themenbereiche sowie Informationen darüber, wer hinter den Beiträgen der Webseiten steht. Diese Linksammlung wird weiter wachsen, wenn der Museumsverein online auf weitere Plattformen aufmerksam wird, die seinen Ansprüchen entsprechen.

Vertrauenswürdige Onlineplattformen für historisches Wissen

Deutsches Historisches Museum

LeMO – Lebendiges Museum Online

Themenbereiche:

Informieren Sie sich über verschiedene Themen aus der deutschen Geschichte zwischen 1815 bis in die Gegenwart. LeMO richtet sich an alle Geschichtsinteressierten mit dem Ziel fundiertes, attraktiv aufbereitetes Wissen zur deutschen Geschichte für alle zugänglich zu machen. Orientieren Sie sich an dem Zeitstrahl auf der Hauptseite oder nutzen Sie die Suchfunktion der Seite.

Wer steckt dahinter: Aufbereitet werden diese Themen auf LeMO durch eine Kollaboration zwischen dem Deutschen Historischen Museum, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und dem Bundesarchiv.

IDA (Interaktives Digital Angebot)

Themenbereiche:

IDA ist ein interaktives Lernportal zur deutschen Geschichte, das Themen vom Mittelalter bis zum Mauerfall aufgreift. Die Seiten verbinden kurze Einführungstexte zu Epochen, Ereignissen und Personen mit interaktiven Elementen, wie etwa Wissensquizzen. IDA richtet sich an alle Geschichtsinteressierten, schafft aber während der Schließung der Dauerausstellung insbesondere ein Angebot für Lehrkräfte und Lernende der Sekundarstufen.

Wer steckt dahinter: Die Inhalte von IDA stellt das Deutsche Historische Museum frei zur Verfügung.

DHM Journal

Das Journal des Deutschen Historischen Museums gibt Einblicke in Ausstellungen, Projekte und die Sammlungsarbeit des Hauses sowie in aktuelle Debatten zur Geschichte. Schauen, hören und lesen Sie verschiedene Beiträge rund um die oben genannten Themen.

Wer steckt dahinter: Die Inhalte des DHM Journals werden vom Deutschen Historischen Museum bereitgestellt.

Politik und Geschichte

bpb – Bundeszentrale für politische Bildung

Themenbereiche:

Die Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bietet in den Themenbereichen „Politik“, „Geschichte“ und „Internationales“ eine breite Palette an Beiträgen. Sie vermittelt fundiertes Wissen zu Themen wie Rechtsextremismus, sozialer Lage, deutscher Teilung sowie zu Afrika, Europa und vielen weiteren Regionen und Fragestellungen. Außerdem können Sie über die „kurz&knapp“-Suchfunktion Inhalte zu den unterschiedlichsten Interessengebieten finden.

Wer steckt dahinter: Die bpb ist die zentrale staatliche Einrichtung für politische Bildung in Deutschland und wird von einem Präsidenten geleitet, der vom Bundesministerium des Innern berufen wird. Die Beiträge werden von Fachhistoriker*innen und Wissenschaftler*innen verfasst und sind für eine breite Öffentlichkeit verständlich aufbereitet.

Lernen aus der Geschichte

Themenbereiche:

Das Bildungsportal bietet Materialien, Fachbeiträge und Praxisbeispiele zur historisch-politischen Bildung mit Schwerpunkt auf der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Im Fokus stehen Themen wie Nationalsozialismus, Holocaust, Demokratie, Diskriminierung, Erinnerungskultur sowie die Vermittlung historischer Zusammenhänge im Unterricht und in der Bildungsarbeit.

Wer steckt dahinter: Das Portal wird vom gemeinnützigen Verein Agentur für Bildung, Geschichte und Politik e.V. betrieben. Es wird von einer festen Redaktion betreut und arbeitet eng mit Wissenschaftler*innen, Bildungsexpert*innen und externen Autor*innen zusammen. Der Verein ist mit der Geschichtsdidaktik der Freien Universität Berlin und weiteren Partnerinstitutionen vernetzt.

Nationalsozialismus Geschichte

Online-Beiträge zur NS-Geschichte des Bundesarchivs

Themenbereiche:

Informieren Sie sich über die Geschichte des Nationalsozialismus anhand der Quellen des Bundesarchivs. Online-Beiträge zu verschiedenen Dokumenten und Quellen geben Einblicke in das NS-Regime und dessen historische Überlieferung auf Grundlage der Archivbestände.

Wer steckt dahinter: Das Bundesarchiv der Bundesrepublik Deutschland hat den gesetzlichen Auftrag, das Archivgut des Bundes dauerhaft zu sichern, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der hier verlinkte Online-Themenbereich ist nur einer von mehreren Vermittlungswegen des Bundesarchivs.

Arolsen Archives

Themenbereiche:

Die Arolsen Archives bieten Informationen zur NS-Verfolgung, zum Holocaust, zur NS-Zwangsarbeit sowie zu den Folgen von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung. Über das Online-Archiv können Sie Dokumente und Biografien von Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus recherchieren sowie Bildungs- und Erinnerungsangebote nutzen.

Wer steckt dahinter: Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung und verwahren das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Institution arbeitet mit Gedenkstätten, Archiven und Forschungseinrichtungen zusammen und steht unter der Aufsicht eines Internationalen Ausschusses aus elf Mitgliedstaaten.

Dokumentationszentrum – NS-Zwangsarbeit

Themenbereiche:

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit informiert über die nationalsozialistische Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale von Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangenen, KZ-Häftlingen und weiteren Verfolgtengruppen. Die Webseite bietet Zugang zu einem Bildungsportal mit Informationen zu verschiedenen Aspekten der NS-Zwangsarbeit. Darüber hinaus steht eine Online-Bibliothek für die vertiefende Recherche zur Verfügung.

Wer steckt dahinter: Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin erinnert an die Opfer der NS-Zwangsarbeit und vermittelt deren Geschichte durch Ausstellungen, Bildungsangebote, Forschungsprojekte und internationale Jugendbegegnungen.

Dokumentationszentrum – Topografie des Terrors

Themenbereiche:

Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors informiert über den Nationalsozialismus, die Entstehung des NS-Terrorapparats und die von ihm begangenen Verbrechen. Unter „Geschichte digital” bietet die Webseite digitale Ausstellungen, virtuelle Rundgänge, Vorträge, Diskussionen, Audio- und Videoangebote zur Geschichte des Nationalsozialismus und ihrer Aufarbeitung. Außerdem steht eine Online-Bibliothek für die vertiefende Recherche zur Verfügung.

Wer steckt dahinter: Die Stiftung Topographie des Terrors – die hinter dem Dokumentationszentrum steht – ist eine von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin getragene Stiftung öffentlichen Rechts.

GedenkstättenForum

Themenbereiche:

Informieren Sie sich über Gedenkstätten und Lernorte zu den NS-Verbrechen in Deutschland. Die Plattform bietet aktuelle Fachinformationen, Fortbildungs- und Förderhinweise sowie Angebote zum Wissens- und Erfahrungsaustausch in der Erinnerungsarbeit.

Wer steckt dahinter: Die Stiftung Topographie des Terrors, die das Dokumentationszentrum betreibt und die Redaktion des Portals GedenkstättenForum verantwortet, ist eine von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin getragene Stiftung öffentlichen Rechts.

nsdoku lexikon

Themenbereiche:

Das nsdoku lexikon bietet in mehr als 900 Artikeln wissenschaftlich fundierte und zugleich verständliche Informationen zu Themen, Orten, Ereignissen, Organisationen und Personen der nationalsozialistischen Geschichte Münchens. Nutzen Sie die Suchfunktion des Lexikon um Artikel zu finden die Ihrem Interessensgebiet entsprechen.

Wer steckt dahinter: Das nsdoku lexikon wird vom NS-Dokumentationszentrum München herausgegeben. Die Beiträge werden von ausgewiesenen Fachwissenschaftler*innen verfasst.

Kolonialismus Geschichte

Online-Beiträge zum Kolonialismus des Bundesarchivs

Themenbereiche:

Informieren Sie sich über Teile der Geschichte des deutschen Kolonialismus anhand der Quellen des Bundesarchivs. Online-Beiträge zu verschiedenen Dokumenten und Quellen geben Einblicke in die deutsche Kolonialgeschichte auf Grundlage von Archivbeständen.

Wer steckt dahinter: Das Bundesarchiv der Bundesrepublik Deutschland hat den gesetzlichen Auftrag, das Archivgut des Bundes dauerhaft zu sichern, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der hier verlinkte Online-Themenbereich ist nur einer von mehreren Vermittlungswegen des Bundesarchivs.

decolonize Berlin

Themenbereiche:

Setzen Sie sich mit der Geschichte und Gegenwart von Kolonialismus und Rassismus in Deutschland auseinander. Die Webseite bietet Publikationen, Gutachten und Informationen zu Bildungs-, Museums- und Erinnerungsprojekten, die sich mit kolonialen Kontinuitäten im öffentlichen Raum, Dekolonisierung sowie der Aufarbeitung kolonialen Unrechts beschäftigen.

Wer steckt dahinter: Decolonize Berlin e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der aus einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk von Schwarzen, diasporischen, postkolonialen und entwicklungspolitischen Initiativen, Vereinen und Einzelaktivist*innen hervorgegangen ist. Der Verein wird vom Land Berlin gefördert.

Sammlungsgut aus Kolonialen Kontexten der DDB

Themenbereiche:

Das Portal macht Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in deutschen Kultureinrichtungen zentral online zugänglich. Es bietet Informationen zu ethnologischen, naturkundlichen, historischen sowie kunst- und kulturhistorischen Objekten und fördert die Auseinandersetzung mit kolonialen Erwerbungskontexten und postkolonialer Erinnerungskultur.

Wer steckt dahinter: Das Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) ist eine Initiative zur transparenten Dokumentation von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Zu den Datenpartnern des digitalen Archivs gehören zahlreiche deutsche Kultureinrichtungen. Gefördert wird das Portal durch das Bundesministerium für Kultur und Medien.

Weitere Quellen:

Frauen- und queere Geschichte

Digitales Deutsches Frauenarchiv DDF

Online-Beiträge zu Frauenrechten des Bundesarchivs

Queere Zeitgeschichten

Schwules Museum Berlin

Kunst- und Mediengeschichte

ArtHist.net

Digitale Deutsche Bibliothek

Visual History.de

Jüdische Geschichte

Jüdische Geschichte online

Mythen vs. Geschichte

Geschichte statt Mythen

Länder- und Regionsgeschichte

brandenburgikon

LEO-BW

Historisches Lexikon Bayern

Außerhalb der Landesgrenzen

Historisches Lexikon der Schweiz

Lexikon hdgö

Copernico

OME-Lexikon

Umgang mit historischen Quellen

Ad fontes

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, E-Mail: kontakt@dhm-museumsverein.de; Internet: http://www.dhm-museumsverein.de

Highlights im Oktober in der Kunsthalle Bielefeld

Im Oktober ist einiges los in der Kunsthalle! Bevor die Kunsthalle Bielefeld ab dem 3. Oktober für den Ausstellungsumbau schließen, lädt sie noch einmal zu einem besonderen Termin ein: Bei einem Artist Talk spricht der Künstler Matthias Müller gemeinsam mit den beiden Kurator*innen der aktuellen Ausstellung über seine Arbeit und gibt Einblicke in sein künstlerisches Schaffen.

Auch für Kinder wird es in den Herbstferien kreativ: Bei den Ferienspielen können Kinder von 6 bis 12 Jahren die Kunsthalle entdecken, eigene Ideen ausprobieren und selbst künstlerisch aktiv werden.

Und dieses Datum sollte man sich schon jetzt vormerken: Am 16. Oktober um 19 Uhr eröffnet die Kunsthalle Bielefeld die neue Ausstellung, den zweiten Teil von „Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo“.

Artist Talk: Matthias Müller, 2. Oktober, 18-19 Uhr, Eintritt + 3,50 Euro – ohne Anmeldung

Wie entstehen neue Bilder aus bereits vorhandenen? Im Gespräch zwischen dem Filmemacher und Medienkünstler Matthias Müller und den Kurator*innen der Ausstellung Laura Rehme und Benedikt Fahrnschon geht es um das Teilen als künstlerische Praxis: vom Arbeiten mit Found Footage über kollektive Autor*innenschaft bis zur Montage fragmentierter Bildwelten.

Ausstellungsumbau!, 3. bis 15. Oktober

Die Kunsthalle ist vom 3. Oktober bis zum 15. Oktober vorübergehend geschlossen. Diese Zeit wird genutzt, um für die neue Ausstellung umzubauen. Die Eröffnung des zweiten Teils von „Geteilte Ansichten“ erfolgt am 16. Oktober.

Ausstellungseröffnung, 16. Oktober, 19 Uhr, Eintritt frei

Die Kunsthalle lädt zur Eröffnung der neuen Ausstellung ein! Unter dem Titel „Willst du mit mir gehen?“ eröffnet sie den zweiten Teil der umfassenden Gruppenausstellung „Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo“. Das Museum ist an diesem Abend bis 22 Uhr geöffnet, im Café Gemach Manhattan in der Kunsthalle gibt es Snacks und Getränke.

Sonntagsatelier, 18. Oktober,12 bis 16 Uhr – im Eintritt inbegriffen – ohne Anmeldung

Im Sonntagsatelier können Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich von der Ausstellung inspirieren lassen. Eine erfahrene Kunstvermittler*in steht bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite, um kreative Ideen zu unterstützen. Vorgaben gibt es keine, und Vorwissen ist nicht erforderlich.

Herbst-Ferienspiele, 19. bis 23. Oktober je 9 bis 13 Uhr – je Termin 30 Euro

Langeweile in den Herbstferien? Nicht bei der Kunsthalle Bielefeld! Kinder von 6 bis 12 Jahren können sich auf ein abwechslungsreiches Ferienspielprogramm freuen – mit vielen kreativen und spannenden Angeboten. Da nur begrenzte Plätze zur Verfügung haben, bittet die Kunsthalle darum, sich unbedingt vorab einen Platz zu sichern.

FarbFamilie, 24. Oktober 14 bis 16.30 Uhr, 15 Euro (Kinder 10 Euro)

Gemeinsam sehen, staunen und gestalten! Diese Veranstaltung lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern miteinander zu entdecken. Nach einer gemeinsamen Führung und Kreativ-Aktion lädt die Kunsthalle bei Kaffee, Saft und etwas Süßem noch einmal dazu ein, zusammenzukommen und das Erlebte nachwirken zu lassen.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld, Telefon: 0521 32999500, Fax: 0521 329995050, E-Mail: info@kunsthalle-bielefeld.de. Die Kunsthalle ist am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

MORE twickel is open!

MORE Twickel in Delden is nu open voor publiek! We zien er enorm naar uit je te verwelkomen op onze derde museumlocatie. Met jouw Museumkaart, VriendenLoterij VIP-kaart of MORE-memberpas krijg je gratis entree.

Dit weekend kwamen honderden bezoekers op kraamvisite (kroamschudd’n) bij het kersverse, pasgeboren Twentse lid van de MORE-museumfamilie. In een recordtempo hebben wij – het team van Museum MORE, Stichting Twickel en alle vrijwilligers – met ontzettend veel energie, ambitie en plezier gewerkt aan dit geweldige nieuwe museum. En het is zo mooi geworden: de schilderijen van Jan Mankes komen prachtig tot hun recht in de intieme kamers, we hebben een spectaculaire permanente muurtekening in de (Anouk) Griffioenkamer en boven is de eerste tijdelijke tentoonstelling Into the Woods te zien waarin Nederlandse kunstenaars de verbinding tussen natuur en kunst verkennen en verbeelden. Bij MORE Twickel beleef je binnen én buiten cultuur, erfgoed, flora en fauna. Een bezoek aan het museum is echt compleet met een wandeling door de kasteeltuinen of door de bossen van Landgoed Twickel.

Ontzettend dankbaar voor alle steun en het vertrouwen van iedereen om ons heen: de bestuursleden, vrienden en begunstigers, collega’s, de kunstenaars, bruikleengevers, café-restaurant Boode, Gemeente Hof van Twente en ondernemers van Delden die ons met vlaggen en ballonnen in de hele stad hebben onthaald!

delicate dieren van jan mankes

MORE Twickel Vanaf nu zijn bijna 30 topstukken van Jan Mankes te bewonderen op onze nieuwe locatie in Delden. In de tentoonstelling Jan Mankes | Het bovennatuurlijke in de natuur kun je de dromerige of zelfs mystieke kunst van ‚Hollands meest verstilde schilder‘ ervaren.
De tentoonstelling in MORE Twickel is permanent en neemt je mee langs geliefde thema’s van Jan Mankes: zijn portretten, zijn natuurwandelingen, tere stillevens en delicate dierstukken. Dit vroege schilderij met een prachtige kleine steenuil uit 1909 onderscheidt zich duidelijk van Mankes’ latere werk: het is geschilderd in bruintinten en de voorstelling is meer natuurgetrouw en zwaarder van vorm. Slechts een jaar voordat Mankes dit werkje schilderde, koos hij definitief voor het schildersvak. Hierin had hij zich vanaf 1905 bekwaamd: overdag in dienst van een Delfts glas-in-loodatelier en in de avonduren tijdens tekenlessen in Den Haag.

verdwijn in de bossen

MORE Twickel Al eeuwenlang is het het bos een plek waar de mens tot rust en inzicht komt. Overgeleverd aan de elementen en dierlijke instincten is het bos ook een bron voor sprookjes en duistere verhalen. Het is de onbevattelijke grootsheid en mysterieuze schoonheid die ons telkens weer naar het bos trekt. In de tentoonstelling nemen 10 Nederlandse kunstenaars en een schrijver je mee op een wandeling into the woods. De schilderijen, tekeningen, prenten, fotocollages en video tonen landschappen waarin je kunt dagdromen en uitademen. Of die je juist eventjes de adem benemen. De tentoonstelling Into the Woods is te zien in MORE Twickel t/m 21 maart 2027.

griezelverhaal & kunst

MORE Twickel Bossen kunnen spooky zijn. Op uitnodiging van Museum MORE schreef Thomas Olde Heuvelt het korte, griezelige verhaal Into the Woods geïnspireerd op een bijna 10 meter brede tekening van kunstenaar Lise Lou Sore. Dit monumentale kunstwerk is te zien in de tentoonstelling in MORE Twickel. Deze vertelling is minder geschikt voor jonge lezers of kijkers.
Thomas Olde Heuvelt (1983) brak in 2016 internationaal door met zijn boek HEX. Andere bekende romans van hem zijn Echo, Orakel, November en Het Laatste verhaal van Jamie Gunn. Dit laatste boek werd dit jaar genomineerd voor een Gouden Strop.

nieuw museumcafé

MORE Twickel Een museumbezoek smaakt nóg beter met een kop koffie, gebak, lunch of een glas wijn. Daarom zijn we blij dat Boode de horeca verzorgt op onze nieuwe locatie! Museumcafé Boode in MORE Twickel is een fijne plek plek om neer te strijken tijdens jouw bezoek. Bij mooi weer kun je bovendien genieten van het cafétearras met uitzicht op de prachtige museumtuin. Onze samenwerking met Boode gaat verder dan het café. Ook voor catering, bijeenkomsten en evenementen kun je bij ons terecht. Zo komen kunst, de omgeving van Landgoed Twickel en de gastvrijheid van Boode perfect samen.

kunstwerk in de openlucht

De tentoonstelling Into the Woods is geïnspireerd op een wandeling die de samenstellers maakten over de zogeheten Umfassungsweg op Landgoed Twickel, een route die vlak bij het museum start. Het landschap van Twickel is door de eeuwen heen volledig ontworpen en het wandelpad leidt je in enkele uren langs de hoogtepunten. Bij elke bocht ontvouwt zich een nieuw uitzicht, als een kunstwerk in de open lucht. De aanleg van de Umfassungsweg werd begonnen rond 1890 door de Duitse landschapsarchitect Eduard Petzold en in 2012 voltooid door Michael van Gessel.

naar de kermis met toorop & koch

MORE Gorssel Kom op woensdagmiddag 21 oktober naar MORE Gorssel voor een gezellige familiedag vol kunst, circus en plezier! In de tentoonstelling Charley Toorop & Pyke Koch | Alles of niets spelen het circus en de kermis een bijzondere rol. Hoog tijd dus om het circus zelf uit te proberen! Tijdens de circusworkshop van Monsieur Bart tussen 13.30 en 16.00 uur verandert een deel van het museum in een echte circuspiste en jij kunt meedoen. Deelname kost €7,50 excl museumentree. Tickets zijn online en aan de kassa te koop. Kinderen t/m 11 jaar hebben altijd gratis entree tot onze musea.
Op tv bij Nu te zien! Museumdirecteur Bart Rutte bezocht onze grote tentoonstelling Charley Toorop & Pyke Koch | Alles of niets. Bekijk de uitzending op NPO Start. De tentoonstelling is nog te zien in MORE Gorssel t/m 25 oktober.

ontmoet sam drukker

MORE Ruurlo Op zaterdag 31 oktober en zondag 1 november is kunstenaar Sam Drukker in MORE Ruurlo! Dat weekend kun je meedoen aan zijn rondleidingen en workshops. Bestel op tijd tickets ivm het beperkte aantal plaatsen. Bezoek meteen zijn tentoonstelling De ouder wordende mens.

Rondleidingen door Sam Drukker

Op zaterdag 31 oktober neemt Sam Drukker jou mee door zijn tentoonstelling in MORE Ruurlo. Hij vertelt over het ontstaan van het idee, zijn manier van werken, de betekenis van ouder worden en de achterliggende motieven van de tentoonstelling. Een unieke kans om tijdens de één-uur-durende rondleiding in gesprek te gaan met Sam over zijn kunst, hoe hij te werk gaat en waar hij zijn inspiratie vandaan haalt!

Workshops door Sam Drukker

Op zondag 1 november leer je kijken en tekenen met kunstenaar Sam Drukker. Het thema van de workshop is De ouder wordende mens in de spiegel – jezelf onder ogen zien met een krijtje. Nu ook voor jonge mensen! Tijdens de workshop krijg je een drankje. Bij de prijs inbegrepen zijn ook de benodigde materialen zoals een spiegel, Conté a Paris potlood en tekenpapier A3.

zwarte cross, dankjewel!

MORE Gorssel Deze zomer ruilden we de museumvloer even in voor festivalgras, herrie, modder en een heleboel goeie zin. Museum MORE ging naar de Zwarte Cross! Met ons Minimuseum brachten we kunst naar het festivalterrein – met de schilderijen She’s the One en Hoping for an Encore van Bobbi Essers. En met Kunstcrossen gingen we nog een stap verder: kunst niet alleen bekijken, maar er middenin duiken. Kijken, maken, proberen, kliederen en ontdekken terwijl de muziek galmt. Want wie zegt dat kunst stil moet zijn? Een grote dankjewel aan Zwarte Cross voor de ruimte om kunst op z’n kop te zetten. En aan het Cultuurfonds en Fonds 21 voor het mogelijk maken van dit avontuur.
De duotentoonstelling Robin Wen & Bobbi Essers | Nothing Makes Me Feel As Good is nog te zien in MORE Gorssel t/m 15 november.

Nähere Informationen: Museum More Twickel, Hengelosestraat 2/4, 7491 BR Delden, Telefon: +31 (0)575 760300, E-Mail: info@museummore.nl, Museum MORE, Hooftstrad 28, 7213 CW Gorssel, Telefon +31 575 760 306, Internet www.museummore.nl. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, und Burg Ruurlo, Vordenseweg 2, 7261LZ Ruurlo. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Ruge – Der Reporter des 20. Jahrhunderts

Biografie von Christian Neef

Moskau, Peking, Washington, Pasternak und Perestroika, chinesische Kulturrevolution, amerikanische Bürgerrechtsbewegung und deutsche Ostpolitik … Gerd Ruge war ein entscheidender Protagonist des demokratischen Journalismus nach 1945, der den Menschen in Deutschland ein Fenster zur Welt geöffnet hat.

Den Menschen zuhören und sie verstehen – kaum einer hat diese Prämisse mehr beherzigt als Gerd Ruge. Bis heute verkörpert er das, was man unter objektivem und dennoch empathischem Journalismus versteht. Christian Neef hat seinen in Deutschland einzigartigen, umfangreichen Nachlass gesichtet. Seine Biografie zeichnet nicht nur das Leben dieses außergewöhnlichen Reporters nach, sondern erzählt auch von den wichtigsten weltpolitischen Umbrüchen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Ruge oft direkt vor Ort erlebte.

„Ruge neigte niemals zur Hektik, spielte sich nicht auf, sondern blieb seinem Stil treu: mit ruhigen Fragen dem Zuschauer Einsicht in Entwicklungen in der Welt zu geben. Er hat den Deutschen beigebracht, sich nicht so wichtig zu nehmen in der Welt. So, wie er selbst sich nicht so wichtig genommen hat. Dabei war er einer der Wichtigsten“, sagt Klaus Hillenbrand von der taz. Und eine Kollegin ergänzt: „Es war faszinierend, ihm zu zuhören und bei der Arbeit zuzuschauen. Ihm verdanke ich wundervolle Einblicke in meinen Beruf“, schreibt die ZDF-Aulsandskorrespondentin Katrin Eigendorf in ihrem Buch „Erzählen was ist“.

Zum Autor

Christian Neef, geboren 1952 im brandenburgischen Perleberg, studierte in Leipzig Journalistik und Geschichte. Der ausgewiesene Experte für Russland, Osteuropa und Afghanistan lebte 16 Jahre in Moskau. U. a. war er zehn Jahre stellvertretender Auslandschef des Spiegel. Heute arbeitet er als freier Autor zu Themen über Russland und Osteuropa. Er veröffentlichte mehrere Bücher zur russischen Geschichte, zuletzt über den Untergang der deutschen Gemeinde von St. Petersburg nach 1917.

Leseprobe

„Eine ruhige Straße am Rande des Münchner Stadtbezirks Bogen-
hausen. Gepflegte Villen und Einfamilienhäuser stehen hier, Wohn-
orte für gut situiertes Bürgertum. Es gibt viel Grün, aber auch die
alten Gründerzeitbauten sind nicht weit und jene Stelle, an der in der
Poschingerstraße einst die Thomas-Mann-Villa stand.
Das Haus, in dem der Journalist Gerd Ruge bis zu seinem Tode
lebte, fällt aus dem Rahmen. Es ist eine lang gezogene Wohnanlage
aus Beton, zur Zeit der Olympischen Spiele Anfang der 1970er-Jahre
erbaut. Häuser dieser Art werden heute als brutalistisch abgetan,
weil der Beton auch an der Fassade und im Innenraum genüsslich
zelebriert worden ist. Aber dieses Haus ist keine jener Wohnmaschi-
nen, die im Stil des »béton brut« entstanden, sondern elegant im
orangefarbenen Innern, mit viel Holz, Stahl und Glas sowie enorm
großen Terrassen auf beiden Seiten, fast so groß wie die Innenräume.
Diese Terrassen waren Ruges Welt, er liebte sie, weil sie von Meisen,
Zaunkönigen, Amseln und Rotkehlchen bevölkert waren, manch-
mal auch von Eichhörnchen. Deswegen wollte er hier nicht weg,
selbst als er das verlockende Angebot einer großen Altbauwohnung
in Schwabing bekam.
Er hatte zwei Wohnungen zu einer zusammengelegt, schon um
seine Bibliothek mit den mehreren Tausend Bänden unterzubekom-
men. Jeder, der ihn besuchte, bestaunte die vielen Bücher und Schall-
platten, die er von seinen Aufenthalten in Russland, Amerika und
China mitgebracht hatte, auch die Rollbilder, Plastiken, Ikonen und
kunsthandwerklichen Objekte – ein Sammelsurium, das in den Jahr-
zehnten seiner Korrespondentenarbeit zustande gekommen war und 12
bei dessen Betrachten man spürte, dass es sich vor allem um Erinne-
rungsstücke handelte.
Zwei Etagen tiefer, das sahen die Besucher nicht, hatten sich in
einem riesigen, vollgestopften Hobbyraum Schätze ganz anderer
Art angehäuft. Dort waren Dutzende Kisten und Kartons gestapelt,
dazwischen lagerten Taschen und selbst Plastiktüten – die Hinter-
lassenschaft eines Journalistenlebens. Diese hatte sich über die Zeit
auch auf die Keller eines weiteren Hauses sowie auf die Wohnung
selbst verteilt, in ziemlich chaotischer Manier.
Gerd Ruge starb im Oktober 2021, im 94. Lebensjahr. Als seine
Tochter die Wohnung aufzulösen begann, fand sie diesen Nach-
lass. Was quoll in den Kellern und in der Wohnung nicht an den
unterschiedlichsten Stellen hervor! Ordner und Hefter, Dokumen-
tenmappen und lose Papiere – in kleinen Koffern oder Schubläden
aufbewahrt –, ganze Briefstapel und Unmengen an Fotos. Selbst im
alten Bauernschrank in der Wohnung waren noch irgendwelche
Akten untergebracht.
Erst nach und nach ließ sich der Faden in diesem Knäuel finden,
an dem entlang man den Fund ordnen konnte. Es zeigte sich, dass
diese Hinterlassenschaft eine Art Chronik ist und die Geschichte von
mehr als 70 Jahren widerspiegelt – anhand von Manuskripten und
Sendeberichten, Presseartikeln und Rezensionen sowie dienstlichen
und privaten Briefen, die bereits Ende der 1930er-Jahre beginnen.
Der Fund entpuppte sich als ein Geschichtsbuch der bewegten Jahr-
zehnte nach dem Zweiten Weltkrieg – ja als eines der in Deutschland
politisch vielleicht interessantesten Archive der Nachkriegszeit.“

Christian Neef, Ruge – Der Reporter des 20. Jahrhunderts, Propyläen Verlag, Einbandart, Hardcover mit Schutzumschlag, Seitenanzahl, 496 Seiten, ISBN 9783549110133

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Ruhige Moonshines voller tanzender Flammen – Von Dorien Tamis

Mit ihren geheimnisvollen Schatten und dunklen Trieben ist die Nacht eine bleibende Inspiration – auch für Künstler des 17. Jahrhunderts. In ‚From Dusk Till Dawn‘ im Dordrechts Museum können Sie nun einen historischen Nachtspaziergang machen.

Nachts geschieht viel mehr als Schlaf, selbst im siebzehnten Jahrhundert. Am Abend lernen sie bei Kerzenlicht, später singen die Nachteulen, und die Feuer werden gelöscht. Mitten in der Nacht beugen sich Wissenschaftler über Himmelskörper, und vor Tagesanbruch beginnt oft ein neuer Arbeitstag. All diese Aktivitäten wurden von Malern unsterblich gemacht.

In der Ausstellung „Von der Dämmerung bis zur Morgendämmerung – Nachtkunst im17. Jahrhundert“ im Dordrechtser Museum unternimmt man eine Reise durch eine solche Nacht des siebzehnten Jahrhunderts – beginnend und endet in den goldenen Stunden, in denen die Sonne gerade noch oder noch unter dem Horizont verborgen ist. Bekannte Malernamen spielen dabei eine Nebenrolle.

Lichtstrahl

Wenn es einen Namen gibt, der heraussticht, dann ist es der Amsterdamer Maler Aert van der Neer (1603–77), der Spezialist für ‚Moonshines‘. Wenn man mehr als nur oberflächlich hinschaut, erkennt man, dass dies nur einige Tricks sind, mit denen Van der Neer einen überzeugend die Dunkelheit der Nacht erleben lässt. Die Farblosigkeit der Dunkelheit ist einfach – er schlägt sie mit überwiegend monochromen Tönen vor: Schwarz mit Grau oder blassgelb oder gräulich-braun.

Um seinen Gemälden eine Definition zu geben, lässt der Maler den Mond kraftvoller leuchten als in der Realität. Reflektiertes Licht verrät Wasserelemente, nicht umsonst spielen Gräben und Pfützen eine wichtige Rolle in Van der Neers Landschaften. Figuren – ein Haus, ein Mann in einem Boot, eine Pollard Wille – tauchen aus der Dunkelheit auf, weil der Maler einfach einen Lichtstrahl an sich vorbeischießen lässt.

Loderndes Feuer

Neben ruhigen, mondbeschienenen Nächten mit Windmühlen gibt es während einer solchen Übernachtung im siebzehnten Jahrhundert noch mehr zu erleben. Beim Spaziergang durch die wunderschön gestalteten und ansprechend beleuchteten Räume lässt man sich von einem Thema um die Anforderungen für eine gute Nachtruhe leiten; Oder eine, in der man Personifikationen der Nacht auf der Leinwand trifft.

Faszinierend zu vergleichen mit Van der Neers Werk sind die nächtlichen ‚Feuer‘ des Rotterdammers Egbert van der Poel (1621–64), ein etwas weniger prominenter Name im Nachtgenre. Van der Poel malt nicht nur in einem anderen, viel glatteren Stil, sondern die von ihm verwendeten Lichtquellen wirken völlig anders.

Die hoch aufragenden orangefarbenen Flammen von Van der Poels spektakulärem Feuer warfen tiefe Schatten über die Umgebung, Gebäude und panische Menschen. Das verleiht Van der Poels Gemälden etwas Faszinierendes und zugleich etwas Unwirkliches.

Vorbeispähender

Die Auftritte mit nächtlichen Partygästen, Lagerfeuern und Feuerwerk wirken viel vertrauter. Du teilst sofort das halb erwartungsvolle, halb zitternde Gefühl der Nachteulen, ein Gefühl, das sich bis heute kaum verändert hat. Eine Kleinigkeit, die besonders Druckgrafiker zu schätzen schienen, sind strahlend beleuchtete Fenster – die in einer Schwarz-Weiß-Szene noch eindrucksvoller wirken. Das weckt sofort die Neugier des spählernenden Passanten. Was machen diese Leute da drin?

Eine Nacht im siebzehnten Jahrhundert war nicht nur buchstäblich viel dunkler als heute mit all der Lichtverschmutzung, sondern auch noch dunkler. In Tooverykens en spoockeryen, mit Hexen, Teufeln und anderem Abschaum herumschreien, und natürlich unter dem Schutz der Nacht fanden mehrere Künstler ein lohnendes Thema, um ihre Horrorfantasien auszuleben. Der rätselhafte Albtraum des Amsterdamer Malers Domenicus van Wijnen (1658–1700), einer der Höhepunkte der Ausstellung, ist geradezu seltsam.

Von Hexenkreisen bis zu feiernden Motten – in ‚From Dusk Till Dawn‘ passiert eine Menge. Das Schöne an einer so gut gestalteten thematischen Ausstellung ist, dass man sich von den Kuratoren mitreißen lassen kann, aber auch durch die eigenen Interessen wandern kann. Gute Nacht, kurz gesagt, in Dordrecht.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Eine festliche Gästeliste im Museum Voorlinden

Tausende von Ballons schweben hinter Glastüren, ein riesiger Kürbis steht um die Ecke und in einem anderen Raum hält eine winzige Maus eine große Rede. Diese Meisterwerke (von Martin Creed, Yayoi Kusama und Ryan Gander) befinden sich vorübergehend wieder im Museum Voorlinden in Wassenaar, wo sie mit bunten Blickfangern aus der Dauerausstellung zu sehen sind. Mit dieser Ausstellung ‚Die Ikonen der Kunst feiern‘ feiert das Wassenaar-Museum sein zehnjähriges Jubiläum.

Eine ihrer eigenen Ikonen sind die winzigen Aufzüge aus dem Jahr 2001 von Maurizio Cattelan (1950), die achtlos in einer Wand versteckt sind. Die kleinen Schiebetüren öffnen und schließen sich, begleitet von Geräuschen. Ein junges Mädchen hockt sich für die Arbeit hin und stößt einen freudigen Schrei aus: Wenn sie nicht bis zu ihren Knöcheln reichen würden, würde sie sofort eingreifen wollen.

Dieses Gefühl der Wiedererkennung, das in Entfremdung übergeht, ist charakteristisch für die Ausstellung: So wird zum Beispiel die weltberühmte „Wisteria“ (1917–20) von Claude Monet (1840–1926) mit einer zylindrischen Glasskulptur (2012–13) von Roni Horn (1955) kombiniert. Indem man sie aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und mit wechselndem Licht betrachtet, betonen die Werke die Flüssigkeit der Bilder und die Veränderung dessen, was Farben, Materialien und Formen auf den ersten Blick zu sein scheinen.

Wörtlich unentbehrlich ist die gigantische Skulptur des kauernden Jungen (1999) von Ron Mueck (1958). Trotz seiner Größe versucht der Junge, sich zu verstecken, und versteckt sich hinter seinen Armen. Daneben hängt Andy Warhols (1928–87) Werk „Camouflage“ (1986), das mit seiner leuchtenden Farbkombination nach Aufmerksamkeit schreit. Mit solch sichtbaren und unsichtbaren Verbindungen gibt es in der Ausstellung immer etwas Neues zu entdecken.

Nähere Informationen: Museum Voorlinden, Buurtweg 90, Wassenaar, Telefon: +31 705121660, E-Mail: info@voorlinden.nl, Internet: www.voorlinden.nl

Live-Interview + Katalog ‚From Dusk Till Dawn‘

Am Donnerstag, 5. November (ab 15 Uhr), wird der Ausstellungsleiter Stefan Kuiper im Dordrechtser Museum von Chefredakteur Jeroen Junte zu ‚From Dusk To Dawn‘ interviewt.

Sie erhalten außerdem den Katalog, der diese Ausstellung über die Nacht in der Malerei des siebzehnten Jahrhunderts begleitet. Sie werden mit einer Tasse Kaffee begrüßt, danach findet das Interview im historischen Schouman-Raum im Museum statt. Anschließend gibt es die Gelegenheit, die Ausstellung in Anwesenheit von Stefan Kuiper und Jeroen Junte zu besuchen.

Praktische Informationen

Wann: Donnerstag, 5. November ab 15:00 Uhr, Wo: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, Dordrecht

Programm

14.30 Uhr: Walk-in, Kaffee und Übergabe des Katalogs

15 Uhr: Beginn des Interviews

16 Uhr: Ausstellungsbesuch

Preis 30 Euro (inkl. Kaffee + Eintritt + Katalog).Bitte beachten Sie: maximal 50 Teilnehmer, registrieren Sie sich vor dem 30. Oktober, voll = voll! Stornierungen können bis zu maximal 48 Stunden im Voraus erfolgen, wobei der Grund angegeben wird.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Dämmerung der Götter – Frans Franciscus

Um 1980 gab es einen Wandel in der Kunst. Die Dominanz der modernen, abstrakten Kunst neigte sich dem Ende zu, und figurative Künstler traten ins Licht. In diesen postmodernen Jahren begann Frans Franciscus seine Karriere. Mit seiner herausfordernden Figuren, in der er Verbindungen zu klassischen Meistern herstellt, eroberte er schnell einen herausragenden Platz in der niederländischen Kunstwelt.

Über Frans Franciscus

Frans Franciscus (Utrecht, 1959) lebt und arbeitet in Amsterdam. Von 1982 bis 1986 studierte er an der Utrechter Kunstakademie. In Franziskus‘ Werk spiegelt sich der Mensch in all seinen Facetten wider. Auf kritische, scharfsinnige und oft witzige Weise stellt er Themen wie Vielfalt, Ungerechtigkeit und Liebe in wunderschönen, klassischen Werken unserer Zeit dar.

Nähere Informationen: Centraal Museum, Agnietenstraat 1, Utrecht, Telefon: +31 302362362, E-Mail: info@centraalmuseum.nl, Internet: http://www.centraalmuseum.nl

Liegende Figuren

Die Ausstellung „Reclining Figures“ vereint eine einzigartige Auswahl von Skulpturen rund um eines der ältesten und bekanntesten Motive der Bildhauerei: die liegende Figur. Seit der Antike symbolisiert dieses Thema nicht nur Frieden und Reflexion, sondern auch die intrinsische Verbindung zwischen Mensch und Umwelt.

In der modernen Kunst wurde das Motiv der liegenden Figur von Henry Moore innovativ interpretiert, der die liegende Figur nutzte, um die komplexe Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und der Landschaft zu untersuchen. In seinen Fußstapfen folgten Künstler wie Charlotte van Pallandt, Mimmo Paladino und Hans Opdebeeck, die jeweils ihre eigene persönliche Interpretation des Themas gaben und mit verschiedenen Formen, Materialien und Techniken experimentierten.

Diese Ausstellung bietet einen reich gefächerten Überblick über sowohl abstrakte als auch figurative Ansätze zur liegenden Figur in moderner und zeitgenössischer Skulptur und zeigt, wie dieses zeitlose Motiv zu erneuertem Dialog, Dialog und Vertiefung innerhalb der bildenden Künste inspiriert.

Nähere Informationen: Museum Beelden aan Zee, Harteveltstraat 1, Den Haag, Telefon: +31 703585857, E-Mail: pr@beeldenaanzee.nl, Internet: www.beeldenaanzee.nl

Matthew Monahan – Linker Weg

Anlässlich von zwei Neuankäufen und einer großzügigen Spende des Künstlers wird das De Pont Museum im Herbst 2026 mehrere Räume mit Skulpturen, Reliefs und Papierarbeiten von Matthew Monahan (1972, Eureka, USA) einrichten.

In seinen Skulpturen und Zeichnungen arbeitet Monahan mit einer Vielzahl von Materialien, darunter Aluminium, Papier, Bronze, Gips, Stahl, Blech und Kunststoff. Er formt diese Materialien so, dass ihre Identität niemals eindeutig ist: Was hart erscheint, ist weich und verletzlich, und was zerbrechlich erscheint, ist starr und industriell. Hinweise auf einen fast alchemistischen Umgang mit Material gehen Hand in Hand mit einem starken Gefühl der Fragmentierung.

Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt, erscheint aber immer in Stücken: lose Gliedmaßen, Köpfe und Fragmente, die abgebrochen, verschoben und wieder zusammengesetzt wurden. Die Skulpturen rufen ein Gefühl von Verfall, Zusammenbruch und Auflösung hervor, während sie gleichzeitig Raum für eine neue, zusammengesetzte Schönheit schaffen. Stahlstrukturen dienen sowohl als Träger als auch als Käfige, durch die sich die Skulpturen bewegen.

Fragmentierung ist für Monahan kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie. Seine Methode ruft Assoziationen mit dem Unvollendeten und dem Traumähnlichen hervor, in denen Formen falten, knittern, brechen und zerfallen. Die Falte spielt dabei eine zentrale Rolle: manchmal elegant, manchmal gewalttätig, bis zu dem Punkt, dass das Material buchstäblich zusammenbricht. In diesem Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Verlust entsteht ein reiches Feld von Bedeutungen und Assoziationen.

Nähere Informationen: De Pont Museum, Wilhelmina Park 1, Telefon: +31 135438300, E-Mail: info@depont.nl, Internet: http://www.depont.nl