Vorschau – Ausstellungen im Museum FOAM

Nadav Kander: Der Rand der Dinge

Das Fotomuseum Foam in Amsterdam präsentiert „The Edge of Things“, eine bedeutende Einzelausstellung des international renommierten Fotografen Nadav Kander. In den letzten vier Jahrzehnten hat Kander einige der gefeiertsten Bilder der zeitgenössischen Fotografie geschaffen.

Über die Ausstellung – 18. September 2026 bis zum 17. Februar 2027

Von preisgekrönten Fotografien der Ufer des großen Jangtse in China, der Ufer der Londoner Themsemündung und den kargen Landschaften von Tschernobyl bis hin zu Porträts globaler Persönlichkeiten wie Barack Obama, Rosamund Pike und David Lynch sowie Studien zur menschlichen Form. Kander sucht nach der unerwarteten Resonanz in Menschen und Orten, jenen Momenten, in denen etwas Tiefgründiges dem Auge und der Kamera offenbart wird.

Die Ausstellung wird vom Gastkurator David Campany, Creative Director des International Center of Photography, New York, kuratiert.

Hailun Ma: Heimatstadt

Im September 2026 präsentiert Hailun Ma ihre erste große Einzelausstellung außerhalb Chinas und lädt Besucher in eine Welt ein, in der Mode zu einer Linse sozialer Beobachtungen wird. Als eine der einflussreichsten Stimmen unter Chinas neuer Generation von Bildgestaltern gilt, richtet Ma ihre Kamera auf die Gesten, Stile und Beziehungen, die das Alltagsleben in Xinjiang prägen.

Über die Ausstellung – 18. September 2026 bis zum 20. Januar 2027

Die Ausstellung vereint aktuelle Serien, die sich auf Familie, Jugend und Alltagsstil in Xinjiang konzentrieren. Zwischen dem Inszenierten und dem Spontanen hin und her zeigen Ma’s Bilder, wie Menschen sich präsentieren und wie Kultur getragen, geteilt und neu interpretiert wird.

Mas Arbeit erlaubt es, dass die Bilder sprechen, bevor sie erklärt werden. Mit ihren lebendigen Porträts hat sie weltweit auf die Stilsubkulturen ethnischer Minderheiten und multikultureller Gemeinschaften im zeitgenössischen China aufmerksam gemacht – und so lokale Identität und globale Modekultur verbunden. Ihre Arbeiten wurden in New York Magazine, i-D, GQ China und Vogue vorgestellt.

Keerthana Kunnath: Not What You Saw

Foam präsentiert die erste Einzelausstellung der in London ansässigen Fotografin Keerthana Kunnath. In ihrer Arbeit nutzt sie die Kamera als Instrument, um soziokulturelle Themen zu untersuchen und sichtbar zu machen.

In ihrer Debütserie „Not What You Saw“ dokumentierte Kunnath weibliche Bodybuilderinnen in Kerala, Südindien. Die Serie stellt konventionelle Stereotype infrage und hinterfragt kulturelle Vorstellungen von Geschlecht und Schönheit in der Region. Die Bilder strahlen sowohl Stärke als auch Sanftheit aus und laden den Betrachter ein, erneut zu blicken: auf Vorurteile darüber, wie eine Frau aussehen sollte, und auf sich selbst.

Über die Ausstellung – 18. September 2026 bis zum 27. November 2026

Die Geschichten dieser Frauen sind sowohl inspirierend als auch aufschlussreich: Indem sie den Sport ausüben, stellen sie die vorherrschende Norm infrage, hinterfragen den männlichen Blick und widersprechen den gesellschaftlichen Erwartungen an Weiblichkeit.

Über die Künstlerin

Keerthana Kunnath ist eine in London ansässige indische Künstlerin, die ihr Medium nutzt, um Gespräche über soziokulturelle Themen anzustoßen. In ihren Arbeiten behandelt sie Themen wie Sexualität, queere Identität, Weiblichkeit und psychische Gesundheit – Themen, die in ihrem Heimatland Südindien selten offen diskutiert werden.

Nahost-Archiv

Das Foam und das Middle East Archive präsentieren ein zweiteiliges Ausstellungsprojekt in Amsterdam-West, bestehend aus einer Einzelausstellung am Mercatorplein und einer Gruppenpräsentation in der MAQAM (Kolenkitbuurt). Beide Präsentationen basieren auf der neuesten MEA-PublikationAl Nisa / Women und werden in Zusammenarbeit mit Romaisa Baddar, der Gründerin des Middle East Archive, kuratiert. Durch die Galerie Mercatorplein und seinen Satellitenstandort MAQAM ist Foam in Amsterdam-West langjährig präsent und pflegt enge Verbindungen zu den vielfältigen Gemeinden der Region. Die beiden Ausstellungen sind Teil eines mehrjährigen Programms, das 2027 mit einer Ausstellung beim Foam fortgesetzt wird.

Über die Ausstellung – Am Mercatorplein vom 1. Oktober – 29. Oktober/Im MAQAM vom
1. Oktober – Ende Dezember 2026

„Foam x Middle East Archive“ ist ein kollaboratives Projekt, das sich auf visuelle Kultur aus dem Nahen Osten und Nordafrika (MENA) konzentriert. Es findet an zwei Orten in Amsterdam-West statt.

Die Einzelausstellung von Yomna El Beyaly im Mercatorplein bietet eine intime und nuancierte Darstellung des Alltagslebens von Frauen und Mädchen in Ägypten und fängt Rituale von Fürsorge, Schönheit, Zusammenhalt und öffentlicher Präsenz ein. Ihre Bilder zeigen Frauen nicht als Symbole, sondern als komplexe Individuen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen.

Beim MAQAM bringt eine Gruppenpräsentation Arbeiten von Najla Said, Rania Matar, Chiara Wettmann, Farah Al Qasimi, Mariam El Gendy, Haneen Hadiy, Taqwa Bint Ali, Tanya Habjouqa, Yumna Al Arashi und Nadia Bseiso zusammen. Durch die gleichzeitige Öffnung treten die beiden Ausstellungen in einen Dialog über verschiedene Orte hinweg und ermutigen die Besucher, beide Veranstaltungsorte zu erleben und sich mit dem Projekt als Ganzes auseinanderzusetzen.

Die Ausstellungen werden gemeinsam in einer festlichen Eröffnung eröffnet, an der Anwohner, Projektpartner und Besucher aus der ganzen Stadt teilnehmen. Diese gemeinsame Eröffnung verbindet den öffentlichen Raum des Mercatorplein mit der intimeren Atmosphäre von MAQAM und lädt das Publikum ein, beide Orte zu erkunden und den vollen Umfang des Projekts zu entdecken.

Während der gesamten Ausstellungszeit wird Foam ein öffentliches Programm organisieren, das darauf abzielt, die aktive Zusammenarbeit mit den Bewohnern von Amsterdam-West zu fördern. Das Programm umfasst Workshops im MAQAM sowie Aktivitäten wie geführte Fototouren auf dem Mercatorplein.

Foam Talent 2026

Das Foam präsentiert noch bis zum 28. August „Foam Talent 2026“. Eine Gruppenausstellung, die Werke einer außergewöhnlichen neuen Welle von Bildmachern zeigt, die die Zukunft der Fotografie prägen. Die diesjährige Ausstellung zeigt die Arbeiten von 15 außergewöhnlichen Künstlern, ausgewählt aus fast 2.892 Einsendungen aus 107 Ländern. Die 15 Schaumstofftalente in der Ausstellung spiegeln die Energie, Vielfalt und globale Reichweite aufkommender fotografischer Praktiken heute wider. Gemeinsam weisen ihre Praktiken auf mutige neue Richtungen im Medium hin und zeigen ein starkes Engagement für das Geschichtenerzählen über eine Vielzahl von Erzählungen, Perspektiven und künstlerischen Ansätzen hinweg. Das Foam Magazine wird die neueste Talent Issue #68 zusammen mit der Eröffnung der Ausstellung bei Foam veröffentlichen.

In einer Zeit, die von ständigem globalen Wandel und Unsicherheit geprägt ist, beschäftigen sich die Foam Talents mit einigen der drängendsten Themen der Fotografie und Gesellschaft heute: politische Unterdrückung, Trauer und psychische Gesundheit, Religion und Glaube, Konflikte, Vertreibung, kulturelle Identität und technologische Innovation. Doch in diesen verschiedenen Werkgruppen taucht immer wieder ein Thema auf: Heimat. Für viele der Künstler ist Zuhause nicht als fester Ort definiert, sondern als ein Netzwerk von Erinnerungen, Beziehungen und emotionalen Verbindungen. Durch ihre Arbeit – sei es durch das Annehmen des Glaubens, das Auseinandersetzen traumatischer Erfahrungen oder das Erfinden neuer Formen der Resilienz – legen sie nahe, dass Zuhause nicht nur unser Herkunftsort ist, sondern etwas, das wir weiterhin formen und in uns tragen.

Martin Parr: Sehr modern und ziemlich hässlich

Das Foam ehrt das Vermächtnis des britischen Fotografen Martin Parr mit der Ausstellung „Very Modern and Rather Ugly“. Mit einer Auswahl seiner ikonischsten Werke feiert die Ausstellung Parrs unverkennbare Sichtweise, witzige gesellschaftliche Beobachtungen und seine anhaltende Faszination für die Rolle der Fotografie im Alltag. Dies ist Parrs erste Einzelausstellung in einem Museum in den Niederlanden seit mehr als zwanzig Jahren. Zur Erinnerung an seinen Tod wird Foam eine Würdigung des Vermächtnisses von Martin Parr überreichen.

In einer Karriere, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstreckte, wurde Martin Parr (1952–2025) zu einer der markantesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Dokumentarfotografie. Bekannt für seine gesättigten Farben, Nahaufnahmen, scharfe Blitze und scharfen, ironischen Blick, dokumentierte er die alltäglichen Rituale, Verhaltensweisen und Gewohnheiten des modernen Lebens. Von Freizeit und Tourismus bis hin zu Konsumismus und sozialer Klasse offenbart sein Werk den Humor und die Absurdität des Alltags.

Parr wird dafür gefeiert, dass er das Vertraute seltsam und das Eintönige interessant wirken lässt. Durch seine lebendige visuelle Sprache verwandelte er scheinbar banale Szenen in scharfsinnige Reflexionen über die moderne Gesellschaft. Im Zentrum seines Lebenswerks standen Themen wie Konsum, kulturelle Identität, Tourismus und Klasse, die er über Jahrzehnte hinweg sowohl national als auch international erforschte. Sein unverwechselbarer Themenansatz, langfristige Projekte und sein sofort erkennbarer fotografischer Stil haben ihn zu einem bleibenden Bezugspunkt für jüngere Fotografengenerationen gemacht. Parr dokumentierte nicht einfach das zeitgenössische Leben, sondern veränderte auch unsere Sichtweise darauf.

Im Zentrum der Ausstellung steht Parrs ikonische Serie „Common Sense“(1999), eine Installation mit 264 farbgesättigten Nahaufnahmen, die auf die globale Konsumkultur hineinzoomen – von Fast Food und Touristenorten bis hin zu persönlicher Dekoration und sozialen Stereotypen. Die Serie „Autoportrait“ (2002) vereint drei Jahrzehnte an Porträts von Martin Parr – aufgenommen von Straßenfotografen, Studiofotografen und Fotoboxen auf der ganzen Welt –, mit denen er versuchte, die vielen verschiedenen Formen, Gestalten und Traditionen der globalen Porträtfotografie hervorzuheben. Besucher können außerdem „The Non-Conformists“ (Mitte der 1970er Jahre) entdecken, seine frühe Dokumentation ländlicher englischer Gemeinden in Schwarz-Weiß, sowie seine bahnbrechende Serie „The Last Resort“ (1983–85), die Parrs Hinwendung zur Farbe und Fokus auf die britische Küste markiert. Neben der Fotoserie wird die Ausstellung einen Lesesaal bieten, in dem Besucher in Parrs zahlreiche Fotobuchpublikationen eintauchen können.

Über den Künstler

Martin Parr (1952–2025) wurde in Epsom, Vereinigtes Königreich, geboren und studierte Fotografie am Manchester Polytechnic. 1994 wurde Parr Vollmitglied von Magnum Photos und war von 2013 bis 2017 Präsident der Behörde. Neben seiner fotografischen Tätigkeit war er als Kurator, Redakteur und Professor aktiv. Nachdem er über 150 eigene Bücher veröffentlicht und weitere 30 zu Lebzeiten herausgegeben hatte, schuf Parr ein langanhaltendes Vermächtnis.

Parrs Werke wurden von vielen der weltweit führenden Museen gesammelt, von der Tate im Vereinigten Königreich über das Centre Pompidou in Paris bis hin zum Museum of Modern Art in New York. 2017 wurde die Martin Parr Foundation in Bristol gegründet, um aufstrebende, etablierte und wenig anerkannte Fotografen zu unterstützen, deren Arbeit sich auf Großbritannien und Irland konzentriert.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Magnum Photos und der Martin-Parr-Stiftung.

Nähere Informationen: Foam Museum Amsterdam, Keizersgracht 609, 1017 DS Amsterdam, Telefon: +31 20 5516 500, Internet: http://www.foam.org

Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo

Teil I: Vom Teilen und Geteiltsein – 4. Juli bis 2. Oktober

Was passiert, wenn wir teilen – Ideen, Räume, Verantwortung? Mit „Geteilte Ansichten“ eröffnet die Kunsthalle Bielefeld ein umfassendes, zweiteiliges Ausstellungsprojekt, das das Teilen als ästhetisches, soziales und politisches Prinzip ins Zentrum rückt. Die Schau verbindet Werke aus der Sammlung KiCo mit Positionen aus der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld. Die Stiftung KiCo wurde 2009 von Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer ins Leben gerufen – mit der Zielsetzung, nicht nur in einer privaten Sammlung zu münden, sondern sich in kontinuierlicher Zusammenarbeit mit öffentlichen Museen zu entwickeln.

Folgende Künstlerinnen und Künstler werden mit ihren Werken vertreten sein: Mary Bauermeister, Georg Baselitz, Thomas Bayrle, Monica Bonvicini, Martin Brockhoff, Teresa Burga, Robert Delaunay, Thomas Demand, Nicole Eisenman, Lyonel Feininger, Lucio Fontana, Isa Genzken, Barbara Klemm, Daniel Knorr, Maria Lassnig, Konrad Lueg, Michel Majerus, Rita McBride, Sarah Morris, Matthias Müller, Senga Nengudi, Marcel Odenbach, Helga Paris, Charlotte Posenenske, Gerhard Richter, Ulrich Rückriem, Karin Sander, Tomás Saraceno, Jörg Sasse, Philipp Timischl, Wolfgang Tillmans, Oscar Tuazon, Günther Uecker, Clemens von Wedemeyer und James Welling.

Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiKo

Teil II: Willst Du mit mir gehen? 17. Oktober 2026 – 21. Februar 2027

„Man muss einsteigen in die Malerei mit beiden Füßen“, so beschrieb die Künstlerin Maria Lassnig ihren künstlerischen Prozess in einem Interview. Ihr Werk „Füße“ (1987/89) aus der Sammlung KiCo steht zeichenhaft für den zweiten Teil der Ausstellung, in der neue mögliche Gangarten mit der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld eingeschlagen werden und sich zugleich neue Standpunkte eröffnen. „Miteinander gehen“ bedeutet, dass Werke aus zwei Sammlungen zusammenfinden und miteinander ins Gespräch kommen, sich gegenseitig ergänzen, erweitern, hinterfragen und auch widersprechen.
Folgende Künstlerinnen und Künstler werden mit ihren Werken vertreten sein: Nevin Aladağ, Ketuta Alexi-Meskhishvili, Alexander Archipenko, Willi Baumeister, Julius Heinrich Bissier, Shannon Bool, Monica Bonvicini, Andrea Bütter, Alexander Calder, Robert Delaunay, Sonia Delaunay-Terk, Nicole Eisenman, Ceal Floyer, Günter Fruhtrunk, Christoph Girardet, Dominique Gonzalez-Foerster, Katharina Grosse, Hella Guth, Marcia Hafif, Charline von Heyl, Sheila Hicks, Gerhard Hoehme, Wassily Kandinsky, Ellsworth Kelly, Daniel Knorr, Maria Lassnig, Michel Majerus, Agnes Martin, László Moholy-Nagy, Matthias Müller, Senga Nengudi, Kenneth Noland, Francis Offman, Blinky Palermo, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Man Ray, Franziska Reinbothe, Gerhard Richter, Adrian Schiess, Phil Sims, Tony Smith, Eduard J. Stoecklin und Herbert Wilmsmeyer.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld, Telefon: 0521 32999500, Fax: 0521 329995050, E-Mail: info@kunsthalle-bielefeld.de. Die Kunsthalle ist am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

Newsletter der Kunsthalle Bremen

Newsletter der Kunsthalle Bremen

Letzte Ausstellungstage – Am 5. Juli ist Schluss

Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom

Auf den Spuren des Malers Friedrich Nerly (1807–1878): Ab in den Süden – das war der große Trend in der Romantik. Auch Nerly ging bereits früh nach Italien. Er arbeitete in Rom, Tivoli und Olevano, damals wie heute Hotspots der Künstler und Touristen. An der Küste entlang reiste er nach Neapel und bis Sizilien. Dabei entstanden sonnendurchflutete Zeichnungen und Aquarelle vor der Natur, die ihm als Grundlage für Gemälde dienten. Zusammen mit der aufwendig restaurierten „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“ von 1836, einem Hauptwerk des Künstlers, und zahlreichen anderen Gemälden sind sie in einer großen Ausstellung zu sehen.

La Kunstalle parla italiano con la mostra di Friedrich Nerly! Die letzten Gelegenheiten für diese Reise im Rahmen einer Führung auf Italienisch sind am Sonntag, 14. Juni und 5. Juli um 11.30 Uhr.
Natürlich gibt es auch weiterhin öffentliche Führungen auf Deutsch: jeden Freitag, Samstag und Sonntag um 15 Uhr.

Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen

In jungen Jahren ging Friedrich Nerly nach Italien. Nachdem er in Rom und Mailand gelebt hatte, zog es ihn nach Venedig: Was nur als kurzer Stopp auf dem Weg zurück nach Deutschland geplant war, entwickelte sich zu einem lebenslangen Aufenthalt. Während der 41 Jahre vor Ort wurde er der bekannteste lebende Künstler der Stadt. Aus dieser Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten Motive: die Markussäule im Mondschein und der Blick auf den Canal Grande. In der Kabinettausstellung sind neben 50 Papierarbeiten, darunter brillante Impressionen venezianischer Fenster, gotischer Architektur und schwarzer Gondeln, auch zwei Gemälde mit diesen Erfolgsmotiven zu sehen.

Aktuelle Ausstellung Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit – bis 28. Februar 2027

Kann man Photographie heute noch glauben? Und welche Aufgabe kann sie übernehmen in Zeiten von KI und Deep Fakes? Die Kunsthalle erweitert ihre Sammlungsausstellung Remix um vier Räume und zeigt dort eine Auswahl historischer und zeitgenössischer Photographie. Präsentiert werden Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Richard Mosse, Sebastian Riemer, Ricarda Roggan, Thomas Ruff, August Sander, Taryn Simon, Thomas Struth und Heinrich Zille. Die Photographien sind teils Neuzugänge aus der eigenen Sammlung, teils Dauerleihgaben aus der Sammlung Ültzen sowie Leihgaben aus der Sammlung Lothar Schirmer. Viele der ausgestellten Kunstwerke sind zum ersten Mal in der Kunsthalle Bremen zu sehen.
Tipp: Die nächsten Termine für öffentliche Führungen am Sonntag, 28. Juni und 5. Juli 2026, jeweils um 11 Uhr.

Ausstellungsvorschau & Dackel-Treff im Juni

Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi – Vom 31. Oktober 2026 bis 28. März 2027

Das Highlight im Herbst: Eine Ausstellung mit hochkarätigen historischen und aktuellen Werken wird erstmals dem Dackel in der Kunst folgen. Neben Malerei, Zeichnung, Photographie, Video, Installation und Performance gibt es Einblicke in Populärkulturelles, Buchillustration, Deko- und Spielzeugdesign – und auch den Versuch, die Perspektive des Dackels selbst einzunehmen.

Einladung: Schon jetzt befindet sich die Kunsthalle im Dackelfieber und lädt anlässlich des bevorstehenden Welttags der Dackel alle Menschen, die einen Dackel besitzen, zu einem Presse- und Fototermin mit ihrem Hund auf die Grünflächen an der Kunsthalle ein. Am Freitag, 19. Juni, können sich Zwei- und Vierbeiner ab 11.30 Uhr vernetzen und beschnuppern. Gegen 12.30 Uhr ist ein Gruppenfoto mit Dackel geplant.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Telefon: +49 (0)421 – 32 9080, Fax +49 (0)421 – 32908470, E-Mail: info@kunsthalle-bremen.de

Programm für das zweite Halbjahr 2026 im Museum Ludwig

Schultze Projects #5. Jana Euler

18. Juli 2026 – 19. Juli 2028

Bernard Schultze und Ursula (Schultze-Bluhm) prägten Kölns Kultur seit 1968 und waren dem Museum Ludwig eng verbunden; das Haus bewahrt den Großteil ihres Nachlasses. Schultze gilt seit den 1950er-Jahren als Pionier des Informel, wobei das große Werkformat eine zentrale Rolle in seinem Spätwerk spielte. Die Schultze Projects knüpfen daran an: Alle zwei bis drei Jahre gestalten Künstlerinnen und Künstler die Stirnwand im Treppenaufgang neu.

Wade Guyton (2017) verknüpfte New Yorker Architektur-Ikonen mit digital verfremdeten Bildern und fragte nach Macht, Konsum und Bildkultur. Avery Singer (2019) zeigte mehrteilige Tableaus mit digital entworfenen Figuren, die die Ökonomisierung der Kunst spiegeln. Minerva Cuevas (2021) kombinierte Bankenlogos mit präkolonialen Symbolen und thematisiert koloniale Ausbeutung. Kresiah Mukwazhi (2024) verwandelte tausende BH-Träger in eine monumentale Stoffarbeit, die patriarchale Gewalt benennt und weibliche Kollektivität feiert. Im Juli 2026 wird die in Frankfurt lebende Malerin Jana Euler (*1982) die Wand gestalten. In ihrer neuen speziell für Schultze Projects entstandenen Arbeit thematisiert Jana Euler verschiedene Arten des Sehens und des Wahrnehmens von Kunst sowie die Interaktion von Werk und Betrachtenden.

Along the Color Line. Spuren einer Transatlantischen Moderne

3. Oktober 2026 – 7. März 2027

Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.

In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete.

Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt? In europäischen Museen sind Schwarze Künstler*innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora.

Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden.

Man Ray: Kiki

31. Oktober 2026 – 4. April 2027

Die Sammlung Fotografie des Museum Ludwig umfasst rund 70.000 Werke von den Anfängen der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In seinen Fotoräumen stellt das Museum regelmäßig Werke zu ausgesuchten Themen und Fotograf*innen zusammen.

Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er ergänzt auf Kikis Rücken in der Dunkelkammer die Schalllöcher einer Geige, wodurch ihr Körper zum Streichinstrument wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.

Wolfgang-Hahn-Preis 2026 für Lee Ufan

7. November 2026 – 4. April 2027

Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.

Der Wolfgang-Hahn-Preis wird jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig vergeben. Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*innen für die Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden sind vom Museum Ludwig organisierte Ausstellungen der erworbenen Arbeit(en) der Preisträger*innen sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.

Nähere Informationen: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Telefon: +49-221-221-26165, E-Mail: infomuseum-ludwig.de. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage) jeweils von 10 bis 18 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Mode als Kunst im Schloss Ruurlo

Noch bis zum 28. Juni werden im zum Museum More gehörenden Schloss Ruurlo die revolutionären Kreationen der niederländischen Modeikone Fong-Leng präsentiert. Die Ausstellung konzentriert sich hauptsächlich auf die grellen 1970-er Jahre und Fong-Lengs Beziehung zum ‚lebenden Kunstwerk‘ Mathilde Willink. Neben einer Auswahl einzigartiger, skulpturaler Roben werden dort auch Jeans-Designs gezeigt, die Fong-Leng für Levi’s angefertigt hat. Neue Arbeiten des Modefotografen Ferry van der Nat zeigen ebenfalls, wie zeitgemäß Fong-Lengs Mode immer noch ist.

In diesem Jahr ist es genau 60 Jahre her, dass die niederländisch-chinesische Designerin Carla Maria Fong Leng Tsang (*1937) ihre turbulente Karriere begann. Sie war eine der wenigen weiblichen Modemacherinnen und durchbrach Anfang der 1970-er Jahre das vorherrschende Bild der niederländischen Haute Couture. Alles an Fong-Leng strahlt die damalige Atmosphäre Amsterdams aus. Ihre überschwänglichen, theatralischen Kreationen und auch ihre bahnbrechenden Modenschauen mit mitreißender Disco-Musik sorgen in der angesehenen niederländischen Modewelt für Aufsehen.

Sie entwickelte ihre eigene Signatur und ließ sich unter anderem von ihren chinesischen Wurzeln sowie asiatischen Pflanzen- und Tiermotiven inspirieren. Sie verwendet Materialien wie Leder, Wildleder, Seide und Maraboufedern. Bei der Herstellung ihrer fantasievollen oder exotischen Kreationen wendet sie alte Handwerkstechniken wie Falten, Smocken und Applikationen an. Fong-Leng hat sich nie als Designer, sondern als Modekünstler gesehen. Sie sieht ihre Werke als eigenständige Kunstwerke. „Ich möchte etwas erschaffen, das nicht untergeht. Ja, nenn es das Streben nach Unsterblichkeit“, sagte sie einmal.

Mathilde

Es ist Fong-Lengs Modekunst, die eine starke Bindung zu einer anderen skurrilen Frau schaffen würde. 1971 besuchten Mathilde Willink-de Doelder (1938–1977) aus Zeeland zusammen mit ihrem Ehemann Carel Willink (1900–1983) Fong-Lengs neu eröffneten Laden. Studio Fong Leng in der Amsterdamer P.C. Hoofststraat ist mit Glas und Schiffsmetall dekoriert, Champagner wird serviert, Kleidung wird anprobiert und die Leute tanzen. Die Adresse wird zum Ort für führende niederländische Menschen und sogar internationale Jetsets. Mathildes erster Kauf ist der Beginn einer langjährigen Freundschaft zwischen ihr und Fong-Leng. Sie scheinen dazu bestimmt zu sein, in einer gemeinsamen Arena zu glänzen. Die kostbaren Fong-Leng-Kreationen, die Mathilde von nun an trägt, werden von ihrem Ehemann bezahlt.

Mathilde wird zu einer ikonischen Figur in Amsterdams Straßenszene und Nachtleben werden. Sie fühlt sich wie ein lebendiges Kunstwerk, kauft täglich in voller Montur ein und schminkt sich mit üppigem Make-up, das Willink vorbereitet hat. In Fong-Leng-Kreationen ist Mathilde endlich die geworden, die sie innerlich immer war. Im Gegensatz dazu ist die große Mathilde eine fantastische Botschafterin für Fong-Lengs Werk. Er sagt 1974: „Sie ist eine der liebsten Menschen, die ich gerne um mich habe. Sie ist wirklich ein Schatz. Ein Typ ohne nervige weibliche Kleinigkeiten. Und so ehrlich. Sie kann wirklich alles tragen. So perfekt. Außerdem geht sie überall hin. Sie trägt meinen Namen.“ Fong-Leng schreibt Modegeschichte, während Mathilde so berühmt ist, dass sie nur mit ihrem Vornamen genannt wird.

Enge Bindung

1975 verewigt Carel Willink Mathilde, gekleidet in einem metallfarbenen Leopardenumhang, in einem monumentalen Gemälde. Es ist auch das letzte Porträt, das Willink von seiner Muse und dritten Frau anfertigt. Der Maler hat beschlossen, sich von ihr scheiden zu lassen. Das Dreieck aus Fong-Leng, Mathilde und Willink ist gebrochen. Mathilde verliert jeglichen Halt und stirbt 1977 plötzlich unter mysteriösen Umständen. Fong-Leng kleidet sie für ihre Beerdigung in einen besonderen Hosenanzug: eine letzte Hommage an eine enge Bindung. Eineinhalb Jahre später wird Mathildes sorgfältig gesammelte Garderobe versteigert. Mathilde wünschte sich Berichten zufolge, dass ihre Fong-Leng-Kreationen in einem Museum landen würden. In gewisser Weise ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Mehrere niederländische Museen, darunter das Museum MORE, besitzen Werke von Fong-Leng in ihren Sammlungen.

Kate Bush, Levi’s…

Fong-lengs Karriere endet nach Mathildes Tod nicht. 1979 beispielsweise posiert die junge britische Popstar Kate Bush in einer breiten goldgelben Fong-Leng-Kreation während eines legendären Shootings des Popfotografen Claude Vanheye in einem Amsterdamer Parkhaus. Und Anfang der 80er entwirft Fong-Leng eine Jeanskollektion für Levi’s. Unterdessen ist eine Jeans-Schuppenjacke aus ihrer Hand ein beliebtes Sammlerstück. Sogar ihre Levi’s-Hose von vor 40 Jahren lässt sich noch leicht als modernes Design tragen.

Große Shows

Fong-Lengs Kreativität und Handwerkskunst haben sie vielleicht zur besten Modedesignerin gemacht, die die Niederlande je gekannt haben. Sie hat mit ihrer Arbeit die Grenze zwischen Mode und Kunst verwischt. Sie ließ sich von Conventions nicht aufhalten. Ich habe buchstäblich groß gedacht. Gemeinsam mit ihrem Team organisierte sie große Modeevents an Orten wie der Amsterdamer Beurs van Berlage, dem Tropenmuseum und dem Theater Carré, die 1983 in einer Modenschau im PSV-Fußballstadion gipfelten. Es ist Freitagnachmittag, der 20. August. Popmusik ertönt laut aus Stadionlogen und mehr als 15.000 Fans haben ein Ticket gekauft. Gegen Ende der Show beginnt es zu regnen, Schaufensterpuppen laufen unter Regenschirmen, aber das Publikum jubelt die Modediva von den Tribünen aus und ruft ihren Namen. Fong-Leng ist weiterhin als eigenständige Künstlerin aktiv.

Höhepunkte

In der Ausstellung auf Schloss Ruurlo kann das monumentale Porträt von Mathilde bewundert werden, zusammen mit einer wunderschönen Auswahl aus der Sammlung des Museum MORE: von einzigartigen Fong-Leng-Kreationen aus den 1970-ern bis hin zu Jeansdesigns und Levi’s-Kleidung aus den frühen 1980-ern. Einige Stücke werden erstmals ausgestellt.

Gezeigt werden auch Fotos von Ferry van der Nat (*1965). Dieser niederländische Fotograf mit Studios in Antwerpen und Paris war zunächst als Stylist und Make-up-Artist in der Modewelt tätig. Bekannt wurde er unter anderem durch Arbeiten für Vogue und Viktor & Rolf. Heutzutage konzentriert er sich auf Fotografie, wo er auch mit Künstlicher Intelligenz experimentiert. So hat Van der Nat kürzlich eine Fotoserie gemacht, in der androgyne Models in Fong-Leng-Kreationen posieren. Er manipuliert die Bilder mit KI, um einen entfremdenden Effekt zu erzeugen. Die Kleidungsstücke sind echt, aber ob seine Models und ihre Posen völlig real sind, bleibt unklar. Ferry van der Nat ist ebenfalls Sammler von Fong-Leng-Stücken.

Book Fong-Leng – 60 Jahre Mode und Ruhm: Die begleitende reich illustrierte Publikation beleuchtet die größte Modeikone der Niederlande des 21. Jahrhunderts. Unter anderen mit Beiträgen von Lisa Goudsmit und Julia Dijkstra. Das Buch wurde von Waanders Publishers veröffentlicht und ist in Zusammenarbeit zwischen dem Museum Jan aus Amstelveen und dem Museum More entstanden.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Cobra zum Tragen – von Karmen Samson

Das Werk der Nachkriegs-Cobra-Bewegung ist für seine Experimentierfreude und spontane Bildsprache bekannt. In der Ausstellung “Wilde Röcke – Cobra-Kunst als Textilien” im Museum Cobra in Amstelveen sieht man, wie Cobra-Künstler auch Designs für Textilien gestalteten, sodass ihre visuelle Sprache in Kleiderschränken und Wohnzimmern landete.

Auf einer Schaufensterpuppe sticht ein Kleid aus den fünfziger Jahren scharf von einem fliederfarbenen Panel hervor: Mützenärmel, spitzer Kragen, schmale Taille und ein Stoff voller schwingender schwarzer Linien und leuchtend roter, fast blumenhafter Akzente. Unmittelbar beim Eintritt in die Ausstellung wird deutlich, dass die Entwürfe von Karel Appel, Constant, Corneille, Anton Rooskens und Anne Bonnet hier nicht als autonome Kunst gezeigt werden, sondern als Stoffe, die verwendet werden sollten.

Für Cobra-Künstler boten Textilien eine Möglichkeit, ihre visuelle Sprache vom Gemälde zu lösen. Ihre leuchtenden Farben, lockeren Linien und verspielten Formen erwiesen sich ebenfalls als geeignet für wiederholbare Designs auf Stoff, die zu Kleidung oder Möbelpolsterung verarbeitet werden konnten. In dieser angewandten Form erhält es eine zusätzliche Funktion: Es bewegt sich mit dem Körper, verschleißt sich bei der Nutzung und verändert sich, sobald sie Teil eines Innenraums oder Kleiderschranks wird.

Designer und Träger

Dies ist in einem Kleid von 1955-1956 zu sehen, das aus einem von Karel Appel entworfenen Stoff gefertigt wurde. Der Stoff ist mit leuchtend orangefarbenen, gelben und dunkelblauen unvollkommenen Kreisen bedruckt, zwischen denen grüne Streifen und kleine abstrakte Figuren aufgetragen sind. Neben dem Kleid hängt die originale Stoffrolle, auf der die Farben noch leuchtend sind. In getragener Form zeigt das Kleid, wie Waschen und Gebrauch diese Farben allmählich verblasst haben.

Die Ausstellung hebt nicht nur die Künstler, sondern auch die Nutzer hervor. Dies zeigt sich zum Beispiel an einem Kleid von Mrs. Klauderman-Stalknecht mit betonter Taille, leicht ausgestelltem Rock und abgerundetem Schalkragen. 1957 kaufte sie den Stoff, fertigte daraus selbst ein Kleid und schenkte es 1977 dem Kunstmuseum Den Haag. Der Stoff besteht aus organischen Flecken in Grün, Schwarz, Weiß, Lila und Akzenten in Gelb. Das Kleid wird auf einer Schaufensterpuppe präsentiert, vor einem Hintergrund desselben Stoffes in anderen Farben.

Solche Beispiele machen deutlich, wie die Entwürfe oft ihre endgültige Form außerhalb des Studios annahmen. Die Stoffe wurden industriell hergestellt, aber dann von Privatpersonen zu einem Endprodukt verarbeitet. Die Aufmerksamkeit verlagert sich somit vom Künstler zu den Menschen, die die Stoffe auswählten, trugen und damit lebten.

Wilde Röcke in einem gezähmten Raum

Die Präsentation betont auch diese materielle und nutzerorientierte Seite. Die Textilien werden nicht zu unberührbaren Kunstobjekten erhoben, sondern als Stoffrolle oder Utensili gezeigt. Das Design der Ausstellung ist übersichtlich und kontrolliert, mit einer pastellartigen Farbpalette aus Rosa, Grün und Blau. Das sorgt für Klarheit, dämpft aber auch die Energie und Rohheit der ausgestellten Stoffe. Die ‚Wildheit‘ bleibt hauptsächlich im Material enthalten und spiegelt sich weniger im räumlichen Erlebnis wider.

„Wild Skirts“ zeigt einen relativ unterbelichteten Teil von Cobra: die Anwendung ihrer visuellen Sprache in Textilien und damit auch in Mode und Innenraum. Die Auswahl der Objekte macht die Ausstellung stark: Design, Material, Nutzung und persönliche Geschichte kommen zusammen. „Wild Skirts“ zeigt, wie Cobra im Alltag weiterlebte.

Nähere Informationen: Cobra Museum für moderne Kunst, Sandbergplein 1, Amstelveen, Telefon: +31 205475050, E-Mail: info@cobra-museum.nl, Internet: www.cobra-museum.nl

Meisterwerke von Amrita Sher-Gil im Drents Museum ausgestellt

Die lang erwartete Retrospektivausstellung von Amrita Sher-Gil im Drents Museum kann nachgeholt werden. Die Gemälde und Zeichnungen der indischen Künstlerin sind in Assen angekommen, nachdem die Ausstellung im März wegen geopolitischer Spannungen im Nahen Osten in letzter Minute verschoben werden musste.

„Amrita Sher-Gil – Europe is Picasso’s, India is mine“ ist bis Sonntag, 20. September, zu sehen. Es ist das erste Mal, dass eine große Retrospektive Sher-Gil in den Niederlanden gewidmet ist, die als einer der wichtigsten Pionierinnen der modernen indischen Kunst gilt. Ihre Arbeit ist Teil des nationalen Erbes Indiens und verlässt das Land nur selten.

In einem Gespräch mit der Museumstijdschrift bezeichnete der Direktor des Drents Museums, Robert van Langh, die Ankunft der Werke als „einen großartigen Moment“ und sagte weiter: „Was wir Anfang März verschieben mussten, ist nun Realität geworden.“

Die Ausstellung war sechs Jahre in Vorbereitung. Im März beschloss das indische Kulturministerium, die etwa sechzig Gemälde und Zeichnungen aus der Sammlung der National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi nicht zu transportieren. Das Drents Museum eröffnete dann die Wechselausstellung „Ode an Amrita“, für die 23 niederländische Museen Werke zur Verfügung stellten, die Themen aus Sher-Gils Leben und Werk entsprachen. Drei Werke aus dieser Ausstellung, von Picasso, Matisse und Braque, werden ebenfalls in der neuen Retrospektive gezeigt werden – Künstler, auf die Sher-Gil selbst in ihrer Erklärung Bezug nahm: „Europa gehört Picasso, Matisse, Braque und vielen anderen. Indien gehört allein mir.“

Nähere Informationen: Drents Museum, Brink 1, 9401 HS Assen, Telefon 0592 377773, E-Mail: info@drentsmuseum.nl, Internet: www.drentsmuseum.nl. Geöffnet ist das Museum in der von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

Farbenfrohe Kreuzbestäubung zwischen Gestel und De Smet im Stedelijk Museum Alkmaar

Zwei Kartoffelernten hängen nebeneinander. In einem Werk ist die Szene dunkel und voll, mit soliden Schatten und subtilen Farbunterschieden. Im anderen ist die Komposition minimaler, mit leuchtenderen Farben und strafferen Linien. Das Motiv ist nahezu dasselbe und beide Werke sind in einer verwandten visuellen Sprache gemalt. In der Ausstellung „Gestel und De Smet – farbenfrohe Freundschaft“ werden der Niederländer Leo Gestel (*1881 – +1941) und der Belgier Gustave De Smet (*1877 – +1943) nebeneinander als zwei Künstler gezeigt, die sich nicht nur persönlich, sondern auch künstlerisch stark beeinflussten.

Diese Wechselwirkung zeigt sich in Werken wie De Smets „Kartoffelernte“ (ca. 1930) und Gestels „Kartoffelernte“ (1926), aber auch in Gestels „Liegender Akt“ (1929) und De Smets „De zomer“ (1925). Sie verwenden ähnliche Kompositionen, Farbe und Stil. Während seines Aufenthalts im Haus von Gestel übernahm De Smet Elemente aus Gestels Stil, insbesondere aus dem Kubismus. Gestel wiederum begann, lebhafter mit Farben zu arbeiten, obwohl er weiterhin eine Vorliebe für dunklere Farben hatte.

Auch die Gestaltung der Ausstellung betont diesen Dialog. Jeder Raum hat seine eigene leuchtende Farbe, die überraschend gut zu den ausgestellten Werken passt. Die Texte bieten Kontext für die Freundschaft der beiden Künstler, doch die Stärke der Ausstellung liegt vor allem in der Präsentation: Indem sie ihre Werke direkt nebeneinander aufhängen, werden Ähnlichkeiten, Unterschiede und gegenseitige Einflüsse auf einen Blick sichtbar.

Nähere Informationen: Stedelijk Museum Alkmaar, Canadaplein 1, Alkmaar, Telefon: +31 725489789, E-Mail: info@museumalkmaar, Internet: www.stedelijkmuseumalkmaar.nl

Unseen – Die Fotoausstellung, die man nicht unbedingt sehen muss

„Echtes Sehen geht über das bloße Schauen hinaus. Schließen Sie die Augen und entdecken Sie die außergewöhnlichen Arbeiten von Brent Stirton, Ian Treherne, Evgen Bavcar und Daphne Wageman“, heißt es in einem Artikel der Museumstijdschrift. Diese Fotografen zeigen auf ihre Weise ihre Beziehung zu Blindheit und Sehbehinderung.

Die Fotos werden in unterschiedlichen Formen wie Bildern, Reliefdrucken und Audiobildern präsentiert. Das macht die Ausstellung im muZIEum in Nijmegen interessant und für alle zugänglich. Egal, ob man sehen kann, blind oder sehbehindert ist: Durch Fühlen, Zuhören und Schauen erleben die Besucher Fotografie auf eine neue, überraschende Weise. Für die Ausstellung Unseen haben sich das muZIEum und die Firma Canon zusammengeschlossen, um Fotografie für blinde und sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen. Die Ausstellung bietet auch die Gelegenheit, zu erleben, wie es ist, blind oder sehbehindert zu sein.

Nähere Informationen: muZIEum, Ziekerstraat 6B, Nijmegen, Telefon: +31 242001050, E-Mail: info@muzieum.nl, Internet: www.muzieum.nl

Selfie der Soul III

Selfie-Kunst ohne Filter. In dieser Ausstellung im NDSM in Amsterdam präsentieren Künstler Werke, die über die glatten Fassaden der sozialen Medien hinausgehen. Während digitale Plattformen oft ein sorgfältig konstruiertes Bild zeigen, das Erwartungen und Ideale erfüllt, entscheiden sich diese Schöpfer für Offenheit. Sie zeigen Zweifel und Verletzlichkeit, aber auch Stärke, Individualität und einen buchstäblich selbstbewussten Blick.

Die Ausstellung besteht aus einer Reihe von Einzelpräsentationen, die jeweils eine andere Seite der Seele zeigen. In einer Gesellschaft, die zunehmend polarisiert und in eine Schublade gedrängt wird, sucht „Selfie of the Soul“ nach Kunst, die die Person hinter der Maske offenbart. Was passiert, wenn wir uns nicht als Gruppe oder Rolle nähern, sondern uns wirklich als Individuen treffen?

Im dritten Teil zeigen sechs Künstler ihre ungefilterte innere Welt in Einzelauftritten. Durch Installationen, Filme, Gemälde, Fotografien und mehr erleben Sie sowohl Schnappschüsse als auch die kontinuierliche Bewegung der Seele. Themen wie Gleichgewicht und Ungleichgewicht, Schamlosigkeit, das Unvollendete und die Zeitlichkeit der Existenz kommen in diesen intimen Darstellungen zusammen. Die Künstler teilen ihre tiefsten Schichten und persönlichen Perspektiven – alles fließt, alles verändert sich. „Selfie of the Soul III“ entführt dich in eine fließende Welt und lädt dich ein, deinen eigenen Platz zu finden: mit dem, was du sein möchtest und wer du wirklich bist.

Nähere Informationen: NDSM Fuse, NDMS-Plein 29, Amsterdam, Telefon: +31 621506113, E-Mail: laura@ndsm-fuse.eu, Internet: www.ndsm-fuse.de

Mit neuen Augen – Jubiläumsausstellung im Zuiderzee-Museum

Was passiert, wenn zeitgenössische Künstler die Vergangenheit der Zuiderzee neu betrachten? Finden Sie es in der Jubiläumsausstellung „Mit neuen Augen“ heraus und lassen Sie sich von Werken überraschen, die die Geschichte wieder zum Leben erwecken.

Seit 2006 baut das Zuiderzee-Museum eine spezielle Unterkollektion mit Werken zeitgenössischer Künstler, (Mode-)Designer und Fotografen auf, die von der Geschichte der Zuiderzee inspiriert sind. Anlässlich dieses zwanzigjährigen Jubiläums präsentiert das Museum die neue Ausstellung „With new eyes“ in the Schathuys, eine Auswahl aus dieser Sammlung. Künstler wie Viktor & Rolf, Jimmy Nelson und Christien Meindertsma betrachteten die Vergangenheit der Zuiderzee mit frischem Blick. In ihren Werken nahmen sie etwas aus der Vergangenheit mit in die Gegenwart und gaben ihr eine neue Bedeutung. Die neueste Ergänzung der Museumssammlung, „In the Silence of Nynke Kosters Deep WaterCellar“, wird offiziell zur Eröffnung der Ausstellung präsentiert.

Nähere Informationen: Zuidersee-Museum, Wierdijk 12-22, Enkhuizen, Telefon: +31 22835111, E-Mail: info@zuiderseemuseum.nl, Internet: http://www.zuiderseemuseum.nl

Viel los in der Kunsthalle Bremen

Aktuelle Ausstellung Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom (Bis 5. Juli)

Auf den Spuren des Malers Friedrich Nerly (1807–1878): Ab in den Süden – das war der große Trend in der Romantik. Auch Nerly ging bereits früh nach Italien. Er arbeitete in Rom, Tivoli und Olevano, damals wie heute Hotspots der Künstler und Touristen. An der Küste entlang reiste er nach Neapel und bis Sizilien. Dabei entstanden sonnendurchflutete Zeichnungen und Aquarelle vor der Natur, die ihm als Grundlage für Gemälde dienten. Zusammen mit der aufwendig restaurierten „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“ von 1836, einem Hauptwerk des Künstlers, und zahlreichen anderen Gemälden sind sie nun einer großen Ausstellung zu sehen.
„La Kunstalle parla italiano con la mostra di Friedrich Nerly!“ Der nächste Termin für diese Reise im Rahmen einer Führung auf Italienisch ist am Sonntag, 14. Juni, um 11.30 Uhr. Natürlich gibt es auch weiterhin öffentliche Führungen auf Deutsch: jeden Freitag, Samstag und Sonntag um 15 Uhr.

Aktuelle Ausstellung Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit (Bis 28. Februar 2027)

Kann man Photographie heute noch glauben? Und welche Aufgabe kann sie übernehmen in Zeiten von KI und Deep Fakes? Die Kunsthalle erweitert ihre Sammlungsausstellung Remix um vier Räume und zeigt dort eine Auswahl historischer und zeitgenössischer Photographie. Präsentiert werden Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Richard Mosse, Sebastian Riemer, Ricarda Roggan, Thomas Ruff, August Sander, Taryn Simon, Thomas Struth und Heinrich Zille. Die Photographien sind teils Neuzugänge aus der eigenen Sammlung, teils Dauerleihgaben aus der Sammlung Ültzen sowie Leihgaben aus der Sammlung Lothar Schirmer. Viele der ausgestellten Kunstwerke sind zum ersten Mal in der Kunsthalle Bremen zu sehen.
Tipp: Öffentliche Führungen am Sonntag, 24. und 31. Mai, jeweils um 11 Uhr.

Ausstellungsvorschau „Der Dackel. Eine Ikone geht Gassi“ (31. Oktober 2026 bis 28. März 2027)

Das Highlight im Herbst: Eine Ausstellung mit rund 120 hochkarätigen historischen und aktuellen Werken wird humorvoll und kritisch dem Dackel in der Kunst folgen. Neben Malerei, Zeichnung, Photographie, Video, Installation und Performance gibt es Einblicke in Populärkulturelles, Buchillustration, Deko- und Spielzeugdesign – und auch den Versuch, die Perspektive des Dackels selbst einzunehmen.
Tipp: Noch bis 31. Mai gibt es im Online-Shop das limitierte Early-Bird-Ticket! Dieses Ticket kann flexibel während der gesamten Ausstellungslaufzeit eingelöst werden, ohne dass sich Besucher auf einen bestimmten Tag festlegen müssen.

Vorträge und anderes

Zwischen Kunstschutz und Kunstraub am Dienstag, 26. Mai, 19 Uhr

Der Zeithistoriker und Romanist Michael Wedekind spricht über Italiens Kulturerbe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ein Ticket – über 30 Orte – Lange Nacht der Museen in Bremen am Samstag, 30. Mai, 18 Uhr bis Mitternacht

Kreativaktionen und Kurzführungen, Traumreise, Walking Act, Ausstellungen und vieles mehr (nicht nur) in der Kunsthalle

Kunstgespräch Let’s Talk am Dienstag, 9. Juni, 19 Uhr

Kleidung und Klasse – Gestern und Heute: Das Jugendkuratorium New Perceptions lädt zum Gespräch (nicht nur) für junge Menschen.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Telefon: +49 (0)421 – 32 9080, Fax +49 (0)421 – 32908470, E-Mail: info@kunsthalle-bremen.de

Isaac Israels‘ Europa – Ausstellung im Kröller Müller-Museum

Die Ausstellung „Isaac Israels‘ Europe“ im Kröller Müller-Museum in Otterlo nimmt die Besucher noch bis 30. August mit auf eine Reise durch Europa, basierend auf den Gemälden und Zeichnungen des niederländischen Künstlers Isaac Israels.

Das Leben von Isaac Israels (*1865 – +1934) ist geprägt von Kunst, Literatur und Reisen. 1877, im Alter von 13 Jahren, unternimmt er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester seine erste Europareise mit dem Zug. Dies weckt die Reiselust der von Natur aus ruhelosen Israels. Seine Liebe zu und erstaunliche Kenntnisse der europäischen Literatur führen dazu, dass er mehrere Sprachen lernt. An den meisten Orten, wie Deutschland, Italien, Österreich, Spanien, Dänemark und Schweden, bleibt er nur kurz. Er mietet eine Unterkunft mit einem Atelier und bleibt länger in Paris (1904–1913) und London (1913–1915). Sogar während des Ersten Weltkriegs reist er weiterhin mit einem Laissez-passer, einem temporären Reisedokument. Das erstaunt seine Freunde, die sich fragen, ob ihm bewusst ist, dass Krieg im Gange ist. Das Reisen bleibt bis zu seinem Tod eine Leidenschaft und spiegelt sich in seiner Kunst wider.

Lebendige Eindrücke

Israels hält seine vielen Eindrücke mit großer Geschwindigkeit und Virtuosität in Skizzenbüchern und auf Papier fest. Er entwickelt diese zu lebendigen Eindrücken auf Leinwand. Zu den in der Ausstellung diskutierten Themen gehören Israels Wissen über europäische Literatur, Reisen und Migrationen durch Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie der Status der Migranten in dieser turbulenten Zeit, insbesondere in Kriegszeiten.

Sammlung des Museums und wichtige Leihgaben

Museumsgründerin Helene Kröller-Müller und ihr Assistent Henk Bremmer bewunderten ihn für seine scharfe Beobachtung und Beherrschung der Technik, mit der er das Wesen seines gewählten Themas lückenhaft und in kurzer Zeit einfing. Mit 23 Gemälden und fast 300 Zeichnungen ist sein Werk reich vertreten in der Sammlung des Kröller-Müller-Museums. In der Ausstellung präsentiert das Museum eine Auswahl dieser Werke zusammen mit wichtigen Leihgaben aus anderen Museen und Privatsammlungen. Es umfasst Gemälde und eine große Vielfalt an Papierwerken: Aquarelle, Pastellte, Kreidezeichnungen und viele Skizzenbücher.

Nähere Informationen: Kröller-Müller Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo/Niederlande
E-Mail:
info@krollermuller.nl und Telefon: +31(0)318591241. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Neues aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Martin Parr im Foam – Ikonische Fotos (bis 12. August)

Das Fotografiemuseum „Foam“ in Amsterdam veranstaltet die Ausstellung „’Martin Parr – Sehr modern und ziemlich hässlich“: ein kompakter, aber scharfer Querschnitt von Martin Parrs Arbeiten. Parr, der kürzlich verstorben ist, hinterließ ein umfangreiches und einflussreiches Werk, in dem er das Alltägliche mit einer Mischung aus Humor und Unbehagen seziert. Mit leuchtenden Farben, einem lauten Blitz und einem unfehlbaren Detailreichtum richtete er seine Linse auf Konsumkultur, Tourismus und soziale Rituale – zuerst in Großbritannien und später im Rest der Welt.

Die Ausstellung in Amsterdam vereint vier Schlüsselserien, die Parr in mehr als 25 Jahren geschaffen hat: „The Non-Conformists“ (1970s) ist eine frühe Schwarzweiß-Serie über ländliche Gemeinden; „The Last Resort“ (1983–85) mit ironischen Strandbildern aus New Brighton verschaffte ihm seinen Durchbruch; „Common Sense“ (1999) ist eine überwältigende Installation von 270 Nahaufnahmen der Konsumkultur; und „Autoportrait“ (2002) besteht aus einer Serie absurder Selbstporträts, die von Fotografen aus aller Welt geschaffen wurden. Kuratorin Jilke Golbach kuratierte die Ausstellung gemeinsam mit Claartje van Dijk. Für die Museumstijdschrift hebt Golbach drei ikonische Fotos hervor, die Parrs Entwicklung und Perspektive prägnant zusammenfassen.

Frühes Werk – Hebden Bridge in Schwarzweiß

Jilke Golbach: „Obwohl Martin Parrs Farbfotografie am bekanntesten ist, wissen nur wenige, dass er fünfzehn Jahre lang in Schwarzweiß fotografierte. Dieses Bild aus den 1970er Jahren ist Teil einer Serie, in der er eine kleine Dorfgemeinschaft im Norden Englands festhielt. Parr war damals erst Mitte zwanzig, aber sein markanter Blick ist hier bereits deutlich präsent: eine Kombination aus Humor, Auge fürs Detail, Interesse am Alltäglichen und einer Faszination für Stereotype und Klischees, besonders rund um die britische Identität. Parr selbst sagte: „Für Außenstehende mag Hebden Bridge nicht wie ein besonderer Ort zum Fotografieren gewesen sein, obwohl es eine malerische, altmodische Mühlenstadt im Niedergang war. Damals arbeitete ich noch in einem ziemlich klassischen Dokumentarstil, also war daran nichts Radikales. Aber bald hatte ich das Gefühl, etwas Besonderes gefunden zu haben.“

Selbstporträt als Spiel – die Autoportraits

„Im Laufe von vierzig Jahren sammelte Parr eine riesige Serie von Fotos von sich, aufgenommen von Studio- und Straßenfotografen sowie in Fotokabinen auf der ganzen Welt – eine Art Souvenirs seiner Reisen. Er war fasziniert von der Rolle der Fotografie in der Gesellschaft und brachte mit diesen Autoporträts einen Querschnitt der vielen kreativen und manchmal eigenartigen Darstellungen zusammen. Er erklärte: „Der einzige Grund, warum ich mich als Subjekt benutze, ist einfach: Ich bin der Einzige, der immer da ist.“ Der typisch trockene, etwas ernste Blick, mit dem Parr seinen Kopf durch das Maul eines Hais steckt, um dieses absurde Bild zu erschaffen, bringt mich immer wieder zum Lachen.“

Strandszenen – das Alltägliche verstärkt

Jilke Golbach: „Parr war sein ganzes Leben lang von Freizeit und Freizeit fasziniert. Touristenattraktionen und lokale Feste tauchen häufig in seinen Werken auf, aber der Strand war sein Domäne par excellence – zuerst in Großbritannien und später weltweit. „Man kann viel über ein Land lernen, indem man die Strände betrachtet“, sagte Parr. ‚Es ist einer der wenigen öffentlichen Orte, an denen man allerlei Besonderheiten und typische nationale Bräuche sieht.‘ Dieses mittlerweile ikonische Foto fasst seine Art, zu schauen und zu fotografieren, treffend zusammen. Mit einem Makroobjektiv und einem harten Blitz zoomt Parr auf eine alltägliche Situation mitten an einem belebten Strand heran und destilliert daraus eine faszinierende Komposition. Aus der Nähe lenken die leuchtenden Farben die Aufmerksamkeit auf die Details: die blaue Anti-UV-Brille, die gebräunte Haut, die sorgfältig gezupften Augenbrauen und der rote Lippenstift, der gerade noch leicht auf der Oberlippe ausgeblutet ist. Das ist die visuelle Sprache, die Parr so erkennbar – und schließlich weltberühmt gemacht hat.“

Nähere Informationen: Foam Museum Amsterdam, Keizersgracht 609, 1017 DS Amsterdam, Telefon: +31 20 5516 500, Internet: www.foam.org

Zwischen den Sternen und Planeten im Kröller-Müller-Museum (Von Emma Falconer)

Im Kröller-Müller-Museum gibt es eine kleine Ausstellung, die versucht, nichts Geringeres als die Größe des Universums zu umfassen. Beim Betreten scheint ein Werk aus dem Boden zu entstehen: „Zinc Cloud“ (1967/90) von Alan Saret (*1944), ein neuerer Erwerb des Museums. Das Werk steht im Zentrum der Ausstellung „Space Journey“, die darauf abzielt, die Grenze zwischen Erde und Universum zu verwischen.

Die ausgestellten Werke behandeln Themen wie die Kraft der Natur und den menschlichen Wunsch, das Universum zu erforschen. Insbesondere die beiden Videoinstallationen geben diesen Ideen Gestalt. In „Rounding the Square“ (1989 – 1992) von Hetty Huisman (*1941 – +2017) wird die Sonne sowohl zu einem Subjekt als auch zu einer zerstörerischen Kraft: Monatelang filmt Huisman Sonnenuntergänge, in denen das Filmmaterial langsam durch die verlängerte Belichtung beeinflusst wird. In „Myth: Shooting the Suns: Project for Extraterrestrials No 21“ (1994) von Cai Guo-Qiang (1957) nimmt dieser kosmische Ehrgeiz einen spektakulären, fast verzweifelten Charakter an. Mit einer Feuerwerksinstallation versucht die Künstlerin, Kontakt mit außerirdischem Leben herzustellen, ein Aufruf nach Beweisen für Leben außerhalb der Erde.

„Space Journey“ ist klein, schafft es aber, ein Gefühl des Staunens zu wecken, das weit reicht. Gerade deshalb lädt die Ausstellung dazu ein, weiter zu blicken – nicht nur auf die Sterne, sondern auch auf die Kunst und Natur, die das Museum umgeben.

Nähere Informationen: Das Kröller-Müller-Museum ist dienstags bis sonntags von10 bis 17 Uhr geöffnet. Nähere Informationen: erfolgen unter der Telefonnummer (0031) 0318 591241, im Internet auf www.kmm.nl und per Email unter info@kmm.nl

Verdammt auch

Manche Themen erfordern mehr als eine Ausstellung. Deshalb hat die Ausstellung „DARN“ im Zeeuwsmuseum in Middelburg eine Metamorphose durchlaufen und ist unter dem gleichen Titel noch einmal zu sehen.Teilweise ist die Präsentation gleich geblieben, die Schönheit der Restaurierung steht immer noch im Mittelpunkt, nun mit anderen Blickwinkeln und neuen Lieblingen. Auch in „DARN“ werden sich die Besucher bewusst, wie sie sich erinnern.

Narbenstoff

„Endlessly Restored Handicraft“ ist buchstäblich mit persönlichen Geschichten verflochten und weckt Erinnerungen. Sie können Gefühle von Heimweh auslösen, aber auch helfen, Dinge zu interpretieren, sodass man im Leben weitermachen kann. Das „Narbenabzeichen“,entworfen von der (Mode-)Designerin Rianne de Witte, strotzt vor Erinnerungen. Im Verlauf von „DARN“ wurde das meterlange Tuchstück im WORKSHOP aufgestellt, der Teil des Ausstellungsraums ist. Unter der Anleitung von Freiwilligen teilen etwa 450 Museumsbesucher ihre (manchmal schmerzhaften) Erinnerungen und sticken sie zur Heilung auf die Textilien. Auch DARN zeigt das beeindruckende und bewegende Endergebnis, einschließlich (anonymer) Geschichten.

Ode an deine Vorfahren

Der Grafikdesigner Reinier de Waal hält die Erinnerung an seinen Großvater und Urgroßvater lebendig und ehrt beide Vorfahren mit einer Walchers-Bauernjacke, die beide tragen. Er fertigt eine passende, handbestickte Schutzhülle an, die als ’sanfte Umarmung‘ für das Erbstück dient. Das Outfit, für das Modedesigner Bastiaan Reijnen die Armee-Reisetasche seines Großvaters benutzte, haben die Besucher bereits in „DARN“ gesehen und passt nahtlos in dieses Thema. Der bildende Künstler Loek Grootjans verwandelt die Decken seiner Eltern, „unter denen ich gezeugt wurde und später zum ersten Mal Liebe machte“, in einen dreiteiligen Anzug, der ihm perfekt passt. Die „Comfort Objects“ der Textildesignerin Steffi Haeck funktionieren wie eine große, warme Umarmung, ohne dass jemand gebraucht wird. Die „Comfort Objects“ der Textildesignerin Steffi Haeck funktionieren wie eine große, warme Umarmung, ohne dass jemand dazu gebraucht wird.

Handwerk voller Geschichten

Natürlich werden in „DARN“ auch beeindruckende Reparaturarbeiten gezeigt, analysiert, in ihrer Entwicklung dargestellt, vertieft und hinterfragt. Was sagen zum Beispiel reparierte Hemden über die soziale Stellung und die Zukunftsperspektiven eines Mädchens im 19. Jahrhundert aus?
Dass Menschen in Kriegs- und Knappheitszeiten kreativ und widerstandsfähig sind, zeigt sich in den Leihgaben des Befreiungsmuseums Zeeland. Eine geheime Botschaft, auf ein Handtuch gestickt, wurde unter Lebensgefahr aus dem Lager durch die Wäsche geschmuggelt. Die Handtasche aus leeren Patronenbändern sieht wunderschön und einfallsreich aus, aber wenn man zuerst an die Anzahl der abgefeuerten Kugeln denkt, sieht man das ganz anders.

Nähere Informationen: Zeeuws Museum, Abtei (Platz), Middelburg, Telefon +31118653000, E-Mail: info@zeeuwsmuseum.nl, Internet: www.zeeuwsmuseum.nl

Jasmijn Vermeeren – Du siehst nicht krank aus

Das Fotografiemuseum „Foam“ in Amsterdam präsentiert präsentiert noch bis zum 25. Mai „You Don’t Look Sick“, die erste Einzelausstellung der Künstlerin Jasmijn Vermeeren. Aus persönlicher Sicht beleuchtet Vermeeren das Leben mit einer unsichtbaren Behinderung, körperlich und/oder geistig; ein Thema, das in Dialogen über Vielfalt und Inklusion oft unterbeleuchtet bleibt. „You Don’t Look Sick“ bietet ein intimes Erlebnis, das Besucher dazu einlädt, sich in den Alltag von Menschen einzulassen, für die dieses Leben die Norm ist.

Durch Fotografie, Video und skulpturale Arbeiten reflektiert Vermeeren über ihre eigenen Erfahrungen mit chronischen Schmerzen und die gesellschaftlichen Annahmen über Gesundheit und Identität. Sie identifiziert sich als Crip: ein Begriff, der verschiedene Formen von Behinderung umfasst, wie körperliche, geistige, sensorische und Lernbehinderungen. Dabei stellt Vermeeren normative Vorstellungen von Funktionalität und Normalität infrage. „You Don’t Look Sick“ lädt Besucher in die Welt des Künstlers ein, in der Emotionen willkommen sind und Raum zur Reflexion geboten wird, um neu zu entdecken, was es bedeutet, man selbst zu sein.

Nähere Informationen: Foam Museum Amsterdam, Keizersgracht 609, 1017 DS Amsterdam, Telefon: +31 20 5516 500, Internet: www.foam.org

Ruach oder Geist, Atem und Energie

Bis 31. Mai ist die zeitgenössische Zeichenausstellung „Ruach“ in der Akerk in Groningen zu sehen. Auf Einladung von Groninger Kirchen bringen drei renommierte Künstler – Arno Kramer, Caren van Herwaarden und Marisa Rappard – Höhepunkte aus ihrem umfangreichen Werk zusammen und schaffen neue Werke, besonders für die Akerk. Für die Ausstellung wählten sie gemeinsam den Titel „Ruach.“

Ruach | Zeichnungen von Atem und Geist

Zeichnen ist eine der ältesten Kunstformen, mit denen Menschen sich ausdrücken. Durch Zeichnen kann man die Realität darstellen, aber auch das Immaterielle, das Spirituelle sichtbar machen.„Ruach“ ist Hebräisch für Geist, Atem und Energie. Es berührt das Unsichtbare – das, was du fühlst, aber nicht greifen kannst. Die Ausstellung untersucht, wie das Zeichnen eine urtümliche Geste ist, die sowohl die Realität darstellt als auch das Spirituelle sichtbar macht.

Nähere Informationen: Akerk, Akerhof 2, Groningen, Telefon: +3150318143, E-Mail: info@akerk.nl, Internet: http://www.akerk.nl

Frühlingsvergnügen nicht nur an Ostern

Viel zu bieten hat die Kunsthalle Bremen in der neuen Jahreszeit, aber auch darüber hinaus. Im Überblick:

Ausstellungen

Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom (bis 5. Juli)

Auf den Spuren des Malers Friedrich Nerly (1807–1878): Ab in den Süden – das war der große Trend in der Romantik. Auch Nerly ging bereits früh nach Italien. Er arbeitete in Rom, Tivoli und Olevano, damals wie heute Hotspots der Künstler und Touristen. An der Küste entlang reiste er nach Neapel und bis Sizilien. Dabei entstanden sonnendurchflutete Zeichnungen und Aquarelle vor der Natur, die ihm als Grundlage für Gemälde dienten. Zusammen mit der aufwendig restaurierten „Campagnalandschaft mit Aqua Claudia“ von 1836, einem Hauptwerk des Künstlers, und zahlreichen anderen Gemälden sind sie nun einer großen Ausstellung zu sehen.

Der Tipp: Die Kuratorinnen-Führung mit Dorothee Hansen am Dienstag, 7. April, und 2. Juni um 18 Uhr. Weitere öffentliche Führungen finden jeden Freitag, Samstag und Sonntag um 15 Uhr statt.

Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen (bis 5. Juli)

Mit 21 Jahren ging Friedrich Nerly nach Italien. Nachdem er in Rom und Mailand gelebt hatte, zog es ihn nach Venedig: Was nur als kurzer Stopp auf dem Weg zurück nach Deutschland geplant war, entwickelte sich zu einem lebenslangen Aufenthalt. In den 41 Jahren vor Ort wurde er der bekannteste lebende Künstler der Stadt. Aus dieser Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten Motive: die Markussäule im Mondschein und der Blick auf den Canal Grande. In der Kabinettausstellung, die parallel zu „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ gezeigt wird, sind neben 50 Papierarbeiten auch zwei Gemälde mit diesen Erfolgsmotiven zu sehen.

Der Tipp: Die Kuratorinnen-Führung mit Maren Hüppe am Dienstag, 5. Mai, um 18 Uhr.

Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit (seit 25. Februar)

Kann man Photographie heute noch glauben? Und welche Aufgabe kann sie übernehmen in Zeiten von KI und Deep Fakes? Die Kunsthalle erweitert ihre Sammlungsausstellung Remix um vier Räume und zeigt dort eine Auswahl historischer und zeitgenössischer Photographie. Präsentiert werden Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Richard Mosse, Sebastian Riemer, Ricarda Roggan, Thomas Ruff, August Sander, Taryn Simon, Thomas Struth und Heinrich Zille. Die Photographien sind teils Neuzugänge aus der eigenen Sammlung, teils Dauerleihgaben aus der Sammlung Ültzen sowie Leihgaben aus der Sammlung Lothar Schirmer. Viele der ausgestellten Kunstwerke sind zum ersten Mal in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Der Tipp: Öffentliche Führungen am Ostersonntag, 5. April, sowie weiteren Sonntags-Terminen jeweils um 11 Uhr.

Dauerausstellung Pipilotti Rist. Pixelwald Wisera

Der einzige Pixelwald der international gefeierten Videokünstlerin Pipilotti Rist in einer deutschen Sammlung: Die Rauminstallation gleicht einem verwunschenen Wald, der sich im Museum ausgebreitet hat, und lädt ein sich darin zu verlieren. Als wäre ein Bildschirm explodiert, schweben Lichter als Pixel im Raum, ohne geometrische Linien und Perspektiven zu zeigen. In Verbindung mit eigens komponierter Musik entsteht eine traumhafte, sinnliche Erfahrung.

Der Tipp: Die öffentliche Führung „Erlebnisräume“ bringt den Teilnehmern am Sonntag, 19. April, um 11 Uhr neben dem Pixelwald Wisera weitere immersive Installationen von James Turrell und Ben Vautier nahe.

Vortrag Nerlys Rom und die Erfindung der deutschen Kunst am Dienstag, 14. April, 19 Uhr

Wie Friedrich Nerly verließen viele junge Maler ihre Heimat, um in Italien die Deutsche Kunst neu zu erfinden. Golo Maurer von der Bibliotheca Hertziana in Rom spürt dieser Bewegung und Nerlys Rolle nach.

Let’s Talk – Paula Modersohn-Becker am Dienstag, 14. April, 19 Uhr

Blicke und ihre Bedeutungen: Kunstgespräch (nicht nur) für junge Menschen mit „New Perceptions“, dem Jugendkuratorium der Kunsthalle Bremen.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Telefon: +49 (0)421 – 32 9080, Fax +49 (0)421 – 32908470, E-Mail: info@kunsthalle-bremen.de