Schultze Projects #5. Jana Euler
18. Juli 2026 – 19. Juli 2028
Bernard Schultze und Ursula (Schultze-Bluhm) prägten Kölns Kultur seit 1968 und waren dem Museum Ludwig eng verbunden; das Haus bewahrt den Großteil ihres Nachlasses. Schultze gilt seit den 1950er-Jahren als Pionier des Informel, wobei das große Werkformat eine zentrale Rolle in seinem Spätwerk spielte. Die Schultze Projects knüpfen daran an: Alle zwei bis drei Jahre gestalten Künstlerinnen und Künstler die Stirnwand im Treppenaufgang neu.
Wade Guyton (2017) verknüpfte New Yorker Architektur-Ikonen mit digital verfremdeten Bildern und fragte nach Macht, Konsum und Bildkultur. Avery Singer (2019) zeigte mehrteilige Tableaus mit digital entworfenen Figuren, die die Ökonomisierung der Kunst spiegeln. Minerva Cuevas (2021) kombinierte Bankenlogos mit präkolonialen Symbolen und thematisiert koloniale Ausbeutung. Kresiah Mukwazhi (2024) verwandelte tausende BH-Träger in eine monumentale Stoffarbeit, die patriarchale Gewalt benennt und weibliche Kollektivität feiert. Im Juli 2026 wird die in Frankfurt lebende Malerin Jana Euler (*1982) die Wand gestalten. In ihrer neuen speziell für Schultze Projects entstandenen Arbeit thematisiert Jana Euler verschiedene Arten des Sehens und des Wahrnehmens von Kunst sowie die Interaktion von Werk und Betrachtenden.
Along the Color Line. Spuren einer Transatlantischen Moderne
3. Oktober 2026 – 7. März 2027
Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.
In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete.
Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt? In europäischen Museen sind Schwarze Künstler*innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora.
Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden.
Man Ray: Kiki
31. Oktober 2026 – 4. April 2027
Die Sammlung Fotografie des Museum Ludwig umfasst rund 70.000 Werke von den Anfängen der Fotografie im frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In seinen Fotoräumen stellt das Museum regelmäßig Werke zu ausgesuchten Themen und Fotograf*innen zusammen.
Man Rays Fotografie von Alice Prin, genannt Kiki de Montparnasse (1901–1953), zeigt sie als Rückenakt, ein Tuch um die Hüften, eines um den Kopf. Inspiriert von Jean-Auguste-Dominique Ingres’ Rückenakten überführt Man Ray das Motiv ins 20. Jahrhundert: Er ergänzt auf Kikis Rücken in der Dunkelkammer die Schalllöcher einer Geige, wodurch ihr Körper zum Streichinstrument wird. Der Abzug im Museum Ludwig stammt aus der Sammlung Gruber; die Präsentation beleuchtet Entstehung und Geschichte dieses surrealistischen Meisterwerks.
Wolfgang-Hahn-Preis 2026 für Lee Ufan
7. November 2026 – 4. April 2027
Der südkoreanische Künstler Lee Ufan (*1936, lebt in Kamakura, Japan) wird mit dem 32. Wolfgang-Hahn Preis der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig ausgezeichnet. In seiner Kunst begegnen sich konträre Kräfte wie Leere und Spannung, Stille und Energie. Als Mitbegründer der aus Japan stammenden minimalistisch arbeitenden Mono-ha-Bewegung („Schule der Dinge“), einem Kollektiv von Künstler:innen in Tokio zwischen 1968 und 1975, sucht er bis heute nach einer harmonischen Neuordnung der Dinge. Seit den 1970er-Jahren prägt vor allem seine reduzierte Malerei die internationale Kunstszene.
Der Wolfgang-Hahn-Preis wird jährlich von der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig vergeben. Mit der Auszeichnung sollen vorrangig zeitgenössische Künstler*innen geehrt werden, die sich in der Kunstwelt durch ein international anerkanntes Œuvre bereits einen Namen gemacht haben, in Deutschland aber noch nicht so bekannt sind, wie sie es verdienen. Das Preisgeld in Höhe von maximal 100.000 Euro setzt sich aus den Beiträgen der Mitglieder zusammen und fließt in den Erwerb eines Werks oder einer Werkgruppe der Künstler*innen für die Sammlung des Museum Ludwig. Mit dem Preis verbunden sind vom Museum Ludwig organisierte Ausstellungen der erworbenen Arbeit(en) der Preisträger*innen sowie die Herausgabe einer begleitenden Publikation.
Nähere Informationen: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Telefon: +49-221-221-26165, E-Mail: infomuseum-ludwig.de. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage) jeweils von 10 bis 18 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.