Michael Anthony Müller im Gespräch mit Kuratorin Lea Schäfer
Der Berliner Künstler Michael Anthony Müller ist am Sonntag, 17. Mai, um 15 Uhr zu Gast im Museum Reinhard Ernst (mre) in Wiesbaden. Michael Anthony Müller wird mit mre-Kuratorin Lea Schäfer über seine jüngst fertig gestellte Arbeit Titanomachie (2024−2026) sprechen. Als besonderen Gast dieser feierlichen Erstpäsentation begrüßen wir die Kunsthändler-Legende Rudolf Zwirner, der das Gemälde vorstellen wird.
Michael Anthony Müllers fünfteilige Titanomachie (2024 – 2026) greift einen Klassiker der griechischen Mythologie auf: Jener entscheidende Götterkampf zwischen Titanen und Olympiern, der vor der Erschaffung der Menschheit spielt.
Dabei bietet das traditionsreiche Genre des Schlachtengemäldes dem Künstler die Möglichkeit, eine der zentralen malerischen Fragen in monumentalem Format zu stellen: Inwieweit lassen sich auch in der Abstraktion Erzählungen und Inhalte darstellen? Michael Anthony Müller schafft dafür einen ausladenden malerischen Kosmos, der potenziell unabgeschlossen zwischen Zugänglichkeit und Verschlossenheit hin und her wogt und dem Götterkampf ein zeitgemäßes Bild gibt.
Die mythologische Titanomachie spielt in einer Zeit vor jeder Ordnung der Welt in menschliche Dimensionen und Wahrnehmungen. Bei Michael Anthony Müller wird die antike Erzählung zum Ausgangspunkt für drängende Fragen, die unsere Gegenwart angehen: Wie steht es um unsere aktuelle Weltordnung? Können wir uns heute noch ein Bild der Welt machen?
Michael Anthony Müller: „Abstraktion ist eine Bewegung nach innen, dorthin, wo die Dinge beginnen, sich selbst zu verlieren, wo Form nicht verschwindet, sondern sich so weit verdichtet, dass sie nicht mehr als Gegenstand erscheint, sondern als Druck, als Verhältnis, als ein Kräftefeld, das den Körper nicht darstellt, sondern ihn durchläuft. Ich abstrahiere nicht, um zu entfernen, sondern um freizulegen, was im Sichtbaren bereits arbeitet, ohne sich zu zeigen, jene unruhige Struktur, die unter der Haut liegt, nicht verborgen, sondern unlesbar, weil wir zu sehr an das glauben, was sich abbilden lässt.“
Nähere Informationen: Museum Reinhard Ernst, Wilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden, Telefon: +49 (0)611 76388880, E-Mail: info@museumre.de