In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin wieder viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden und manches mehr aus der Welt der Kunst. Hier ein kleiner Ausschnitt:
Museum More eröffnet den dritten Standort auf dem Twickel Estate
Nach Gorssel und Ruurlo wird Museum More einen dritten Standort haben: More Twickel. Im historischen Rentmeesterij auf dem Twickel-Anwesen kommen Kunst, Natur und Kulturerbe zusammen, darunter ein besonderer Ort für Jan Mankes.
Museum More wird im September 2026 einen dritten Standort eröffnen: More Twickel. Das neue Museum wird sich im historischen Rentmeesterij auf dem Twickel-Anwesen in Delden befinden. Dort möchte das Museum seine eigene Sammlung mit der reichen Geschichte und dem landschaftlichen Umfeld des Anwesens verbinden.
Mit der Erweiterung wird Museum More neben den Standorten in Gorssel und Ruurlo einen neuen Standort im Osten der Niederlande erhalten. Laut Generaldirektor Maite van Dijk ist dieser Schritt nach zehn erfolgreichen Jahren möglich. Das Museum, das sich auf modernen Realismus konzentriert, zieht jedes Jahr mehr als 200.000 Besucher an.
Jan Mankes und die Vorstellungskraft der Landschaft
In More Twickel erhalten Meisterwerke von Jan Mankes einen besonderen Platz. Außerdem wird es temporäre Ausstellungen geben, die zur Atmosphäre von Landgoed Twickel passen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Natur, Stille und die Vorstellungskraft der Landschaft zu erleben.
Dies verleiht dem neuen Standort ein eigenes Profil innerhalb von Museum More. In Gorssel liegt der Schwerpunkt mehr auf Verspieltheit und Überraschung, in Ruurlo auf dem Zauber der Kunst in einer Burgumgebung.
Für die Stiftung Twickel bedeutet die Ankunft von Museum More, dass das Museumsziel des Rentmeesterij erhalten bleibt. Früher beherbergte das Gebäude das No Hero Museum. „Nach der Schließung des No Hero Museums war es unser großer Wunsch, das Museumsziel des alten Rentmeesterij für Delden und Twente zu bewahren“, sagt Egbert Jaap Mooiweer, Direktor und Verwalter der Twickel-Stiftung.
Die historische Verbindung zwischen Twickel Castle und Ruurlo Castle spielt ebenfalls eine Rolle bei der Zusammenarbeit. Laut Rien Meppelink, Vorsitzender des Vorstands von Museum More, könnte die Kunstsammlung von Twickel Castle in Zukunft Raum für weiteren Austausch bieten.
Die Stiftung Twickel verwaltet das größte Privatgut der Niederlande mit mehr als 7000 Hektar natürlichem und kultiviertem Land sowie über 250 Gebäuden. Museum More wurde 2015 gegründet und zeigt figurative Kunst und modernen Realismus vom zwanzigsten Jahrhundert bis heute.
Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl
Massenproduktion in neuem Erscheinungsbild im Museum Jan (Von Emma Falconer)
Mit den Möbeln und Utensilien im Museum Jan ist etwas Merkwürdiges. Aus der Ferne scheint eine Vase aus Pixeln zu bestehen, eine Uhr sieht aus wie ein Mosaik. Näher an der Heimat entpuppen sie sich als faszinierende Designobjekte, bestehend aus existierenden, oft alltäglichen Gegenständen. In der Ausstellung ‚Diederik Schneemann – 1 + 1 = 3‘ untersucht der Künstler Diederik Schneemann (1979), wie Objekte ihre Bedeutung verändern, sobald sie miteinander verbunden werden.
Die Ausstellung bietet einen Überblick über Werke, in denen Schneemanns spielerische, assoziative Designphilosophie in den Vordergrund tritt. Humor und Gesellschaftskritik gehen regelmäßig Hand in Hand. In „Flip Flop Mirror“(2019), einem Spiegel aus weggeworfenen Flip-Flops, verwendet Schneemann ein massenproduziertes Utensil als Baustein für ein neues, handgefertigtes Objekt. Dies erzeugt Spannungen zwischen Überproduktion und Wiederverwendung. Der Spiegel zeigt, dass solche Fast-Fashion-Produkte ein zweites Leben erhalten können, erinnert uns aber gleichzeitig an den Umweltschaden, den sie verursachen.
„Lucky Dice Dresser“(2025), Teil der „Lucky Dice-Reihe“, spielt ebenfalls mit der Grenze zwischen Kunstwerk und nützlichem Objekt. Der Schrank ist voll funktionsfähig, besteht aber aus Würfeln, die nur verwendet wurden, nachdem Schneemann mit ihnen eine Sechs geworfen hatte – ein humorvoller, aber entscheidender Teil des Herstellungsprozesses. Das verleiht dem Objekt etwas Persönliches und Ritualistisches: Zufall wird materiell.
Die Stärke von Schneemanns Werk liegt in dieser Kombination aus Schauspiel, Handwerkskunst und Kritik. Die billigen, oft plastischen Massenprodukte stehen im Kontrast zur sorgfältigen Oberfläche seiner Möbel und Utensilien. Dadurch sind die Objekte nicht nur optisch ansprechend, sondern werfen auch Fragen zu Konsum, Wert und Lebensdauer der Gegenstände auf.
Nähere Informationen: Museum Jan, Dorpsstraat 50, Amstelveen, Telefon: +31 206415754, E-Mail: info@museumjan.nl, Internet: www.museumjan.nl
Ordnung und Intuition – Irene Companjen & Theo Rooden
Unter dem Titel „Ordnung und Intuition“ präsentiert das Mondriaanhuis in Amersfort noch bis zum 28. Juni Werke von Irene Companjen und Theo Rooden. In der Ausstellung zeigen beide Künstler auf ihre eigene Weise ihre Suche nach Gleichgewicht. Beide erforschen die Spannung zwischen Systematik und Intuition, zwischen Plan und Zufall. Companjen arbeitet mit selbstgestalteten Stempeln auf Leinen, während Rooden Muster mit Faden und Webstuhl erstellt. Die Welten von Druck und Faden treffen in einer Ausstellung aufeinander, in der sowohl organisierende Prinzipien als auch Intuition die Leitprinzipien des kreativen Prozesses bilden.
Das Mondrian-Haus ist der Geburtsort von Piet Mondrian, dem Begründer der abstrakten Kunst. Das Museum erzählt die Lebensgeschichte und hebt die künstlerische Entwicklung des Künstlers hervor, der 1872 in Amersfoort geboren wurde. Das oberste Stockwerk des Museums bietet zeitgenössischen Künstlern Raum, die sich mit Mondrians Werk oder Ideen identifizieren können. Die Ausstellung „Order & Intuition“ konzentriert sich auf Werke von Theo Rooden und Irene Companjen.
Für Mondrian gingen Ordnungsprinzipien und Intuition Hand in Hand. Bei der Schaffung seiner abstrakten Arbeiten begann der Maler mit einigen Rahmenprinzipien: Er verwendete nur Primärfarben, Schwarz, Weiß und Grau, und beschränkte sich auf horizontale und vertikale Linien. Die Komposition entstand dann jedoch intuitiv. Für Rooden und Compagnen gilt es auch, dass sie nach ihren eigenen Regeln arbeiten. Gleichzeitig gibt es Raum für Zufälle und ihre innere Logik.
Nähere Informationen: Mondriaanhuis, Kortegracht 11, Amersfort, Telefon: +31 334600170, E-Mail: info@mondriaanhuis.nl, Internet: www.mondriaanhuis.nl
Floor Rieder – Kratzer, Kratzer, Kratzer
Mit schwarzer Farbe auf Glas und einem scharfen Ätzstift kratzt die Illustratorin Floor Rieder ihre Welten Schicht für Schicht aus. Wo es kratzt, erscheint Licht. Noch bis 21. Juni sind ihre Arbeiten in der Ausstellung Scratches, scratches, scratches in der Kunsthal Rotterdam zu sehen. Ihre Illustrationen für neue Ausgaben der Klassiker Alice im Wunderland und Peter Pan sind zu sehen, und Besucher jeden Alters können es ausprobieren.
Rieders Werk ist sofort erkennbar, kraftvoll und grafisch und zugleich märchenhaft und voller überraschender Details. Sie bemalt Glasplatten komplett schwarz und arbeitet zunächst sorgfältig ihre Szenen aus. Dann beginnt das Kratzen: Zeile für Linie entfernt sie die Farbe und bringt so Licht ins Bild. Der starke Schwarz-Weiß-Kontrast bildet die Grundlage ihrer visuellen Sprache, danach fügt sie digital Farbe hinzu, um mehr Atmosphäre und Tiefe zu schaffen. Rieder verleiht klassischen Geschichten ein zeitgemäßes Aussehen, wie zum Beispiel Peter Pan, der in einem Hoodie auftaucht.
Kratz dich
In der Ausstellung verfolgen die Besucher diesen Prozess aus nächster Nähe. Originale Glasplatten zeigen, wie ein Bild wächst, Skizzen zeigen, wie Ideen entstehen, und Storyboards zeigen, wie die Illustrationen schließlich ein Buch ausmachen. Außerdem können Sie selbst anfangen: Probieren Sie die Scratch-Technik aus, machen Sie Ihre eigene Illustration und entdecken, wie Licht ein Bild zum Leben erweckt. Entwerfen Sie eine Karte Ihres eigenen Nooitland, projizieren Sie Figuren aus Peter Pan und Alice im Wunderland und nutzen Sie eine Schatzkarte, um nach kleinen, überraschenden Details im Raum zu suchen.
Nähere Informationen: Kunsthal Rotterdam, Museumpark, Westzeedijk 341, Rotterdam, Telefon: +31 104400301, E-Mail: communicatie@kunsthal.nl, Internet: www.kunsthal.nl
Präsenz im Prozess – 30 Jahre Kunst und Handwerk im Studio Claudy Jongstra
Noch bis zum 30. August feiert das Studio Claudy Jongstra sein 30-jähriges Jubiläum mit der Ausstellung „Presence in Process“ im Cuypershuis in Roermond, Claudy Jongstras Heimatstadt.
Das Studio Claudy Jongstra ist weltweit bekannt für seine monumentalen Installationen aus Wolle und Seide, die mit natürlichen Pigmenten gefärbt sind. Der vollständige Kreislauf der Wolle der Drenthe-Heide-Schafe und der Färbepflanzungen wie Weld, Woad und Madder ist in den künstlerischen Prozess integriert.
Wie Cuypers ist Claudy Jongstra innovativ und fortschrittlich innerhalb alter Handwerke und misst großen Wert auf den Austausch von Fachwissen. Daher wird ein vielfältiges und inklusives öffentliches Programm rund um die Ausstellung organisiert. Kunst, Natur und Gemeinschaft sind durch Werkstätten, Vorträge und einen speziell angelegten mittelalterlichen Klostergarten voller Farbpflanzen miteinander verbunden.
Die Ausstellung „Presence in Process“ macht ihre Entscheidungen, Entwicklung und Vision mit Highlights, Studien, Materialtests und einem neuen Werk, das exklusiv für das Cuypershuis geschaffen wurde, greifbar.
Nähere Informationen: Cuypers Huis, Pierre Cuypersstraat 1, Roermond, Telefon: +31 475359102, E-Mail: museum@roermond, Internet: http://www.cuypershuis.nl