Das neue digitale DHM Journal gibt Einblicke in die Arbeit des Museums

Wiedereröffnung des Zeughauses nicht vor 2031

Das Deutsche Historische Museum hat eine gute Nachricht und – leider – eine weniger gute mitzuteilen. Die gute zuerst: Das Deutsche Historische Museum startet mit dem DHM Journal ein redaktionelles, digitales Angebot und eröffnet damit neue Einblicke in die Museumsarbeit. Ziel des Journals ist es, kontinuierlich über Ausstellungen, Projekte und die Sammlungsarbeit zu informieren, aktuelle Debatten zur Geschichte aufzugreifen und fundiertes historisches Wissen zu vermitteln.
Zum Auftakt steht die Ausstellung „Objekte. Geschichte. Geschichte. Blick in die Sammlung“ im Mittelpunkt. In einem Videobeitrag können sich Interessierte eine Einführung in die Ausstellung mit Kurator Wolfgang Cortjaens anschauen und erfahren, was das Besondere an ihr ist. „Wir alle erzählen uns und anderen anhand von Objekten Geschichten“, begann Charlotte Klonk ihre Rede bei der Eröffnung der Ausstellung. Im DHM Journal können diese und die anderen Reden nachgelesen werden.

Wie vielfältig die Arbeit am DHM ist, zeigt die Rubrik „Inside DHM“ – etwa mit Einblicken in Bereiche, die sonst im Verborgenen bleiben, wie die Prävention von Schädlingsbefall in den Sammlungen.

Wer aber Wolfgang Cortjaens in der aktuellen Ausstellung auch live erleben will, sollte zur Mitgliederversammlung am 25. Juni kommen. In dem daran anschließenden Programm führt er zu den Highlights der Ausstellung – jedoch leider nur für Mitglieder.

Die weniger gute Nachricht:

Das DHM bestätigt leider, dass das Zeughaus voraussichtlich nicht vor 2031 wiedereröffnet werden kann. Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).Die Baumaßnahmen wiederrum werden vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) geplant und durchgeführt. Aktuell befindet sich das Bauvorhaben weiterhin nur im Planungsprozess, verbindliche Zeitangaben liegen dem DHM nicht vor. Zugleich wird deutlich: Diese Verzögerung liegt nicht im Einflussbereich des Museums.

Um deutsche Geschichte jedoch auch in dieser unbefriedigenden Situation einem breiten Publikum vermitteln zu können, arbeitet das DHM gemeinsam mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) daran, einen alternativen Ort für eine interimistische Präsentation der neuen Ständigen Ausstellung zu finden – möglichst umfassend, mindestens jedoch in wesentlichen Teilen.

Was können Freundinnen und Freunde des DHM tun?

Durch den Wegfall der Eintrittsgelder fehlen dem DHM wichtige Finanztmittel, die unter den aktuellen haushaltspolitischen Bedingungen nicht kompensiert werden können. Umso bedeutender ist jetzt bürgerschaftliches Engagement.Das DHM dankt allen Mitgliedern herzlich für ihre Treue und lädt alle Geschichtsinteressierten und Demokratiefreunde ein, den Verein zu unterstützen. „Ein solides und faktenbasiertes Wissen über Geschichte ist wichtiger denn je. Gemeinsam fördern wir deshalb Ankäufe historisch wichtiger Objekte und ermöglichen wertvolle Beiträge für die Wechselausstellungen im Pei-Bau und die zukünftige Ständige Ausstellung. Zugleich hören wir oft, das DHM sei „geschlossen“. Helfen Sie mit, dieses Missverständnis zu korrigieren: Das Museum ist geöffnet – im Pei-Bau mit sehenswerten Wechselausstellungen. Erzählen Sie davon und machen Sie die vielfältige Arbeit des DHM sichtbar“, heißt es dazu vom DHM.

Der Blick nach vorn:

Gerade in dieser Situation gewinnt das DHM Journal zusätzlich an Bedeutung. In einem eigenen Themenschwerpunkt begleitet es die Entwicklung der neuen Ständigen Ausstellung von der Idee bis zur Umsetzung. So erhalten Nutzer bereits jetzt Einblicke in das „Making of“ der Ausstellung und lernen die Menschen hinter dem Projekt kennen. Besonders empfiehlt das DHM den Auftakt einer mehrteiligen Filmreihe: ein Gespräch zwischen Julia Voss und Raphael Gross.

Darin geht es nicht nur um die wechselvolle Geschichte des Zeughauses, sondern auch um die Frage, welche Orientierung Geschichte in Krisenzeiten bieten kann. Im Zentrum stehen zentrale Herausforderungen der neuen Ständigen Ausstellung – etwa der Umgang mit Brüchen und Schlüsselmomenten der deutschen Geschichte, die Bedeutung originaler Objekte im digitalen Zeitalter sowie Fragen von Inklusion und Barrierefreiheit. Zugleich gewährt das Gespräch anschauliche Einblicke in das kuratorische Konzept und die Arbeit des Ausstellungsteams – und zeigt, wie Schritt für Schritt eine neue, vielschichtige Erzählung deutscher Geschichte entsteht.

Das DHM nutzt die Zeit bis zur Wiedereröffnung intensiv – für die inhaltliche und konzeptionelle Vorbereitung einer Ausstellung, die Maßstäbe setzen wird.

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Telefon: +49 30 814535510, E-Mail: kontakt@dhm-museumsverein.de

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