Eine der erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Museums Barberini
Mit 138.054 Besuchen ist die Ausstellung „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ am vergangenen Wochenende nach 14 Wochen erfolgreich zu Ende gegangen. Die Schau verzeichnete durchschnittlich mehr als 1600 Besucherinnen und Besucher pro Tag und zählt damit zu den erfolgreichsten Ausstellungen in der Geschichte des Museums Barberini. Im Vergleich zu anderen Publikumserfolgen des Hauses erreichte sie ein ähnlich hohes Besuchsniveau bei einer deutlich kürzeren Laufzeit.
Die Ausstellung zeigte anhand von mehr als 110 Werken aus über 60 internationalen Sammlungen die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland von seinen Anfängen bis in die 1930er Jahre. Im Mittelpunkt stand Max Liebermann als Künstler, Sammler, Ausstellungsmacher und Präsident der Berliner Secession, der mit seinem frühen Blick nach Frankreich entscheidende Impulse für die Erneuerung der deutschen Malerei gab.
Die Schau beleuchtete die vielfältigen künstlerischen, gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Impressionismus in Deutschland: von den Einflüssen der französischen Moderne über lichtdurchflutete Landschaften und moderne Freizeitwelten bis hin zu nächtlichen Großstadtansichten, sozialen Reformthemen und der Faszination für Theater, Tanz und Rollenbilder um 1900. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Beiträgen von Künstlerinnen wie Dora Hitz, Sabine Lepsius, Charlotte Berend-Corinth und Maria Slavona, deren Bedeutung für die Entwicklung des deutschen Impressionismus lange unterschätzt wurde.
„Der außerordentliche Zuspruch zeigt, wie sehr die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit schätzen, zentrale Werke der deutschen Kunstgeschichte im internationalen Kontext neu zu entdecken. Die Ausstellung hat sichtbar gemacht, dass der Impressionismus in Deutschland weit mehr war als eine nationale Variante einer europäischen Bewegung: Er war Ausdruck von Offenheit, kulturellem Austausch und künstlerischer Erneuerung“, sagt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini und Kuratorin der Ausstellung.
Die große Resonanz der Ausstellung spiegelte sich auch im umfangreichen Begleit- und Vermittlungsprogramm wider. Während der Laufzeit fanden 1039 Führungen und Workshops statt. Insgesamt 27.613 Gäste besuchten das Vermittlungsprogramm sowie Konzerte, Gespräche, Vorträge und Lesungen im Museum.
Zu den Höhepunkten zählte der erste Barberini Salon. Inspiriert von der Geschichte des Palais Barberini als Ort des kulturellen Austauschs feierte das Museum mit rund 500 Gästen einen Abend voller Kunst, Gespräche und Musik. Zwischen der Liebermann-Ausstellung und der Impressionismus-Sammlung entstand ein Raum für Begegnungen und inspirierende Diskussionen mit Ortrud Westheider, Evelyn Wöldicke, Direktorin der Liebermann-Villa, dem llustrator Christoph Niemann und dem Autor Jens Bisky. Musikalisch begleitet wurde der Salon von der Jazzvokalistin Enji; die Moderation übernahm Shelly Kupferberg.
Ein weiterer Höhepunkt war die ausverkaufte Lesung im Museum Barberini, bei der die Schauspieler Nina Kunzendorf und Fabian Hinrichs die Briefe Max Liebermanns lebendig werden ließen. Großen Zuspruch fand auch das Get Together zum Semesterstart: Mehr als 800 Studenten und Auszubildende aus Potsdam, Berlin und darüber hinaus besuchten Slow Art Tours des Barberini Art Clubs, Gespräche mit jungen Kuratorinnen sowie Konzerte und Performances.
Darüber hinaus wurde die Ausstellung durch zahlreiche digitale Angebote erweitert. Mit dem Audioguide, der Ausstellungswebsite Prolog und einer 360°-Tour konnten Besucherinnen und Besucher die Inhalte multimedial vertiefen. Video-Interviews mit Forschenden beleuchteten die Themen der Ausstellung sowohl im Museum als auch online und in den sozialen Medien.
Der begleitende Podcast „Der Fall Liebermann“ erzählt die Geschichte Max Liebermanns im Spannungsfeld von Kaiserreich, Impressionismus und Nationalsozialismus und zeichnet zugleich ein Panorama gesellschaftlicher Umbrüche in Deutschland. Der Podcast bleibt auch nach Ausstellungsende auf Spotify, Apple Music und YouTube verfügbar.
Nach der großen Ausstellung zum Impressionismus in Deutschland präsentiert das Museum Barberini vom 4. Juli bis 11. Oktober „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“. Die Ausstellung in Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam beleuchtet Signacs Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Portraitmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne entdeckte.
Die Schau befasst sich mit Signacs zentralen Rolle innerhalb der neoimpressionistischen Bewegung und geht seinem Einfluss als federführender Theoretiker sowie als Sammler und Mäzen ebenso nach wie seinem Einsatz als Netzwerker, Lehrer und Ausstellungsorganisator, der bis nach Belgien und Deutschland ausstrahlte. 36 Werke von Signac stehen im Dialog mit mehr als 60 Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Curt Herrmann, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen. Zu den Leihgebern zählen das Van Gogh Museum, Amsterdam, das Art Institute of Chicago, die National Gallery of Ireland, Dublin, das Musée d‘Orsay, Paris, das Musée du Petit Palais, Genf, die Archives Signac, Paris, und weitere nationale und internationale Sammlungen.
Nähere Informationen: Museum Barberini, Friedrich-Ebert-Str. 115, 14467 Potsdam, E-Mail: info@museum-barberini.de, Internet: http://www.museum-barberini.de