„Piets Geburtstagswochenende“ im Museum Villa Mondrian

Piets Geburtstagswochenende“ im Museum Villa Mondrian

Beim Piet-Geburtstagswochenende am Samstag, 7. März, und am Sonntag, 8. März, dreht sich das Museum Vikka Mondrian in Winterswijk ganz um Feiern, Kunst und Spaß für Jung und Alt.

An beiden Tagen gibt es drei kostenlose Flash-Touren, bei denen die Besucherinnen und Besucher in kurzer Zeit die Highlights des Museums entdecken können. Für Kinder organisieren die Mitarbeiter des Museums kreative Werkstätten, einige kostenlos, einige gegen eine kleine Gebühr. Es verspricht, ein geschäftiges und vor allem spaßiges Wochenende zu werden. Als Überraschung gibt es eine reduzierte Eintrittsgebühr. Für Eltern gibt es auch viel zu tun, mit inspirierenden Malworkshops und einer ausführlichen Führung durch eine Kuratorin. Kurz gesagt, ein festliches Wochenende voller Kunst, Kreativität und Überraschungen.

Besonders für die jüngsten Besucher wird das Buch „Kikvors Kasper en d’n stork“ laut vorgelesen. Die Schriftstellerin Else Klomps besucht das Museum, um die spannende Geschichte von Frosch Kasper zu erzählen. Kasper wird von einem Storch entdeckt und einfach weggebracht! Solange das gut läuft… Mit einem kostenlosen Glas Limonade für unsere kleinen Besucher.

Programm in der Übersicht

Samstag, 7. März, 11:30 Uhr im Café, freier Eintritt gegen Vorlage eines gültigen Eintrittstickets. Oben im Studio können die Teilnehmer wie ein echter Künstler arbeiten. Es gibt alle möglichen Materialien, die man selbst entdecken kann, und man lernt, wie man eine Collage erstellt. Vielleicht machst jemand den neuen Victory Boogiewoogie?

Samstag, 7. März und Sonntag, 8. März, der Workshop, ganztägig, kostenloser Eintritt gegen Vorlage gültiger FahrkarteAn beiden Tagen organisieren die Mitarbeiter des Museums drei kostenlose Flash-Touren, bei denen Sie in kurzer Zeit die Highlights des Museums entdecken. Die Führungen finden um 12, 13 und 14 Uhr statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, maximal 15 Teilnehmer pro Tour.

Samstag, 7. März und Sonntag, 8. März, versammeln sich die Teilnehme im Museumsladen, 12, 13 und 14 Uhr, kostenlos gegen Vorgabe eines gültigen Eintrittstickets.

Im Garten besteht die Möglichkeit, unter der Anleitung des Künstlers Vic Hulshof zu malen Im Garten des Museums haben die Besucher einen wunderschönen Blick auf einen Apfelbaum und auf die Jakobskirche. Auch Piet Mondrian fand hier Inspiration und stellte oft diesen Baum und diese Kirche dar. In diesem Workshop bringt Vic den Teilnehmern bei, wie sie die Kirche und den Apfelbaum direkt auf die Leinwand setzen können. Termin: Sonntag, 8. März, 13.30 Uhr, maximal 15 Teilnehmer. Kostenbeitrag 13 Euro.

Nähere Informationen: Museum Villa Mondriaan, Zonnebrink, 47101 NC Winterswijk, Telefon +31 (0) 54351 5400, E-Mail info@villamondriaan.nl. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausstellungstipps für Museumsbesuche in den Niederlanden

In der aktuellen Ausgabe der Museumstijdschrift gibt es wieder einige vielversprechende Ausstellungs-Tipps für Museumsbesuche in den Niederlanden. Dieses Mal mit dem Thema „Lebenslinien“.

Grijs! Kunst über das Altern

Perspektiven auf das Altern in einer alternden Gesellschaft

In einer Gesellschaft, die obsessiv nach ewiger Jugend sucht, hat das Museum van Bommel van Dam in Venlo seine erste große Ausstellung über das Alter gemacht. Noch bis 14. Juni präsentiert das Kunstmuseum die Gruppenausstellung „Grijs! Kunst über das Altern“.

Durch Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstler erforscht die Ausstellung die Sicht und Erfahrung des Alterns in einer alternden Gesellschaft: von Altersdiskriminierung und Bildsprache bis hin zur Schönheit des sich verändernden Körpers und der Beziehung zwischen den Generationen. In Fotos, Videos, Gemälden, Installationen und Zeichnungen bekannter Künstler zeichnet die Ausstellung „Grijs!“ ein reichhaltiges Bild einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.

Zu den teilnehmenden Künstlern zählen Tyna Adebowale (Nigeria, 1982), Diana Blok (Uruguay, 1952), Melanie Bonajo (Niederlande, 1978), Marrie Bot (Niederlande, 1946), Jan van Herwijnen (Niederlande, *1889 – +1965), Wen Hui (China, 1960), Isadora Kosofsky (Vereinigte Staaten, 1993), Marcos Kueh (Malaysia, 1995), Maria Lassnig (Österreich, *1919 – +2014), Lique Schoot (Niederlande, 1969), Sjoerd Schunselaar (Niederlande, 1990), Joan Semmel (Vereinigte Staaten, 1932), Lily van der Stokker (Niederlande, 1954) und Fiona Tan (Indonesien, 1966).

Nähere Informationen: Museum van Bommel van Dam, Keulsepoort 1, Venlo, Telefon: +31 773513457, E-Mail: info@vanbommelvandam.nl, Internet: www.vanbommelvandam.nl

GEN 3.0 – Die Generation 3.0 äußert sich zum Mitspracherecht

Genau 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der auch das Ende der japanischen Besetzung der Niederländisch-Ostindien markierte, bringt das Fotomuseum Den Haag zeitgenössische Künstler zusammen, die visuell über die Auswirkungen der kolonialen Vergangenheit reflektieren. Aus ihrer persönlichen Perspektive untersuchen sie, wie diese Geschichte ihre Identität und Stellung in der Gesellschaft beeinflusst. Diese „Generation 3.0“ mit Wurzeln in verschiedenen Gemeinden der ehemaligen niederländischen Kolonie sind heute junge Erwachsene und neugierig: ‚Wie machen mich meine Familiengeschichte und mein koloniales Erbe zu dem, was ich heute bin?‘

Mit Fotografie, Video, Sammlungsdokumenten und Archivmaterial erzählen sie Geschichten, die bis jetzt unbesprochen geblieben sind. Ihre Arbeit bietet vielen Anerkennung und lädt gleichzeitig ein breiteres Publikum ein, über diese gemeinsame Vergangenheit nachzudenken.

Nähere Informationen: Fotomuseum Den Haag, Stadhouderslaan 43, Den Haag, Telefon: +31 703381144, E-Mail: info@fmdh.nl, Internet: www.fotomuseumdenhaag.nl

Neues Alt! Die Kunst des Altwerdens

Noch bis zum 3. Januar 2027 zeigt das Museum des Geistes in Haarlem mit der Ausstellung „Neues Alt! Die Kunst des Alterns“ ein menschliches und überraschendes Gesicht für die alternde Bevölkerung. Anhand spezieller Kunstfotos bekannter und unbekannter älterer Menschen zeigt das Museum die Vielseitigkeit, Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Alterns. Die Ausstellung widerlegt hartnäckige Mythen über ältere Menschen als verletzlich und kostspielig und lädt zu einem neuen Blick auf das Alter ein. Die Niederlande altert rasant. Zum ersten Mal leben mehr ältere als junge Menschen in den Niederlanden. Laut Zahlen der niederländischen Statistik sind etwa 3,76 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter und etwa 3,72 Millionen Menschen unter 20 Jahren. Im Jahr 2030 werden 25 Prozent der Bevölkerung über 67 Jahre alt sein. Jeder dritte 67-Jährige erlebt manchmal irgendeine Form von Altersdiskriminierung, während drei Viertel der über 65-Jährigen vital und unternehmerisch sind und voll an der Gesellschaft teilnehmen.

Einzigartige Lebensphase

In der Ausstellung „Neues Alt! Die Kunst des Altwerdens“ präsentiert das Museum des Geistes zusammen mit Gastkurator Prof. Tineke Abma, Stiftungsprofessorin für Kunst und Pflege an der Erasmus-Universität Rotterdam, eine andere, reichere Perspektive auf das Alter. Die Ausstellung verlagert den Fokus von Verletzlichkeit hin zu Vitalität, Kreativität und sozialem Engagement. Dem Wunsch nach Verbindung und Bedeutung wird ebenfalls expliziter Raum gegeben. Abma bringt es mit folgenden Worten auf den Punkt:: „Das Alter ist eine Lebensphase, die einzigartige Möglichkeiten bietet, endlich der Mensch zu werden, der man ist.“

Nähere Informationen: Museum des Geistes, Schotersingel 2, Haarlem, Telefon: +31 235410670, E-Mail: info@museumvandegeest.nl, Internet: museumvandegeest.nl

„Kop d’r veur“ – Kolumne von Pauline Broekema

Als Kolumnistin für die niederländische Museumstijdschrift teilt Pauline Broekema in jeder Ausgabe ihre persönlichen künstlerischen Beobachtungen mit den Leserinnen und Lesern. In dieser Kolumne aus dem Heft Nr. 1 • 2026 beschreibt sie, wie ein Besuch der Dauerausstellung „New Light“ im Groninger-Museum sie in ihre Kindheit zurückversetzte. Die Vertreter der Künstlervereinigung „De Ploeg“ fingen mit ihren farbenfrohen und ausdrucksstarken Gemälden die Landschaften ein, an denen sie so oft vorbeigefahren sind.

„Meine Oberschule lag im Zentrum der Stadt Groningen. Ich fuhr mit dem Fahrrad hin und zurück über die Moesstraat, die bis Ende der fünfziger Jahre eine Zufahrtsstraße zu den Ommelanden war. Wo die Moesstraat endete, begann damals die antike Landschaft nördlich der Stadt. Entlang des Wassers des Reitdiep befinden sich Wiesen, Kühe, Gräben, kleine Bauernhöfe und enge Landstraßen. Die hohen Weiden entlang der Wege trugen, wie der Maler Johan Dijkstra (*1896 –+1978) einst schrieb, „das Zeichen des Windes in ihren Kronen“.

In den sechziger Jahren wurden auf dieser Kulturlandschaft Häuser und Wohnungen errichtet. Wir sind dort eingezogen. Ich dachte, Selwerd sei ein karges, einfallsloses Viertel. Tatsache ist, dass die Stadtentwickler und Architekten, getrieben vom Wohnungsmangel, bei weitem nicht mit den berühmten Vorkriegsarchitekten aus Groningen mithalten konnten.

Von der Landschaft geprägt

In diesem verschwundenen Land gab es einst den Weiler „Blauw Borgje“. Der Künstler Johan Dijkstra schrieb 1965 in der Kulturzeitschrift Weerwoord: „Auf dem Reitdiepsdijk gab es zwei Bauernhöfe in malerischer Umgebung mit alten Bäumen, wilden Büschen und einem umzäunten Innenhof. Man kann sagen, dass eine Generation junger Groninger Maler dort geprägt wurde.“

Brillante Beispiele dieser Bewegung sind im Groninger-Museum in der kürzlich eröffneten Dauerausstellung „New Light“ zu sehen. Die De-Ploeg-Kuratorin Anneke de Vries und ihre Kollegen haben eine wunderbare Auswahl aus der „De Ploeg“ genannten Künstlervereinigung getroffen, deren Vertreter auch liebevoll „unsere alten Meister“ genannt wurden.

Die Grundlage für das Schaffen dieser „jungen Groninger Maler“ wurde von dem Lehrer und Maler F. H. Bach (*1865–+1956) gelegt. Er nahm seine Schüler des Kunstkurses der „Minerva Akademie“ mit nach draußen und direkt in die landwirtschaftlich geprägte Region. Das war eine Neuheit. Nachdem sie das Klassenzimmer verlassen hatten, mussten sie durch die Moesstraat in Richtung Reitdiep nach „Blauw Borgje“ fahren. Er ließ sie dort skizzieren. Sie durften nie länger als eine halbe Stunde an einer Zeichnung arbeiten und dabei auch nicht „picken“, sondern mussten mit festen Pinselstrichen malen.

Emotion in einer Körperhaltung

1918 gründeten Künstler, darunter einige von Bachs Schülern, den Verein „De Ploeg“. Der Maler Jan Altink (*1885 – +1971) erfand den Namen – das kulturelle Klima in Groningen musste durchpflügt werden. „Besessen von Farbe“ waren sie, erklärte Ploeg-Mitglied Job Hansen (*1899 – +1960) später. Tatsächlich konnte bei ihnen ein Himmel violett sein, das Segel eines Schiffes rot, ein Heuhaufen orange.

In der Ausstellung „New Light“ verweile ich am längsten bei dem Bild „Nach dem Besuch“(1925) von Jan Altink. Was für ein Mut, einen solchen Moment so zu malen! Zwei Frauen begleiten den Besuch. Anfangs nehme ich an, dass sie bereits über die Besucher tratschen. Aber je länger ich die Szene betrachte, desto mehr bin ich überzeugt, dass etwas Ernstes vor sich geht. Wir sehen ihre Gesichter nicht. Der Ausdruck muss irgendwie anders gelingen. Altink weiß, wie man Emotionen in einer Geste oder Körperhaltung ausdrückt.

Schultern an das Steuer

Als ich nach Hause komme, frage ich, wer dort abfährt, welche Art von Kutsche der unbefestigten orangefarbenen Straße folgt. „Ein Tilbury“, sagt Direktor Geert Pruiksma vom National Carriage Museum. Ein solch wendiger zweirädriger Wagen wird vom Fahrgast selbst gelenkt, sagt er. Jetzt erinnere ich mich. Ich kenne Tilburys aus Geschichten über Dorfärzte. Doktor Cleveringa aus Appingedam, der Großvater des berühmten Anwalts Rudolph Cleveringa, nutzte ihn, um die Kranken zu besuchen.

Fährt tatsächlich ein Arzt davon? Und bekamen die Frauen schlechte Nachrichten über die kranke Person im Bett, im Bauernhaus hinter ihnen? Die Frau mit der lila-roten Arbeitsschürze scheint in sich selbst versunken zu sein. Die andere, mit diesen starken, muskulösen Unterarmen hingegen legt ihre Hände zur Seite. Bei ihr ist es ‚kop d’r veur‘, wie die Groninger es treffend ausdrückten. Mit anderen Worten: Komm schon, leg deine Schultern ans Steuer. Die Kutsche wird bald um die Ecke biegen und aus dem Blickfeld verschwinden. Auf dem Weg zur nächsten Adresse.

Doktor Cleveringa hatte immer eine Angelrute dabei. Zwischen den Besuchen stellte er seine Tilbury an die Straße und genoss die Landluft, während er angelte. Ab und zu fahre ich wie üblich nach Norden auf der Moesstraat. Dann passiere ich die Hügeldörfer Dorkwerd und Oostum. Ich mache normalerweise einen Zwischenstopp in Garnwerd. Am Wasser, um es so zu genießen wie dieser Doktor. Auch wenn es bei mir ohne Angelrute ist. Dann stelle ich fest, dass das Land der Ploeg-Maler immer noch existiert. Nicht nur im Museum, sondern zum Glück auch im echten Leben.“

Über das Groninger Mueseum

Das Groninger-Museum ist ein vielseitiges Museum, das sich in Stil und Mentalität unter den besten niederländischen Museen auszeichnet. Mit zeitgenössischer Kunst erforscht das Groninger Museum die Grenzen von Kunst und Gesellschaft und zeigt nonkonformistische Kunst und Trends. Das Groninger-Museum möchte die Öffentlichkeit durch Inhalt und Art der Präsentation herausfordern und konfrontieren. Jedes Jahr besuchen durchschnittlich 200.000 Besucher das Groninger-Museum. Die zahlreichen Ausstellungen sorgen für Aktualität und Vielfalt.

Nähere Informationen: Museum Groningen, Museumeiland 1, Groningen, Telefon: +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl, Internet: http://www.groninger museum.nl

100 Jahre nach der Schenkungsurkunde

Edwina van Heek im Mittelpunkt einer Ausstellung im Rijksmuseum Twenthe

Ab dem 8. März wird im Rijksmuseum Twenthe eine Fokuspräsentation zu Edwina van Heek gezeigt. Die Ausstellung basiert auf neuer historischer Forschung von Bert-Jaap Koops und beleuchtet ihre Rolle bei der Entstehung des Museums, eine Geschichte, die lange Zeit unterbelichtet wurde. Die Präsentation wurde in Zusammenarbeit mit der Edwina van Heek Stiftung und dem Archiv des Zonnebeek Estate erstellt.

1926 legte eine Unterschrift den Grundstein für das Rijksmuseum Twenthe. Am 19. Februar desselben Jahres unterzeichnete Edwina van Heek-Burr Ewing die Schenkungsurkunde, in der sie ein neues Museumsgebäude und eine dazugehörige Kunstsammlung dem niederländischen Staat schenkte. Mit dieser Tat verwirklichte sie den Traum ihres verstorbenen Ehemanns, des Textilfabrikanten Jan Bernard van Heek. Das Museum musste ‚dauerhaft und als solches‘ erhalten bleiben.

Obwohl Jan Bernard van Heek die Eröffnung des Museums nicht mehr erlebte, sorgte Edwina mit Entschlossenheit dafür, dass sein Ideal Wirklichkeit wurde. Hundert Jahre später ist ihre Rolle endlich zentral. In dieser fokussierten Präsentation heben wir ihre Entschlossenheit, Vision und ihr gesellschaftliches Engagement hervor: Werte, die im Museum noch spürbar sind.

Neue Forschung, neue Geschichte

Die Präsentation basiert auf neuer historischer Forschung von Bert-Jaap Koops und wirft neues Licht auf Edwinas Rolle bei der Gründung des Rijksmuseum Twenthe. Eine Geschichte, die lange Zeit wenig beleuchtet wurde, bekommt hier endlich Platz. Die Fokuspräsentation wurde in Zusammenarbeit mit der Edwina van Heek Stiftung und dem Archiv von Landgoed Zonnebeek erstellt.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Twenthe, Lasondersingel 129-131, 7514 BP, Enschede, Telefon +31 53201 2000, Internet www.rijksmuseumtwenthe.nl. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Neuigkeiten und Termine bei der Kunsthalle Düsseldorf

Die Stadt Düsseldorf hat entschieden, die ab Sommer diesen Jahres geplante Sanierung der Kunsthalle um drei Jahre zu verschieben. Aktuell arbeitet die Kunsthalle daran, ihr Programm für 2026 an die neue Situation anzupassen. Weitere Details dazu folgen in Kürze.
Im Februar begrüßt die Kunsthalle Düsseldorf ihr Publikum zu drei Veranstaltungen: Am 27. Februar heißt es wieder „Ab durch Raum und Zeit“ bei der Düsseldorfer Kindermuseumsnacht. 15 Düsseldorfer Ausstellungsorte laden dazu ein zu entdecken, zu forschen und kreativ zu sein. In der Kunsthalle erwartet die Teilnehmer von 17 bis 22 Uhr die längste Leinwand der Stadt und eine „Interaktive Mission“ in einer Rauminstallation der Künstlerin Sofía Magdits Espinoza, die auch am darauffolgenden Familienwochenende, Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März, noch geöffnet sein wird.
Außerdem gibt es am Dienstag, 24. Februar, von 19 bis 22 Uhr ein Nachtfoyer Spezial mit den Künstlerinnen Lisa Röing Baer, Inessa Emmer, Julika Rudelius & Nikola Ukić.

Zu den Autorinnen und ihren Werken

Während sich das Zukunftsversprechen der Petromoderne in Luft auflöst, bleibt unser Alltag scheinbar unverändert – und doch trägt er die Spuren eines tiefgreifenden Wandels. Dieses Buch hält sie fest: Eine Welt, die in vertrauten Bildern fortbesteht und doch ins Wanken geraten ist.
Mit ihrer ersten Monografie „Der Boden knirscht unter meinen Füßen“ legt Lisa Röing Baer (* 1994) eine Auswahl aus fünfzehn Jahren analoger Fotografie vor und zeigt eine Epoche, die sich dem Ende zuneigt. Oft greifen hier Alltägliches und Politisches ineinander, Hoffnungen und Enttäuschungen stehen Seite an Seite in Bildern, denen die Vergangenheit nur mehr als verblassende Erinnerung eingeschrieben ist und die Zukunft zweifelhaft erscheint. Lichtdurchflutete Straßenszenen, Konsumwelten, Landschaften – erst in der Zusammenstellung wird deutlich, dass Baers Aufnahmen keine kohärente Erzählung liefern, sondern als visuelle Matrix spannungsgeladener Assoziationen miteinander verwoben sind, die jegliche Form linearen Fortschrittsglaubens infrage stellen. Lisa Röing Baer wird am Abend im Rahmen einer Lesung Einblicke in das Buch geben. (Lisa Röing Baer, Der Boden knirscht unter meinen Füßen, Kerber, 2025, ISBN 978-3-7356-1043-0)

Die Publikation „Mash up“ vereint Arbeiten aus zwei Ausstellungen von Inessa Emmer im Museum Kloster Bentlage sowie in der Städtischen Galerie Schloss Donzdorf. Gezeigt wird ein vielschichtiger Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens zwischen Holzschnitt, Grafik und Malerei. Der Katalog macht sichtbar, wie sich Emmers Arbeiten zwischen druckgrafischer Präzision und malerischer Freiheit bewegen. Im Rahmen der Präsentation spricht Inessa Emmer mit Dr. Alexander Grönert (Stellvertretung künstlerische Direktion, Museum Schloss Moyland) über ihre Arbeitsweise, Materialien und die Entwicklung der gezeigten Werkgruppen. (Inessa Emmer
Mash up, Selbstverlag, 2025)

Julika Rudelius beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Phänomenen, die ihren Ursprung in Machtstrukturen haben. Anhand von Video und Fotografie untersucht Rudelius Einflüsse von Macht auf das menschliche Verhalten: Von der Inszenierung archetypischer Individuen, über die Analyse systemischer Probleme bis hin zur Verarbeitung gesellschaftlicher Zustände. Nach ihrer Einzelausstellung „…in the days of the bullies“ 2023 in der Villa Merkel erscheint nun eine gleichnamige Publikation in Zusammenarbeit mit Céline Wouters (Grafik) und Johannes Kaufmann (Kurator der Ausstellung, Stadt Esslingen). Anhand der gemeinsamen Bildauswahl, eine Kombination aus Stills, Detail- und Installationsansichten, entstehen neue Assoziationen und bildliche Erzählungen, die über die Themen der Arbeiten in der Ausstellung hinausgehen und eine eigenständige thematische und visuelle Auseinandersetzung behaupten. Es findet ein Gespräch mit Johannes Kaufmann (Kurator, Stadt Esslingen) über die gleichnamige Ausstellung von Julika Rudelius „…in the days of the bullies“ (2023) in der Villa Merkel statt, zu der 2025 der Katalog bei StrzeleckiBooks veröffentlicht wurde. (Julika Rudelius, …in the days of the bullies, StrzeleckiBooks, 2025, ISBN 978-3-910298-26-2)

In seiner Praxis untersucht Ukić Prozesse von Entstehen und Vergehen sowie die Grenzen zwischen Natur und Kultur, Leben und Materie. Er greift Konzepte der 1960er-Jahre auf, in denen sich die Bildhauerei von repräsentativen Formen löste, und entwickelt daraus eine kritische Neuinterpretation skulpturaler Strategien. Seine Arbeiten reflektieren Form als eigenständige Größe und eröffnen ein Nebeneinander unterschiedlicher Zustände ohne deren Vereinheitlichung. Die Publikation „About the Sense of Possibilities“ dokumentiert mehr als zwei Jahrzehnte seines Schaffens mit Texten von Sabina Salamon, Vladimir Vidmar, Thorsten Schneider und Rolf Hengesbach. Am Abend findet ein Artist Talk gemeinsam mit Branka Benčić (Museumsdirektorin MMSU Rijeka), Sabina Salamon (Kuratorin, MMSU Rijeka) und Rolf Hengesbach (Galerist), inklusive einer Präsentation von Buchauszügen statt. (Nikola Ukić, About the Sense of Possibilities Herausgeber: MMSU – Museum of Modern and Contemporary Art, Rijeka, Herausgeberin Branka Bencic, Editor, Sabina Salamon. SNOEK, 2026, ISBN 978-3-86442-468-7)

Familienwochenende: Entdecke den Planeten Kunsthalle

Am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März 2026, jeweils von 11 bis 18 Uhr, lädt die Kunsthalle Düsseldorf zum Familienwochenende ein. An diesem Wochenende öffnen sich zwei besondere Räume für Kinder, Familien und Neugierige jeden Alters: der Seitenlichtsaal und der Kinosaal. Der Eintritt ist frei.

Gemeinsam malen im Seitenlichtsaal

Im Seitenlichtsaal können Kinder gemeinsam an der langen Maltafel ein riesiges Bild entstehen lassen. Alle Werke werden nach und nach an die Wände gehängt – so wächst der Raum im Laufe der Tage immer weiter zu einer bunten, kollektiven Bilderlandschaft.

Ein außerirdischer Planet im Kinosaal

Im Kinosaal entsteht eine begehbare Rauminstallation der Künstlerin Sofía Magdits Espinoza.
Die Kunsthalle wird zu einem außerirdischen Planeten aus Wurzeln, Myzel und Wasser.
Kinder und Erwachsene gestalten den Raum mit: Sie flechten textile Wurzeln, verbinden sie mit Fäden und lassen ein wachsendes Netzwerk entstehen. Jede neue Verbindung macht den Planeten größer. Am Boden fließt unterirdisches Wasser durch den Raum. Licht, Klang und Textilien schaffen eine besondere Atmosphäre.

Nähere Informationen: Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf, E-Mail: mail@kunsthalle-duesseldorf.de

Seite an Seite | Mondrian im Dialog in der Villa Mondriaan

Was passiert, wenn man Piet Mondrian buchstäblich neben seine Zeitgenossen stellt? In der Ausstellung „Side by Side | Mondrian im Dialog“, die bis zum 9. Oktober im Museum Villa Mondrian in Winterswijk zu sehen ist, sind die Besucher dazu eingeladen, Mondrian im Zusammenhang mit den Künstlern zu betrachten, die ihm vorausgingen, ihn beeinflussten und herausforderten.

In der Villa, in der Mondrian aufwuchs und seine ersten künstlerischen Schritte machte, entfaltet sich die Geschichte eines Künstlers in Entwicklung. Die Ausstellung vereint frühe Werke von Mondrian mit Gemälden von Künstlern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, darunter Vertreter der Haager und der Laren-Schule, impressionistische Zeitgenossen und Macher aus seinem unmittelbaren Umfeld.

Indem Werke nebeneinander präsentiert werden, entstehen neue Gespräche zwischen den Bildern. Ähnlichkeiten und Unterschiede in Stil, Technik und Motiv werden sichtbar und zeigen, wie Mondrian mit seiner Zeit umgeht. Die sorgfältig komponierten ‚Paare‘ machen greifbar, wie er sucht, lernt und experimentiert und wie sich seine visuelle Sprache langsam von der Tradition löst.

Die Ausstellung „Seite an Seite | Mondrian im Dialog“ zeigt Mondrian vor seiner Entwicklung hin zur Abstraktion: als neugierigen, ehrgeizigen Künstler, der seinen Weg von Winterswijk zu einer radikal neuen visuellen Sprache findet. Eine Ausstellung, die nicht nur auf den Endpunkt blickt, sondern auch auf die Bewegung darauf hin.

Nähere Informationen: Museum Villa Mondriaan, Zonnebrink, 47101 NC Winterswijk, Telefon +31 (0) 54351 5400, E-Mail info@villamondriaan.nl. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausstellungs-Tipps und Neuigkeiten aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

Zwischen Alt und Gegenwart“ in der Stevenskerk Nijmegen (von Ulrike Neyens, erschienen in der aktuellen Ausgabe der Museumstijdschrift)

Mit der Ausstellung „Far and near“, die noch bis zum 6. April in der Stevenskerk in Nijmegen zu sehen ist, wird das Van-Lymborch-Jahr über die drei mittelalterlichen Künstlerbrüder ein zeitgenössisches Finale haben. Kirchengesang erfüllt das Kirchengebäude, während sanftes Sonnenlicht durch die großen Fenster fällt und zeitgenössischer Kunst ein fast spirituelles Erlebnis verleiht.

Die farbenfrohen Illuminationen aus dem Stundenbuch der „Brüder, Très Riches Heures du duc de Berry“(zirka 1410) werden neben zeitgenössischer Kunst gezeigt. So platziert die Ausstellung beispielsweise das charakteristische Lapislazuli-Blau der Brüder Van Lymborch mit dem tiefen Blau im Relief „Perception“(2024) von Levi van Veluw (1985). Diese Farbe verleiht diesem zeitgenössischen Werk zudem eine religiöse Bedeutung. Iris van Herpen (1984) hingegen verwendet dunkelblaue Details in ihrem futuristischen Kleidungsstück „Architectonics look 4“ (2023) und ist von naturbetontem Stadtdesign inspiriert.

Der Abschnitt über Kolonialismus behandelt ebenfalls wichtige soziale Themen. Der Vergleich zwischen der umfassenden Darstellung der schwarzen „Königin von Seba“ aus dem Stundenbuch und demDämmerungsporträt 2“(2009) von Erwin Olaf (*1959 – +2023) legt hartnäckige Vorurteile offen.Die Dialoge schaffen eine wertvolle Nuance: Was alt ist, wird neu und das, was zeitgemäß ist, wirkt zeitlos.

Nähere Informationen: St. Stevenskerkhof 62, 6511 VZ Nijmegen, Telefon 024 – 3604710, E-Mail: info@stevenskerk.nl

Restauriertes Werk von Van Gogh wurde nach drei Jahren in Rotterdam erneut ausgestellt

Nach einer intensiven dreijährigen materialtechnischen Forschung ist Vincent van Goghs „Die Pappelallee in Nuenen (1885) erneut im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam ausgestellt. Das Gemälde scheint in drei Phasen entstanden zu sein und stellt einen Wendepunkt in Van Goghs Werk dar.

Mikroskopische Untersuchungen sowie UV- und Röntgenscans zeigen, dass das Gemälde aus drei Phasen besteht. 1884 malte Van Gogh die erste Landschaftsszene von Nuenen. 1885 übermalte er es dann mit der heutigen Szene. Anschließend brachte er das dunkle Gemälde – offenbar eher nachlässig – nach Antwerpen und Paris. Van Gogh erhielt damals wenig Anerkennung, und seine Gemälde waren noch nicht viel wert. Schließlich, inspiriert vom französischen Impressionismus, fügte er 1886 in der französischen Hauptstadt einige Farbakzente hinzu, wie die leuchtend blauen Streifen am Himmel und die gelben Lichtakzente in den Bäumen.

Die Restaurierung fand im Restaurierungsstudio des Depots statt. Für die Restauratorin Erika Smeenk-Metz war es keine leichte Aufgabe: Das Gemälde hatte durch Transporte und frühere Restaurierungen viel durchgehalten. Die Farbe blätterte ab und die alte Lackschicht war vergilbt und rissig. Die größte Herausforderung bestand darin, die Lackschicht wiederherzustellen, ohne die zwischenliegende Proteinschicht zwischen der ersten und zweiten Farbschicht zu beeinträchtigen.

Wendepunkt

Bei dieser Forschung war es das erste Mal, dass Van Goghs spätere Ergänzungen kartiert wurden. Das Gemälde ist daher ein Übergangswerk zwischen seinen dunklen, typisch niederländischen Darstellungen und seinen späteren impressionistischen Arbeiten. Die Präsentation „Forschung an den Schienen – Van-Goghs Pappelallee“ führt die Besucherinnen und Besucher durch den gesamten Restaurierungsprozess und ist gegenüber dem Restaurierungsstudio im Depot zu sehen.

Nähere Informationen: Postadresse Museum Boijmans Van Beuningen, Postfach 2277, NL-3000 CG Rotterdam, Niederlande, Besuchsadresse Depot Boijmans Van Beuningen, Museumpark 24, 3015 CX Rotterdam, Telefon: +31(0)10-4419400, E-Mail: info@boijmans.nl

Das Nederlands Fotomuseum im monumentalen Lagerhaus Santos wiedereröffnet

Das Nederlands Fotomuseum hat sein neues Zuhause, das monumentale Santos-Lagerhaus in Rotterdam, eröffnet. Das Museum verwaltet eine der größten Museumsfotosammlungen der Welt. Darüber hinaus gibt es Temporär- und Dauerausstellungen.

Mit einer umfassenden Renovierung wurde das ehemalige Kaffeelager, ein Nationaldenkmal aus dem Jahr 1902, geeignet für die nationale Sammlung gemacht, mit mehr als 6,5 Millionen fotografischen Objekten und persönlichen Archiven von 175 niederländischen Fotografen. In einer der Vitrinen steht auch eine altmodische Keksdose mit Dellen und einer leicht verblassten Farbe. Der Fotograf Johan van der Keuken (1938–2001) bewahrte seine Negativtaschen mit kritzeligen Inschriften auf. Mit anderen Worten: Dieses Museum nimmt seine Aufgabe als nationaler Schatz der Fotografie sehr ernst.

Hall of Fame

Ein Museumsbesuch beginnt im ersten Stock mit der „Galerie der Ehre der niederländischen Fotografie“, die bereits am alten Standort am Kop van Zuid in Rotterdam ausgestellt war. In 99 Fotografien zeigt diese Dauerausstellung die wichtigsten Entwicklungen der Fotografie, von der Erfindung des Mediums um 1839 bis zum heutigen digitalen Zeitalter. Besondere Aufmerksamkeit gilt großen Namen wie Anton Corbijn, Ed van der Elsken, Rineke Dijkstra und Erwin Olaf.

Darauf folgen zwei Stockwerke mit Depoträumen und Restaurierungsstudios. Besucher können durch Glaswände das Museumspersonal betrachten, das die Sammlungsstücke dokumentiert, restauriert und digitalisiert. Kameras, Spezialnegative, Keksdosen und andere Artefakte werden in Vitrinen ausgestellt. Das Gebäude beherbergt außerdem eine Bibliothek mit Europas größter Sammlung von Fotobüchern im Erdgeschoss und Unterrichtsräumen im Keller. Schulen können hier das ganze Jahr über Workshops und Führungen buchen.

Zwei Etagen sind für die temporären Ausstellungen reserviert. Nun ist die multidisziplinäre Präsentation „Awakening in blue“ zu sehen, mit der das Museum zeigt, dass es die Grenzen der Fotografie erweitern will; Ausgestellt sind zeitgenössische Vasen, historische Naturfotografien und Leinwände, auf denen Fotografien mit Cyanotypie, der Baupläne des 19. Jahrhunderts, gedruckt sind.

Eine Stufe nach oben: „Rotterdam im Fokus“ bietet ein durchdringendes Bild einer sich ständig verändernden Stadt mit mehr als dreihundert historischen Fotos. Dies mag NederlandsFotomuseum heißen, aber dieses Gebäude im Hafenbereich ist auch ein Geschenk an die Stadt, so scheint die Botschaft. In diesem narrativen Bruch scheint das Museum vergessen zu haben, die Dauerausstellung interaktiv zugänglich zu machen. Wie schön wäre es gewesen, wenn Besucher nach Region, Geburtsjahr oder einem anderen Thema ihrer Wahl stöbern könnten. Fotografie ist einfach ein Medium, das sich nah anfühlt. Schließlich wurden wir mit dem Smartphone in der Tasche alle Fotografen.

Renovierung durch großzügige Spende gefördert

Die Renovierung des Santos-Lagers wurde durch eine Spende von 38 Millionen Euro von Droom en Daad ermöglicht, die als Eigentümer das Gebäude dem Museum auf der Basis eines unbefristeten Pachtvertrag zur Verfügung stellt. Diese philanthropische Institution aus Rotterdam finanzierte auch das Migrationsmuseum Fenix, das etwas weiter entfernt liegt.

Bemerkenswert ist, dass viele Elemente der historischen Architektur während der Renovierung von Santos sichtbar blieben. Der Beton ist ausgefranst und die Eisensäulen mit den charakteristischen Nieten haben nur einen kleinen Anstrich bekommen. Ein Quadrat wurde aus allen Stockwerken im Herzen des Gebäudes sorgfältig gesägt. Die stumpfen Strahlen sind weiterhin vollständig sichtbar. Indem in der Mitte eine tiefe Leere entsteht, breitet sich gedämpftes Tageslicht durch ein riesiges Oberlicht aus. Es ist, als ob die robuste Architektur einen physischen Gegenpol zum flüchtigen Medium der Fotografie bietet, das zunehmend digital wird.

Ein zeitgenössischer Akzent ist die Krönung des perforierten Aluminiumlagerhauses; nicht so sensationell wie die wirbelnde Säule des Nachbarn Fenix, aber dennoch ein glitzernder Blickfang. Verborgen unter dieser Fassade befindet sich ein Restaurant mit einem überraschenden Panorama der Skyline von Rotterdam.

Thema Luftfeuchtigkeit

Ein Meisterwerk war es, in diesem 124 Jahre alten Backsteinlagerhaus die höchsten Museumsstandards für Klima- und Lichtkontrolle zu erreichen. Einige Depoträume werden auf vier Grad Celsius abgekühlt; Die Luftfeuchtigkeit wird zudem auf den nächstgelegenen Prozentpunkt geregelt, um empfindliches fotografisches Material langfristig zu erhalten. Besucher bemerken all das nicht: Die Technologie ist genial in Böden und hinter Wänden versteckt.

Mit dem neuen Gebäude beendet das Nederlands Fotomuseum eine Zeit, in der es hauptsächlich negativ in den Nachrichten war. Die ehemalige Direktorin Birgit Donker wurde im Juli letzten Jahres nach einer internen Untersuchung vom Aufsichtsrat entlassen. Laut dem Rat hätte sie Informationen zurückgehalten oder falsch präsentiert, was zu einem Vertrauensbruch führte. Donker bestreitet die Vorwürfe. Im Mai wird die Klage eingereicht, in der sie ihre Entlassung anfechtet.

Neue Leitung

Das Blatt scheint sich nun gewendet zu haben. Kurz vor der Wiedereröffnung wurde der neue Direktor vorgestellt: Zippora Elders Tahalele. Der 39-jährige Elders war zuvor leitender Kurator am Van Abbemuseum in Eindhoven und leitete die Kuratorenabteilung am Gropius Bau in Berlin. Mit ihrer Ernennung scheint das 2003 gegründete Museum administrativ ruhiger geworden zu sein. Aber besonders mit diesem atmosphärischen Lagerhaus für Fotografie kann der Blick wieder in die Zukunft gerichtet werden. Der Fotoschatz ist wieder offen – prunkvoller, vollständiger, moderner und stilvoller als je zuvor.

Nähere Informationen: Nederlands Fotomuseum, Brede Hilledijk 95, 3072 KD Rotterdam, Niederlande, Telefon +31 (0)10 2030405, E-Mail: info@nederlandsfotomuseum.nl

Marta & Slava – Verborgene Botschaften“ im Landgut Kasteel Wijlre

Im Rahmen ihrer Ausstellung Hidden Messages – noch bis 1. März zu sehen – haben Marta & Slava (Marta Volkova & Slava Shevelenko) die subtile, oft unsichtbare Interaktion zwischen Mensch und Natur erforscht. Besonders für das Landgut Kasteel Wijlre schaffen sie neue Werke – von Vasen und Zeichnungen bis hin zu Skulpturen und maßstabsgetreuen Modellen – inspiriert von der verborgenen Sprache von Pflanzen und Blumen.

Das Künstlerduo, das in Maastricht lebt, verbindet mythische und wissenschaftliche Themen mit philosophischer und politischer Reflexion, manchmal spielerisch und ironisch im Ton. In dieser Ausstellung lassen sie sich von aktuellen Erkenntnissen der Pflanzenbiologie leiten: Blumen enthalten UV-Muster, die bestäubende Insekten zeigen. Was können wir aus dieser natürlichen Kommunikation lernen?

In einer Zeit ökologischer, geopolitischer und kultureller Krisen und Bedrohungen bietet „Hidden Messages“ einen poetischen Blick darauf, wie Natur und Kultur sich gegenseitig verstärken können. Die Ausstellung ist Teil des jährlichen Programms, in dem das Landgut die Beziehung zwischen Menschen und der metaphysischen Welt erforscht.

Nähere Informationen: Kasteel Wijlre, Kerkpad 1, 6321 PX Wiljre, Niederlande, Telefon: +31 434502616, E-Mail: info@kasteelwiljre.nl

Poldering – Forme das Land nach deinem Willen

Seit Jahrhunderten leben Menschen in einem Gebiet, in dem man eigentlich nicht leben kann: dem Polder. Eine Landschaft, die einst Sumpf war und später ständig von der wilden Zuiderzee bedroht wurde. Doch die Bewohner blieben und lebten auf Land, das knapp an Wasser liegt.Die Ausstellung „Polderen. Das Land zu deinem eigenen zu machen“, die noch bis zum 3. Mai im Zaans Museum in Zaandam zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch 1000 Jahre Kampf gegen das Wasser. „Entdecken Sie die Geschichten der Pioniere, klugen Köpfe und Macher, die es möglich gemacht haben, im Zaan-Polder zu leben. Von Landwirten über Künstler und von Naturschützern bis hin zu Deichgräbern. Stellen Sie sich der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des (Zaanse) Polders gegenüber, einer Landschaft, in der Mensch und Natur sich immer wieder wiederfinden müssen“, schreibt das Museum in einer Pressemitteilung.

Aktivitätsprogramm

In der Ausstellung gibt es interaktive Aktivitätsbereiche, in denen Jung und Alt puzzeln, messen, gestalten und gemeinsam entdecken können, wie vielseitig der Polder ist. Das Programm wird durch Führungen, Vorträge und Aktivitäten in der Landschaft ergänzt.

Nähere Informationen: Zaans Museum, Schansend 7, Zaandam, Telefon: +31 756810000, E-Mail: info@zaansmuseum.nl, Internet: www.zaansmuseum.nl

Topophilie – Landschaften der Zugehörigkeit

In der noch bis zum 5. April im Castellum Hoge Woerd zu sehenden Ausstellung untersucht Cath Duncan, wie unsere Liebe zu einem Ort unsere Erinnerungen, Identitäten und unser Zugehörigkeitsgefühl prägt. Der Begriff „Topophilie“ beschreibt die emotionale Bindung zwischen Menschen und den Landschaften, in denen sie leben. Der Begriff wurde erstmals vom Dichter W. H. Auden (1947) verwendet und später vom Geographen Yi-Fu Tuan (1974) populär gemacht.

Wie der kreative Prozess des Künstlers bietet auch die Ausstellung einen Dialog zwischen Poesie und bildender Kunst. Gedichte und Titel werden auf Englisch präsentiert, um ihre ursprüngliche Stimme zu ehren. Eine auffällige Farbe in der Sammlung ist Terrakotta, die sich auf Erde, Vorfahren und Erde bezieht: die Orte und Geschichten, die uns tragen. Blautöne rufen Luft und Wasser hervor, die Luft, die wir alle atmen, und ein Gefühl von Weite. Gemeinsam drücken sie die Spannung und Harmonie zwischen Verwurzelung und Offenheit aus.

Während die Besucherinnen und Besucher sich durch die Ausstellung bewegen, werden sie eingeladen, darüber nachzudenken, wie die Natur uns lehrt, in Vielfalt zu gedeihen, und wie wir Grenzen überwinden und heilen können.

Über die Schöpferin:

Cath Duncan hat in Südafrika, den Niederlanden und Großbritannien ausgestellt, und ihre Werke befinden sich in Privatsammlungen auf der ganzen Welt. Aus ihrem Atelier in Utrecht schöpft sie aus ihrem Hintergrund in Trauerbegleitung sowie auf persönliche Erfahrungen mit Migration, Behinderung, transrassischer Adoption und Organtransplantation. Sie beschreibt ihre Kunst als „eine Erkundung davon, wie wir inmitten von Traurigkeit und Angst mit Spaß, Spiel und Hoffnung verbunden bleiben.“

Nähere Informationen: Castellum Hoge Woerd, Hoge Woerdplein, Utrecht, Telefon +31 302860084, E-Mail: info@castellumhogewoerd.nl, Internet: http://www.castellumhogewoerd.nl

(Alle Beiträge aus der Museumstijdschrift)

Back to Benin: Neue Kunst, Jahrhundertealtes Erbe

Nigerianische Künstlerinnen und Künstler werfen einen zeitgenössischen Blick auf die Geschichte, Kultur und Philosophie des Königreichs Benin.

Ab dem 21. Februar ist im Museum de Fundatie in Zwolle die Ausstellung „Back to Benin: Neue Kunst, Jahrhundertealtes Erbe“ zu sehen. Im November 2025 übertrug das Museum de Fundatie das Eigentum an der einzigen Benin-Bronzeplaquette aus seiner Sammlung offiziell an die rechtmäßigen Erben. Dieser Akt der Restitution bildet die Grundlage für Back to Benin, eine Ausstellung mit zehn zeitgenössischen Künstlerinnen aus Nigeria mit Edo-Hintergrund**. Die Ausstellung präsentiert Werke in verschiedenen Medien, die die Kraft der Bildsprache der Edo zeigen, die heute vielfältige Formen internationaler Gegenwartskunst annimmt.

Die Künstler wurden eingeladen, neue Arbeiten zu schaffen, die von der Ama O Ghe Ehen (Mudfish-Plaquette), der restituierten Benin-Bronzeplaquette, inspiriert sind. Mit Zeichnungen, Gemälden, Illustrationen, Skulpturen, Textilkunst, Fotografie sowie Video- und Klanginstallationen erforschen sie die umfangreiche und gut dokumentierte Geschichte und das Erbe Benins. Sie positionieren Vorfahren, Gottheiten und historische Figuren als Orientierungspunkte, um das sich entwickelnde Erbe Benins ebenso wie die Gegenwart zu verstehen. So zeigen die Künstlerinnen, dass das Erbe des Königreichs stets eine lebendige Sprache war – und es auch bleiben wird.

Beatrice von Bormann, Direktorin und Vorstand des Museums de Fundatie, erläutert: „Diese Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Arbeiten überall auf der Welt und sind Teil einer internationalen Kunstszene. Gleichzeitig bleibt das Edo-Erbe – die Geschichten, Mythen, die Geschichte und die Gegenwart des Königreichs Benin – der Ausgangspunkt ihrer Kunst, was sie unglaublich kraftvoll und faszinierend macht.“

Zu den Werken:

Heiligtum

In seiner Arbeit „Heilige Heiligen“, einer Installation aus sieben perforierten handgefertigten Papieren, verbindet Victor Ehikhamenor traditionelle Edo-Ikonografie mit zeitgenössischer Abstraktion. So erforscht er Themen wie Spiritualität und Erinnerung. In Heilige Heiligen integriert er Objekte aus Museen in Europa und Nordamerika, die vermutlich zur selben Zeit wie die Plaquette entwendet wurden. Auf diese Weise schafft er ein von ihm als „Heiligtum“ bezeichnetes Ensemble.

Die ausgewählten Objekte erscheinen als Schatten ihrer selbst. Jedes Objekt wird auf Papier dargestellt, durch Tausende kleiner Perforationen, die an die Details der Ama erinnern. Die Papiere hängen frei im Raum, und ihre Silhouetten werden auf den umliegenden Wänden lebendig, sodass sie zugleich präsent und abwesend wirken. Eine Soundscape vervollständigt die Installation und verstärkt ihre sakrale Aura. So verwandelt Ehikhamenor den Raum in einen Ort der Erinnerung und der Hingabe.

Magische Kräfte

Königin Idia ist legendär als die erste Frau bekannt, die den Titel Iyoba (Königin-Mutter) trug – eine bedeutende Position innerhalb der Führung des Königreichs Benin. Sie war die Mutter von Oba Esigie, der von 1504 bis 1550 regierte, und spielte während seiner Herrschaft eine entscheidende Rolle. Sie stellte ein Heer zusammen, das ihrem Sohn half, einen seiner bedrohlichsten Kriege gegen das Igala-Königreich zu gewinnen.

Von Königin Idia hieß es, sie besitze magische Kräfte. Es existieren zahlreiche Darstellungen von ihr in Form von bronzenen Köpfen, Elfenbeinmasken und Anhängern, von denen viele während der britischen Expedition von 1897 geraubt wurden. Phil Omodamwen hat in einem Wachsausschmelzverfahren aus Bronze ein mehr als lebensgroßes Porträt der Königin geschaffen, inspiriert von den historischen Darstellungen, jedoch mit seiner eigenen Interpretation.

Geschnitzte Köpfe

Favour Jonathans Werk aus Edelstahl und Bronze interpretiert die Ukhurhe neu – ein heiliges Objekt der Edo-Kultur, das dazu dient, Geister herbeizurufen und mit ihnen zu kommunizieren. Traditionell wird die Ukhurhe aus Holz gefertigt und ist etwa 120 cm hoch. Sie ist in Segmente unterteilt, die mit geschnitzten Köpfen und anderen Symbolen versehen sind, die Ahnen oder Gottheiten darstellen.

Jonathans Ukhurhe ist eine große Metall-Skulptur zu Ehren von Ovia, der Flussgöttin und dem Symbol für Frieden, Stärke, vorzeitliche Weisheit und Vorsehung. Favour Jonathan erzählt diese Geschichte in einer zeitgenössischen Form, jedoch mit alten Symbolen – etwa dem mystischen Wasserkrug, den Ovia von ihrem Vater erhielt und der ihre Tränen in einen Fluss verwandelte.

Monumentale Struktur

Osaru Obaseki beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Materialität, Geschichte, kultureller Identität, gesellschaftlicher Dynamik sowie der Komplexität kolonialer und postkolonialer Erzählungen. Seine Installation „Gepantserd“ basiert auf der Symbolik des Moddervis (Mudfish), dessen Fähigkeit, sowohl an Land als auch im Wasser zu überleben, als kraftvolles Sinnbild dient. Obaseki verwebt verschiedene Formen alter beninischer Kunst, Ikonografie, Motive, Materialien und Architektur.

Das Werk erinnert visuell an die monumentale Struktur der Großen Mauer von Benin, die Stadt- und Schutzmauer des Königreichs, aber auch an die alten Häuser aus roter Erde, die mit demselben charakteristischen Muster gestaltet sind, das sich auch in Obasekis Arbeit wiederfindet.

Im unteren Teil der Installation hängen bronzene Anhänger – ein Mudfish, eine Glocke, ein Ahnenkopf, ein Leopard, ein Krokodil und ein Krieger – jeweils an kurzen Drähten befestigt. Obaseki reflektiert damit über die Wege, auf denen Gemeinschaften ihre Identität schützen, wenn sie vor Herausforderungen stehen und versuchen, das zu bewahren, was im Prozess der Transformation auf dem Spiel steht.

Ama O Ghe Ehen (Mudfish-Plaquette) Ama O Ghe Ehen (Mudfish-Plaquette), 18. Jahrhundert, Messing

Die bronzene Plaquette mit einem Relief, das allgemein als Darstellung eines Mudfish (Moddervis) identifiziert wird, wurde ursprünglich im Königreich Benin gefertigt. Die Plaquette wurde 1937 vom Gründer und damaligen Direktor des Museums, Dirk Hannema, erworben, nachdem der niederländische Kunsthändler Carel van Lier sie zusammen mit etwa 40 weiteren Objekten aus der Sammlung des berühmten Pariser Kunsthändlers Charles Ratton präsentiert hatte. Wie viele andere Benin-Bronzen, die in dieser Zeit in Museen und Privatsammlungen gelangten, stammt das Stück mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der gewaltsamen Plünderung des Königreichs Benin durch die Briten im Jahr 1897.

Restitution

Am 10. November 2025 hat das Museum de Fundatie in Benin City (Nigeria) eine Benin-Bronzeplaquette aus seiner eigenen Sammlung restituiert. Die Rückgabe erfolgte durch die Direktorin des Museums, Beatrice von Bormann, an die National Commission for Museums and Monuments (NCMM) von Nigeria. Die NCMM hat im Februar 2025 eine Verwaltungsvereinbarung mit dem Oba (König) von Benin geschlossen, die das Management der Altertümer Benins regelt – einschließlich der Repatriierung, Konservierung, Lagerung und Ausstellung dieser Artefakte. Diese Vereinbarung ist eine Kooperation zwischen der NCMM und dem Königlichen Hof, der als Hüter des kulturellen Erbes von Benin fungiert.

Hinweis zur Edo-Bevölkerung

Die Edo, auch bekannt als Benin, sind die Bevölkerung des heutigen Bundesstaates Edo in Nigeria — dem Gebiet des ehemaligen Königreichs Benin mit der Hauptstadt Benin City.

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

Eröffnungsfeier zu drei Ausstellungen im Museum de Fundatie in Zwolle

Am Freitag, 20. Februar, werden die Ausstellungen „Back to Benin, Ntu & Umbild“ eröffnet. Gemeinsam mit den Künstlern, dem Team des Museum de Fundatie, Freunden des Museums und Kunstliebhabern werden die neuen Ausstellungen mit Musik, Begegnungen mit den Künstlern und vielem mehr gefeiert.

Programm in der Übersicht

18 Uhr: Start der Eröffnungsveranstaltung
18 bis 22 Uhr: Musik von Mama Africa Soundsystem
19 bis 19.30 Uhr: Eröffnungsreden Buhlebezwe Siwani – Ntu und Umbild – Jules van Hulst & Wieger Steenhuis
19.45 bis 20 Uhr: Erklärung von Buhlebezwe Siwani zur Ausstellung Ntu (Englisch gesprochen)
20 bis bis 20.15 Uhr: Speed-Date mit Osaze Amadsun, Künstler der Ausstellung „Back to Benin“
20.15 bis 20.30 Uhr: Erklärung von Jules van Hulst & Wieger Steenhuis zur Ausstellung „Umbild“
20.45 bis 21 Uhr: Speed-Date mit Favor Jonathan, Künstlerin der Ausstellung „Zurück nach Benin“
22 Uhr: Ende der Eröffnungsveranstaltung

Mama Africa Soundsystem

Seit 2017 ist Mama Africa die Party für Liebhaber afrikanischer Musik in den Niederlanden und Belgien. Was als Wettbewerb in einem kleinen Saal begann, hat sich zu einem internationalen Tanzabend entwickelt. Eine Mischung aus den beliebtesten Afro Beats, Azonto, Kuduro, Coupé Décalé, Ndombolo und mehr. Die DJs Tyra Talisa und C-Moto von Mama Africa Soundsystem werden ebenfalls Musik aus Nigeria spielen, speziell für die Eröffnungsveranstaltung, nach der Ausstellung „Back to Benin – New Art, Ancient Heritage.“

C-Moto

Ryan Leroy Chin, besser bekannt als C-Moto, ist ein DJ aus Den Haag. Sein Stil ist von den Genres beeinflusst, für die er am meisten brennt: Afro, Amapiano, Hip-Hop und R&B. C-Moyto hat bereits bei Lowlands, Mysteryland, Mama Africa Club Editions, Leuke Festival, Festival Macumba, Green Garden Festival und zahlreichen anderen Clubs und Festivals in den Niederlanden und Belgien aufgetreten. Es ist unmöglich, während seiner DJ-Sets stillzustehen.

Tyra Talissa

Tyra Talissa hat bereits in Lowlands, Latin Village und Vunzige Deuntjes sowie in den größten Clubs Europas gespielt. Im Museum de Fundatie spielt sie gemeinsam mit C-Moto als Teil von Mama Africa Soundsystem.

Eröffnungsreden Buhlebezwe Siwani – Ntu und Umbild – Jules van Hulst & Wieger Steenhuis

Die Ausstellungen „Buhlebezwe Siwani – Ntu und Umbild – Jules van Hulst & Wieger Steenhuis“ beginnen mit einem Programm von Reden in der Museumsbar im dritten Stock des Museums.
– Beatrice von Bormann, Direktorin des Museum de Fundatie: Willkommenswort
– Sanne van de Kraats, Kuratorin Museum de Fundatie über Buhlebezwe Siwani – Ntu
– Anja Roelfs, Kulturrätin der Gemeinde Zwolle über Umbild und Talententwicklung in Zwolle
– Sanne van de Kraats, Kuratorin Museum de Fundatie über Umbild – Jules van Hulst & Wieger Steenhuis

Erklärung von Buhlebezwe Siwani zur Ausstellung „Ntu“ (englisch gesprochen)

Buhlebezwe Siwani führt durch ihre Ausstellung „Ntu“ im vierten Stock des Museums.

Speed-Dates mit Künstlern der Ausstellung „Back to Benin“

Während der Eröffnungsveranstaltung besteht die Möglichkeit, zwei der Künstler von Back to Benin – New Art, Ancient Heritagewährend eines Speed-Dates kennenzulernen. Sie erzählen von ihrer Arbeit und es besteht die Gelegenheit, den Künstlern dringende Fragen zu stellen. Die Speed-Dates sind auf Englisch und es gibt maximal Platz für 12 Personen pro Speed-Date. Die Speed-Dates finden bei den Werken der Künstler statt. Termine: von 20 bis 20.15 Uhr mit Osaze Amada Sonntag und von 20.45 bis 21 Uhr mit Favour Jonathan.

Erklärung von Jules van Hulst & Wieger Steenhuis zur Ausstellung „Umbild“

Im dritten Stock sieht man die Ausstellung „Umbild“ der Zwolleer Künstler Jules van Hulst & Wieger Steenhuis. Sie erzählen von der Laufbahn ihrer künstlerischen Ausbildung am Makershuis Vaktor und der Inspiration, die sie aus der Arbeit mit Werken der flämischen Symbolisten gezogen haben.

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

„Gerhard Hoehme – enträtsel nicht die Orte“ im Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

In seinen Bildern machte der Künstler Gerhard Hohme (*1920 – +1989) das Unbegreifliche sichtbar. Sein vielfältiges Werk hat bis heute nichts von seiner Faszination und Strahlkraft verloren. Als einer der prägenden Künstler der deutschen Nachkriegskunst nahm Hoehme bereits seit den frühen 1950er-Jahren eine zentrale Rolle in der Entwicklung der abstrakten Malerei ein. Seine Werke nehmen bis heute eine Schlüsselrolle in der Sammlung Ströher ein.

Die umfangreiche Einzelausstellung im MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst in Duisburg, die dort vom 26. Februar bis zum 31. Mai zu sehen ist, widmet sich dem komplexen Gesamtwerk des Künstlers und bietet einen umfassenden Überblick über sein Schaffen.

Den Gesetzen der Fläche bin ich immer nur widerwillig gefolgt. Weit mehr hat mich die Gesetzmäßigkeit der Farbe, ihr Strömen und Wachsen, ihre Materie und Struktur interessiert… Meine Sehnsucht war der weite Raum, der dritte, vierte, fünfte – nach oben, zur Seite, nach vorn, ja sogar nach hinten, aber ohne illusionistische Tiefe.“

Von Beginn an wirkte Hoehme stilbildend. Seine Innovationskraft trug maßgeblich zur Entstehung und internationalen Wahrnehmung des Deutschen Informel bei. Zugleich blieb er zeitlebens ein Suchender: Seine Bildfindungen entzogen sich früh jeder festen Kategorisierung. „Ich möchte ein Stück Unbegreifliches sichtbar machen, es aber im Unbegreiflichen lassen.“, schrieb der Künstler 1976 in seinem Text „Reflektionen“.

In den frühen sogenannten Borkenbildern setzte er sich intensiv mit der Materialität der Farbe auseinander. In den späten 1950er-Jahren erforschte er die Möglichkeiten gestischer Malerei und verabschiedete sich bewusst von herkömmlichen Regeln des Bildaufbaus. Hoehme nutzte seinen Erfindungsreichtum, um Werke zu schaffen, deren große Ausdruckskraft er stets offen und in der Schwebe hielt. Diese Offenheit lässt seine Arbeiten stets neu erfahren, sie sind und bleiben für jedes neue Publikum faszinierend und aktuell.

Das Ausgreifen der Malerei in den Raum wurde zu einem wesentlichen Anliegen seines Werks. Nach Experimenten mit ungewöhnlichen Bildformaten – die das spätere Shaped Canvas eines Frank Stella um Jahre vorwegnahmen – integrierte Hoehme Schläuche und andere raumgreifende Elemente direkt in seine Arbeiten. Damit überschritt er konsequent die Grenzen der klassischen Tafelmalerei.

Eine entscheidende Erweiterung seiner künstlerischen Konzeption erfolgte durch den eigenwilligen Umgang mit Handschrift, Sprache und Schrift. Hoehme bezog Texte aus avantgardistischer Lyrik ebenso ein wie politische Kampfbegriffe oder Fragmente aus der Werbesprache. In diesen Arbeiten manifestiert sich früh eine humanistische und demokratische Haltung, die bereits in den 1960-er Jahren die Vision eines ungeteilten Deutschlands formulierte – eine Entwicklung, deren Verwirklichung im November 1989 der Künstler selbst nicht mehr erleben konnte.

Unter der Last einer Erinnerung immer drängt der Hoffnung blühender Raum“.

In den 1980er-Jahren entstand ein fulminantes Spätwerk: eindringliche Großformate von außergewöhnlicher Dichte, emotionaler Intensität und poetischer Intimität. Hier verband Hoehme seine vom Informel geprägte Bildsprache mit einem weit gefassten literarischen und poetischen Referenzraum. Parallel zu den großformatigen Gemälden und Rauminstallationen schuf er ein umfangreiches Œuvre an Arbeiten auf Papier, darunter Aquarelle und Druckgrafiken. Gerhard Hoehme war Professor an der Kunstakademie Düsseldorf und prägte als Lehrer eine Generation bedeutender Künstlerinnen und Künstler, darunter Chris Reinecke und Sigmar Polke.

Darüber hinaus verfasste er zahlreiche Essays zur Kunst, die 2010 in Buchform unter dem Titel Relationen. Texte-1952-1987 veröffentlicht wurden. Mit rund 80 Arbeiten präsentiert das MKM Museum Küppersmühle eine der umfangreichsten Ausstellungen zu Gerhard Hoehme seit vielen Jahren. Neben zentralen Werken aus der Sammlung Ströher sind bedeutende Werkgruppen aus der Gerhard und Margarethe Hoehme-Stiftung zu sehen.

Nähere Informationen: Museum für moderne Kunst Küppersmühle, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg, Telefon 0203 30194811, E- Mails: kasse@museum-kueppersmuehle.de (für Kasse und Information), buchung@museum-kueppersmuehle.de (für Buchung von Führungen und Workshops) und office@museum-kueppersmuehle.de (für Stornierungen und Fragen zu Tickets), Internet: www.museum-kueppersmuehle.de. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.