Eamonn McCormack tritt im Guidos auf

Live-Musik ist am kommenden Samstag, 14. März, in Guidos Kneipe an der Ochsenstraße in Nordhorn zu erleben. Zu Gast ist der irische Sänger und Gitarrist Eamonn McCormack.

Eamonn McCormack wurde im Herzen der irischen Hauptstadt Dublin geboren und wuchs in einem Vorort im Norden auf. Im Alter von sechs Jahren begann er, auf der Akustikgitarre zu spielen. Durch die Auftritte seines Klassenkameraden Gerry Leonard (David Bowie, Suzanne Vega) ermutigt, zählten Slade, Cat Stevens, Neil Young und Rory Gallagher zu seinen frühen Einflüssen. Mit zwölf Jahren sang er bereits sattelfest zu seinem eigenen Gitarrenspiel und trat bei kirchlichen Gemeindemessen auf.

Recht schnell jedoch wurde ihm die Kirchenmusik zu einengend und so wechselte der Teenager auf seine erste eigene E-Gitarre, eine Guild Starfire, auf der er zum Leadgitarristen avancierte und bald mit einer Coverband zum ersten Mal auf der Bühne Geld verdiente. Zu seinen Einflüssen zählten mittlerweile auch Jimi Hendrix, Eric Clapton, Thin Lizzy und die niederländische  Band Focus.
Als Sechzehnjähriger trat Eamonn bereits live im irischen Rundfunk auf und gewann den bedeutendsten Schulwettbewerb mit der Darbietung seines eigenen Repertoires.
Nach einer kurzen Phase in verschiedenen irischen Bands, wechselte Eamonn in die Vereinigten Staaten über, um dort unzählige Konzerte zu geben. Später schloss er sich einer Band in Kalifornien an, die als Ableger von Canned Heat in den Genuss kam, mit JJ Cale zu jammen. Dort gelang es ihm, seine musikalischen Horizonte nochmals zu erweitern, entscheidende Bühnenerfahrung zu sammeln und insgesamt die Frische der amerikanischen Musik samt ihrer kulturellen Herkünfte in sich aufzusaugen. All dies verschmolz dabei mit seinen starken irischen Wurzeln.

Als Eamonn nach vier Jahren voller Eindrücke seiner Reisen und Auftritte nach Irland heimkehrte, brachte er seinen unverwechselbaren Stil und einen eigenwilligen Sound bereits mit; beides unterschied ihn deutlich vom typischen Bluesrock jener Tage. Um seine musikalische Signatur konsequent festzuklopfen, startete er eine lange fortwährende Reihe an Liveauftritten unter dem Bühnennamen Samuel Eddy, was ihn quer durch Europa etablierte. Samuel Eddy und seine Band konnten sich durch diesen ununterbrochenen Einsatz auch auf den großen europäischen Festivalbühnen Reputation erspielen, was im Verlauf zu weltweiten Verträgen mit Universe Productions/Virgin Records und später SPV Records führte. Drei von Kritikern gefeierte Studioalben, die sich hervorragend verkauften, ließen erahnen, dass Irland einen spannenden jungen Weltklassegitarristen hervorgebracht hatte.
Die darauffolgenden zwei Dekaden waren für Eamonn von Tourneen und Studioaufnahmen mit vielen seiner frühesten Einflussgeber geprägt, etwa Rory Gallagher, Johnny Winter, Jan Akkerman (ehem. Focus), Pat Travers, George Thorogood & The Destroyers, Walter Trout, Brian “Robbo” Robertson (Thin Lizzy, Motörhead) and Nils Lofgren.

Kunsthalle Düsseldorf im März

Für drei Wochen besteht die seltene Möglichkeit, das Gebäude der Kunsthalle Düsseldorf in seiner radikalsten Form zu erleben: leer, roh und unberührt. Mit „Nur der Beton“ lädt die Kunsthalle Düsseldorf noch bis 5. April dazu ein, die spezifische Atmosphäre der Architektur und die brutalistischen Strukturen bewusst wahrzunehmen. Dabei stehen Formate der Ruhe und des Innehaltens ebenso im Fokus wie die Auseinandersetzung mit der brutalistischen Architektur.
Täglich wird eine einstündige Architekturführung angeboten, bei der die Besucher die spannende Geschichte und die markante Betonstruktur des Hauses sowie ausgewählte Kunstwerke, die den umliegenden Außenraum prägen, entdecken können. Diese finden dienstags bis freitags um 17 Uhr sowie samstags und sonntags um 13.30 Uhr statt. Die Architekturführung am Sonntag, 22. März, , erfolgtt mit Verdolmetschung in die Deutsche Gebärdensprache.
Das Programm und der Eintritt in die Kunsthalle sind während der Laufzeit von „Nur der Beton“ frei.
Des Weiteren läuft im Parkhaus der Kunsthalle die Ausstellung „MUR BRUT38: Helene Kuschnarew. 360 Hektar“. In ihrer Arbeit fragt sich Helene Kuschnarew unter anderem was geschieht, wenn ein Ort seine gewohnte Ordnung verliert. Dabei verweist der Titel „360 Hektar“ auf das Dorf Wacken, das durch das jährlich stattfindende Heavy-Metal-Festival „Wacken Open Air“ vorübergehend zur Großstadt wird.

Programm im Überblick

Wenn Leere spricht – Atemsession in der leeren Kunsthalle – Sonntag, 29. März, 9 bis 11 Uhr, und am Donnerstag, 2. April, 19 bis 21 Uhr

Ein entleerter Raum schenkt uns keine Ablenkung, er konfrontiert uns mit uns selbst. Mit dem, was wir in ihn hineintragen. Was bleibt, wenn das Äußere reduziert ist und es nichts gibt, woran wir uns orientieren und festhalten können? Ist ein leerer Raum neutral oder wird er zur Projektionsfläche unseres Inneren und füllt sich mit dem, was wir mitbringen?

Die Leere der Kunsthalle ist eine Einladung unseren Geist zu leeren. Zurück bleibt unser Körper als ein Raum, der vielfältige Möglichkeiten zulässt. Der Atem dient dabei als Vermittler zwischen Materie und Geist. In der Leere wird spürbar, ob er ruhig fließt oder sich zurückhält, ob er Raum einnimmt oder sich anpasst.

Die Kunsthalle lädt dazu ein, zu spüren, dass Leere kein Mangel ist, sondern Möglichkeit. Die Teilnehmer atmen zwischen Innen und Außen – im kontinuierlichen Austausch mit dem Raum.

Alex, Carla, Nadja und Nicole von „InBetween“ öffnen und halten diesen besonderen Raum für die Teilnehmer. Sie alle haben in ihrer Arbeit eigene Schwerpunkte. Was sie vereint, ist die Hinwendung zum Menschen, ein ganzheitlicher Ansatz und die Liebe für den verbundenen, zirkulären Atem, den sie in der Session anleiten. Dein Atem geht voran auf deiner Reise in einen anderen Bewusstseinszustand. Du selbst entscheidest, wie tief diese Reise gehen darf, dein Körper und dein Geist sind deine Wegbegleiter, während dein Verstand sich leert, so wie der Raum um dich herum.

Die Session wird zwei Stunden dauern. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Als Energieausgleich wird um eine Barspende gebeten, die eingesetzt werden soll, um die Gründung von „InBetween“ voranzutreiben.

Ambient Konzert mit „BRUTALISM“ am Freitag, 20. März, 20 bis 22 Uhr

„BRUTALISM“ nutzt moderne Betonarchitekturen als Produktionsstätten und Veranstaltungsorte und untersucht, wie räumliche Gegebenheiten den Klang beeinflussen. Das Label bewegt sich an der Schnittstelle zwischen experimenteller Musik, Clubkultur und ortsspezifischer künstlerischer Forschung, wobei Veröffentlichungen und Performances von bestimmten architektonischen Werken geprägt sind und diesen gewidmet sind.

Brutalism Talks am Dienstag, 24. März, 19 bis 22 Uhr

19 Uhr: Dr. Hannah Schiefer, Kunsthistorikerin, zum Thema: Betonlandschaften: Eine Archäologie der Nachkriegsmoderne

Der Vortrag „Betonlandschaften: Eine Archäologie der Nachkriegsmoderne“ von Dr. Hannah Schiefer, Universität Siegen, widmet sich der Entstehung und Entwicklung des Brutalismus – einer der prägnantesten, aber auch umstrittensten Architekturrichtungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend von der Begriffsgeschichte des „New Brutalism“, die in den 1950-er Jahren von Architekten und Architekturtheoretikern geprägt wurde, zeichnet der Vortrag nach, wie sich aus einem zunächst polemischen Schlagwort ein weltweit rezipierter Baustil entwickelte.
Anhand ausgewählter Beispiele aus Düsseldorf und Umgebung werden zentrale Merkmale brutalistischer Architektur vorgestellt: die Sichtbarkeit von Konstruktion, der expressive Einsatz von Materialien wie Sichtbeton sowie eine Architekturauffassung, die sich zwischen sozialem Anspruch, technischer Innovation und skulpturaler Form bewegt. Die vorgestellten Bauten zeigen, dass Brutalismus nicht allein als Stil des „rohen Betons“ verstanden werden kann, sondern als vielschichtige architektonische Haltung, die bis heute Fragen nach Materialehrlichkeit, Dauerhaftigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung des Bauens aufwirft.

19 Uhr: Dr. Sven Kuhrau, Kunsthistoriker, Wissenschaftlicher Referent der Abteilung Inventarisation beim LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, zum Thema: „Starker Auftritt. Die Kunsthalle Düsseldorf als Baudenkmal“

Die anfänglich ungeliebte Düsseldorfer Kunsthalle erfuhr erst im Zuge der jüngeren Aufarbeitung brutalistischer Architektur eine positive Umdeutung. Zuvor hatten sich Künstlerinnen und Künstler das widerständige Potential der wehrhaften Architektur für ihre eigenen Werke am Ort zunutze gemacht. Seit kurzem steht das Haus samt der künstlerischen Interventionen unter Denkmalschutz. Aber was genau macht den Denkmalwert des Gebäudes aus?

20 Uhr: Dr. Turit Fröbe, Architekturhistorikerin, Urbanistin, Baukulturvermittlerin, zum Thema: „Brutalismus – schön hässlich?“

Turit Fröbe bricht in ihrem Vortrag eine Lanze für originelle, gut gemachte Bausünden. Sie fasst ihre wichtigsten Erkenntnisse, die aus ihrer jahrelangen Auseinandersetzung mit den „hässlichen Entlein“ unserer Städte hervorgegangen sind, zusammen und zeigt, dass „Bausünden“ eine unterschätzte Baugattung darstellen, die durchaus Potenziale für ihr jeweiliges Umfeld haben. In ihrem Vortrag nimmt sie auch den Brutalismus – beziehungsweise das, was gemeinhin als brutalistisch etikettiert wird – in den Blick, erläutert, warum es sich lohnt, sorgfältig zwischen guten und schlechten Bausünden zu unterscheiden, und beschreibt, wie sich selbst die verhasstesten Objekte mithilfe eines „liebevollen Blicks“ innerhalb kürzester Zeit aufwerten lassen.

20.30Uhr: Kaspar Stöbe & Pablo Molestina, Architekten, zum Thema: „Die Sanierung der Kunsthalle Düsseldorf

Offene Probe von KOIR am Sonntag, 29. März, 15 bis 18 Uhr, Eintritt und Programm frei

„KOIR“ ist eine musikalische, körperliche und vokale Praxis an der Kunstakademie Düsseldorf, gegründet von Prof. Ari Benjamin Meyers und seiner Klasse. Wir proben, lernen und bearbeiten musikalische Werke aus einem breiten Spektrum. „KOIR“ probt in einem zweiwöchigen Rhythmus an der Kunstakademie Düsseldorf und ist am 29. März für eine öffentliche Probe in der Kunsthalle Düsseldorf zu Gast.

Nähere Informationen: Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf, Telefon: +49 (0)211 54237710, E-Mail: mail@kunsthalle-duesseldorf.de

Anouk Griffioen. Solange es anhält

Bis 20. September im Kröller-Müller Museum

Die Ausstellung erzählt eine Geschichte über Überleben und Erinnerung. Ich habe ihn [meinen Vater] heimlich in einer der Zeichnungen versteckt. Die Suche führte mich auch zur Veluwe, wo ich ein großes Werk schaffe, das als Fenster zur Außenwelt dient.“ (Quelle: Galeriebesucher, Het atelier van… Anouk Griffioen)

„So lange es dauert“ ist die erste Einzelausstellung des Rotterdamer Künstlers Anouk Griffioen (*1979) in einem Museum. Sie hat eine tiefe Faszination für Natur, Erinnerung und Vergänglichkeit und fertigt große, oft wandfüllende Zeichnungen aus Kohle an. Als Beobachter tritt man manchmal buchstäblich in ihre Welt ein.

Geburtstagsfoto

Der Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Foto, das Griffioens Vater am Tag ihrer Geburt in Enschede aufgenommen hat. Basierend auf den Tausenden von Fotos, die ihr Vater gemacht hat, besucht und fotografiert sie alle Orte, an denen ihre Familie einst lebte.

Vergänglichkeit

Griffioen stellt ihre Fotografien neben die aus der Vergangenheit und verarbeitet die Veränderungen in virtuosen Kohlezeichnungen monumentaler Größe. Diese umgeben dich oder werden als Triptychon präsentiert, wie verdichtete Erinnerungen. Es ist heute noch da, solange es anhält.

Nähere Informationen: Das Kröller-Müller-Museum ist dienstags bis sonntags von10 bis 17 Uhr geöffnet. Kontakte sind unter der Telefonnummer (0031) 0318 591241, im Internet auf www.kmm.nl und per Email an info@kmm.nl möglich.

Ausstellungshighlights im Frühjahr in der Kunsthalle Bremen

Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom

Ab 14. März

Mindestens 150 Jahre lang war die Campagnalandschaft mit Aqua Claudia von Friedrich Nerly nicht öffentlich zu sehen. Seit 1954 befindet sich das Gemälde im Besitz der Kunsthalle, ausstellbar war es bis vor kurzem jedoch nicht. Gut ein Jahr dauerte die Restaurierung mit eindrucksvollem Ergebnis: Ein vergessenes Hauptwerk des deutschen Malers Friedrich Nerly (1807–1878) kam ans Licht! Das Bild zeigt die antike Wasserleitung Aqua Claudia vor den Toren Roms. Gehen Sie in der Kunsthalle auf eine Reise ins sonnige Italien, wenn ab Samstag Nerlys frühe Schaffensjahre in Rom im Mittelpunkt einer großen Ausstellung stehen.

Tipp: Öffentliche Führungen durch die Ausstellung jeden Freitag, Samstag und Sonntag um 15 Uhr!

Aktuelle Ausstellung

Remix. Photographie – Fiktion und Wahrheit

Seit 25. Februar

Kann man Photographie heute noch glauben? Und welche Aufgabe kann sie übernehmen in Zeiten von KI und Deep Fakes? Die Kunsthalle erweitert ihre Sammlungsausstellung Remix um vier Räume und zeigt dort eine Auswahl historischer und zeitgenössischer Photographie. Präsentiert werden Arbeiten von Bernd und Hilla Becher, Candida Höfer, Richard Mosse, Sebastian Riemer, Ricarda Roggan, Thomas Ruff, August Sander, Taryn Simon, Thomas Struth und Heinrich Zille. Die Photographien sind teils Neuzugänge aus der eigenen Sammlung, teils Dauerleihgaben aus der Sammlung Ültzen sowie Leihgaben aus der Sammlung Lothar Schirmer. Viele der ausgestellten Kunstwerke sind zum ersten Mal in der Kunsthalle Bremen zu sehen.

Veranstaltungstipp: 15 Minuten Bildbetrachtung während der Kunstpause mit Ausstellungskuratorin Eva Fischer-Hausdorf am Donnerstag, 12. März, um 13 Uhr.

Kommende Ausstellung

Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen

14. März bis 5. Juli

Mit 20 Jahren ging Friedrich Nerly nach Italien. Nachdem er in Rom und Mailand gelebt hatte, zog es ihn nach Venedig: Was nur als kurzer Stopp auf dem Weg zurück nach Deutschland geplant war, entwickelte sich zu einem lebenslangen Aufenthalt. In den 41 Jahren vor Ort wurde er der bekannteste lebende Künstler der Stadt. Aus dieser Schaffenszeit stammen auch seine berühmtesten Motive: die Markussäule im Mondschein und der Blick auf den Canal Grande. In der Kabinettausstellung, die parallel zu „Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ gezeigt wird, werden neben 50 Papierarbeiten auch zwei Gemälde mit diesen Erfolgsmotiven zu sehen sein.

Veranstaltungstipp: 15 Minuten Bildbetrachtung während der Kunstpause mit Ausstellungskuratorin Maren Hüppe am Donnerstag, 2. April, um 13 Uhr.

Sonntags-Matinée I

Aqua Claudia am Sonntag, 15. März, 11.30 Uhr

Jens Köhler von der John Cabot University, Rom, berichtet über neue archäologische Forschungen und die Aussagekraft von Nerlys Gemälde.

Sonntags-Matinée II

Reise nach Italien! am Sonntag, 29. März, 11.30 Uhr

Ausstellungskuratorin Dorothee Hansen folgt den Spuren Friedrich Nerlys von
der ligurischen Küste bis nach Sizilien.

Öffentliche Führung

150 Jahre Paula Modersohn-Becker am Freitag, 13. März, 15 Uhr & Sonntag, 15. März, 11 Uhr

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen Werk und Leben der Künstlerin Paula Modersohn-Becker im Spannungsfeld zwischen Worpswede und Paris kennen.

Online-Akademie

John Constable (*1776 – +1837) am Montag, 16. März, 18 Uhr

Kunst kann auch zu Hause kennengelernt werden – im Austausch mit anderen Menschen und an jedem Ort mit Internetanschluss. Termine der Online-Akademie finden regelmäßig statt.

Interreligiöses Kunstgespräch

Blickwechsel am Dienstag, 24. März, 18.30 Uhr

Wasser und seine Bedeutung in den Religionen: Referenten und Referentinnen unterschiedlicher religiöser Traditionen treten in einen Dialog mit Gemälden aus der Sammlung.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen, Telefon: +49 (0)421 – 32 9080, Fax +49 (0)421 – 32908470, E-Mail: info@kunsthalle-bremen.de

Ausstellungs-Tipps in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Der Mythos von Amerika im Spielzeugformat (Rezension von Jeroen Junte, erschienen in der Museumstijdschrift)

Im H’art Museum in Amsterdam präsentiert der amerikanische Fotograf David Levinthal „American Myth & Memory – David Levinthal Photographs“, seine erste große Retrospektive in Europa. Mit sorgfältig inszenierten Miniaturen untersucht er, wie die visuelle Kultur unsere Darstellung der amerikanischen Geschichte geprägt hat. Die Tatsache, dass Trump derzeit offen die Geschichte hinterfragt, verzerrt und zensiert, macht seine Arbeit ironisch aktuell.

Der schwarze Lincoln Continental, Jackie Kennedys rosa Anzug, sogar die etwas blassen Farben – das muss ein Bild aus dem berühmten Zapruder-Video des Attentats auf Präsident John F. Kennedy sein. Und doch stimmt etwas nicht. Der 8mm-Film von Abraham Zapruder ist das einzige Filmbild des Angriffs, und darauf ist Jackie Kennedy größtenteils hinter ihrem Ehemann verborgen. Hier tritt sie in den Vordergrund. Auch die Flaggen auf dem Wagen fehlt jegliche präsidiale Etikette. Und dieses Bild ist sehr verschwommen.

Der amerikanische Fotograf David Levinthal (*1949) hat dieses Trauma, das sich in das nationale Gedächtnis eingebrannt hat, in einer lebensechten Miniaturwelt rekonstruiert. Nur dass Jackie Kennedy jetzt eine Marionette in einem Spielzeugauto ist. Auch die Perspektive hat sich vom Präsidenten auf sie verschoben.

Fakt und Fiktion

Die Kennedy-Pastiche ist Teil seiner ikonischen History-Serie(2010 – 2018), die zahlreiche mythische Momente der amerikanischen Geschichte darstellt. Fakt und Fiktion verschmelzen nahtlos. Ein Hubschrauber vor dem Hintergrund von Napalmfeuer ruft sofort die Erinnerung an den Vietnamkrieg hervor. Diese wurde hauptsächlich von Hollywood-Filmen wie „Apocalypse Now“ geprägt.

Levinthal zeigt, wie kollektives Gedächtnis immer wieder durch das Kino gefiltert wird. Schauen wir hier auf Kriegsgeschichte oder auf ein filmisches Klischee? Nach Hollywood oder zum Nachrichtenprogramm. Oder an Pentagon-Propaganda, das ist ebenfalls möglich.

Enttarnung

Seit mehr als 40 Jahren hinterfragt Levinthal mit seinen Fotografien die großen historischen Erzählungen, auf denen die amerikanische Identität stützt. Jede amerikanische Obsession geht vorbei – Gewalt, Sport, Rassismus, Geld. Die realistischen Fotos bieten gerade genug Halt, um Wiedererkennung hervorzurufen, aber die strategische Unschärfe und die irreführende Inszenierung untergraben diese Gewissheit.

Die kulturelle Demenz Amerikas, die inzwischen seine eigenen Legenden mit Geschichte verwechselt, wird gnadenlos entlarvt. Levinthal gab 1972 sein Debüt als Künstler mit der Serie „Bad Barbie“, in der er entkleidete Barbie-Puppen in sexuellen Posen fotografierte. Es war eine frühe Enthüllung einer sexuellen Moral, die zwischen pornografisch und puritanisch balanciert. Doch noch nie zuvor war seine Arbeit so dringend wie jetzt, wo ein Präsident offen versucht, die Geschichte neu zu schreiben.

Trump lässt schwarze Soldaten von Kriegsdenkmälern entfernen, Bücher werden aus Bibliotheken entfernt und das Smithsonian Institut wird mit Zensur bedroht. Bezeichnend ist, dass dort zuvor „American Myth & Memory“ gezeigt wurde. Das macht diese Ausstellung nicht nur notwendig, sondern auch bitter aktuell.

Unschuldige Objekte

Die Kraft von Levinthals Fotografie liegt nicht nur in gleichzeitiger Wiedererkennung und Unruhe, sondern auch in ihrer Mehrdeutigkeit. Er arbeitet mit Polaroid: einem Bild, das sich sofort nach dem Druck selbst fixiert und kein reproduzierbares Negativ enthält. 1986 besorgte er die größte kommerziell erhältliche Polaroidkamera, der amerikanische Mythos in seiner besten Form.

Und dann die Spielsachen selbst, versammelt auf Jahrmärkten und Flohmärkten, mit denen er geniale Dioramen baut. Unschuldige Objekte, die gewalttätige Geschichte rekonstruieren. Vielleicht ist keine Fabel so hartnäckig wie die des Wilden Westens: die Eroberung einer angeblich leeren Landschaft, in der der weiße Siedler zum Helden erhoben wird. Ein Stereotyp, das im modernen „Selfmade-Man“ weiterlebt. Für die ursprünglichen Bewohner – Sioux, Navajo und andere Völker – ist dieser amerikanische Traum ein Albtraum. Levinthal ließ absichtlich ihre Gesichter verschwimmen, reduzierte sie auf Statisten in einer Geschichte, die sie strukturell ausschließt. Ein Foto von großer Aussagekraft, und doch verwirrend.

Nähere Informationen: H’ART Museum, Amstel 51, 1018 EJ Amsterdam, Postadresse: Postfach 3438, 1001 AE Amsterdam, Telefon: 020 530 8755, Post: mail@hartmuseum.nl

Dirk Bakker – Bild-Rätsel

Der bildende Künstler Dirk Bakker (*1949 – +2021) malte die wunderbarsten Szenen in relativer Abgeschiedenheit, mit einem feinen Sinn für Farbe, Form und Komposition. Obwohl seine Arbeit stilistische Ähnlichkeiten mit denen der Künstler der Neuen Figuration aufweist, schlägt sie einen völlig anderen Ton an. Bakkers Gemälde fehlen die Ernsthaftigkeit und oft der intellektuelle Ansatz, der die Werke anderer figurativer Werke kennzeichnet, und strahlen vielmehr die entwaffnende Atmosphäre von Kinderbuchillustrationen aus. Doch so verspielt, zugänglich und humorvoll Bakkers Gemälde auch erscheinen mögen, in diesen entfremdenden visuellen Rätseln lauert oft etwas Beunruhigendes – das Verborgene, das die inneren Konflikte eines Künstlers ausdrückt, dem es schwerfiel, sich mit der Außenwelt zu identifizieren.

Als Dirk Bakker und seine Frau wegen Krankheit umziehen mussten, gab es niemanden, der sich um seine Kunst kümmerte. Außerhalb ihrer Kontrolle verschwanden Hunderte von Gemälden in Secondhand-Läden. Kurz darauf starb Dirk Bakker und sein Künstlerfreund Theo de Feyter erfuhr, was mit seinem Werk geschehen war. Mit Mühe gelang es ihm, einen kleinen Teil zu sichern, aus dem das Museum Belvédère dann als Tribut einer besonderen Kunstfertigkeit wählen durfte.

Nähere Informationen: Museum Belvédère, Oranje Nassaulaan 12, Herrenveen, Telefon: +31 513644999, E-Mail: info@museumbelvedere.nl, Internet: www.museumbelvedere.nl

Comedy Wildlife Awards 2025

Eine Vaping-Ente, ein weltberühmter „enthaupteter“ Flamingo und verschiedene Tiere mit guten und schlechten Haartagen: Im Naturmuseum Brabant gibt es was Besonderes zu sehen. Noch bis zum 3. Mai wird dort die achte Ausgabe der „Fotoausstellung Comedy Wildlife Awards“ gezeigt, mit vierzig Fotos von Tieren in unbeabsichtigt komischen Situationen.

Die Ausstellung zeigt, wie überraschend und beeindruckend die Natur ist, und lenkt auf einfühlsame Weise die Aufmerksamkeit auf den Naturschutz. Genau deshalb passt es so gut ins Natuurmuseum Brabant. Vor acht Jahren brachte es die Ausstellung ausschließlich in die Niederlande, genauer gesagt: nach Tilburg. Es war ein großer Erfolg, sowohl im Museum als auch in den sozialen Medien.

KI oder echt?

Es gibt auch das Flamingo-Foto von Miles Astray, das bei einem anderen Fotowettbewerb den Publikumspreis in der KI-Kategorie gewann, obwohl es ein echtes, nahezu unbearbeitetes Foto ist. Mutter Natur ist immer noch kreativer als Maschinen, wollte der Fotograf sagen. Noch mehr Extras in diesem Jahr: Alle technischen Spezifikationen der Fotos sind aufgeführt, ebenso wie die Orte, an denen die Fotos aufgenommen wurden. Es gibt auch noch weitere Fakten, die die Ausstellung zu bieten hat. Und es lohnt sich auf jeden Fall, die Fotos live zu sehen, denn da machen sie sogar mehr Spaß als online.

Nähere Informationen: Naturmuseum Brabant, Spoorlaan 434, Tilburg, Telefon: +31 135353935, E-Mail: info@natuurmuseumbrabant.nl, Internet: www.natuurmuseumbrabant.nl

FALSCH! – Frühe Fotocollagen und Fotomontagen

In einer Zeit, in der KI immer klüger wird, fragen Sie sich vielleicht: Wann ist ein Foto gefälscht oder echt? Aber wussten Sie, dass Bilder von Anfang an überraschend leicht zu manipulieren waren? In der Ausstellung FAKE! sind 50 historische Bilder aus der Sammlung des Rijksmuseums Amsterdam zu sehen, die kreative und irreführende Illusionen darstellen.

Ab 1860 begannen Fotografen, mit Fotocollagen und Fotomontagen zu experimentieren, indem sie Fotos schnitten, einklebten und zeichneten. In der Ausstellung kann man sehen, wie sich diese kreativen Techniken bis 1940 entwickelten. Mit einfachen Materialien wie Schere, Klebstoff, Tinte und Bleistift erschufen sie Bilder, die lustig, seltsam oder völlig unmöglich waren. Digitale Werkzeuge wie Photoshop existierten damals noch nicht, alles wurde von Hand erstellt. Manche Fotomontagen zeigen sofort, dass sie Fantasie sind, aber manchmal entdeckt man erst nach genauem Hinsehen, dass sie ausgeschnitten und eingefügt wurden.

Eine Fotocollage und eine Fotomontage mögen auf den ersten Blick gleich erscheinen, aber wissen Sie, worin der Unterschied besteht? In einer Fotocollage werden die Bilder ausgeschnitten und zu einem Ganzen eingefügt, und eine Fotomontage entsteht, wenn mehrere Fotos zu einem Bild zusammengeführt, dann erneut fotografiert und gedruckt werden.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Amsterdam, Museumstraat 1, Amsterdam, Telefon: +31 206747000, E-Mail: info@rijksmuseum.nl, Internet: http://www.rijksmuseum.nl

Der Frühling in der Kunst

Von Thomas Gatzemeier

Der Frühling gehört zu den ältesten und schönsten Motiven der Kunstgeschichte. Seit der Antike steht diese Jahreszeit für Erneuerung, Wachstum und die Rückkehr des Lebens nach dem Winter. Wenn die Natur erwacht, Blüten zum Licht drängen, entsteht ein Bild, das Künstler über Jahrhunderte hinweg inspiriert hat.

Die antike Kunst begreift den Frühling als Personifikation. Die Göttin Flora verkörpert das Erwachen der Natur. In Wandmalereien aus Pompeji wird sie als junge Frau dargestellt, die Blumen pflückt oder Blüten verstreut. Der Frühling ist hier nicht Landschaft, sondern eine göttliche Erscheinung von einigem Liebreiz.

Schon in der antiken Kunst wurde der Frühling als Göttin dargestellt.

In der Renaissance erhielt er mit Botticellis berühmter „Primavera“ eine der eindrucksvollsten Allegorien der europäischen Malerei. Später entdeckten Künstler immer neue Möglichkeiten, das Thema zu gestalten: als mythologische Szene, als paradiesische Landschaft, als blühenden Garten oder als reines Spiel von Licht und Farbe.

Mit Botticellis berühmter Primavera wird der Frühling zu einer komplexen mythologischen Allegorie. Venus steht im Zentrum eines paradiesischen Gartens. Die drei Grazien tanzen, Amor schwebt darüber, während Zephyr die Nymphe Chloris verfolgt, die sich in Flora verwandelt. Das Bild verbindet antike Mythologie mit der humanistischen Bildsprache der Renaissance. Das Bild sprüht vor Sinnlichkeit, die uns leider abhandengekommen zu sein scheint.

Der Frühling in der Kunst zeigt nicht nur die Schönheit der Natur. Er erzählt auch davon, wie sich der Blick des Menschen auf die Welt verändert hat. Von der antiken Mythologie über die Renaissance bis zur modernen Malerei spiegelt dieses Motiv die Beziehung zwischen Mensch und Natur. In der Kunst der Gegenwart werden diese Gefühle eher verdrängt, so wie alles Sinnliche im lärmenden Kunstbetrieb untergeht oder verdächtig wird.

Arcimboldo geht, wie immer, einen völlig anderen Weg. Sein Frühling besteht aus Blumen, Blüten und Pflanzen, die zusammen ein menschliches Porträt formen. Die Natur wird hier selbst zum Körper der Jahreszeit. Der Surrealismus lässt grüßen. Oder war er schon immer da?

Poussin zeigt den Frühling als idealtypische Paradieslandschaft. Adam und Eva erscheinen im Garten Eden, einer Welt voller Harmonie und üppiger Vegetation. Der Frühling wird hier zum Bild des ursprünglichen Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur. Nicht nur das. Der Mensch ist ein kleiner Teil des Ganzen. Aber worauf deutet Eva, die ihren Arm erhoben hat? Möchte sie Adam daran erinnern, was die Natur des Menschen ist? Zumal im Frühling. Ist dies eine Aufforderung zum Sündenfall ohne Apfel?

Im Rokoko erscheint Der Frühling in der Kunst als heitere Gartenwelt in der frivole Spielchen gespielt werden. Fragonards berühmtes Bild zeigt eine junge Frau auf einer Schaukel, umgeben von blühender Vegetation. Die Natur wird zur Bühne für ein spielerisches Liebesabenteuer. Und das Symbol der Blüte ist eine schaukelnde Frau.

Der Impressionismus begreift den Frühling nicht aus seiner allegorische Bedeutung. Monet interessiert sich vor allem für das Licht der blühenden Obstbäume und die Atmosphäre eines sonnigen Tages. Der Mensch scheint in der Natur aufzugehen und mit ihr eins zu werden.

Van Gogh malt in Arles eine Reihe blühender Obstgärten. Die zarten Blüten erscheinen vor einem intensiven Himmel. Der Frühling wird hier zu einem leuchtenden Farbereignis, welches der Künstler in zahlreichen Varianten malte.

Im Jugendstil wird der Frühling in der Kunst zu einer eleganten weiblichen Figur.

Mucha verbindet florale Ornamente, geschwungene Linien und dekorative Farben zu einer idealisierten Darstellung der Jahreszeit. Natürlich sind auch hier die Rückgriffe auf die Kunstgeschichte zu erkennen. Denken wir an die Antike mit ihren Göttinnen.

In der modernen Malerei verliert der Frühling zunehmend seine ikonografischen Regeln wie auch an meinem Gemälde zu sehen. Er erscheint nicht mehr als allegorische Figur oder mythologische Szene, sondern als freies Motiv der Malerei. Farben und Gesten können das Erwachen der Natur ebenso ausdrücken wie eine Landschaft. In meiner Erinnerung entstanden die Titel der Gemälde meist erst nach deren Fertigstellung. Ich hatte also das Gefühl Frühling zu fühlen, als ich das Bild betrachtete. Denn der Frühling in der Kunst muss nicht immer Absicht sein – er kann einfach so im Bild erscheinen. Denn der Betrachter macht sich sein Bild.

Meine Malerei-Collage „Der Frühling“ verbindet eine Heliogravüre nach Botticellis Primavera mit eigenen malerischen Eingriffen. Schmetterlinge, Raupen und Insekten erscheinen über der Renaissance-Szene. Die Technik der Malerei-Collage greift Systematiken des Surrealismus und „DADA“ auf.

Der Frühling in der Malerei wird hier zu einer Allegorie der Metamorphose – einer Natur, die sich ständig verwandelt. Und so zu einem immer wiederkehrenden lyrischen Ereignis wird.

Zum Autor:

Am dunkelsten Tag des Jahres 1954 im sächsischen Döbeln geboren, wurde Thomas Gatzemeier ungefragt von einem katholischen Pfarrer getauft.

Als Kind buk er heimlich einen Kuchen, der als Brot gut ankam. Dieses scheinbare Missgeschick inspirierte ihn dazu, eine Ausbildung als Schrift- und Plakatmaler zu absolvieren, um Pinsel und Stift zu beherrschen.

Er arbeitete anschließend auch als Steinmetzgehilfe und Grabsteindesigner. Nach dieser Grundausbildung studierte er Malerei und Grafik an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo Arno Rink und Volker Stelzmann zu seinen Lehrern zählten. 1980 beendete er sein Studium und ist seitdem als freier Künstler, Autor, Kunsthändler, Blogger und Freizeitkoch tätig.

Konflikte mit den Machthabern der SBZ und ein mehrjähriges Ausstellungsverbot bewegten ihn 1986 dazu, die SBZ zu verlassen. Danach lebte er vorwiegend in Karlsruhe, verbrachte aber auch längere Zeit in Zürich und nahe Worpswede. Von 2006 bis 2015 hatte er ein weiteres Atelier in Leipzig.

Nach 34 Jahren Hauptwohnsitz in Karlsruhe verlegte der Wanderer zwischen den Welten im Februar 2020 seinen Wohnsitz endgültig nach Leipzig.

Nähere Informationen: Thomas Gatzemeier, Gottschallstraße 24, 04157 Leipzig, Telefon: 0172 610 25 35, E-Mail: info@thomas-gatzemeier.de

Ausstellungs-Tipps in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Die Künstlerin dreier Kontinente im Museum Singer Laren

Das kleine Selbstporträt von 1956 am Eingang zeigt, wer Suzanne Perlman (*1922 – +2020) als Künstlerin war. Mit groben Pinselstrichen formt sie ihr Gesicht und ihre Kleidung, ganz in ihrem charakteristischen ausdrucksstarken Malstil. Während ihres Lebens blieb sie weitgehend unterbelichtet, doch nun kann ihre Einzelausstellung „Suzanne Perlman“ noch bis zum 28. Juni im Museum Singer Laren besucht werden. Die ungarisch-niederländische Künstlerin stellte sich selten selbst dar und konzentrierte sich lieber auf ihre Umgebung. Im ersten Raum hängen mehrere Porträts von Freunden, Nachbarn und Bekannten nebeneinander. Perlman schildert das Alltagsleben auf Curaçao, wo sie mehr als fünfzig Jahre lebte. Eines dieser Porträts, „Daily issues“(1950), zeigt in Grautönen von Braun und Gelb das harte Leben eines Mannes aus Curaçao, der besorgt nach vorne blickt.

Diese intimen Porträts werden in der Ausstellung mit abstrakteren und ausdrucksstarkeren Gemälden durchsetzt. Das große Werk „Nackt“(1968) zeigt eine liegende Frau, umgeben von einem Meer aus leuchtendem Rot. Ihr Körper ist nur von wenigen welligen Farbflächen geformt. Das abstrakte Gemälde „Untitled“(1954), in dem sich helle Farbstreifen abwechseln, lässt einen ebenfalls raten, was genau dargestellt wird.

Perlman wird auch als Künstlerin der drei Kontinente bezeichnet: Südamerika (Curaçao), Nordamerika (New York) und Europa (die Niederlande und London). Die Ausstellung gewährt einen Einblick in den Beginn ihrer Karriere, berücksichtigt jedoch nicht ihre späteren europäischen Arbeiten. Dieser Mangel lässt einen sich nach einer Fortsetzung sehnen, in der auch diese europäische Epoche einen Platz an der Wand bekommt. (von Ulrike Neyens, Tipp der Woche in der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Museum Singer Laren, Oude Drift 1, 1251 BS Laren, Telefon: (035) 5393939, E-Mail: museum@singerlaren.nl

Mancini in der Sammlung des Museums Dordrecht

Noch bis April ist ein Überblick über die Werke von Antonio Mancini (*1852 – +1930), die das Museum Dordrecht in seiner Sammlung besitzt, zu sehen. Das Highlight ist die neueste Erwerbung: ein einzigartiger Spiegel mit einem gemalten Selbstporträt des italienischen Realisten in der Ecke. Der Kauf passt gut zur Sammlung des Museums, in der der Künstler selbst und die Praxis des Künstlers im Mittelpunkt stehen. Mancinis Arbeiten sind sehr pastös, ab er arbeitete auch mit vielen verschiedenen Materialien sowie Techniken und fertigte auch viele Selbstporträts an. Mit dem Kauf wurde ein großer Wunsch des Museums in die Tat umgesetzt.

Mancini malte dieses Selbstporträt zwischen 1916 und 1918 in der Villa Jacobini in Frascati bei Rom. Das Werk ist Teil einer Reihe von Kunstwerken, die er dort für seinen Gönner schuf: den französischen Industriellen Fernand du Chêne du Fère. Mancini malte sich hier auf einem bemerkenswerten Medium: nicht auf einer Leinwand oder Tafel, sondern auf einem Spiegel. Er spielt mit der Dynamik zwischen Künstler und Betrachter. Locker und mit einem Augenzwinkern. Die Freude am Malen strahlt aus. Antonio Mancinis Spiegel wurde 2025 gekauft, teilweise mit Unterstützung der Wirtschaftsfreunde des Dordrechts Museums und des VriendenLoterij.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Charles Quaedvlieg (*1823 – +1874), Maler des „Roma Sparita“, des verschwundenen Roms

Noch bis 8. März präsentiert das Museum Valkenburgdie erste Ausstellung über das Leben und Werk des Malers Charles Quaedvlieg, der in den Niederlanden nahezu unbekannt ist. Obwohl er in seiner Heimat Valkenburg vergessen wurde, erlangte er im 19. Jahrhundert großen Ruhm in Rom. Dort ist er bis heute ein bekannter Maler.

Die Ausstellung zeigt mehr als 20 Gemälde und zahlreiche Dokumente aus privaten Limburger Sammlungen und Museen in den Niederlanden und im Ausland, von denen die meisten noch nie zuvor gezeigt wurden. Quaedvlieg arbeitete mehrere Jahre für Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau.

Er malte Stadtlandschaften, Genrebilder und das Landleben im Raum Rom. Die Ausstellung spiegelt auch durch eine pädagogische Komponente die politischen und sozialen Veränderungen seiner Zeit wider, mit Schwerpunkt auf der italienischen Einigung.

Der Künstler wird im Rahmen der Ausstellung in Beziehung zu der damaligen internationalen Künstlergemeinschaft in Rom gesetzt.

Nähere Informationen: Museum Valkenburg, Grotestraat Centrum 31, Telefon: +31 436016394, E-Mail: info@museumvalkenburg.nl, Internet: www.museumvalkenburg.nl

Turners Heimkehr nach Dordrecht (Von Erik Spaans, erschienen in der Museumstijdschrift)

Es weht kein Wind, die einzige Welle im Wasser der Merwede wird von einem Boot verursacht, das Gemüse und andere Lebensmittel zu einem Lastkahn bringt, der auf die steigende Flut wartet. Blau und Gelb konkurrieren um Vorrang in einem Himmel voller flauschiger Wolkenflecken. J.M.W. Turner ist es gelungen, das Wesen eines frühen Sommermorgens in Farbe einzufangen, als Dordrecht gerade erwacht.

Die Ausstellung „Wasser und Licht“ im Dordrechts Museum umgibt das Meisterwerk „Dordor Packet Boat“ (1818). Das soll aber nicht heißen, dass es den anderen in der Ausstellung gezeigten Werken an Qualität mangelt. Doch der beeindruckende Flussblick von Joseph Mallord William Turner (*1775 – +1851) zieht unwiderruflich die meiste Aufmerksamkeit auf sich, denn es ist ein Bild, das die Betrachter in eine sonnige Stimmung versetzt.

Eine Sensation

Turner vollendete das Bild 1818, ein Jahr, nachdem er Dordrecht besucht hatte. An der Royal Academy in London sorgte es für Aufsehen. „Dort, oder Dordrecht: Das Dorder Packet-Boot aus Rotterdam Becalmmed“– wie es im vollständigen Titel heißt – wurde dort als „eines der prächtigsten je ausgestellten Gemälde“ gelobt. Nachdem es etwa anderthalb Jahrhunderte in einem britischen Landhaus hing, landete das Gemälde 1977 im Yale Center for British Art in New Haven, USA. Dieses Museum besitzt die größte Sammlung britischer Kunst außerhalb des Vereinigten Königreichs. Turners Meisterwerk ist nun erstmals an dem Ort zu sehen, an dem der Anstoß zu seiner Entstehung gegeben wurde. Und ja, das fühlt sich an wie nach Hause kommen.

Eine Reiseerinnerung

Die Ausstellung zeigt dreizehn weitere Werke (Gemälde und Mezzotinten) von Turner. Es gibt auch Werke von Meistern des siebzehnten Jahrhunderts, die von ihm und von Turners niederländischen Zeitgenossen bewundert wurden. Er besuchte die Niederlande fünfmal. Er fand es seltsam, dass hier alle „auf der falschen Straßenseite“ fuhren, mochte aber die niederländischen Städte sehr. Er bewunderte auch Maler wie Jacob van Ruisdael, Willem van de Velde den Jüngeren, Jan van Goyen, Meindert Hobbema und – besonders – Aelbert Cuyp. Wenn er in seinen Skizzen über Lichteffekte sprach, erwähnte er seinen Namen mehr als einmal. 1815 hatte Turner Cuyps monumentale Ansichten von Dordrecht in London gesehen, darunter eine mit dem Lastkahn De Zwaan (Frick Collection, New York). Turners „Dordord-Packetboot“ist eine direkte Hommage an diese Gemälde und an Dordrecht. Und es ist auch ein bisschen eine Reiseerinnerung. Im Mast des Schiffes hängt – genau wie bei Cuyp – eine rote Flagge mit einem weißen Schwan darauf.

Die Themen Licht und Wasser tauchen in einigen von Turners späteren Werken der Ausstellung immer wieder auf. In einer fast abstrakten Komposition wie „Squally Weather“(zirka 1840 bis 1845) spritzt das Meerwasser fast von der Leinwand. Ein Gemälde mit bleigrauen Wolken über einem stürmischen Meer hängt neben einem ähnlichen Werk von Jacob van Ruisdael. Auch hier macht Turner keinen Hehl aus seiner Verehrung: Er gab der Leinwand den Titel „Port Ruysdael“(1826).

Ultraschall

Es kann eine Weile dauern, bis der Besucher mit den Installationen des zeitgenössischen Künstlers Nicky Assmann (*1980) in dieser Ausstellung konfrontiert wird, die als ‚Diptychon‘ präsentiert werden. Eine scheinbar seltsame Kombination, die in der Praxis ziemlich gut funktioniert. Vielleicht, weil es wenig Mühe kostet, ein Echo von J.M.W. Turner in der Art und Weise zu erkennen, wie Assmann mit Licht spielt.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Von der Heydt-Museum im März

Eine Programmübersicht

Die Vorbereitungen laufen, bald treffen die ersten Leihgaben aus den USA ein – die Vorfreude steigt! Carl Grossberg (*1894 – +1940) hält Einzug in Elberfeld, seiner alten Geburtsstadt. Unsere neue Ausstellung feiert die Wiederentdeckung dieses herausragenden Malers der Neuen Sachlichkeit. Er widmete sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Ab 22. März können die Besucherinnen und Besucher sich selbst von den Meisterwerken faszinieren lassen. Führungen können schon jetzt gebucht werden, seien es öffentliche Führungen, immer dienstags, 11.30 Uhr, und sonntags, 15.30 Uhr, seien es private Führungen nur für Einzelpersonen und Ihre Freunde und Bekannte oder Geschäftspartner.

Außerdem startet am 5. März wieder die beliebte Reihe „Flügel frei“, bei der alle Pianisten eingeladen sind, den Flügel im Foyer zu bespielen. Alle anderen sind einladen zuzuhören, wenn die Musiker mit Jazz, Pop oder Klassik das Museumsforum zum Schwingen bringen.

Die beliebte Kinoreihe „Museum in Motion“ startet am 12. März im Rex-Kino in die Frühjahrsausgabe mit einem absoluten Klassiker des Stummfilmkinos: „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1927.

Außerdem bietet die Kunstvermittlung wieder ein reiches Programm an Workshops und Kursen, die sich thematisch immer auf die aktuellen Ausstellungen beziehen, sei es ein Bildhauerkurs oder eine Druckwerkstatt.

Das Programm im Überblick

Aktuelle Ausstellungen

22. März bis 30. August: Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

Bis Januar 2027: Museum A bis Z. – Von Anfang bis Zukunft

Bis Januar 2027: Zeiten und Räume – Klassiker der Sammlung. Von Ruisdael bis Giacometti

Ausstellungseröffnung „Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär“ am Sonntag, 22. März, 11.30 Uhr. Es sprechen: Heiner Fragemann, Bürgermeister der Stadt Wuppertal, Ina Brandes MdL
Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Marc Kanzler
Vorstandsvorsitzender der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Axel Jütz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Wuppertal, und Dr. Roland Mönig, Direktor. Alle sind eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Öffentliche Führungen

„Museum A bis Z. Von Anfang bis Zukunft“ am Samstag, 7. März, 13 Uhr

„Zeiten und Räume. Klassiker der Sammlung. Ruisdael bis Giacometti“, Sonntag, 8. März, 15.30 Uhr

Kombiführung durch die Sammlungen „Museum A– Z“ und „Zeiten und Räume“, Sonntag, 15. März, 14 Uhr

Zum WSW-Kunstabend: „Happy Hour in der Sammlung“, Donnerstag, 19. März, 18 Uhr, (Freier Eintritt in die Sammlung ab 17 bis 20 Uhr)

Themenführungen am Mittwoch

Nebenbei bemerkt – Kunstwerke außerhalb der Ausstellungen, 11. März, 11.15 Uhr. Mit Jeanette Petersen

Carl Grossberg und die Fotografie, 25. März, 11.15 Uhr. Mit Dr. Anna Storm

Kuratorenführungen

„Museum A bis Z. Von Anfang bis Zukunft“, Donnerstag, 12. März, 16.30 Uhr. Mit Anna Baumberger.

„Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär“, Donnerstag, 26. März, 16.30 Uhr.

Alle Führungen kosten fünf Euro zuzüglich Eintritt. KMV-Mitglieder mit Kompaktkarte zahlen für die Mittwochsführung fünf Euro. Tickets können Teilnehmer im Online-Shop erwerben oder ab 30 Minuten vor Führungsbeginn an der Museumskasse anmelden. Weitere Informationen erfolgen telefonisch unter den Nummern 0202 563-6397 oder -6630.

Digitale Führung

Digitaler Kunstabend: ein Haus – eine Stunde am Mittwoch, 4. März, 19 Uhr. An jeweils einem Mittwoch des Monats beleuchtet Karolina Bürger neue Aspekte der aktuellen Ausstellungen und gibt wissenswerte Informationen zur Geschichte des Museums und der Sammlung. Thema: Werke der „Neuen Sachlichkeit“ in der Sammlung des Von der Heydt-Museums.

Weitere Führungen und Angebote

Bei Anruf Kultur „Carl Grossberg“, Montag, 16. März, 17 bis 18 Uhr, Anmeldung über die Website www.beianrufkultur.de. Dabei handelt es sich um eine kostenfreie Telefonführung.

Museum in Motion – KMV-Kinoabende „Moderne Zeiten“

Metropolis, 1927, Regie: Fritz Lang, Donnerstag, 12. März, 18 Uhr, im REX-Filmtheater Wuppertal.

Die Kinoreihe des Kunst- und Museumsvereins im Wuppertaler Rex-Kino, „Museum in Motion“, zeigt jeweils donnerstags um 18 Uhr drei filmische Meisterwerke, die genau in jenen Jahren erdacht und produziert wurden, in denen Grossberg seine faszinierenden Bilder schuf.

Mit „Metropolis“ hat Regisseur Fritz Lang weit mehr als nur einen Genreklassiker des Science-Fiction-Films geschaffen. Seine visionäre Bildsprache wirkt bis heute nach. „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, ebenfalls von Lang inszeniert und einer der frühesten deutschen Tonfilme, ist ein fesselnder Krimi. Zugleich vermittelt er das Lebensgefühl in Berlin während der Weltwirtschaftskrise. „Modern Times“ schließlich, einer der großen Filme von Charlie Chaplin, handelt mit viel schwarzem Humor vom Kampf des Menschen mit Mechanisierung, Technisierung und Rationalisierung. Das Bild des Arbeiters, der buchstäblich zwischen und unter die Räder einer riesigen Maschine gerät, gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte.

Termine im Überblick:

12. März: Metropolis (Fritz Lang, 1927)
9. April: M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Fritz Lang, 1931)
21. Mai: Modern Times (Charlie Chaplin, 1933-36)

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.

Carl Grossberg – Sachlich – magisch – visionär

Vom 22. März bis 30. August im Von der Heydt-Museum

Eine Ausstellung des Von der Heydt-Museums in Wuppertal feiert die Wiederentdeckung eines der herausragenden Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstanden ist, widmet sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.

Die Ausstellung, die erste Retrospektive seit über 30 Jahren, betrachtet Carl Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert eine Reihe von bisher unbekannten Arbeiten. Dabei zeigt sich, wie aktuell Grossbergs Werke sind, in künstlerischer wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Insbesondere die vieldeutig lesbaren „Traumbilder“, einzigartig in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, weisen ihn als hoch sensiblen Intellektuellen aus. Grossbergs Kunst beschwört die Magie der Dinge, macht die Komplexität der modernen Welt und ihre inneren Widersprüche sichtbar. Parallelen zu heute ergeben sich aus dem aktuell stattfindenden Strukturwandel mit noch unabsehbaren gesellschaftlichen Folgen, für den überzeugende visuelle Formen gerade ausgehandelt werden.

Carl Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei sind untrennbar verbunden mit der gleichzeitig entstandenen Fotografie. Und sie haben ihrerseits wegweisende Fotografinnen und Fotografen nachfolgender Generationen inspiriert. Beispielhaft ausgewählte Positionen von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff machen das deutlich. Allerdings treffen Grossbergs Bilder heute auf einen fundamental anderen Umgang mit medialen Bildern, die in schneller Folge erzeugt, unablässig in digitale Netzwerke eingespeist und vielfachen Manipulationen unterworfen werden, bis sie nachgerade zu „Traumbildern“ werden können.

Das Von der Heydt-Museum realisiert die Ausstellung „Carl Grossberg.
Sachlich – magisch – visionär“ in Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher Würzburg (MiK). Beide Museen sind eng mit der Biografie des Künstlers verbunden: Er wurde in Elberfeld geboren, das heute zu Wuppertal gehört, und lebte ab 1921 in Sommerhausen, südlich von Würzburg. Dementsprechend ist er in den Sammlungen beider Häuser gut vertreten.

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.