Ausstellungs-Tipps in den Niederlanden

In der neuen Ausgabe der Museumstijdschrift findet der Leser oder die Leserin viele Tipps über Kunstausstellungen in den Niederlanden. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Die Künstlerin dreier Kontinente im Museum Singer Laren

Das kleine Selbstporträt von 1956 am Eingang zeigt, wer Suzanne Perlman (*1922 – +2020) als Künstlerin war. Mit groben Pinselstrichen formt sie ihr Gesicht und ihre Kleidung, ganz in ihrem charakteristischen ausdrucksstarken Malstil. Während ihres Lebens blieb sie weitgehend unterbelichtet, doch nun kann ihre Einzelausstellung „Suzanne Perlman“ noch bis zum 28. Juni im Museum Singer Laren besucht werden. Die ungarisch-niederländische Künstlerin stellte sich selten selbst dar und konzentrierte sich lieber auf ihre Umgebung. Im ersten Raum hängen mehrere Porträts von Freunden, Nachbarn und Bekannten nebeneinander. Perlman schildert das Alltagsleben auf Curaçao, wo sie mehr als fünfzig Jahre lebte. Eines dieser Porträts, „Daily issues“(1950), zeigt in Grautönen von Braun und Gelb das harte Leben eines Mannes aus Curaçao, der besorgt nach vorne blickt.

Diese intimen Porträts werden in der Ausstellung mit abstrakteren und ausdrucksstarkeren Gemälden durchsetzt. Das große Werk „Nackt“(1968) zeigt eine liegende Frau, umgeben von einem Meer aus leuchtendem Rot. Ihr Körper ist nur von wenigen welligen Farbflächen geformt. Das abstrakte Gemälde „Untitled“(1954), in dem sich helle Farbstreifen abwechseln, lässt einen ebenfalls raten, was genau dargestellt wird.

Perlman wird auch als Künstlerin der drei Kontinente bezeichnet: Südamerika (Curaçao), Nordamerika (New York) und Europa (die Niederlande und London). Die Ausstellung gewährt einen Einblick in den Beginn ihrer Karriere, berücksichtigt jedoch nicht ihre späteren europäischen Arbeiten. Dieser Mangel lässt einen sich nach einer Fortsetzung sehnen, in der auch diese europäische Epoche einen Platz an der Wand bekommt. (von Ulrike Neyens, Tipp der Woche in der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Museum Singer Laren, Oude Drift 1, 1251 BS Laren, Telefon: (035) 5393939, E-Mail: museum@singerlaren.nl

Mancini in der Sammlung des Museums Dordrecht

Noch bis April ist ein Überblick über die Werke von Antonio Mancini (*1852 – +1930), die das Museum Dordrecht in seiner Sammlung besitzt, zu sehen. Das Highlight ist die neueste Erwerbung: ein einzigartiger Spiegel mit einem gemalten Selbstporträt des italienischen Realisten in der Ecke. Der Kauf passt gut zur Sammlung des Museums, in der der Künstler selbst und die Praxis des Künstlers im Mittelpunkt stehen. Mancinis Arbeiten sind sehr pastös, ab er arbeitete auch mit vielen verschiedenen Materialien sowie Techniken und fertigte auch viele Selbstporträts an. Mit dem Kauf wurde ein großer Wunsch des Museums in die Tat umgesetzt.

Mancini malte dieses Selbstporträt zwischen 1916 und 1918 in der Villa Jacobini in Frascati bei Rom. Das Werk ist Teil einer Reihe von Kunstwerken, die er dort für seinen Gönner schuf: den französischen Industriellen Fernand du Chêne du Fère. Mancini malte sich hier auf einem bemerkenswerten Medium: nicht auf einer Leinwand oder Tafel, sondern auf einem Spiegel. Er spielt mit der Dynamik zwischen Künstler und Betrachter. Locker und mit einem Augenzwinkern. Die Freude am Malen strahlt aus. Antonio Mancinis Spiegel wurde 2025 gekauft, teilweise mit Unterstützung der Wirtschaftsfreunde des Dordrechts Museums und des VriendenLoterij.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Charles Quaedvlieg (*1823 – +1874), Maler des „Roma Sparita“, des verschwundenen Roms

Noch bis 8. März präsentiert das Museum Valkenburgdie erste Ausstellung über das Leben und Werk des Malers Charles Quaedvlieg, der in den Niederlanden nahezu unbekannt ist. Obwohl er in seiner Heimat Valkenburg vergessen wurde, erlangte er im 19. Jahrhundert großen Ruhm in Rom. Dort ist er bis heute ein bekannter Maler.

Die Ausstellung zeigt mehr als 20 Gemälde und zahlreiche Dokumente aus privaten Limburger Sammlungen und Museen in den Niederlanden und im Ausland, von denen die meisten noch nie zuvor gezeigt wurden. Quaedvlieg arbeitete mehrere Jahre für Prinzessin Marianne von Oranien-Nassau.

Er malte Stadtlandschaften, Genrebilder und das Landleben im Raum Rom. Die Ausstellung spiegelt auch durch eine pädagogische Komponente die politischen und sozialen Veränderungen seiner Zeit wider, mit Schwerpunkt auf der italienischen Einigung.

Der Künstler wird im Rahmen der Ausstellung in Beziehung zu der damaligen internationalen Künstlergemeinschaft in Rom gesetzt.

Nähere Informationen: Museum Valkenburg, Grotestraat Centrum 31, Telefon: +31 436016394, E-Mail: info@museumvalkenburg.nl, Internet: www.museumvalkenburg.nl

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