Sammlung Marina Eshuis in die Collectie Nederland eingefügt

Die außergewöhnliche Kunstsammlung der aus der Region Twenthe stammenden Sammlerin Marina Eshuis (*1934 +2024) ist in die nationale Sammlung der Niederlande eingefügt worden.

Die aus rund 150 Werken bestehende Sammlung ist dem Rijksmuseum Twenthe und dem Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed (RCE) geschenkt worden, die gemeinsam für die Verwaltung der Sammlung zuständig sind.

Die offizielle Übergabe erfolgte vor Kurzem im Rijksmuseum Twenthe mit einem Festakt und der Eröffnung der Ausstellung „Marina Eshuis – eine jahrzehntelange Sammelleidenschaft“. Diese Ausstellung beleuchtet sowohl das Leben als auch die Sammelleidenschaft von Marina Eshuis, die im vergangenen Jahr mit 89 Jahren verstorben ist.

Ein Leben lang gesammelt

In der Ausstellung wird die Geschichte einer Arztfamilie aus Tubbergen und deren besondere Leidenschaft für moderne Kunst in den Blick genommen. Mit dem Ankauf von drei Bildern des Malers Jan Sluijters im Jahre 1940 legten die Eltern von Marina Eshuis die Grundlage für eine Sammlung, die sich unter ihrer Obhut zu einer der bedeutendsten Privatsammlungen in der Twenthe entwickelte.

Die Sammlung umfasst Bilder, Keramik- und Glasobjekte von Künstlern wie dem schon erwähnten Jan Sluijters, aber auch von Marc Chagall, Lucebert, Charlotte van Pallandt, Theo Wolvecamp, Eugène Brands und Roger Raveel. In ihrem Haus an der Oranjestraat in Tubbergen umgab sich Marina Eshuis mit ihrer Kunst: „Alles hängt an den Wänden oder ist aufgestellt. Ich will all meine Kunst um mich haben“, sagte sie einmal selbst.

Von der Privatsammlung zum kulturellen Erbe der Niederlande

Vor ihrem Ableben überließ sie die Sammlung der Stichting Het Esch-Huys – verbunden mit dem Auftrag, dass diese in die Verantwortung der Rijkscollectie übergeben wird. Damit war gewährleistet, dass die Werke sorgsam konserviert, untersucht und dann auch präsentiert werden konnten. Mit der Aufnahme in die Collectie Nederland ist das gewährleistet.

Die Sammlung soll in der Zukunft durch wechselnde Präsentationen und Forschungsprojekte der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Der Anfang wurde mit der Ausstellung im Rijksmuseum Twenthe gemacht, die dort noch bis zum 22. Februar 2026 zu sehen ist. Gezeigt werden Werke von Jan Sluijters und Roger Raveel, die in der niederländischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eine große Rolle spielen.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Twenthe, Lasondersingel 129-131, 7514 BP, Enschede, Telefon +31 53201 2000, Internet www.rijksmuseumtwenthe.nl. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Nicht die Caine war sein Schicksal – aus der Bahn geworfen und dann?

„Das Schicksal schläft nie. Es lauert hellwach in jedem Moment. In uns selbst. Unbemerkt führt es uns durch die ebenen Täler der Sorglosigkeit, nur um dann geduldig zu warten … Es wartet auf den perfekten Augenblick, um mit geballter Faust zuzuschlagen und jene Nachricht zu überbringen, die wir für unmöglich gehalten hätten.“ – mit diesen Sätzen auf der ersten Seite seines deutlich autobiografisch geprägten Romans „Shake it, Baby“ hält Oliver Peral nicht lange hinter den Berg – eben so wenig wie mit dem Untertitel „Ein Roman über Parkinson und andere Katastrophen“, der gleich auf der Titelseite prangt.

Bei dem Rundfunkjournalisten Oliver Peral (unter anderem bei Radio Hamburg, NDR, N-Joy, Antenne Aachen und aktuell beim Städtenetwork Radio 21 – Rockland Radio – Antenne Sylt) hat es wie bei seinem Protagonisten Oliver Vega Berger, ebenfalls Rundfunkjournalist, mit einem Zittern in den Händen angefangen – bei der Arbeit. Zunächst noch abgetan als Reaktion auf zu viel Stress bei der Arbeit oder auf Magnesiummangel – worauf hin er alles aufkauft, was es an Präparaten gegen Magnesiummangel gibt -, schleichen sich dann doch die Gedanken an eine richtige Erkrankung ins Hirn. Was folgt ist das, was wohl viele tun, die in einer ähnlichen Situation sind: Sie befragen Dr. Google, doch was dieser „berufene“ Arzt anzubieten hat, ist wenig hilfreich, denn dort werden laut dem Autor und seines Protagonisten nur Ängste bedient, die wiederum zu unzähligen Klicks führen. Dem Geschäftsmodell von Google ist genüge getan, aber die von Krankheit Betroffenen – egal ob es sich um reale, mögliche Krankheiten oder vielleicht nur Scheinkrankheiten handelt – bleiben allein mit ihrer Not.

Nachdem noch weitere Symptome wie Zucken, Muskelschmerzen, Schlaflosigkeit und häufiger Harndrang hinzukommen, lässt sich Oliver Vega Berger zu einem Neurologen überweisen. Auch hier kommt es zu einem Phänomen, das in Deutschland die meisten kennen: das Warten auf einen Termin. Womit also die Zeit und die Ungeduld vertreiben? Mit der Hinwendung zu Wundermitteln wie Globuli und Heilpflanzen.

Doch dann ist irgendwann der Tag der Wahrheit. Das erschreckende Ergebnis der Untersuchung: Morbus Parkinson, eine Erkrankung, von der ungefähr ein Prozent der Weltbevölkerung über 60 Jahren betroffen ist. Die Parkinson-Krankheit ist damit nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung der Welt. In Deutschland wird derzeit von 300.000 bis 400.000 erkrankten Menschen ausgegangen – und einer davon ist der Autor.

Die Erkrankung beginnt schleichend und schreitet danach zeitlebens fort, die Symptome werden im Verlauf stärker und daher auch besser erkennbar. Das Idiopathische Parkinson-Syndrom beginnt typischerweise einseitig (und bleibt im Verlauf einseitig stärker); als Frühzeichen gilt beispielsweise das reduzierte und später fehlende Mitschwingen eines Armes beim Laufen. Nicht selten treten Schulterschmerzen und einseitige Muskelverspannungen auf.

Das Parkinson-Syndrom ist definiert durch das Vorliegen von Akinese und eines der drei anderen Leitsymptome: Rigor, Tremor und posturale Instabilität.

Mit dem Begriff Akinese (auch Bradykinese oder Hypokinese) wird eine allgemeine Bewegungsarmut bezeichnet und ist Voraussetzung für die Diagnose eines Parkinson-Syndroms. Sie macht sich bei allen Bewegungen bemerkbar. So vermindert sich das Muskelspiel, was den Gesichtsausdruck bestimmt (Maskengesicht oder auch Hypomimie), das Sprechen wird leise und undeutlich (Mikrophonie), das Schlucken verzögert sich (scheinbar vermehrter Speichelfluss oder Pseudo-Hypersalivation), die Geschicklichkeit der Hände lässt besonders bei schnellen Bewegungen nach (Schriftbild wird kleiner oder auch Mikrographie), die Rumpfbewegungen sind erschwert (vermindertes Umlagern im Schlaf), das Gangbild wird kleinschrittig und schlurfend.

Zu diesem obligaten Krankheitszeichen muss mindestens eines der folgenden drei Symptome kommen: Rigor (auch Rigidität)

Damit wird eine Muskelsteifheit aufgrund einer Steigerung des Muskeltonus bezeichnet. Sie wird durch eine unwillkürliche Anspannung der gesamten quergestreiften Muskulatur hervorgerufen und führt oft auch zu Muskelschmerzen. Nach außen sichtbar sind eine leichte Beugung von Ellenbogengelenk, Rumpf und Nacken sowie später der Kniegelenke. Bei passiver Bewegung der Gelenke von oberer und unterer Extremität tritt das Zahnradphänomen auf, bei dem es den Anschein hat, die Bewegung im Ellenbogengelenk laufe über ein Zahnrad, das die Bewegung in wechselnden Intervallen bremst. Körpernahe Muskelgruppen sind oft stärker betroffen (axialer Rigor). Eine gekrümmte Fehlhaltung des Körperstammes durch die Tonuserhöhung wird als Kamptokormie bezeichnet.

Ruhetremor:

Durch die wechselseitige Anspannung entgegenwirkender Muskeln entsteht ein relativ langsames Zittern (Antagonistentremor – vier bis sechs Schläge pro Sekunde, selten bis neun Schläge pro Sekunde), das bei aktiver Bewegung abnimmt. Es ist typisch für das idiopathische Parkinson-Syndrom (75 Prozent) und weniger typisch für atypische Parkinson-Syndrome (25 Prozent), auch der Tremor ist einseitig betont. Der Tremor ist das augenfälligste Symptom.

Posturale Instabilität:

Die verminderte Stabilität beim Aufrechthalten des Körpers kommt durch eine Störung der Stellreflexe zustande. Die kleinen, aber schnellen reflektorischen Ausgleichsbewegungen werden verzögert, so dass es zur Gang- und Standunsicherheit kommt. Die Wendebewegung wird unsicher, die Patienten kommen dabei ins Trippeln. Sie bekommen Angst zu fallen; diese Fallangst kann sie noch zusätzlich zur motorischen Behinderung beeinträchtigen. Bei früh stark gestörten Stellreflexen muss ein atypisches Parkinson-Syndrom bedacht werden.

Die unterschiedlichen Symptome können beim einzelnen Erkrankten unterschiedlich stark ausgeprägt sein oder ganz fehlen; Auftreten und Stärke wechseln auch im Tagesverlauf.

Das alles befällt auch den Autor und seinen Protagonisten. Und wie bei den anderen Betroffenen kommt die Frage auf: Warum ich? Damit nicht genug, kommt auch noch Wut dazu. So schreibt Oliver Peral: „Warum nicht jemand, der nichts zu sagen hat? Warum nicht ein Arschloch? Oder irgendein bedeutungsloser Trottel, oder warum nicht gleich ein Radiomoderator, dessen bedeutungsloses Geschwätz schmerzte wie eine nächste Gallenkolik. Warum trifft es die, die noch etwas wollen vom Leben? Ist das Zufall? Oder Schicksal? Oder einfach nur ein komischer Tritt in die Eier.“

Trotz dieses Schicksals ist dem Autor ein Erfahrungsroman gelungen, in dem er mit viel Humor, Selbstironie und einem versöhnlichen Blick auf den Umgang mit der Erkrankung – aber auch ironisch und ungeschönt – darauf eingeht, wie das Leben plötzlich den Takt wechselt.

Statt sich vom Leben schütteln zu lassen, schüttelt er lieber selbst: Witz, Wut und wunderbare Pointen über das Dasein mit einer Krankheit, die keine Gnade kennt. Zwischen Tablettenplänen und Tremor-Attacken stemmt sich Oliver Peral mit Ironie gegen das Stigma, das Diagnose heißt – und eröffnet in einer Stadtteil-Bücherei einen surrealen Stuhlkreis: Dort trifft er auf Ikonen wie Muhammad Ali, Michael J. Fox, Salvador Dalí und Ozzy Osbourne – alle vereint durch ein nervöses Zittern.

Kurzum: Ein rasanter, bewegender und trotz allem lebensfroher Roman über Kontrollverlust, Kreativität und Kämpfergeist und ein Buch, das Betroffene, Angehörige und Gesunde bewegt. Weil es aufrüttelt – und versöhnt – mit dem Ziel, Mut zu machen und gleichzeitig auch Angehörige zum Schmunzeln (und Nachdenken) zu bringen.

Shake it, Baby – Roman über Parkinson und andere Katastrophen“ von Oliver Peral ist bei Books on Demand erschienen und kann unter der ISBN 978-3-8192-8376-5 bestellt werden.

Modefotografie mit Humor

Mit verstörendem Humor und originellen Kompositionen haben das Fotografenduo Blommers & Schumm in den letzten drei Jahrzehnten die Regeln der Modefotografie herausgefordert. Bei der Retrospektivausstellung „Mid-air“, die noch bis zum 23. Februar 2026 im Fotomuseum Foam in Amsterdam ist nicht alles so, wie es scheint.

Eine Frau in einem ordentlichen blauen Anzug mit Lackschuhen liegt auf der Straße, den Kopf an einem Bordstein gelehnt. Benommen schaut sie in die Kamera, zwischen ihren Zähnen ist eine Lücke, und sie hält eine Zigarette in der Hand. Das Bild charakterisiert sowohl den ästhetischen als auch den disruptiven Fotografiestil von Anuschka Blommers und Niels Schumm (beide 1969).

Sie lernten sich an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam kennen und arbeiten seit 1997 zusammen. Während Schumm sich zunächst auf Stillleben und Blommers auf Porträts konzentrierte, entwickelte sich ihre Zusammenarbeit bald zu einer gemeinsamen Praxis.

Einer ihrer ersten Aufträge ist sofort für Viktor & Rolf, das sich mit skurrilen, kreativen und theatralischen Werken einen Namen macht. In den folgenden Jahrzehnten arbeiteten sie für Modemarken wie Gucci, Balenciaga und Hermès sowie für avantgardistische Magazine wie „Self Service“, „The Gentlewoman“ und „RE Magazine“. Das Duo arbeitet fast immer auf Provision, schafft es aber auch, die Grenzen im kommerziellen Rahmen zu verschieben. Und das sorgt für spannende, experimentelle und leicht absurde Bilder. Damit ebneten sie auch anderen den Weg, innerhalb der Modefotografie mehr zu experimentieren.

Mopp und Bügelbrett

Dieser Humor und Witz sind in „Mid-air“ reichlich präsent. Es ist nicht unverständlich, dass der Titel der Ausstellung auf die Momente verweist, in denen Menschen oder Objekte in den Fotografien von Blommers & Schumm für einen Moment zu ’schweben‘ scheinen, aber dennoch perfekt ausbalanciert sind. Das Foto eines Glases, das am Rand eines Tisches balanciert, ist ein gutes Beispiel dafür. Für das Magazin Middle Plane holte Blommers & Schumm David Hockney vor die Kamera. Kein konventionelles Porträt, sondern eine Art Collage aus Alltagsgegenständen: ein Wischmopp für Haare, Bleistifte für eine Nase und ein Modeartikel von Bottega Veneta als Kopfbedeckung. In einem anderen Raum hängt ein Foto einer Frau, die auf einem Bügelbrett liegt, angefertigt für das „Buffalo Magazine“. Auf den ersten Blick sieht es nicht besonders aus, bis man genauer hinsieht. Wenn das Foto um eine Vierteldrehung gedreht wird, scheint das Modell aufrecht auf einem Block zu stehen. Eines der vielen Beispiele in der Ausstellung, in denen Blommers & Schumm mit der Perspektive spielen. Und die deine Aufmerksamkeit sechs Jahre später noch fesseln und dich in leichter Verwirrung und Staunen zurücklassen.

Anti-Glamour

In der Serie „Class of 1998“ für das Magazin „Self Service“ schauen junge britische Mädchen mit geschwollenen Augen, errötendem Rouge und Lippenstift direkt in die Kamera. Niemand lacht, manche wirken schüchtern. Sie sehen aus wie Puppen. Ein Gegenstück zu den glänzenden Modeberichten mit super selbstbewussten Models.

Blommers & Schumm rauben der Modefotografie ihren gewohnten Glamour. Das ist der rote Faden durch ihr Werk. Sie arbeiten genauso gerne mit Familie und Freunden wie mit professionellen Models. Nicht die teure Kleidung steht im Mittelpunkt, sondern das Porträt als Ganzes – die Dynamik der Pose oder des Gesichtsausdrucks einer Person. Immer mit einem überraschenden Winkel.

Die Wand aus Polaroids, auf der sich das Duo als Testmodelle verwendet, ist eine gute Ergänzung. Auch hier keine Perfektion. Das Duo drängt sich dabei in lustige Positionen. Bei ihren Selbstporträts werden ihre Nasen mit Klebeband zu Schweinenasen verzerrt.

Schau, schau, schau

Die Galerietexte sind rar; Der Fokus liegt auf dem Suchen. Im zweiten Raum gibt es drei Bildschirme mit Kampagnen-Bildern. Es ist schade, dass das schnelle Tempo, in dem sie gespielt werden, sodass die Bilder nicht haften bleiben.“Mid-air“ ist am besten, wenn die Werke mit unserer Perspektive spielen, oft mit einem Hauch von Humor. Eine IKEA-Lampe, die wie zwei Beine mit Unterwäsche aussieht, oder ein offenes Buch mit Seiten, die wie zwei Brüste aussehen. Die Fotos in „Mid-air“ bringen einen regelmäßig zum Lächeln. Das Duo fordert dich heraus, weiter genau hinzuschauen. (Text von Rosa Lee Szorzynski, erschienen in der Museumstijdschrift).

Nähere Informationen: Foam Museum Amsterdam, Keizersgracht 609, 1017 DS Amsterdam, Telefon: +31 20 5516 500, Internet: http://www.foam.org

Ausstellungsprogramm 2026 des Kunstpalastes Düsseldorf

Community – Fotografie und Gemeinschaft

Der Fußballfanclub, die Familie, das politische Kollektiv – Menschen streben nach Zugehörigkeit. Seit der Erfindung der Fotografie hält das Medium Zugehörigkeit nicht nur fest, sondern kann sie ebenso befeuern oder infrage stellen. Fotografie macht es möglich zu demonstrieren, dass man Teil von etwas Größerem ist. Ebenso kann sie sich in den Dienst der Grenzziehung zu jenen stellen, die nicht Teil der eigenen Community sind.
Die Ausstellung „Community – Fotografie und Gemeinschaft“, die vom 10. Februar bis 25. Mai 2026 im Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen sein wird, beleuchtet das facettenreiche Verhältnis von Fotografie und Gemeinschaft in Geschichte und Gegenwart. Sie versammelt angewandte wie künstlerische Positionen, die diesem Verhältnis nachgehen – sei es mit subtilem Witz, in eindrücklicher Solidarität, oder mit dem Ziel einer präzisen Analyse.

Die Ausstellung wird aus der fotografischen Sammlung des Kunstpalastes heraus entwickelt und durch internationale Leihgaben ergänzt. Besuchende werden aktiv in die Ausstellung einbezogen und können sich mit ihren eigenen Gemeinschaftsbildern einbringen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit Beiträgen aus der kunstwissenschaftlichen, soziologischen und historischen Forschung zum Thema.

Monet – Cézanne – Matisse – The Scharf Collection

Erstmals wird vom 12. März bis 9. August 2026 die Scharf Collection präsentiert, eine deutsche Privatsammlung französischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössischer internationaler Kunst.

Sie führt in vierter Generation einen Zweig der bedeutenden Berliner Sammlung Otto Gerstenberg weiter, deren Spektrum von den Anfängen der Moderne bei Franciso de Goya bis zur französischen Avantgarde der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Gustave Courbet und Edgar Degas und dem gesamten graphischen Werk von Henri de Toulouse-Lautrec reicht. Trotz vieler Kriegsverluste konnte Gerstenbergs Tochter Margarethe Scharf den Großteil der Sammlung retten und an die beiden Söhne Walther und Dieter Scharf vererben.

Nach der Teilung der Sammlung zwischen den Enkeln knüpften Walther Scharf, dessen Frau Eve und Sohn René an den französischen Fokus an und ergänzten u. a. Werke von Claude Monet, Paul Cézanne, Pierre Bonnard, Henri Matisse und Pablo Picasso. Heute richten René Scharf und seine Frau Christiane Scharf den Blick auf zeitgenössische internationale Positionen, unter anderem mit Werken von Sam Francis, Daniel Richter und Katharina Grosse. Mit einem besonderen Interesse an den Grenzen des Mediums Malerei sowie dem Verhältnis von gegenständlichen und abstrakten Bildwelten erweitern sie die familiäre Sammlungstradition in die Gegenwart.
Eine Ausstellung des Kunstpalastes, Düsseldorf, in Kooperation mit der Alten Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin.

Palastblühen

Wenn Kunst auf florale Poesie trifft, ist es wieder soweit: Die Veranstaltung „Palastblühen“ kehrt vom 17. bis 26. April 2026 in den Kunstpalast zurück. Bereits zum dritten Mal verwandeln floristische Kompositionen den Sammlungs-Rundgang in ein lebendiges Gesamtkunstwerk – farbenfroh, duftend und vergänglich schön. Inmitten der Werke aus Malerei, Skulptur, Design und Glas eröffnen Blumenarrangements neue Blickwinkel, schaffen visuelle Korrespondenzen und setzen sinnliche Akzente.

Auch im nächsten Jahr treten Düsseldorfer Floristinnen und Floristen mit ihren Interpretationen in den Dialog mit der Sammlung: Mal augenzwinkernd, mal kontemplativ, mal dramatisch entfalten sie in ihren Arbeiten eine ganz eigene Erzählung. Dabei entstehen temporäre Installationen, die den Raum verwandeln – überraschend, atmosphärisch und stets im Rhythmus der Natur.

Niki de Saint Phalle – Dream Machine

Radikal stellt sich Niki de Saint Phalle (*1930 +2002) mit ihrer Kunst gegen die Diskriminierung von Frauen und erschafft eine neuartige monumentale Inszenierung von Weiblichkeit. Der Kunstpalast zeigt vom 10. September 2026 bis 7. Februar 2027 ihre berühmten Frauenfiguren, Schießaktionen, Happenings, Skulpturen und Filme bis hin zu Modellen von Großplastiken im Landschaftsraum und rückt ihre künstlerische Selbstbehauptung inmitten einer männerdominierten Szene in den Fokus. „Nanas an die Macht!“ – gerade aus heutiger Sicht gleicht Niki de Saint Phalles individuelles künstlerisches Handeln und ihr Anliegen, Geschlechterverhältnisse grundlegend zu verändern, dem einer feministischen Aktivistin, auch wenn sie selbst sich nie als solche bezeichnete.
Die Ausstellung stellt Niki de Saint Phalle ausgewählten Arbeiten ihrer Zeitgenossen gegenüber. Im Dialog mit Künstlerfreunden wie Jean Tinguely, Jasper Johns und Robert Rauschenberg oder Yayoi Kusama und Dorothy Iannone werden Niki de Saint Phalles Haltung sowie ihr nachhaltiger künstlerischer Einfluss umso deutlicher.

Jörg Immendorff

Jörg Immendorff (*1945 +2007) wurde Ende des 20. Jahrhunderts weltweit als einer der bedeutendsten deutschen Künstler seiner Generation gefeiert. Als berüchtigter „Malerfürst“ pflegte er ein hartes Image und führte einen kontroversen Lebensstil. Umso überraschender ist es, dass die für Herbst 2026 (25. September 2026 bis 10. Januar 2027) im Kunstpalast geplante Ausstellung die erste umfassende Retrospektive in Düsseldorf ist, wo Immendorff jahrzehntelang studierte, lehrte und arbeitete. Das von dem Nachlass des Künstlers unterstützte Projekt wird alle Phasen seines Schaffens beleuchten, von den Anfängen an der Kunstakademie bis zu den letzten Werken in dem hiesigen Atelier.

Die rund 100 ausgestellten Exponate umfassen großformatige Gemäldeserien, Holz- und Bronzeskulpturen sowie noch nie gezeigte Zeichnungen und Archivmaterial. Neben der Bandbreite seines kreativen Wirkens beleuchtet die Präsentation Immendorffs beharrliche Hinterfragung der Rolle des Künstlers in der Gesellschaft. Die simultane Konfrontation mit gesellschaftlich drängenden politischen Kontexten steht ebenso im Fokus wie die Widersprüche seiner eigenen Person.

Winfred Gaul – Werke aus der Sammlung Kemp

Der Kunstpalast widmet dem Düsseldorfer Künstler Winfred Gaul im Herbst 2026 (15. Oktober bis 7. Februar 2027) eine umfassende Ausstellung. Gezeigt werden rund 120 Gemälde und Papierarbeiten aus der 2011 gestifteten Sammlung von Willi Kemp. Sie bietet einen weitreichenden Überblick über Gauls Werk von 1955 bis 1997 und dokumentiert zugleich den engen Austausch zwischen Künstler und Sammler.

Winfred Gaul (*1928 +2003) prägte die deutsche Nachkriegskunst mit seiner Auffassung der gegenstandslosen Malerei als befreiendem Medium des Neubeginns. Zwischen Offenheit und Strenge, Ausdruck und Zeichen, Heimat und Ferne: Jeder Pinselstrich eröffnete ihm Einsichten in Farbe, Linie, Fläche und deren Zusammenspiel. Der zweifache Documenta-Teilnehmer entwickelte sein Werk zwischen der freien Geste des Informel und der strengen Ordnung geometrischer Formen. Die in der Schau präsentierte Malerei aus einem Zeitraum von über 40 Jahren reicht von spontanen Wischbildern über die signalhaften Verkehrszeichen bis hin zu Spielarten der Farbfeldmalerei – das verbindende Element, die Farbe, entdeckte Gaul bis zu seinem Tod immer wieder neu.

Nähere Informationen: Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf, Telefon: 0211 56642100, E-Mail: info@kunstpalast.de

Die ikonischen Museen des verstorbenen Architekten Frank Gehry

Vor Kurzem ist der amerikanische Architekt Frank Gehry (1929–2025) verstorben. Mit seinem verspielten architektonischen Stil hinterließ Gehry einen wichtigen Eindruck im Erscheinungsbild zeitgenössischer Museen. Er machte sogar Städte damit weltberühmt.

Biografisches und ein Überblick über seine ikonischsten Museen

Frank Gehry wurde 1929 in Toronto, Kanada, als Frank Owen Goldberg geboren, ein Kind jüdischer Einwanderer. Er studierte Architektur an der University of Southern California in Los Angeles und änderte später seinen Namen in Frank Gehry.

In den 1980-er Jahren machte er sich mit ikonischen Gebäuden einen Namen, die alle traditionellen architektonischen Regeln brechen: Regeln über Schönheit, über Materialverwendung und sogar physikalische Regeln über die Schwerkraft. Er hatte eine Vorliebe für glänzendes Metall und Hightech-Kunststoffe.

Als Architekt wurde Gehry vom Dekonstruktivismus beeinflusst, bei dem Gebäude aus einzelnen Elementen errichtet werden. Im Fall von Gehry führte dies zu Fassaden in gestapelten geometrischen Formen, als wäre sein Entwurf als Modell auf dem Boden auseinandergefallen und dann in der falschen Reihenfolge wieder zusammengeklebt worden. 1989 gewann er den Pritzker-Preis, auch bekannt als Nobelpreis für Architektur.

Doch seine expressive Architektur war nicht ohne Kontroversen. So würde er spektakuläre Architektur schaffen und den größenwahnsinnigen Wünschen der Großunternehmen entsprechen. Aber seine Gebäude werden auf der ganzen Welt geliebt. Er hinterließ auch einen wichtigen Eindruck im Prestige zeitgenössischer Museen. Aus klassischen Gebäuden, die Kunst dienen, sind Gehrys Museen zu eigenständigen Kunstwerken hervorgegangen. Nicht, was man im Museum sehen kann, aber das Gebäude selbst ist die Hauptattraktion.

Frank Gehrys Einfluss reichte sogar über seinen Tod hinaus. Im Jahr 2026 – nach einer Bauphase von zwanzig Jahren – wird sein Guggenheim-Museum in Abu Dhabi eröffnet.

Die wichtigsten Museen von Frank Gehry

Vitra Design Museum, Weil am Rhein (1989)

Als Gehry Ende der 1980er Jahre beauftragt wurde, das neue Design Museum für den Möbelhersteller Vitra zu entwerfen, war er bereits ein großer Name in den USA. Mit diesem ersten Gebäude in Europa schafft er sofort eine mächtige Visitenkarte. Das Betongebäude ähnelt am ehesten einer Origami-Konstruktion. Im Inneren bietet der fragmentierte Grundriss spannende Ausblicke zwischen den verschiedenen Ausstellungsräumen. Gehry hat das Museum als Sammlung quadratischer Kisten abgeschafft.

Guggenheim-Museum, Bilbao (1992)

1992 war Bilbao eine graue Industriestadt in einer baskischen Ecke Spaniens. 1993 sieht die Welt eine Stadt voller Reiz und Flair – alles dank des titanverkleideten Guggenheim-Museums. Bei hellem Tageslicht glänzt das Gebäude wie ein Diamant; In der roten Abendsonne sieht es aus wie eine atmosphärische Laterne. Der große Erfolg des Guggenheims zieht Besucher aus aller Welt an und verschafft der Stadt einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Dies ist als der ‚Bilbao-Effekt‘ bekannt. Museen auf der ganzen Welt wollen ebenfalls einen Gehry, um ihr Image zu verbessern.

Fondation Louis Vuitton, Paris (2014)

Mit Baukosten von 126 Millionen Euro ist die Fondation Louis Vuitton in Paris das teuerste und prestigeträchtigste Museum in Gehry. Das Gebäude sieht aus wie ein riesiges Segelschiff mit zwölf wallenden Segeln. Die Fassade besteht aus mehr als zehntausend halbtransparenten Fensterteilen, von denen keiner gleich ist. Hinter der spektakulären Fassade befindet sich eine traditionelle Stapelung von Betonvolumen. Das Museumsgebäude, das von der bekannten Luxusmarke in Auftrag gegeben wurde, wird daher mit gemischten Kritiken aufgenommen. Hat der Gehry-Trick nachgelassen?

LUMA, Arles (2021)

Als Maja Hoffmann, die wohlhabende Erbin der Schweizer Chemiefirma Roche, ein privates Museum für die Familienkunstsammlung errichten lässt, ist es nur logisch, dass sie Gehry fragt. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass er mit einer visuellen Geste ein Museum auf die Landkarte setzen kann. Gehry entwarf einen 56 Meter hohen Turm für das LUMA-Museum in Arles im Süden Frankreichs, der am ehesten einem riesigen Bienenstock ähnelt. Obwohl Gehry sagt, er sei von Vincent van Goghs Gemälde Die Sternennacht aus dem Jahr 1889 inspiriert worden. Die Edelstahlblöcke beziehen sich auf die zerklüfteten Felsformationen der nahegelegenen Hügel, die sich in Cézannes Werk widerspiegeln. Wieder einmal liefert Gehry ein hochkarätiges Museumsgebäude. (Text aus Museumstijdschrift)

Wissenswerte über das Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen (KMSKA)

Sieben Jahrhunderte Kunst: von flämischen Primitiven bis hin zu Expressionisten. Weltbekannte Meister. Die größten und wichtigsten Sammlungen von James Ensor und Rik Wouters. Doch das Königliche Kunstmuseum Antwerpen ist viel mehr als eine international renommierte Kunstsammlung. Das KMSKA ist das einzige flämische Museum mit hochrangigem wissenschaftlichen Status.

Das Team des KMSKA ist nicht nur für die Erhaltung, Verwaltung und Erweiterung der Sammlung verantwortlich, sondern forscht auch wissenschaftlich über die Arbeiten, die verwendeten Techniken, die Farbe, die Bildsprache und vieles mehr. Die gesammelte Erkenntnisse und neue Interpretationen werden mit der Öffentlichkeit geteilt und bereichern so das Wissen der Kunstliebhaber. Die KMSKA arbeitet nach der Charta des ICOM, dem International Council of Museums.

Die Kunst des Sammelns

Wie erstellt man eine Kunstsammlung, die sieben Jahrhunderte umfasst? Und wie entstand das Königliche Museum der Schönen Künste in Antwerpen (KMSKA)? Ein paar Antworten darauf:

Der Beginn einer Sammlung – 1382: Die Gilde des heiligen Lukas

1382 schlossen sich Antwerpens Maler, Bildhauer, Buntglaskünstler, Sticker, Goldschmiede und Silberschmiede in der Gilde des heiligen Lukas zusammen. Namhafte Namen wie Jan Brueghel (1602), Otto van Veen (1603) und Cornelis de Vos (1619) sind alle in den Mitgliedsrollen sowie in der Sammlung der KMSKA enthalten.

Die Gildenmitglieder hielten ihre Treffen und Feste in der „Malerkammer“ ab, die sie auch mit Beispielen ihrer Arbeit schmückten. 1556 zum Beispiel malte Frans Floris Lukas, den Schutzheiligen der Gilde, um die Kammer zu schmücken, und 1633 überreichte Rubens seine Heilige Familie mit einem Papagei mit dem gleichen Zweck.

1663: Gründung der Akademie

Der Maler David Teniers der Jüngere gründete eine Akademie unter der Schirmherrschaft der Gilde St. Luke, um jungen Künstlern einen umfassenden Lehrplan für Geisteswissenschaften, Wissenschaften und Kunst zu bieten. Ihnen wurden die Prinzipien der Perspektive und Architektur beigebracht und sie lernten, Gipsabgüsse zu fertigen und Lebend-Modelle zu zeichnen.

Schnell entstand das Bedürfnis nach zusätzlichem Platz und so belegten die Gilde und ihre Akademie bereits 1664 einen Flügel der Handelsbörse (Handelsbeurs). Die prächtige Innenarchitektur wurde von Jacob Jordaens, Theodor Boeijermans und vielen anderen Mitgliedern zur Verfügung gestellt.

1773 wurde Die Gilde des heiligen Lukas aufgelöst und ihre Kunstsammlung von der Akademie geerbt.

1794: Französische Plünderungen

Truppen des revolutionären Frankreich besetzten 1794 die Stadt und schlossen ihre Kirchen und Abteien. Sie entzogen den religiösen Institutionen ihre Kunstwerke, von denen die wichtigsten nach Paris verschifft wurden, wo sie im Louvre ausgestellt wurden, zusammen mit der Kunst, die aus anderen Ländern gestohlen wurde.

Napoleon gründete das Antwerpener Museum am 5. Mai 1810 durch kaiserliches Dekret und verlegte die Akademie und ihre Sammlung in das leerstehende Franziskanerkloster an der Mutsaardstraat. Die Kirche und ein Teil des Klosters wurden als öffentliche Galerie eingerichtet; und die Akademie befindet sich noch heute dort.

1815: gestohlene Kunstwerke zurückgegeben

Die Werke der flämischen Meister wurden nach der von Napoleon verlorenen Schlacht bei Waterloo wieder zurückgeholt. Ein erheblicher Teil der geplünderten Werke kam am 5. Dezember 1815 mit dem Zug in Antwerpen an. Sechsundzwanzig Gemälde – vor allem von Rubens – wurden in das kürzlich gegründete Akademiemuseum eingeordnet.

Der Katalog von 1817 listet 127 Werke auf – eine kleine Sammlung, aber von höchster Qualität. Der Kern umfasst Werke aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und des gesamten 17. Jahrhunderts mit Rubens als Krönung.

1840: ein großzügiger Ritter

Die Sammlung erhielt 1840 einen großen Schub, als der Kunstsammler und Ritter Florent van Ertborn dem Akademiemuseum künstlerische Juwelen von Jan van Eyck, Rogier van der Weyden, Hans Memling und Jean Fouquet vermachte. Der ehemalige Bürgermeister von Antwerpen hinterließ dem Museum 144 Gemälde.

Van Ertborns Vermächtnis erweiterte und bereicherte so die Sammlung mit Meisterwerken aus dem 14., 15. und frühen 16. Jahrhundert. Es war einer der größten Nachlässe in der Geschichte des Museums.

1851: Akademikermuseum

Das Museum und die Akademie machten im Jahr 1850 die ersten Schritte zur Schaffung einer Sammlung mit zeitgenössischer Kunst. Die Akademie gründete ein „Academic Corps“ und die führenden Künstler, die sich anschlossen, mussten sowohl ein Kunstwerk als auch ein Porträt spenden. Das „Akademikermuseum“, wie es genannt wurde, entwickelte sich stetig zu einer echten Sammlung moderner Kunst mit über 100 Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Drucken. Wichtige Künstler wie Antoine Wiertz, Jean Auguste Dominique Ingres, August Kiss, Alexandre Cabanel und William Adolphe Bouguereau erhielten alle einen prominenten Platz in der „akademischen Galerie“.

1873: eine neue Abteilung für moderne Kunst

Das Museum erwarb 1873 seine ersten Werke lebender Künstler auf dem Antwerpener Salon. Ergänzt wurde die neue Abteilung für moderne Meister durch sechs Gemälde von Künstlern mit Verbindungen zur Akademie. Von da an kaufte das Museum regelmäßig Kunst in offiziellen Salons, wobei die Arbeit mit eher konservativem und patriotischer Charakter bevorzugt wurde.

Ein wahres Kunstmuseum für Antwerpen

1875: Träume von einem neuen Museum

Das Resultat dieses Wachstums war vorhersehbar: Dem Akademiemuseum ging der Platz aus. Auch die Klima- und Brandschutzbehörde meldete Bedenken an. Die Stadt träumte laut über ein neues Kunstmuseum und beschloss 1875, nachdem sie alle Optionen abgewogen hatte, ein Museum auf einem freien Stück Land im Stadtteil Antwerpen Süd zu bauen, in dem einst die spanische Festung stand. Als auch der belgische Staat das Projekt unterstützte, stand der Stadt nichts im Weg.

1877: „Wettbewerb zur Gründung eines Museums der Schönen Künste“

Der Stadtrat von Antwerpen veranstaltete einen Wettbewerb für die Gestaltung eines neuen Museums, aber keiner der Beiträge war völlig überzeugend. Die Stadt lud schließlich die jungen Architekten Jean Jacques Winders und Frans Van Dijk ein, ihre jeweiligen Entwürfe in einem einzigen Plan zu kombinieren. Sie berücksichtigten alle Aspekte von der Größe bis hin zu Funktionalität und Sicherheit.

Das neue Museum würde so eine eigenständige Struktur mit mehreren Galerieräumen erhalten, die sich in ausreichender Höhe über dem Boden befinden. Dies sorgte zum einen für einen sicheren Abstand in Bezug auf die Brandgefahr zwischen der Kunst und dem nahe gelegenen Wohnviertel, zum anderen würden potenzielle Überschwemmungen die Exponate nicht beeinträchtigen. Die Architekten gingen in ihren Planungen auch noch weiter und installierten einen feuer- und bombensicheren Keller in der Mitte des Gebäudes.

In erster Linie war es ein Tageslichtmuseum mit einer Vielzahl von Lichtwinkeln, um Skulpturen und Gemälde optimal zu zeigen. Wandfenster boten einen guten Blick auf die Statuen im ersten Stock, Oberlichter auf die Gemälde im Obergeschoss.

1890: Eröffnung

Nach sechs Jahren Bauarbeiten wurde das neue Museum am 11. August 1890 mit einer groß angelegten Feier von Bürgermeister Leopold De Wael und den Mitgliedern des Stadtrats für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Veranstaltung begann mit einer Zeremonie im Rathaus mit verschiedenen Würdenträgern, Malern und Bildhauern, nach der die Gäste in einer bunten Prozession zum Museum gingen. Bei der Ankunft wurde ihnen ein prächtiges Bankett in dem neuen Gebäude serviert.

1894: ein beschämendes Kapitel in der Geschichte des Museumsplatzes: die Weltausstellung

1894 veranstaltete Antwerpen eine zweite Weltausstellung. Die Kolonialsektion wurde bei dieser Gelegenheit von den Verwaltern des Kongo-Freistaates eingerichtet. Die Kolonie stand zu dieser Zeit am Rande des Bankrotts und Leopold II. und seine Mitarbeiter nutzten die Weltausstellung, um das Image des Projekts aufzupolieren und als Propaganda für die Kolonialpolitik zu nutzen. Der vergrößerte Kolonialteil bestand aus einem Kongo-Pavillon, einem Diorama und dem Wiederaufbau eines kongolesischen Dorfes, die sich alle auf dem Platz vor dem KMSKA (das heute Leopold De Waelplaats) befanden. 144 Menschen aus dem Kongo sollten das künstlich geschaffene Dorf bevölkern. Tagsüber hatten sie die Aufgabe, mit Aktivitäten wie Korbweben, Metallarbeiten, Musik und Schnitzen die Besucher zu unterhalten. Nachts schliefen sie in Militärkasernen. Diese erniedrigenden Bedingungen hatten schlimme Folgen, da das Projekt den Beteiligten einen schweren körperlichen Tribut abforderte: 44 von ihnen erkrankten infolge der Seereise oder ihres Aufenthalts in Antwerpen, und sieben von ihnen starben. Bitio, Sabo, Isokoyé, Manguesse, Binda, Mangwanda und Pezo, alle zwischen 17 und 31 Jahre alt, wurden auf dem Friedhof Schoonselhof der Stadt begraben.

1905: Der Triumph der Kunst und der Kunst der Gegenwart

1905 wurden ein Dutzend Männer beschäftigt, um Thomas Vinçottes Streitwagen auf das Dach des Museums zu heben. Mit einem Team von zwei Pferden und einem Wagenlenker pro Stück sollten sie den Triumph der Kunst symbolisieren. Seit dieser Zeit ist er das Wahrzeichen des Museums.

Auch die Familie Franck spielte eine wichtige Rolle beim Wachstum der Sammlung moderner Kunst. Als zentrale Figur gründete François Franck 1905 den Verein Kunst van Heden (Art of Today) und 1925 die Freunde der Moderne. Er ermutigte alle in seinem Netzwerk, Kunst zu kaufen und an das Museum zu spenden. Durch Einkäufe und Spenden bereicherte das Museum seine Sammlung mit wichtigen modernen Kunstwerken: vom belgischen Impressionismus bis zum flämischen Expressionismus – unter anderem mit so bekannten Namen wie James Ensor und Gustave Van De Woestyne, Ossip Zadkine und Marc Chagall.

Krieg und Renovierung

1914: Der Erste Weltkrieg

Das Museum reagierte sofort auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, von dem Belgien früh betroffen war. Das Gebäude und seine Gärten wurden geschlossen und das Personal brachte alle Kunstwerke in den bombensicheren Keller. Auch Kirchen und andere öffentliche Einrichtungen konnten dort ihre künstlerischen Schätze lagern. Ursprünglich war geplant, dass ein Feldkrankenhaus in den jetzt leeren Galerien eingerichtet werden sollte, aber am Ende nutzten die Mitarbeiter des Museums die Gelegenheit, das Innere zu sanieren. Gerade rechtzeitig, weil die deutschen Besatzer die Erlaubnis erteilten, das Museum 1915 wieder zu öffnen. Geöffnet wurde nur die Abteilung für moderne Kunst, die alten Meister blieben sicher im Untergeschoss.

1925: Museum zu klein

Die Entwicklung des Gebäudes war seit jeher eng mit dem Wachstum der Sammlung des Museums verbunden. In weniger als 40 Jahren seit seiner Eröffnung war das Museum bereits zu klein und vier Innenhöfe wurden überdacht, um zusätzliche Galerieräume zu schaffen. Die Innenfenster wurden entfernt und die Galerien sahen nun wie ein moderner Museumsraum aus.

1940: Das Museum im Zweiten Weltkrieg

Ein sicherer Keller benötigt einen voll entwickelten Notfallplan, um wirklich sinnvoll nutzbar zu sein. Von Anfang an wurde das Museum mit Falltüren im Boden der zentralen Galerien entworfen, damit Kunstwerke im Notfall sicher in den Keller gehievt werden können. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, brachten die Museumsmitarbeiter wieder zahlreiche Gemälde in den unterirdischen Schutzraum.

Das bedeutete aber nicht, dass es keine Bedrohung mehr gab. Um 9.45 Uhr am Morgen des 13. Oktober 1944 landete die erste deutsche Flugbombe auf Antwerpen, direkt neben dem Museum. 32 Menschen wurden getötet und das Museum und einige seiner Kunstwerke wurden schwer beschädigt. Es dauerte Jahre, um den Schaden zu reparieren, der während des Krieges entstanden war.

Der erste Blockbuster

1976/77: Rubens Jahrgang

1977 veranstaltete Antwerpen eine grandiose „Rubens Year“-Feier, an der sich viele Unternehmen und Institutionen der Stadt beteiligten. Ein großes Glück, denn das Gebäude war in die Jahre gekommen und es war nicht möglich, die Besucher würdig begrüßen zu können. So gab es in den Galerien zum Beispiel keine elektrische Beleuchtung. Die Renovierungsarbeiten begannen am 3. August 1976.

Ein Jahr später war das Museum bereit für die umfangreichsten und vielfältigsten Initiativen des Rubens-Jahres. Das Publikum reagierte begeistert auf die Ausstellung und die Sanierung. Insgesamt 625.000 Besucher kamen, was die Veranstaltung zu einem echten Blockbuster machte, auch nach heutigen Maßstäben.

1989: Werke von Rik Wouters

1989 schenkten Baron Ludo van Bogaert und seine Frau Marie-Louise Sheid ihre umfangreiche Sammlung von Werken von Rik Wouters an die KMSKA: 13 Gemälde, acht Skulpturen und 36 Zeichnungen und Aquarelle. Neben der weltweit bedeutendsten Ensor-Sammlung verfügt das Museum mittlerweile auch über die größte Sammlung von Rik Wouters.

1999: Ein Stadtplatz mit Kunst

Das Museum steht optisch gesehen auf einer Insel. Das bewog den Stadtrat, den Platz vor dem Museum von den Architekten Paul Robbrecht und Hilde Daem in Zusammenarbeit mit Marie-José van Hee neu gestalten zu lassen. Eine Skulptur von Josuë Dupon und vier Köpfe von Rodin aus dem ehemaligen Loos-Denkmal bieten dort einen Vorgeschmack auf die Kunst im Inneren. Eine Bank von Ann Demeulemeester lädt dazu ein, sich zu treffen und sich das Werk „Deep Fountain“ von Cristina Iglesias anzuschauen.

Zukunftsweisende Größe

2003: ein Masterplan für das KMSKA

Der flämische Regierungsarchitekt Bob Van Reeth rief dazu auf, einen Masterplan für die KMSKA zu erstellen. Der Auftrag war, das Museumsgebäude entsprechend den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts zu erneuern.

Im Jahr 2006 wurde das Büro KAAN Architects of Rotterdam beauftragt, diesen Plan umzusetzen. Das Unternehmen entschied sich für eine beeindruckende Verjüngungskur von einem Museum aus dem neunzehnten Jahrhundert zu einem, das fest auf die Zukunft ausgerichtet ist.

2011: Großsanierung

Die jüngste Renovierung begann im Herbst 2011, um den Masterplan von KAAN Architects in die Praxis umzusetzen. Das historische Gebäude hat seine Größe wiedererlangt, während im Kern ein brandneuer Museumsbau eingefügt wurde. Das räumliche Erleben und das Spiel des Lichts im Neubau sind überwältigend.

Nachtrag zum Thema KMSKA und Kolonialismus

Ein Blick auf die Kolonialgeschichte des KMSKA

Im Vorfeld der Wiedereröffnung untersuchte die KMSKA ihre kolonialen Verbindungen. Insbesondere betrachtete das Museum die Finanzierung aus dem Kongo und den Menschenzoo auf dem Museumsplatz. Außerdem wurden einige koloniale Handlungsstränge innerhalb der Sammlung entworfen. Hier die wichtigsten Ergebnisse und Erläuterungen über die Ambitionen für die Zukunft:

Thema Koloniale Finanzierung

Im Sommer 2020 projizierte eine Aktionsgruppe den Schriftzug „Bezahlt mit kongolesischem Blut“ auf das Museumsgebäude. Dies war eine Einladung an das Museum, das Thema Koloniale Finanzierung genauer zu betrachten. Untersucht wurden sowohl das Gebäude als auch die Sammlung. Die Ergebnisse widersprechen einer kolonialen Finanzierung des Museumsgebäudes. Diese konnte nur in begrenztem Umfang für die Sammlung entdeckt werden.

Gebaut mit Blutgeld?

König Leopold II. (*1835–+1909) nutzte große Geldsummen aus dem Kongo, um Bauarbeiten in Belgien zu finanzieren. In den letzten Jahren ist das öffentliche Bewusstsein für dieses Phänomen gewachsen. Ein bekanntes Beispiel ist das Königliche Museum für Zentralafrika (RMCA) in Tervuren, heute auch als AfricaMuseum bekannt. Dieses wurde auf direkten Impuls von Leopold II. mit Mitteln des Kongo-Freistaats errichtet.

Oft wurde der Eindruck erweckt, dass das KMSKA eine ähnliche Geschichte hat. Das scheint nicht der Fall zu sein. Die Stadt Antwerpen und der belgische Staat teilten die für den Bau des Museums benötigten 2 Millionen belgischen Franken gleichmäßig. Die Chronologie des Projekts legt nahe, dass Stadt und Staat diese Mittel nicht aus dem Kongo bezogen haben.

Der Bau des Museums wurde 1875 genehmigt und begann 1884. Das Gebäude wurde 1890 fertiggestellt. Der Kongo-Freistaat wurde 1885 gegründet, aber die Kolonie generierte erst nach steigender Nachfrage nach Kautschuk um 1895 Einnahmen für den belgischen Besatzer. Leopold II. und Kronprinz Baudouin (1869–1891) erhielten am 25. Juli 1890 eine Vorschau auf das neue Museum. Zu dieser Zeit war der Monarch bereits für die brutale Unterdrückung im Kongo verantwortlich, aber die Kolonie hatte ihm noch keine großen Gewinne gebracht. Zum Vergleich: Das erste Museumsgebäude in Tervuren stammt aus dem Jahr 1897, und ein größerer Komplex wurde 1908/10 errichtet.

Koloniale Spenden für die Sammlung?

Die belgischen Besatzungstruppen betrachteten den Kongo als Kolonie und versuchten, so viel Reichtum wie möglich aus der Kolonie zu gewinnen. Infolgedessen gehörten belgische Kolonialgesellschaften zu den profitabelsten Unternehmen der Welt, während der Kongo mit einem schweren Erbe belastet war. Leopold II. bezog Antwerpener Unternehmer von Anfang an in das koloniale Projekt ein. Sie teilten sich daher frühzeitig den Gewinn.

Zwischen 1815 und heute wuchs die Sammlung des Museums durch Spenden, Vermächtnisse und Ankäufe von 241 auf 5500 Objekte. Mit 1742 Stücken machen Spenden und Vermächtnisse ein Sammlungswachstum von etwa 39 Prozent aus. Unter den Spendern finden sich einige Familien mit bekannten kolonialen Verbindungen wie Osterrieth, Grisar und Franck. In Zusammenarbeit mit einem Expertenteam bewertete das Museum, welche einzelnen Spender im Kongo politisch aktiv waren oder im kolonialen Handel tätig waren.

Nicht alle Mitglieder der genannten Familien können mit dem Kongo in Verbindung gebracht werden. François Franck, der dem Museum 27 Werke schenkte, war im Bereich Antiquitäten und Innenarchitektur aktiv. Außerdem besaßen die genannten Familien oft schon ein Vermögen vor Beginn der Kolonialzeit. Dies ermöglichte es beispielsweise Felix Grisar, 1879 zwei Gemälde zu spenden, noch vor der Gründung des Kongo-Freistaats.

57 Werke von achtzehn verschiedenen Spendern wurden möglicherweise oder wahrscheinlich mit kolonialen Geldern finanziert. Das entspricht 3,3 Prozent aller Werke im Museum. Der größte Teil davon besteht aus 16 Werken, die Arthur Van Den Nest nach 1895 gestiftet hat. Van Den Nest war ein führender Politiker in Antwerpen und Vorsitzender der Anglo-Belgian India Rubber Company (ABIR). Dieses Unternehmen war ein bedeutender Akteur im Kautschukbergbau, hatte enge Verbindungen zu Leopold II. und setzte Zwangsarbeit und Gewalt im Kongo ein.

Die KMSKA wird vom Kongo subventioniert?

Die KMSKA, heute eine autonome Behörde innerhalb der flämischen Regierung, war während der Kolonialzeit eine belgische Institution. Verwaltungstechnisch unterstand das Museum zunächst dem Ministerium für Kunst und Wissenschaften (1890 – 1932) und später der öffentlichen Bildung (1932 – 1960). Zwischen 1890 und 1960 kaufte das Museum 1797 Werke über Regierungshaushalte. Außerdem waren die Mitarbeiter von 1930 bis 1960 Beamte des belgischen Staates.

Die kongolesische Staatskasse finanzierte während der Zeit des Belgischen Kongo (1908 – 1960) direkt eine Reihe belgischer Kolonialinstitutionen, wie das RMCA, das Kolonialministerium, das Kolonialkolleg und das Tropeninstitut. Andere föderale Institutionen wie das KMSKA erhielten Subventionen aus der belgischen Staatskasse.

Obwohl das Gewicht der kolonialen Aktivitäten auf der belgischen Staatskasse schwer zu quantifizieren ist, deutet der aktuelle Forschungsstand darauf hin, dass man es nicht überschätzen sollte. Berechnungen im Vorfeld der kongolesischen Unabhängigkeit schätzten den kolonialen Anteil der belgischen Steuereinnahmen auf 3,6 Prozent. Es wird allgemein angenommen, dass die größten kolonialen Gewinne an Banken, Unternehmen und private Vermögen flossen. Der Kauf der Werke für die KMSKA wurde daher möglicherweise mit Geldern aus dem Kongo durch Subventionen finanziert, jedoch nur in begrenztem Maße.

Menschlicher Zoo auf dem Museumsplatz

Der nächste Teil behandelt – wie schon erwähnt -eine dunkle Seite in der Geschichte des Museumsplatzes: den Me nschenzoo, der Teil der Weltausstellung 1894 war. Hier wurden 144 Menschen aus dem Kongo ausgestellt, von denen sieben ihr Leben verloren. Die Weltausstellung und die Rolle der KMSKA darin werden nacheinander erklärt.

Vorgeschichte

In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts waren Weltausstellungen ein internationales Phänomen. In mehreren europäischen Ländern feierten sie die Industrialisierung und den internationalen Handel, der oft von Imperialismus und Kolonisierung begleitet wurde. Die teilnehmenden Länder zeigten ihre Verdienste in verschiedenen Abschnitten.

Zwischen 1885 und 1958 war Belgien Gastgeber von elf Weltausstellungen, von denen drei in Antwerpen stattfanden. Die Antwerpener Ausgaben von 1885 und 1894 fanden im Süden statt. Dieser Stadtteil ist heute ein wesentlicher Teil der Stadt, befand sich aber damals noch in voller Entwicklung. Der neue Bezirk wurde mit Weltausstellungen hervorgehoben. Eine eigens gegründete Aktiengesellschaft, die enge Verbindungen zur Antwerpener Geschäftswelt und zum Stadtrat von Antwerpen pflegte, war für die Organisation verantwortlich.

Die erste Weltausstellung in Antwerpen fand 1885 statt, dem Jahr, in dem der Kongo-Freistaat gegründet wurde. Die Mitarbeiter von Leopold II. nutzten das Ereignis sofort als Propagandainstrument. In der großen zentralen Ausstellungshalle wurden die Investoren durch die Präsentation von Rohstoffen aus dem Kongo angesprochen. Die Royal Geographical Society (KAGA) richtete einen separaten Kongo-Pavillon ein. Die Vereinigung wurde auf Veranlassung von Leopold II. gegründet und stellte oft geplünderte kongolesische Gegenstände aus. Der Pavillon befand sich am Vlaamse Kaai in der Nähe des Waterpoorts.

Draußen vor dem Kongo-Pavillon ließ die KAGA eine Hütte aufbauen, wie sie im Kongo üblich waren. Zwölf Kongolesen wurden hergebracht, um für ein westliches Publikum zu posieren. Menschliche Zoos, in denen „das andere“ als Objekt ausgestellt wurde, hatten eine längere Tradition. Seit den Ausgaben in Paris (1878), Amsterdam (1883) und Antwerpen (1885) wurden sie zu einem regelmäßigen Bestandteil von Weltausstellungen. Nicht-westliche Völker wurden hier entmenschlicht und in einen primitiven Rahmen gestellt. Mit dieser Strategie legitimierte der Westen seine Kolonisierungs-Praktiken. Im Jahr 1885 zog der Kongo-Pavillon bis zu 15.000 Besucher pro Tag an.

Weltausstellung 1894

1894 organisierte Antwerpen eine weitere Weltausstellung. Die Verwaltung des Kongo-Freistaats richtete die koloniale Abteilung ein. Zu dieser Zeit stand die Kolonie kurz vor dem Bankrott. Leopold II. und sein Team nutzten die Gelegenheit der Weltausstellung, um das Image zu verbessern und Propaganda für das Projekt zu betreiben. Der erweiterte koloniale Bereich bestand aus einem Kongo-Pavillon, einem Diorama und einem rekonstruierten kongolesischen Dorf. Und das alles auf dem Platz vor der KMSKA, heute Leopold de Waelplaats.

Der monumentale Kongo-Pavillon bot einen breiten Überblick über koloniale Aktivitäten. Besucher konnten hier kongolesische Kunst und Utensilien, koloniale Waren und Werke zeitgenössischer belgischer Künstler in kongolesischem Elfenbein betrachten. Ein Diorama tauchte die Besucher in Ausblicke auf den Kongo ein, gemalt von Henri Langerock (*1830 – +1915). Im Pavillon wurde von den Organisatoren auch das Märchen verbreitet, dass der Kongo von Leopold II. vom Joch der Araber befreit wurde, eine Erzählung, die der belgische Staat lange Zeit fördern würde.

Diesmal stand nicht eine einzige Hütte vor dem Kongo-Pavillon, sondern ein echtes ‚Dorf‘, für das 144 Kongolesen als Ausstellungsobjekt umgesetzt wurden. Tagsüber mussten sie vor den Besuchern Aktivitäten wie Korbflechten, Metallarbeiten, Musik verrichten und Skulpturen schnitzen. Nachts schliefen sie in Militärkasernen. Das war erniedrigend. Das Projekt forderte auch eine schwere physische Belastung für die Teilnehmer. 44 Kongolesen wurden infolge der Bootsfahrt oder ihres Aufenthalts in Antwerpen krank. Sieben von ihnen verloren ihr Leben: Bitio, Sabo, Isokoyé, Manguesse, Binda, Mangwanda und Pezo. Sie waren alle zwischen 17 und 31 Jahre alt und sind auf dem Schoonselhof begraben.

Rolle des KMSKA

Es stellt sich die Frage, wielche Rolle das KMSKA bei der Weltausstellung 1984 spielte.

Auf der Karte der Weltausstellung ist das Museum als ‚Aquarium‘ gekennzeichnet. Auf einem Foto des falschen Dorfes sieht man rechts vor dem Museumsgebäude ein Schild, das den Eingang anzeigt. In den Kellern konnten tropische Fische in speziell gebauten Aquariums beobachtet werden. Die Rahmen von zwei davon sind bis heute erhalten geblieben. Die Keller der KMSKA waren daher Teil der Weltausstellung.

Es gab auch einen Plan, die oberen Räume in die Veranstaltung einzubeziehen. Baron de Vinck-de Winnezeele schlug vor, dort zeitgenössische Elfenbeinskulpturen auszustellen. Der Museumsvorstand lehnte aus logistischen Gründen ab. In den Räumen, die der Baron im Sinn hatte, hatte das Museum bereits Radierungen von Rubens‘ Werk gezeigt. Deshalb wurde der Programmteil in den Kongo-Pavillon verlegt.

Letztere Geschichte zeigt, dass die Initiative zur Beteiligung der KMSKA an der Weltausstellung außerhalb des Museums gestartet wurde. Ein Brief des Museums an die Stadt Antwerpen macht deutlich, dass es eigentlich nicht bereit war, Platz für die Aquarien anzubieten. In dem Brief beschwerten man sich die sich über den starken Gestank und wies auf Lecks hin, die dauerhafte Schäden verursachen könnten.

Die KMSKA stand daher nicht an der Spitze der Weltausstellung, die von einer Aktiengesellschaft mit Unterstützung des Antwerpener Stadtrats organisiert wurde. Der Aufbau des Menschenzoos wurde ebenfalls von der Verwaltung des Kongo-Freistaats unter der Leitung von Leopold II. übernommen. Dennoch ist der menschliche Zoo Teil der Geschichte der KMSKA.

Weniger saubere Geschichten

Ein Museum erzählt Geschichten. Es ermöglichen es, ausgestellten Kunstwerken, miteinander in Dialog treten zu lassen und die Sammlung auf verschiedenen Wegen zu interpretieren. Wer das macht, trifft Entscheidungen. Der erste Reflex ist oft, die weniger schönen Geschichten unbesprochen zu lassen.

Auch die Kolonialgeschichte zeigt sich in der Sammlung des KMSKA, aber dieser Aspekt wurde bisher nie richtig herausgearbeitet. Folgende Ausführungen liefern einen ersten Anstoß dafür. Manchmal werden Stücke, die lange im Depot waren, ins Rampenlicht gerückt. Manchmal werden Objekte in der Galerie durch eine andere Linse betrachtet. Ziel ist es, auf die Vernetzung der Vergangenheit von KMSKA, Antwerpen und Kongo aufmerksam zu machen. Ungeschminkt.

Die „Diana“ von Dupon ist das einzige der dazugehörigen Werke, das derzeit ausgestellt ist und eine Textbeschriftung hat. Das Museum hat bereits den kolonialen Hintergrund dieses Werks in der Galerie erklärt.

Kongo-Freistaat (1885–1908)

Hinweise auf eine koloniale Geschichte befinden sich manchmal in einer unerwarteten Ecke. Der De Keyser Room und die dortige monumentale Treppe sind ein Beispiel dafür. Zu sehen sind eine große Serie von Gemälden von Nicaise De Keyser (1813–1887), die der Antwerpener Künstler gemalt hat. Insgesamt wurden 175 verschiedene Porträts von ihm in das Museum aufgenommen. Das von Leopold II. über der Tür am Treppenabschlag erregt daher nicht sofort Aufmerksamkeit.

Es diente ursprünglich auch nicht als koloniale Propaganda. De Keyser fertigte seine Serie 1872 für die Akademie der Schönen Künste Antwerpen an, wo sich ursprünglich die Sammlung des KMSKA befand.

Zu dieser Zeit war Leopold II. nicht König des Kongo-Freistaats, sondern nur von Belgien. Heute wird das Porträt des Monarchen verständlicherweise mit seiner Kongo-Politik in der öffentlichen Erfahrung identifiziert. Von 1885 bis 1908 war der Kongo-Freistaat Privateigentum von Leopold II. Seine autokratische Herrschaft war geprägt von Gewalt und Zwangsarbeit. Der König, seine Nachkommen und später der belgische Staat nutzten Kunst und Kultur, um die Politik in der Kolonie zu verherrlichen. Einige Objekte und Künstler in unserer Sammlung stehen in Verbindung mit diesen Projekten.

Ein Beispiel ist Thomas Vinçotte (*1850 +1925). Er schuf viele Bilder des belgischen Monarchen, darunter eine Büste, die sich heute im Depot befindet. Der Künstler erhielt außerdem mehrere Aufträge für Werke, die Leopold II.s Kongopolitik billigten. 1912 entwarf er das Denkmal für die Pioniere des Belgischen Kongo für den Cinquantenaire-Park in Brüssel. Damit wurde versucht, die Kolonisierung des Kongos, die schon damals bereits einen zweifelhaften Ruf hatte, als ein Werk der Zivilisation darzustellen. Auch hier wurde die Geschichte wiederholt, dass Belgien die Kongolesen durch die Kolonisierung von den Arabern befreit habe.

Die beiden charakteristischen Streitwagen an der Fassade der KMSKA wurden ebenfalls von Vinçotte entworfen. 1905 fertigte Vinçotte zusammen mit dem Bildhauer Jules Lagae eine weitere bekannte Kutsche an. Sie krönt die zentrale Arkade des Triumphbogens im Cinquantenaire-Park in Brüssel. Leopold II. ergriff die Initiative für dieses Denkmal und finanzierte es unter anderem mit kongolesischen Mitteln.

Emile Vloors (*1871 +1952) arbeitete ebenfalls am Triumphbogen. In den 1920-er Jahren entwarfen er und fünf weitere Künstler eine Serie von 36 Mosaiken für die Kolonnade um die zentrale Struktur. Das Thema war ‚die Verherrlichung des friedlichen und heldenhaften Belgien‘. Die Künstler ließen daher die bekannten kolonialen Brutalitäten, die den Bau des Komplexes ermöglichten, aus dem Bild heraus. Vloors entwarf die sechs Szenen, die vom ‚intellektuellen Leben‘ der Nation im Cinquantenaire-Park sangen.

Das Bild Leopolds II. taucht regelmäßig in einem weniger bekannten Teil der Sammlung auf, der Medaillensammlung. Dieser wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts errichtet, um bedeutende Persönlichkeiten und Ereignisse zu würdigen. Heute befinden sich alle Medaillen im Depot.

Eine bemerkenswerte Medaille des Monarchen in diesem Zusammenhang ist die von Fernand Dubois. Sie wurde 1894 für den Kongo-Pavillon auf der Weltausstellung jenes Jahres geprägt. Für einen zeitgenössischen Betrachter ruft die Medaille vor allem die Verbindung zum Menschenzoo und seinen sieben Todesfällen hervor. Als die KMSKA dieses Stück innerhalb einer Erinnerungskultur erwarb, war dies offenbar nicht der Fall.

Im Jahr 1900 passierten 336 Tonnen kongolesisches Elfenbein den Hafen von Antwerpen. Leopold II. legte gerne Elfenbein als Material für Skulpturen vor, was Josuë Dupon (1864–1935) auch mit seiner „Diana“ verwendete. Die Tatsache, dass Elfenbein als Ware im Kongo enormes Tierleid und Konflikte verursachte, ist die grausame Kehrseite von Dupons anmutiger Skulptur. Dupon gehörte einem ausgewählten Club von Bildhauern aus dem Monarchenkreis an. Er war Schüler von Vinçotte und ein guter Freund von Lagae.

Belgischer Kongo (1908–1960)

Wegen der Gräueltaten übernahm Belgien 1908 unter internationalem Druck den Kongo-Freistaat. Von da an überwachte das Kolonialministerium das Gebiet von Brüssel aus. Eine neue Kolonialcharta verbot Zwangsarbeit, doch diese Praxis wurde fortgeführt.

Die Erben von Louis Franck (*1868 +1937), dem zweiten Minister der Kolonien, spendeten sein Porträt von Walter Vaes (*1882 +1958). Neben seinem politischen Amt war Franck eng in den Betrieb der KMSKA eingebunden. Er war Mitglied des Museumsausschusses und auch Mitglied von Vereinigungen wie Kunst van Heden, die zeitgenössische Kunst förderten.

Einige Werke mit Anklänge an kongolesische Kunst stammen ebenfalls aus der Zeit des Belgischen Kongo. Künstler einer früheren Epoche – wie Vinçotte und Dupon – entsprachen klassischen europäischen Schönheitsidealen. Später fanden sie oft Inspiration in anderen Kulturen. Afrikanische Masken zum Beispiel revolutionierten Picassos visuelle Sprache.

Für belgische Künstler war der Kongo das natürliche Tor zu neuen Formen. Sie mussten dafür nicht nach Kongo reisen. Seit 1897 gab es in Tervuren ein Kolonialmuseum. 1910 erhielt das spätere Royal Museum for Central Africa (RMCA) ein großes neues Gebäude für die wachsende Sammlung von Masken, Skulpturen, Waffen und Utensilien, die oft aus dem Kongo gestohlen wurden. Der Bildhauer Oscar Jespers (*1887 +1970) ließ sich durch Besuche dieser Sammlung inspirieren. Der Haarabschnitt einer Holzskulptur des Kongolesen Luba könnte das Werk „The Cape“ inspiriert haben.

Das RMCA zeigte auch Werke belgischer Künstler, darunter das von Jespers. 1922 schuf er auf Wunsch des Kolonialministeriums, das damals unter der Leitung von Franck stand, das Werk „Schwarze Frau mit Krug“ für die Sammlung. Das war eine wichtige Aufgabe für Jespers. Er erhielt 30.000 belgische Francs für die Bronzestatue, eine enorme Summe für ein damals Kunstwerk. Das Geld stammte aus der kongolesischen Staatskasse.

Der Maler Floris Jespers (*1889 +1965), Oscar Jespers Sohn, hielt sich in den 1950-er Jahren mehrmals im Kongo auf. Dies bedeutete einen Wendepunkt in seinem späten Werk. Kongolesische Figuren wie „African Woman“ spielen darin die Hauptrolle. Sein neues Werk konnte in Belgien auf viel Applaus hoffen. Jespers erhielt außerdem mehrere Aufträge für Wandgemälde in öffentlichen Gebäuden im kolonialen Kongo; und im Auftrag des Kolonialministeriums schuf er ein großes Gemälde für den Kongo-Pavillon auf der Expo ’58, der letzten belgischen Weltausstellung, in der ein menschlicher Zoo gezeigt wurde.

Die Briefe von Floris Jespers zeugen von einem Gefühl der Überlegenheit gegenüber dem kongolesischen Volk, das unter den Kolonialvölkern verbreitet war. Dennoch betrachtete Jespers den Kongo und seine Kunst als Teil seiner künstlerischen Persönlichkeit. Er eignete sich das Land an. Wörtlich. Laut einem Zeitungsartikel, der zum Zeitpunkt seines Todes erschien, wurde Jespers auf dem Schoonselhof in Antwerpen auf kongolesischem Boden beigesetzt, den er mitgenommen hatte.

Schließlich gibt es noch zwei afrikanische Stücke, die Teil der KMSKA-Sammlung sind. Sie wurden von den Erben von Camiel Huysmans (*1871 +1968), dem sozialistischen Bürgermeister von Antwerpen, vermacht. Huysmans besuchte 1951 den Kongo. Er könnte damals die Ebenholzskulptur eines Frauenkopfes mitgebracht haben. Diese Figur wurde in großen Stückzahlen für den europäischen Markt hergestellt.

Nähere Informationen: KMSKA, Leopold de Waelplaats 1, 2000 Antwerpen, Telefon +32 32247300, E-Mail: hello@kmska.be

Museum Hilversum wird zum Fotomuseum Hilversum

Seit dem 2. Dezember 2025 wird das Museum Hilversum als Fotomuseum Hilversum weitergeführt. Das Museum selbst bezeichnet dies natürlich nicht als Kurswechsel, sondern als klare Profilierung. Schließlich legte das Museum bereits den Schwerpunkt auf zeitgenössische Fotografie und hat ein Programm, das eng mit der sozialen Debatte um die visuelle Kultur verbunden ist.

Hilversum Media City

Das Fotomuseum Hilversum baut auf der reichen Mediengeschichte der Stadt auf. In einer Umgebung, in der Bilder täglich erstellt und geteilt werden, möchte das Museum ein Ort sein, an dem sowohl Fachleute als auch ein breites Publikum zusammenkommen. Mit Schwerpunkt auf Nachrichtenfotografie, dokumentarischen visuellen Geschichten und zeitgenössischer visueller Kultur bietet das Museum etwas, das in unserer schnelllebigen Bildgesellschaft immer seltener wird: Verlangsamung, Kontext und Raum, um wirklich zu schauen.

Fotojournalismus, Pressefreiheit und Dialog

Das Fotomuseum Hilversum zeigt, wie Bilder entstehen, zirkulieren und Bedeutung gewinnen und warum das wichtig ist. Gemeinsam mit langjährigen Partnern wie der Stichting Zilveren Camera und World Press Photo betont das Museum die Bedeutung von Fotojournalismus, Pressefreiheit und Dialog, um unser Verständnis der Welt und der Menschen um uns herum zu vertiefen.

Flooded

„In unserer heutigen Gesellschaft werden wir ständig mit Bildern überflutet. Im Fotomuseum Hilversum können Sie heute mehr über die Rolle der Fotografie erfahren“, sagt Direktorin Fleur van Muiswinkel und stellt sich unter anderem die wichtige Frage: „Welchen Wert hat die Fotografie in einer Zeit, in der KI eine immer wichtigere Rolle spielt? Unser Museum bietet neue Perspektiven.“

Neues Logo

Das neue Logo wurde von der multidisziplinären Designagentur LMNOP entworfen. Sie ließen sich von den Deckenmalereien aus dem 19. Jahrhundert im historischen Teil des Museums inspirieren. An der Decke befindet sich eine Kompassrose, die auf die umliegenden Gemeinden hinweist. Diese Verbindung zur Welt um sie herum ist nach wie vor zentral für den Betrieb des Museums – genauso wie zu Zeiten des ehemaligen Rathauses, so die Pressemitteilung des Museums.Die Enthüllung der neuen visuellen Identität und die Bekanntgabe des neuen Namens fand am 2. Dezember statt.Seitdem gibt es unter dem Begriff FotomuseaNederland sechs Fotomuseen. Neben dem Fotomuseum Hilversum sind es das Nederlands Fotomuseum in Rotterdam (wiedereröffnet im Februar), das Foam in Amsterdam, das Huis Marseille in Amsterdam, das Fotomuseum aan het Vrijthof in Maastricht und das Fotomuseum Den Haag.

Nähere Informationen: Fotomuseum Hilversum, Kerkbrink 6, 1211 BX – Hilversum, Telefon 035 6292826, Internet: http://www.fotomuseumhilversum.nl

“Haus aus Fasern” im Textielmuseum Tilburg

„Willkommen im ‚Haus der Faser‘! Kommen Sie herein und entdecken, wie LGBTQIA+-Künstler seit Generationen mit Textilien als künstlerisches Medium arbeiten. In diesem farbenfrohen, warmen und skurrilen Haus können Sie Sie selbst sein. Es ist ein besonderer Ort, aufgebaut aus Fäden von und für die queere Community. Fühlen Sie sich wie zu Hause und entdecken, wie Textilien Geschichten von Verbundenheit, Verlust und Widerstand erzählen“ – mit diesen Worten macht das Textielmuseum Tilburg auf eine Ausstellung aufmerksam, die dort noch bis zum 15. März 2026 zu sehen ist.

Über die Ausstellung

“Haus aus Fasern” ist das Ergebnis eines einzigartigen Ko-Erstellungsprozesses. Die Museumsmacher wollten eine Ausstellung über die Rolle von Textilien in der Arbeit von Künstlern aus der LGBTQIA+-Community schaffen, und diese Geschichte wird natürlich am besten von queeren Künstlern selbst erzählt. Deshalb wurden nach einem offenen Aufruf Nixie van Laere, Célio Braga, Chathuri Nissansala und Yamuna Forzani eingeladen, diese Ausstellung mit dem Textielmuseum zu gestalten.

Inspiriert von der Sammlung des Museums und den Werken queerer Künstler aus Vergangenheit und Gegenwart wurde gemeinsam eine Ausstellung geschaffen, in der Textilien als Medium und Metapher für Verbindung, Verlust und Widerstand dienen. “Haus aus Fasern” zeigt nicht nur, wie heutige Künstler Textilien in ihrer Arbeit verwenden, sondern bietet auch eine historische Perspektive. Schließlich haben Textilien schon immer eine Rolle bei der Suche nach einer eigenen Identität, bei der Bildung von Gemeinschaften und im Widerstand gegen etablierte (Geschlechts-, sexuelle und intersektionale) Normen gespielt. Diese Ausstellung richtet sich an alle, die mehr über “Queerness”, die Kraft narrativer Textilien und die Beziehung zwischen beidem erfahren möchten.

Zu sehen sind Werke von Damien Ajavon, Walter Van Beirendonck, Harry Boom, Melanie Bonajo und Théo Demans, Célio Braga, Emmanuel Cortes, Afra Eisma, Angelica Falkeling, Yamuna Forzani, Bart Hess, HIV vereniging afdeling Brabant, Ton of Holland, Theodorus Johannes X Connective tissue community, Marcos Kueh, Nixie Van Laere, Lize Maekelberg, Dakota Magdalena Mokhammad, Regula Maria Müller, Chathuri Nissansala, Ada Maricia Patterson, Aimée Phillips, Maria Roosen, Pedro Sequeira, Studio Paul & Haiko, Anneke Wildeman, Baha Görkem Yalim sowie Christine und Adrianus van Zeegen.

Ein handgemachtes Haus

“Haus aus Fasern” ist ein dynamisches, kreatives und handgefertigtes Haus, komplett mit Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Flur und Garten. Dieses Design ist inspiriert davon, wie queere Menschen oft ihren eigenen Ort und ihre Familie schaffen müssen, um sicher außerhalb des klassischen cisgender beziehungsweise heterosexuellen Familienrahmens zu leben.

In jedem Raum führt dich ein Mitglied der Co-Creation-Gruppe durch ein verwandtes Thema. Sie bieten neue Perspektiven auf Werke aus der Sammlung und teilen ihre eigene Sicht auf die Beziehung zwischen queerer Kunst und Textilien. In einem persönlichen Videoporträt nehmen sie einen mit in ihre Wahrnehmung der Welt und künstlerische Praxis.

Jeder Raum in diesem Textilhaus symbolisiert verschiedene Themen, die für viele LGBTQIA+-Personen eine Rolle spielen. Wie bei einem echten Hausbesuch landet man zuerst im Wohnzimmer, dem Ort, an dem man sich mit Freunden oder (gewählter) Familie trifft. Entdecken Sie in der Küche, wie Queerness eine kontinuierliche Mischung mit anderen Identitätsformen bildet. Wo diese Mischung kollidieren kann, sich aber auch so schön verstärken kann. Das Badezimmer ist der Ort, an dem verschiedene Emotionen an die Oberfläche kommen. Zu entdecken ist der Ort, an dem man sich buchstäblich im Spiegel ansehen muss, wo man mit sich selbst konfrontiert wird oder wo man mit seinem Aussehen experimentieren kann. In Filmen ist das Schlafzimmer der Ort für romantische (meist heterosexuelle) Liebe. Aber ein queeres Schlafzimmer hat mehrere Gesichter. Man verlässt das Haus der Fasern durch den Garten, den Ort, an dem Menschen und Natur, aber auch Träume, zusammenkommen.

Weicher Verbündeter

Die Ausstellung hebt nicht nur zeitgenössische Arbeiten hervor, sondern bietet auch eine historische Perspektive. Im Laufe der Jahrhunderte waren Textilien ein weicher und kraftvoller Verbündeter bei der Suche nach persönlicherIdentität, der Bildung von Gemeinschaften und dem Widerstand gegen dominante soziale Normen – an der Schnittstelle von Geschlecht, Sexualität und kultureller Identität. Der Titel “Haus der Fasern”bezieht sich daher auf die ursprünglichen Ballroom-Häuser, die ab den 1970-er Jahren in New York entstanden, mit denen queere Menschen alternative Familien gründeten. Und das ist nicht die einzige Referenz in der Ausstellung.

Wer mehr über die künstlerische Praxis der Co-Creation-Gruppe erfahren will: Kuratorin Sidda van Putten erzählt in einem Blog mehr über den Erwerb verschiedener Werke der Künstler, die gemeinsam mit dem Museum das „Das Haus der Fasern“ kuratiert haben.

Nähere Informationen: Textielmuseum Tilburg, Goirkestraat 96, 5046 GN Tilburg, Telefon 013 5367475, E-Mail: info@textielmuseum.nl

Liebe Freundinnen und Freunde der Kunst und Kultur,

kurz vor dem Jahreswechsel möchte das Team des Museumsquartiers Osnabrück einen besonderen Tipp mit auf den Weg geben:
Anlässlich des Geburtstags von Felix Nussbaum im Dezember erscheint der außergewöhnliche Bildband von Erieta Attali über das Felix-Nussbaum-Haus: „Approaching Resistance“.
In ihren Fotografien macht die Fotokünstlerin das eindrucksvolle Zusammenspiel zwischen Nussbaums Werk und der ikonischen Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses – dem ersten fertiggestellten Bauwerk von Daniel Libeskind – auf neue Weise erfahrbar.

Für den, der noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk ist, ist dieser Band eine inspirierende Wahl für Kunst- und Architekturbegeisterte: Er ist ab sofort für 48 Euro im Museumsladen oder per E-Mail an bestellung@fng-os.de erhältlich, ab Januar 2026 dann im deutschen Buchhandel für 68 Euro.

Zum Jahresausklang danken wir Ihnen herzlich für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und Ihre Verbundenheit. Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage, inspirierende Begegnungen und einen hoffnungsvollen Start in ein gutes, gesundes und zuversichtliches neues Jahr – verbunden mit der Einladung, uns auch 2025 wieder zu besuchen.

Ihr Nils-Arne Kässens und das gesamte Team des MQ4.

Programm im Dezember:

Klassismus. Die vergessene Diskriminierungsform.“ – Vortrag von Francis Seeck am Dienstag, 9. Dezember, um 18.30 Uhr. Eintritt frei.

Zum Inhalt: Klassismus – die Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft oder sozialen Status – ist eine der am wenigsten beachteten gesellschaftlichen Ungleichheiten. Wie sehr Klassismus gesellschaftliche Teilhabe bestimmt, steht im Mittelpunkt dieses Abends.
Francis Seeck kommt aus den Sozialwissenschaften, gibt Trainings zu Antidiskriminierung, hat eine Professur für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Demokratie- und Menschenrechtsbildung an der Technischen Hochschule Nürnberg und zeigt auf, wie Klassismus als gesellschaftliche Unterdrückungsform wirkt – angesichts steigender Armutsquoten, überfüllter Tafeln und eines Mangels an bezahlbarem Wohnraum aktueller denn je.

Albrecht Dürers „Marienleben“ – Vortrag von Marie Brune am Samstag, 6. Dezember, um 15.30 Uhr. Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, inklusive Kaffee und Kuchen. Um Anmeldung per E-Mail an mq4-vermittlung@osnabrueck.de wird gebeten.

Zum Inhalt: In Albrecht Dürers Holzschnittzyklus „Marienleben“ wird Maria nicht nur als religiöse Figur, sondern als handelnde und fühlende Person gezeigt. In eindrucksvollen Szenen verbindet Dürer biblische Erzählungen mit Motiven aus der Legenda Aurea und verleiht seiner Hauptfigur eine außergewöhnliche Nähe. Der Zyklus entstand in einer seiner kreativsten Schaffensphasen und zählt neben der Apokalypse und der Großen Passion zu seinen bedeutendsten Werken. In neuartiger Weise verband Dürer Bild und Text und setzte damit Maßstäbe in der Buchkunst der Renaissance.
Der Vortrag bietet Einblicke in die Entstehung, Bedeutung und Wirkung dieses außergewöhnlichen Werkkomplexes. Ergänzend kann Dürers Apokalypse-Zyklus in der aktuellen Ausstellung des Museumsquartiers entdeckt werden.

Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück. Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, Telefon: 05413232237, E-Mail: museum@osnabrueck.de, Internet: http://www.museumsquartier-osnabrueck.de

Das fünfte Element – Werke aus der Sammlung Kemp

Woraus besteht die Welt? Was hält sie zusammen? Diese grundlegenden Fragen begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. In der Antike suchte man zunächst nach einfachen Prinzipien, um die Vielfalt der Natur zu erklären, und entwickelte die Lehre von den vier Elementen: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Sie stehen für Gegensätze, Wandel und das sinnlich Erfahrbare.

Die Schau vereint künstlerische Positionen, die zwischen Physik und Philosophie, Material und Idee, Natur und Technik oszillieren. Der Düsseldorfer Steuerberater und Kunstsammler Kemp, dessen Sammlung über 3000 Werke umfasst und 2011 dem Kunstpalast gestiftet wurde, war zeitlebens auf der Suche nach neuen Perspektiven. Seine Faszination für abstrakte Tendenzen in der Kunst, für das Spiel mit Stofflichkeit, Energie und Wahrnehmung prägt diese Präsentation. Die in der Ausstellung „Das fünfte Element – Werke aus der Sammlung Kemp“ zu sehenden Werke laden dazu ein, über die Grenzen von Materie, Geist und Wahrnehmung nachzudenken. Rund 70 Werke zeigen, wie Künstler das Materielle, Immaterielle und Prozesshafte in der Kunst neu erforschten.

Erde – Archiv der Zeit

Zunächst widmet sich die Präsentation im Kunstpalast Düsseldorf der Erde als Sinnbild des Ursprungs und der Vergänglichkeit. Seit Jahrtausenden steht sie für Fruchtbarkeit, Stabilität und den Kreislauf des Lebens. Doch die Erde ist nicht nur mythologisches Symbol, sondern auch realer Werkstoff. Künstler des 20. Jahrhunderts begannen, die Materialvielfalt des Bodens als eigenständiges Gestaltungsmittel in ihre Arbeiten einzubeziehen. In dem aus Sand und Steinen gefertigten Werk „Garten“ des Düsseldorfers Günther Uecker wird eine Landschaftsassoziation offenbar – sie pendelt zwischen Erneuerung und Zerstörung. Reliefs, Collagen und erdige Texturen machen die Beschaffenheit der Welt sichtbar und verleihen ihr einen neuen, künstlerischen Ausdruck. So wird die Erde zu einem Archiv der Zeit, in dem sich natürliche und kulturelle Schichten überlagern – Spuren des Lebens, die von der Hand der Kunst neu geordnet werden.

Feuer – Die Kraft der Umwandlung

Kaum ein Element verkörpert Wandel so unmittelbar wie das Feuer. Es zerstört und erschafft zugleich. Als Symbol für Kraft, Transformation und Erneuerung zieht es sich durch Mythologie, Religion und Kunstgeschichte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Feuer in der Kunst zu einem Motor der Verwandlung. Künstler experimentierten mit Verbrennungsprozessen, mit geschmolzenen Metallen, rußigen Oberflächen und intensiven Farben. Der ZERO-Mitbegründer Otto Piene bearbeitete seine Leinwände mit Feuer, Rauch und Ruß; bemalte, besprühte und zündete sie an. Rupprecht Geiger nutzte die leuchtende Qualität der Farbe, um die Energie des Feuers in seinen Arbeiten zu transportieren. Ob flammend farbige Bilder oder aus glühendem Stahl geformte Skulpturen – auf der künstlerischen Suche nach einem Neuanfang wurde das Feuer zum Werkzeug und Thema zugleich.

Luft – Unsichtbare Dynamik

Luft ist paradox: allgegenwärtig und doch unsichtbar. Sie ermöglicht das Leben auf der Erde und verbindet es mit dem unendlichen Raum des Himmels. In der Kunst wurde sie zunächst in Form von Wind, Nebel oder Rauch dargestellt und vermittelte Tiefe und Atmosphäre. Im 20. Jahrhundert rückte die Luft selbst als Material in den Fokus: Schwingungen, Druck und Bewegung wurden Teil künstlerischer Experimente. Installationen und kinetische Objekte machen die unsichtbare Dynamik des Elements erfahrbar. Kleines Segel des in New York lebenden deutschen Künstlers Hans Haacke wird von einem Ventilator in Bewegung versetzt. Otto Pienes Feuergouache „Roter Ikarus“ veranschaulicht einen energetischen Moment zwischen Aufbruch und Hybris. In diesen himmelwärts steigenden Luftskulpturen verschmelzen Technik, Natur und kollektive Erfahrung zu einem Erlebnis, das den Blick auf die Beziehung des Menschen zur Umwelt lenkt. Die Luft steht für Freiheit und Vergänglichkeit, für das Unsichtbare, das dennoch Wirkung entfaltet.

Wasser – Form und Fluss

Das Wasser gilt seit der Antike als Ursprung allen Lebens. Es steht für Wandel, Bewegung und Reinheit, für die stetige Umformung von Materie und Bedeutung. In der modernen und zeitgenössischen Kunst erscheint Wasser auch als Medium. Seine Fließbewegung wird zu einem bildnerischen Prinzip, das Unschärfe, Transparenz und Veränderung betont. Von abstrakten Gemälden bis hin zu Objekten: Das Wasser dient als Symbol des ewigen Kreislaufs, in dem alles im Fluss bleibt. Gerhard Hoehme setzte diese Eigenschaften des Wassers mit jenen der Farbe in Beziehung: Fließen, Pastosität, Schichtarbeit und Trocknen – zum eigenständigen Bildthema. Hans Haacke rückt naturwissenschaftliche Prozesse in den Vordergrund und macht den Wasserzyklus sichtbar, wenn er bei der Arbeit „Tropfkugel“ verschiedene Aggregatzustände nachvollziehen lässt. Das Element wird so zum Träger gesellschaftlicher Fragen – zwischen Zerstörung und Erneuerung, Natur und Kultur.

Das fünfte Element – Zwischen Stoff und Idee

Die vier Elemente allein reichen nicht aus, um die Welt zu erklären. Schon Aristoteles ergänzte sie um den Äther, das „fünfte Element“, das den Kosmos erfüllt und ordnet. Die letzten drei Räume der Ausstellung widmen sich diesem unsichtbaren Prinzip, welches sinnbildlich jenseits der materiellen Welt wirkt und Konzepte wie Energie, Zeit, Raum und Bewusstsein verhandelt. Seit den 1950-er Jahren widmen sich zahlreiche Künstler diesen immateriellen Dimensionen. Licht, Bewegung, Reflexion und Schwingung ersetzen die traditionelle Form. Materialien wie Glas, Spiegel, Aluminium oder elektronische Komponenten eröffnen neue Ausdrucksmöglichkeiten. So entstehen Werke, die zwischen Stoff und Idee changieren – sinnlich erfahrbar, aber zugleich geistig aufgeladen.

Ein universelles Prinzip

Die Ausstellung „Das fünfte Element – Werke aus der Sammlung Kemp“ lädt dazu ein, die Welt der Elemente durch die Brille der Kunst neu zu betrachten. Sie zeigt, dass die Grenzen zwischen Natur, Technik und Vorstellungskraft fließend sind. In den Werken der Ausstellung offenbart sich die unerschöpfliche Energie des Schaffens: ein Kreislauf aus Transformation, Beobachtung und Erkenntnis – getragen von der Neugier, die sowohl die Wissenschaft als auch die Kunst antreibt.

Kraftlabor

Forschung erwächst meist aus Neugierde und entwickelt sich durch Fragen. Mithilfe von Experimenten nähern wir uns den Phänomenen unserer Umwelt: Was ordnet und verbindet das Universum? Welche Kräfte ziehen sich an, welche stoßen sich ab? Wie entstehen bunte Farben aus weißem Licht?
„Werdet selbst zu Forschern und Künstlern und lasst Euch von der Ausstellung inspirieren! Erde, Feuer, Wasser, Luft und das geheimnisvolle fünfte Element dienen hier als Ausgangspunkt für Eure eigenen Ideen. An den Stationen könnt Ihr spannende Dinge beobachten, ausprobieren und neu gestalten“, fordern die Ausstellungsmacher das Publikum auf.

Die Sammlung Kemp

Die Sammlung Kemp zählt zu den herausragenden deutschen Privatsammlungen von Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben abstrakter Malerei, ZERO-Kunst, Skulpturen und Arbeiten auf Papier bilden hochkarätige Werke des Informel und der Farbfeldmalerei den Kern der von Willi Kemp gemeinsam mit seiner früh verstorbenen Gattin Ingrid aufgebauten Sammlung. 2011 gingen rund 3000 Objekte an den Kunstpalast und Kemp gründete die Stiftung Sammlung Kemp zur Erforschung und Vermittlung der Bestände. Seine Schenkung stellt eine wesentliche Bereicherung dar und wird in regelmäßigen Ausstellungen präsentiert.

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der von Therés Lubinetzki herausgebracht wurde.

Hinweis: Bestellungen, die bis zum 15. Dezember um 12 Uhr beim Kunstpalast Düsseldorf eingehen, werden noch vor Weihnachten versendet. Alle späteren Bestellungen werden ab dem 5. Januar 2026 versendet.

Nähere Informationen: Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf, Telefon: 0211 56642100, E-Mail: info@kunstpalast.de