Die ikonischen Museen des verstorbenen Architekten Frank Gehry

Vor Kurzem ist der amerikanische Architekt Frank Gehry (1929–2025) verstorben. Mit seinem verspielten architektonischen Stil hinterließ Gehry einen wichtigen Eindruck im Erscheinungsbild zeitgenössischer Museen. Er machte sogar Städte damit weltberühmt.

Biografisches und ein Überblick über seine ikonischsten Museen

Frank Gehry wurde 1929 in Toronto, Kanada, als Frank Owen Goldberg geboren, ein Kind jüdischer Einwanderer. Er studierte Architektur an der University of Southern California in Los Angeles und änderte später seinen Namen in Frank Gehry.

In den 1980-er Jahren machte er sich mit ikonischen Gebäuden einen Namen, die alle traditionellen architektonischen Regeln brechen: Regeln über Schönheit, über Materialverwendung und sogar physikalische Regeln über die Schwerkraft. Er hatte eine Vorliebe für glänzendes Metall und Hightech-Kunststoffe.

Als Architekt wurde Gehry vom Dekonstruktivismus beeinflusst, bei dem Gebäude aus einzelnen Elementen errichtet werden. Im Fall von Gehry führte dies zu Fassaden in gestapelten geometrischen Formen, als wäre sein Entwurf als Modell auf dem Boden auseinandergefallen und dann in der falschen Reihenfolge wieder zusammengeklebt worden. 1989 gewann er den Pritzker-Preis, auch bekannt als Nobelpreis für Architektur.

Doch seine expressive Architektur war nicht ohne Kontroversen. So würde er spektakuläre Architektur schaffen und den größenwahnsinnigen Wünschen der Großunternehmen entsprechen. Aber seine Gebäude werden auf der ganzen Welt geliebt. Er hinterließ auch einen wichtigen Eindruck im Prestige zeitgenössischer Museen. Aus klassischen Gebäuden, die Kunst dienen, sind Gehrys Museen zu eigenständigen Kunstwerken hervorgegangen. Nicht, was man im Museum sehen kann, aber das Gebäude selbst ist die Hauptattraktion.

Frank Gehrys Einfluss reichte sogar über seinen Tod hinaus. Im Jahr 2026 – nach einer Bauphase von zwanzig Jahren – wird sein Guggenheim-Museum in Abu Dhabi eröffnet.

Die wichtigsten Museen von Frank Gehry

Vitra Design Museum, Weil am Rhein (1989)

Als Gehry Ende der 1980er Jahre beauftragt wurde, das neue Design Museum für den Möbelhersteller Vitra zu entwerfen, war er bereits ein großer Name in den USA. Mit diesem ersten Gebäude in Europa schafft er sofort eine mächtige Visitenkarte. Das Betongebäude ähnelt am ehesten einer Origami-Konstruktion. Im Inneren bietet der fragmentierte Grundriss spannende Ausblicke zwischen den verschiedenen Ausstellungsräumen. Gehry hat das Museum als Sammlung quadratischer Kisten abgeschafft.

Guggenheim-Museum, Bilbao (1992)

1992 war Bilbao eine graue Industriestadt in einer baskischen Ecke Spaniens. 1993 sieht die Welt eine Stadt voller Reiz und Flair – alles dank des titanverkleideten Guggenheim-Museums. Bei hellem Tageslicht glänzt das Gebäude wie ein Diamant; In der roten Abendsonne sieht es aus wie eine atmosphärische Laterne. Der große Erfolg des Guggenheims zieht Besucher aus aller Welt an und verschafft der Stadt einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Dies ist als der ‚Bilbao-Effekt‘ bekannt. Museen auf der ganzen Welt wollen ebenfalls einen Gehry, um ihr Image zu verbessern.

Fondation Louis Vuitton, Paris (2014)

Mit Baukosten von 126 Millionen Euro ist die Fondation Louis Vuitton in Paris das teuerste und prestigeträchtigste Museum in Gehry. Das Gebäude sieht aus wie ein riesiges Segelschiff mit zwölf wallenden Segeln. Die Fassade besteht aus mehr als zehntausend halbtransparenten Fensterteilen, von denen keiner gleich ist. Hinter der spektakulären Fassade befindet sich eine traditionelle Stapelung von Betonvolumen. Das Museumsgebäude, das von der bekannten Luxusmarke in Auftrag gegeben wurde, wird daher mit gemischten Kritiken aufgenommen. Hat der Gehry-Trick nachgelassen?

LUMA, Arles (2021)

Als Maja Hoffmann, die wohlhabende Erbin der Schweizer Chemiefirma Roche, ein privates Museum für die Familienkunstsammlung errichten lässt, ist es nur logisch, dass sie Gehry fragt. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass er mit einer visuellen Geste ein Museum auf die Landkarte setzen kann. Gehry entwarf einen 56 Meter hohen Turm für das LUMA-Museum in Arles im Süden Frankreichs, der am ehesten einem riesigen Bienenstock ähnelt. Obwohl Gehry sagt, er sei von Vincent van Goghs Gemälde Die Sternennacht aus dem Jahr 1889 inspiriert worden. Die Edelstahlblöcke beziehen sich auf die zerklüfteten Felsformationen der nahegelegenen Hügel, die sich in Cézannes Werk widerspiegeln. Wieder einmal liefert Gehry ein hochkarätiges Museumsgebäude. (Text aus Museumstijdschrift)

Hinterlasse einen Kommentar