Wohin? Kunsthalle / Stadt / Gesellschaft der Zukunft

Die letzte Ausstellung vor der Sanierung widmet die Kunsthalle Düsseldorf einem gemeinsamen Blick in die Zukunft: der Zukunft der Kunsthalle, aber auch der Zukunft von Städten, urbanen Räumen, Gesellschaften und unserem gemeinsamen Zusammenleben.

Die Ausstellung „Wohin? Kunsthalle / Stadt / Gesellschaft der Zukunft“, die noch bis zum 1. Februar 2026 zu sehen ist, nimmt die Schwelle, an der sich die Institution befindet, zum Ausgangspunkt und öffnet sie für eine kollektive Auseinandersetzung mit Fragen des städtischen und institutionellen Zusammenlebens. Die Kunsthalle wird dabei zum Denk- und Erfahrungsraum, zum Laboratorium der Möglichkeiten. Sie lädt dazu ein, sich mit Fragen der Architektur, Stadtplanung, kulturellen Teilhabe und Gestaltung öffentlicher und gemeinsamer Orte in einer Stadt auseinanderzusetzen – insbesondere in Zeiten tiefgreifender ökologischer, sozialer und ökonomischer Umbrüche.

Künstler, Architekten, Designer, Stadtplaner und Wissenschaftler, die sich mit Themen wie grünen Städten, urbaner Mobilität, nachhaltigem Bauen, gelebter Demokratie, kultureller Teilhabe und der Rolle und Verantwortung von Kultur in diesem komplexen Gefüge beschäftigen, lassen die Besucher an ihren innovativen Ideen, Projekten und Visionen teilhaben. Die Ausstellung versteht sich nicht als abgeschlossene Präsentation, sondern als offener, sich entwickelnder Projektraum. Sie versammelt Ideen, Experimente und Vorschläge und lädt zum gemeinsamen (Weiter-)Denken und Entwickeln ein.

Wohin? fragt nach Perspektiven für die Stadt der Zukunft und rückt zentrale Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens unserer Zeit ins Zentrum. Im Fokus stehen dabei nicht nur die Probleme, sondern vor allem kreative Lösungsvorschläge und zukunftsweisende Impulse unterschiedlichster Akteure. Wir stellen uns die Frage: Wie möchten wir in Zukunft leben? Aber vor allem auch: Wie können wir in Zukunft leben?

Ziel von Wohin? ist es, Raum für Begegnungen und Austausch zu schaffen, um gemeinsam nach Antworten auf diese Fragen zu suchen. Die Besucher sind eingeladen, sich aktiv einzubringen: mit Fragen, Gedanken, Kritik und Fantasie für die Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft. Zahlreiche Projekte und Formate regen zum Mitdenken, Mitgestalten und Erleben ein.

Mit Anouchka Strunden, Bureau Baubotanik, Club Real, Fari Shams & Every House has a door, Jan Kamensky, Luca Kohlmetz, Martin Pfeifle, Max Mundhenke & Jan Silbersiepe, MY-CO-X, Neonature, Offenbach Institut für Mobilitätsdesign, Paul Hutchinson, rampe:aktion, Stöbe Architekten & Molestina Architekten + Stadtplaner, Van Bo-Le Mentzel, Verbunt – Jugendkunst Düsseldorf e.V., Veronika Pfaffinger, Zentrum für Peripherie

Wohin? ist ein gemeinsames Abschiedsprojekt des Teams der Kunsthalle Düsseldorf und zugleich ein gemeinsamer Aufbruch in eine offene Zukunft.

Nähere Informationen: Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf, Telefon: +49 (0)211 54237710, E-Mail: mail@kunsthalle-duesseldorf.de

Limburgs Museum regt mit einer Ausstellung über Erotik die Sinne an

Mit der neuen Ausstellung „Erotik – Jenseits von Schönheit und Scham (Erotiek – Voorbij schoonheid en schaamte)“ nimmt das Limburgs Museum in Venlo seine Besucher noch bis zum 4. Januar 2026 mit auf eine spannende Zeitreise vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart.

In der Ausstellung bringt das Museum Limburger Künstler wie Tanja Ritterbex und Han van Wetering mit internationalen Größen wie Rineke Dijkstra, Erwin Olaf, Marlene Dumas und David LaChapelle zusammen und gibt reichlich Gelegenheit, Antworten auf die eine Frage zu finden: Was bedeutet Erotik für Sie?

Das menschliche Begehren ist so vielfältig wie die Menschheit selbst. Liebe und Lust, Vergnügen und Verspieltheit, Scham und Schmerz: Jeder hat andere Gedanken und Gefühle dazu. Die Ausstellung Erotik – Jenseits von Schönheit und Scham ist eine Ode an diese Diversität. „Denn Erotik ist Teil des Menschseins“, sagt der Kurator Edwin Becker, geboren in Limburg und im Hauptberuf Chefkurator für Ausstellungen im Van Gogh Museum. „So unterschiedlich und persönlich die Erotik auch sein mag, wir alle kommen mit ihr in Berührung. Das ist wunderbar und kompliziert, schön und schwierig, befreiend und einschränkend.“

Gemeinsam mit dem Designer Peter de Kimpe und nach einem Konzept von Laura Adams hat Becker die Ausstellung anhand von drei Themen zusammengestellt: Körper und Geist, Erotik und Religion sowie Schönheit und Tod. Das erste Thema, Körper und Geist, befasst sich mit der Spannung zwischen dem Verlangen des Geistes und dem Verlangen des Körpers. „Macht der Körper alles, was der Geist ihm vorgibt? Wo liegt die Macht im Spiel des Beobachtens und Beobachtetwerdens? Und was wäre, wenn wir rein vom Geist ausgehen würden?“ So führt die Reise vom sehnsüchtigen Blick des in Venlo geborenen Jean Laudy bis zur stilisierten Erotik von Robert Mapplethorpe, Araki Nobuyoshi und vielen anderen.

Die Macht der Fantasie

Das Thema Erotik und Religion befasst sich mit der ambivalenten Haltung der Kirche gegenüber der Erotik. Neben sinnlichen „Reliquien“ befinden sich in diesem Raum zum Beispiel Bleiglasfenster von Helen Verhoeven, die voller erotischer Anspielungen sind. „Offiziell war Sexualität sündig und diente nur der Fortpflanzung. Diese Repression der Kirche brachte auch viel Leid mit sich. Mit Blick auf die nackten Marias und die Sünder beim Liebesspiel wird jedoch deutlich, dass mit der richtigen Vorstellungskraft, Suggestion und Symbolik vielleicht mehr möglich war, als es heute der Fall ist. Zumindest in der Kunst.“

Das dritte und letzte Thema, Schönheit und Tod, führt die Besucher zur sexuellen Revolution der 1960er- und 1970er-Jahre. Es umfasst Arbeiten von Ed van der Elsken, eine Skulptur von Wim Delvoye und Fotografien von Andres Serrano. Mit einer Reihe verhängnisvoller Frauen endet die Ausstellung mit der Ekstase, die die Erotik mit dem Tod teilt. Becker: „Durch die Ekstase löst man sich so sehr vom Hier und Jetzt, dass man das Irdische – wie im Tod – für einen Moment transzendiert.“ Bei Künstlern wie Desiree Dolron und Bill Viola erhält die Erotik auf diese Weise eine rituelle und spirituelle Aufladung.

Limburger Geschichten

So untersucht Erotik – Jenseits von Schönheit und Scham das Thema Erotik aus einer Limburger Perspektive in einem internationalen Kontext. In einer spannenden Audioführung bespricht der Regisseur, Moderator und Theaterproduzent Lucas De Man unter anderem mit Marloes IJpelaar von der feministischen Theatergruppe Club Lam eine Reihe von Kunstwerken. Um die Kunstwerke herum finden sich persönliche und manchmal intime Gedanken verschiedener Limburger jeden Alters, die erzählen, was Erotik für sie bedeutet.

Ihre Geschichten fügen der Ausstellung eine persönliche Ebene hinzu und regen die Besucher an, in der großen Auswahl an Werken zu entdecken, was Erotik für sie selbst bedeuten kann. Diese Gedanken können im Museum ausgetauscht werden. Gemeinsam werfen wir so ein neues Licht auf ein komplexes und zeitloses Thema.

Ons Limburgs Museum

Ergänzend zur Ausstellung in Venlo erforschen wir auf ons.limburgsmuseum.nl, der interaktiven Plattform für Geschichten des Limburgs Museum, gemeinsam mit den Menschen in Limburg, welche Rolle die Welt des Internets für das Erleben von Erotik spielt. Besucher können auch ihre eigenen Geschichten oder Kommentare hinterlassen. Dies kann unter Angabe des Namens, aber auch anonym geschehen. Die erste Geschichte über Liebe und Begegnungen in der Offline- und Online-Welt wurde Ende April veröffentlicht.

Nähere Informationen: Limburger Museum, Keulsepoort 5, Venlo, Telefon +31773522112, E-Mail: info@limburgsmuseum.nl, Internet: www.limburgsmuseum.nl

Die Kunst, der Schmetterling, die Symmetrie – Von Thomas Gatzemeier

Über Ordnung, Ausgleich und die stille Wirkung von Bildern

Der Schmetterling gehört zu den Bildmotiven, die fast jeder sofort versteht – und die dennoch nie banal werden. Er ist leicht und zugleich präzise, farbig und dennoch geordnet. Seine besondere Wirkung verdankt er nicht nur seiner Schönheit oder Symbolik, sondern einer formalen Eigenschaft, die tief in unserer Wahrnehmung verankert ist: der Symmetrie.

Symmetrie ist kein dekoratives Beiwerk. Sie ist ein Ordnungsprinzip – in der Natur ebenso wie in der Kunst. Schmetterling Symmetrie Kunst gehören oft zusammen.

Symmetrie als Grundlage des Sehens

Symmetrie begleitet die Kunstgeschichte von Anfang an. Lange bevor sie theoretisch beschrieben wurde, war sie Teil des Sehens selbst. Das menschliche Auge erkennt symmetrische Formen schneller und mit weniger Anstrengung. Sie geben Orientierung, sie schaffen Halt.

In der Kunst wurde Symmetrie deshalb immer dort eingesetzt, wo Ruhe, Stabilität und Dauer vermittelt werden sollten. Zentrale Bildachsen, ausgewogene Proportionen, spiegelnde Strukturen sammeln den Blick. Sie lenken ihn nicht ab, sondern führen ihn zur Mitte. Ein symmetrisch aufgebautes Bild sagt nicht: Schau weiter. Es sagt: Hier kannst du bleiben.

Der Schmetterling als ideales Bildmotiv

Der Körperbau des Schmetterlings ist für diese Wirkung nahezu ideal. Seine Flügel bilden eine klare Mittelachse, eine natürliche Ordnung. Zugleich ist diese Symmetrie nie vollkommen. Kleine Abweichungen in Zeichnung, Farbe oder Form machen jedes Tier einzigartig.

Gerade dieses Zusammenspiel aus Ordnung und Abweichung verleiht dem Schmetterling seine bildnerische Kraft. Er wirkt ruhig, ohne starr zu sein. Ausgeglichen, ohne leblos zu wirken. Als Bildmotiv ist er damit prädestiniert für Darstellungen, die nicht laut auftreten, sondern dauerhaft wirken sollen.

Kunstgeschichtliche Bezüge

Die Kunstgeschichte kennt Symmetrie nicht als starres Schema, sondern als tragende Struktur. In der Renaissance wird sie zum Ausdruck von Harmonie und Maß, im Barock stabilisiert sie komplexe Bildräume. Auch dort, wo Bewegtheit und Fülle dominieren, bleibt ein inneres Gleichgewicht spürbar- Schmetterling Symmetrie Kunst.

Die Moderne bricht diese Ordnung bewusst – doch selbst im Bruch bleibt Symmetrie als Referenz erhalten. Oft wird sie nicht mehr gezeigt, sondern unterlaufen. Gerade dadurch wird ihre Bedeutung sichtbar.

Der Schmetterling fügt sich in diese Linien ein, ohne historisch zu wirken. Er ist zugleich Naturform und konstruiertes Bildzeichen. Ein Motiv, das Ordnung sichtbar macht, ohne sie zu behaupten.

Erzählen und Ordnung – zwei Seiten derselben Medaille

Zeitgenössische Schmetterlingsdarstellungen zeigen, dass Symmetrie und Erzählen kein Widerspruch sind. In manchen Arbeiten steht der Falter frei und konzentriert im Raum, in anderen tritt er in Beziehung zu weiteren Naturelementen und entwickelt eine leise erzählerische Dimension.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Schlankjungfer:

Mehrere Insekten begegnen sich auf einem historischen Kontenblatt, ergänzt durch scheinbar beiläufige Motive wie eine Erdbeere oder eine Raupe. Trotz dieser erzählerischen Erweiterung bleibt das Bild im Gleichgewicht. Die Ordnung führt den Blick, die Geschichte entfaltet sich nicht durch Bewegung, sondern durch Beziehungen. Symmetrie wird hier nicht aufgehoben, sondern erweitert. Sie trägt das Erzählerische, statt ihm im Weg zu stehen. Schmetterling Symmetrie Kunst sind oft eine Einheit.

Die Serie Falter-Porträt: Symmetrie als monumentales Prinzip

Besonders konsequent tritt dieses Ordnungsprinzip in der Serie Falter-Porträt hervor. Hier wird Symmetrie selbst zum beherrschenden Thema des Bildes. Die Falter erscheinen frontal, entlang einer klaren Mittelachse organisiert, von erzählerischen Ablenkungen befreit.

Gerade durch diese Strenge entfalten die Arbeiten ihre monumentale Wirkung. Sie entsteht nicht aus Größe allein, sondern aus der Konsequenz der Ordnung und der außerordentlich filigranen, handwerklich komplexen Ausführung. In feinsten Details der Flügelzeichnung, in minimalen Verschiebungen von Farbe, Linie und Struktur verdichtet sich das Bild zu einer konzentrierten Präsenz. Die Symmetrie wirkt hier kraftvoll und standhaft – als visuelles Fundament, das Räume prägt, sammelt und dauerhaft trägt.

Ein stiller Gegenentwurf zur visuellen Unruhe – Schmetterling Symmetrie Kunst

Unsere visuelle Gegenwart ist laut. Bilder wechseln, fordern Aufmerksamkeit, konkurrieren. In diesem Umfeld gewinnen Motive an Bedeutung, die nichts verlangen.

Schmetterlinge, klar komponiert und ausgewogen dargestellt, wirken wie ein Gegenpol. Sie drängen sich nicht auf. Sie sind da. Und genau dadurch entfalten sie ihre Kraft.

Auch in den Arbeiten von Thomas Gatzemeier steht diese Wirkung im Mittelpunkt. Ob einzeln gesetzt oder in erzählerischen Konstellationen – die Ordnung bleibt spürbar. Symmetrie wird hier nicht zur Formel, sondern zum Werkzeug der Konzentration.

Über den Autor:

Am dunkelsten Tag des Jahres 1954 im sächsischen Döbeln geboren, wurde Thomas Gatzemeier ungefragt von einem katholischen Pfarrer getauft.

Als Kind buk er heimlich einen Kuchen, der als Brot gut ankam. Dieses scheinbare Missgeschick inspirierte ihn dazu, eine Ausbildung als Schrift- und Plakatmaler zu absolvieren, um Pinsel und Stift zu beherrschen.

Er arbeitete anschließend auch als Steinmetzgehilfe und Grabsteindesigner. Nach dieser Grundausbildung studierte er Malerei und Grafik an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo Arno Rink und Volker Stelzmann zu seinen Lehrern zählten. 1980 beendete er sein Studium und ist seitdem als freier Künstler, Autor, Kunsthändler, Blogger und Freizeitkoch tätig.

Konflikte mit den Machthabern der SBZ und ein mehrjähriges Ausstellungsverbot bewegten ihn 1986 dazu, die SBZ zu verlassen. Danach lebte er vorwiegend in Karlsruhe, verbrachte aber auch längere Zeit in Zürich und nahe Worpswede. Von 2006 bis 2015 hatte er ein weiteres Atelier in Leipzig. Nach 34 Jahren Hauptwohnsitz in Karlsruhe verlegte der Wanderer zwischen den Welten im Februar 2020 seinen Wohnsitz endgültig nach Leipzig.

Nähere Informationen: Thomas Gatzemeier, Gottschallstraße 24, 04157 Leipzig, Telefon: 0172 6102535, E-Mail: info@thomas-gatzemeier.de

Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne

Die Welt der Arbeit ist im Umbruch. Vertraute Berufsbilder verändern sich in rasantem Tempo. Homeoffice und künstliche Intelligenz sorgen für Freiheitsgewinne, schaffen zugleich aber auch neue Abhängigkeiten. Flexibilität und Resilienz sind gefragt.

Vergleichbare Entwicklungen prägten bereits das frühe 20. Jahrhundert, als die Modernisierung der Arbeitswelt ebenso tiefgreifende Veränderungen hervorrief wie heute. Künstlerinnen und Künstler reagierten auf diese Umbrüche, indem sie den technischen Fortschritt feierten, soziale Ungerechtigkeiten anprangerten und Visionen einer künftigen Gesellschaft entwickelten.

Die Ausstellung „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“, die noch bis zum 12. April 2026 im Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte zu sehen ist, eröffnet verschiedene Perspektiven auf die Arbeitswelt der Moderne zwischen 1890 und 1940. Sie reflektiert die Hoffnungen und Herausforderungen der damals lebenden Menschen anhand von Kunstwerken, Publikationen und Alltagsobjekten. Ikonen der Neuen Sachlichkeit wie Leo Breuers „Kohlenmann“ von 1931 treten in einen Dialog mit Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern wie Otto Dix, Conrad Felixmüller, Hannah Höch und Franz Wilhelm Seiwert. Weniger bekannte Positionen, etwa von Magnus Zeller, Sella Hasse oder Thea Warncke vervollständigen das Bild.

In jedem Ausstellungskapitel schlagen interaktive Bereiche einen Bogen vom Gestern ins Heute und laden zum Mitmachen ein. Schließlich ist kaum etwas so eng mit unserem eigenen Leben verwoben wie die Frage: Wie wollen wir zukünftig arbeiten?

Katalog zur Ausstellung

Der ausstellungsbegleitende Katalog „Schöne neue Arbeitswelt. Traum und Trauma der Moderne“ gibt einen vollumfänglichen Einblick in die Themen und Exponate der Ausstellung. Über 220 hochwertige Abbildungen begleiten die wissenschaftlichen Beiträge.

Der 256 Seiten umfassende Katalog erscheint im Hirmer Verlag und ist an der Museumskasse für 39 Euro zu erwerben (Buchhandelspreis 50 Euro).

Das LVR-Landesmuseum Bonn

Das LVR-Landesmuseum Bonn zeigt Schätze der Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte aus über 400.000 Jahren. Es ist das einzige kulturgeschichtliche Museum im Rheinland und zeichnet mit seinen Exponaten die Entwicklung der Region von den Anfängen bis zur Gegenwart nach.

Kern der musealen Arbeit ist die Bewahrung, Sammlung, Präsentation, Vermittlung und Erforschung von kunst- und kulturhistorischen Zeugnissen. Diesen Aufgaben hat sich das LVR-Landesmuseum Bonn leidenschaftlich verschrieben und ist zudem ein national und international führendes archäologisches Forschungsinstitut.

Der Träger des LVR-Landesmuseums Bonn ist der Landschaftsverband Rheinland.

Die Geschichte des Museums

Das LVR-Landesmuseum Bonn ist eines der ältesten Museen in Deutschland. Es kann mittlerweile auf eine spannende, über 200-jährige Geschichte zurückblicken.

Die Anfänge

Am 4. Januar 1820 wurde in Bonn das „Antiquitätenkabinett Rheinisch-Westphälischer Alterthümer“ gegründet – auch genannt „Museum vaterländischer Alterthümer“. Dieses durch einen Erlass des bedeutenden preußischen Staatskanzlers Karl August Fürst von Hardenberg ins Leben gerufene Museum gilt als der frühste Vorgänger des heutigen LVR-LandesMuseums.

„Die Königl. Preußische Regierung hat durch eine Anordnung des Fürsten Staatskanzlers vom 4. Januar 1820 einen neuen Beweis gegeben, welches Intereße sie für die Bildung und für den Flor der Wissenschaften und Künste in den Rheinisch-Westfälischen Provinzen nimmt, indem durch ein planmäßiges und zusammenhängendes Verfahren die zerstreuten Bruchstücke aus der altdeutschen und Römischen Zeit vor Zerstörung, Verstümmelung und Zersplitterung sichergestellt werden sollen.“ (Preußischen Staats-Zeitung, 4. März 1820)

Aufgabe des Museums waren die Ausgrabung, die Erhaltung und das Sammeln von Artefakten aus der Vor-und Frühgeschichte und von Zeugnissen der römischen Anwesenheit im Rheinland. Leider stand die Anfangszeit des Museums unter weniger guten Vorzeichen als erhofft: Nach zwei Jahren verstarb 1822 Fürst von Hardenberg und Wilhelm Dorow, der erste Direktor, verließ das Museum. Ohne eigene Räumlichkeiten, ohne substantielle staatliche Förderung und am Desinteresse der Bevölkerung leidend, musste das Museum versuchen, seinen Platz in der Bonner Kulturlandschaft zu finden.

Neugründung: Das Provinzialmuseum

Die Lage des Museums verbesserte sich – oder viel eher: Änderte sich gänzlich – in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf Beschluss des Provinziallandtags in Düsseldorf wurde 1874 die Gründung des Provinzialmuseums Bonn initiiert. Treibende Kraft war hier insbesondere Ernst aus’m Weerth, der später der erste Direktor des Provinzialmuseums wurde. Das Museum sollte, nicht zuletzt im Lichte eines neu erwachten Interesses für die Historie der eigenen Nation, die kulturelle Geschichte des Rheinlands von seinen Anfängen bis zur Gegenwart abbilden. Die Sammlung dieses neu gegründeten Provinzialmuseums setzte sich aus der bereits bestehenden Sammlung des „Museums vaterländischer Alterthümer“ und aus der Sammlung des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande zusammen. Die ursprüngliche Funktion des Museums, die archäologischen Zeugnisse sowohl durch Grabung, Forschung und Bewahrung zu erhalten, wurde bestätigt und die enge Zusammenarbeit mit der Bodendenkmalpflege gefestigt.

Die Gründung des Provinzialmuseums umfasste zudem eine strukturelle Erneuerung: Das Museum unterstand nun der „Provinzialverwaltung der Rheinlande“ – der Vorläuferorganisation des heutigen Landschaftsverbands Rheinland (LVR). Dieser Umstand sollte in der Zukunft durchaus große Bedeutung für das Museum haben.

Nach seiner Gründung hatte auch das Provinzialmuseum mit einer gewissen Raumnot zu kämpfen, da dem Museum kein eigenes Gebäude zur Verfügung stand. Ein Teil der Sammlung war zwar beständig in der Universität Bonn untergebracht, andere Sammlungskonvolute mussten jedoch immer wieder ihren Standort wechseln. Eine optimale Nutzung der Sammlung war so kaum möglich. Der Einzug des Provinzialmuseums in das eigene Haus am heutigen Standort in der Colmantstraße erfolgte 1893. Dank des Neubaus konnte die Sammlung nun zusammenhängend präsentiert werden.

Auch im Provinzialmuseum wurde die Sammlung durch Grabungen, Ankäufe und Schenkungen beständig erweitert und verändert. Das Sammeln von Gemälden, obwohl nicht vollkommen vernachlässigt, stand dabei nicht unbedingt im Fokus der Sammlungsentwicklung des Hauses. Im Jahr 1902 wurde der Stadt Bonn eine Leihgabe von 226 Gemälden aus der Sammlung des Ehepaars Wesendonck angeboten. Die Bilder wurden 1909 von der Stadt an das Museum gegeben. Zunächst eine Leihgabe, wurden viele Stücke der Sammlung 1925 dem Wesendonck Erben durch das Museum und die Stadt Bonn abgekauft. So vervielfachte sich der Bestand an Gemälden – Alte Meister und aktuellere Kunst – am Beginn des neuen Jahrhunderts sprunghaft. Tatsächlich wurde der Umfang der Sammlung damit so groß, dass nun ein dringend benötigter Anbau realisiert wurde.

Das Museum in der NS-Zeit

Die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland 1933-1945 ging am Museum keinesfalls spurlos vorbei. Bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 erhielt das SA und NSDAP Mitglied Hans-Joachim Apffelstaedt als neuer Kulturdezernent im Rheinland großen Einfluss auf das Museum und wusste diesen zu nutzen, um die eigenen kulturpolitischen Ideen umzusetzen.

Mit der Übernahme der Rheinischen Provinzialverwaltung durch den Nationalsozialisten Heinrich Haake wurden Umstrukturierungen des Museums großzügig finanziert – mangelnde finanzielle Mittel waren in den Jahren zuvor noch ein ständiges Hemmnis in der Entwicklung des Museums gewesen – und eine inhaltliche Neuausrichtung der Präsentation vorgenommen. Das Museum sollte als Prestigeobjekt der Nationalsozialisten den neuen Typus eines Museums abbilden, das eine „volksnahe Bildungsstätte“ sein und die nationalsozialistische Ideologie kulturpolitisch untermauern sollte. So wurden in der Ausstellung die provinzialrömischen Objekte zu Gunsten der Vor- und Frühgeschichte weit in den Hintergrund gerückt. Es sollte ein Fokus auf vermeintlich deutsche Vorfahren gelegt werden, römisches galt als uninteressant und in der Vergangenheit über Gebühr bevorzugt. 1934 wurde zudem der Name von „Provinzialmuseum Bonn“ in „Rheinisches Landesmuseum“ geändert.

Während der Umgestaltung wurden Objekte veräußert, die nicht in das angestrebte Konzept passten. Beispielsweise wurde ein großer Teil der Wesendonck-Sammlung 1935 in einer Auktion bei Lempertz in Köln versteigert. Für die Realisierung der nationalsozialistischen Ansprüche an das Haus erhielt das Museums immer neue finanzielle Mittel von der Rheinischen Provinzialverwaltung und Sponsoren, die zu nicht unerheblichen Teilen für den Ankauf von Gemälden genutzt wurden.

Bei den Neuerwerbungen wurde ein Schwerpunkt auf solche Gemälde rheinischer und flämisch-niederländischer Maler gelegt, die als „artverwandt“ galten. Viele dieser Kunstwerke wurden durch Apffelstaedt und den Leiter der Gemäldegalerie des Museums, Franz Rademacher, in Paris, Amsterdam und Brüssel gekauft. Die Kunstwerke stammten häufig aus Sammlungen, die zuvor ihren Besitzern und Besitzerinnen enteignet worden waren oder deren Besitzer bzw. Besitzerinnen sich durch Flucht und Emigration zum Verkauf ihrer Sammlungen genötigt sahen.

Obwohl das Museum Ende August 1939 für das Publikum geschlossen wurde und große Teile der Sammlung in verschiedene Kunstschutzdepots verbracht wurden, konnte der Verlauf des Krieges das Akquirieren von neuen Exponaten nicht bremsen: Noch in der ersten Hälfte des Jahres 1944 reisten Mitarbeiter des Museums nach Frankreich, um im besetzten Paris bei Galeristen und in Museen Gemälde für die Sammlung zu kaufen.

Viele der Gemälde, die in dieser exzessiven Ankaufphase während des Krieges ins Rheinische Landesmuseum bzw. dessen Schutzdepots gelangten, wurden direkt nach Ende des Krieges und der Öffnung der Depots von den Alliierten an die Herkunftsländer zurückgegeben. Über die Herkunft und den Umgang mit Objekten, die zur Zeit des Nationalsozialismus oder mit potenziell belasteter Provenienz nach dem Krieg in den Besitz des Museums gelangten, finden im LVR-LandesMuseum andauernde Provenienzforschungen statt.

Neuausrichtung nach dem Krieg

Das Jahrzehnt nach dem Krieg war von der Beseitigung der Kriegsschäden und der Wiedereinrichtung des Museums geprägt. Im Zuge der danach erfolgten Neuaufstellung richtete sich das Rheinische Landesmuseum an den Bedürfnissen der Besucher*innen und den aktuellsten musealen Standards aus. So war bereits zu Beginn der 1970er Jahre ein museumspädagogisches Angebot im Haus angesiedelt, das auch für die kleinsten Bürger und Bürgerinnen den Besuch im Museum spannend und interessant gestaltete.

Mit dem Jahr 1998 begann ein aufwendiger Umbau des Museums in dessen Zuge eine ganz neue Dauerausstellung konzipiert wurde. Es wurden sogenannte Themenrundgänge eingerichtet, in denen unter thematischen Aspekten Objekte unterschiedlicher Epochen und Gattungen gemeinsam präsentiert wurden. Mit dieser Art der Präsentation sollten die Querverbindungen und Zusammenhänge zwischen den Objekten der Sammlung verdeutlicht und ein Netz von Bezügen über die Jahrhunderte hinweg geknüpft werden. Diese Rundgänge standen beispielsweise unter den Überschriften: Von Göttern zu Gott, Macht und Mächte und Kelten im Rheinland.

Es war und bleibt der Anspruch des Museums die Geschichte des Rheinlandes an möglichst viele Menschen vermitteln zu können und das kulturelle Erbe zu bewahren, zu präsentieren und zu erforschen. Um diesem Leitgedanken gerecht zu werden, finden am LVR-Landesmuseum fortdauernde Forschungen zu aktuellen Funden und archäologischen, historischen Fragestellungen statt.

Ein neues Kapitel

Im Jahr 2018 nahm das LVR-Landesmuseum Bonn (diesen Namen trägt das Museum seit 2008) Umbaumaßnahmen in Angriff, um dem eigenen Anspruch an Partizipation und Inklusion gerecht zu werden. Das Museum möchte allen Menschen einen spannenden, informativen und kurzweiligen Besuch des Hauses ermöglich. Deswegen wird weiter daran gearbeitet, die Liegenschaft komplett barrierefrei zu gestalten und die Ausstellungen sollen gänzlich inklusiv und interaktiv werden.

An dieser Leitidee ausgerichtet, wird derzeit die Dauerausstellung überarbeitet: Sie wird komplett neugestaltet und ermöglicht nach der Fertigstellung einen Streifzug durch 400.000 Jahre Geschichte. Dafür wurde die Einteilung nach Themenrundgängen aufgegeben und ein ganz neues Ausstellungskonzept erstellt. Die Objekte werden in Zukunft entlang des roten Fadens der Zeit epochengeschichtlich-thematisch präsentiert. Als erster Bereich ist die Neandertaler-Rotunde nach diesem Konzept realisiert. Das zweite Obergeschoss mit der Zeit des Mittelalters bis zur Gegenwart wurde im Herbst 2023 eröffnet. In der zweiten Jahreshälfte 2025 folgt das erste Obergeschoss mit archäologischen Zeugnissen der Vor- und Frühgeschichte, der Römerzeit und des Frühmittelalters.

Die Geschichte des Museumsgebäudes

Der Charakter des LVR-Landesmuseums ist eng mit dem Museumsgebäude verbunden. Das Landesmuseum versteht sich als Ort, der alle Menschen einlädt, Geschichte zu erleben, Wissen zu vertiefen und Fragen zu stellen – der dabei stets wandelbar bleibt und auf die Herausforderungen der Zeit eingeht.

Die Notwendigkeit eines Gebäudes

Ein Großteil der Sammlung des „Antiquitätenkabinetts“ (der Vorläuferinstitution des LVR-Landesmuseums) war in Räumlichkeiten des Schlosses der Universität Bonn untergebracht, wo er – mit kurzen Zwischenstationen einige Exponate beispielsweise im Kapitelsaal des Bonner Münsters – die meiste Zeit seit der Gründung des Museums 1820 auch verblieb.

Mit der Gründung des Provinzialmuseums 1874 wurde das Vorhaben, ein eigenes Museumsgebäude zu erhalten, forciert. Hermann Schaaffhausen sprach sich für das Grundstück des Königlichen Gymnasiums an der Koblenzer Straße (der heutigen Adenauerallee) aus, da er die Nähe zur Universität bevorzugte. Er konnte sich mit diesem Vorhaben nicht durchsetzen und es wurde beschlossen, das Grundstück Urban Colmants an der heutigen Colmantstraße anzukaufen. Der Neubau des Museums nach Plänen von Clemens Guinbert wurde am 8. April 1890 begonnen und die Arbeiten dauerten bis 1893. In diesem neuen Museum konnte die Sammlung nun zusammenhängend und nutzungsorientiert präsentiert werden – die Zielgruppen waren allerdings hauptsächlich Gelehrte und Studenten der Archäologie. Von einem „Museum für alle“ war man damals noch weit entfernt.

Das ursprüngliche Museumsgebäude wurde bereits nach wenigen Jahren durch einen Anbau erweitert. Dieser Anbau, der im Jahr 1909 eröffnet wurde, war deshalb notwendig, weil die Gemälde der Wesendonck-Sammlung, die als Leihgabe ins Provinzialmuseum gekommen waren, sonst keinen adäquaten Platz gehabt hätten. Durch das stetige Wachsen der Sammlung war ohnehin bereits ein gewisser Platzmangel deutlich geworden.

Der Neubau wurde als zweigeschossiger Flügelbau in Richtung Bachstraße ausgeführt, der die auch heute noch prominente Oberlichthalle umfasste.

Kriegsschäden

In den 1930er Jahren fanden abermals bauliche Maßnahmen statt. Sie standen unter der Prämisse, das Gebäude und die Architektur der Ausstellungsräume den Anforderungen der Nationalsozialisten an das Museum als „volksnahe Bildungsstätte“ anzupassen.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Museum geschlossen und die meisten Exponate ausgelagert. Sehr große Steinobjekte waren jedoch für den Transport zu schwer und wurden daher im Museum durch Sandsäcke, Holzplatten oder provisorische Backsteinwände geschützt. Außerdem blieben auch kleinere archäologische Funde in den Magazinschränken im Keller.

Am 28. Dezember 1944 wurden das Haus und das Gelände von drei Bomben getroffen und zu großen Teilen zerstört. Im vorderen Bereich des Gebäudes wurde die Eingangstreppe und die Fassade beschädigt, wodurch sich der Giebel des Dachs verschob und die Statik dieses Teils des Hauses beeinträchtigt wurde. Der gesamte hintere Teil des Altbaus wurde zerstört, wobei auch der vordere Teil des Anbaus beschädigt wurde. Durch die einstürzenden Wände und Decken des Museums wurde die Kellerdecke durchschlagen und die unterirdischen Magazinräume zerstört. Die dort gelagerten Objekte gingen dabei verloren.

Weitere Schäden am Gebäude entstanden in den letzten Wochen des Kriegs: Durch die Sprengung der Rheinbrücke im Frühjahr 1945 stürzten instabil gewordene Teile der Fassade des Altbaus ein.

Aus Altbau wird Neubau

1953 wurde entschieden, den beschädigten Altbau abzureißen. Somit blieb nur noch der hintere Teil des Museumsbaus erhalten, der nach dem Krieg renoviert wurde und in dem das Museum seit 1950 wieder einen Teil seiner Sammlung präsentierte. An die Stelle des abgerissenen Altbaus sollte ein Neubau treten und mit dem bestehenden Gebäude – das seitdem als „Altbau“ bezeichnet wird – verbunden werden. Nach den Plänen des Wiesbadener Architekten Rainer Schell wurde zwischen 1963 und 1967 ein zur damaligen Zeit wegweisender Bau errichtet. Die Verwendung von Beton und Glas in einer sehr klaren Formsprache machte den neuen Museumsbau zu einem typischen Gebäude der Moderne. Das Gebäude erhielt, dem Namen des Architekten entsprechend, die umgangssprachliche Bezeichnung „Schellbau“.

Um die Ausstellung modernen Ansprüchen anzupassen, orientierte man sich bei der Errichtung des Schellbaus und der Präsentation der Objekte an den aktuellen Standards von Ausstellungswesen und museumspädagogischem Wissen. Die Vitrinen wurden nicht mit Objekten vollgestopft, sondern jedes Exponat sollte die Chance erhalten, auf den Besuchenden zu wirken. Das bedeutete allerdings, dass es viel mehr Objekte gibt, die es wert sind, gezeigt zu werden, als es letztlich in die Ausstellung schafften. Tatsächlich wird nur ein Bruchteil der Sammlungen im Museum gezeigt. Der überwältigende Großteil des Bestands wird in Depots gelagert. Diese befinden sich sowohl in Bonn wie auch in Meckenheim, wo ein eigenes Depotgebäude errichtet wurde.

Neues ab der Jahrtausendwende

In den 1990er Jahren wurden Pläne für einen abermaligen Umbau des Museums beschlossen. Der Schellbau sollte an aktuelle Standards der musealen Präsentation, Ökologie und Technik angepasst werden. Für dieses Vorhaben wurde die Architektengruppe Stuttgart in Zusammenarbeit mit Knut Lohrer und Dieter K. Keck beauftragt. Die umfassende bauliche Neugestaltung begann 1998 und war nicht im laufenden Betrieb zu realisieren, weswegen das Museum für das Publikum schließen musste. Die zunächst auf drei Jahre angelegte Schließungs- und Umbauzeit verlängerte sich, wodurch das Museum erst im November 2003 wiedereröffnete.

Die Fassade des Neubaus wird seit dem Umbau durch eine Holzverkleidung geprägt, der eine gläserne Hülle vorgesetzt ist. Dadurch entstand zwischen der Holzfassade und der Glaswand eine Fläche, die als erster Ausstellungsraum architektonische Exponate enthält.

Mit den Holzbalken, die waagerecht und schräg zur Fassade verlaufen, soll der Eindruck von alten Grabungskisten erweckt werden. Grabungskisten sind Kästen – früher aus Holz, heute aus Plastik – in denen die Funde bei Grabungen gelagert und transportiert werden. Das LVR-Landesmuseum ist letztlich solche eine Kiste: Voller spannender Funde und Objekte. Die Glashülle, die das Haus umgibt, spielt ebenfalls mit musealen Ausstattungsgegenständen: Wie eine Vitrine schützt das Glas das Haus und lässt dennoch den Blick ins Innere zu. Im Gebäude selbst werden die verwendeten Materialien Holz, Glas und Beton aufgegriffen und eine helle, offene Gestaltung erreicht.

Die 1998-2003 ausgeführten Erneuerungen wurden 2019/2020 durch Arbeiten im Erd- und Untergeschoss ergänzt. Dafür wurden Herrmann & Bosch engagiert, die bereits in den Umbau zur Jahrtausendwende involviert waren. Während des laufenden Betriebs wurden eine neue Gestaltung des Foyers und der Einbau eines zentralen, gläsernen Aufzugschachts durchgeführt. Zudem wurden im Bereich des Neandertalers die neuen Gestaltungselemente der Dauerausstellung umgesetzt. Mithilfe von klaren Linien, einem deutlichen Leitsystem, Licht und partizipativen Angeboten wird ein ganz neues, inklusives und interaktives Museumserlebnis geschaffen.

Nähere Informationen: Rheinisches Landesmuseum für Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte, Colmanstraße 14 – 16, 53115 Bonn, Telefon: 0228 2070351, E-Mail: info@landesmuseum-bonn,lvr.deKunst- und

Alles fließt – die Kunst von heute im Dordrechts Museum

Noch bis 15. März 2026 präsentiert das Dordrechts Museum „Alles fließt – aktuelle Perspektiven in der Museumssammlung“. Erstmals vereint die Ausstellung aktuelle Erwerbungen und langfristige Leihgaben aus den Jahren 2020–2025: eine facettenreiche Serie von Gemälden, Videowerken und Skulpturen führender zeitgenössischer Künstler. Ihre Arbeiten führen Besucher durch zeitgenössische Landschaften, Porträts, Traumwelten und Reflexionen über das 21. Jahrhundert.

Reichtum und Vielfalt

Von langen Haarsträhnen, die in einem monumentalen Gemälde von Katinka Lampe um ein Gesicht schwingen, bis hin zu einem Ozean voller Plastiksuppe in einem Video von Anouk Kruithof: Die in „Alles fliesst“ ausgestellten Kunstwerke zeigen die Harmonie und Unharmonie zwischen Mensch, Natur und Gesellschaft. Einige Werke sind eine aktuelle Fortsetzung großer Gemälde aus der Vergangenheit, wie das riesige Gemälde voller Vögel von Niek Hendrix, inspiriert von einem historischen Deckengemälde. Gleichzeitig baut das Museum eine Sammlung für zukünftige Generationen auf: Es ist nicht umsonst, dass die Vögel in einen Regenbogen aus Farben getaucht sind, der den Reichtum und die Vielfalt unserer Welt widerspiegelt.

Führende Künstler

Die Ausstellung zeigt Werke führender Künstler – darunter Abul Hisham (Gewinner des De Scheffer Art Prize 2024), Carla Klein, Iris Kensmil, Neo Matloga, Femmy Otten, Umar Rashid, Emma Talbot, Agnes Waruguru und Evi Vingerling – und zeigt, wie sie die Polyphonie der Kunst des 21. Jahrhunderts mit kritischen Visionen und poetischen Perspektiven zum Leben erwecken. „Kunst im 21. Jahrhundert ist wie ein Strom von Geschichten, Bildern und Ideen, in dem viele Perspektiven koexistieren“, sagt Wilma Sütö, Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Kuratorin der Ausstellung.

Künstler

Die Ausstellung „Alles fließt“ enthält Werke von: Abul Hisham (Gewinner des De Scheffer Kunstpreises), dem Duo Maria Roosen & Jiří Pačinek, Iris Kensmil, Neo Matloga, Femmy Otten, Jennifer Tee, Katinka Lampe, Anouk Kruithof, Fiona Lutjenhuis, Rory Pilgrim, Agnes Waruguru, Charlott Weise, Emma Talbot, Evi Vingerling, Juul Kraijer, Niek Hendrix, Frans van Lent, Carla Klein, Umar Rashid, Hans Broek und Charlotte Schleiffert.

Dank an

Die neuen Erwerbungen wären ohne die großzügige Unterstützung von Mitteln, privaten Spendern und Kooperationspartnern nicht möglich gewesen. Dank ihnen kann das Dordrechts Museum die Sammlung bereichern und aktuelle Perspektiven für die Zukunft bewahren. In dieser Zeit ist das Museum auch unternehmerischer geworden: Wir suchen aktiv die Zusammenarbeit mit Partnern, die unsere Mission teilen, gemeinsam eine vielseitige Sammlung aufzubauen. Zum Beispiel arbeiten wir mit Künstlern, Institutionen und Sammlern zusammen, die dazu beitragen, verschiedene Geschichten sichtbar zu machen – über Menschen, Natur, Identität und Gesellschaft. Auf diese Weise wächst die Sammlung nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Bedeutung und Ausdruckskraft.

Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl

Die Neue Leipziger Schule“ entsteht in Assen nicht

Mit ‚Hotspot Leipzig‘ präsentiert das Drents Museum seine Sammlung neuer Gemälde aus Leipzig. Dennoch ist die Ausstellung enttäuschend. Die Frage bleibt sogar: Gibt es überhaupt eine Neue Leipziger Schule?

„Hotspot Leipzig“ ist ein passender Name für eine Ausstellung im Drents Museum über aktuelle Kunst aus Leipzig. Denn die Stadt im Osten Deutschlands war und ist ein Zentrum der Malerei, besonders rund um die Leipziger Baumwollspinnerei, die seit 2005 als „Die Spinnerei“bekannt ist.Nach der Schließung nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Fabrik von Künstlern und anderen Kreativen übernommen, die oft an der Leipziger Kunstakademie studiert hatten. Ein Kurs, in dem Künstler wie Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer in der DDR-Zeit realistische Malerei unterrichteten. Neo Rauch und Rosa Loy, das Künstlerpaar, das weltweit das Visitenzeichen der sogenannten Neuen Leipziger Schule ist, haben seit 1994 ein Atelier in der Spinnerei.

Seit 2009 zeigt das Drents Museum regelmäßig Werke eines oder mehrerer Leipziger Künstler. Im vergangenen Jahr konnte das Museum schließlich ein Werk von Neo Rauch erwerben, das Gemälde „Das Dreibein“ von 2024. Heute sind etwa 50 Gemälde aus der Sammlung bis zum 5. April 2026 in der Abteihalle und der Kreuzgangshalle ausgestellt.

Meterhohe Leinwände

Direkt neben dem einleitenden Text hängt das Werk von Neo Rauch. Obwohl dies ein markanter Ort ist, ertrinkt das 50 mal 40 Zentimeter große Gemälde im Raum neben der großen Texttafel. Gerade für diejenigen, die Rauchs metergroße Leinwände gewohnt sind, wirkt dies eher wie eine Vorstudie. Außerdem gibt die Ausstellung keine Erklärung zu diesem Gemälde oder zu den anderen Werken. Dank eines Videos, in dem der Leiter des Drents Museums, Harry Tupan, über seine Leidenschaft für die Leipziger Malerei spricht, können Besucher etwas über die Hintergrundgeschichte der Spinnerei erfahren. So erklärt er beispielsweise, dass es so etwas wie eine ‚Neue Leipziger Schule-Stijl‘ nicht gibt: Obwohl die Künstler an derselben Akademie studierten, wählten sie jeweils ihre eigene Richtung. Details dazu sind im Katalog zu lesen – der auch alle 80 Werke des Museums zeigt.

Theatralische Menschenfiguren

Im Museum erhielten die Gemälde nur eine Namensplakette, und es gibt keine weiteren Erklärungen zu den Künstlern. Dies ist daher eher eine Auswahl aus der Sammlung als eine eigenständige Ausstellung, die die Neuwe Lepiziger Schule interpretiert und erkundet. Das ist schade, denn so bleiben der ‚Hotspot‘ und die größere Perspektive etwas im Hintergrund.Allerdings kann der Besucher durch genaue Betrachtung selbst Kreuzverbindungen entdecken. Christoph Ruckhäberle (1972) schafft beispielsweise eine vielfarbige Inszenierung mit theatralischen Menschenfiguren, die entfernt an die surrealistischen Situationen von Rauch (1960) und Loy (1958) erinnern. David Schnell (1971) hat sich wie Dorothee Liebscher (1987) für eine viel fragmentiertere Darstellung der Realität entschieden: Es sind Landschaften, die aus gemalten Linien bestehen. Ob es sich um die Andeutung einer tatsächlichen Landschaft oder ein flaches Gemälde handelt, die Künstler überlassen es dem Betrachter. Es gibt ein faszinierendes, pop-art-ähnliches Gemälde von Frauen, die Pfeifen rauchen, gemalt von Malte Masemann (1979), einer ehemaligen Schülerin von Rauch, der Frauen in historischen Kontexten oft eine prominente Rolle zuschreibt.Unterdessen betrachten die Künstler von einer kleinen Wand aus die Besucher in fünf Selbstporträts. Ihre stillschweigende Botschaft: Wenn du sie wirklich kennenlernen willst, ist es am besten, nach Leipzig zu gehen. (Von Joke de Wolf aus der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Drents Museum, Brink 1, 9401 HS Assen, Telefon 0592 377773, E-Mail: info@drentsmuseum.nl, Internet: www.drentsmuseum.nl. Geöffnet ist das Museum in der von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

Jahresvorschau 2026 der Kunsthalle Bielefeld

„Mit der Kunst die Welt befragen – dieser Mission verschreiben wir uns auch im kommenden Jahr. Wir laden Sie herzlich ein, die Kunsthalle Bielefeld als einen Ort zu erleben, der neue Perspektiven auf unsere Gesellschaft eröffnet und inspirierende Impulse setzt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Kunsthalle Bielefeld zum Jahresprogramm 2026. Den Auftakt bildet die Ausstellung „Alles Licht. Light and Space gestern und heute“, die noch bis zum 1. März 2026 zu sehen ist. Hier ein Einblick in die kommenden Highlights:

Duane Linklater – Cache

21. März bis 14. Juni 2026

Wenn wir Dinge sammeln, entsteht eine eigene Welt: Wir verbinden, bewahren, ordnen Bedeutung zu. Das gilt im persönlichen Familienarchiv ebenso wie im Museum, das seine Sammlungen nutzt, um Geschichten über Herkunft und Identität zu erzählen.

Welche Verbindungen stiften unsere Dinge? Was bewahren wir – und warum? Welche Geschichten entstehen aus dem, was wir sammeln? Für seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland entwickelt der kanadische Künstler Duane Linklater (*1976) ortsspezifische Installationen. Ausgangspunkt ist der Begriff „cache“, ein Hort, der sowohl „Sammlung“ als auch „Struktur“ oder „Rahmen“ bedeuten kann. In Indigenen Kulturen Kanadas diente ein Cache der Aufbewahrung und Weitergabe von Gegenständen, Erinnerungen und Wissen – ein Prinzip, das Linklater in die Gegenwart überträgt.
Linklater, Omaskêko Ininiwak (Moose Cree First Nation), hat für die Ausstellung modulare, skulpturale Gerüstkonstruktionen – „caches“ – entwickelt. Diese Strukturen tragen Gemälde, gefundene Objekte, Möbel und persönliche Dinge seiner Familie. Sie bilden eine Art aufgeschichteten Hort: ein Speicher, in dem Gegenstände in eine mögliche Zukunft hinein verwahrt werden und sich zugleich der direkten Aneignung entziehen. Linklater knüpft damit an familiäre und kulturelle Formen des Sammelns an und verbindet sie mit Erzählungen über Zirkulation, Bewahrung und Bedeutungswandel — von Alltagsobjekten bis zu archäologischen Funden, wie jenen tausende Jahre alten Indigenen Werkzeugen, die in jüngster Zeit rund um Ottawa entdeckt wurden.

Im Zusammenspiel mit unserer Sammlungspräsentation entsteht ein Resonanzraum zwischen unterschiedlichen Zeiten und Kulturräumen. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie Dinge Geschichten tragen, Verbindungen schaffen und kulturelle Kontinuitäten wie Brüche sichtbar machen — und wie sich in diesen Zusammenstellungen persönliche und kollektive Perspektiven überlagern.

So wird die Kunsthalle zu einem vielschichtigen Speicher, in dem Linklaters Gerüste zu materiellen Metaphern für Behutsamkeit, Wiederherstellung und das Weitertragen von Bedeutungen werden.
Die Ausstellung wird gemeinsam mit dem Künstler, der Wiener Secession und der Galerie Rudolfinum, Prag, konzipiert.

Geteilte Ansichten. Kunsthalle Bielefeld x Sammlung KiCo – Teil I: Vom Teilen und Geteiltsein

4. Juli bis 1. November 2026

Was passiert, wenn wir teilen – Ideen, Räume, Verantwortung? Mit „Geteilte Ansichten“ eröffnet die Kunsthalle Bielefeld ein umfassendes, zweiteiliges Ausstellungsprojekt, das das Teilen als ästhetisches, soziales und politisches Prinzip ins Zentrum rückt. Die Schau verbindet Werke aus der Sammlung KiCo mit Positionen aus der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld. Die Sammlung KiCo wurde 2009 von Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer ins Leben gerufen – mit der Zielsetzung, nicht nur in einer privaten Sammlung zu münden, sondern sich in kontinuierlicher Zusammenarbeit mit öffentlichen Museen zu entwickeln. In engem Dialog mit dem Kunstmuseum Bonn und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, die bei der Auswahl und den Entscheidungen für den Ankauf von Kunstwerken partnerschaftlich mitwirken, fließen Überlegungen zu einer sinnvollen und denkbaren Erweiterung der jeweiligen Kunstsammlungen ein.

Ab 2026 ist die Kunsthalle Bielefeld neues Partnermuseum und freut sich darauf, in zwei Ausstellungstakten das neue Zusammenspiel in unterschiedlichen Zugangsformen vorzustellen. „Vom Teilen und Geteiltsein“ untersucht, wie tief das Teilen in unsere Lebenswirklichkeit eingeschrieben ist: als Gestaltung von Raum, als Trennung und Grenzziehung, als Austausch von Material und Information, als Verteilung, Konfrontation und Kommunikation. Die gezeigten Kunstwerke greifen Spuren, Oberflächen, Bildwelten und persönliche Handschriften auf und verweben sie zu neuen gemeinsamen Erzählungen. Aus Fragmenten entsteht ein größeres Ganzes; aus individuellen Perspektiven ein Resonanzraum kollektiver Erfahrung.

Die Ausstellung stellt damit eine zentrale Frage unseres Zusammenlebens: Wie prägt das Teilen unsere Gesellschaft – und welche Rolle können Museen als öffentliche Orte im Aushandeln dieser geteilten Wirklichkeiten spielen? In diesem Dialog zwischen historischen und zeitgenössischen Positionen entsteht ein offener Raum, in dem Kunst nicht nur betrachtet wird, sondern Verantwortung, Gemeinschaft und Austausch sichtbar macht.

Folgende Künstlerinnen und Künstler sind vertreten: Monica Bonvicini, Andrea Büttner, Sandro Chia, George Condo, Thomas Demand, Lucio Fontana, Andreas Gefeller, Isa Genzken, Erik van Lieshout, Daniel Knorr, Michel Majerus, Marcel Odenbach, Ulrich Rückriem, Tomás Saraceno, Corinne Wasmuht, Clemens von Wedemeyer und andere.

Teil II: Willst du mit mir gehen? – Sammlungen im Dialog

21. November 2026 bis 21. Februar 2027

„Man muss einsteigen in die Malerei mit beiden Füßen“, so beschrieb die Künstlerin Maria Lassnig ihren künstlerischen Prozess in einem Interview. Ihr Werk „Füsse“ (1987/89) aus der Sammlung KiCo steht zeichenhaft für den zweiten Teil der Ausstellung, in der neue mögliche Gangarten mit der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld eingeschlagen werden und sich zugleich neue Standpunkte eröffnen. „Miteinander gehen“ bedeutet, dass Werke aus zwei Sammlungen zusammenfinden und miteinander ins Gespräch kommen, sich gegenseitig ergänzen, erweitern, hinterfragen und auch widersprechen.

Die Auseinandersetzung mit Malerei, Raum und Abstraktion von der Klassischen Moderne bis in die Gegenwart bildet den verbindenden kunsthistorischen Faden zwischen den Sammlungen. Während die Sammlung der Kunsthalle Schwerpunkte im deutschen Expressionismus und der US-amerikanischen Avantgarde der 1960er-Jahre beinhaltet, knüpft die Sammlung KiCo mit Werken der jüngeren Gegenwart an.

Im Zusammenspiel entstehen neue Sichtachsen; zugleich werden Perspektiven gestärkt, die zuvor weniger sichtbar waren. Werke, die in der Sammlung der Kunsthalle vorhanden sind u.a. Arbeiten von Monica Bonvicini, Herbert Brandl, Gerhard Hoehme, Günter Fruhtrunk, Shannon Bool, Michel Majerus oder Charline von Heyl können mit weiteren Werken aus der Sammlung KiCo ergänzt und so das Werk umfangreicher vorgestellt werden. Bisher gänzlich fehlende Werke von Künstlerinnen wie Marcia Hafif, Katharina Grosse, Sarah Morris oder Maria Lassnig führen die in unserer Sammlung angelegten Setzungen etwa von Agnes Martin, Sigmar Polke, Gerhard Richter oder Georg Baselitz in die jüngere Geschichte fort.

Die ausgewählten Werke erweitern das bestehende Profil unserer Sammlung und zeigen, wie sich Perspektiven durch gemeinsames Sammeln öffnen und verschieben lassen. Historische und aktuelle Positionen treten in einen Dialog. Klassische Formen und Konzepte werden zeitgenössischen gegenübergestellt, skulpturale und raumbezogene Arbeiten verschränken sich, fotografische und mediale Arbeiten erweitern die narrative Dimension der Sammlungen.

„Willst du mit mir gehen?“ ist als sichtbarer Ausdruck einer Sammlungspraxis konzipiert, die auf Kooperation, Offenheit, Nachhaltigkeit und Bewegung setzt. Die Ausstellung wird so zu einem experimentellen Denkraum, in dem Zukunftsperspektiven musealer Arbeit erprobt und die Grundlagen eines gemeinsamen kulturellen Gedächtnisses neu ausgelotet werden.
Folgende Künstlerinnen und Künstler sind vertreten: unter anderem Nevin Aladağ, Karla Black, Georg Baselitz, Monica Bonvicini, Shannon Bool, Louise Bourgeois, Herbert Brandl, Angela Bulloch, Matti Braun, Alexander Calder, Sonia Delaunay, Nicole Eisenman, Olafur Eliasson, Isa Genzken, Katharina Grosse, Cao Fei, Günter Fruhtrunk, Marcia Hafif, Charline von Heyl, Maria Lassnig, Annette Kelm, Agnes Martin, Michel Majerus, Henry Moore, Sigmar Polke, Germaine Richier, Gerhard Richter, Karin Sander, Adrian Schiess, Hiroshi Sugimoto, Wolfgang Tillmans, Philipp Timischl und James Welling.

Nähere Informationen: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld, Telefon: 0521 32999500, Fax: 0521 329995050, E-Mail: info@kunsthalle-bielefeld.de. Die Kunsthalle ist am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 21 Uhr geöffnet.

Maritime Mode im Nationalen Maritimen Museum

Kapitänsjacken, Kabelpullover und eine Tasche in Form einer Perle: Die Ausstellung „Oceanista“, die noch bis zum 12. April 20026 im National Maritime Museum in Amsterdam zu sehen ist, ist ein Fest für die Augen. Die erste Modeausstellung des Museums zeigt, wie viele Alltagskleidungsstücke maritime Wurzeln haben.

Aber die entscheidenden Fragen – warum bestimmte Stile so beharrlich zurückkehren, was sie bedeuten – bleiben unbeantwortet. Inhaltlich bleibt es oberflächlich.

Was macht die Kapitänsjacke zu einem so beständigen Modefavoriten? Die steife, blaue Jacke mit goldenen Streifen und glänzenden Knöpfen kehrt immer wieder in die Mode zurück, sei es in Form von Vintage-Jacken oder zeitgenössischen Neuinterpretationen. Modemarken wie Balmain und Thom Browne haben es bereits mehrfach genutzt. Während ihrer Konzertreihe „Love Boat“ im Jahr 2012 trugen die „Toppers“ passende blau-weiße Kapitänsanzüge, die von oben bis unten mit Pailletten bedeckt waren. Was sagt diese anhaltende Faszination für die Marineuniform über uns als Menschen aus?

Maritime Wurzeln

Jedenfalls ist diese Faszination keine Einzelerscheinung. Die Ausstellung zeigt den weitreichenden Einfluss des Lebens in und um Ozeane auf die Mode, anhand einer Auswahl zeitgenössischer und historischer Modestücke, die – direkt oder indirekt – aus der maritimen Welt hervorgegangen sind. Ein Teil dieser Auswahl wurde vom dänischen M/S Maritime Museum bestimmt, von dem das National Maritime Museum die Ausstellung übernahm. Das Museum ergänzte die Auswahl weiter, hauptsächlich mit Leihgaben von niederländischen Museen und Bekleidungsmerken, darunter Kassl, Duran Lantink und Martan.

„Oceanista“ ist in Räume mit unterschiedlichen Themen unterteilt, die zeigen, wie das Meer die Mode auf unterschiedliche Weise beeinflusst hat. Es ist überraschend – wie im Museum zu sehen, dass ganz alltägliche Kleidung maritime Wurzeln hat. Manche sind so häufig, dass man vergessen würde, dass sie von dort stammen. Der Kabelpullover zum Beispiel ist, wie das bretonische gestreifte Hemd, ein klassisches Fischerkleidungsstück. Oder der gelbe Gummiregenmantel, eine Ableitung des jahrhundertealten Ölmantels, der erfunden wurde, um nassen Stürmen standzuhalten. Er bestand aus Baumwolle, die in Leinöl, Bienenwachs und Terpentin getaucht war und gelb gefärbt war, um auf dem Schiffsdeck oder an der Küste besser sichtbar zu sein.

Ein anderer Raum zeigt Entwürfe, die eine Ode an die mystische Schönheit des Meereslebens sind. Es gibt eine Tasche von Simone Rocha in Form einer vergrößerten, eiförmigen Perle und ein Kleid von Botter in tropischen Fischfarben, gefertigt aus dünnem Organza mit ausgeschnittenem Schuppenmuster. Im Mittelpunkt steht ein Kleid von Iris van Herpen mit einem Rock aus Seidenschichten, die wie fließendes Wasser wirbeln oder wie Tentakel nach oben kriegen – je nachdem, wie man es betrachtet.

Unbeantwortete Fragen

Es ist eine reiche und erfrischende Auswahl an Kleidungsstücken und Accessoires, die durch das Design der Ausstellung optisch gut in Szene gesetzt werden: Bühnen in Form von Papierbooten, wellenförmige Trennwände, hängende Fischernetze statt Vitrinen. „Oceanista“ ist eine wunderschöne Ausstellung, aber inhaltlich bleibt sie an der Oberfläche. Dass viel Mode vom Meer inspiriert ist, wird nach ein paar Räumen klar – aber die interessanten Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet. Warum entschieden sich so viele Designer für Kapitänsjacken? Was bedeuten die verrückten Paillettenanzüge von „De Toppers“ eigentlich? Wann wurden Ölschalen zu Modeartikeln, und was sagt das über diese Zeit aus? Die Ausstellung hätte von mehr Klarheit in der Art der Präsentation profitiert, zumal die Ausstellung keinen Katalog hatte.

Das hätte auch klarer gemacht, warum „Oceanista“ gerade jetzt relevant ist.

Das Museum selbst betont diese Relevanz, indem es feststellt, dass die maritime Welt eine Quelle der Kreativität für eine nachhaltige Zukunft ist. Doch die Geschichte über Nachhaltigkeit bleibt auch recht allgemein und dreht sich manchmal mehr um das nachhaltige und zeitlose Aussehen maritimer Stile – Ölmäntel, Segelanzüge, Kabelpullover – als um die spezifischen Probleme, die die Modeindustrie für marine Ökosysteme und für die Technologien und Systeme, die damit umgehen, verursacht.

Glücklicherweise erzählen manche Designs diese tieferen Geschichten unabhängig voneinander. Wie der von Charlotte McCurdy entworfene Regenmantel, der das harte Aussehen einer öligen Jacke hat, aber aus Meeresalgen besteht: ein nachhaltigeres Material, das aus dem Meer selbst stammt. Der Designer Niño Divino verwendet kunstvolles Falten und Knoten mit handbemaltem Stoff und mit Fischernetzen, um die Geschichte von Fischern in der Karibik zu erzählen, die mit den Folgen der Kolonialgeschichte zu kämpfen haben. Solch maritime Mode bedarf kaum der Worte. (Text von Nora Veerman, erschienen in der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Het Scheepvaart National Maritime Museum, Kattenburgerplein 1, 1018 KK Amsterdam, Telefon: 020 523 2222, E-Mail: info@hetscheepvaartmuseum.nl

Pekka Halonen. Eine Ode an Finnland

Das Rijksmuseum Twenthe präsentiert ab dem 20. März 2026 die erste große Überblicksausstellung des finnischen Malers Pekka Halonen (1865–1933) in den Niederlanden.

Halonen gehört zu den beliebtesten Künstlern Finnlands, ist jedoch außerhalb seines Heimatlandes beim breiten Publikum weniger bekannt. Nach früheren erfolgreichen Ausstellungen mit Werken skandinavischer Künstler möchte das Rijksmuseum Twenthe dies ändern, indem es in Zusammenarbeit mit dem Ateneum Art Museum (Helsinki), dem Petit Palais (Paris) und dem Ordrupgaard Museum (Charlottenlund, Dänemark) Halonens erste große Retrospektive außerhalb Finnlands präsentiert.

Die Ausstellung

Die Präsentation umfasst 94 Werke, größtenteils Gemälde von Halonen, ergänzt durch einige persönliche Malutensilien aus Halosenniemi, Halonens selbst entworfenem Atelierhaus am Ufer des Tuusula-Sees. Der Großteil der Leihgaben stammt aus der Sammlung des Ateneum Art Museum in Helsinki. Ergänzt werden diese durch Leihgaben aus verschiedenen anderen finnischen Museen sowie aus Privatsammlungen. Die Ausstellung zeigt die künstlerische Entwicklung Halonens – von seinen Studienjahren in Paris über seine Teilnahme an der Weltausstellung von 1900 bis zu seiner Rückkehr nach Finnland, wo er sich am Tuusula-See niederließ. Den Abschluss bilden Halonens Winterlandschaften – ein Thema, das ihn dauerhaft faszinierte. Dank seiner scharfen Beobachtungsgabe verstand er es wie kaum ein anderer, das finnische Licht, die Kälte und die Stille darzustellen. Diese Werke gehören zu seinen bekanntesten und brachten ihm den Beinamen „Schneemaler“ ein.

Halonen zwischen Paris und Finnland

Als talentierter Sohn einer Bauernfamilie zog Halonen nach Paris, wo er zwischen 1890 und 1893 an der renommierten Académie Julian studierte – gemeinsam mit Eero Järnefelt und Akseli Gallen-Kallela. Seine künstlerische Entwicklung wurde besonders durch seine Lehrzeit bei Paul Gauguin geprägt, dessen Kunst eine wichtige Inspirationsquelle für ihn war.

Halonens Beitrag zum finnischen Pavillon auf der Weltausstellung von 1900 – darunter „Der Luchsjäger“ und „Die Wäsche auf dem Eis“ – markierte einen Wendepunkt: Zum ersten Mal präsentierte sich Finnland international als eigenständige Nation, unabhängig von Russland. In diesen monumentalen Werken zeigt Halonen, wie er die finnische Identität in Alltagsszenen und in der engen Verbundenheit von Mensch und Natur einzufangen wusste.

Nach seiner Rückkehr nach Finnland entwickelte er eine neue Sichtweise auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Von seinem Atelierhaus Halosenniemi aus zog er mit Staffelei in die Winterkälte, um die Landschaft aus nächster Nähe zu studieren. Anders als viele Zeitgenossen, die ihre Landschaften oft aus der Vogelperspektive konstruierten, entschied sich Halonen für intime, beinahe greifbare Nahaufnahmen der Natur.

Halosenniemi war zudem ein lebendiger Treffpunkt: Halonen lebte dort mit seiner Frau und acht Kindern und empfing zahlreiche Gäste. Wohnen, Arbeiten und Naturerleben verschmolzen dort zu einem organischen Ganzen. Nicht nur Halonens Kunst, sondern auch sein Lebensstil spiegelte sein Streben nach Harmonie zwischen Mensch und Natur wider.

Aktualität von Halonens Werk

Obwohl Halonen vor mehr als einem Jahrhundert arbeitete, bleibt seine Thematik hochaktuell. Er hielt die Schönheit der finnischen Landschaft und ihrer Jahreszeiten in einer Zeit fest, in der durch zunehmende Industrialisierung großflächig Bäume in den finnischen Wäldern gefällt wurden. Seine Gemälde fungierten daher als subtile Warnung vor der Zerstörung der Natur. In unserer heutigen Zeit, in der der Wechsel der Jahreszeiten durch den Klimawandel immer stärker unter Druck gerät, ist seine Mahnung, sorgsam mit der Natur umzugehen, aktueller denn je.

Halonen erkannte, wie ein Künstler seine Vorstellungskraft einsetzen konnte und wie die Darstellung der Landschaft zur Bildung einer nationalen Identität beitragen konnte. Seine finnischen Landschaften können daher auch als Versuch gesehen werden, die finnische Nation zu fassen – in einer Zeit, in der die finnische Identität durch russische Propaganda unter Druck stand und das Land nach Unabhängigkeit strebte.

Diese Themen von Identität und unserem Umgang mit der Natur knüpfen eng an die Programmlinien Het Groene Lab und Identiteit des Rijksmuseum Twenthe an. Innerhalb dieser beiden Linien stehen gesellschaftliche Fragestellungen im Mittelpunkt: Sie erkunden sowohl das Verhältnis des Menschen zur Natur als auch unsere Beziehung zu uns selbst und zu anderen.

Publikation und Begleitprogramm

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustrierter Katalog, herausgegeben von Waanders Uitgevers, mit Beiträgen von Anna-Maria von Bonsdorff (Ateneum), Anne-Charlotte Cathelineau (Petit Palais) und Valentijn As (Rijksmuseum Twenthe). Darüber hinaus entwickelt das Museum ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Workshops und einem großen Mitsommernachtsfest.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Twenthe, Lasondersingel 129-131, 7514 BP, Enschede, Telefon +31 53201 2000, Internet www.rijksmuseumtwenthe.nl. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Bas Kosters. Many loving arms

Ab dem 14. Februar 2026 wird in Enschede, wo Bas Kosters an der Kunstakademie AKI seine künstlerische Karriere begonnen hat, unter dem Titel Many Loving Arms eine erste große Ausstellung mit seinen in den letzten zehn Jahren entstandenen Werken im Rijksmuseum Twenthe gezeigt.

„Many loving arms“ ist keine traditionelle Ausstellung. Es ist ein Universum, das einen umarmt. Bas Kosters baut eine Welt, die vor Farbe, Sanftheit und gleichzeitig Widerstandskraft nur so strotzt. Ein Ort, an dem Selbstliebe kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Wo Queerness, Hoffnung, Sinnlichkeit und Verletzlichkeit eine Sprache bilden, die man nicht nur hört und versteht, sondern auch fühlt. Die Ausstellung ist ausladend und intim, leichtfüßig, aber auch genau auf den Punkt. Kosters lädt in eine Welt ein, in der jeder Raum einnehmen, sich selbst erfinden und manchmal an 1000 imaginären Armen anlehnen darf.

Die Welt des Bas Kosters

Hinter dieser farbenfrohen Energie verbirgt sich aber auch ein forscherischer Aspekt, der über Form und Ausdruck hinausreicht. Kosters erforscht, wie Menschen sich in einer Welt behaupten, die Freiheit und Glück in den Mittelpunkt stellt, zugleich aber Gefühle von Druck, Entfremdung und Konkurrenz erzeugt.

Seine Wandteppiche, Skulpturen, Keramiken und Zeichnungen sind Mittel, um grundlegende Fragen zu erforschen: Wie findet man Sicherheit, wie schafft man Raum für sich selbst, wie lebt man mit Verletzlichkeit und Sehnsucht? Themen wie Einsamkeit, Selbstliebe, Sinnlichkeit und Queerness erhalten bei Kosters eine passende Bildsprache, die feinfühlig aber auch direkt ist. Sein Werk zeigt, wie Vorstellungskraft, Humor und Sanftheit Gegenkräfte bilden können in einer Zeit, in der Nuancen und Menschlichkeit unter Druck stehen. Die Welt von Bas Kosters bleibt nicht innerhalb des Ausstellungsraums des Museums. So begrüßt das monumentale „It’s Me“ die Besucher im Museumscafé – eine fröhliche, muskulöse, eigenwillige Erinnerung daran, dass Heldentum nicht nur jenen gehört, die als Helden angesehen werden.

14. Februar: Eröffnung voller Liebe

Die Ausstellung eröffnet – wie könnte es anders sein – am Valentinstag. „Many Loving Arms“ ist ein Fest der Verbundenheit. Das Museum startet mit Workshops, Musik und Begegnungen, die das Herz von Bas’ Werk zum Schlagen bringen. Alle sind willkommen.

Publikation

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit vielen ganzseitigen Abbildungen, die die vielschichtige Welt von Bas zum Leben erwecken. Der Kunstjournalist Edo Dijksterhuis schrieb einen ausführlichen Essay über die Entwicklung von Bas in dieser Zeit und über den Platz, den sein Werk innerhalb der zeitgenössischen Kunst einnimmt.

Queertours

Dem Rijksmuseum Twenthe ist es wichtig, der Queer-Community in Twente im Rahmen dieser Ausstellung eine Plattform zu bieten. Dies geschieht unter anderem durch die Zusammenstellung eines neuen Queertour-Teams. Die Queer-Guides führen aus ihrer eigenen Perspektive und mit einer persönlichen Geschichte durch die Ausstellung.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Twenthe, Lasondersingel 129-131, 7514 BP, Enschede, Telefon +31 53201 2000, Internet www.rijksmuseumtwenthe.nl. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.