Unter dem Titel „Farbe bekennen“ – 8. Oktober 2026 bis zum 17. Oktober 2027
Das Museum Küppersmühle für moderne Kunst in Duisburg zeigt ab dem 8. Oktober 2026 für die Dauer eines Jahres die renommierte Sammlung Haniel. Bislang waren viele dieser bedeutenden Werke vor allem Mitarbeitenden und Geschäftspartnern am Unternehmenssitz in Duisburg zugänglich. Nun treten Sie in einen öffentlichen Dialog im Austausch mit der Sammlung Ströher, die das Haus seit langem prägt. Zwar ist die Sammlung Ströher wesentlich umfangreicher, doch gerade die gezielten Ergänzungen durch Haniel ermöglichen neue Sichtweisen. Herausragende Positionen der Nachkriegsmoderne werden in einer Dichte erlebbar, die selten ist. Die Ausstellung zeigt, wie private Sammelleidenschaft öffentliches Kulturgut werden kann und künstlerische Freiheit immer wieder neu erfahrbar wird.
Die Unternehmerfamilie Haniel begann Anfang der 1980er-Jahre mit dem systematischen Aufbau ihrer Kunstsammlung. Ihr Profil wurde insbesondere durch Christian Graf Dürckheim und dessen Konzept “Informel und sein Umfeld” geprägt. In der Qualität und der konsequenten Weiterentwicklung der Sammlung spiegeln sich der Anspruch der Familie an Nachhaltigkeit und Exzellenz sowie ihr langfristiges Verantwortungsbewusstsein. Mit der Präsentation im Museum Küppersmühle treten die Werke aus dem bislang stärker geschützten Unternehmenskontext heraus und werden in einen öffentlichen Dialog gestellt.
Die einjährige Präsentation bildet damit einen wichtigen Schritt, um die Sammlung dauerhaft als kulturellen Impuls in die Gesellschaft hineinwirken zu lassen. Mit bedeutenden Positionen der abstrakten und informellen Nachkriegskunst ergänzt die Sammlung Haniel die Dauerausstellung des Hauses und eröffnet neue Perspektiven auf eine zentrale Epoche der Moderne. Die versammelten Werke stehen für den künstlerischen Aufbruch nach 1945: für eine Kunst, die sich von äußeren Vorgaben löste und neue Ausdrucksformen individueller Freiheit fand. Im Dialog mit der Sammlung Ströher entstehen spannende Bezüge.
Die abstrakte Kunst der Nachkriegszeit, in deren Zentrum das Informel steht, ist in erster Linie eine Manifestation der Freiheit. Die Freiheit der Kunst war seit dem internationalen Aufbruch am Ende des 2. Weltkrieges stets eine Idee, die auf gesellschaftliche und politische Formen des Zusammenlebens ausstrahlte. Die Freiheit der Kunst existiert nur in einer weltoffenen, pluralistischen Gesellschaft, die jeden Menschen als gleichwertig ansieht und seine unantastbare Würde respektiert. Die Ergänzung der Sammlung Ströher durch Hauptwerke der Sammlung Haniel stärkt gerade diesen Aspekt. Beide Sammlungen stehen beispielhaft für kulturelles Engagement aus der Wirtschaft.
Kunst und Kultur fördern Verständigung, öffentliche Bildung und die Entwicklung einer offenen Gesellschaft. Sie schaffen Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, freies Denken möglich ist und gesellschaftlicher Austausch stattfinden kann – ein wichtiges kulturelles Fundament der Demokratie.
Nähere Informationen: Museum für moderne Kunst Küppersmühle, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg, Telefon 0203 30194811, E- Mails: kasse@museum-kueppersmuehle.de (für Kasse und Information), buchung@museum-kueppersmuehle.de (für Buchung von Führungen und Workshops) und office@museum-kueppersmuehle.de (für Stornierungen und Fragen zu Tickets), Internet: www.museum-kueppersmuehle.de. Geöffnet ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.