Neue Ausstellung im Dordrechts Museum
Was geschah im siebzehnten Jahrhundert nach Einbruch der Dunkelheit? War die Nacht damals anders als jetzt? In der Ausstellung „From Dusk Till Dawn“ im Dordrechts Museum wird man es erfahren.
Ein Spaziergang durch die Nacht
Basierend auf mehr als 100 Kunstwerken kann man nachts spazieren gehen, als es noch sehr dunkel war. Du startest bei Einbruch der Dämmerung und gehst von dort in die Dunkelheit in Richtung Morgendämmerung. Unterwegs entdecken Sie eine Welt voller friedlicher Mondlandschaften, fröhlicher Nachteule und aufregender Hexensabbate.
Bei dem Motiv der Nacht als Inspirationsquelle waren die Schöpfer des siebzehnten Jahrhunderts alles andere als nachtblind. Das Nachtstück entwickelte sich zu einem vollwertigen Genre. Gemälde, Drucke und Zeichnungen der Nachtstunden waren so beliebt, dass sie besondere Namen erhielten, wie ‚Moonshines‘ und ‚Brantjes‘. Einige Künstler (wie Gerrit Dou oder Gesina ter Borch) betrachteten das Nachtstück als Ausflug, während andere (wie Aert van der Neer und Egbert van der Poel) sich wirklich darauf spezialisierten.
Als es noch sehr dunkel war, hatte die Nacht, wie diese Kunstwerke zeigen, eine einzigartige Schönheit. Sie war weder langweilig noch tot, sondern faszinierend und lebendig. Und dunkel. Diese Dunkelheit, die „From Dusk Till Dawn“ zeigt, lässt uns über unsere (zu) hell erleuchtete Welt und ihre Folgen für Menschen und Tiere nachdenken. In einem speziellen ‚Sternenraum‘ erleben Sie, wie sehr die Anzahl der sichtbaren Sterne in unserem Land seit dem siebzehnten Jahrhundert geschrumpft ist.
Unterwegs mit einem Nachtführer aus dem siebzehnten Jahrhundert: Man macht die Reise in „From Dusk Till Dawn“ nicht allein. Über einen Podwalk werden Sie von einigen gut informierten Nachtführern des siebzehnten Jahrhunderts begleitet. Sie erzählen vom Leben in den frühen Stunden sowie von den Künstlern, die die Nacht darstellten.
Eine überraschend aktuelle Erfahrung: Manchmal intim, manchmal lebendig und oft überraschend aktuell: „From Dusk Till Dawn“ zeigt erstmals eine zu Unrecht unterbelichtete Seite unserer Geschichte. Eine Erfahrung, die alles andere als schläfrig ist.
Erste Einzelausstellung von Hend Samir
Ein erschreckender Rausch – Eine Flutwelle voller Lebensfreude
Die Ägypterin Hend Samir (Ägypter, geboren in Kuwait, 1986) malt mit feinen Pinseln und Pinseln in der Größe von Besen. Sie verschwindet fast in ihren Gemälden, die locker über den Boden ihres Ateliers schwingen, und wird eins mit der Flüssigkeit der Farbe. Mit wechselnder Geschwindigkeit in ihrer eigenen Handschrift gräbt sie Figuren aus vielen Farbschichten hervor: Mütter und Kleinkinder, Tiere, Musiker und Liebende. Eine Gruppe Kinder fliegt auf uns zu: auf die Freiheit zu!
Hend Samir lebt in Amsterdam. Sie wuchs in Ägypten auf, wo 2011 in Kairo die Revolution ausbrach, gleichzeitig mit ihrem Streben nach weiblicher und künstlerischer Freiheit. Mit einem ansteckenden Temperament malt sie den menschlichen Kampf und das Spiel des Lebens. Samir lässt die Farbe selbst schimmern, wie in einem Meer von Geschichten.
„A Startling Rush or A Tidal Wave of Lust for Life“ ist Samirs erste Einzelausstellung weltweit. Diese Übersicht zeigt frühe Gemälde sowie die umfangreichen Erwachsenenarbeiten, die 2021 mit dem Royal Award ausgezeichnet wurden. Außerdem gibt es brandneue Werke mit Motiven von intimen Szenen bis hin zu dynamischen Ausblicken voller zukünftiger Musik.
Ich verstehe, ich sehe – Eine Welt voller Kunst
Familienausstellung
Treten Sie ein in eine Welt voller Farbe, Wunder und Kunst! In der allerersten Familienausstellung des Dordrechts Museums „Ich sehe, ich sehe – Eine Welt voller Kunst“ erlebt man Kunst wie nie zuvor. Während einer interaktiven Entdeckungsreise steigst du von einem überraschenden Kunstraum zum nächsten. Jeder Raum regt die Fantasie an und strahlt die Atmosphäre eines einzigartigen modernen oder zeitgenössischen Kunstwerks aus. Fühlen, tanzen, schauen und entdecken Sie die Geschichten hinter den Gemälden und Skulpturen. Ein unvergessliches Abenteuer für Jung und Alt!
Bewundern und erschaffen
„Ich sehe, ich sehe“ ist eine Einladung an Kinder, (Bonus-)Eltern, Betreuer und Großeltern, gemeinsam Kunst zu erleben. Die Ausstellung bietet Werkzeuge, um zu untersuchen, was Kunst mit einem macht. Man entdeckt die Kraft von Farbe, Linien und Perspektive durch Schauen und Handeln. Und sehr wichtig: Finde heraus, was du von der Kunst hältst. Darf man etwas Hässliches finden? Und was halten Sie für wichtig, wenn Sie Kunst betrachten? „Ich verstehe, ich sehe“ ist einfach ein Kunsterlebnis für Familien mit Kindern zwischen 6 und 10 Jahren.
Dordrechts indischer Sommer
Bis 30. September zu sehen und zu erleben
In diesem Jahr feiert Dordrecht 80 Jahre Indische Gemeinschaft. Wie war es für sie, sich hier niederzulassen und ein neues Zuhause zu schaffen? Wie hat sich diese Gemeinschaft aufgebaut und was verbindet sie? Und welche Auswirkungen wird das viele Generationen später haben?
Zwischen 1946 und 1968 unternahmen mehr als 300.000 Menschen die Überquerung von Niederländisch-Ostindien in die Niederlande, getrieben durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Entkolonisierung Indonesiens. Ein großer Teil von ihnen besteht aus Indoeuropäern, Menschen mit niederländischen und indonesischen Wurzeln, auch bekannt als Indos oder Indonesier. Viele Familien finden Zuflucht in Vertragsgästenhäusern, wie dem Oranjehotel in Dordrecht. Die Ankunft ist für viele unsicher und drastisch. Schritt für Schritt bauen sie gemeinsam ein neues Leben auf. Und mit Erfolg: Die indonesische Gemeinschaft in Dordrecht hinterlässt mit ihrer Gastfreundschaft, Küche, Musik, Geschichten und reichen Traditionen einen bleibenden Eindruck in der Stadt.
Indisches Geschichtenarchiv
Diesen Sommer startet das Dordrechts Museum in Zusammenarbeit mit dem Regionalarchiv Dordrecht ein Online-Geschichtenarchiv, um diese persönlichen Geschichten in der Sammlung festzuhalten. So können auch die Generationen der Zukunft Einblicke darin gewinnen, wie ihre Dordrechter Wurzeln entstanden sind.
Lauschbänke im Museumsgarten
Im Garten teilen die indonesischen Dordrechter ihre persönlichen Geschichten. Nimm dir einen Moment, setz dich hin und höre ihren Erinnerungen, Erfahrungen und der gemeinsamen Vergangenheit zu. Die Bänke laden auch zu einem Gespräch ein, sei es mit Familie oder einem Fremden. Um Verständnis oder Anerkennung, und wer weiß, vielleicht entsteht eine neue Verbindung.
Der Künstler bei der Arbeit
Von der Skizze zum Gemälde
Wie entsteht ein Kunstwerk? Und was passiert eigentlich hinter den Kulissen des Studios? In „The Artist at work“ schaut man über die Schulter des Malers. Von schneller Skizze und erster Idee bis hin zu aufwendigem Meisterwerk: Diese Ausstellung, die noch bis zum 1. November zu sehen ist, zeigt, wie viel Suchen, Ausprobieren und Experimentieren oft hinter einem Gemälde verborgen ist.
Mit Werken aus der eigenen Sammlung bringt das Dordrechts Museum Künstler aus verschiedenen Jahrhunderten zusammen. Selbstporträts, Atelierpräsentationen, Skizzenbücher, Ölskizzen und Vorstudien bieten einen einzigartigen Einblick in den kreativen Prozess von Künstlern wie Nicolaes Maes, Aert Schouman, Henriëtte Ronner-Knip, Ary Scheffer, Coba Ritsema, Jozef Israëls, Jan Sluijters und Edgar Fernhout. Mehrere neue Erwerbungen sind erstmals zu sehen.
Entdecken Sie, wie sich Künstler präsentierten, wie sie mit Modellen, Licht und Komposition arbeiteten und wie die Erfindung der Farbtube Maler dazu brachte, immer mehr im Freien zu arbeiten. Von intimen Skizzen bis zu monumentalen Gemälden: Man kommt dem Künstler kaum näher.
Die Präsentation strahlt die Atmosphäre eines Ateliers des 19. Jahrhunderts aus, mit besonderen Objekten, Vitrinen und überraschenden Werkkombinationen. Dies schafft eine Ausstellung, in der nicht nur das Endergebnis, sondern auch der kreative Prozess im Mittelpunkt steht.
Eines der faszinierendsten Werke der Ausstellung ist „The Drawing“ von David Oyens aus dem Jahr 1879. Es ist ein Gemälde, an dem man nicht einfach vorbeigehen kann. Dieser intensive Blick des Mädchens, das von ihren Zeichnungen aufblickt. Das strahlende Blau ihres Kleides. Wer ist sie? Hatte sie Zeichenunterricht von Oyens bekommen oder war sie nur ein Vorbild für ihn? Jedenfalls wählte Oyens eine Frau, die in Die Zeichnung als Künstlerin dargestellt wird, und das ikonische Gemälde ist somit eine Galionsfigur für Künstlerinnen, von denen mehrere in der Ausstellung zu sehen sind, wie Henriëtte Ronner-Knip, Cornelia Scheffer-Lamme, Marie d’Orléans, Barbara van Houten, Coba Ritsema, Margo Tholen und Betsy Westendorp-Osieck. Es ist auch besonders, dass erstmals ein Gemälde desselben Zeichenmädchens von Davids Zwillingsbruder Pieter Oyens ausgestellt wird, als Leihgabe aus einer Privatsammlung.
Nähere Informationen: Dordrechts Museum, Museumstraat 40, 3311 XP Dordrecht, Telefon: +31 (0)78 770 8708, E-Mail: info@dordrechtsmuseum.nl