Maritime Mode im Nationalen Maritimen Museum

Kapitänsjacken, Kabelpullover und eine Tasche in Form einer Perle: Die Ausstellung „Oceanista“, die noch bis zum 12. April 20026 im National Maritime Museum in Amsterdam zu sehen ist, ist ein Fest für die Augen. Die erste Modeausstellung des Museums zeigt, wie viele Alltagskleidungsstücke maritime Wurzeln haben.

Aber die entscheidenden Fragen – warum bestimmte Stile so beharrlich zurückkehren, was sie bedeuten – bleiben unbeantwortet. Inhaltlich bleibt es oberflächlich.

Was macht die Kapitänsjacke zu einem so beständigen Modefavoriten? Die steife, blaue Jacke mit goldenen Streifen und glänzenden Knöpfen kehrt immer wieder in die Mode zurück, sei es in Form von Vintage-Jacken oder zeitgenössischen Neuinterpretationen. Modemarken wie Balmain und Thom Browne haben es bereits mehrfach genutzt. Während ihrer Konzertreihe „Love Boat“ im Jahr 2012 trugen die „Toppers“ passende blau-weiße Kapitänsanzüge, die von oben bis unten mit Pailletten bedeckt waren. Was sagt diese anhaltende Faszination für die Marineuniform über uns als Menschen aus?

Maritime Wurzeln

Jedenfalls ist diese Faszination keine Einzelerscheinung. Die Ausstellung zeigt den weitreichenden Einfluss des Lebens in und um Ozeane auf die Mode, anhand einer Auswahl zeitgenössischer und historischer Modestücke, die – direkt oder indirekt – aus der maritimen Welt hervorgegangen sind. Ein Teil dieser Auswahl wurde vom dänischen M/S Maritime Museum bestimmt, von dem das National Maritime Museum die Ausstellung übernahm. Das Museum ergänzte die Auswahl weiter, hauptsächlich mit Leihgaben von niederländischen Museen und Bekleidungsmerken, darunter Kassl, Duran Lantink und Martan.

„Oceanista“ ist in Räume mit unterschiedlichen Themen unterteilt, die zeigen, wie das Meer die Mode auf unterschiedliche Weise beeinflusst hat. Es ist überraschend – wie im Museum zu sehen, dass ganz alltägliche Kleidung maritime Wurzeln hat. Manche sind so häufig, dass man vergessen würde, dass sie von dort stammen. Der Kabelpullover zum Beispiel ist, wie das bretonische gestreifte Hemd, ein klassisches Fischerkleidungsstück. Oder der gelbe Gummiregenmantel, eine Ableitung des jahrhundertealten Ölmantels, der erfunden wurde, um nassen Stürmen standzuhalten. Er bestand aus Baumwolle, die in Leinöl, Bienenwachs und Terpentin getaucht war und gelb gefärbt war, um auf dem Schiffsdeck oder an der Küste besser sichtbar zu sein.

Ein anderer Raum zeigt Entwürfe, die eine Ode an die mystische Schönheit des Meereslebens sind. Es gibt eine Tasche von Simone Rocha in Form einer vergrößerten, eiförmigen Perle und ein Kleid von Botter in tropischen Fischfarben, gefertigt aus dünnem Organza mit ausgeschnittenem Schuppenmuster. Im Mittelpunkt steht ein Kleid von Iris van Herpen mit einem Rock aus Seidenschichten, die wie fließendes Wasser wirbeln oder wie Tentakel nach oben kriegen – je nachdem, wie man es betrachtet.

Unbeantwortete Fragen

Es ist eine reiche und erfrischende Auswahl an Kleidungsstücken und Accessoires, die durch das Design der Ausstellung optisch gut in Szene gesetzt werden: Bühnen in Form von Papierbooten, wellenförmige Trennwände, hängende Fischernetze statt Vitrinen. „Oceanista“ ist eine wunderschöne Ausstellung, aber inhaltlich bleibt sie an der Oberfläche. Dass viel Mode vom Meer inspiriert ist, wird nach ein paar Räumen klar – aber die interessanten Fragen bleiben weitgehend unbeantwortet. Warum entschieden sich so viele Designer für Kapitänsjacken? Was bedeuten die verrückten Paillettenanzüge von „De Toppers“ eigentlich? Wann wurden Ölschalen zu Modeartikeln, und was sagt das über diese Zeit aus? Die Ausstellung hätte von mehr Klarheit in der Art der Präsentation profitiert, zumal die Ausstellung keinen Katalog hatte.

Das hätte auch klarer gemacht, warum „Oceanista“ gerade jetzt relevant ist.

Das Museum selbst betont diese Relevanz, indem es feststellt, dass die maritime Welt eine Quelle der Kreativität für eine nachhaltige Zukunft ist. Doch die Geschichte über Nachhaltigkeit bleibt auch recht allgemein und dreht sich manchmal mehr um das nachhaltige und zeitlose Aussehen maritimer Stile – Ölmäntel, Segelanzüge, Kabelpullover – als um die spezifischen Probleme, die die Modeindustrie für marine Ökosysteme und für die Technologien und Systeme, die damit umgehen, verursacht.

Glücklicherweise erzählen manche Designs diese tieferen Geschichten unabhängig voneinander. Wie der von Charlotte McCurdy entworfene Regenmantel, der das harte Aussehen einer öligen Jacke hat, aber aus Meeresalgen besteht: ein nachhaltigeres Material, das aus dem Meer selbst stammt. Der Designer Niño Divino verwendet kunstvolles Falten und Knoten mit handbemaltem Stoff und mit Fischernetzen, um die Geschichte von Fischern in der Karibik zu erzählen, die mit den Folgen der Kolonialgeschichte zu kämpfen haben. Solch maritime Mode bedarf kaum der Worte. (Text von Nora Veerman, erschienen in der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Het Scheepvaart National Maritime Museum, Kattenburgerplein 1, 1018 KK Amsterdam, Telefon: 020 523 2222, E-Mail: info@hetscheepvaartmuseum.nl

Jan Fleischhauer hat es bei „Eingesperrt mit Jan Fleischhauer“ auf ZDF versemmelt – eine Mischung aus unfreiwilliger Komik und mangelndem Sachverstand

Als der Öffentlich Rechtliche Rundfunk mal überlegte, auch einer konservativen oder vielleicht auch mal einer rechter gesinnten Meinung Öffentlichkeit zu verleihen, gab es eine Julia Ruhs, die das mal machen sollte – die Debatten darüber und das Ende sind bekannt.

Am Dienstag sah ich nun den ehemaligen Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer, den ich für einen streitbaren, aber intellektuell kompetenten Vertreter seines Faches gehalten habe, und der wie Julia Ruhs auch so was eher Konservatives oder Rechter Gesinntes liefern sollte. Und war enttäuscht. Vielleicht lag es an dem Medium und der Form, in der das gelaufen ist: einer kleinen auf ihn unpassend zugeschnittene Talkshow auf ZDF nach dem heute journal update mit dem Titel „Eingesperrt mit Jan Fleischhauer“.

Sein Kontrapart war eine Katja Diehl, die sich wohl für eine andere Art von Mobilität im Bereich Verkehr einsetzt – mehr ÖPNV und so. Erster Eindruck: Die komisch-bunte Hose, die streng wirkende Brille, eine gewisse Freudlosigkeit und vielleicht ein Zahnproblem, das eine Hälfte ihres Gesichtes ein wenig unrund aussehen ließ. Sie war ja bemüht, dem vermeintlich komischen Format einer launigen Plauderei noch eine gewisse Lustigkeit beizufügen, was nicht so recht gelingen wollte. Humor will gelernt sein!

Die Studio-Atmosphäre: ein wenig Klaus Krömer, ein wenig klaustrophobisch, aber immerhin mit einem VW Cabrio aus früheren Zeiten geschmückt, ein paar Verkehrszeichen und anderem Gedöns – und mit einer Bushaltestelle von wegen ÖPNV. Und die beiden waren eingesperrt, was angesichts mancher Situation mit Mann und Frau in dieser Kombination – erinnert sei an Fritzl und Kampusch, vielleicht noch Marc Dutronc – von ebenfalls unfreiwilliger Komik in den Bereich des Schreckens gerät.

Sei es drum. Der schlecht gekleideten und eher mißmutigen Aktivistin Frau Diehl steht ein seriös gekleideter älterer, aber sehr nervös und unsicher wirkender und vor allem nicht telegener Herr Fleischhauer gegenüber, der sich einerseits in seiner Auto-Nostalgie suhlt und andererseits behauptet, die Verkehrswende in Richtung E-Mobilität als Ursache für den Stellenabbau in der Automobilbranche zu betrachten. Das mag so sein, obwohl ausgewiesene Autoexperten wie Ferdinand Dudenhöfer der Branche eher attestieren, technologische Entwicklungen verpennt zu haben, richtig wissen tut er es nicht so, denn als studierter Literaturwissenschaftler ist er vielleicht nicht so im Thema, was er auch zugibt.

Das verbindet ihn wiederum mit Frau Diehl, die auch keine ausgewiesene Expertin für das Thema Mobilität ist, sondern auch Literaturwissenschaften studiert hat. Sie möchte eine Wende in Richtung des öffentlichen Personennahverkehrs, hat sicherlich dafür auch Argumente, aber keine substanziellen, die beweisbar zeigen, wie das auch praktisch umgesetzt werden kann – abgesehen von ein paar kleinen Projekten.

Irgendwann redeten sie nach ihrer ergebnislosen Plauderei unabhängig voneinander über den anderen und stellten fest, dass sie in unterschiedlichen Welten leben; und dann ist es vorbei.

Glücklicherweise dauert es nur eine halbe Stunde; und wenn ich nicht alleine mit meiner Meinung stehe, wird sich das Format auch schnell erledigt haben.

Die ikonischen Museen des verstorbenen Architekten Frank Gehry

Vor Kurzem ist der amerikanische Architekt Frank Gehry (1929–2025) verstorben. Mit seinem verspielten architektonischen Stil hinterließ Gehry einen wichtigen Eindruck im Erscheinungsbild zeitgenössischer Museen. Er machte sogar Städte damit weltberühmt.

Biografisches und ein Überblick über seine ikonischsten Museen

Frank Gehry wurde 1929 in Toronto, Kanada, als Frank Owen Goldberg geboren, ein Kind jüdischer Einwanderer. Er studierte Architektur an der University of Southern California in Los Angeles und änderte später seinen Namen in Frank Gehry.

In den 1980-er Jahren machte er sich mit ikonischen Gebäuden einen Namen, die alle traditionellen architektonischen Regeln brechen: Regeln über Schönheit, über Materialverwendung und sogar physikalische Regeln über die Schwerkraft. Er hatte eine Vorliebe für glänzendes Metall und Hightech-Kunststoffe.

Als Architekt wurde Gehry vom Dekonstruktivismus beeinflusst, bei dem Gebäude aus einzelnen Elementen errichtet werden. Im Fall von Gehry führte dies zu Fassaden in gestapelten geometrischen Formen, als wäre sein Entwurf als Modell auf dem Boden auseinandergefallen und dann in der falschen Reihenfolge wieder zusammengeklebt worden. 1989 gewann er den Pritzker-Preis, auch bekannt als Nobelpreis für Architektur.

Doch seine expressive Architektur war nicht ohne Kontroversen. So würde er spektakuläre Architektur schaffen und den größenwahnsinnigen Wünschen der Großunternehmen entsprechen. Aber seine Gebäude werden auf der ganzen Welt geliebt. Er hinterließ auch einen wichtigen Eindruck im Prestige zeitgenössischer Museen. Aus klassischen Gebäuden, die Kunst dienen, sind Gehrys Museen zu eigenständigen Kunstwerken hervorgegangen. Nicht, was man im Museum sehen kann, aber das Gebäude selbst ist die Hauptattraktion.

Frank Gehrys Einfluss reichte sogar über seinen Tod hinaus. Im Jahr 2026 – nach einer Bauphase von zwanzig Jahren – wird sein Guggenheim-Museum in Abu Dhabi eröffnet.

Die wichtigsten Museen von Frank Gehry

Vitra Design Museum, Weil am Rhein (1989)

Als Gehry Ende der 1980er Jahre beauftragt wurde, das neue Design Museum für den Möbelhersteller Vitra zu entwerfen, war er bereits ein großer Name in den USA. Mit diesem ersten Gebäude in Europa schafft er sofort eine mächtige Visitenkarte. Das Betongebäude ähnelt am ehesten einer Origami-Konstruktion. Im Inneren bietet der fragmentierte Grundriss spannende Ausblicke zwischen den verschiedenen Ausstellungsräumen. Gehry hat das Museum als Sammlung quadratischer Kisten abgeschafft.

Guggenheim-Museum, Bilbao (1992)

1992 war Bilbao eine graue Industriestadt in einer baskischen Ecke Spaniens. 1993 sieht die Welt eine Stadt voller Reiz und Flair – alles dank des titanverkleideten Guggenheim-Museums. Bei hellem Tageslicht glänzt das Gebäude wie ein Diamant; In der roten Abendsonne sieht es aus wie eine atmosphärische Laterne. Der große Erfolg des Guggenheims zieht Besucher aus aller Welt an und verschafft der Stadt einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Dies ist als der ‚Bilbao-Effekt‘ bekannt. Museen auf der ganzen Welt wollen ebenfalls einen Gehry, um ihr Image zu verbessern.

Fondation Louis Vuitton, Paris (2014)

Mit Baukosten von 126 Millionen Euro ist die Fondation Louis Vuitton in Paris das teuerste und prestigeträchtigste Museum in Gehry. Das Gebäude sieht aus wie ein riesiges Segelschiff mit zwölf wallenden Segeln. Die Fassade besteht aus mehr als zehntausend halbtransparenten Fensterteilen, von denen keiner gleich ist. Hinter der spektakulären Fassade befindet sich eine traditionelle Stapelung von Betonvolumen. Das Museumsgebäude, das von der bekannten Luxusmarke in Auftrag gegeben wurde, wird daher mit gemischten Kritiken aufgenommen. Hat der Gehry-Trick nachgelassen?

LUMA, Arles (2021)

Als Maja Hoffmann, die wohlhabende Erbin der Schweizer Chemiefirma Roche, ein privates Museum für die Familienkunstsammlung errichten lässt, ist es nur logisch, dass sie Gehry fragt. Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass er mit einer visuellen Geste ein Museum auf die Landkarte setzen kann. Gehry entwarf einen 56 Meter hohen Turm für das LUMA-Museum in Arles im Süden Frankreichs, der am ehesten einem riesigen Bienenstock ähnelt. Obwohl Gehry sagt, er sei von Vincent van Goghs Gemälde Die Sternennacht aus dem Jahr 1889 inspiriert worden. Die Edelstahlblöcke beziehen sich auf die zerklüfteten Felsformationen der nahegelegenen Hügel, die sich in Cézannes Werk widerspiegeln. Wieder einmal liefert Gehry ein hochkarätiges Museumsgebäude. (Text aus Museumstijdschrift)

Neue Ausstellung im DHM: „Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht“

Was ist gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist? Auf diese Frage sind in der deutschen Geschichte sehr unterschiedliche Antworten gegeben worden. Regierungen sowie religiöse und politische Bewegungen haben den Begriff der Natur definiert – und für sich beansprucht. In der neuen Ausstellung zeigt das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin, wie unterschiedlich „Natur“ zu verschiedenen Zeiten im Spannungsfeld von Glaube, Biologie und Macht verstanden und politisch eingesetzt wurde. Der schillernde und vielseitige Begriff der „Natur“ wird in seiner historischen Breite und Tiefe ausgelotet.

Die Ausstellung „Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht“, die noch bis zum 7. Juni 2026 im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums zu sehen ist, blickt auf Beispiele aus 800 Jahren deutscher Geschichte zurück: Ausgehend von Hildegard von Bingens Begriff der göttlichen „Grünkraft“ im 12. Jahrhundert spannt die Kuratorin Julia Voss den Bogen bis zu den Naturkonzepten im geteilten Deutschland, der Umweltpolitik und der frühen Anti-Atomkraft-Bewegung der 1970er Jahre. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war zudem eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die „äußere“ als auch die „innere“ Natur mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die „Nürnberger Gesetze“ und das „Reichsnaturschutzgesetz“ waren aufeinander bezogen und wurden im gleichen Jahr erlassen: 1935.

Nach einem Prolog werden in der Ausstellung historische Etappen dieses Bedeutungswandels durchschritten: In fünf chronologisch angeordneten Themenräumen öffnen verschiedene Stationen historische Fenster auf Ereignisse oder Entwicklungen, in denen das Naturverständnis markant geprägt oder verändert wurde. Diese Stationen werden jeweils mit einem Tier oder einer Pflanze eingeleitet. Die Ausstellung rückt dabei unterschiedliche Landschaften in den Fokus: von den Kulturlandschaften des Mittelalters über die Wüstungen des Dreißigjährigen Krieges und den im 19. Jahrhundert zum Mythos aufgestiegenen „deutschen Wald“ bis zu den Lausitzer Tagebaulandschaften in der DDR im 20. Jahrhundert.

Die Untersuchung geht über die Fokussierung auf Themen des Natur- oder Umweltschutzes hinaus, die in Zeiten des Klimawandels häufig ins Zentrum gestellt werden. Gegenstand der Betrachtung sind nicht alleine die gegenwärtige Aufladung und die heutige semantische Bedeutung von „Natur“, sondern die sich verändernden Vorstellungen in der deutschen Geschichte. Die heutigen Debatten sollen durch die historischen Perspektiven bereichert werden.

Die Publikationen zur Ausstellung: Natur und deutsche Geschichte. Im Spannungsfeld von Glaube, Biologie und Macht

„Natur” ist ein vielschichtiger und schillernder Begriff, der in der deutschen Geschichte überraschende Wandlungen durchlief. Von Hildegard von Bingens Konzept der „Grünkraft” bis zur Anti-Atomkraft-Bewegung der 1970er-Jahre: Im Spannungsfeld von Glaube, Biologie und Macht haben Regierungen sowie unterschiedlichste politische und religiöse Bewegungen ihren je eigenen Naturbegriff definiert und für sich beansprucht. Natur und deutsche Geschichte zeigt Umbrüche und Verschiebungen in den Naturvorstellungen aus 800 Jahren. Anhand von beispielhaften Ereignissen aus der Zeit des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, der Zeit der Industrialisierung, des Nationalsozialismus sowie des geteilten Deutschlands wird Geschichte in Geschichten erzählt, gerahmt von Gesprächen mit herausragenden Historikern. Jede historische Epoche wird mit einem Tier oder einer Pflanze eingeleitet: vom Wolf und Beluga-Wal über die Eiche, die Kartoffel und das Usambaraveilchen bis zur Burgunder-Traube. Historische Rezepte spiegeln die Bedeutung von Lebensmitteln und Essgewohnheiten wider. Ein reich illustrierter Bildband, der die kontrastreichen Transformationen von Naturvorstellungen in der deutschen Geschichte vom Mittelalter bis in die 1970er-Jahre anhand ausgewählter Stationen anschaulich macht.

Herausgegeben von: Raphael Gross und Julia Voss für das Deutsche Historische Museum Berlin 2025, 248 Seiten, Matthes & Seitz Berlin, ISBN 978-3-7518-4041-5, 28 Euro.

Publikation 2: Historische Urteilskraft 06. Magazin des Deutschen Historischen Museums

Das Titelthema der sechsten Ausgabe befasst sich mit den politischen Bedeutungen des Naturbegriffs in der deutschen Geschichte. Insgesamt umspannt der Untersuchungszeitraum der Beiträge 900 Jahre.

In drei einführenden Artikeln geben Annette Kehnel, Jutta Nowosadtko und Frank Uekötter einen Überblick über die wechselvollen Naturbeziehungen in Mittelalter, Neuzeit und im 19. und 20. Jahrhundert. Margot E. Fassler erkundet Hildegard von Bingens Begriff der „viriditas“ (Grünkraft) im 12. Jahrhundert, Hiram Kümper behandelt die Natur als Ressource bei der Hanse und Viktoria Urmersbach schreibt über das Bild vom Wald im 18. Jahrhundert, Nils Franke untersucht Natur und Ideologie im Nationalsozialismus. Tilo Wesche stellt die Dialektik der Naturverhältnisse bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno vor. Stephen Milder thematisiert die Anfänge der Anti-Atomkraftbewegung und Astrid M. Eckert erläutert das Nationalparkprogramm der späten DDR.

Daneben macht sich Volker Braun im Einführungsessay als „Freund präziser Abweichungen“ Gedanken über die Strapazen der Urteilskraft. Die Fotografin Laura J. Padgett erstellte einen Foto-Essay zur Lage des barocken Zeughauses in Berlin-Mitte, den Annett Gröschner mit ihren Überlegungen zur historischen Verortung des Zeughauses begleitet. Liliane Weissberg stellte Lorraine Daston, Martha C. Nussbaum sowie Neil MacGregor die Frage: „Was bedeutet Aufklärung?“ und Ansbert Baumann beleuchtet die Geschichte des Gastarbeiterfußballs in der Bundesrepublik. Anna-Carolin Augustin beschäftigt sich mit Schenkungen des Museums für deutsche Geschichte aus dem Jahr 1990 an das United States Holocaust Memorial Museum. Ulinka Rublack, Stephanie Neuner, Brigitte Reineke und Mathias Lang trafen sich in unserer Gemäldesammlung, um einige Details und ihre Bedeutung aus den Augsburger Monatsbildern herauszuarbeiten. Julia Franke ordnet die Elefanten-Sammlung Juliane Webers ein in den historischen und Sammlungskontext – Juliane Weber war die langjährige Büroleiterin von Bundeskanzler Helmut Kohl. Sie verstarb im Dezember 2023.

Herausgegeben von: Stiftung Deutsches Historisches Museum, Berlin 2024, 104 Seiten, ISBN 978-3-86102-234-3, ISSN 2626-8094, 12 Euro, zzgl. Porto.

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Telefon: +49 30 814535510, E-Mail: kontakt@dhm-museumsverein.de

Verortet – Auf den Spuren von C&A in Sneek

Gründungsorte haben etwas beinahe Mystisches. Sie sind mehr als nur geografische Punkte – sie stehen für Identität und Tradition. Noch heute steht das kleine Fachwerkhaus des von Friedrich Krupp gegründeten Stahlkonzerns wie ein Fremdkörper auf dem Gelände der Essener Firmenzentrale. Die Garage, in der Steve Jobs und Steve Wozniak den ersten Apple-Rechner zusammenlöteten, steht heute unter Denkmalschutz. Unternehmen brauchen historische Ankerpunkte. Bisweilen jedoch geraten sie in Vergessenheit – wie etwa bei C&A.
Lange Zeit galt das Haus am Oosterdijk 7/9 in Sneek als Gründungsort von C&A. Bis vor Kurzem hatte eine Tafel am heutigen Gebäude – ein Doppelhaus mit zwei Boutiquen – daran erinnert. Tatsächlich stand hier das erste Ladengeschäft von Clemens und August Brenninkmeijer, das sie 1860 eröffneten – fast 20 Jahre nach Unternehmensgründung. Denn schon 1841 hatten sich Clemens und August Brenninkmeijer selbstständig gemacht und zunächst als Wanderhändler gearbeitet. Wo aber genau stand das Haus, in dem sie ihr erstes Magazin hatten und von wo aus sie ihren ersten eigenen Geschäften nachgingen? Wo nahm die Geschichte von C&A tatsächlich ihren Anfang?
Die Ausstellung „Verortet – Auf den Spuren von C&A in Sneek“, die vom 26. November bis 26. April 2026 in den Räumlichkeiten der Draiflessen Collection in Mettingen im Rahmen der Reihe „Das Forum“ zu sehen ist, spürt anhand von Fotos, Memoiren, Geschäftsbüchern und Verwaltungsunterlagen dem Ort nach, wo die Brüder Clemens und August 1841 ihr Unternehmen gründeten. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine spannende, vielschichtige Entdeckungsreise durch Archive, Stadtgeschichte und Unternehmensgedächtnis freuen.

Nähere Informationen: Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen, Telefon: +49 (0)5452. 9168-3500, E-Mail: info@draiflessen.com. Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr, jeder erste Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr. Montags und Dienstags ist geschlossen.

Freie Künstlergemeinschaft Schanze zu Gast in Mettingen, Ibbenbüren und Dörenthe

Die diesjährigen Herbstgäste der drei Kunstvereine in Mettingen, Ibbenbüren und Dörenthe kommen aus der Region – genauer gesagt aus Münster. Die „Freie Künstlergemeinschaft Schanze“, eine traditionsreiche Vereinigung mit über 100-jähriger Geschichte, präsentiert in allen drei Häusern vom 15. November bis zum 14. Dezember ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst unter dem Titel „Innere Reise“.

Die Künstler:innen zeigen Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Plastik und Installation. Der Titel „Innere Reise“ dient als roter Faden und verweist auf die individuellen künstlerischen Prozesse, die von Gedanken, Wahrnehmungen, Erlebtem und Intuition geprägt sind. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich auf eine Reise durch persönliche Perspektiven, emotionale Tiefen und gesellschaftliche Themen zu begeben.

Mit dabei sind: Erhard Wilde, Natascha Fix, Margit M. Hübschen, Mark Tippmann, Michael Hassels, Jan Homeyer, Thomas M. Hartmann, Rupert König, Wilhelm Wahner, Dieter van Offern und Miriam Przygoda.

Ihre Werke thematisieren unter anderem Natur und zwischenmenschliche Beziehungen (Wilde), fantasievolle Bildgeschichten mit Van Gogh (Homeyer), Spuren der Natur und menschlicher Realität (Hartmann), Licht und Bewegung in der Fotografie (Wahner), gesellschaftliche Phänomene wie Panik und Perfektion (Tippmann), Kritzelzeichnungen und Pop-Art-Elemente (Hassels), lakonischen Realismus und emotionale Distanz (van Offern), ökologische und feministische Positionen in der Bildhauerei (Hübschen), Collagen aus persönlichen Fotoreisen (Fix), Zeichnungen und Schnitzarbeiten aus Selbstreflexion (König) und Gemälde und Linolschnitte als Ausdruck innerer Atmosphären (Przygoda).

Die Eröffnung am 15. November erfolgt um 15 Uhr im Kunstspeicher Mettingen, um 16.30 Uhr im Kunstverein Ibbenbüren und um 18 Uhr im Kulturspeicher Dörenthe. Geöffnet ist sie an allen drei Standorten am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Nähere Informationen: Kulturspeicher Dörenthe, Hafenstraße 14, 49479 Ibbenbüren, Telefon +49 5455 960094, E-Mail: info@kulturspeicher-doerenthe.de, Schultenhof Mettingen, Bergstraße 9, 49497 Mettingen, Telefon +49 5452 5213, E-Mail: info@schultenhof-mettingen.de und Kunstverein Ibbenbüren, Klosterstraße 21, 49477 Ibbenbüren, E-Mail: info@kunstverein-ibbenbueren.de.

Ausstellung in Osnabrück: „Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie“

Die Weimarer Republik ist ein spannendes Kapitel deutscher Geschichte, welches mehr Beachtung verdient hat. Als erste deutsche Demokratie schuf sie viele der Grundlagen, auf denen unsere Gesellschaft heute noch basiert. Zugleich ist sie ein Lehrstück dafür, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern immer wieder erkämpft und verteidigt werden muss. Um diese Botschaften zu vermitteln, wurde vom Weimarer Republik e. V. unter dem Titel „Die Weimarer Republik – Deutschlands erste Demokratie“ ein innovatives Ausstellungskonzept umgesetzt, das einen Erlebnisraum mit multimedialen Elementen schafft.

Am Multimediatool können verschiedene Filmformate zur Geschichte der Weimarer Republik ausgewählt werden. Durch eine moderne Erzählweise bieten die Filme einen kurzweiligen Einblick in die wichtigsten Aspekte der Weimarer Jahre. Außerdem werden Bezüge zur Gegenwart aufgezeigt, um den Besuchern die Zusammenhänge zwischen geschichtlichen und aktuellen Ereignissen zu verdeutlichen.

Die Inhalte der Filme können an den 16 Ausstellungstafeln zu verschiedenen Aspekten der Weimarer Republik vertieft werden. So greift die Ausstellung nicht allein politische Themen, sondern auch kulturelle, wirtschaftliche und soziale Fragestellungen jener Zeit auf, die auch 100 Jahre später wichtige Erkenntnisse bieten: Was führte zum Zusammenbruch des Kaiserreichs und zur Gründung der Republik? Und wieso galt ihre Verfassung als die damals fortschrittlichste der Welt? Wie wirkte sich die Hyperinflation von 1923 auf das Leben der Menschen aus? Worauf beruht der »Mythos Weimar« in den vermeintlichen »Goldenen Zwanzigern«? Wer war für die Zerstörung der Republik verantwortlich? Dabei werden die Debatten und Problemlagen durch zeitgenössische Fotografien, Plakate und Zeichnungen auf interessante Weise veranschaulicht.

Zu sehen ist diese Ausstellung in den Räumlichkeiten des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums am Markt 6 in Osnabrück.

Offiziell eröffnet wird sie am Donnerstag, 11. November, 19 Uhr. Eine Einführung erfolgt durch den wissenschaftlichen Referenten Christian Schneebeck. Der Eintritt ist frei. Zu sehen ist die Ausstellung in Osnabrück bis zum 18. Januar 2026.

Nähere Informationen: Weimarer Republik e.V., Theaterplatz 4, 99423 Weimar, Telefon 03643 7792821 und Internet www.weimarer-republik.net / Erich Maria Remarque-Friedenszentrum Stadt Osnabrück, Markt 6, 49075 Osnabrück / Erich Maria Remarque-Archiv, Arbeitsstelle Krieg und Literatur, Ansprechpartner Claudia Junk, Telefon: 0541/323-4525, E-Mail junk@osnabrueck.de, Alice Cadeddu, Telefon: 0541/323-4549, E-Mail: cadeddu@osnabrueck.de, Öffnungszeiten: Bis auf Weiteres sind Recherchen im Archiv nur nach vorheriger Terminabsprache möglich. / Erich Maria Remarque-Ausstellung, Telefon Info allgemein: 0541/323-3292, Führungen: Martin Siemsen, Telefon: 0541/323-2109 und E-Mail: siemsen.m@osnabrueck.de. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Europäische Realisten im Museum „MORE“ in Gorssel

Genau 100 Jahre nach der wegweisenden Ausstellung „Die Neue Sachlichkeit (1925)“ zeigt das Museum „MORE“ in Gorssel/NL noch bis zum 2, Februar 2026 fast 80 neorealistische Meisterwerke aus 20 Ländern. Diese internationale Ausstellung ist keine Reprise, sondern bietet einen neuen Blick auf den Realismus in Europa zwischen den Weltkriegen. In Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser in Deutschland bringt „MORE“ große Namen und vergessene Stimmen in dieser Größenordnung zum ersten Mal in den Niederlanden zusammen. Mit Künstlern von Finnland bis Spanien und von Ungarn bis England, mit Werken von Otto Dix, Meredith Frampton, Aleksandra Beļcova, Lotte Laserstein, Ángeles Santos Torroella, Gerda Wegener und anderen. Kurzum: Die Ausstellung bietet ein reiches Spektrum an realistischen Porträts, Stadtansichten und Stillleben, an Malerei zwischen Stille und Sturm.

Neuer Realismus in einer turbulenten Welt

Lange Zeit war Realismus in der Kunst ein Synonym für altmodisch, klassisch oder gar reaktionär. Doch gerade die Zeit zwischen 1919 und 1939 zeigt ein anderes Bild. In der turbulenten Zwischenkriegszeit entstand in ganz Europa innovative realistische Kunst, die radikal mit den bisherigen (figurativen) Kunstbewegungen brach. Die Neorealisten griffen nicht so sehr auf eine nostalgische Vergangenheit zurück, sondern wollten das Hier und Jetzt ihrer eigenen Zeit so klar und wahrheitsgetreu wie möglich festhalten. Darüber hinaus schien die abstrakte Bildsprache der 1910er Jahre manchen unfähig, die Schrecken des Ersten Weltkriegs, die beunruhigenden gesellschaftspolitischen Entwicklungen, ein neues Menschenbild und eine andere intime Innenwelt auszudrücken.

Bahnbrechend

Künstler aus ganz Europa lernten auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen die Werke der anderen kennen, begaben sich an künstlerische Hotspots wie Paris, Berlin oder Rom, tauschten sich aus und nahmen sie mit zurück in ihre Heimatländer. Das Ergebnis dieser grenzüberschreitenden Dynamik zeigt, wie international und facettenreich die Wiederentdeckung der Figuration war. Diese jungen Künstler mit ihrer ganzen Vielfalt ihres neuen Realismus bildeten die Avantgarde ihrer Generation.

Italien, Frankreich und Deutschland waren die Motoren dieser Bewegung, die in den 1920er und 1930er Jahren führend und dominant wurde. Der Einfluss von Bewegungen wie „Pittura Metafisica“ und „Novecento Italiano“ reichte weit über Italien hinaus. Die realistische Malerei konnte rätselhafte und befremdliche Züge annehmen und sich auf monumentale Themen konzentrieren. In Paris blühte der Klassizismus auf: die „retour à l’ordre“, die nach dem Krieg Frieden und Harmonie suchte. In Deutschland gab Gustav Friedrich Hartlaub mit seiner bahnbrechenden Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ (1925) einer breiten Bewegung den Namen, die von der nüchternen, wahrheitsgetreuen Malerei bis zur messerscharfen Gesellschaftskritik von Otto Dix und George Grosz reichte.

Ihre eigene Bildsprache

Aber auch außerhalb dieser Zentren blühten eine Reihe neuer Varianten des Realismus. In Großbritannien setzten Künstler wie Meredith Frampton und William Roberts neue Akzente, indem sie zwischen fotografischer Präzision und sozialem Engagement balancierten. In Osteuropa gingen die Länder ihre eigenen Wege: Ungarische und polnische Künstler suchten die Verbindung zu ihren eigenen Traditionen, während Lettland einen „postexpressionistischen Realismus“ entwickelte. Auch in neuen Staaten wie Jugoslawien und der Tschechoslowakei wurde die Kunst als Mittel der nationalen Identität eingesetzt. In den Niederlanden wurde der Neorealismus zum Stil von Künstlern wie Pyke Koch, Carel Willink und Charley Toorop, die internationale Einflüsse in eine ganz eigene Bildsprache übersetzten. Es ist schwierig, ein genaues Enddatum für diesen „neuen Realismus“ festzulegen. In Deutschland folgte eine Wende nach 1933, als die Nationalsozialisten diese Form der Avantgardekunst als „entartet“ bezeichneten. In den Niederlanden und anderen Ländern erreichte sie ihren Höhepunkt, bis der Zweite Weltkrieg die Kunstproduktion zum Erliegen brachte.

Polyphon

Frühere Retrospektiven legten oft den Schwerpunkt auf westeuropäische, männliche Künstler. In der Zwischenzeit hat sich dieses Bild erheblich erweitert, da Mittel- und Osteuropa und weibliche Macher stärker in den Fokus gerückt werden. Eine Ausstellung wie „European Realities“ beweist, wie reich, vielfältig und aktuell diese (Mal-)Kunst ist. Und es zeigt auch, dass der Realismus in der Zwischenkriegszeit kein eindeutiger Stil war, sondern eine vielstimmige Bewegung, die Grenzen überwand. Es erfordert eine breitere Sicht der Kunstgeschichte – eine, die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und vergessene Stimmen berücksichtigt.

Buch

Waanders Publishers wird ein reich bebildertes Buch in niederländischer/englischer Sprache veröffentlichen, mit einer Einführung in die Ausstellung von Anja Richter und Florence Thurmes und einem Essay von Julia Dijkstra. Ab sofort in unserem Museumsshop und online in unserem Webshop erhältlich.

Liste der Künstler

Folgende Künstlerinnen und Künstler sind vertreten: Robert Angerhofer, Aleksandra Beļcova, Giorgio de Chirico, Marcus Collin, Heinrich Maria Davringhausen, Fortunato Depero, Kate Diehn-Bitt, Otto Dix, Ferdinand Erfmann, Emanuel Famíra, Roberto Fernández Balbuena, Stina Forssell, Arvid Fougstedt, Meredith Frampton, Acke Hallgren, Krsto Hegedušić, Johan van Hell, Karl Hubbuch, Martin Hubrecht, Raoul Hynckes, August Jansen, Torsten Jovinge, Alexander Kanoldt, Dick Ket, Moïse Kisling, Vilma Kiss, Pyke Koch, Béla Kontuly, Sonja Kovačić-Tajčević, Tone Kralj, Lisa Elisabeth Krugell, Kazimierz Kwiatkowski, Lotte Laserstein, Chris Lebeau, Ludolfs Liberts, Jānis Liepiņš, Rafał Malczewski, Jenő Medveczky, Johan Mekkink, Omer Mujadžić, Martin Nagy, Ernst Nepo, Václav Vojtěch Novák, Väinö Nuuttila, Eduard Ole, Lotte B. Prechner, William Roberts, Cagnaccio di San Pietro, Ángeles Santos Torroella, Johannes Lodewijk Schrikkel, Georg Schrimpf, Zur Gmina Sleńdziński gehören die Dörfer und Siedlungen Franz Sedlacek, Ester Šimerová-Martinčeková, Ludomir Sleńdziński, Leonore Maria Stenbock-Fermor, Niklaus Stoecklin, Charley Toorop, Marijan Trepše, Ante Trstenjak, Kiril Tsonev, Remedios Varo Uranga, Karl Völker, Vlasta Vostřebalová-Fischerová, Ilmari Vuori, Gerda Wegener und Carel Willink.

Vertretene Länder

Die ausgestellten Bilder stammen aus folgenden Ländern: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Ungarn, Italien, Lettland, Niederlande, Polen, Spanien, Slowakei, Slowenien, Schweden und Schweiz.

Nähere Informationen: Museum MORE, Hooftstrad 28, 7213 CW Gorssel, Telefon +31 575 760 306, Internet www.museummore.nl. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, und Burg Ruurlo, Vordenseweg 2, 7261LZ Ruurlo. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.

„Bodenschätze – Geschichten aus dem Untergrund“

Beim Museum und Park Kalkriese, das sich mit der Geschichte der Varusschlacht im Osnabrücker Land beschäftigt, geht es im Rahmen der Sonderausstellung „Bodenschätze – Geschichten aus dem Untergrund“, die noch bis zum 2. November zu sehen ist,um die Welt unter unseren Füßen. In der großen Familienausstellung „BodenSchätze – Geschichten aus dem Untergrund“ heißt es Mitmachen, Anfassen und Ausprobieren. Über 20 Themenstationen, darunter viele Forscher- und Experimentiertische, bieten einen abwechslungsreichen Überblick.

So laden die „BodenZauberMaschine“ – es gibt sie wirklich – und eine große Ausgrabungs-Landschaft zum Ausprobieren und Entdecken ein. Was verbirgt sich unterm Sand? – so lautet die große Frage. Wer sie beantworten möchte, darf selbst zum Werkzeug greifen und an einer richtigen Ausgrabung teilnehmen.

Auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern dreht sich alles um den Boden in all seiner Vielfalt und seinen Facetten. Um Boden als Substrat, als Existenzgrundlage, als Lebensraum, als Medizin, als Inspiration und natürlich als das weltgrößte Archiv menschlicher Kulturgeschichte. Als leidenschaftlicher Sammler hütet der Boden unzählige Schätze und ist strenggenommen das größte Museum der Welt. Um diese Schätze zu finden, muss man die Tricks der Profis kennen, die die Macher des Museums und Parks Kalkriese natürlich gern verraten.

Informativ, überraschend und interaktiv ist die Mitmach-Ausstellung „BodenSchätze – Geschichten aus dem Untergrund“ ein Vergnügen für die ganze Familie und besonders gut geeignet für Feldforscherinnen, Bodenexperten und Schatzsucherinnen ab acht Jahren. Regelmäßig stattfindende Familienführungen und Ferienprogramme versprechen zusätzlichen Spaß. So wird der Forschergeist geweckt.

Öffentliche Führungen finden sonn- und feiertags jeweils ab 13 Uhr statt, Familienführungen für Erwachsene und Kinder jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat jeweils ab 14 Uhr.

Nähere Informationen: Varusschlacht im Osnabrücker Land gGmbH – Museum und Park Kalkriese, Dr. Stefan Burmeister, Geschäftsführer, Venner Straße 69, 49565 Bramsche-Kalkriese, Telefon: 0049 (0)54689204-0, Fax 0049 (0)54689204-45, E-Mail: kontakt@kalkriese-varusschlacht.de

Verlängerung der Ausstellung „Planet Ozean“ im Gasometer Oberhausen

670.000 Gäste in 6,5 Monaten – oder: Noch nie hatte eine Ausstellung im Gasometer so viele Besucherinnen und Besuchern in so kurzer Zeit. Und das will etwas heißen, gehört die Vorgängerschau „Das zerbrechliche Paradies“ doch mit insgesamt mehr als 1,3 Millionen Gästen bis heute zu den erfolgreichsten Ausstellungen Deutschlands.

Aufgrund der fulminanten Nachfrage – und für Gasometer-Fans alles andere als überraschend – wurde „Planet Ozean“ verlängert. Bis zum 30. November taucht die Schau nun also ab in die kaum bekannten Unterwasserwelten und bietet einmalige Einblicke in deren berauschende Vielfalt.

Von den Küsten bis in die Tiefsee

In verschiedenen Ausstellungskapiteln zeigt der Gasometer anhand von teilweise noch nie gesehenen großformatigen Fotografien und Filmen die Ozeane unseres Planeten. Da tanzt dann ein Harlekin-Oktopus munter durch die Lagune von Mayotte, gibt es direkten Blickkontakt mit einem Blauhai oder beobachtet ein niedlicher Seelöwe den kunstvoll getarnten Fetzenfisch. Die Folgen der menschlichen Nutzung der Weltmeere als Energielieferant, Transportstrecke oder Nahrungsquelle dokumentiert dagegen das Bild „Net loss“ von Audun Rikardsen: Ein geplatztes Netz verliert seinen Fang und überschwemmt das Wasser mit toten Fischen.

Folgerichtig beschäftigt sich „Planet Ozean“ auch mit den wichtigen Bereichen Meeresschutz und -forschung. Hierfür steht der neuen Schau mit dem Deutschen Meeresmuseum ein versierter Partner zur Seite, dessen wissenschaftliche Expertisen das inhaltliche Fundament bilden. Dank modernster Technologien ist es heute möglich, die steten Veränderungen unserer Ozeane detailliert zu erfassen. Diese Datenmengen vermittelt der Gasometer Oberhausen mit dem „Ocean Twin“: Beim vom Environmental Systems Research Institute (kurz Esri) entwickelten Zwilling der Weltmeere handelt es sich um einen interaktiven Globus, der als geografisches Informationsnetzwerk aktuellste Erkenntnisse visualisiert.

Eintauchen in Unterwasserwelten

Im eigens für die neue Ausstellung entwickelten Raumobjekt „Klang der Tiefe“, in der Mitte des Erdgeschosses platziert, tauchen die Besucherinnen und Besucher in einzigartige Klangwelten ein. Hier ploppt, knistert, kracht und klopft es, wenn tausende kleinster Krustentiere, lebendige Korallenriffe oder ein Schwarm Kabeljaue belauscht werden können. Die sinnliche Geräuschreise durch die Meere beginnt an der Nordsee und wird vom Spezialisten für Naturklangaufnahmen Chris Watson, gemeinsam mit Soundartist Tony Myatt und der Lichtkünstlerin Theresa Baumgartner, inszeniert.

Dramaturgischer Höhepunkt der neuen Schau „Planet Ozean“ ist die immersive Inszenierung „Die Welle“ von Ars Electronica Solutions. Installiert im Luftraum des Gasometers, dient die 40 Meter hohe und 18 Meter breite Leinwand in L-Form als Projektionsfläche für eine fotorealistisch animierte Meereswelt. Ganz ohne Taucheranzug und Atemmaske können die Besucher hier auf Augenhöhe mit Walen, Fischen oder auch Quallen den Ozean ergründen.

Nähere Informationen: Gasometer Oberhausen, Arenastraße 11, 46047 Oberhausen, Telefon 0208 21295, E-Mail: info@gasometer.de. Die Öffnungszeiten des Gasometer Oberhausen sind Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. In den NRW-Sommerferien oder an Feiertagen ist der Gasometer durchgehend, also auch am Montag von 10 bis 18 Uhr, geöffnet.