„Ich, Gustave Courbet“ – Realismus, Rebellion und kosmopolitische Perspektiven

Das Museum Folkwang in Essen präsentiert 2026 ein Jahresprogramm, das historische Bezüge, zeitgenössische Relevanz und kulturelle Vielfalt miteinander verbindet. Herausragende Retrospektiven, international bedeutende Fotografie und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sammlung machen das Museum zu einem Ort der Reflexion, Vorstellungskraft und des Dialogs zwischen den Künsten aus Gegenwart und Geschichte.

Von der radikalen Bildsprache Gustave Courbets über die transkulturelle Perspektive der Fotografie-Ausstellungen bis hin zur frühen islamischen Sammlung des Museumsgründers Karl Ernst Osthaus spannt sich der Bogen des Jahresprogramms. Mit dem Zusammenspiel aus Historie, Gegenwartskunst und künstlerischer (Er-)Forschung eröffnet es neue Perspektiven auf zentrale Fragen von Kunst und Gesellschaft.
„Mit dem Jahresprogramm 2026 möchten wir die Besucher:innen einladen, Kunst als lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu erleben. Wir zeigen, wie radikale künstlerische Positionen, historische Sammlungen und zeitgenössische Praktiken in unserem Museum zusammentreffen – ein Ort, an dem Erfahren und Empfinden verschmelzen“, sagt Peter Gorschlüter, Direktor des Museum Folkwang.

Gustave Courbet: Wegbereiter der Moderne

Mit der großen Retrospektive „Ich, Gustave Courbet“ (17. Juli – 8. November 2026) widmet sich das Museum einem der einflussreichsten Künstler des 19. Jahrhunderts. Courbets kompromisslose Haltung und seine innovative Maltechnik machten ihn zum Grenzgänger zwischen Kunst, Gesellschaft und Politik. Die Ausstellung beleuchtet zentrale Werkgruppen – Selbstbildnisse, soziale Realität, Landschaft, Erotik und Exil – und zeigt, wie Courbets radikaler Realismus der Moderne den Weg bereitete. Die Schau entsteht in Kooperation mit dem Leopold Museum Wien und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron sowie unter dem Ehrenschutz von Alexander Van der Bellen, Bundespräsident der Republik Österreich.

Nach Damaskus … Karl Ernst Osthaus und die islamischen Künste

Die Ausstellung „Nach Damaskus …“ (6. November 2026 – 21. Februar 2027) stellt zum ersten Mal die ehemalige „Islamische Abteilung“ des Museums in den Fokus. Rund 300 Objekte – von Keramiken über Textilien bis zu Metall- und Glasarbeiten, darunter bedeutende Leihgaben – veranschaulichen, wie die Begegnungen von Karl Ernst Osthaus mit Kunst und Kulturen aus Nordafrika und Westasien die Entwicklung dieser Sammlung prägten. Ausgewählte Werke der Klassischen Moderne, europäisches Kunsthandwerk und zeitgenössische Positionen erweitern den Blick auf die Bestände und ermöglichen neue Perspektiven auf den Sammlungsbereich.
Peter Gorschlüter betont: „Mit „Ich, Gustave Courbet“ und „Nach Damaskus…“ stellen wir zwei Ausstellungen vor, die auf unterschiedliche Weise von der Kraft künstlerischer Erneuerung erzählen. Beide Ausstellungen zeigen, wie eng Kunst, Politik und kulturelle Identität miteinander verwoben sind. In 2026 verhandeln wir diese Fragen neu – mit einer Offenheit, die sowohl den Künstler Courbet als auch das Museum Folkwang seit seiner Gründung prägt.“

Germaine Krull: Chronistin des 20. Jahrhunderts

Mit „Germaine Krull: Chien Fou“ (28. November 2025 – 15. März 2026) rückt das Museum Folkwang die kosmopolitische Fotografin, deren Nachlass sich seit 1995 in der Fotografischen Sammlung des Museums befindet, in den Mittelpunkt. Neben ihren bekannten avantgardistischen Fotografien der 1920er- und 1930er-Jahre werden erstmals in größerem Umfang ihre (auto)biografischen Texte, Fotobücher, Maquetten und politischen Berichte präsentiert. Die Ausstellung beleuchtet insbesondere Krulls OEuvre als Autorin sowie ihre fotografische Praxis ab Beginn des Zweiten Weltkriegs, als sie Europa dauerhaft verließ. Sie eröffnet eine neue, transkulturelle Perspektive auf ihr Werk.


Vielfalt, Vermittlung und junge Positionen

Neben den großen Schauen zeigt das Museum ein breites Spektrum weiterer Ausstellungen: „L is for Look“ (27. Februar – 7. Juni 2026) beleuchtet einen besonderen Aspekt fotografischer Gebrauchsformen und zeigt, wie Fotografien Eingang in die Kinderliteratur fanden – von fantasievollen Bilderbüchern bis hin zu literarischen Geschichten. Die Ausstellung „Herbert W. Franke / Gottfried Jäger“ (16. Oktober 2026 – 10. Januar 2027) befasst sich mit den experimentellen Jahren der gegenstandlosen Fotografie, die von Debatten und Positionsbestimmungen einer damals jungen Generation geprägt war. „Photography Masters“ (16. Oktober 2026 – 10. Januar 2027) hingegen zeigt die künstlerischen Ansätze und thematischen Schwerpunkte junger fotografischer Positionen heute. Die Präsentation „Saâdane Afif: Affiches / Plakate“ (13. März – 4. Oktober 2026) gibt erstmals umfassend Einblick in diese besondere Werkgruppe des französischen Konzept- und Objektkünstlers und die neuseeländische Künstlerin „Kate Newby“ entwickelt eine neue ortspezifische Arbeit im Außenbereich des Museums. Mit dem Stipendienprogramm der Neuen Folkwang Residence und dem Ausstellungsformat „6 ½ Wochen“ werden weiterhin junge Künstler:innen mit ihren ersten musealen Ausstellungen gefördert. Die Schau „100 Beste Plakate 25“ (3. Juli – 2. August 2026) präsentiert außer Haus auf dem UNESCO Welterbe Zollverein die Höhepunkte des jährlich größten deutschsprachigen Wettbewerbs für Plakatdesign.

Sammlung und Neuerwerbungen

Die Sammlungspräsentation „NEUE WELTEN“ stellt den Dialog der Künste ins Zentrum. Sie bleibt kostenfrei zugänglich. Ein Highlight im Jahr 2026 ist die Neuerwerbung der Skulptur „Hahn und Podest“ von Katharina Fritsch, die ab März 2026 als raumgreifende Installation das Museum bereichern wird.

Nähere Informationen: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen, Telefon +49 2018845000, E-Mail: info@museum-folkwang.essen.de

Armin Mueller-Stahl. Nacht und Tag auf der Erde

„Die Schauspielerei ist mir nicht in die Wiege gelegt worden, die Malerei schon.“ 1930 kommt Armin Mueller-Stahl in Ostpreußen in einer musisch geprägten Familie zur Welt. Dort gehören Zeichnen, Malen, Musizieren und Schauspiel zum Alltag. Mueller-Stahl ist mehrfach begabt – er ist ausgebildeter Konzertgeiger, Komponist, Schauspieler, Schriftsteller und bildender Künstler.

Für ihn verbindet die Malerei vieles mit der Schauspielkunst: Mit wenigen Gesten das Wesentliche erfassen, spontan und voller Ausdruckskraft. Täglich arbeitet er im Atelier, verarbeitet die eigene Biografie und das Weltgeschehen als politisch wacher Geist in meist figürlichen Bildern. Als Zeitzeuge hat er Krieg, Diktatur, Teilung und Neuanfang erlebt – vom alten Europa über den Nationalsozialismus, die DDR und die BRD bis nach Hollywood.

Seine über hundert Werke in der Ausstellung „Nacht und Tag auf der Erde“, die noch bis zum 12. April 2026 in der Kunsthalle Emden zu sehen ist, spiegeln diese Erfahrungen wider: kraftvoll, eindringlich und von großer künstlerischer Vielfalt. Sie zeigen eindrucksvoll, wie reich Mueller-Stahls Leben an Herausforderungen, aber auch an schöpferischer Energie ist.

Getragen von einer Partnerschaft zwischen der Kunsthalle Emden, der Stiftung Museum Schloss Moyland und der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim ist die Ausstellung unter der Federführung von Dr. Antje-Britt Mählmann realisiert worden.

Rahmenprogramm

Gemeinsam mit dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney präsentiert die Kunsthalle Emden im VHS-Forum ausgewählte Filme mit Armin Mueller-Stahl. Jede Vorführung beginnt mit einer Einführung von Festivalleiter Edzard Wagenaar. Auszüge eines Gesprächs der Bremer Kulturjournalistin Hilke Theessen mit dem Schauspieler geben Einblicke in das persönliche Wirken und Denken von Armin Mueller-Stahl.

Weiter zum Rahmenprogramm gehört die Veranstaltungsreihe „Kunstlese – Literatur trifft Kunst“ mit Gesprächen zu ausgewählten literarischen Werken. Anschließend folgt ein gemeinsamer Ausstellungsrundgang. Im Fokus stehen Texte von Armin Mueller-Stahl sowie ein Werk von Thomas Mann, den Mueller-Stahl in der Filmproduktion „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ eindrucksvoll verkörperte.

Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen: Armin Mueller-Stahl. Nacht und Tag auf der Erde

Hrsg. von Antje-Britt Mählmann, mit Texten von Eske Nannen, Armin Mueller-Stahl, Antje-Britt Mählmann, Beate Kemfert und Kristin Schrader. Hardcover, Deutsch, 136 Seiten, über 160 Farbabbildungen. Preis an der Museumskasse 28 Euro. 30 Prozent Rabatt gibt es für Mitglieder der Freunde der Kunsthalle e.V.

Nähere Informationen: Kunsthalle Emden, Hinter dem Rahmen 13, 26721 Emden, Telefon: +49 4921 9750-50, E-Mail über die Internetseite. Die Ausstellung ist Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr sowie am Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Zusätzlich ist jeden ersten Dienstag im Monat von 10 bis 21 Uhr geöffnet.

„Burgunder in Limburg“

Trifft der Name der Ausstellung „Burgunder in Limburg“ im Limburger Museum in Venlo, die dort noch bis zum 1. Februar 2026 zu sehen ist, tatsächlich den Kern? Ja und nein. Es ist sicherlich eine Augenweide, aber es fehlt eine klare Fokussierung auf das „Limburg“ im Titel.

Mit seltenen Leihgaben wie einer großen Goldstickerei des burgundischen Wappens, der juwelenbesetzten Krone einer burgundischen Braut aus dem Aachener Domschatz oder einer Halskette der exklusiven Ritterschaft des Goldenen Vlieses können sich die Besucher am burgundischen Hof in Venlo aus dem 15. Jahrhundert im sprichwörtlich reichen Leben suhlen.

Es gibt aber auch eine einfachere Seite des Lebens in der Blütezeit des ursprünglich französischen Herzogtums; Zum Beispiel die billigen Pilgersouvenirs, die einst zu Hunderten hergestellt wurden. Wenn man sich die Mühe macht, sich die einfach gemachten Heiligen und biblischen Szenen dieser Abzeichen genau anzusehen, findet man auch eine Vulva, die von fliegenden Penissen umgeben ist.

Fromme Ritterlichkeit und politischer Ehrgeiz

Es ist eine Errungenschaft, dass das Limburger Museum ein Meisterwerk wie den Lütticher Reliquienschrein des letzten Herzogs Karl des Kühnen (*1433- + 1477) gewonnen hat. Dieser goldene Reliquiar wurde zwischen 1467 und 1471 für die Kathedrale St. Lambert in Lüttich angefertigt. Hinter dem knienden, gepanzerten Charles mit dem eigentlichen Reliquiar im Arm steht sein Vorbild: George, der Drachentöter.Oberflächlich betrachtet scheint es Ausdruck frommer Ritterlichkeit zu sein, aber das Kunstwerk ist auch ein Manifest politischer Ambitionen. Als eine der Parteien, die an den sogenannten „Lütticher Kriegen“ beteiligt waren, versuchten die Burgunder seit Jahren, Lüttich und andere mosanische Städte in ihr Reich einzugliedern. Trotz des reichen Geschenks ließ Karl die Stadt ein Jahr nach seiner Beauftragung bis auf die Grundmauern zerstören.Mit seinen Bannern, „Millefleurs“-Tapeten und „Tableaus“ – vor allem denen des berühmten burgundischen Festes, das als „Bankett des Fasans“ in die Geschichte eingegangen ist – hat das Design eine schöne und eindrucksvolle Wirkung. Ist das ein Mediävistischer, der sich mehr auf die Atmosphäre als auf die historische Wahrhaftigkeit konzentriert? Sicher! Aber Besucher, die wie ich in ihrer Kindheit einmal Ritter waren, genießen es sicherlich noch mehr.

Als Hauptfiguren der Ausstellung stellen die Macher die Herzöge Philipp den Guten (*1396 – +1467) und Karl den Kühnen sowie die letzte burgundische Erbin Maria (*1457 – +1482) vor, die treffend „die Reiche“ genannt wird. Sie werden mit Porträts eingeleitet, die in kleinen, abgetrennten Räumen aufgehängt sind. Diese Räume erinnern an die typischen mittelalterlichen Pavillons – runde, bunte Zelte, die von Rittern und Adeligen genutzt wurden, wie das Gemälde von Karl dem Kühnen zeigt, das ein Armeelager darstellt.

Alternative Fakten

Die Tatsache, dass „Burgunder in Limburg“ in der Werbung mit einem Hinweis auf die burgundische Lebensart der Limburger vermarktet wird, ist an sich schon verständlich; So ein modernes Klischee eignet sich einfach gut als Einstieg. Aber die Provinz Limburg als Teil der Nation der Niederlande existiert erst seit dem neunzehnten Jahrhundert. Davor wechselte die Dominanz, die Aufteilung des Gebiets und sogar die Lage dessen, was „Limburg“ genannt wurde, ziemlich oft.Kann man Holzskulpturen wie die des Meisters von Elsloo (zirka 1500) oder Jan van Steffeswert (ca. 1460-nach 1538) gleichzeitig als burgundisch und limburgisch einordnen? Vielmehr gehören sie zu einer mosanischen Kunst, die nicht spezifisch in Limburg verwurzelt war – die es damals noch nicht gab – und die nicht ausschließlich zur burgundischen Kultur gezählt werden kann.

Auch die Präsenz des berühmten „Les Très Riches Heures“als Faksimile (das Original wird nie ausgeliehen und selten ausgestellt) und in Form von riesigen Bildern an den Wänden ist schlampig. Dieses Buch wurde nicht für einen burgundischen Herzog geschrieben, sondern für ihren größten Rivalen und ihr größtes Familienmitglied, den Herzog von Berry. Und was ist mit den Brüdern Van Lymborch, die die berühmtesten Miniaturen des Manuskripts malten? Nun, sie kamen nicht aus Limburg, dem heutigen oder dem damaligen, sondern aus Nimwegen und arbeiteten hauptsächlich in Frankreich. Die Besucher fragen sich vielleicht, wie schlimm es ist, dass solche Details nur indirekt gestreift werden. Für den, der kein (kunst-)historischer Scharfschütze ist, kann es durchaus vorstellbar sein, dass er die Ausstellung mit dem Eindruck verlässt, dass „burgundisch“ eigentlich ein Sammelbegriff für alles Spätmittelalterliche und auch mehr oder weniger ein Synonym für „Limburgisch“ ist. Und das ist in dieser Zeit der grassierenden „alternativen Fakten“ fragwürdig. (Artikel von Dorlen Tamis aus der Museumstijdschrift)

Nähere Informationen: Limburgs Museum, Keulsepoort 5 (gegenüber dem Bahnhof), 5911 BX Venlo, E-Mail: info@limburgsmuseum.nl, Telefon +31 777352212.

Museumswochenende x „NNELG“ in Gorssel/NL

Am Samstag, 15. und Sonntag, 16. November, öffnet das Museum MORE seine Pforten. Während der ersten Ausgabe des Museumswochenendes „Achterhoek“ am Samstag, 15. November, und am Sonntag, 16. November, bietet das in Gorssel/NL ansässige Museum ein abwechslungsreichen Programm voller Erlebnisse und Interaktion, das von „NNELG“ kuratiert wird. Die Besucherinnen und Besucher haben an beiden Tagen die Möglichkeit, Kunst und Kultur auf überraschende Weise zu entdecken.

Das Programm im Überblick:

Samstag, 15. November

10 bis 17 Uhr: Drink & Draw im Museumscafé
In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, zu kritzeln, zu malen, zu skizzieren oder einfach nur zu malen. Alles ist erlaubt, nichts ist Pflicht. Bei einem Drink kann man sich hinsetzen und sich von der Kunst im Museum inspirieren lassen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Museum stellt das erforderliche Material zur Verfügung und bietet Zeichentipps an. Es geht nicht darum, perfekt zu zeichnen, sondern darum, Spaß zu haben, neue Leute kennenzulernen und eine Weile offline zu sein

10 bis 17 Uhr: Museumsbesuch
Gleichzeitig können sich die Besucherinnen und Besucher die erneuerte Dauerausstellung und der Ausstellungen „Europäische Realitäten“ und „Démasqué“ anschauen – verbunden mit interaktiven Aufgaben.

13 bis 17 Uhr: Siebdruck-Workshop
Hier besteht die Möglichkeit, in die Welt der Farbe, Form und des Experimentierens einzutauchen Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich von einem echten Kunstwerk aus dem Museum inspirieren lassen und unter Anleitung einen eigenen einzigartigen Druck zum Mitnehmen anzufertigen. Sie entdecken, wie Schicht für Schicht ein Bild entsteht und wie überraschend das Ergebnis sein kann. Egal, ob man ein kreativer Anfänger ist oder bereits mit Tinte gearbeitet hat; Jeder kann mitmachen. Es empfiehlt sich, etwas anzuziehen, das einem Farbspritzer standhält, und ganz wichtig: Lust auf Experimente zu haben

13 Uhr: Choice of Eus Tour

In dieser Tour führt Özcan Akyol, besser bekannt als „Eus“, durch die Dauerausstellung in der Choice of Eus Live Tour. Diese Tour ist inspiriert vom museumseigenen Medienführer „Keus van Eus“, der auch im Museum angehört werden kann. Für diese Tour kann man sich am 15. November an der Rezeption anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

Sonntag, 16. November

10 bis 17 Uhr: Drink & Draw im Museumscafé
In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, nochmals zu kritzeln, zu malen, zu skizzieren oder einfach nur zu malen. Alles ist erlaubt, nichts ist Pflicht. Bei einem Drink kann man sich hinsetzen und sich von der Kunst im Museum inspirieren lassen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Museum stellt das erforderliche Material zur Verfügung und bietet Zeichentipps an. Es geht nicht darum, perfekt zu zeichnen, sondern darum, Spaß zu haben, neue Leute kennenzulernen und eine Weile offline zu sein

10 bis 17 Uhr: Museumsbesuch
Gleichzeitig können sich die Besucherinnen und Besucher wie am Vortag die erneuerte Dauerausstellung und der Ausstellungen „Europäische Realitäten“ und „Démasqué“ anschauen – verbunden mit interaktiven Aufgaben.

14 bis 14.45: Performance Gershwin Unplugged
Mit fast 40 Shows bei „De Parade“ in drei Städten hat das musikalische Abenteuer, an dem Gershwin in den kommenden Jahren arbeiten wird, offiziell begonnen. Mit fünf Sternen im NRC war „Gershwin Unplugged“ der Auftritt dieses Sommers. Während des „Gershwin Unplugged“ erhalten die Besucherinnen und Besucher als erste eine Live-Vorschau auf Gershwins kommendes Album „Up“, das dieses Jahr erscheinen wird, und auf seine Museumstournee, mit der er 2026 zu sehen sein wird.

Gershwin Bonevacia ist ein vielseitiger Dichter, Schriftsteller, Musiker und Theatermacher, der von 2019 bis 2022 der Stadtdichter von Amsterdam war. Er machte sich mit mehreren Gedichtbänden und der erfolgreichen Theaterperformance „Terug naar Prinsenplein“ einen Namen. Diese Aufführung wurde mehrfach ausgezeichnet und auch international präsentiert.

15 bis 17 Uhr: Siebdruck-Workshop
Hier besteht nochmals die Möglichkeit, in die Welt der Farbe, Form und des Experimentierens einzutauchen Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich von einem echten Kunstwerk aus dem Museum inspirieren lassen und unter Anleitung einen eigenen einzigartigen Druck zum Mitnehmen anzufertigen. Sie entdecken, wie Schicht für Schicht ein Bild entsteht und wie überraschend das Ergebnis sein kann. Egal, ob man ein kreativer Anfänger ist oder bereits mit Tinte gearbeitet hat; Jeder kann mitmachen. Es empfiehlt sich, etwas anzuziehen, das einem Farbspritzer standhält, und ganz wichtig: Lust auf Experimente zu haben.

Bitte beachten: Die Tickets für dieses Wochenende sind nur online erhältlich.

Nähere Informationen erfolgen per E-Mail an info@museummore.nl oder telefonisch unter der Nummer 0575 760300.

Programm des Museumsquartiers Osnabrück für den November

Breitgefächert ist das Programm des Museumsquartiers Osnabrück, das sich von Ausstellungen bis hin zu Gesprächskreisen, Lesungen und Vortragsveranstaltungen erstreckt.

Frieden sehen – Frieden denken

Frieden ist in Osnabrück mehr als ein historisches Erbe – er ist unsere Haltung. So ist dort die Ausstellung zum „Deutschen Friedenspreis für Fotografie“ und zum „Felix Schoeller Photo Award“ zu sehen. Präsentiert werden preisgekrönte und nominierte Arbeiten internationaler Fotografinnen und Fotografen, die zeigen, wie vielfältig Frieden heute gedacht und erlebt werden kann.
Zu den Ausgezeichneten zählt Maximilian Mann, dessen eindringliche Bildserie die Zerbrechlichkeit und Hoffnung menschlicher Existenz spürbar macht. Die Ausstellung wird noch bis Februar 2026 gezeigt.

»Gedenken neu denken – Wie sich unser Erinnern an den Holocaust verändern muss« – Buchvorstellung mit Susanne Siegert am 21. November, 18.30 Uhr, Eintritt frei

„Unsere Erinnerungskultur muss sich verändern“, meint die Autorin Susanne Siegert. Wie und warum, legt sie in ihrem Buch dar. Sie plädiert für eine pluralistische, neue Gedenkarbeit mit einem Schwerpunkt auf der Verantwortung der Nachfahren der Tätergeneration anstelle unserer „einstudierten“ gemeinsamen Rückschau mit den Opfern. Es geht um weniger bekannte NS-Verbrechen, um weniger bekannte Orte, um bisher vernachlässigte Opfergruppen. Gleichzeitig zeigt dieses Buch, wie wichtig eine aktivere, vielfältigere Gedenkkultur ist, um künftige Generationen auch ohne direkte Zeitzeugenberichte zu erreichen. Susanne Siegert klärt auf Instagram und TikTok über den Holocaust auf. Ihr folgen knapp 300.000 Menschen. Für ihre Arbeit wurde sie 2024 mit dem ELNET Preis und dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet.

Filmabend: »Wir sind jung. Wir sind stark.«, 25. November 2025, 19 Uhr, in der Lagerhalle Osnabrück, Eintritt: 6 beziehungsweise ermäßigt 5 Euro

Der Spielfilm von Burhan Qurbani (2014) erzählt von den Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen im August 1992. In einer von Perspektivlosigkeit geprägten Plattenbausiedlung entlädt sich die wachsende Fremdenfeindlichkeit in blanker Gewalt gegen Asylsuchende und vietnamesische Vertragsarbeiter:innen – ein erschütterndes Zeitdokument über die Folgen von Orientierungslosigkeit, politischem Versagen und Hass.

Eine Veranstaltung in der Reihe „Geschichte(n) sehen“ von Museumsquartier Osnabrück, Lagerhalle e.V. und Filmfest Osnabrück.

»Pensionen und Baulasten« – Vortrag & Gespräch mit Dr. Christian Hoffmann über den Umgang des Königreichs Hannover mit den Verpflichtungen aus der Zeit der Säkularisation im Bereich der Landdrostei Osnabrück (1813/14–1866) am 25. November, 19 Uhr, Eintritt frei

Die Säkularisation bezeichnet die Enteignung und Verstaatlichung kirchlicher Güter zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Viele Klöster, Stifte und geistliche Fürstentümer wurden aufgelöst, ihr Besitz ging an weltliche Staaten über – ein tiefgreifender Einschnitt in das Verhältnis von Kirche und Staat.
Diese Umwälzungen brachten den neuen Landesherrschaften zwar großen Vermögenszuwachs, jedoch auch langfristige finanzielle Verpflichtungen. Das 1814 zum Königreich erhobene Hannover erhielt durch den Wiener Kongress von 1815 unter anderem das Emsland und die Grafschaft Bentheim und richtete zur Verwaltung des ehemaligen Kirchenvermögens die Klosterkammer ein. Der Vortrag zeigt, wie Hannover seiner Verpflichtung zur Versorgung der Kanoniker, Mönche und Nonnen der aufgehobenen Stifte und Klöster in der Landdrostei Osnabrück nachkam, und zeigt die neue Nutzung des verstaatlichten Immobilienbesitzes.
Eine Veranstaltung in der Reihe „Geschichte konkret“ vom Museumsquartier und dem „Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück“.

Vortrag & Gespräch: Albrecht Dürers »Marienleben« am 6. Dezember 2025, 15.30 Uhr,
Eintritt: 8 beziehungsweise ermäßigt 6 Euro inklusive Kaffee & Kuchen. Anmeldung bis 3. Dezember unter mq4-vermittlung@osnabrueck.de

Die Kunsthistorikerin Marie Brune lädt zu einem Vortrag über Albrecht Dürers Holzschnittzyklus „Marienleben“ ein – ein Meisterwerk der Renaissance, das Maria nicht nur als heilige, sondern als zutiefst menschliche Figur zeigt. In 19 Holzschnitten erzählt Dürer eindrucksvoll vom Leben der Gottesmutter – von ihrer Geburt bis zur Himmelfahrt – und verbindet Bild und Text auf neuartige Weise. Im Anschluss gibt es Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen und Dürers Werk weiter zu entdecken – darunter auch die derzeit im Museumsquartier gezeigte „Apokalypse“.

Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, Telefon 05413232237, E-Mail: museumsquartier@osnabrueck.de und Internet: http://www.museumsquartier-osnabrueck.de

„B{l}ooming – Barocke Blütenpracht“ im Wallraf-Richartz-Museum

Rosen, Tulpen, Nelken – Blumen sind für den Menschen nicht nur eine Augenweide, sondern auch Heilmittel, Accessoire und Symbol für Liebe, Glaube und Treue. Besonders im Barock feierten vor allem Künstlerinnen die vergängliche Schönheit der Blume und verewigten sie in ihren Gemälden, wie das Wallraf-Richartz-Museum noch bis zum 31. Mai 2026 in seiner neuen Jahresausstellung „B{l}ooming – Barocke Blütenpracht“ beweist. Mit bekannten und unbekannten, zum Teil neu erforschten und frisch restaurierten Stillleben, Porträts und Allegorien aus Privatsammlungen und eigenem Bestand präsentiert das Kölner Museum den Boom und die Vielfalt von Blumenmotiven im Barock. Zudem führt ein eigener „Blumenparcours“ das Publikum von der Ausstellung in die ständige Sammlung zu weiteren blühenden Bildern.
In „B{l}ooming“ grünt und blüht ein Novum: Denn um 1600 werden bunte Blumensträuße und kunstvoll geflochtene Girlanden zu einem eigenständigen Bildmotiv und entwickeln sich rasch zu einer beliebten Gemäldegattung. Die Blumenmalerei startete ihren Siegeszug in Flandern und war bald in vielen europäischen Ländern äußerst populär, wie sich leicht an der Herkunft der gezeigten Meister ablesen lässt: Flamen wie Daniel Seghers und Jan Brueghel d.Ä., auch bekannt als „Blumenbrueghel“, Holländer wie Adriaen Coorte und Roelant Savery sowie der Italiener Giovanni Stanchi und der Deutsche Peter Binoit sind in der Ausstellung vereint. All ihre Werke blühen heute noch genauso farbenfroh wie am Tag ihrer malerischen Geburt vor vier Jahrhunderten.
Stichwort Blühen: Ein besonderes Exponat in der Ausstellung ist ein stets frisch arrangiertes Blumengebinde, das auf einem eigenen Sockel präsentiert wird. Die Künstlerinnen dieser Werke sind Floristinnen, die sich bewerben können, um ihre Blumenarrangements in „B{l}ooming“ zeigen zu können. Alle Infos zu dieser Aktion bietet die Website der freunde auf http://www.kunstfreunde.koeln.

Nähere Informationen: Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Am Kölner Rathaus, 50667 Köln, Telefon: +49 (0)221 / 221-21119, Fax: +49 (0)221/221 – 22629, E-Mail info@wallraf.museum

Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe

Welche Geheimnisse stecken in jahrhundertealten Zeichnungen? Wie bringt man die stummen Meisterwerke zum Sprechen? Und woran lassen sich Original und Kopie unterscheiden? Diese und weitere spannende Fragen beantwortet in Köln ab 14. November die Ausstellung „Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe“. Mit ihr stellt das Wallraf-Richartz-Museum erstmals die erstaunlichen Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts vor. Knapp 850 Zeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts nahmen die Expertinnen und Experten dabei unter die Lupe und das Mikroskop.

Mit insgesamt 90 Werken von Meistern wie Rembrandt, Rubens und Goltzius kann das Publikum bis zum 15. März 2026 durch die faszinierende Welt der niederländischen Zeichenkunst reisen. Die „Expedition Zeichnung“ schlägt dabei Schneisen durch unerforschtes Terrain, macht Entdeckungen sichtbar und erzählt die faszinierenden Geschichten hinter den Arbeiten.
Die Palette der abwechslungsreichen und farbenfrohen Zeichenkunst reicht dabei von der briefmarkenkleinen Studie bis zum furios skizzierten Entwurf. Außerdem zeigt die Ausstellung die passende „Ausrüstung“ für eine solch intensive Erforschungsreise und fragt nach dem richtigen Weg: Haben sich die Experten vielleicht auch mal verlaufen, oder führen alle Wege zum Ziel?

Nähere Informationen: Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Obenmarspforten, Am Kölner Rathaus, 50667 Köln, Telefon: +49 (0)221 / 221-21119, Fax: +49 (0)221/221 – 22629, E-Mail info@wallraf.museum

Ausstellung nach Erhalt des Dieter Krieg-Preises

Der Dieter Krieg-Preis „Allen Malern herzlichen Dank“ geht 2025 an das Von der Heydt-Museum, das damit ein Werk von Jaana Caspary (*1988) erwerben kann. Der Neuzugang wird mit einer Ausstellung gefeiert, die noch bis zum 8. Februar 2026 zu sehen ist und einen Einblick in die Arbeit der Wuppertaler Bildhauerin gibt. Verliehen wird die Auszeichnung von der im Jahr 2004 in München begründeten Stiftung Dieter Krieg, die sich der Wahrung und Vermittlung des Werks des renommierten deutschen Malers widmet (1937–2005).

Jaana Casparys Werke orientieren sich am realen Gegenstand. Abformungen von banalen Objekten des Massenkonsums mit elaborierten Grundformen bilden die Grundlage ihrer Skulpturen, die deren ursprüngliche Form nur noch erahnen lassen. Sie formt den realen Gegenstand ab und überträgt ihn in ein anderes Material, vervielfältig seine Grundform, spiegelt diese oder ändert die Perspektive. So wird das Objekt aus seinem Funktionszusammenhang gelöst und als abstrakt gelesen. Jaana Caspary demonstriert das skulpturale Potenzial, das in den Formen, die uns so bekannt sind, steckt. In ihrer Herangehensweise greift sie Traditionen der modernen Skulptur auf und überführt sie in die Gegenwart.

In der Ausstellung im Von der Heydt-Museum wird neben dem Neuzugang zur Sammlung eine facettenreiche Auswahl von teils großformatigen Skulpturen und Wandreliefs neben kleineren Formaten präsentiert. Hierbei wird es sich vor allem um ganz aktuelle Werke der Künstlerin handeln. Mit „Malsch Wanne“ (1970) – eine Gemälde-Serie von Dieter Krieg, aus der das Von der Heydt-Museum eines besitzt – wird eine inhaltliche Verbindung der beiden Künstler:innen hergestellt. Auch Dieter Krieg erfindet im Werk „Malsch Wanne“ eine Form, erweckt jedoch den Anschein, als handele es sich um ein real funktionierendes Objekt.

Jaana Caspary wurde 1988 in Wuppertal geboren und arbeitete während Ausbildung und Studium als Assistenz im Atelier von Tony Cragg. 2014 machte sie ihren Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf in der Bildhauerklasse von Prof. Didier Vermeiren. Seitdem hatte sie zahlreiche Gruppen- sowie Einzelausstellungen, zuletzt im Jahr 2023 im Skulpturenpark Waldfrieden, dem Kunstverein Schwäbisch Hall und 2025 in der Galerie der Stadt Lüdenscheid. 2024 erhielt sie den „Artima“-Förderpreis der Art Karlsruhe.

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.

Jendritzko-Ausstellung zum 100. Geburtstag

Vom Bildhauer zum Konzeptkünstler: Das Von der Heydt-Museum ehrt Guido Jendritzko (*1925 Kirchhain/Niederlausitz – +2009 Wuppertal) anlässlich seines 100. Geburtstags mit einer Ausstellung. Sie gibt Einblick in das umfangreiche und vielseitige Werk des in Brandenburg geborenen und in Berlin ausgebildeten Künstlers und documenta-Teilnehmers. Es reicht von frühen Skulpturen und Grafiken über seine Aktions- und Performancekunst der 1970-er Jahre sowie Fotoarbeiten der 1980er Jahre bis zu seinen späten seriellen Arbeiten.

Die Ausstellung, die noch bis zum 8. Februar 2026 zu sehen ist, verdeutlicht, wie Jendritzko seine Arbeitsweise ab den frühen 1970-er Jahren radikal änderte. Er schuf das Genre der „Intim-Performance“, das sich um das Verhältnis Mann – Frau drehte. Ab den 1980-er Jahren konzentriert sich Jendritzko auf die Fotografie. Groß angelegte Fotoinstallationen thematisieren die Beziehung des Menschen zu seiner Umwelt.

Jendritzko entwickelte sich von einem klassischen abstrakten Bildhauer zum zeitkritischen und kulturpolitisch interessierten Konzeptkünstler. Ende der 1960er Jahre beteiligte er sich aktiv an den Wuppertaler Diskussionen rund um einen Museumsneubau. Auch das ist Teil seiner Kunstpraxis.

Heute gehören acht Skulpturen, zahlreiche Tuschezeichnungen und ein umfangreiches Konvolut an Arbeiten mit Fotografie zur Sammlung des Von der Heydt-Museums in Wuppertal, wo er ab 1964 lebte und an der Werkkunstschule lehrte. Ergänzt wird die Schau durch zahlreiche Werke aus dem Nachlass, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Sein Werk befindet sich teils in Museen, teils im öffentlichen Raum. In Wuppertal bekannt ist beispielsweise Jendritzkos zwei Meter hohe Bronzeplastik vor der Gesamtschule Uellendahl-Katernberg an der Kruppstraße. Es ist eine von drei Plastiken, mit der er 1959 auf der documenta II in Kassel vertreten war. Jendritzko studierte von 1950 bis 1956 an der Hochschule für bildende Künste in Berlin und war Meisterschüler von Karl Hartung. 1957 war er Stipendiat des „Kulturkreises der deutschen Wirtschaft“, 1960 wurde er mit dem Villa-Romana-Preis ausgezeichnet. Bis 1990 lehrte er an der Werkkunstschule Wuppertal, die 1972 in die Gesamthochschule Wuppertal, später Bergische Universität, einging, als Professor für Freie Plastik.

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.

Freundschaftsanfrage No. 3 an Markus Karstieß gerichtet

Die dritte Freundschaftsanfrage des Von der Heydt-Museums in Wuppertal richtet sich an den Bildhauer Markus Karstieß, der sich konsequent und innovativ dem archaischen Werkstoff Keramik widmet und ihm zeitgenössische Aktualität verleiht. Seine teils großformatigen Skulpturen sind zugleich glamourös und rätselhaft. Die schillernden Glasuren der Oberflächen wirken malerisch, die Formen sind eigenwillig und teilweise verstörend. Sie changieren zwischen Mensch und Fabelwesen, zwischen Figuration und Abstraktion.

Die »Freundschaftsanfrage«, eine Ausstellungsreihe, in der das Von der Heydt-Museum renommierte zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler einlädt, sich mit den reichhaltigen Beständen des Hauses auseinanderzusetzen, nutzt Markus Karstieß zur Selbstbefragung. Seine Werke treten in unmittelbaren Austausch mit den berühmten Hauptwerken aus der Sammlung zur Kunst der Klassischen Moderne.

Karstieß’ Auswahl orientiert sich weniger an einer bestimmten Formensprache, an Epochen oder Kunstrichtungen. Vielmehr wählt er als Gegenüber für seine ungewöhnliche Inszenierung Werke, die ihn selbst berühren und in denen er Parallelen im künstlerischen Ansatz erkennt. Überraschend dabei ist, dass er so viele Anknüpfungspunkte in der Malerei, etwa bei Edvard Munch und Paula Modersohn-Becker, findet. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 8. Februar 2026

Zum Künstler Markus Karstieß:

Markus Karstieß wurde 1971 in Haan geboren und hat an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse von Jannis Kounellis studiert. Er hatte Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen im In- und Ausland. Seit 2017 leitet er die Klasse Freie Kunst Keramik am Institut für Künstlerische Keramik und Glas der Hochschule Koblenz. Als Kurator ist er in zahlreiche Ausstellungsprojekte involviert.

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.