Mode – mehr als nur Kleidung

Birthe Kleine Beerink setzt auf Individualität und Nachhaltigkeit

Nordhorn – „Mode ist eine Haltung, eine Lebenseinstellung und eine Form von Kunst“ – dieses Zitat ist im Magazin „InStyle“ nachzulesen und bringt schon ein wenig auf den Punkt, dass Mode mehr als nur Kleidung ist. Sie soll nach den Worten des Musikers und Modedesigners Pharell Williams „widerspiegeln, wer du bist, was du fühlst, und wo du hingehst.“ Und wer sich ein bisschen mit Mode und ihrer Bedeutung beschäftigt, wird bestätigen können, dass es so ist. Wer will sich nicht wohlfühlen in seiner zweiten Haut. Diese Gedanken teilt auch die gelernte Schneiderin und Modedesignerin Birthe Kleine Beerink aus Nordhorn.

Eigentlich fing alles schon früh an. Wie viele junge Menschen stand sie vor dem Problem, die Kleidung kaufen zu können, die einem gefiel und auch bezahlbar war. Eine Lösung: Second Hand-Kleidung. Das Problem: Viele dieser Kleidungsstücke passten nicht oder waren schadhaft. Das brachte sie dann auf die Idee, schadhafte Stellen auszubessern oder Kleidungsstücke so umzuarbeiten, dass sie passten und ihren Ansprüchen gerecht wurden.

Seit über 30 Jahren ist Mode auch beruflich ihr Leben. Nach ihrem Schulabschluss begann Birthe Kleine Beerink eine Ausbildung zur Schneiderin. Nach erfolgreichem Abschluss führte sie ihr Weg in die Mode-Metropole Düsseldorf, wo sie an der Modeschule Schloss Eller ein Modedesign-Studium absolvierte – ebenfalls mit Erfolg. Eine erste Anstellung als Kostümbildnerin erhielt Birthe Kleine Beerink an den Wuppertaler Bühnen. In Wuppertal arbeitete sie auch für das legendäre Tanztheater Wuppertal – damals noch unter der Leitung von Pina Bausch, die ohne Zweifel im Bereich Tanz und Choreographie weltweite Maßstäbe gesetzt hat. Danach folgten unter anderem Engagements als freie Mitarbeiterin am Schauspiel Frankfurt, am Stadttheater Gießen und bei zahlreichen freien Theatergruppen.

Nach der Rückkehr in ihre Heimatstadt und der Geburt ihrer Kinder blieb Birthe Kleine Beerink ihrer Leidenschaft für die Mode treu. Sie arbeitete in Boutiquen und Stoffläden, gab Nähkurse, fertigte nach Auftrag individuelle Kleidung an, wagte den ersten Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete an der deutsch-niederländischen Grenze zwischen Nordhorn und Denekamp ein Geschäft, in dem sie gehobene Second Hand-Kleidung anbot.

Durch Zufall erfuhr Birthe Kleine Beerink dann von einem Gründerpreis, der von der Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhorn ausgelobt wurde. Ein Bewerbungsformular musste geschrieben wurden. Diesen legte sie vor und kam in die zweite Runde. Nächste Schritte: Verfassen eines Businessplanes und der Auftritt mit Power Point-Präsentation vor einer Jury, die sich aus Unternehmern, Vertretern der Wirtschaftsförderung und des Grafschafter Technologie-Zentrums zusammensetzte. Ihr Konzept überzeugte und sie gewann den Preis.

Zentraler Ansatz ihrer Geschäfts-Idee ist die Nachhaltigkeit bei der von ihr angebotenen Mode. Im Gespräch betont sie vor dem Hintergrund ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Probleme – ausgelöst durch Überproduktion, den damit verbundenen Müll und anderen Faktoren – die Bedeutung dieses Ansatzes, der sich aus mehreren Säulen zusammensetzt. Einer davon firmiert unter dem Begriff Deadstock. Dabei handelt es sich um Stoffe, die aus einer Überproduktion stammen. Sie kann bis zu 60 Prozent betragen und hat vielfältige Ursachen. So muss ein Modeunternehmen bei dem Entwurf einer neuen Kollektion Folgendes mitberücksichtigen: Puffer für Fehler, Nachbestellungen, Qualitätsabweichungen, Designs, die kurzfristig gestrichen werden, Kollektionen die enden und Prognosen, die sich ändern. Statt, dass die Stoffe unbenutzt und oft jahrelang eingelagert bleiben, können sie einer neuen Verwendung zugeführt werden. Bei der Produktion ihrer Mode verwendet Birthe Kleine Beerink zum einen Stoffe, die sie von entsprechenden Händlern erwirbt, zum anderen Stoffe aus eigenem Bestand oder Stoffe, die sie von Kundinnen zur Weiterverwendung erhält.

Und was können die Kundinnen in ihrem Geschäft an der Alten Synagogenstraße 3, das am 10. Oktober eröffnet wird, erwarten? Maßanfertigung von Kleidung nach individuellen Wünschen, Konfektionsschnitte in den Größen 36 bis 48, Upcycling auf hohem Niveau und Einzelstücke, ebenfalls auf hohem Niveau.

Geöffnet ist ihr Geschäft von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 14 Uhr.

Nähere Informationen: Birthe Kleine Beerink, Alte Synagogenstraße 3, 48529 Nordhorn, Telefon: 0151 25236666, E-Mail: info@birthe-kb.de, Internet: www.birthe-kb.de, Insta:birthe_kb

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