Kunstverein Nordhorn präsentiert Bilder eines Malkurses – Anmerkungen zur kulturellen Bildung an den Volkshochschulen

„Kultur ist das Grundgerüst des gesellschaftlichen Zusammenlebens: wie wir leben, wie wir miteinander und mit unserer Umwelt umgehen, wie wir Vergangenes tradieren und uns auf die Zukunft vorbereiten. Kulturelle Bildung ist ein zentraler Bestandteil der allgemeinen Bildung und des lebenslangen Lernens“ – so lautet das Selbstverständnis der Volkshochschulen in Deutschland, wenn es um den Bereich Kulturelle Bildung geht, der dort mit 1,5 Millionen Kursstunden und 870.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Platz 3 bei den unterschiedlichen Bildungsangeboten einnimmt, die sich von Sprachen über Arbeit und Beruf bis hin zur EDV erstrecken. Die Zahlen machen noch einmal deutlich, welchen Rang die Kultur gerade für die Gesellschaft einnimmt.

Die Palette der Angebote bei den Volkshochschulen reicht von Vorträgen, Theater-, Museums- und Ausstellungsbesuchen bis hin zu praktischen Angeboten zum Thema Malerei. Kursbesucher können damit ihre gestalterischen Talente aufspüren und sie mit professioneller Anleitung weiterentwickeln. Weiter heißt es in dem von der Volkshochschule ausgesprochenen Selbstverständnis: „Mit ihren Angeboten im Bereich der Kulturellen Bildung ermöglichen Volkshochschulen einen Zugang zu Kunst und Kultur und vermitteln jene kreativen, ,kommunikativen und sozialen Fertigkeiten, die für kulturelle Teilhabe, Integration und Inklusion notwendig sind. Durch ihre vielfältigen Angebote ist die Volkshochschule letztendlich selbst ein unverwechselbarer kultureller und interkultureller Ort.“

Und was bedeutet es für die Teilnehmer eines Kurses oder kann es bedeuten? „… ein großes Maß an Selbstbildung, durch aktive Teilhabe an Kunst und Kultur, durch schöpferisches Arbeiten, durch Lernen mit Kopf, Herz und Hand – mit Verstand, Sinnen und Gefühl, mit Lust und Genuss“, wie es Hans-Hermann Groppe, erster Vorsitzender des VHS-Fördervereins „Bildung für alle“ in seinem seinem Artikel „Kulturelle Bildung in den Volkshochschulen als Herausforderung und Chance für eine weltoffene Bürgergesellschaft“ über Eigenschaften und Potenziale kultureller Arbeit an Volkshochschulen geschrieben hat.

Angesichts der der kulturellen Bildung bei der Volkshochschule zugeschriebenen Bedeutung und des 75-jährigen Bestehens der Volkshochschule Grafschaft Bentheim hat der Kunstverein Nordhorn seine nächste Ausstellung diesem Thema gewidmet. Es soll darum gehen zu zeigen, wie vor Ort anhand eines konkreten Beispiels die kulturelle Arbeit an der Volkshochschule in der Praxis aussieht.

Gezeigt werden die Ergebnisse eines Kurses mit dem Titel „Kreatives Malen mit Acryl“, der von der Volkshochschule Grafschaft Bentheim angeboten und von der Nordhorner Dozentin Ulrike Jahnke geleitet wird.

Ulrike Jahnke hatte schon als Kind eine große Leidenschaft für die Malerei. In ihrer Freizeit nach der Schule fertigte sie vor allem Bleistiftzeichnungen und Aquarelle an. Eine vertiefte Beschäftigung mit der Malerei begann dann etwas später. Sie nahm an zahlreichen Workshops und Weiterbildungen im Bereich der Bildenden Kunst teil, um das Handwerk des Malens in seinen unterschiedlichsten Aspekten kennenzulernen und auch zu beherrschen. Die Bandbreite reichte dabei von den Grundlagen der Farbenlehre über Farbwirkung, Spannungsaufbau,, Bildkomposition im abstrakten Bild und Farbpigmente bis hin zu Dreidimensionalität durch Strukturen, Lasuren und Wischtechniken sowie Stilleben und Porträt. Dann folgten noch Themen wie Verfremdung und das Medium Farbe im Spiel mit verschiedenen Materialien.

Die in diesen Kursen gemachten Erfahrungen brachten Ulrike Jahnke später auf die Idee, ihr erlerntes Wissen als Dozentin weiterzuvermitteln. Im Gespräch betont sie vor allem das Gemeinschaftsgefühl und den kreativen Austausch, der sie begeisterte und zu diesem Entschluss brachte.

Nachdem sie zuerst Kurse bei der Kunstschule der Städtischen Galerie Nordhorn geleitet hatte, folgte 2021 der Wechsel zur Volkshochschule Grafschaft Bentheim. Dort übernahm sie 2021 die Kurse Acrylmalerei von Marlies Dasselaar, die in Pension gegangen war.

Unter dem Titel „Kreatives Malen in Acryl“ haben Anfängerinnen und Fortgeschrittene die Möglichkeit, mit verschiedenen Materialien wie Spachtelmasse, Papier und Sand zu experimentieren. Diese werden beim Erstellen eines Bildes gemeinsam mit Acrylfarben, Ölpastellen, Bunt- und Bleistiften verwendet. Weiter heißt es in der Kursbeschreibung: „Auf der Leinwand lassen wir interessante Oberflächen entstehen und spielen dabei mit der Wirkung von Licht und Schatten oder wir konzentrieren uns auf die rein naturalistische Darstellung spannender Motive. Alles ist möglich! So entstehen am Ende ganz individuelle Kunstwerke.“

Wie Ulrike Jahnke im Gespräch berichtet, kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem konkreten Motiv zum Kurs, das in unterschiedlichsten Formen vorliegt, als Ausdruck, als Foto oder aus dem reichhaltigen Fundus der Online-Pinnwand von Pinterest. Dieses Motiv soll dann in ein selbst gemaltes Bild übertragen werden. Ob das dann in einer 1:1-Variante geschieht oder das Motiv nur als Ausgangspunkt für eigene kreative Ideen dient, ist den Kursteilnehmern überlassen.

Zum Kursbeginn müssen sie ihre eigenen Leinwände selbst mitbringen. Pinsel, Farben und andere Materialien werden von der Volkshochschule gestellt.

Bevor es losgehen kann, geht Kursleiterin Ulrike Jahnke zu jedem Teilnehmer, lässt sich das gewählte Motiv zeigen, um zu erkennen, welcher Schwierigkeitsgrad der Maltechnik damit verbunden ist. Da,bei mag es dann auch mal dazukommen, dass im Gespräch mit dem Teilnehmer abgewogen wird, ob er sich das zutraut oder ob es gegebenenfalls eine Alternative zu dem ursprünglich gewählten Motiv gibt.

Und schon geht es los. Die Kursleiterin erklärt, wie ein Bildhintergrund aufzubringen, Spachtelmasse aufzutragen oder Papier aufzukleben ist. Und sie fordert die Teilnehmer zum Vorzeichnen des Motivs auf. So endet dann der erste Abend, der sich wie die anderen Abende – insgesamt vier an der Zahl – über drei Stunden erstreckt.

Am zweiten Abend steht die Ausarbeitung des Bildes im Mittelpunkt. Bei Fragen steht Ulrike Jahnke selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite.

Schwierig, berichtet Ulrike Jahnke, wird es am dritten Abend. Viele Teilnehmer sind der Verzweiflung nah, sie sind beim Vergleich des gewählten Motivs mit ihren Ergebnissen unzufrieden, Ungeduld macht sich breit. An dieser Stelle wirkt die Dozentin ein, macht Mut und rät zur Pause. Sie gibt Tipps, Gespräche unter den Teilnehmern entwickeln sich, Ideen und Inspirationen werden ausgetauscht. Hilfreich ist es auch, dass alle Bilder an die Wand gehängt und betrachtet werden. Dabei ergeben sich weitere Ideen, Problemlösungen und vielleicht die Einsicht, sich von der Vorlage zu lösen und neue kreative Wege zu gehen.

Und schneller als gedacht naht auch schon der vierte und letzte Abend. Natürlich ist der von Ungeduld geprägt. Bald sollte das eigene Bild fertig sein. Auf Wunsch wirkt Ulrike Jahnke ein, weist auf ein möglicherweise fehlendes Bildelement, mangelnde Tiefe der Farbe oder andere Probleme hin und gibt Tipps zu deren Lösung. Abschließend werden die Bilder nochmals an die Wand gehängt, mit der Vorlage verglichen und besprochen. Wie die Kursleiterin aufgrund ihrer bisher gemachten Erfahrungen berichten konnte, gibt es „zumeist Lob, die Stimmung ist gut und das Interesse für einen weiteren Kurs wird bekundet.“

Was die meisten Kursteilnehmer miteinander verbindet, ist die Leidenschaft für die Malerei aus Kinder- und Jugendtagen, doch irgendwann hat es oft keine Weiterentwicklung gegeben. Natürlich spielen auch Gründe wie Familie und Beruf eine Rolle, die oft wenig Zeit lassen, der Leidenschaft für die Kunst nachzugehen. Was die Kursteilnehmer dazu bewegt, irgendwann dieser Leidenschaft wieder intensiver nachzugehen, ist höchst unterschiedlich. Zeit ist dabei ein wichtiger Faktor.

Manche empfinden Entspannung beim Malen, wollen den oft stressigen Alltag hinter sich lassen und einfach etwas für sich tun. Eine Teilnehmerin, die trotz ihres stressigen Alltags an dem Kurs teilnimmt, sagt: „Ich schalte für drei Stunden den Alltag aus, bin dann in einer ganz anderen Welt, bin nur auf das Malen konzentriert. Das gibt mir Kraft für den Rest des Tages.“ Ein weiterer Grund für die Teilnahme am Malkurs: die Begegnung mit einer kreativen Gemeinschaft, die alle inspiriert und bei der man voneinander viel lernt, auch jenseits der Malerei, allein durch die persönliche Begegnung.

Wie Ulrike Jahnke sagt, bietet der Kurs die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre, ohne Druck und überspannte Erwartungen seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Ihre Erfahrung: „Es ist toll zu sehen, wie sich jeder einzelne entwickelt und was für wunderbare Ergebnisse herauskommen. Die Freude und die Dankbarkeit, die mir von den Teilnehmern entgegengebracht wird, motiviert mich immer wieder, mein Wissen weiterzugeben. Es macht einfach Spaß.“

Deutlich wird, dass die von der Volkshochschule postulierten Ziele im Bereich der Kulturellen Bildung in Kursen wie „Kreatives Malen in Acryl“ ihre konkrete Widerspiegelung erfahren.

In der Ausstellung, die am 31. Mai, 19.30 Uhr, in der Alten Weberei (Eingang zum Textilmuseum im hinteren Bereich) eröffnet wird, werden die Werke folgender Kursteilnehmer gezeigt: Beate Aldekamp-Wolters, Inge Bartels, Hilde Boll, Sonja Brüna, Christa Diesner, Marlies Dietrich, Marina Egbers, Brigitte Gervink, Adriana Hoekama, Rita Kamps, Inge Knief, Ursula Lübbers, Andrea Möller-Krause, Marion Peters, Hermine Schievink, Christiane Teichmann, Elke Vordermark, Nicole Voigt, Elisabeth Weernink, Vanessa Wenning und Christine Wolterink.

Eine Einführung in die Ausstellung erfolgt durch den ersten Vorsitzenden des Kunstvereins Nordhorn, Gerald Nierste. Die Ausstellung ist bis zum 31. Juni zu den Bürozeiten der Alten Weberei und am Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Dann ist auch ein Mitglied des Kunstvereins Nordhorn vor Ort.

Über Ulrike Jahnke

Schon als Kind hatte die 1961 in Nordhorn geborene Ulrike Jahnke eine große Leidenschaft für die Malerei. Später nahm sie an zahlreichen Workshops und Weiterbildungen im Bereich der Bildenden Kunst teil und erwarb sich Kenntnisse in der Farblehre, der Farbwirkung, der Bildkomposition und vielem mehr. Seit ein paar Jahren lebt und arbeitet sie wieder in Nordhorn und ist neben ihrem Beruf als Technische Zeichnerin und Technische Illustratorin als Dozentin an der Volkshochschule Grafschaft Bentheim tätig. Dort bietet sie den Kurs Kreatives Malen in Acryl an, der sich großer Beliebtheit erfreut.

Kunstbetrachtungen, Teil 4: Kunst soll verstanden werden

Auf einen wesentlichen Faktor bei der Betrachtung des Themas Kunst weist der Professor der Philosophie, Georg W. Betram, hin: Den Betrachter, auch Rezipient genannt.

Eine Lektüre-Empfehlung zum Thema Kunst ist das beim Verlag Reclam erschienene Buch „Kunst – Eine philosophische Einführung“ von Georg W. Bertram, Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin.

Offenheit der Sinne, Sich-Zeit-Lassen …

Gleich zu Beginn seiner Ausführungen bringt er einen wichtigen Punkt in die Diskussion um das Thema Kunst ein: Arbeit. Im Zusammenhang mit der Kunst kann sie philosophisch als Prozess der bewussten schöpferischen Auseinandersetzung des Menschen angesehen werden. Die geleistete Arbeit ist laut Bertram mit einer gewissen Anstrengung verbunde. Während der Künstler aus unterschiedlichen Motiven Materialien und mit einer Idee vor Augen ein Werk formt, geht es bei dem Betrachter um Aufmerksamkeit, Verständnis, Offenheit der Sinne, Sich-Zeit-Lassen und manchem mehr. „Die Arbeit, die Kunst für diejenigen darstellt, die mit ihr Erfahrungen machen, ist geistiger Natur. Kunst muss in irgendeiner Art verstanden werden“, erklärt der Autor.

Und was bedeutet das? Es geht zunächst um die Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen und Strukturen zu erfassen, nicht gleich um ein allumfassendes Verständnis. Bertram sieht Verstehen als einen Prozess an, der sich nicht sofort in Worten ausdrücken lässt. Als Beispiel nennt Bertram das schwarze Kreuz von Kasimir Malewitsch, einem der führenden Vertreter der abstrakten Kunst in den 1920-er Jahren.

Zunächst geht es um die Intensität der sinnlichen Erfahrung, die mit dem … Werk gemacht wird.“

Zunächst geht es um die Intensität der sinnlichen Erfahrung, die mit dem genannten Werk gemacht wird. „Ich muss aber meine Erfahrung als eine erleben, die genau diesen Inhalt – die Erfahrung einer sinnlichen Intensität schwarzer Farbe – hat. In der Erfahrung steckt unter anderem eine Beherrschung des Unterschieds von Schwarz und Grau“, schreibt Bertram. Klingt banal, ist es aber nicht, wenn darüber nachgedacht wird, wie das menschliche Hirn zu unterscheiden lernt.

Wie Bertram weiter ausführt, sind „Kunstwerke nicht nur Gegenstände der Wahrnehmung und der sinnlichen Auseinandersetzung, sondern auch und in erster Linie des Verstehens“. In diesem Zusammenhang kommt natürlich auch die Philosophie ins Spiel, die sich schon immer mit dem Prozess des Verstehens beschäftigt hat und daher auch die Kunst in den Blick genommen hat.

Bertram betont, dass die Philosophie Hilfsmittel und Einsichten für die geistige Auseinandersetzung mit der Kunst entwickelt habe.

Verstehen von Kunst keine leichte Sache

Dass es aber mit dem Verstehen von Kunst keine leichte Sache ist und dass Kunst auf Missvertändniss gestoßen ist und immer noch stößt, ist auch dem Autor von „Kunst – Eine philosophische Auseinandersetzung“ bewusst. Er verweist in diesem Zusammenhang auf zwei Ereignisse aus dem Jahre 1913, die einen Kunst-Skandal sondergleichen auslösten.

Buchtipp: Marietta Slomka – „Nachts im Kanzleramt – Alles, was man schon immer über Politik wissen wollte“

Prolog: Ein besseres Lob als das einer Mutter eines schulpflichtigen Jugendlichen lässt sich über ein Politikbuch kaum fällen: „Dieses Buch sollte Pflichtlektüre an weiterführenden Schulen werden. So gut ist Politik noch nie erklärt worden.“

Dieses Lob gilt dem von Marietta Slomka geschriebenen Buch „Nachts im Kanzleramt – Alles was man schon immer über Politik wissen wollte“. Politik zu erklären ist, wie regelmäßigen Zuschauern von Nachrichtensendungen bekannt sein dürfte, das Metier von Marietta Slomka. Die bekannte Journalistin moderiert im ZDF das „Heute Journal“ und weiß, wie es hinter den Kulissen zugeht. Mit ihrem Buch leistet sie einen wichtigen Beitrag zur aktuellen politischen Debattenkultur, die oft in unsäglichem Streit und Geschreie unterzugehen droht. Häufiger Grund dafür ist, dass den unterschiedlichen Kontrahenten zumeist etwas Wichtiges fehlt: Basiswissen über die Strukturen und Bedingungen unseres politischen Systems, das es braucht, um sinnhaft miteinander ins Gespräch zu kommen.

Schon in ihrem ersten Kapitel „Demokratie: Hurra, wir sind die Mehrheit“ nimmt sie denen, die nur mit Vorurteilen der Politik (Wählen bringt nichts, Demonstrieren lohnt sich nicht etc.) begegnen, den Wind aus den Segeln. Sie bezieht sich auf zwei Fälle, die genau das Gegenteil dessen belegen, was so schnell dahergesprochen ist. So war es im Jahr 2002, als bei der Bundestagswahl der Kandidat der CDU/CSU, Edmund Stoiber, mit circa 6000 Stimmen gegen seinen Kontrahenten Gerhard Schröder nur äußerst knapp unterlag. Aus der jüngeren Geschichte verweist Marietta Slomka auf den von der Schwedin Grete Thunberg initiierten Schulstreik, um auf die drohenden ökologischen Krisen in der ganzen Welt hinzuweisen. Dieser von einer damals minderjährigen Einzelkämpferin ins Leben gerufenen Initiative war eine weltweite Resonanz beschieden und hat viele Politiker und Verantwortliche aus der Wirtschaft zum Umdenken bewegt.

Im weiteren Verlauf des ersten Kapitels erklärt Marietta Slomka in verständlicher und anschaulicher Sprache die Grundlagen der Demokratie im Allgemeinen und die Grundlagen der freiheitlich demokratischen Grundordnung in Deutschland, geht auf die Struktur einer parlamentarischen Demokratie ein, auf unterschiedliche Staatsformen, auf die Bedeutung der Parteien und auf die Bedeutung von Grundrechten, die für alle Menschen gelten und die Voraussetzung für eine Demokratie sind.

Im Kapitel 2 mit dem Titel „Wie funktioniert Politik“ widmet sie sich Themen wie der K-Frage, bei der es darum geht, wie es zur Wahl eines Kanzlerkandidaten kommt, wie die Parteien ihre Kandidaten für die Parlamente bestimmen, wie die Parteien versuchen, die Wähler für ihre Sache zu gewinnen und führt unter anderem aus, was es bei der Wahl mit der Erst- und der Zweitstimme auf sich hat, was Koalitionsverhandlungen bedeuten und wie sie ablaufen. Allgemeine Erklärungen unterfüttert Slomka dabei immer wieder mit praktischen Beispielen.

Angesichts viel verbreiteter Vorurteile gegenüber der Presse und den Medien, die vor allem von extremistischen politischen Kräften und Verschwörungstheoretikern in die Welt gesetzt werden und im Wort „Lügenpresse“ den bekanntesten Ausdruck gefunden haben, ist besonders auf Kapitel 3 „Was mit Medien: Politik und Journalismus“ hinzuweisen, in dem die Autorin die Arbeitsweise von Journalisten und Redakteuren schildert, die Grundbedingungen für guten Journalismus skizziert, das spezielle Verhältnis zwischen Politik und Journalismus differenziert beleuchtet und auch auf Grenzen dessen, was Medien leisten können, aufmerksam macht. Dabei spielen Themen wie die von vielen angeprangerte Häufung von schlechten Nachrichten, die Bewertung der Bedeutung oder Nichtbedeutung einer Nachricht und die Unmöglichkeit einer absoluten Objektivität eine große Rolle spielen.

Und wer schon immer einmal wissen wollte, ob Geld die Welt regiert, sollte sich auf Kapitel 4 „Einmal Wirtschaft im Schnelldurchlauf“ stürzen. Marietta Slomka gelingt es, auf gerade mal 44 Seiten die unterschiedlichen Wirtschaftssysteme ebenso darzustellen wie einzelne Aspekte, angefangen von der Rente über die Sozialpolitik bis hin zu Tarifautonomie, Steuern, Geld als Zahlungsmittel, Inflation und dem wirtschaftlichen Handeln eines Staates.

Ebenso wie die Medien ist die Europäische Union (EU) mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Von einem Bürokratiemonster ist oft die Rede, aber auch von einer zunehmenden Fremdbestimmung aus einer Stadt namens Brüssel, hinter der manche dunkle Kräfte vermuten. Wie mit dem Schüren von Vorurteilen und dem Verbreiten von Lügen eine Institution wie die EU in eine Krise geraten kann, zeigte der Brexit. Großbritannien, eine der größten Nationen Europas, zog sich aus der EU nach einer Volksbefragung zurück.

Marietta Slomka nimmt in Kapitel 5 „Das große Versprechen: Europa“ nachvollziehbare Kritikpunkte wie die für viele Bürger mangelnde Transparenz politischer Entscheidung und die schwache Stellung des EU-Parlamentes gegenüber den Regierungen der Mitgliedsländer und der EU-Kommission auf, betont aber auch die geschichtlichen Gründe, die zur Gründung der Montan-Union, der späteren Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der heutigen Europäischen Union (EU) geführt haben. Nach zwei verheerenden Weltkriegen hatten sich führende Vertreter europäischer Länder für die Gründung eines Friedensbündnisses eingesetzt, basierend auf Prinzipien der Demokratie, Menschenrechten, freiem Handel, gemeinsamen Gesetzen und kulturellem Austausch. Das Ziel des Friedens, schreibt die Autorin, ist ebenso erreicht wie viele weitere: offene Grenzen, eine Zollunion, Reisefreiheit sowie die freie Wahl des Arbeitsplatzes. Viele Probleme, so schreibt Slomka weiter, werden die EU aber weiter beschäftigen: die zum Teil höchst unterschiedliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mitgliedsländer und der Schutz der Außengrenzen, verbunden mit zentralen Themen wie Migration, Flucht und Einwanderung.

Eine Ebene höher als die EU geht die Autorin mit ihrem letzten Kapitel „Und jetzt noch kurz die Welt retten“. Darin beschreibt sie einerseits die großen Probleme, die in der ganzen Welt eine Rolle spielen: Krieg und Frieden, Klimawandel, Armut, Flucht und Vertreibung, andererseits die Bemühungen, durch Diplomatie zur Lösung von Konflikten zu finden, und die Rolle der Vereinten Nationen, in der 192 Länder der Welt vertreten sind. Diese internationale Institution bietet die Möglichkeit, dass sich alle Mitgliedsländer unter Ausschluss der Öffentlichkeit treffen können, um über diplomatischem Wege Konflikte aus der Welt zu schaffen.

Trotz komplexer Zusammenhänge, die gerade hier eine zentrale Rolle spielen, gelingt es Marietta Slomka, die Grundstrukturen offenzulegen und sie dem Laien verständlich zu machen. Ihr ist mit „Nachts im Kanzleramt“ ein Buch gelungen, das nicht nur in der Schule Pflichtlektüre sein sollte, sondern Pflichtlektüre für alle, die einen substanziellen Beitrag in der politischen Debatte und im politischen Handeln leisten wollen.

Auf den Spuren von Edgar Allan Poe

Aufgeteilt ist das Stück in drei Akte. In den jeweiligen Pausen wird ein mehrgängiges Menü gereicht.

Veranstaltungsort ist in diesem Jahr das neu eröffnete ehemalige Kinozentrum „Capitol Treff 13 e.V.“ an der Neuenhauser Straße 13 in Nordhorn. Dort wird die Premiere des Stückes am 1. und 2. November gefeiert. Am 7. und 11. November ist es in „Ela´s Kitchen“ in Lingen zu erleben und am 23. November auf dem Ponyhof Niers in Neuringe. Die Preview kann bereits am 18. und 19. Oktober im Hotel Restaurant Kruse zum Hollotal in Neuenkirchen-Vörden besucht werden. Wer sich ein letztes Mal „Hitchco(o)ck á la carte“ anschauen will, kann das beim Festival zum 125. Geburtstag von Alfred Hitchcock in Eutin am 27., 28. und 29. September tun.

Kunstbetrachtungen, Teil 3: Und was ist nun Kunst?

Kunstbetrachtungen, Teil 2 – Kunst: ein Missverständnis?

Auch die Zeit nach 1945 ist von Problemen im Umgang mit zeitgenössischer Kunst geprägt,

Auf die Zerstörung moderner Kunst vor allem der 1920-er und 1930-er Jahre folgt 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit seinen Verheerungen und schrecklichen Folgen eine weitere schwierige Phase im Umgang mit der Kunst, eine Zeit des noch mehr zunehmenden Un- und Missverständnisses, die sich bis heute fortsetzt und gleichfalls zu Attacken gegenüber der Kunst und Künstlern geführt hat, nur in geringerer Zahl und mit erheblich weniger Gewalt als in den 1930-er und 1940-er Jahren.

Als Beispiel ist die Künstlerbewegung „CoBrA“ zu nennen. Stilelemente der Volkskunst sowie kindlich-naive Malerei verbanden sich bei den Mitgliedern mit abstrakten und figurativen Farb- und Formgebungen. Die Künstler verband eine Kunstauffassung, die sich gegen bürgerliche und akademische Vorstellungen wandte.

Attacken auf die Kunst

Ihre Bilder sollten spontan entstehen und die Abkehr von jeglicher überlieferter Vorstellung von Ästhetik vermitteln. Viele Motive wirkten für Außenstehende wie unbeholfene Kinderzeichnungen. Sie erschlossen sich den meisten nicht. 1949 kam es bei der Enthüllung eines Wandgemäldes in der Kantine des Amsterdamer Stadthauses zu so starken Protesten in der Bevölkerung, dass das Kunstwerk erst 10 Jahre später der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wurde. Auch die Ausgabe einer Zeitschrift und die Eröffnung einer Ausstellung in Lüttich führten zu Kritik und Tumulten.

Nicht weniger konfliktreich war es in den Folgejahren. Eines der prominentesten Beispiele: Joseph Beuys, der Aktionskünstler, Bildhauer, Medailleur, Zeichner, Kunsttheoretiker und Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Er gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten, aber auch umstrittensten Künstlern des 20. Jahrhunderts, und das nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

Filz und Fett

Aktionen wie „Joseph Beuys erklärt dem toten Kaninchen die Kunst“, das kurzzeitige Zusammenleben mit einem Kojoten bei einer Kunstaktion in den USA oder die von ihm gefertigten Objekte aus Filz und Fett, angeblich basierend auf seinen Erlebnissen als abgeschossener Pilot im Zweiten Weltkrieg, stießen auf viel Widerspruch und im Extremfall zur Entsorgung durch Hausmeister oder Putzfrau, die sie nicht als Kunstwerke, sondern als Schrott oder Müll betrachtet wurden. Die dafür verlangten Schadensersatzforderungen, die zum Teil sechsstellig waren, riefen dann noch mehr Empörung bei der Bevölkerung hervor.

Auch vor ort führte die Kunst zu Missverständnissen und Konflikten. Erinnert sei in diesem Zusaammenhang an die aus Standardwerkstücken des Materials Edelstahl bestehende Erich Hauser-Plastik „Doppelsäule I / 70“ vor dem Rathaus der Stadt Nordhorn. Als es um die Gestaltung, den Ankauf und den damit verbundenen Preis ging, schlugen die Wellen hoch. Erst mit der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein der Städtischen Galerie Nordhorn konnte der Ankauf getätigt werden.

Bettina Göring: Der gute Onkel – Mein verdammtes deutsches Erbe

Sabine Jacob: Rabenauge

Ralf Langroth: Das Mädchen und der General

Der bis heute nicht geklärte Mord an der Frankfurter Prostituierten Rosemarie Nitribitt erschütterte in den 1950-er Jahren die Bundesrepublik und ist Thema eines neuen Romans.

Ende Oktober 1957 an der Stiftstraße am Eschenheimer Turm in Frankfurt/Main: In einer luxuriösen Wohnung wird die 24-jährige Rosemarie Nitribitt tot aufgefunden. Kein gewöhnlicher Mordfall, wie sich schnell herausstellen sollte. Bei dem Opfer handelte es sich um eine stadtbekannte Edelprostituierte, die in den besten Kreisen verkehrte und deren Fall für einen bundesweiten Skandal sorgte.

Kontakte in hohe Kreise

Ermittlungspannen der Frankfurter Kriminalpolizei – unter anderem die versäumte Messung der Körpertemperatur der Leiche oder der Umgebungstemperatur in der Wohnung, die zur exakten Bestimmung der Todeszeit unbedingt notwendig gewesen wäre – , weitere Fehler und verschwundene Akten nährten schnell den Verdacht, dass von staatlicher Seite prominente Freier und Verdächtige aus Politik und Wirtschaft geschützt werden sollten.

Zumindest die Kontakte zu Freiern aus der Wirtschaft wie Ernst Wilhelm Sachs, Gunter Sachs, Harald Quandt und Harald von Bohlen und Halbach (gehörte zur Familie Krupp) ließen sich nachweisen, brachten aber keine Klärung des Falles. Einem Hauptverdächtigen, einem engen Bekannten Nitribitts, konnte trotz einiger Indizien die Tat nicht nachgewiesen werden. Der Mörder ist bis heute nicht ermittelt worden.

Die Faszination eines ungeklärten Mordfalles, bei dem eine Prostituierte, Freier aus den sogenannten besseren Kreisen und erhebliche Ermittlungsfehler vonseiten der Polizei eine große Rolle spielten, hält sich seit der damaligen Zeit bis heute.

Kaum ein Jahr nach dem Tod Rosemarie Nitribitts dauerte es, bis der Autor und Journalist Erich Kuby, der unter anderem für den Spiegel und den Stern schrieb, den Roman „Rosemarie – Des deutschen Wunders liebstes Kind veröffentlichte; und im gleichen Jahr erschien Rolf Thieles Spielfilm „Das Mädchen Rosemarie“ auf der Leinwand. Es folgten weitere Spiel- und Dokumentarfilme, Bühnenstücke, Sachbücher und sogar ein beschwingtes Musical.

Jörg Kastner/Ralf Langroth (Foto: © 2022 Wolfgang Weßling)
Jörg Kastner/Ralf Langroth (Foto: © 2022 Wolfgang Weßling)

Fast pünktlich zum 90. Geburtstag von Rosemarie Nitribitt erschien im Rowohlt Verlag der neue Roman von Ralf Langroth. Mit „Das Mädchen und der General“ setzt der Autor nach „Die Akte Adenauer“ und „Ein Präsident verschwindet“ seine Reihe mit historischen Thrillern rund umd die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland fort.

Philipp Gerber ermittelt

Im Mittelpunkt der wiederum äußerst spannend geschilderten und mit detailgetreue Zeitkolorit versehenen Handlung steht einmal mehr der BKA-Hauptkommissar Philipp Gerber.

Wie es der Zufall will, hat er gleich einen persönlichen Bezug zu dem Mordfall Nitribitt. Einer ihrer Kunden und möglicher Tatverdächtiger war der hochrangige US-General Hiram Anderson, ein früherer Chef Philipp Gerbers, als der noch in Diensten des US-amerikanischen Geheimdienstes CIC (Counter Intelligence Corps) war. Anderson war aber nicht nur Chef, sondern auch Mentor von Philipp Gerber, und fast dessen Schwiegervater.

Ein schwieriger Fall also für den BKA-Kommissar, der sowohl von seiner ehemaligen Verlobten June, Tochter des Generals, als auch von Bundeskanzler Adenauer um Hilfe in dem Fall Nitribitt gebeten wird. Zum einen aus persönlichen Gründen, zum anderen aus politischen, denn Anderson vermisst seit seinem letzten Besuch bei Nitribitt wichtige Geheimdokumente.

Ralf Langroth, Das Mädchen und der General, Rowohlt Verlag, ISBN 978-3-499-01066-8

Kunstbetrachtungen, Teil 1: Ist das Kunst oder kann das weg?

Egal ob Fettecken von Beuys im Museum, „Entenklos“ auf der Vechte oder ein Urinal, das als „readymade“ zur Kunst erklärt wurde – was Kunst ist, oder nicht, ist nicht leicht zu klären.

„Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit“, ist ein bekanntes Zitat des Münchener Komikers Karl Valentin, dass trotz des durchklingenden Humors deutlich zum Ausdruck bringt, was für Valentin mit Kunst unmittelbar verbunden ist: „Schönheit und erhebliche Anstrengung“. Ein weiteres bekanntes Zitat, das in unterschiedlichen Variationen zuerst vom deutschen Philosophen Herder in seiner Schrift „Kalligone“ nachzulesen ,war, lautet in seiner eher humoristischen Variante: „Kunst kommt von Können, sonst würde es ja Wunst heißen“. Es fordert die Beherrschung eines wie auch immer gearteten Könnens hin.

Kunst kommt von Können

Und das hat auch seine Gründe. Die Herkunft des Wortes Kunst von können ist etymologisch korrekt. Das zugrundliegende „kunnan“ bedeutete zudem kennen, wissen. Ursprünglich etwa Kunstfertigkeit, Fähigkeit, Geschicklichkeit bezeichnend, traten im 18. Jahrhundert die heute verbreiteten Bedeutungen „künstlerische Tätigkeit“ und Gegensatz zur Natur hinzu.

Gemeint in Verbindung mit der Bildenden Kunst, um die es in der Serie „Kunstbetrachtungen“ geht, ist die Fähigkeit, ein Bild so malen oder eine Skulptur so formen zu können, dass das Motiv oder ein Gedanke, der ausgedrückt werden soll, erkennbar sind.

In eine ganz andere Ecke jenseits der formalen und inhaltlichen Vorstellungen und Vorgaben vonseiten des Publikums, der Kritiker und großen Teilen der Bevölkerung haben sich viele Künstler seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bewegt. Die Bandbreite der eingeschlagenen Richtungen reicht vom Impressionismus und Expressionismus über den Fauvismus, Dadaisms, Kubismus und Surrealismus bis hin zur absoluten Abstraktion und zur Ablehnung der Malerei als künstlerischem Ausdrucksmittel. Auf alle Fälle immer weiter weg vom klassischen Realismus und der damit verbundenen figürlichen Darstellung.

Die Aufregung über diese Entwicklungslinien der Kunst war schon im 19. Jahrhundert groß und ist sie bis heute geblieben. So befand der Kunstkritiker Louis Leroy 1874 anlässlich einer Ausstellung von mehreren Künstlern im Atelier des Pariser Fotografen Nadar, dass ein einfaches Tapetenmuster künstlerisch anspruchsvoller sei als ein Bild von Claude Monet, der heute zu den bedeutendsten Vertretern des Impressionismus gehört und dessen Werke zu mehrstelligen Millionensummen verkauft werden.

Nicht nur eine Arbeit der Ausstellung wirkte auf den Kunstkritiker unvollendet sowie skizzenhaft, sondern viele weitere mehr. Diese Meinung teilten übrigens auch zahlreiche Besucher der Ausstellung. Die geäußerte Kritik war vernichtend. Die Folgen waren sinkende Besucherzahlen, wodurch die Kosten der Ausstellung, die die Künstler selbst trugen, nicht gedeckt waren. Trotzdem ließen sie sich nicht von der von ihnen eingeschlagenen Richtung abhalten. Der spätere Erfolg sollte ihnen recht geben.

Entartete“ Kunst

Den völligen Höhepunkt der Ablehnung erlebten die Künstler der Moderne in der Zeit des Nationalsozialismus.Ihre Kunst wurde als „entartet“ gebrandmarkt, was sich mit den Begriffen „aus der Art geschlagen“ oder „andersartig“ auf den Punkt bringen lässt. Es wurde von den Nazis und ihrer Geistesverwandten der Vorwurf erhoben, dass die moderne Kunst von Pessimismus und Dekadenz geprägt sei und daher nicht dem angeblich „deutschen Geist“ von Kraft, Stärke, Wille und Macht, wie er von den Nazis vor allem mit ihrem Körperkult und ihrer Verächtlichmachung des Geistigen propagiert wurde, entspreche. Antisemitismus und Antibolschewismus spielten auch eine Rolle. Die Folgen waren dramatisch. Die Künstler wurden verfolgt, ins Exil getrieben oder ermordet, ihre Kunst zu einem nicht geringen Teil zerstört. Besonders betroffen waren jüdische Künstler wie Felix Nussbaum oder Charlotte Salomon, die im Konzentrationslager starben.