Kunstpalast Düsseldorf präsentiert: Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter

Sie kämpften für ihre Ausbildung, für Anerkennung und Sichtbarkeit – und verschwanden dennoch fast vollständig aus der Geschichtsschreibung. Mit der Ausstellung „Künstlerinnen! Von Monjé bis Münter“, die noch bis zum 1. Februar 2026 zu sehen ist, holt der Kunstpalast Düsseldorf über 30 Künstlerinnen zurück ins Licht der Öffentlichkeit. Die Schau gibt Einblick in rund 100 Jahre weiblichen Kunstschaffens in Düsseldorf – einer Stadt, die im 19. Jahrhundert wichtiger Anlaufpunkt für Künstlerinnen aus ganz Europa war, obwohl ihnen die Türen der Kunstakademie verschlossen waren.

Eine Laufbahn als Künstlerin einzuschlagen, erforderte neben den finanziellen Mitteln für Privatunterricht auch viel Willensstärke. Obwohl einige Künstlerinnen in ihrer Zeit erstaunlich präsent waren – darunter Elisabeth Jerichau-Baumann, Marie Wiegmann oder Paula Monjé – sind heute fast alle vergessen. In öffentlichen Sammlungen, wie der des Kunstpalastes, sind sie vergleichsweise wenig vertreten und viele Werke werden seit dem 19. Jahrhundert erstmals öffentlich präsentiert.
Die große Sonderausstellung widmet sich – anschließend an ein mehrjähriges Forschungsprojekt – erstmals umfassend den Lebenswegen und Werken jener Frauen, die zwischen 1819 und 1919 in Düsseldorf künstlerisch tätig waren. Die Schau gibt Einblick in rund 100 Jahre weiblichen Kunstschaffens in Düsseldorf – einer Stadt, die im 19. Jahrhundert wichtiger Anlaufpunkt für Künstlerinnen aus ganz Europa war, obwohl ihnen die Türen der Kunstakademie verschlossen blieben.

„Jede neue Schwierigkeit war mir ein neuer Ansporn“, schreibt die Malerin Elisabeth Jerichau-Baumann um 1874 – ein Satz, der das Selbstverständnis vieler weiterer Künstlerinnen widerspiegelt und als Leitmotiv dieser Ausstellung gelten könnte. Die Schau macht die Beharrlichkeit und das Talent von Generationen von Frauen in der Kunst sichtbar, die lange ignoriert wurden.
Das Forschungsprojekt, das 2021 am Kunstpalast initiiert wurde, suchte nach den Spuren der zwischen 1819 und 1919 in Düsseldorf tätigen Künstlerinnen; jenen 100 Jahren von der Wiedergründung der Kunstakademie bis zu deren schrittweiser Öffnung für Frauen. Über 500 Namen konnten ermittelt werden – weit mehr als die bisher bekannten rund 200. Viele dieser Frauen nahmen Privatunterricht, studierten an der Kunstgewerbeschule oder arbeiteten selbstständig. Einige waren in internationalen Ausstellungen vertreten, erhielten Preise und Stipendien und ihre Werke wurden von wichtigen Sammlungen erworben. Dennoch sind auch sie heute weitgehend unbekannt, ihre Namen fanden keinen Eingang in den Kanon.
Die Ausstellung ist das Ergebnis intensiver Grundlagenforschung, aber auch ein selbstkritischer Blick auf die eigene Sammlungsgeschichte. Denn der Kunstpalast – 1913 als Städtische Kunstsammlungen zu Düsseldorf gegründet – war Teil des strukturellen Ausschlusses: Vor 1933 wurden lediglich vier Gemälde von Künstlerinnen angekauft. Erst in den letzten Jahrzehnten begann ein Wandel. Unter der Direktion Felix Krämers wurden ab 2017 gezielt Arbeiten weiblicher Kunstschaffender erworben, darunter 15 Gemälde von Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts wie Emilie Preyer, Paula Monjé oder Emmy Lischke.

Die Ausstellung macht verschüttete Geschichten zugänglich und beleuchtet, mit welchen Mitteln Frauen ihren künstlerischen Weg trotz struktureller Benachteiligung gingen. Neben bekannten Namen wie Gabriele Münter zeigt der chronologisch-thematische Rundgang in elf Räumen vergessene Protagonistinnen wie Amalie Bensinger, Magda Kröner oder Marga Klinckenberg.
Die Schau ermöglicht den überfälligen „zweiten Blick“ und erweitert so grundlegend das Verständnis für die Kunst des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie fügt der Kunstgeschichte ein wichtiges und viel zu lange übersehenes Kapitel hinzu und macht deutlich, dass ohne den Einfluss der Künstlerinnen die Kunstgeschichte unvollständig ist.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Künstlerinnen aus Skandinavien und Finnland, die Düsseldorf als Ausbildungs- und Inspirationsort wählten. Partner der internationalen Ausstellung ist das Ateneum Art Museum, Finnische Nationalgalerie, Helsinki, wo im Frühjahr 2025 bereits eine erste Version der Ausstellung gezeigt wurde.

„Künstlerinnen!“ ist mehr als eine historische Rückschau – die Ausstellung ist ein klares Statement für Gleichberechtigung und einen kritischen Blick auf den bestehenden Kanon. Sie erzählt von mutigen Wegen, klugen Entscheidungen und von Künstlerinnen, die mit ihrer Arbeit den Boden bereitet haben für das, was heute selbstverständlich sein sollte: gleiche Chancen für alle, auch in der Kunst.

In der Ausstellung vertretene Künstlerinnen:

Victoria Åberg | Amalie Bensinger | Fanny Churberg | Mathilde Dietrichson | Alma Erdmann | Ilna Ewers-Wunderwald | Alexandra Frosterus-Såltin | Marta Hegemann | Minna Heeren | Adeline Jaeger | Elisabeth Jerichau-Baumann | Marga Klinckenberg | Benita Koch-Otte | Magda Kröner | Gertrud von Kunowski | Marie Laurencin | Emmy Lischke | Amalia Lindegren | Luise von Martens | Paula Monjé | Gabriele Münter | Emilie Preyer | Sophie Ribbing | Julia Schily-Koppers | Christiane Schreiber | Martel Schwichtenberg | Alwine Schroedters | Hermine Stilke | Milly Steger | Emma Volck | Marie Wiegmann

Nähere Informationen: Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf, Telefon: 0211 56642100, E-Mail: info@kunstpalast.de

„Die geheime Macht der Düfte“ in Düsseldorf

Der Mensch besitzt über 400 Geruchsrezeptoren – mehr als genug, um Tausende von Düften zu unterscheiden. Trotzdem wird dem Geruchssinn in der westlichen Kultur oft wenig Beachtung geschenkt. Die Ausstellung „Die geheime Macht der Düfte“ im Kunstpalast, die noch bis zum 8. März 2026 zu sehen ist, rückt ihn nun ins Zentrum: Sie macht die Geschichte des Duftes nicht nur sichtbar, sondern erfahrbar – durch die Nase.

Düfte rufen Erinnerungen wach, wecken Emotionen und beeinflussen unsere Wahrnehmung sowie unser Handeln. Mit einer großen Überblicksausstellung widmet sich der Kunstpalast erstmals der faszinierenden Geschichte des Duftes – von der Antike bis zur Gegenwart – und macht sie sinnlich erlebbar. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern führt die Ausstellung Besucherinnen und Besucher durch über tausend Jahre Kunst- und Kulturgeschichte.
Im Sammlungsrundgang begegnen sie dabei rund 30 eigens entwickelten Duftstationen, die ein völlig neues Zusammenspiel von Kunst- und Geruchserlebnis eröffnen.

Von Weihrauch bis Chanel N°5

Die Reise beginnt mit der Jahrtausende zurückreichenden spirituellen und heilenden Bedeutung von Düften in religiösen Zeremonien. Sie führt über die opulente Duftkultur der europäischen Höfe des Barock und den Gestank der Städte im 18. Jahrhundert, wo zugleich das legendäre Eau de Cologne entstand.
Mit der industriellen Revolution hielten synthetische Duftstoffe Einzug, die nicht nur Parfüms, sondern auch Seifen, Waschmittel und andere Alltagsprodukte prägten. Im 20. Jahrhundert revolutionierten schließlich Modehäuser wie Chanel mit kühnen Kreationen die Parfümgeschichte.

Düfte zwischen Wissenschaft und Zukunft

Dass Düfte unsere Wahrnehmung, das Gedächtnis und sogar unser Wohlbefinden beeinflussen, belegen zahlreiche Forschungsergebnisse. Die Ausstellung macht diese Erkenntnisse erlebbar: Sie präsentiert Duftstoffe, die Aufmerksamkeit steigern und solche, die für Entspannung sorgen. Die Schau stellt außerdem das Molekül Iso E Super vor, das seine Träger*innen attraktiver wirken lässt und als „Duft der Träume“ gilt. Neue Anwendungsfelder im Bereich der Medizin, im Marketing sowie in Virtual Reality Formaten zeigen, welche Rolle Gerüche aktuell und künftig noch spielen können.

Ein Erlebnis für alle Sinne

Mal subtil als Raumduft, mal interaktiv oder punktuell zu einzelnen Werken – stets entsteht durch den Duft und die Verbindung von Kunstbetrachtung und Geruchssinn in dieser Ausstellung ein intensives, emotionales Erlebnis: „Die geheime Macht der Düfte“ eröffnet eine neue Dimension des Museumsbesuchs. Die Schau richtet sich an alle Altersgruppen und verbindet multisensorisches Erleben mit gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Perspektiven. Besucher*innen riechen Geschichte – und entdecken dabei vielleicht auch ein Stück ihrer eigenen.

Der Kunstpalast-Duft

Wie ein Logo kann auch Duft die Identität einer Institution verkörpern, Inhalte sinnlich vertiefen, Emotionen wecken oder eine markenspezifische unsichtbare Signatur bilden. Anlässlich der Ausstellung haben Kurator Robert Müller-Grünow und Parfümeur Geza Schön einen Duft aus Bergamotte, Jasmin und Zedernholz für den Kunstpalast komponiert, dessen Inhaltsstoffe die Offenheit, Experimentierfreudigkeit und Dynamik des Hauses olfaktorisch verkörpern. Die Kunstpalast-Duftkerze bringt diese Atmosphäre auch in die eigenen vier Wände. Exklusiv im Museumsshop für 49 Euro erhältlich.

Nähere Informationen: Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, 40479 Düsseldorf, Telefon: 0211 56642100, E-Mail: info@kunstpalast.de

Open-Ended / Ergebnisoffen

Die Ausstellung „Open-Ended“, die vom 22. November bis 6. April 2026 im Kröller-Müller Museum in Otterlo/NL zu sehen ist, versammelt eine Auswahl von Kunstwerken, die einen Übergang markieren. Die Werke sollen die Betrachter aktivieren; Sie regen zum Handeln, zur Bewegung und zum Nachdenken an. Und manchmal braucht man nur seine Vorstellungskraft, um eine Veränderung einzuleiten.

Ein Tipp: „Lass dir Zeit. Es sind oft große Werke, die man im Nu ’sehen‘ kann, die einem aber Gänsehaut bereiten, wenn man sich die Zeit nimmt, sie zu würdigen.“ (Regisseur Benno Tempel in „See All This“)

Zwischen einem Anfangs- und einem Endpunkt

„Open-Ended“ passt zu den letzten Monaten des Jahres: Im Winter, einer Zeit des Übergangs, geht es darum, über die Vergangenheit nachzudenken und nach vorne zu blicken. Seit Jahrhunderten feiern die Menschen in den dunklen Tagen um die Wintersonnenwende (21. Dezember) das langsam zurückkehrende Licht. Die Kunstwerke in „Open-Ended“ bilden einen Durchgang zwischen einem Anfangs- und einem Endpunkt oder nehmen Sie mit auf eine Reise von A nach B, wie in „Airport“, einer Klanginstallation des chinesischen Künstlers Zhou Tiehai (1966), die einen imaginären Flughafen erschafft. Weiter geht es durch „Topoestesia“ von Gianni Colombo (1937–1992), eine schwindelerregende Passage.

Vorgestellt: Knochenvorhang von Marina Abramović / Ulay

Das fesselnde Werk „Bone Curtain“ besteht aus rasselnden Knochen und blutroten Seilen. Der Vorhang, der von dem Künstlerduo Marina Abramović (1946) und Ulay (*1943 – +2020) geschaffen wurde, hängt von Wand zu Wand; Man muss da hindurchgehen. Die Künstler zwingen einen so, eine Schwelle zu überschreiten. „Bone Curtain“ stellt die Grenze zwischen Leben und Tod dar. Egal, ob du es schrecklich oder schön findest, es wird eine Wirkung auf dich haben, wenn du hindurchgehst.

Featured: „Klemme“ von Franz West

In der Installation „Clamp“ lädt Franz West (*1947 – +2012) dazu ein, einen Fremden anzurufen. Die Wände sind mit Seiten aus dem Telefonbuch von Otterlo bedeckt. Ursprünglich enthielt „Clamp“ auch einen funktionierenden Festnetzanschluss. Gemeint waren damit die Momente, in denen West bei der Arbeit in seinem Atelier durch einen Anruf unterbrochen wurde. Nach einer solchen Unterbrechung konnte der Künstler sein Werk wieder mit neuen Augen betrachten. Sie können weiterhin Anrufe in „Clamp“ tätigen. Wer weiß, wen Sie erreichen könnten …

Nähere Informationen: Das Kröller-Müller-Museum ist dienstags bis sonntags von10 bis 17 Uhr geöffnet. Kontakte sind unter der Telefonnummer (0031) 0318 591241, im Internet auf www.kmm.nl und per Email an info@kmm.nl möglich.

Die Radbank Kröller-Müller Edition

Die Wheelbench Kröller-Müller Edition ist eine zeitgemäße Neuinterpretation der ikonischen Wheelbench aus Eiche. Diese von Rogier Martens in Zusammenarbeit mit dem Kröller-Müller Museum entworfene Aluminium-Sonderedition bringt Kunst und Natur zusammen und lädt zur Interaktion mit der Natur ein.
Die überraschende Kombination aus Bank und Schubkarrenrad unterstreicht das Gefühl von Freiheit unter freiem Himmel. Rollen Sie die Wheelbench einfach an ein sonniges Plätzchen, eine schattige Ecke, eine malerische Aussicht oder eine geschützte Ecke.
Gemeinsame Sitzplätze: Bequem ist Platz für zwei bis drei Personen.
Witterungsbeständig und langlebig: Dank ihrer Aluminiumkonstruktion ist die Wheelbench extrem stabil und kann das ganze Jahr über draußen bleiben.
Einzigartiges Designobjekt: Mit den mitgelieferten Aufklebern von 10 berühmten Werken aus dem Skulpturengarten des Kröller-Müller Museums erhält jede Bank eine eigene Identität und Geschichte. Die Aufkleber können auch getrennt von der Bank verwendet werden.
Leicht zu bewegen: Die Radbank ist leicht zu bewegen
Lackiert in Ockergelb (RAL 1024).
Zur Feier dieser Sonderedition sind auf der Wheelbench Aufkleber von zehn ikonischen Kunstwerken aus dem Skulpturengarten des Kröller-Müller Museums zu sehen.

Details

Designer: Rogier Martens / Kapazität: 2 – 3 Personen / Gewicht: 23 kg / Material: Aluminium / Sitzhöhe: 45 cm / Sitzbreite: 130 cm / Maße der Verpackung: 207 x 51 x 82 cm / Montage erforderlich: Diese Bank wird als flaches Paket mit klaren Anweisungen und Werkzeugen geliefert.

Für den Versand außerhalb Europas müssen sich Interessierte per E-Mail an folgende Adresse wenden: info@krollermullershop.nl

Nähere Informationen: Kröller-Müller Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo/Niederlande, E-Mail: info@krollermuller.nl und Telefon: +31(0)318591241. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Jahresausstellung Bottroper Künstlerinnen und Künstler 2025

Die Jahresausstellung Bottroper Künstlerinnen und Künstler findet vom 23. November bis 11. Januar 2026 im Josef Albers-Museum statt. Gezeigt werden Malerei und Grafik, Skulptur und Fotografie.

Alle in Bottrop geborenen, ansässigen oder arbeitenden Künstlerinnen und Künstler haben einmal im Jahr die Gelegenheit, ihre Werke im Museumszentrum Quadrat zu präsentieren. Die Auswahl erfolgt durch eine Jury – zusammengesetzt aus Vertretern der Stadt, Künstlern sowie Kunsthistorikern.

Zum Künstler Gereon Krebber:

Der Bildhauer Gereon Krebber (*1973) ist nach 2005 zum zweiten Mal mit einer Einzelpräsentation im Rahmen der Jahresausstellung Bottroper Künstlern im Museumszentrum Quadrat vertreten. Nach der Ausstellung „Kringel“ (2005), zeigt er unter dem Titel „Ins Grüne“ neue Arbeiten und mischt diese mit älteren Arbeiten, die aber zum Teil neu gegossen worden sind, um neue Situationen für den gegebenen Ort zu schaffen.

Die Jahresausstellung, seit Gründung des Museumszentrums 1976 fester Bestandteil im Ausstellungskalender, jährt sich 2025 zum 50. Mal. Die Jury nahm dies zum Anlass, den renommierten Künstler mit seinem unerschöpflichen Formenrepertoire ein weiteres Mal einzuladen.

Der inzwischen international bekannte Bildhauer Gereon Krebber ist seit 2012 Professor für Bildhauerei im Orientierungsbereich der Kunstakademie Düsseldorf. Dort studierte er selbst zwischen 1994 bis 2000 bei den Professoren Luise Kimme, Tony Cragg und Hubert Kiecol, bevor er von 2000 bis 2002 das Royal College of Art, London, besuchte, und mit dem MA Fine Art Sculpture abschloss.

Der Kulturpreisträger der Stadt Bottrop (2007) ist seit 2004 mit seinen Werken bei der Jahresausstellung vertreten. Doch schon vor seiner ersten Beteiligung erregte er im selben Jahr Aufsehen mit seinem Ausstellungsbeitrag zum 25-jährigen Bestehen des Künstlerbund Bottrop. Die Gelatinearbeit „Kreis“ mit einem Durchmesser von sechs Metern bedeckte den Boden der Modernen Galerie. Seit dieser Zeit fanden aktuelle Werke aus allen erdenklichen Werkstoffen in jedem Jahr ihren Weg ins Quadrat. Zuletzt waren es keramische Arbeiten wie „Smavos“, „Dupper Boxen“ oder bereits 2022 eine Keramik aus der Serie „Derelikt“, die er mit heller Freude in Sichtachse zu dem soeben eröffneten Neubau platzierte und humorvoll mit den Worten „einstürzende Neubauten“ kommentierte. Humor und Wortwitz begleiten das Œuvre Krebbers, die Titel und Wortschöpfungen sind elementarer Bestandteil seiner Kunst, wesentlich für den Dialog mit seinem Publikum. Niemals sind diese Titel eindeutig. „Es sind Fingerzeige und Fragezeichen, Fußangeln und Spielbälle – genauso wie die Skulpturen selbst“, so Krebber.

Mit „Ins Grüne“ ist Gereon Krebber der erste Künstler, der in der jetzt fünfzigjährigen Geschichte der Jahresausstellung, zwei Orte parallel bespielt. Es ist einerseits die dem Ort der Einzelausstellung zugedachte Studio-Galerie. Ein niedriger Raum im unteren Geschoss der Moderne Galerie, in den wenig Licht fällt. Andererseits sucht er die Weite des Vorplatzes und die von fünf Skulpturen der Museumssammlung, die sich bereits in unmittelbarer Nähe des Eingangsbereichs befinden.
Zwei Orte – innen und außen – wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Aus beiden schafft Krebber neue Situationen, trennt sie strikt und verbindet sie gleichzeitig. So sind seine Arbeiten oft monumental, immer eigenständig, gar autonom; eine jede steht für sich und ihre Gestalt ist vereinfacht. Ein Kontext entwickelt sich erst aus dem Zusammenspiel mit der Umgebung. Hierbei kommt der eigenen Wahrnehmung und der Erfahrung der Betrachtenden eine entscheidende Rolle zu. Ein assoziativer Prozess wird in Gang gesetzt und erschafft neue Erlebnisse.

Die Studio-Galerie wird vornehmlich durch vier Regalskulpturen bestimmt. In den Regalen hängen jeweils Bronzen. Der Ort wirkt verlassen, die Regale dearrangiert. Es entsteht unweigerlich eine fiktive und etwas surreale Keller- oder Lagersituation. Weitere Keramiken und Holzskulpturen verstärken diesen Eindruck, lenken den Blick aber ebenso nach außen. Auf dem Vorplatz breiten sich die Skulpturen des Bildhauers wie eine begehbare Collage aus unterschiedlichen Materialien, Formaten, Formen und Oberflächen aus.

Gereon Krebber erzeugt mit seinen abstrakten Plastiken, Formen und Oberflächen beim Publikum Bildlichkeit. Assoziationen werden hervorgerufen, eingefahrene Sehgewohnheiten aufgebrochen. Als Künstler ziehen ihn Gegensätze an. Er setzt mit seinen Werken Kontraste, die er wiederum vereint; er setzt Kontrapunkte, die er verstärkt. Die Wahrnehmung entsteht in den Augen des Betrachtenden. Krebber gibt die Spielräume; die Welt ist niemals gut oder böse, sie ist immer alles zugleich. Sein Werk wird zu keiner Zeit langweilig für den, der es annimmt.

Der Eintritt in diese Ausstellung ist frei.

Nähere Informationen: Museumszentrum Quadrat, Josef Albers Museum, Museum für Ur- und Ortsgeschichte, Anni-Albers-Platz 1, 46236 Bottrop, Telefon: 02041 – 37 20 30, Internet: www.quadrat-bottrop.de, Instagram: @museumquadrat. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Donnerstag 11 bis 19 Uhr.

Ausstellung „Ariel Reichman. Keiner soll frieren!“ im Felix-Nussbaum-Haus

Der aus einer jüdisch-orthodoxen Familie stammende und in Berlin lebende Künstler Ariel Reichman (*1979) erforscht in seiner Kunst die eigene Biografie, Erinnerungen, die persönliche Gedanken- und Gefühlswelt. Reichmans interdisziplinäre Arbeiten basieren auf den Konzepten der Empathie und der menschlichen Verletzlichkeit.

Im Rahmen der Ausstellungsreihe „Gegenwärtig. Zeitgenössische KünstlerInnen begegnen Felix Nussbaum“ nimmt Reichman unter dem Titel „Keiner soll frieren!“das Werk Felix Nussbaums zum Ausgangspunkt, über die heutige Gesellschaft zu diskutieren und sie im Spiegel der Vergangenheit zu reflektieren.

Neben Metallskulpturen, die aus eingeschmolzenem Nazi-Metallmemorabilia neu entstehen, werden in der Ausstellung Fotografien von kleinen Papier- und Wachsblumen präsentiert, die wie Abzeichen im Nationalsozialismus als Belohnung verschenkt wurden. Hinter den scheinbar harmlosen Sammlerstücken steckte ein kalkuliertes System nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik und Beeinflussungsstrategie. Im Prozess der Umformung und Transformation stellt Reichman heute die Frage, ob man Geschichte überwinden kann. Was bleibt an Dingen, Architekturen oder auch im Denken von der Vergangenheit haften?

Öffentliche Führungen zur Ausstellung, die noch bis zum 10. Mai 2026 im Felix Nussbaum-Haus in Osnabrück zu sehen ist, finden jeweils um 15.30 Uhr an folgenden Terminen statt:
7. Dezember (mit Kinderbetreuung von 15 bis 17 Uhr), 8. Februar 2026, 14. Februar 2026 (Kuratorinnenführung) und 5. April 2026 (mit Kinderbetreuung von 15-17 Uhr).

Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, E-Mail: museum@osnabrueck.de, Telefon: 0541 323-2207 oder 0541 323-2237.

Ausstellung der Draiflessen Collection: „Der Teufel – Mythos, Macht, Mysterium“

Keine andere Gestalt hat im Christentum gleichermaßen Schrecken und Faszination ausgelöst wie der Teufel. Jahrhundertelang fürchteten die Gläubigen, er und seine Dämonen würden als Gegenspieler Gottes jederzeit versuchen, Unordnung in die Welt zu bringen. Nur der Teufel konnte als Verursacher von Naturkatastrophen, Erdbeben und Seuchen gelten. Zudem war es ihm allein möglich, unverhofft an jedem Ort zu erscheinen, um die Gläubigen in Versuchung zu führen. Diese Versuchungen des Teufels haben in der Christenheit eine Vielzahl von Erzählungen hervorgebracht, die bei den Menschen vor allem eines nährten – die Furcht vor ewigen Höllenqualen. In der christlichen Kunstgeschichte findet sich nur wenig Gestaltungsfreiraum für die Darstellung religiöser Figuren. Zu genau hatten die Bibel und populäre Heiligenerzählungen die Vorstellungen von ihnen geprägt. Umso überraschender ist es, dass das Aussehen des Teufels als eine der wirkmächtigsten Figuren des Christentums in der Bibel nicht näher beschrieben wird. Dadurch entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte die fantasievollsten Darstellungen des Teufels, seiner Diener und der Hölle.
Die Ausstellung „Der Teufel – Mythos, Macht, Mysterium“ im Studiensaal der Draiflessen Collection in Mettingen, die dort vom 26. November bis zum 26. April 2026 zu sehen ist, beleuchtet die Veränderungen und Vielfalt des Teufelsbildes im Laufe der Zeit und wirft einen Blick auf die Bedeutung des Teufels und der Hölle für das Christentum. Sie geht der Frage nach, wie sich populäre Vorstellungen wandelten und wie das Bild des Teufels genutzt wurde, um unliebsame Gegenspieler oder Gruppen zu verteufeln.

Nähere Informationen: Draiflessen Collection, Georgstraße 18, 49497 Mettingen, Telefon: +49 (0)5452. 9168-3500, E-Mail: info@draiflessen.com. Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntags von 11 bis 17 Uhr, jeder erste Donnerstag im Monat von 11 bis 21 Uhr. Montags und Dienstags ist geschlossen.

Künstlerin Tadáskía realisiert Installation im K21

Tadáskía (*1993 in Rio de Janeiro) zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlerinnen Brasiliens. Ihr vielseitiges Werk umfasst Zeichnung, Malerei, Skulptur, Video und weitere künstlerische Ausdrucksformen. Es berührt Themen wie Veränderung und Selbstwahrnehmung, widmet sich dem Vertrauten und Fremden und greift lebendige und vergessene afro-transgender-kosmologische Erzählungen auf.

Im Rahmen des „K21 Global Art Award“ wird Tadáskía als Preisträgerin die ortsspezifische Installation „brincando animada: travesti mariposa centopeia / animated play: travesti moth centipede“ (2025) für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen realisieren. Das Werk besteht aus einem frei auf die Wand gemalten semi-abstrakten Bild und neu geschaffenen Skulpturen aus Taboa. „Es ist ein unerwartetes Geschenk, meine Arbeit – die ich meiner Mutter Elenice, die mit den Pflanzen und den Sternen sprach, und meines Vaters Aguinaldo, der mir Beständigkeit beigebracht hat, zu verdanken habe – an Orte jenseits des Vertrauten zu gelangen. Ich bin zutiefst dankbar und fühle mich geehrt, den dritten K21 Global Art Award zu erhalten. Es freut mich sehr, meine Zeichnungen in diesem anderen Teil der Welt lebendig werden und spielen zu sehen“, sagt Tadáskía.

Die Zeichnung bildet ein zentrales Element in Tadáskías Schaffen. Spuren von Pastell, Spray, Graphit und Kohle verwandeln sich zu lebendigen und geheimnisvollen Zeichen – jede Linie wird zu einem intimen Gestus, einem Flüstern aus einer Welt zwischen den Welten. Tadáskías Skulpturen entstehen aus Taboa, einer schilfartigen Pflanze, die in afro-indigenen Gemeinschaften des brasilianischen Pantanal oder Amazonasgebiets traditionell zum Bauen aber auch als Heilpflanze verwendet wird und das kulturelle Wissen von Vorfahren in sich trägt. Die Künstlerin formt aus diesem strohähnlichen Material kleinformatige, sich windende Skulpturen, die ihre Wandzeichnung um eine kaleidoskopische Situation im Raum erweitern.

Die Arbeit spielt mit der Verflechtung von Selbstwahrnehmung, Vorstellungskraft und Geheimnisvollem und lädt dazu ein, festgefügte soziale Normen und Geschlechterrollen zu hinterfragen und Genderfluiditäten sichtbar zu machen.

Das Werk wurde bereits in bedeutenden internationalen Institutionen realisiert, darunter im Museum of Modern Art in New York (2024) und auf der 35. Bienal de São Paulo (2023). Arbeiten von Tadáskía befinden sich in renommierten öffentlichen Sammlungen wie dem Museum of Modern Art in New York, dem Nevada Museum of Art in Reno, der Pinacoteca de São Paulo, dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York sowie bei Kadist in Paris. Ab 2025 erweitert ihr Werk die Sammlung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen um eine zeitgenössische non-binäre Perspektive aus Lateinamerika.

Nähere Informationen: K21, Ständehausstraße 1, 40217 Düsseldorf.

„Queere Moderne 1900 bis 1950“ im K20 in Düsseldorf

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zeigt mit „Queere Moderne. 1900 bis 1950″ noch bis zum 15. Februar 2026 die erste umfassende Ausstellung in Europa, die den bedeutenden Beitrag queerer Künstlerinnen und Künstler zur Moderne vorstellt. Mit über 130 Werken – darunter Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Filme, Literatur und Archivalien – von 34 internationalen Künstlerinnen und Künstlern richtet das Ausstellungsprojekt den Fokus auf die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es erzählt eine alternative Geschichte der Moderne, in der queere Künstlerinnen und Künstler Themen wie Begehren, Gender und Sexualität sowie die Politik der Selbstdarstellung in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellten. Sie erzählt zudem Geschichten queeren Lebens in Zeiten von Krieg und Widerstand. Mit dabei sind queere Künstlerinnen und Künstler wie Claude Cahun, Hannah Höch, Jean Cocteau, Romaine Brooks, Marlow Moss oder Richmond Barthé.

Nachdem die K20 Sammlung in den letzten Jahren vielstimmiger, globaler und experimenteller geworden ist, eröffnet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit dieser einzigartigen Ausstellung neue Perspektiven auf die Moderne und schenkt bisher weniger beachteten Positionen eine große Sichtbarkeit. Ein queerer Beirat hat die Ausstellung kritisch beraten, Vermittlungssituationen konzipiert und Vorschläge zum Rahmenprogramm beigetragen.

Publikation

Das Experimentieren mit alternativen Lebensentwürfen spiegelt sich in neuen Bildsprachen, Perspektiven und einer anderen Ästhetik wider. „Moderne Utopien von der Aufhebung der Geschlechter-Binarität“, „Queere Avantgarden“ oder „Die Potentiale queerer Lesarten von Abstraktion“ sind nur einige der spannenden Themen, die der Band vorstellt. Er erzählt gleichzeitig die Geschichte queeren Lebens in einer Zeit von Krieg, Verfolgung und Widerstand.

Deutsch/Englisch, 336 Seiten, 250 Abbildungen, 39,90 Euro

Nähere Informationen: K20, Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf, Telefon: +49 (0)211 8381-204, E-Mail: service@kunstsammlung.de. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Kunstverein Steinfurt präsentiert in einer Doppelausstellung Malerei, Grafik und Skulpturen

Vor Kurzem wurde in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Steinfurt, dem Huck-Beifang-Haus an der Hahnenstraße im Stadtzentrum, eine Ausstellung mit Werken der Künstlerin Verena Gründel und des Künstlers Thomas Junghans eröffnet. Während Gründel malerische und grafische Werke zeigt, sind es bei Junghans Skulpturen.

Zu den Künstlern

Verena Gründel, 1990 in Hamm, Westfalen, geboren, schloss ihr Kunststudium an der Kunstakademie Münster 2020 als Meisterschülerin von Prof. Cornelius Völker ab. Ihre Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert und mit diversen Kunstpreisen und Stipendien ausgezeichnet.

Während sich die Künstlerin in ihrem Studium hauptsächlich der Druckgrafik (Aquatinta-Radierungen) gewidmet hat, bewegt sie sich jetzt im Medium der Malerei. Dabei setzt sie sich mit alltäglichen und flüchtigen Eindrücken – hauptsächlich Landschaften – auseinander und übersetzt diese in „malerische Essenzen“, bei denen Licht und Schatten und glutvolle Farbigkeit ein beunruhigendes Eigenleben abseits des Benennbaren entfalten. Das Abbilden und Einfangen von Zeit und Vergänglichkeit bilden dabei einen zentralen Ausgangspunkt für die Malereien und tritt in den Arbeiten immer wieder unterschiedlich in Erscheinung.

Thomas Junghans, geb. 1981 in Stollberg/Erzgebirge, entdeckte seine Passion für Skulpturen beim Zivildienst als Vogelwart auf der Nordseeinsel Scharhörn. Seine Motive, vorwiegend Tiere und Pflanzen, inspirierten ihn, eine Ausbildung zum Steinmetz zu absolvieren mit einem anschließenden Studium der Steinbild – und Holzbildhauerei in Südtirol. Als Restaurator arbeitete er unter anderem am Dom zu Halberstadt und beim Wiederaufbau des Neuen Museums Berlin.

Seit 2013 lebt er als freier Bildhauer in Tharandt lebt. Seine Motive findet Thomas Junghans in der Natur. Feinfühlig haucht er totem Holz oder Resten von Vögeln Leben ein. Die Themen und Formen suchen dich heim, nicht umgekehrt, stecken jahrelang in dir, werden durch deine Hände plastisch, berührbar und herrlich dreidimensional.

Nähere Informationen: Kunstverein Steinfurt, Hahnenstraße 8, 48565 Steinfurt, E-Mail: kontakt@steinfurter-kunstverein.de