Von der Heydt-Museum im März

Eine Programmübersicht

Die Vorbereitungen laufen, bald treffen die ersten Leihgaben aus den USA ein – die Vorfreude steigt! Carl Grossberg (*1894 – +1940) hält Einzug in Elberfeld, seiner alten Geburtsstadt. Unsere neue Ausstellung feiert die Wiederentdeckung dieses herausragenden Malers der Neuen Sachlichkeit. Er widmete sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Ab 22. März können die Besucherinnen und Besucher sich selbst von den Meisterwerken faszinieren lassen. Führungen können schon jetzt gebucht werden, seien es öffentliche Führungen, immer dienstags, 11.30 Uhr, und sonntags, 15.30 Uhr, seien es private Führungen nur für Einzelpersonen und Ihre Freunde und Bekannte oder Geschäftspartner.

Außerdem startet am 5. März wieder die beliebte Reihe „Flügel frei“, bei der alle Pianisten eingeladen sind, den Flügel im Foyer zu bespielen. Alle anderen sind einladen zuzuhören, wenn die Musiker mit Jazz, Pop oder Klassik das Museumsforum zum Schwingen bringen.

Die beliebte Kinoreihe „Museum in Motion“ startet am 12. März im Rex-Kino in die Frühjahrsausgabe mit einem absoluten Klassiker des Stummfilmkinos: „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1927.

Außerdem bietet die Kunstvermittlung wieder ein reiches Programm an Workshops und Kursen, die sich thematisch immer auf die aktuellen Ausstellungen beziehen, sei es ein Bildhauerkurs oder eine Druckwerkstatt.

Das Programm im Überblick

Aktuelle Ausstellungen

22. März bis 30. August: Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär

Bis Januar 2027: Museum A bis Z. – Von Anfang bis Zukunft

Bis Januar 2027: Zeiten und Räume – Klassiker der Sammlung. Von Ruisdael bis Giacometti

Ausstellungseröffnung „Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär“ am Sonntag, 22. März, 11.30 Uhr. Es sprechen: Heiner Fragemann, Bürgermeister der Stadt Wuppertal, Ina Brandes MdL
Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Marc Kanzler
Vorstandsvorsitzender der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Axel Jütz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Wuppertal, und Dr. Roland Mönig, Direktor. Alle sind eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Öffentliche Führungen

„Museum A bis Z. Von Anfang bis Zukunft“ am Samstag, 7. März, 13 Uhr

„Zeiten und Räume. Klassiker der Sammlung. Ruisdael bis Giacometti“, Sonntag, 8. März, 15.30 Uhr

Kombiführung durch die Sammlungen „Museum A– Z“ und „Zeiten und Räume“, Sonntag, 15. März, 14 Uhr

Zum WSW-Kunstabend: „Happy Hour in der Sammlung“, Donnerstag, 19. März, 18 Uhr, (Freier Eintritt in die Sammlung ab 17 bis 20 Uhr)

Themenführungen am Mittwoch

Nebenbei bemerkt – Kunstwerke außerhalb der Ausstellungen, 11. März, 11.15 Uhr. Mit Jeanette Petersen

Carl Grossberg und die Fotografie, 25. März, 11.15 Uhr. Mit Dr. Anna Storm

Kuratorenführungen

„Museum A bis Z. Von Anfang bis Zukunft“, Donnerstag, 12. März, 16.30 Uhr. Mit Anna Baumberger.

„Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär“, Donnerstag, 26. März, 16.30 Uhr.

Alle Führungen kosten fünf Euro zuzüglich Eintritt. KMV-Mitglieder mit Kompaktkarte zahlen für die Mittwochsführung fünf Euro. Tickets können Teilnehmer im Online-Shop erwerben oder ab 30 Minuten vor Führungsbeginn an der Museumskasse anmelden. Weitere Informationen erfolgen telefonisch unter den Nummern 0202 563-6397 oder -6630.

Digitale Führung

Digitaler Kunstabend: ein Haus – eine Stunde am Mittwoch, 4. März, 19 Uhr. An jeweils einem Mittwoch des Monats beleuchtet Karolina Bürger neue Aspekte der aktuellen Ausstellungen und gibt wissenswerte Informationen zur Geschichte des Museums und der Sammlung. Thema: Werke der „Neuen Sachlichkeit“ in der Sammlung des Von der Heydt-Museums.

Weitere Führungen und Angebote

Bei Anruf Kultur „Carl Grossberg“, Montag, 16. März, 17 bis 18 Uhr, Anmeldung über die Website www.beianrufkultur.de. Dabei handelt es sich um eine kostenfreie Telefonführung.

Museum in Motion – KMV-Kinoabende „Moderne Zeiten“

Metropolis, 1927, Regie: Fritz Lang, Donnerstag, 12. März, 18 Uhr, im REX-Filmtheater Wuppertal.

Die Kinoreihe des Kunst- und Museumsvereins im Wuppertaler Rex-Kino, „Museum in Motion“, zeigt jeweils donnerstags um 18 Uhr drei filmische Meisterwerke, die genau in jenen Jahren erdacht und produziert wurden, in denen Grossberg seine faszinierenden Bilder schuf.

Mit „Metropolis“ hat Regisseur Fritz Lang weit mehr als nur einen Genreklassiker des Science-Fiction-Films geschaffen. Seine visionäre Bildsprache wirkt bis heute nach. „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, ebenfalls von Lang inszeniert und einer der frühesten deutschen Tonfilme, ist ein fesselnder Krimi. Zugleich vermittelt er das Lebensgefühl in Berlin während der Weltwirtschaftskrise. „Modern Times“ schließlich, einer der großen Filme von Charlie Chaplin, handelt mit viel schwarzem Humor vom Kampf des Menschen mit Mechanisierung, Technisierung und Rationalisierung. Das Bild des Arbeiters, der buchstäblich zwischen und unter die Räder einer riesigen Maschine gerät, gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte.

Termine im Überblick:

12. März: Metropolis (Fritz Lang, 1927)
9. April: M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Fritz Lang, 1931)
21. Mai: Modern Times (Charlie Chaplin, 1933-36)

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.

Carl Grossberg – Sachlich – magisch – visionär

Vom 22. März bis 30. August im Von der Heydt-Museum

Eine Ausstellung des Von der Heydt-Museums in Wuppertal feiert die Wiederentdeckung eines der herausragenden Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstanden ist, widmet sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.

Die Ausstellung, die erste Retrospektive seit über 30 Jahren, betrachtet Carl Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert eine Reihe von bisher unbekannten Arbeiten. Dabei zeigt sich, wie aktuell Grossbergs Werke sind, in künstlerischer wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Insbesondere die vieldeutig lesbaren „Traumbilder“, einzigartig in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, weisen ihn als hoch sensiblen Intellektuellen aus. Grossbergs Kunst beschwört die Magie der Dinge, macht die Komplexität der modernen Welt und ihre inneren Widersprüche sichtbar. Parallelen zu heute ergeben sich aus dem aktuell stattfindenden Strukturwandel mit noch unabsehbaren gesellschaftlichen Folgen, für den überzeugende visuelle Formen gerade ausgehandelt werden.

Carl Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei sind untrennbar verbunden mit der gleichzeitig entstandenen Fotografie. Und sie haben ihrerseits wegweisende Fotografinnen und Fotografen nachfolgender Generationen inspiriert. Beispielhaft ausgewählte Positionen von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff machen das deutlich. Allerdings treffen Grossbergs Bilder heute auf einen fundamental anderen Umgang mit medialen Bildern, die in schneller Folge erzeugt, unablässig in digitale Netzwerke eingespeist und vielfachen Manipulationen unterworfen werden, bis sie nachgerade zu „Traumbildern“ werden können.

Das Von der Heydt-Museum realisiert die Ausstellung „Carl Grossberg.
Sachlich – magisch – visionär“ in Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher Würzburg (MiK). Beide Museen sind eng mit der Biografie des Künstlers verbunden: Er wurde in Elberfeld geboren, das heute zu Wuppertal gehört, und lebte ab 1921 in Sommerhausen, südlich von Würzburg. Dementsprechend ist er in den Sammlungen beider Häuser gut vertreten.

Nähere Informationen: Von der Heydt-Museum, Turmhof 8, 42103 Wuppertal, Telefon 0202 5636231 und E-Mail: von-der-heydt-museum@stadt.wuppertal.de. Geöffnet ist das Museum am Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Donnerstag von 11 bis 20 Uhr. Da das zweite Obergeschoss wegen Umbauarbeiten geschlossen ist, gibt es einen ermäßigten Eintrittspreis.

Magico! – Italienischer Realismus von 1920 bis 1970

Das Museum „MORE“ in Gorssel/NL hat in Zusammenarbeit mit 24 ORE Cultura eine große Ausstellung organisiert, die 50 Jahren des italienischen Realismus gewidmet ist. Mit einer Auswahl von 70 Werken stellt „Magico! – Italienischer Realismus von 1920 bis 1970“ dem niederländischen Publikum erstmals die Entwicklungen der modernen realistischen Malerei des 20. Jahrhunderts in Italien vor. Die Ausstellung umfasst Meisterwerke von Künstlern wie Edita Broglio, Felice Casorati, Giorgio de Chirico, Cagnaccio di San Pietro, Antonio Donghi, Leonor Fini, Domenico Gnoli, Ubaldo Oppi und Gino Severini. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 7. Juni.

Rätselhaft

Ab den frühen 1920-er Jahren begann eine italienische künstlerische Avantgarde, die Welt um sich herum auf magische, poetische, entfremdete, aber manchmal auch glasklare Weise darzustellen. Außerdem war ihre neue Realitätssicht Teil eines breiten Trends in ganz Europa, wieder realistische Kunst zu schaffen. Dies war jedoch keine reaktionäre Rückkehr zu ‚altmodischen‘ Kunstansichten, sondern ein Bedarf, ein anderes Lebensgefühl und eine neue Weltanschauung auszudrücken. Vor allem nachdem die Abstraktion für einige Künstler die Schrecken des Ersten Weltkriegs nicht darstellen konnte. Sie nahmen eine kritische Distanz ein und verschmolzen das Experiment und die Tradition ihrer Vorgänger zu einer ganz eigenen visuellen Sprache. Dies führte oft zu intensiven, rätselhaften und präzisen, technisch perfekten Gemälden.

In den 1920-er und 1930-er Jahren reisten Künstler nach Deutschland und Frankreich, besonders aber nach Italien, um sich voneinander und von alten italienischen Meistern wie Piero della Francesca und Giotto inspirieren zu lassen. Italien, oft als Wiege der europäischen Kunst angesehen, erwies sich als perfekter Nährboden für das Aufblühen eines magischen Realismus

Ohne von einer Bewegung oder Schule sprechen zu können, wirkt der italienische Realismus aus der Zwischenkriegszeit oft subtil anders als zum Beispiel die deutsche Neue Sachlichkeit. Während einige deutsche Künstler den Betrachter brutal mit einer rohen oder grauen Sicht auf ihre Motive konfrontieren, suchen viele italienische Neorealisten hinter dem Wahrnehmbaren nach einer „mystischen Wahrheit“.

Verzauberter Blick

In konzentrierten Stillleben, verlassenen Landschaften, Stadtansichten und (Gruppen-)Porträts führender Maler wie Felice Casorati, Cagnaccio di San Pietro, Antonio Donghi, Ubaldo Oppi und Gino Severini wird eine verborgene Schönheit zum Ausdruck gebracht. Sie machen das Alltägliche fast ikonisch. Manchmal mit einer überdeutlichen Darstellung zum Beispiel von Arbeitern oder würdevollen Würdenträgern. Oft mit scheinbar ruhigen oder zeitlich eingefrorenen Bildern, die Situationen, Menschen oder regungslose Dinge, an denen man schnell vorbeigehen kann, wie zum Beispiel Laborglas, zusätzliche Intensität verleihen.

Diese italienischen Künstler nehmen die Betrachter mit in ihrem Staunen über die rational wahrnehmbare Welt, über das Hier und Jetzt. Und gleichzeitig bieten sie dem Betrachter ein Geheimnis, das in mathematisch konstruierte Gemälde gehüllt ist. Der magische Realismus ist jedoch alles andere als eine exakte Methode mit künstlerischen Vorgaben. Es ist eher eine emotionale Vision mit einer breiten Bandbreite an Ausdrucksformen, die ihren Anfang in den 1920-er Jahren hatten. Die magischen Realisten jener Zeit teilten hauptsächlich einen „verzauberten Blick“, einen Blick auf die Grenze zwischen Traum und Realität.

Radikal und groß

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten mehrere italienische Künstler an ihrer eigenen realistischen Bildsprache fest. In einer Zeit, in der abstrakte Kunst in ganz Europa zur Norm wird, , setzen sich diese Künstler dafür ein, die Traditionen der italienischen Malerei fortzuführen und zu erneuern. Gegen die Strömung treten einige einzigartige italienische Künstler hervor, wie Domenico Gnoli, der die figurative Malerei radikal auffrischt. Auch für ihn bilden Handwerk und Handwerk eine technische Grundlage, doch mit seinen Werken dehnt er das Stillleben-Genre bis an die Grenzen. Er sprengt buchstäblich die magische Essenz von ‚dem Ding‘ in die monumentale Darstellung nur eines Details des Wesens. Ein Damenschuh oder ein Teil eines Mantelreverses werden bei Gnoli zu neuen Ikonen in einer neuen Nachkriegswelt. Bildschirmfüller, groß und vergänglich.

Alle in der Ausstellung vertretenen Künstler

Pietro Annigoni, Baccio Maria Bacci, Rino Gaspare Battaini, Edita Broglio, Mario Broglio, Antonio Bueno, Xavier Bueno, Cagnaccio di San Pietro, Massimo Campigli, Felice Casorati, Ugo Celada da Virgilio, Giorgio de Chirico, Stanis Dessy, Antonio Donghi, Leonor Fini, Oscar Ghiglia, Domenico Gnoli, Renato Guttuso, Mario Lannes, Bice Lazzari, Carlo Levi, Nella Marchesini-Malvano, Daphne Maugham-Casorati, Ubaldo Oppi, Mario Reviglione, Carlo Sbisà, Gregorio Sciltian, Alfredo Serri, Gino Severini, Cesare Sofianopulo, Mario Tozzi und Giuseppe Zancolli.

Nähere Informationen: Museum More, Hoofdstraat 28, 7213 CW Gorssel, Telefon: +31 575 760 300, E-Mail: info@museummore.nl

„Piets Geburtstagswochenende“ im Museum Villa Mondrian

Piets Geburtstagswochenende“ im Museum Villa Mondrian

Beim Piet-Geburtstagswochenende am Samstag, 7. März, und am Sonntag, 8. März, dreht sich das Museum Vikka Mondrian in Winterswijk ganz um Feiern, Kunst und Spaß für Jung und Alt.

An beiden Tagen gibt es drei kostenlose Flash-Touren, bei denen die Besucherinnen und Besucher in kurzer Zeit die Highlights des Museums entdecken können. Für Kinder organisieren die Mitarbeiter des Museums kreative Werkstätten, einige kostenlos, einige gegen eine kleine Gebühr. Es verspricht, ein geschäftiges und vor allem spaßiges Wochenende zu werden. Als Überraschung gibt es eine reduzierte Eintrittsgebühr. Für Eltern gibt es auch viel zu tun, mit inspirierenden Malworkshops und einer ausführlichen Führung durch eine Kuratorin. Kurz gesagt, ein festliches Wochenende voller Kunst, Kreativität und Überraschungen.

Besonders für die jüngsten Besucher wird das Buch „Kikvors Kasper en d’n stork“ laut vorgelesen. Die Schriftstellerin Else Klomps besucht das Museum, um die spannende Geschichte von Frosch Kasper zu erzählen. Kasper wird von einem Storch entdeckt und einfach weggebracht! Solange das gut läuft… Mit einem kostenlosen Glas Limonade für unsere kleinen Besucher.

Programm in der Übersicht

Samstag, 7. März, 11:30 Uhr im Café, freier Eintritt gegen Vorlage eines gültigen Eintrittstickets. Oben im Studio können die Teilnehmer wie ein echter Künstler arbeiten. Es gibt alle möglichen Materialien, die man selbst entdecken kann, und man lernt, wie man eine Collage erstellt. Vielleicht machst jemand den neuen Victory Boogiewoogie?

Samstag, 7. März und Sonntag, 8. März, der Workshop, ganztägig, kostenloser Eintritt gegen Vorlage gültiger FahrkarteAn beiden Tagen organisieren die Mitarbeiter des Museums drei kostenlose Flash-Touren, bei denen Sie in kurzer Zeit die Highlights des Museums entdecken. Die Führungen finden um 12, 13 und 14 Uhr statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, maximal 15 Teilnehmer pro Tour.

Samstag, 7. März und Sonntag, 8. März, versammeln sich die Teilnehme im Museumsladen, 12, 13 und 14 Uhr, kostenlos gegen Vorgabe eines gültigen Eintrittstickets.

Im Garten besteht die Möglichkeit, unter der Anleitung des Künstlers Vic Hulshof zu malen Im Garten des Museums haben die Besucher einen wunderschönen Blick auf einen Apfelbaum und auf die Jakobskirche. Auch Piet Mondrian fand hier Inspiration und stellte oft diesen Baum und diese Kirche dar. In diesem Workshop bringt Vic den Teilnehmern bei, wie sie die Kirche und den Apfelbaum direkt auf die Leinwand setzen können. Termin: Sonntag, 8. März, 13.30 Uhr, maximal 15 Teilnehmer. Kostenbeitrag 13 Euro.

Nähere Informationen: Museum Villa Mondriaan, Zonnebrink, 47101 NC Winterswijk, Telefon +31 (0) 54351 5400, E-Mail info@villamondriaan.nl. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausstellungstipps für Museumsbesuche in den Niederlanden

In der aktuellen Ausgabe der Museumstijdschrift gibt es wieder einige vielversprechende Ausstellungs-Tipps für Museumsbesuche in den Niederlanden. Dieses Mal mit dem Thema „Lebenslinien“.

Grijs! Kunst über das Altern

Perspektiven auf das Altern in einer alternden Gesellschaft

In einer Gesellschaft, die obsessiv nach ewiger Jugend sucht, hat das Museum van Bommel van Dam in Venlo seine erste große Ausstellung über das Alter gemacht. Noch bis 14. Juni präsentiert das Kunstmuseum die Gruppenausstellung „Grijs! Kunst über das Altern“.

Durch Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstler erforscht die Ausstellung die Sicht und Erfahrung des Alterns in einer alternden Gesellschaft: von Altersdiskriminierung und Bildsprache bis hin zur Schönheit des sich verändernden Körpers und der Beziehung zwischen den Generationen. In Fotos, Videos, Gemälden, Installationen und Zeichnungen bekannter Künstler zeichnet die Ausstellung „Grijs!“ ein reichhaltiges Bild einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit.

Zu den teilnehmenden Künstlern zählen Tyna Adebowale (Nigeria, 1982), Diana Blok (Uruguay, 1952), Melanie Bonajo (Niederlande, 1978), Marrie Bot (Niederlande, 1946), Jan van Herwijnen (Niederlande, *1889 – +1965), Wen Hui (China, 1960), Isadora Kosofsky (Vereinigte Staaten, 1993), Marcos Kueh (Malaysia, 1995), Maria Lassnig (Österreich, *1919 – +2014), Lique Schoot (Niederlande, 1969), Sjoerd Schunselaar (Niederlande, 1990), Joan Semmel (Vereinigte Staaten, 1932), Lily van der Stokker (Niederlande, 1954) und Fiona Tan (Indonesien, 1966).

Nähere Informationen: Museum van Bommel van Dam, Keulsepoort 1, Venlo, Telefon: +31 773513457, E-Mail: info@vanbommelvandam.nl, Internet: www.vanbommelvandam.nl

GEN 3.0 – Die Generation 3.0 äußert sich zum Mitspracherecht

Genau 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der auch das Ende der japanischen Besetzung der Niederländisch-Ostindien markierte, bringt das Fotomuseum Den Haag zeitgenössische Künstler zusammen, die visuell über die Auswirkungen der kolonialen Vergangenheit reflektieren. Aus ihrer persönlichen Perspektive untersuchen sie, wie diese Geschichte ihre Identität und Stellung in der Gesellschaft beeinflusst. Diese „Generation 3.0“ mit Wurzeln in verschiedenen Gemeinden der ehemaligen niederländischen Kolonie sind heute junge Erwachsene und neugierig: ‚Wie machen mich meine Familiengeschichte und mein koloniales Erbe zu dem, was ich heute bin?‘

Mit Fotografie, Video, Sammlungsdokumenten und Archivmaterial erzählen sie Geschichten, die bis jetzt unbesprochen geblieben sind. Ihre Arbeit bietet vielen Anerkennung und lädt gleichzeitig ein breiteres Publikum ein, über diese gemeinsame Vergangenheit nachzudenken.

Nähere Informationen: Fotomuseum Den Haag, Stadhouderslaan 43, Den Haag, Telefon: +31 703381144, E-Mail: info@fmdh.nl, Internet: www.fotomuseumdenhaag.nl

Neues Alt! Die Kunst des Altwerdens

Noch bis zum 3. Januar 2027 zeigt das Museum des Geistes in Haarlem mit der Ausstellung „Neues Alt! Die Kunst des Alterns“ ein menschliches und überraschendes Gesicht für die alternde Bevölkerung. Anhand spezieller Kunstfotos bekannter und unbekannter älterer Menschen zeigt das Museum die Vielseitigkeit, Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Alterns. Die Ausstellung widerlegt hartnäckige Mythen über ältere Menschen als verletzlich und kostspielig und lädt zu einem neuen Blick auf das Alter ein. Die Niederlande altert rasant. Zum ersten Mal leben mehr ältere als junge Menschen in den Niederlanden. Laut Zahlen der niederländischen Statistik sind etwa 3,76 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter und etwa 3,72 Millionen Menschen unter 20 Jahren. Im Jahr 2030 werden 25 Prozent der Bevölkerung über 67 Jahre alt sein. Jeder dritte 67-Jährige erlebt manchmal irgendeine Form von Altersdiskriminierung, während drei Viertel der über 65-Jährigen vital und unternehmerisch sind und voll an der Gesellschaft teilnehmen.

Einzigartige Lebensphase

In der Ausstellung „Neues Alt! Die Kunst des Altwerdens“ präsentiert das Museum des Geistes zusammen mit Gastkurator Prof. Tineke Abma, Stiftungsprofessorin für Kunst und Pflege an der Erasmus-Universität Rotterdam, eine andere, reichere Perspektive auf das Alter. Die Ausstellung verlagert den Fokus von Verletzlichkeit hin zu Vitalität, Kreativität und sozialem Engagement. Dem Wunsch nach Verbindung und Bedeutung wird ebenfalls expliziter Raum gegeben. Abma bringt es mit folgenden Worten auf den Punkt:: „Das Alter ist eine Lebensphase, die einzigartige Möglichkeiten bietet, endlich der Mensch zu werden, der man ist.“

Nähere Informationen: Museum des Geistes, Schotersingel 2, Haarlem, Telefon: +31 235410670, E-Mail: info@museumvandegeest.nl, Internet: museumvandegeest.nl

„Kop d’r veur“ – Kolumne von Pauline Broekema

Als Kolumnistin für die niederländische Museumstijdschrift teilt Pauline Broekema in jeder Ausgabe ihre persönlichen künstlerischen Beobachtungen mit den Leserinnen und Lesern. In dieser Kolumne aus dem Heft Nr. 1 • 2026 beschreibt sie, wie ein Besuch der Dauerausstellung „New Light“ im Groninger-Museum sie in ihre Kindheit zurückversetzte. Die Vertreter der Künstlervereinigung „De Ploeg“ fingen mit ihren farbenfrohen und ausdrucksstarken Gemälden die Landschaften ein, an denen sie so oft vorbeigefahren sind.

„Meine Oberschule lag im Zentrum der Stadt Groningen. Ich fuhr mit dem Fahrrad hin und zurück über die Moesstraat, die bis Ende der fünfziger Jahre eine Zufahrtsstraße zu den Ommelanden war. Wo die Moesstraat endete, begann damals die antike Landschaft nördlich der Stadt. Entlang des Wassers des Reitdiep befinden sich Wiesen, Kühe, Gräben, kleine Bauernhöfe und enge Landstraßen. Die hohen Weiden entlang der Wege trugen, wie der Maler Johan Dijkstra (*1896 –+1978) einst schrieb, „das Zeichen des Windes in ihren Kronen“.

In den sechziger Jahren wurden auf dieser Kulturlandschaft Häuser und Wohnungen errichtet. Wir sind dort eingezogen. Ich dachte, Selwerd sei ein karges, einfallsloses Viertel. Tatsache ist, dass die Stadtentwickler und Architekten, getrieben vom Wohnungsmangel, bei weitem nicht mit den berühmten Vorkriegsarchitekten aus Groningen mithalten konnten.

Von der Landschaft geprägt

In diesem verschwundenen Land gab es einst den Weiler „Blauw Borgje“. Der Künstler Johan Dijkstra schrieb 1965 in der Kulturzeitschrift Weerwoord: „Auf dem Reitdiepsdijk gab es zwei Bauernhöfe in malerischer Umgebung mit alten Bäumen, wilden Büschen und einem umzäunten Innenhof. Man kann sagen, dass eine Generation junger Groninger Maler dort geprägt wurde.“

Brillante Beispiele dieser Bewegung sind im Groninger-Museum in der kürzlich eröffneten Dauerausstellung „New Light“ zu sehen. Die De-Ploeg-Kuratorin Anneke de Vries und ihre Kollegen haben eine wunderbare Auswahl aus der „De Ploeg“ genannten Künstlervereinigung getroffen, deren Vertreter auch liebevoll „unsere alten Meister“ genannt wurden.

Die Grundlage für das Schaffen dieser „jungen Groninger Maler“ wurde von dem Lehrer und Maler F. H. Bach (*1865–+1956) gelegt. Er nahm seine Schüler des Kunstkurses der „Minerva Akademie“ mit nach draußen und direkt in die landwirtschaftlich geprägte Region. Das war eine Neuheit. Nachdem sie das Klassenzimmer verlassen hatten, mussten sie durch die Moesstraat in Richtung Reitdiep nach „Blauw Borgje“ fahren. Er ließ sie dort skizzieren. Sie durften nie länger als eine halbe Stunde an einer Zeichnung arbeiten und dabei auch nicht „picken“, sondern mussten mit festen Pinselstrichen malen.

Emotion in einer Körperhaltung

1918 gründeten Künstler, darunter einige von Bachs Schülern, den Verein „De Ploeg“. Der Maler Jan Altink (*1885 – +1971) erfand den Namen – das kulturelle Klima in Groningen musste durchpflügt werden. „Besessen von Farbe“ waren sie, erklärte Ploeg-Mitglied Job Hansen (*1899 – +1960) später. Tatsächlich konnte bei ihnen ein Himmel violett sein, das Segel eines Schiffes rot, ein Heuhaufen orange.

In der Ausstellung „New Light“ verweile ich am längsten bei dem Bild „Nach dem Besuch“(1925) von Jan Altink. Was für ein Mut, einen solchen Moment so zu malen! Zwei Frauen begleiten den Besuch. Anfangs nehme ich an, dass sie bereits über die Besucher tratschen. Aber je länger ich die Szene betrachte, desto mehr bin ich überzeugt, dass etwas Ernstes vor sich geht. Wir sehen ihre Gesichter nicht. Der Ausdruck muss irgendwie anders gelingen. Altink weiß, wie man Emotionen in einer Geste oder Körperhaltung ausdrückt.

Schultern an das Steuer

Als ich nach Hause komme, frage ich, wer dort abfährt, welche Art von Kutsche der unbefestigten orangefarbenen Straße folgt. „Ein Tilbury“, sagt Direktor Geert Pruiksma vom National Carriage Museum. Ein solch wendiger zweirädriger Wagen wird vom Fahrgast selbst gelenkt, sagt er. Jetzt erinnere ich mich. Ich kenne Tilburys aus Geschichten über Dorfärzte. Doktor Cleveringa aus Appingedam, der Großvater des berühmten Anwalts Rudolph Cleveringa, nutzte ihn, um die Kranken zu besuchen.

Fährt tatsächlich ein Arzt davon? Und bekamen die Frauen schlechte Nachrichten über die kranke Person im Bett, im Bauernhaus hinter ihnen? Die Frau mit der lila-roten Arbeitsschürze scheint in sich selbst versunken zu sein. Die andere, mit diesen starken, muskulösen Unterarmen hingegen legt ihre Hände zur Seite. Bei ihr ist es ‚kop d’r veur‘, wie die Groninger es treffend ausdrückten. Mit anderen Worten: Komm schon, leg deine Schultern ans Steuer. Die Kutsche wird bald um die Ecke biegen und aus dem Blickfeld verschwinden. Auf dem Weg zur nächsten Adresse.

Doktor Cleveringa hatte immer eine Angelrute dabei. Zwischen den Besuchen stellte er seine Tilbury an die Straße und genoss die Landluft, während er angelte. Ab und zu fahre ich wie üblich nach Norden auf der Moesstraat. Dann passiere ich die Hügeldörfer Dorkwerd und Oostum. Ich mache normalerweise einen Zwischenstopp in Garnwerd. Am Wasser, um es so zu genießen wie dieser Doktor. Auch wenn es bei mir ohne Angelrute ist. Dann stelle ich fest, dass das Land der Ploeg-Maler immer noch existiert. Nicht nur im Museum, sondern zum Glück auch im echten Leben.“

Über das Groninger Mueseum

Das Groninger-Museum ist ein vielseitiges Museum, das sich in Stil und Mentalität unter den besten niederländischen Museen auszeichnet. Mit zeitgenössischer Kunst erforscht das Groninger Museum die Grenzen von Kunst und Gesellschaft und zeigt nonkonformistische Kunst und Trends. Das Groninger-Museum möchte die Öffentlichkeit durch Inhalt und Art der Präsentation herausfordern und konfrontieren. Jedes Jahr besuchen durchschnittlich 200.000 Besucher das Groninger-Museum. Die zahlreichen Ausstellungen sorgen für Aktualität und Vielfalt.

Nähere Informationen: Museum Groningen, Museumeiland 1, Groningen, Telefon: +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl, Internet: http://www.groninger museum.nl

100 Jahre nach der Schenkungsurkunde

Edwina van Heek im Mittelpunkt einer Ausstellung im Rijksmuseum Twenthe

Ab dem 8. März wird im Rijksmuseum Twenthe eine Fokuspräsentation zu Edwina van Heek gezeigt. Die Ausstellung basiert auf neuer historischer Forschung von Bert-Jaap Koops und beleuchtet ihre Rolle bei der Entstehung des Museums, eine Geschichte, die lange Zeit unterbelichtet wurde. Die Präsentation wurde in Zusammenarbeit mit der Edwina van Heek Stiftung und dem Archiv des Zonnebeek Estate erstellt.

1926 legte eine Unterschrift den Grundstein für das Rijksmuseum Twenthe. Am 19. Februar desselben Jahres unterzeichnete Edwina van Heek-Burr Ewing die Schenkungsurkunde, in der sie ein neues Museumsgebäude und eine dazugehörige Kunstsammlung dem niederländischen Staat schenkte. Mit dieser Tat verwirklichte sie den Traum ihres verstorbenen Ehemanns, des Textilfabrikanten Jan Bernard van Heek. Das Museum musste ‚dauerhaft und als solches‘ erhalten bleiben.

Obwohl Jan Bernard van Heek die Eröffnung des Museums nicht mehr erlebte, sorgte Edwina mit Entschlossenheit dafür, dass sein Ideal Wirklichkeit wurde. Hundert Jahre später ist ihre Rolle endlich zentral. In dieser fokussierten Präsentation heben wir ihre Entschlossenheit, Vision und ihr gesellschaftliches Engagement hervor: Werte, die im Museum noch spürbar sind.

Neue Forschung, neue Geschichte

Die Präsentation basiert auf neuer historischer Forschung von Bert-Jaap Koops und wirft neues Licht auf Edwinas Rolle bei der Gründung des Rijksmuseum Twenthe. Eine Geschichte, die lange Zeit wenig beleuchtet wurde, bekommt hier endlich Platz. Die Fokuspräsentation wurde in Zusammenarbeit mit der Edwina van Heek Stiftung und dem Archiv von Landgoed Zonnebeek erstellt.

Nähere Informationen: Rijksmuseum Twenthe, Lasondersingel 129-131, 7514 BP, Enschede, Telefon +31 53201 2000, Internet www.rijksmuseumtwenthe.nl. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Neuigkeiten und Termine bei der Kunsthalle Düsseldorf

Die Stadt Düsseldorf hat entschieden, die ab Sommer diesen Jahres geplante Sanierung der Kunsthalle um drei Jahre zu verschieben. Aktuell arbeitet die Kunsthalle daran, ihr Programm für 2026 an die neue Situation anzupassen. Weitere Details dazu folgen in Kürze.
Im Februar begrüßt die Kunsthalle Düsseldorf ihr Publikum zu drei Veranstaltungen: Am 27. Februar heißt es wieder „Ab durch Raum und Zeit“ bei der Düsseldorfer Kindermuseumsnacht. 15 Düsseldorfer Ausstellungsorte laden dazu ein zu entdecken, zu forschen und kreativ zu sein. In der Kunsthalle erwartet die Teilnehmer von 17 bis 22 Uhr die längste Leinwand der Stadt und eine „Interaktive Mission“ in einer Rauminstallation der Künstlerin Sofía Magdits Espinoza, die auch am darauffolgenden Familienwochenende, Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März, noch geöffnet sein wird.
Außerdem gibt es am Dienstag, 24. Februar, von 19 bis 22 Uhr ein Nachtfoyer Spezial mit den Künstlerinnen Lisa Röing Baer, Inessa Emmer, Julika Rudelius & Nikola Ukić.

Zu den Autorinnen und ihren Werken

Während sich das Zukunftsversprechen der Petromoderne in Luft auflöst, bleibt unser Alltag scheinbar unverändert – und doch trägt er die Spuren eines tiefgreifenden Wandels. Dieses Buch hält sie fest: Eine Welt, die in vertrauten Bildern fortbesteht und doch ins Wanken geraten ist.
Mit ihrer ersten Monografie „Der Boden knirscht unter meinen Füßen“ legt Lisa Röing Baer (* 1994) eine Auswahl aus fünfzehn Jahren analoger Fotografie vor und zeigt eine Epoche, die sich dem Ende zuneigt. Oft greifen hier Alltägliches und Politisches ineinander, Hoffnungen und Enttäuschungen stehen Seite an Seite in Bildern, denen die Vergangenheit nur mehr als verblassende Erinnerung eingeschrieben ist und die Zukunft zweifelhaft erscheint. Lichtdurchflutete Straßenszenen, Konsumwelten, Landschaften – erst in der Zusammenstellung wird deutlich, dass Baers Aufnahmen keine kohärente Erzählung liefern, sondern als visuelle Matrix spannungsgeladener Assoziationen miteinander verwoben sind, die jegliche Form linearen Fortschrittsglaubens infrage stellen. Lisa Röing Baer wird am Abend im Rahmen einer Lesung Einblicke in das Buch geben. (Lisa Röing Baer, Der Boden knirscht unter meinen Füßen, Kerber, 2025, ISBN 978-3-7356-1043-0)

Die Publikation „Mash up“ vereint Arbeiten aus zwei Ausstellungen von Inessa Emmer im Museum Kloster Bentlage sowie in der Städtischen Galerie Schloss Donzdorf. Gezeigt wird ein vielschichtiger Querschnitt ihres künstlerischen Schaffens zwischen Holzschnitt, Grafik und Malerei. Der Katalog macht sichtbar, wie sich Emmers Arbeiten zwischen druckgrafischer Präzision und malerischer Freiheit bewegen. Im Rahmen der Präsentation spricht Inessa Emmer mit Dr. Alexander Grönert (Stellvertretung künstlerische Direktion, Museum Schloss Moyland) über ihre Arbeitsweise, Materialien und die Entwicklung der gezeigten Werkgruppen. (Inessa Emmer
Mash up, Selbstverlag, 2025)

Julika Rudelius beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Phänomenen, die ihren Ursprung in Machtstrukturen haben. Anhand von Video und Fotografie untersucht Rudelius Einflüsse von Macht auf das menschliche Verhalten: Von der Inszenierung archetypischer Individuen, über die Analyse systemischer Probleme bis hin zur Verarbeitung gesellschaftlicher Zustände. Nach ihrer Einzelausstellung „…in the days of the bullies“ 2023 in der Villa Merkel erscheint nun eine gleichnamige Publikation in Zusammenarbeit mit Céline Wouters (Grafik) und Johannes Kaufmann (Kurator der Ausstellung, Stadt Esslingen). Anhand der gemeinsamen Bildauswahl, eine Kombination aus Stills, Detail- und Installationsansichten, entstehen neue Assoziationen und bildliche Erzählungen, die über die Themen der Arbeiten in der Ausstellung hinausgehen und eine eigenständige thematische und visuelle Auseinandersetzung behaupten. Es findet ein Gespräch mit Johannes Kaufmann (Kurator, Stadt Esslingen) über die gleichnamige Ausstellung von Julika Rudelius „…in the days of the bullies“ (2023) in der Villa Merkel statt, zu der 2025 der Katalog bei StrzeleckiBooks veröffentlicht wurde. (Julika Rudelius, …in the days of the bullies, StrzeleckiBooks, 2025, ISBN 978-3-910298-26-2)

In seiner Praxis untersucht Ukić Prozesse von Entstehen und Vergehen sowie die Grenzen zwischen Natur und Kultur, Leben und Materie. Er greift Konzepte der 1960er-Jahre auf, in denen sich die Bildhauerei von repräsentativen Formen löste, und entwickelt daraus eine kritische Neuinterpretation skulpturaler Strategien. Seine Arbeiten reflektieren Form als eigenständige Größe und eröffnen ein Nebeneinander unterschiedlicher Zustände ohne deren Vereinheitlichung. Die Publikation „About the Sense of Possibilities“ dokumentiert mehr als zwei Jahrzehnte seines Schaffens mit Texten von Sabina Salamon, Vladimir Vidmar, Thorsten Schneider und Rolf Hengesbach. Am Abend findet ein Artist Talk gemeinsam mit Branka Benčić (Museumsdirektorin MMSU Rijeka), Sabina Salamon (Kuratorin, MMSU Rijeka) und Rolf Hengesbach (Galerist), inklusive einer Präsentation von Buchauszügen statt. (Nikola Ukić, About the Sense of Possibilities Herausgeber: MMSU – Museum of Modern and Contemporary Art, Rijeka, Herausgeberin Branka Bencic, Editor, Sabina Salamon. SNOEK, 2026, ISBN 978-3-86442-468-7)

Familienwochenende: Entdecke den Planeten Kunsthalle

Am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März 2026, jeweils von 11 bis 18 Uhr, lädt die Kunsthalle Düsseldorf zum Familienwochenende ein. An diesem Wochenende öffnen sich zwei besondere Räume für Kinder, Familien und Neugierige jeden Alters: der Seitenlichtsaal und der Kinosaal. Der Eintritt ist frei.

Gemeinsam malen im Seitenlichtsaal

Im Seitenlichtsaal können Kinder gemeinsam an der langen Maltafel ein riesiges Bild entstehen lassen. Alle Werke werden nach und nach an die Wände gehängt – so wächst der Raum im Laufe der Tage immer weiter zu einer bunten, kollektiven Bilderlandschaft.

Ein außerirdischer Planet im Kinosaal

Im Kinosaal entsteht eine begehbare Rauminstallation der Künstlerin Sofía Magdits Espinoza.
Die Kunsthalle wird zu einem außerirdischen Planeten aus Wurzeln, Myzel und Wasser.
Kinder und Erwachsene gestalten den Raum mit: Sie flechten textile Wurzeln, verbinden sie mit Fäden und lassen ein wachsendes Netzwerk entstehen. Jede neue Verbindung macht den Planeten größer. Am Boden fließt unterirdisches Wasser durch den Raum. Licht, Klang und Textilien schaffen eine besondere Atmosphäre.

Nähere Informationen: Kunsthalle Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf, E-Mail: mail@kunsthalle-duesseldorf.de

Seite an Seite | Mondrian im Dialog in der Villa Mondriaan

Was passiert, wenn man Piet Mondrian buchstäblich neben seine Zeitgenossen stellt? In der Ausstellung „Side by Side | Mondrian im Dialog“, die bis zum 9. Oktober im Museum Villa Mondrian in Winterswijk zu sehen ist, sind die Besucher dazu eingeladen, Mondrian im Zusammenhang mit den Künstlern zu betrachten, die ihm vorausgingen, ihn beeinflussten und herausforderten.

In der Villa, in der Mondrian aufwuchs und seine ersten künstlerischen Schritte machte, entfaltet sich die Geschichte eines Künstlers in Entwicklung. Die Ausstellung vereint frühe Werke von Mondrian mit Gemälden von Künstlern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, darunter Vertreter der Haager und der Laren-Schule, impressionistische Zeitgenossen und Macher aus seinem unmittelbaren Umfeld.

Indem Werke nebeneinander präsentiert werden, entstehen neue Gespräche zwischen den Bildern. Ähnlichkeiten und Unterschiede in Stil, Technik und Motiv werden sichtbar und zeigen, wie Mondrian mit seiner Zeit umgeht. Die sorgfältig komponierten ‚Paare‘ machen greifbar, wie er sucht, lernt und experimentiert und wie sich seine visuelle Sprache langsam von der Tradition löst.

Die Ausstellung „Seite an Seite | Mondrian im Dialog“ zeigt Mondrian vor seiner Entwicklung hin zur Abstraktion: als neugierigen, ehrgeizigen Künstler, der seinen Weg von Winterswijk zu einer radikal neuen visuellen Sprache findet. Eine Ausstellung, die nicht nur auf den Endpunkt blickt, sondern auch auf die Bewegung darauf hin.

Nähere Informationen: Museum Villa Mondriaan, Zonnebrink, 47101 NC Winterswijk, Telefon +31 (0) 54351 5400, E-Mail info@villamondriaan.nl. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausstellungs-Tipps und Neuigkeiten aus der Welt der Kunst in den Niederlanden

Zwischen Alt und Gegenwart“ in der Stevenskerk Nijmegen (von Ulrike Neyens, erschienen in der aktuellen Ausgabe der Museumstijdschrift)

Mit der Ausstellung „Far and near“, die noch bis zum 6. April in der Stevenskerk in Nijmegen zu sehen ist, wird das Van-Lymborch-Jahr über die drei mittelalterlichen Künstlerbrüder ein zeitgenössisches Finale haben. Kirchengesang erfüllt das Kirchengebäude, während sanftes Sonnenlicht durch die großen Fenster fällt und zeitgenössischer Kunst ein fast spirituelles Erlebnis verleiht.

Die farbenfrohen Illuminationen aus dem Stundenbuch der „Brüder, Très Riches Heures du duc de Berry“(zirka 1410) werden neben zeitgenössischer Kunst gezeigt. So platziert die Ausstellung beispielsweise das charakteristische Lapislazuli-Blau der Brüder Van Lymborch mit dem tiefen Blau im Relief „Perception“(2024) von Levi van Veluw (1985). Diese Farbe verleiht diesem zeitgenössischen Werk zudem eine religiöse Bedeutung. Iris van Herpen (1984) hingegen verwendet dunkelblaue Details in ihrem futuristischen Kleidungsstück „Architectonics look 4“ (2023) und ist von naturbetontem Stadtdesign inspiriert.

Der Abschnitt über Kolonialismus behandelt ebenfalls wichtige soziale Themen. Der Vergleich zwischen der umfassenden Darstellung der schwarzen „Königin von Seba“ aus dem Stundenbuch und demDämmerungsporträt 2“(2009) von Erwin Olaf (*1959 – +2023) legt hartnäckige Vorurteile offen.Die Dialoge schaffen eine wertvolle Nuance: Was alt ist, wird neu und das, was zeitgemäß ist, wirkt zeitlos.

Nähere Informationen: St. Stevenskerkhof 62, 6511 VZ Nijmegen, Telefon 024 – 3604710, E-Mail: info@stevenskerk.nl

Restauriertes Werk von Van Gogh wurde nach drei Jahren in Rotterdam erneut ausgestellt

Nach einer intensiven dreijährigen materialtechnischen Forschung ist Vincent van Goghs „Die Pappelallee in Nuenen (1885) erneut im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam ausgestellt. Das Gemälde scheint in drei Phasen entstanden zu sein und stellt einen Wendepunkt in Van Goghs Werk dar.

Mikroskopische Untersuchungen sowie UV- und Röntgenscans zeigen, dass das Gemälde aus drei Phasen besteht. 1884 malte Van Gogh die erste Landschaftsszene von Nuenen. 1885 übermalte er es dann mit der heutigen Szene. Anschließend brachte er das dunkle Gemälde – offenbar eher nachlässig – nach Antwerpen und Paris. Van Gogh erhielt damals wenig Anerkennung, und seine Gemälde waren noch nicht viel wert. Schließlich, inspiriert vom französischen Impressionismus, fügte er 1886 in der französischen Hauptstadt einige Farbakzente hinzu, wie die leuchtend blauen Streifen am Himmel und die gelben Lichtakzente in den Bäumen.

Die Restaurierung fand im Restaurierungsstudio des Depots statt. Für die Restauratorin Erika Smeenk-Metz war es keine leichte Aufgabe: Das Gemälde hatte durch Transporte und frühere Restaurierungen viel durchgehalten. Die Farbe blätterte ab und die alte Lackschicht war vergilbt und rissig. Die größte Herausforderung bestand darin, die Lackschicht wiederherzustellen, ohne die zwischenliegende Proteinschicht zwischen der ersten und zweiten Farbschicht zu beeinträchtigen.

Wendepunkt

Bei dieser Forschung war es das erste Mal, dass Van Goghs spätere Ergänzungen kartiert wurden. Das Gemälde ist daher ein Übergangswerk zwischen seinen dunklen, typisch niederländischen Darstellungen und seinen späteren impressionistischen Arbeiten. Die Präsentation „Forschung an den Schienen – Van-Goghs Pappelallee“ führt die Besucherinnen und Besucher durch den gesamten Restaurierungsprozess und ist gegenüber dem Restaurierungsstudio im Depot zu sehen.

Nähere Informationen: Postadresse Museum Boijmans Van Beuningen, Postfach 2277, NL-3000 CG Rotterdam, Niederlande, Besuchsadresse Depot Boijmans Van Beuningen, Museumpark 24, 3015 CX Rotterdam, Telefon: +31(0)10-4419400, E-Mail: info@boijmans.nl

Das Nederlands Fotomuseum im monumentalen Lagerhaus Santos wiedereröffnet

Das Nederlands Fotomuseum hat sein neues Zuhause, das monumentale Santos-Lagerhaus in Rotterdam, eröffnet. Das Museum verwaltet eine der größten Museumsfotosammlungen der Welt. Darüber hinaus gibt es Temporär- und Dauerausstellungen.

Mit einer umfassenden Renovierung wurde das ehemalige Kaffeelager, ein Nationaldenkmal aus dem Jahr 1902, geeignet für die nationale Sammlung gemacht, mit mehr als 6,5 Millionen fotografischen Objekten und persönlichen Archiven von 175 niederländischen Fotografen. In einer der Vitrinen steht auch eine altmodische Keksdose mit Dellen und einer leicht verblassten Farbe. Der Fotograf Johan van der Keuken (1938–2001) bewahrte seine Negativtaschen mit kritzeligen Inschriften auf. Mit anderen Worten: Dieses Museum nimmt seine Aufgabe als nationaler Schatz der Fotografie sehr ernst.

Hall of Fame

Ein Museumsbesuch beginnt im ersten Stock mit der „Galerie der Ehre der niederländischen Fotografie“, die bereits am alten Standort am Kop van Zuid in Rotterdam ausgestellt war. In 99 Fotografien zeigt diese Dauerausstellung die wichtigsten Entwicklungen der Fotografie, von der Erfindung des Mediums um 1839 bis zum heutigen digitalen Zeitalter. Besondere Aufmerksamkeit gilt großen Namen wie Anton Corbijn, Ed van der Elsken, Rineke Dijkstra und Erwin Olaf.

Darauf folgen zwei Stockwerke mit Depoträumen und Restaurierungsstudios. Besucher können durch Glaswände das Museumspersonal betrachten, das die Sammlungsstücke dokumentiert, restauriert und digitalisiert. Kameras, Spezialnegative, Keksdosen und andere Artefakte werden in Vitrinen ausgestellt. Das Gebäude beherbergt außerdem eine Bibliothek mit Europas größter Sammlung von Fotobüchern im Erdgeschoss und Unterrichtsräumen im Keller. Schulen können hier das ganze Jahr über Workshops und Führungen buchen.

Zwei Etagen sind für die temporären Ausstellungen reserviert. Nun ist die multidisziplinäre Präsentation „Awakening in blue“ zu sehen, mit der das Museum zeigt, dass es die Grenzen der Fotografie erweitern will; Ausgestellt sind zeitgenössische Vasen, historische Naturfotografien und Leinwände, auf denen Fotografien mit Cyanotypie, der Baupläne des 19. Jahrhunderts, gedruckt sind.

Eine Stufe nach oben: „Rotterdam im Fokus“ bietet ein durchdringendes Bild einer sich ständig verändernden Stadt mit mehr als dreihundert historischen Fotos. Dies mag NederlandsFotomuseum heißen, aber dieses Gebäude im Hafenbereich ist auch ein Geschenk an die Stadt, so scheint die Botschaft. In diesem narrativen Bruch scheint das Museum vergessen zu haben, die Dauerausstellung interaktiv zugänglich zu machen. Wie schön wäre es gewesen, wenn Besucher nach Region, Geburtsjahr oder einem anderen Thema ihrer Wahl stöbern könnten. Fotografie ist einfach ein Medium, das sich nah anfühlt. Schließlich wurden wir mit dem Smartphone in der Tasche alle Fotografen.

Renovierung durch großzügige Spende gefördert

Die Renovierung des Santos-Lagers wurde durch eine Spende von 38 Millionen Euro von Droom en Daad ermöglicht, die als Eigentümer das Gebäude dem Museum auf der Basis eines unbefristeten Pachtvertrag zur Verfügung stellt. Diese philanthropische Institution aus Rotterdam finanzierte auch das Migrationsmuseum Fenix, das etwas weiter entfernt liegt.

Bemerkenswert ist, dass viele Elemente der historischen Architektur während der Renovierung von Santos sichtbar blieben. Der Beton ist ausgefranst und die Eisensäulen mit den charakteristischen Nieten haben nur einen kleinen Anstrich bekommen. Ein Quadrat wurde aus allen Stockwerken im Herzen des Gebäudes sorgfältig gesägt. Die stumpfen Strahlen sind weiterhin vollständig sichtbar. Indem in der Mitte eine tiefe Leere entsteht, breitet sich gedämpftes Tageslicht durch ein riesiges Oberlicht aus. Es ist, als ob die robuste Architektur einen physischen Gegenpol zum flüchtigen Medium der Fotografie bietet, das zunehmend digital wird.

Ein zeitgenössischer Akzent ist die Krönung des perforierten Aluminiumlagerhauses; nicht so sensationell wie die wirbelnde Säule des Nachbarn Fenix, aber dennoch ein glitzernder Blickfang. Verborgen unter dieser Fassade befindet sich ein Restaurant mit einem überraschenden Panorama der Skyline von Rotterdam.

Thema Luftfeuchtigkeit

Ein Meisterwerk war es, in diesem 124 Jahre alten Backsteinlagerhaus die höchsten Museumsstandards für Klima- und Lichtkontrolle zu erreichen. Einige Depoträume werden auf vier Grad Celsius abgekühlt; Die Luftfeuchtigkeit wird zudem auf den nächstgelegenen Prozentpunkt geregelt, um empfindliches fotografisches Material langfristig zu erhalten. Besucher bemerken all das nicht: Die Technologie ist genial in Böden und hinter Wänden versteckt.

Mit dem neuen Gebäude beendet das Nederlands Fotomuseum eine Zeit, in der es hauptsächlich negativ in den Nachrichten war. Die ehemalige Direktorin Birgit Donker wurde im Juli letzten Jahres nach einer internen Untersuchung vom Aufsichtsrat entlassen. Laut dem Rat hätte sie Informationen zurückgehalten oder falsch präsentiert, was zu einem Vertrauensbruch führte. Donker bestreitet die Vorwürfe. Im Mai wird die Klage eingereicht, in der sie ihre Entlassung anfechtet.

Neue Leitung

Das Blatt scheint sich nun gewendet zu haben. Kurz vor der Wiedereröffnung wurde der neue Direktor vorgestellt: Zippora Elders Tahalele. Der 39-jährige Elders war zuvor leitender Kurator am Van Abbemuseum in Eindhoven und leitete die Kuratorenabteilung am Gropius Bau in Berlin. Mit ihrer Ernennung scheint das 2003 gegründete Museum administrativ ruhiger geworden zu sein. Aber besonders mit diesem atmosphärischen Lagerhaus für Fotografie kann der Blick wieder in die Zukunft gerichtet werden. Der Fotoschatz ist wieder offen – prunkvoller, vollständiger, moderner und stilvoller als je zuvor.

Nähere Informationen: Nederlands Fotomuseum, Brede Hilledijk 95, 3072 KD Rotterdam, Niederlande, Telefon +31 (0)10 2030405, E-Mail: info@nederlandsfotomuseum.nl

Marta & Slava – Verborgene Botschaften“ im Landgut Kasteel Wijlre

Im Rahmen ihrer Ausstellung Hidden Messages – noch bis 1. März zu sehen – haben Marta & Slava (Marta Volkova & Slava Shevelenko) die subtile, oft unsichtbare Interaktion zwischen Mensch und Natur erforscht. Besonders für das Landgut Kasteel Wijlre schaffen sie neue Werke – von Vasen und Zeichnungen bis hin zu Skulpturen und maßstabsgetreuen Modellen – inspiriert von der verborgenen Sprache von Pflanzen und Blumen.

Das Künstlerduo, das in Maastricht lebt, verbindet mythische und wissenschaftliche Themen mit philosophischer und politischer Reflexion, manchmal spielerisch und ironisch im Ton. In dieser Ausstellung lassen sie sich von aktuellen Erkenntnissen der Pflanzenbiologie leiten: Blumen enthalten UV-Muster, die bestäubende Insekten zeigen. Was können wir aus dieser natürlichen Kommunikation lernen?

In einer Zeit ökologischer, geopolitischer und kultureller Krisen und Bedrohungen bietet „Hidden Messages“ einen poetischen Blick darauf, wie Natur und Kultur sich gegenseitig verstärken können. Die Ausstellung ist Teil des jährlichen Programms, in dem das Landgut die Beziehung zwischen Menschen und der metaphysischen Welt erforscht.

Nähere Informationen: Kasteel Wijlre, Kerkpad 1, 6321 PX Wiljre, Niederlande, Telefon: +31 434502616, E-Mail: info@kasteelwiljre.nl

Poldering – Forme das Land nach deinem Willen

Seit Jahrhunderten leben Menschen in einem Gebiet, in dem man eigentlich nicht leben kann: dem Polder. Eine Landschaft, die einst Sumpf war und später ständig von der wilden Zuiderzee bedroht wurde. Doch die Bewohner blieben und lebten auf Land, das knapp an Wasser liegt.Die Ausstellung „Polderen. Das Land zu deinem eigenen zu machen“, die noch bis zum 3. Mai im Zaans Museum in Zaandam zu sehen ist, führt die Besucherinnen und Besucher durch 1000 Jahre Kampf gegen das Wasser. „Entdecken Sie die Geschichten der Pioniere, klugen Köpfe und Macher, die es möglich gemacht haben, im Zaan-Polder zu leben. Von Landwirten über Künstler und von Naturschützern bis hin zu Deichgräbern. Stellen Sie sich der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des (Zaanse) Polders gegenüber, einer Landschaft, in der Mensch und Natur sich immer wieder wiederfinden müssen“, schreibt das Museum in einer Pressemitteilung.

Aktivitätsprogramm

In der Ausstellung gibt es interaktive Aktivitätsbereiche, in denen Jung und Alt puzzeln, messen, gestalten und gemeinsam entdecken können, wie vielseitig der Polder ist. Das Programm wird durch Führungen, Vorträge und Aktivitäten in der Landschaft ergänzt.

Nähere Informationen: Zaans Museum, Schansend 7, Zaandam, Telefon: +31 756810000, E-Mail: info@zaansmuseum.nl, Internet: www.zaansmuseum.nl

Topophilie – Landschaften der Zugehörigkeit

In der noch bis zum 5. April im Castellum Hoge Woerd zu sehenden Ausstellung untersucht Cath Duncan, wie unsere Liebe zu einem Ort unsere Erinnerungen, Identitäten und unser Zugehörigkeitsgefühl prägt. Der Begriff „Topophilie“ beschreibt die emotionale Bindung zwischen Menschen und den Landschaften, in denen sie leben. Der Begriff wurde erstmals vom Dichter W. H. Auden (1947) verwendet und später vom Geographen Yi-Fu Tuan (1974) populär gemacht.

Wie der kreative Prozess des Künstlers bietet auch die Ausstellung einen Dialog zwischen Poesie und bildender Kunst. Gedichte und Titel werden auf Englisch präsentiert, um ihre ursprüngliche Stimme zu ehren. Eine auffällige Farbe in der Sammlung ist Terrakotta, die sich auf Erde, Vorfahren und Erde bezieht: die Orte und Geschichten, die uns tragen. Blautöne rufen Luft und Wasser hervor, die Luft, die wir alle atmen, und ein Gefühl von Weite. Gemeinsam drücken sie die Spannung und Harmonie zwischen Verwurzelung und Offenheit aus.

Während die Besucherinnen und Besucher sich durch die Ausstellung bewegen, werden sie eingeladen, darüber nachzudenken, wie die Natur uns lehrt, in Vielfalt zu gedeihen, und wie wir Grenzen überwinden und heilen können.

Über die Schöpferin:

Cath Duncan hat in Südafrika, den Niederlanden und Großbritannien ausgestellt, und ihre Werke befinden sich in Privatsammlungen auf der ganzen Welt. Aus ihrem Atelier in Utrecht schöpft sie aus ihrem Hintergrund in Trauerbegleitung sowie auf persönliche Erfahrungen mit Migration, Behinderung, transrassischer Adoption und Organtransplantation. Sie beschreibt ihre Kunst als „eine Erkundung davon, wie wir inmitten von Traurigkeit und Angst mit Spaß, Spiel und Hoffnung verbunden bleiben.“

Nähere Informationen: Castellum Hoge Woerd, Hoge Woerdplein, Utrecht, Telefon +31 302860084, E-Mail: info@castellumhogewoerd.nl, Internet: http://www.castellumhogewoerd.nl

(Alle Beiträge aus der Museumstijdschrift)