Niederländischer Kulturrat: Künstlerische Freiheit erfordert aktiven Schutz

Der Druck auf die künstlerische Freiheit in den Niederlanden wächst. Dies wird vom Kulturrat in seinem Beratungsbericht „Making (z)onder druk“ festgehalten. Laut dem Rat ist künstlerische Freiheit ein wesentlicher Bestandteil der demokratischen Rechtsstaatlichkeit, doch Künstler und Institutionen stehen zunehmend unter sozialem und politischem Druck.

Der Grund für den Rat sind Signale von Kulturschaffenden, die auf zunehmende Debatten über Kunst hinweisen, die regelmäßig in Einschüchterung, Drohungen oder Druck münden, Werke nicht zu zeigen. Der Rat warnt, dass dies zu Selbstzensur und einer Verarmung der öffentlichen Diskussion führen könnte. Soziale Medien spielen dabei eine unterstützende Rolle.

Der Rat fordert Politiker und Regierung dazu auf, bei inhaltlichen Urteilen über Kunst Zurückhaltung walten zu lassen. Obwohl rechtliche Schutzmaßnahmen bestehen, sind laut Rat die Handlungen von Verwaltern und Volksvertretern von großer Bedeutung für den Schutz der künstlerischen Freiheit.Laut dem Rat gibt es auch eine Aufgabe für den Kultursektor. Institutionen müssen das öffentliche Interesse der Kunst fördern, auf Gesellschaftskritik vorbereitet sein und Schöpfer aktiv unterstützen, wenn sie unter Druck geraten.

Darüber hinaus betont der Rat die Bedeutung von Bildung. Indem Kunst in den Lehrplan eingebettet und mit der Bürgerbildung verknüpft wird, können Schüler und Öffentlichkeit besser auf die gesellschaftliche Debatte über Kunst vorbereitet werden.

Der Beratungsbericht wurde unter dem Vorsitz von Paul Schnabel erstellt und Gouke Moes, dem scheidenden Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft vorgelegt. (Quelle: Pressemitteilung des Kulturrats)

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