„Drachen & Dämonen – 5000 Jahre asiatische Keramik aus der Sammlung Anders“ im Museum Groningen

Im chinesischen Jahr des Drachens lädt das Groninger Museum zu einer Reise durch 5000 Jahre asiatische Keramik ein. Die Ausstellung erkundet verschiedene Aspekte der chinesischen und japanischen Keramikkultur von 3000 v. Chr. bis ins frühe 20. Jahrhundert. „Drachen & Dämonen – 5000 Jahre asiatische Keramik aus der Sammlung Anders“ zeigt besondere Highlights aus der exquisiten Sammlung von Georges Anders und Netty Bucher. Jedes Objekt zeugt vom Leben, den Bräuchen und Ritualen in den asiatischen Kulturen, und nicht zuletzt von deren Vorliebe für Dekoration. Besucherinnen und Besucher machen eine Entdeckungsreise durch rund 400 erlesene Objekte, die das Ehepaar zeitlebens zusammentrug.

Thematische Vielfalt

Anhand einer breit gefächerten Themenpalette beleuchtet die Ausstellung verschiedene Aspekte. Einige Objekte sind nach ihrer Funktion gruppiert, wie Tee, Weihrauch oder Ahnenverehrung. Besondere Aufmerksamkeit erhalten Tiere, angefangen bei Löwen, Hühnern oder Fischen bis hin zu Fabelwesen wie dem chinesischen Drachen und dem Phönix. Auch spirituelle und philosophische Themen spielen eine Rolle, etwa die soziale Bedeutung chinesischer Gottheiten oder Überlegungen zum Kosmos. Chinesische Sagen und Legenden sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Ausstellung, ein Beispiel dafür ist die Geschichte der Acht Unsterblichen. Die Ausstellung umfasst einige einzigartige und äußerst seltene Objekte.

Anfassen erlaubt

In einem gesonderten Bereich hat das Publikum die einmalige Gelegenheit, Keramikobjekte aus dem 17. und 18. Jahrhundert selbst in die Hand zu nehmen. Besucherinnen und Besucher können Beschaffenheit, Form und Feinheit des Materials ertasten und die verschiedenen Dekorationstechniken hautnah erfühlen. Mit diesem sinnlichen Erlebnis eröffnet „Drachen & Dämonen“ eine weitere Dimension.

Die Sammlung des Ehepaars Anders

Der Luxemburger Georges Anders und die Schweizerin Netty Bucher, er war Professor für Humangenetik und sie Biologin, lebten viele Jahre nahe Groningen und waren begeisterte Sammler chinesischer und japanischer Keramik. Sie besuchten Museen in aller Welt, trugen eine umfangreiche Bibliothek zusammen und entwickelten sich zu außerordentlichen Kennern. Im Laufe der Zeit ersteigerten sie über 1400 Objekte, von sehr früher bis zu zeitgenössischer asiatischer Keramik. Seit ihrem Tod kümmert sich die von ihnen ins Leben gerufene Stiftung zusammen mit dem Groninger Museum um die Sammlung, die immer noch wächst. Wenn, wie vorgesehen, die Sammlung des Ehepaars in Zukunft mit der des Museums zusammengefügt wird, entsteht in die größte und vielfältigste Keramiksammlung der Niederlande.

Die Ausstellung wurde von Prof. Dr. Christiaan Jörg, dem ehemaligen Kurator des Museums, und dem Junior-Kurator für Asiatische Keramik Lecong Zhou zusammengestellt.

Drachen & Dämonen – 5000 Jahre asiatische Keramik aus der Sammlung Anders“ ist bis zum 4. Januar 2026 im Starck-Pavillon zu sehen.

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumeiland 1, 9711 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 503666555, E-Mail: info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

„Sprechende Köpfe – Charlotte van Pallandt“ – Ausstellung im „Kasteel het Nijenhuis“

Die niederländische Bildhauerin Charlotte van Pallandt ist für ihre „Köpfe“ bekannt. Aber was sagen die Porträts, die sie zum Beispiel von Truus Trompert, Albert Termote, Dirk Hannema, A. Roland Holst und Mop van Bruggen gemacht hat, über van Pallandt, aber vor allem über die Modelle selbst?

Die Ausstellung „Sprechende Köpfe – Charlotte van Pallandt“, die ab dem 4. Oktober im Kasteel het Nijenhuis in Heino/NL zu sehen ist, erzählt die Geschichten hinter den Bildern. Sie bietet die Gelegenheit, die Menschen kennenzulernen, die Van Pallandt inspiriert haben, und zu entdecken, wie sich Modell und Schöpfer gegenseitig beeinflusst haben.

Charlotte van Pallandt (*Amsterdam, NL, 1898 – +1997, Noordwijk, NL) ist eine der wichtigsten Bildhauerinnen in der „Sammlung Fundatie“, in der sie mit 362 Werken vertreten ist. Van Pallandt ist gleichfalls eine der ersten niederländischen Künstlerinnen, die sich ganz der Bildhauerei widmete. Ihre Ausbildung erhielt sie im Paris der 1920-er Jahre, wo sie Malerei-Unterricht bei dem kubistischen Theoretiker André Lhote und Bildhauerei-Unterricht unter anderem bei Akop Gurdjan und Charles Despiau erhielt.

Im Jahr 1937 vertrat sie die Niederlande mit mehreren Skulpturen auf der Pariser Weltausstellung. Im Jahr 1939 kehrte sie endgültig in die Niederlande zurück und widmete sich ganz der Bildhauerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten zahlreiche Ausstellungen und Auftragsarbeiten. Zu den Höhepunkten ihres Schaffens gehören die „Wilhelmina-Denkmäler“ in Rotterdam und Den Haag. In Rotterdam fertigte Van Pallandt eine Steinskulptur der ehemaligen Königin der Niederlande an. Das drei Meter hohe Gipsmodell davon schenkte sie Dirk Hannema, dem Gründer des „Museum de Fundatie“, mit dem sie gut befreundet war.

Während ihrer gesamten Laufbahn fertigte Van Pallandt Porträts an. Ihre ‚Köpfe‘ verraten den Charakter des Modells. Die Porträts, die sie im Auftrag anfertigte, sind nicht immer nach dem Geschmack der Porträtierten geraten: Sie erwarteten oft ein realistisches Porträt, während Van Pallandt sich für ‚das Wesentliche‘ interessierte. Sie machte auch viele Bilder von Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen und Bekannten.

An manchen Köpfen arbeitete sie jahrelang und erstellte eine Serie mit verschiedenen Versionen desselben Modells. Ein Beispiel dafür ist die Porträt-Serie eines ihrer Lehrer, des Bildhauers Albert Termote. Truus Trompert, ein bekanntes Modell der Amsterdamer Rijksakademie, lernte Van Pallandt während des Zweiten Weltkriegs kennen. Van Pallandt schuf auch eine ganze Serie von Werken von Trompert, die sich über 20 Jahre erstreckte. „Speaking Heads“ zeigt, wie es Van Pallandt gelungen ist, das Wesen von Trompert, Termote und verschiedenen anderen Personen in ihren Bildern einzufangen. Dabei konzentriert sich die Ausstellung im „Kasteel het Nijenhuis“ nicht nur auf die Bilder, sondern auch auf die Lebensgeschichten der Modelle.

Nähere Informationen: Kasteel het Nijenhuis, ´t Nijenhuis 10, 8131 RD Heino/Wijhe, Telefon +31 572 388188, E-Mail: info@museumdefundatie.nl

„Kollwitz neu sehen“ – Die Ausstellung zur Wiedereröffnung nach der Generalsanierung

Nach knapp drei Jahren Renovierung öffnet das Käthe Kollwitz-Museum in Köln seine Türen und lädt dazu ein, Käthe Kollwitz (1867–1945) neu zu entdecken. Die Ausstellung zur Wiedereröffnung am 11. Oktober zeigt die wichtigsten Zeichnungen, Druckgrafiken und Plastiken in einer neuen Hängung und bietet neue Einblicke in die Arbeitsweise der Künstlerin. Im Zentrum steht ihre weibliche Perspektive auf die Herausforderungen ihrer Zeit. Kollwitz‘ Botschaft berührt bis heute – ihre Ausdruckskraft wirkt bis in unsere Gegenwart.

Im Gedenkjahr zum 80. Todestag der Kollwitz und zum 40-jährigen Bestehen des Museums rückt die Ausstellung „Kollwitz neu sehen“ die Themen in den Fokus, die sie zeitlebens bewegten: soziale Ungleichheit, politische Umbrüche, Geschlechterrollen und das Leben von Frauen in schwierigen Zeiten. Die Ausstellung hebt bewusst ihre Sicht als Frau und Künstlerin hervor – zu Mutterschaft, Verlust, Trauer, aber auch zu Solidarität und Hoffnung. Darstellungen von Wohnungsnot, schlechten Arbeitsbedingungen oder den Folgen von Krieg und Gewalt unterstreichen die ungebrochene Aktualität ihres Schaffens.

Die neu konzipierte Hängung bringt die Werke – darunter rund 20 Neuerwerbungen und 10 neue Dauerleihgaben – in oft überraschende Dialoge. Thematische, technische und motivische Bezüge eröffnen neue Blickwinkel und Zusammenhänge. „Kollwitz neu sehen“ macht das Ringen der Künstlerin um die passende Technik für ihre Botschaft nachvollziehbar und ermöglicht ein tieferes Verständnis ihres Arbeitsprozesses und Werks.
Ein neuer Multimedia-Guide bietet zusätzliche Informationen in Text, Bild, Audio und Video.

Unter dem Motto »Kollwitz erleben« erweitert das Käthe Kollwitz-Museum seine Vermittlungsangebote. Neue interaktive Module laden ein, ihr Leben, ihr Werk und die Zeitgeschichte eigenständig zu erkunden. Highlights sind ein Virtuelles Atelier, Medienstationen zum Tiefdruck und zur Plakatkunst sowie Informationen zur internationalen Rezeption von Kollwitz’ Werk. Herzstück ist die neu eingerichtete Museumswerkstatt mit einer historischen Lithopresse.

Zu sehen ist die Ausstellung „Kollwitz neu sehen“ bis zum 15. März 2026.

Nähere Informationen: Käthe Kollwitz Museum Köln, Neumarkt 18-24 / Neumarkt Passage,50667 Köln, Telefon: +49 (0)221 2272899, Fax:+49 (0)221 2272602, E-Mail:museum@kollwitz.de

Ausstellung „Figura 4 – Malerei“ im Kunstzentrum Koppelschleuse

Die Ausstellung „Figura 4 – Malerei“, die noch bis zum 2. November im Kunstzentrum Koppelschleuse in Meppen zu sehen ist, vereint die Werke der renommierten Künstler Oleksii Gnievyshev, Lena Krashevka und Maxim Probst, die jeweils auf einzigartige Weise den Zusammenhang zwischen Kunst, Freiheit und Selbstbestimmung reflektieren.

Oleksii Gnievyshev, geboren in der Ukraine, verbindet klassische Maltechniken mit zeitgenössischen Themen und hinterfragt durch seine Werke gesellschaftliche Normen und Zwänge. Lena Krashevka, aus Belarus stammend, nutzt verschiedene Medien, um Themen wie Widerstand, Selbstbestimmung und feministische Perspektiven zu beleuchten. Maxim Probst, wurde 1981 in der ehemaligen UdSSR geboren und studierte an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn, bei Prof. A. Orosz (Master of Fine Arts) und an der AKI/ArtEZ, Enschede/NL.

Die drei Künstler stammen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und bringen ihre individuellen Erfahrungen mit künstlerischem Ausdruck, politischer Freiheit und gesellschaftlicher Identität in diese Ausstellung ein. Die Ausstellung zeigt, dass die Kunst als verbindendes Element zwischen Künstlern über Grenzen und Herkünfte fungieren kann.

Zum Meppener Kunstkreis

Zum Kunstzentrum Koppelschleuse gehört der Meppener Kunstkreis, der es sich zum Ziel gemacht, mit Ausstellungen, Arbeitsgruppen und Kunstfahrten ein Kunstprogramm zu erstellen.

Im Jahre 1977 gründeten etwa 50 engagierte Bürger der Kreisstadt Meppen den „Meppener Kunstkreis – Verein zur Förderung der bildenden Kunst e.V.“, so dass der Kunstkreis in 2025 auf über 45 erfolgreiche Jahre zurückschauen kann.

Ein erklärtes Ziel des Meppener Kunstkreises (MKK) ist es, durch die Ausstellungeneinheimischer und auswärtiger Künstler die Wahrnehmungsfähigkeit des Kunstbetrachters zu schärfen und das Verständnis zum qualifizierten Dialog mit der Kunst zu wecken.

In unmittelbarer Nähe zur am alten Ems-Hase-Kanal gelegenen Koppelschleuse befindet sich ein repräsentatives Haupthaus mit Nebengebäuden. In dem um 1828 erbauten Gebäudekomplex residierte ehemals der königlich-hannoversche Wasserbauinspektor.
Heute firmieren die in städtischem Besitz befindlichen Räumlichkeiten unter der Bezeichnung „Kunstzentrum Koppelschleuse“ und dienen als Domizil für den Meppener Kunstkreis mit Kunstschule und Graphothek.
In einem abwechslungsreichen Ausstellungsprogramm wird sowohl regionale als auch überregionale zeitgenössische Kunst gezeigt.
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 14.30 bis 17 Uhr, Samstag, 14.30 bis 17.30 Uhr, Sonntag: 11 bis 17 Uhr durchgehend, Gruppen nach Vereinbarung.

Zwei Museen unter einem Dach

Den musealen Kern des „Kulturnetzwerks Koppelschleuse“ in Meppen bilden seit Herbst 2020 die beiden neu eingerichteten Museen „unter einem Dach“ – das „Emsland Archäologie Museum“ und das neue „Stadtmuseum Meppen“.

Auf zwei Ebenen und auf einer Fläche von knapp 800 Quadratmetern laden hier zwei spannende Dauerausstellungen zu einer Zeitreise in die Ur- und Frühgeschichte des Emslands und in die Geschichte der Stadt Meppen ein. Im neuen Stadtmuseum Meppen wird in einer modernen, ansprechenden Präsentation ein frischer Blick auf die lange, wechselvolle Historie der Stadt Meppen geworfen und in acht Themeninseln effektvoll beleuchtet. Eindrucksvolle Inszenierungen, interaktive Elemente, Spiele und Mitmach-Stationen laden Groß und Klein zu einem unterhaltenden und lehrreichen Rundgang durch die Meppener Stadtgeschichte ein.

Emsland Archäologiemuseum

Archäologie im Emsland: spannend wie ein Krimi! Wie Detektive gehen Archäologen vor, wenn sie die Ur- und Frühgeschichte des Emslandes erforschen. Ihre Ergebnisse werden anhand von effektvoll präsentierten Originalfunden, beeindruckenden Inszenierungen und Modellen im Archäologiemuseum in Szene gesetzt und ermöglichen eine spannende Zeitreise in die emsländische Geschichte. Anfassen, ausprobieren und mitmachen ist gefragt. Dies gilt ganz besonders für die Workshops, die sehr anschaulich Aspekte aus mehr als 40.000 Jahren Geschichte vertiefen. Veranstaltungen und wechselnde Sonderausstellungen lassen den Besuch des Archäologiemuseums immer wieder zu einem besonderen Erlebnis werden.

Stadtmuseum Meppen

Im Stadtmuseum Meppen wird mit eineransprechenden Präsentation ein frischer Blick auf die lange, wechselvolle Historie der Stadt Meppen geworfen und in acht Themeninseln effektvoll beleuchtet. Eindrucksvolle Inszenierungen, interaktive Elemente, Spiele und Mitmach-Stationen laden Groß und Klein zu einem unterhaltenden und lehrreichen Rundgang durch die Meppener Stadtgeschichte ein und lassen die Orts- und Regionalgeschichte lebendig werden.

Wechselnde Sonderausstellungen und ein umfangreiches museumspädagogisches Programm runden das Angebot ab.

Nähere Informationen: Kunstzentrum Koppelschleuse, An der Koppelschleuse 19, 49716
Meppen, Telefon:
05931 7575, E-Mail: info@koppelschleuse-meppen.de, Internet: http://www.koppelschleuse-meppen.de, Kulturnetzwerk Koppelschleuse Meppen, Helter Damm 1, 49716 Meppen

Ausstellung „William Kentridge – Listen to the Echo“ im Museum Folkwang

William Kentridge (*1955 in Johannesburg) gehört weltweit zu den renommiertesten zeitgenössischen Künstlern. International bekannt wurde er Ende der 1980er Jahre durch seine animierten Kurzfilme, in denen Kentridge sich kritisch, zugleich aber auch sehr poetisch mit der Vergangenheit und Gegenwart Südafrikas auseinandersetzt. Diese Filme, die auf großformatigen Kohlezeichnungen basieren, bilden den Ausgangspunkt für ein umfangreiches Œuvre, das Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Tapisserie ebenso umfasst wie Operninszenierungen und multimediale Bühnenstücke. In seinen inhaltlich miteinander verwobenen Werken thematisiert Kentridge immer wieder die Frage nach Gerechtigkeit, aber auch das Verhältnis zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft.

Zum 70. Geburtstag des Künstlers präsentiert das Museum Folkwang in Essen noch bis zum 18. Januar 2026 eine große Retrospektive, die mit Exponaten aus über vier Jahrzehnten die gesamte Laufbahn William Kentridges umspannt. Einen Schwerpunkt bilden die Filme der Reihe „Drawings for Projection“, in denen Aufstieg und Niedergang von Johannesburg ebenso zur Sprache kommen wie das schwierige Erbe der Apartheid. Auch Kentridges Beschäftigung mit dem Kolonialismus europäischer Mächte in Afrika spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle, insbesondere in der Zeichnungsserie „Colonial Landscapes“, den „Porter-Tapisserien“ oder der mechanischen Miniaturbühne „Black Box/Chambre Noire“.

William Kentridge konzipiert seit vielen Jahren eigene Stücke für das Musiktheater, die er zu multimedialen Werken weiterentwickelt, darunter „To Cross One More Sea“, eine Dreikanal-Filminstallation über die Flucht von Künstlern und Intellektuellen per Schiff vor dem Naziregime. Kentridge tritt auch selbst in seinen Filmen in Erscheinung. Die Filmserie „Self-Portrait as a Coffee-Pot“ von 2024 gibt auf amüsante Weise tiefe Einblicke in sein Denken und in sein Studio als Ort kreativer künstlerischer Praxis.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zeigen Kentridges Werk seit dem 6. September gleich an drei Orten. Im Mittelpunkt steht dabei die wiederkehrende Beschäftigung des Künstlers mit dem Thema der Prozession als Metapher für das Streben menschlicher Veränderung.
Weitere Informationen zu den Ausstellungsorten, Terminen und thematischen Schwerpunkten in Dresden erfolgen im Internet auf www.skd.museum

Nähere Informationen: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen, Telefon +49 2018845000, E-Mail: info@museum-folkwang.essen.de

Ausstellung „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“ im Museum Ludwig in Köln

Die Ausstellung „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“, die ab dem 3. Oktober im Museum Ludwig in Köln zu sehen ist, erzählt die Geschichte eines einflussreichen, aber oft übersehenen Netzwerks von fünf erfolgreichen und bekannten Künstlern. Während die Künstler einzeln große Anerkennung erfahren haben, sind ihre starken gegenseitigen Einflüsse, ihre freundschaftlichen, künstlerischen und romantischen Beziehungen, bisher weitgehend übersehen und unerforscht geblieben.

Sowohl individuell als auch gemeinsam haben die Künstler wichtige Rollen in der Nachkriegskunst gespielt und mit ihrer interdisziplinären Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur Geschichte der Kunst, der Musik und des Tanzes geleistet. Bis heute prägen sie Generationen von Künstlerinnen und Künstlern. Mit ihrem Fokus auf die Interaktion zwischen den fünf Künstlern reflektiert die Ausstellung auch darüber, was es in den 1950er Jahren bedeutete, ein schwuler Künstler zu sein, und wirft ein neues Licht auf die Dynamik der Nachkriegskunst in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus.

Der theoretische Einfluss von John Cage auf Rauschenberg und Twombly, die Bühnenbilder von Rauschenberg und Johns für die „Merce Cunningham Dance Company“ oder die formalen und inhaltlichen Dialoge zwischen Twombly, Rauschenberg und Johns werden nun erstmals Gegenstand einer groß angelegten Ausstellung. Die performative und kollaborative Dimension ihrer Praktiken zeugt von ihren gemeinsamen kulturellen Vorstellungen einer nicht-hierarchischen, multipolaren und antiimperialistischen Gesellschaft.

Es werden nicht nur die intellektuellen und politischen Affinitäten der fünf Künstler aufgezeigt, sondern auch die erstaunlich starken formalen und materiellen Ähnlichkeiten zwischen Partituren, Zeichnungen, Gemälden, Choreographien und (bewegten) Skulpturen. Kunstwerke, die in denselben Ateliers entstanden sind, treten zum ersten Mal im musealen Raum in Dialog. So wird der Austausch zwischen den Künstlern greifbar. In Kooperation mit Musik- und Tanzensembles werden Werke von Cage und Cunningham in der Ausstellung neu inszeniert und in der Gegenwart verankert.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 11. Januar 2026.

Publikation

Zur Ausstellung ist der Katalog „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“erschienen, herausgegeben von Yilmaz Dziewior und Achim Hochdörfer mit Arthur Fink; mit Textbeiträgen von Ilka Becker, Daniel M. Callahan, Yilmaz Dziewior, Trajal Harrell, Achim Hochdörfer, Helen Hsu, Anna Huber, Alex Kitnick, Laura Kuhn, Nick Mauss, Carrie Jaurès Noland, Kerstin Renerig, Kenneth E. Silver, Deborah Solomon, Leonore Spemann; deutsche Ausgabe, 332 Seiten, 23 × 29 cm, 415 Farbabbildungen, Schirmer/Mosel Verlag, ISBN 978-3-8296-1044-5, 38 Euro, (Museumsausgabe, Softcover) / ISBN 978-3-8296-1042-1, 58 Euro (Buchhandelsausgabe, Hardcover).

Nähere Informationen: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Telefon: +49-221-221-26165, E-Mail: infomuseum-ludwig.de. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage) jeweils von 10 bis 18 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.

Ausstellung „Gejagt – Geliebt – Gefürchtet – Von Menschen & Tieren“ im Schloss Clemenswerth

Schloss Clemenswerth ist bevölkert von einer kaum zählbaren Schar von Tieren. Die dort noch bis zum 14. Dezember zu sehende Ausstellung „Gejagt – Geliebt – Gefürchtet – Von Menschen & Tieren“ nimmt die Bestimmung des Ortes als Jagdschloss und das Clemenswerther-Bildprogramm zum Anlass, um das Mensch–Tier–Verhältnis und den Wandel seit dem 18. Jahrhundert sichtbar zu machen.

Was zeigen die Skulpturen, Stuckarbeiten und Gemälde, wer und was steht dahinter? Erstmals stellt eine Ausstellung die Künstler des 18. Jahrhunderts in den Fokus, die den zentralen Pavillon zu einer „Eremitage der Jagd“ gemacht haben. Konkret geht es um Johann Christoph Manskirch, einer der besten kurkölnischen Hofbildhauer, über die der Bauherr Clemens August verfügte. Die Tessiner Stuckateure Carlo Antonio und Domenico Castelli fertigten zusammen mit dem Hofbildhauer Carlo Pietro Morsegno den Wandschmuck der Innenräume. Im Treppenhaus zeigen Wandmalereien des Münsteraners Johann Anton Kappers den Verlauf der fürstlichen Parforcejagd.

Das Thema der Jagd steht im Mittelpunkt der Kunst am und im Gebäude. Besonders der Kurfürst steht im Fokus, der nicht nur der kühnste Jäger, sondern im übergeordneten Sinne, der Herr über das Schicksal der Tierwelt ist. Die Göttin Diana ist im Vestibül als seine wohlwollende Begleiterin dargestellt, was einmal mehr das absolutistische Selbstbild des „Herren über fünf Kirchen“ unterstreicht.

Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler haben einen anderen Blick auf unser natürliches Gegenüber. Hellen van Meene und Charlotte Dumas betonen eine Art inneres Gleichgewicht zwischen Mensch und Tier, welches im krassen Gegensatz zu den Vorstellungen des 18. Jahrhunderts steht.

Eine Art Umkehrung dieses Verständnisses zeigt die Arbeit „In Ictu Oculi“der spanischen Künstlerin Greta Alfaro oder das Video „Little Red Riding Hood“von Julia Charlotte RichterSie spielen mit der tradierten Angst vor der Wildheit der Natur. Dagegen erlaubt Johannes Gramm durch seine „Tarzan-Skulptur“, die formal ein Megafon ist, selbst die Stimme für oder in der Natur zu erheben.

Darüber hinaus zeigt die Ausstellung, welche Tradition sich fortgeschrieben hat, und stellt die Schleppjagd als lebendiges Relikt des 18. Jahrhunderts vor. Wie das aussieht, zeigen die Fotografien von Anika Börries und was das heißt wird im Interview mit Markus Lager vom Reit und Fahrverein Sögel und Irmgard Sievers vom Verein der Cappenberger Meute vorgestellt.

John Berger argumentierte in seinem Essay „Warum sehen wir Tiere an?“, dass der Blick auf Tiere zum Spiegel menschlicher Selbstvergewisserung wird. So ist die aktuelle Ausstellung auch keine Tierausstellung, sondern eine die den Menschen ins Visier nimmt, der sich ein Bild vom Tier macht.

Nähere Informationen: Emslandmuseum Schloss Clemenswerth, Schloss Clemenswerth 2
49751 Sögel, Telefon +49 5952 9323-25. Geöffnet ist die Ausstellung bis 2. November von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr und vom 4. November von Freitag bis Sonntag ebenfalls jeweils von 11 bis 17 Uhr.

Besondere Präsentation von Joseph Beuys-Werken im Kröller-Müller Museum

In einem der Räume des Van-de-Velde-Flügels stehen noch bis zum 11. Januar 2026 zwei Werke von Joseph Beuys (1921–1986) aus der Sammlung des Kröller-Müller Museums in Otterlo im Mittelpunkt. Beuys gehört ohne Zweifel zu den einflussreichsten und politisch engagiertesten Künstlern der deutschen Nachkriegszeit.

Jeder Mensch ist ein Künstler“

Für Joseph Beuys waren Kunst und Leben untrennbar miteinander verbunden. Sein Werk ist voll von persönlicher Symbolik, die sich auf wichtige Lebensereignisse bezieht, die er manchmal auch erfunden hatte. Er nutzte diesen persönlichen Aspekt, um Kunst mit einem sozialen Zweck zu schaffen: dem Streben nach einer Gesellschaft, in der es Raum für Wärme, Zärtlichkeit und Irrationalität gibt, in der jeder Mensch ein Künstler ist.

Gedächtnis

„Die Straßenbahnhaltestelle“ (1976) erinnert an eine Begebenheit aus Beuys‘ Kindheit in Kleve. Die Installation setzt sich aus einer Straßenbahnschiene und Abgüssen des „Eisernen Mannes“ (1653) zusammen. Es handelt sich dabei um ein Denkmal zum Gedenken an den 80-jährigen Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden, das 1794 von Napoleons Truppen zerstört wurde. Wenn Beuys nach der Schule neben diesen Überresten saß und auf die Straßenbahn wartete, erlebte er deren geistige Durchschlagskraft. Er erkannte, dass „die ganze Welt von der Konstellation einiger weniger Klumpen Materie abhängt“. Dieser Gedanke legte den Grundstein für seine Auffassung, dass eine Skulptur ein sich ständig verändernder und sozialer Prozess ist.

Beuys schuf diese Installation für den Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig. Die Überreste der Installation sind im Kröller-Müller-Museum „abgelegt“: wie begraben.

Isolation

„Filzanzug“ (1970) bezieht sich auf ein weiteres für Beuys lebensveränderndes Ereignis aus dem Zweiten Weltkrieg, das allerdings teilweise von ihm erfunden wurde. Nach dem Absturz seines Kampfflugzeugs auf der Krim im Jahr 1944 verdankte er angeblich sein Leben den Tataren, die ihn in Fett und Filz einwickelten, um seine Körperwärme wiederherzustellen. Mit dieser selbsterfundenen Legende erklärte er die häufige Verwendung von Materialien mit „warmen“ Eigenschaften wie Fett, Filz und Kupfer (Flexibilität, Isolierung, Leitung) in seiner Kunst. Der Filzanzug, der seinem eigenen Kostüm nachempfunden ist, bezieht sich auf die Isolierung oder den Schutz vor dem, was um uns herum passiert.

Nähere Informationen: Kröller-Müller Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo/Niederlande, E-Mail: info@krollermuller.nl und Telefon: +31(0)318591241. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Ausstellung „Von der neoexpressionistischen Eruption zum Drip Painting“ im Haus Westerhoff

Die „GIGs & Goods Galerie“ lädt noch bis zum 18. Oktober zur spannungsreichen Ausstellung „Von der neoexpressionistischen Eruption zum Drip Painting“ im Haus Westerhoff an der Heerestraße 1 in Bad Bentheim ein.

Diese Ausstellung bietet einen Blick auf die Vielfalt und die kreative Bandbreite der Werke, die von Künstlerinnen und Künstlern der Galerie geschaffen wurden. Mit einer sorgfältig kuratierten Auswahl von Gemälden wird das breite Spektrum an Ausdrucksformen und Techniken gezeigt, dass die Künstler:innen der Galerie repräsentieren.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der spannende Bogen von den intensiven, leidenschaftlichen Gesten des Neoexpressionismus (Neue Wilde) bis hin zu den fließenden, meditativen Techniken des Drip Paintings, die eine neue Form der Abstraktion in der Kunstgeschichte markieren und insbesondere durch Jackson Pollock bekannt wurde und hier neu interpretiert werden. Die Besucher können in eine Welt eintauchen, die sich sowohl durch emotionale Tiefe als auch durch innovative Kreativität auszeichnet – Werke, die zum Nachdenken anregen und Raum für individuelle Interpretationen lassen.

Ziel dieser Ausstellung ist es nicht nur, die künstlerische Vielfalt der „GIGs & Goods Galerie“ zu zeigen, sondern auch die hohe Leistungsfähigkeit der Artothek und die Inklusionsarbeit, die hinter dieser Plattform für Kunst und Kultur stehen. Die Galerie ist ein inklusives Arbeitsprojekt der Grafschafter Inklusions Gesellschaft (GIG) und vereint ehrenamtliche und kunstinteressierte Kräfte, die in einem kreativen Miteinander Kunst für alle zugänglich machen. Damit wird nicht nur die künstlerische Schaffenskraft der Galerie präsentiert, sondern auch die wertvolle soziale Dimension des Projekts, das sich für die Integration von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Fähigkeiten einsetzt.

Mit dieser Ausstellung gibt die „GIGs & Goods Galerie“ einen eindrucksvollen Einblick in die Synergien zwischen Kunst, Inklusion und gesellschaftlicher Verantwortung. Es ist eine Einladung, Kunst in ihrer ganzen Vielfalt und Tiefe zu erleben und dabei auch den Menschen hinter den Werken einen Platz zu geben.

Zu sehen sind Werke von Ilse Kampen, Stephan Hausmeister, Motek (Udo Hammer) und Manfred Flucht.

Die Ausstellung ist Samstag und Sonntag jeweils von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet.

Zum Haus Westerhoff

Kaum ein Ausstellungsort in Bad Bentheim strahlt so viel Charme aus wie das Haus Westerhoff.Das alte Ackerbürgerhaus wurde im Jahre 1656 als Fachwerkbau in traditioneller Ankerbalkenzimmerung mit seinen kleinen Räumen und der großen Diele errichtet. Es ist nach seinem letzten Bewohner, einem Schuhmacher, benannt.

Heute gehört es der Stadt Bad Bentheim und wird seit vielen Jahren für Workshops (Kunsthandwerk) und Wechselausstellungen genutzt. Das ganze Jahr hindurch haben verschiedene Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, in Einzel- oder Gruppenausstellungen ihre Werke zu präsentieren.

„Nehmen Sie Platz auf Vincents Cafeterrasse!“

Kröller-Müller Museum lädt zu zwei besonderen Aktionen ein


Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist der Vincent van Gogh-Klassiker „Terrace of a Café at Night“ auf Tournee; sie findet in Japan statt, wo es bis September 2026 in Kobe, Fukushima und Tokio ausgestellt wird. Obwohl es in dieser Zeit nicht im Kröller-Müller Museum in Otterlo/NL zu sehen sein wird, kann das Publikum das Gemälde hier auf eine ganz andere Art und Weise erleben. In einem Raum, der speziell für die „Terrasse eines Cafés bei Nacht“ konzipiert wurde, können die Besucherinnen und Besucher auf dem „Place du Forum“ Platz nehmen und sich in Van Goghs Gemälde fotografieren.

Ihre Version der „Terrasse eines Cafés“ im Museum?

Im Rahmen dieser Tournee hat sich das Kröller-Müller Museum noch etwas Besonderes einfallen lassen: „Lassen auch Sie sich von unzähligen kreativen Interpretationen der „Terrasse eines Cafés bei Nacht“ inspirieren: von Gemälden, Stickereien und Kleidung bis hin zu Lego-Modellen. Haben Sie Ihre eigene Version des Gemäldes erstellt? Oder lassen Sie sich von den Fotos und Videos inspirieren, die Sie im Museum sehen? Dann senden Sie uns Ihre Arbeit! Senden Sie Ihre Version von „Terrace of a Café at Night“ per E-Mail an vangogh@krollermuller.nl. Eine Auswahl der Einreichungen werden wir in den Vortrag einfließen lassen. So können Sie Ihre Arbeiten vielleicht sogar im Museum sehen. Neugierig oder auf der Suche nach Inspiration? Sehen Sie sich das Video auf der Internetseite an“, heißt es dazu vonseiten des Museums.

Das Kröller-Müller-Museum ist dienstags bis sonntags von10 bis 17 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen: erfolgen unter der Telefonnummer (0031) 0318 591241, im Internet auf www.kmm.nl und per Email unter info@kmm.nl