Am Sonntag, 22. März,11.30 Uhr, wird im zum Museumsquartier Osnabrück gehörenden Kulturgeschichtlichen Museum die Ausstellung „Von den Yoden“ offiziell eröffnet.
Anlass ist das Ende der ersten jüdischen Gemeinde(n) in Osnabrück vor 600 Jahren. 1309 vom Osnabrücker Bischof offiziell für den Geldverleih in die Stadt geholt, wurden die jüdischen Menschen während des Pestpogroms von 1350 brutal ermordet. Nur wenige Jahre später entstand in der Neustadt eine neue jüdische Gemeinde. 1426 endete die erste Epoche jüdischer Sesshaftigkeit in der Stadt mit letzten Steuerzahlungen.
In der Ausstellung erinnern kostbare mittelalterliche Originale an diese Phase Osnabrücker Wirtschafts-, Religions- und Migrationsgeschichte. Am lokalen Beispiel werden die über Jahrhunderte tradierten antijudaistischen Wurzeln des Antisemitismus sichtbar. Der durch ihre kulturelle und religiöse Vielfalt geprägten bundesdeutschen Gesellschaft bietet „Van den Yoden“ mit Ausstellung, Begleitprogramm und Katalog angesichts des aktuellen Antisemitismus den öffentlichen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit seinen im Antijudaismus gründenden Ursprüngen.
Weitere Veranstaltungen
Filmabend »Am Ende kommen Touristen« am 18. März, 19 Uhr, in der Lagerhalle
Sven hatte sich seinen Zivildienst anders vorgestellt. Er wollte ins Ausland und etwas Sinnvolles machen, doch für ihn blieb nur eine Stelle in der Begegnungsstätte in Auschwitz, dem Ort, dessen Name zum Symbol für den nationalsozialistischen Völkermord wurde. Das Museum erinnert ihn an langweiligen Geschichtsunterricht. Mit gepackten Koffern steht er bald am Bahnhof. Doch am Ende kommen Touristen, wie jeden Tag, und Sven muss sich entscheiden. Eintritt 6 Euro / ermäßigt 5 Euro.
»Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober« – Buchvorstellung und Gespräch mit Andrea von Treuenfeld am 26. März, 18.30 Uhr, im Veranstaltungssaal
Tausende Israelis leben heute in Berlin. Mit einigen von ihnen hat Andrea von Treuenfeld gesprochen und diese Gespräche in biografische Erzählungen gefasst. Sie kamen aus verschiedenen Gründen und leben teilweise schon viele Jahre in Berlin. Israelis sind sie geblieben, aber der zweite Pass ist jetzt oftmals ein deutscher. Ihr Dasein hier erleben sie als offen, divers und liberal. Zumindest bis zum 7. Oktober 2023, als Hamas Terroristen in den Süden Israels eindrangen, ein Massaker begingen und damit den Gaza Krieg auslösten. Der folgende weltweite Anstieg antisemitischer Übergriffe hat die Realität der in Berlin lebenden Israelis drastisch verändert. Eintritt: 9 Euro / ermäßigt 7 Euro.
Vortrag von Dr. Thorsten Heese am 9. April, 18.30 Uhr, im Veranstaltungssaal
„Warum ich Nationalsozialist wurde!“ Gerhard Schlikker und die „Villa Schlikker“. Eintritt: 3 Euro, für unter 18-Jährige frei.
Stadtrundgang mit Dr. Thorsten Heese am 14. April, 16 Uhr, Treffpunkt: Museumskasse
»Jüdisches Leben im mittelalterlichen Osnabrück«. Um 1300 etablierte sich eine erste jüdische Gemeinde. Ihre Ansiedlung unter dem Schutz des Osnabrücker Bischofs blieb nicht ohne Konflikte. Anmeldung erfolgen per E-Mail unter mq4-vermittlung@osnabrueck.de. Eintritt: ab 4 Euro pro Person.
Szenische Führung am 15. April, 16 Uhr, im Felix-Nussbaum-Haus
„Lass mich dir erzählen. Mein Freund Felix Nussbaum“ – Ein gemeinsamer Rundgang durch zwei Leben, erzählt aus den Erinnerungen von Fritz Steinfeld. Eintritt: 9 Euro/ermäßigt 7 Euro.
Nähere Informationen: Museumsquartier Osnabrück, Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück, E-Mail: museum@osnabrueck.de, Telefon: 0541 323-2207 oder 0541 323-2237. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Freitag: 11 bis18 Uhr, Samstag und Sonntag: 10 bis 18 Uhr.