Museum de Fundatie präsentiert das Ausstellungsprogramm 2026

Da bereits die letzten Wochen einiger laufender Ausstellungen aus dem vergangenen Jahr angebrochen sind, hat sich das Museum de Fundatie in Zwolle schon auf ein reiches und vielseitiges Ausstellungsjahr 2026 vorbereitet.

In Zwolle bleibt die Ausstellung „Chourouk Hriech – In De 17e Hemel“ bis einschließlich 16. August geöffnet. Am Standort Heino sind die Ausstellungen „Charlotte van Pallandt – Sprekende Koppen“ und „Fundatie Collectie – Remix“ noch bis einschließlich 12. April zu sehen.

Für 2026 blickt das Museum de Fundatie auf ein neues Jahr voller internationaler zeitgenössischer Kunst, eindrucksvoller Sammlungs-Schauen und experimenteller Projekte an beiden Standorten.

Back to Benin – Neue Kunst, Jahrhundertealtes Erbe, Zwolle | 21. Februar bis 7. Juni

Im November 2025 gab das Museum de Fundatie eine bronzene Plakette aus Benin zurück. Dieser wichtige Schritt in der Anerkennung der kolonialen Vergangenheit bildet den Ausgangspunkt für die Ausstellung „Back to Benin – Neue Kunst, Jahrhundertealtes Erbe.“

In dieser Ausstellung treten zehn zeitgenössische nigerianische Künstlerinnen und Künstler mit Edo-Herkunft (Anmerkung: Die Edo sind ein westafrikanisches Volk in Nigeria, das die Sprache Edo und einige mit ihr eng verwandte Sprachen spricht. Die Edo werden auch als „Bini“ bezeichnet und sind die Nachfahren der Gründer des einstmals mächtigen Königreichs Benin. Zur Ethnie der Edo gehören etwa 2,7 Millionen Menschen. Ihre Sprachen bilden die Gruppe der edoiden Sprachen innerhalb der Niger-Kongo-Sprachen. Die Edo leben in den Plateaus in Zentral-Nigeria, im Bundesstaat Edo. Die Stadt Benin-City ist das kulturelle Zentrum der Edo.) in einen Dialog mit der Geschichte, Symbolik und kulturellen Erinnerung des Königreichs Benin.

Mit neuen Werken, die im Auftrag des Museum de Fundatie in unterschiedlichen Medien entstanden sind, erkunden sie das Thema Restitution im weitesten Sinne: nicht nur als Rückgabe von Objekten, sondern als lebendigen Prozess von Erinnerung, Wissen und kultureller Kontinuität.

Die Ausstellung zeigt, wie Edo-Kunst und Edo-Traditionen trotz der Plünderung von 1897 und deren weitreichenden Folgen weiterleben und sich immer wieder erneuern.

Buhlebezwe Siwani – Ntu, Zwolle | 21. Februar bis 20. September

Das Museum de Fundatie präsentiert die erste niederländische museale Einzelausstellung der Künstlerin Buhlebezwe Siwani. In ihrem Werk, das sich von Performance über Fotografie Installation bis hin zur Skulptur erstreckt, untersucht Siwani, wie der schwarze weibliche Körper in einer von Männern dominierten Gesellschaft dargestellt wird.

Als sangoma (spirituelle Heilerin) verbindet sie persönliche Erfahrungen mit Ritualen, afrikanischer Spiritualität und dem Christentum. Ntu ist Teil der Programmlinie Fundatie Forward, in der das Museum de Fundatie zeitgenössischen Kunstschaffenden Raum bietet, die neue Perspektiven eröffnen und gesellschaftliche wie spirituelle Fragen nicht scheuen.

Umbild – Jules van Hulst & Wieger Steenhuis, Zwolle | 21. Februar bis 20. September

In Umbild, einer Zusammenarbeit mit dem Zwoller Makershaus Vaktor, einer Organisation für Kulturprojekte in der Region, schaffen Jules van Hulst und Wieger Steenhuis eine Erfahrung, in der digitale Medieninstallationen und historische Kunst zusammenkommen. Drei Werke aus der Fundatie-Sammlung – von George Minne, James Ensor und Valerius de Saedeleer – bilden den Ausgangspunkt für eine experimentelle Untersuchung von Repräsentation, Bedeutung und Transformation.

Mit zeitgenössischer Technologie entwickeln die Künstler neue Ebenen des Verständnisses und laden die Besucherinnen und Besucher dazu ein, mal Beobachter, mal aktive Teilnehmer zu sein.

Der Titel Umbild verweist auf das Umformen eines Bildes und unterstreicht den hybriden und untersuchenden Charakter der Ausstellung.

Fundatie Collectie – Schau dich um!, Zwolle | 6. Februar bis 20. September

Schau dich um! zeigt, wie Kunst unseren Blick auf die Welt verändern kann. In dieser Sammlungsausstellung präsentieren Künstlerinnen und Künstler verschiedener Generationen – von Jacoba van Heemskerck und Nola Hatterman bis hin zu Vincent van Gogh und Jonathan van Doornum – wie sie die Wirklichkeit bearbeiten, vergrößern oder verdichten.

Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, innezuhalten und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir schauen und wer oder was unseren Blick beeinflusst – in einer Welt, die sich durch technologische und kulturelle Entwicklungen ständig wandelt.

Wilma Wilbrink & Sammlung, Heino | 25. April bis 30. August

Mit ihrer Werkreihe „Veeneiken II“ zeigt Wilma Wilbrink Arbeiten, die aus jahrhundertealten Eichen hervorgegangen sind, die 2013 im Rahmen des Projekts „Ruimte voor de Rivier“ entlang der IJssel bei Zwolle freigelegt wurden. Diese Bäume, die über 2000 Jahre unter dem Moor konserviert waren, bilden den Ausgangspunkt für skulpturale Werke, in denen Naturgeschichte und aktuelle Klimafragen zusammenkommen.

Wilbrink verweist auf mögliche zukünftige Wasserstände und lässt die Mooreiche als stille Zeugin menschlicher Eingriffe und landschaftlicher Veränderungen auftreten. Die Jahresringe erzählen von Wachstum, Trockenheit und Überschwemmungen, während in ihrem Werk eine Leiter das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur sichtbar macht. In dieser Ausstellung tritt ihre Arbeit in einen Dialog mit Landschaftsdarstellungen aus der Fundatie-Sammlung.

Elly Tamminga – Kunst und Überzeugung, Heino | ab 25. April

Mit Kunst und Überzeugung rückt das Museum de Fundatie das Werk von Elly Tamminga (*1896 –+1983) wieder in den Fokus. Obwohl sie seit den 1920-er Jahren regelmäßig im In- und Ausland ausstellte und ein umfangreiches Œuvre schuf, geriet ihr Werk nach 1970 weitgehend in Vergessenheit. Tammingas figurative Kunst, verwurzelt im Kubismus, zeichnet sich durch kräftige Farbflächen, klare Kompositionen und eine ausgeprägte gesellschaftliche Haltung aus. Die Ausstellung zeigt Gemälde und grafische Arbeiten und macht sichtbar, wie bewusst Tamminga Einfachheit und Zugänglichkeit wählte.

Das Museum de Fundatie zeigt die Vielfalt und Geschlossenheit ihres Werks und lädt dazu ein, Elly Tamminga erneut einen festen Platz in der niederländischen Kunstgeschichte zu geben.

Jan Cremer, Zwolle | 20. Juni bis 20. September

Diese erste große Retrospektive nach dem Tod von Jan Cremer im Jahr 2024 stellt sein frühes Werk in einen breiteren Kontext. Die Ausstellung erkundet Cremers Weg als bildender Künstler, seine Position innerhalb der Kunstgeschichte und die Verbindung zwischen seinem Schaffen als Maler und als Schriftsteller.

„Ich schmiere Farbe auf eine Leinwand, ich tropfe, spritze, schlage, schubse. Ich kämpfe mit Farbe.“ – mit diesen Worten positionierte sich Jan Cremer 1959 als Künstler. Er wandte sich entschieden gegen das Werk seiner Zeitgenossen, das er als „Schrott-Ästhetika“ bezeichnete. Cremer präsentierte sich gern als radikaler Außenseiter, doch die Ausstellung zeigt, wie eng er tatsächlich mit internationalen Kunstszenen verbunden war – unter anderem in Den Haag, Paris, Ibiza und New York.

Anhand von Gemälden, Arbeiten auf Papier und neu entdecktem Archivmaterial zeigt das Museum de Fundatie, wie Cremer sich zu seinen Zeitgenossen und zu kulturellen Entwicklungen verhielt. Das Museum besitzt die größte Sammlung seiner frühen Werke.

Bé Thoden van Velzen, Heino | 12. September bis 7. März 2027

Mit rund 250 Werken ist Bé Thoden van Velzen in der Fundatie-Sammlung besonders umfangreich vertreten. Diese Präsentation stellt ihr vielseitiges Œuvre in den Mittelpunkt – mit Skulpturen, Zeichnungen, Studien und Aquarellen.

Thoden van Velzen ist bekannt für ihre Skulpturen im öffentlichen Raum, aber ebenso für ihre eindringlichen Darstellungen des menschlichen Körpers. Die Ausstellung beleuchtet ihre künstlerische Entwicklung sowie ihre bedeutende Rolle im Kunstunterricht in Zwolle und Hattem.

Miguel Chevalier – Digital by Nature, Zwolle | ab 3. Oktober

Unter dem Titel „Digital by Nature“ präsentiert das Museum de Fundatie die erste große Einzelausstellung des digitalen Kunstpioniers Miguel Chevalier in den Niederlanden. Seit den 1980-er Jahren nutzt Chevalier den Computer als künstlerisches Medium und erforscht kontinuierlich neue Technologien – darunter auch künstliche Intelligenz.

Die Ausstellung zeigt Werke aus allen Phasen seiner Karriere: in immersiven und überwiegend interaktiven Installationen ebenso wie in intimeren Präsentationen mit Hologrammen, in 3D-gedruckten Skulpturen und Zeichnungen.

Mit seiner Kunst verbindet Chevalier Vergangenheit und Zukunft, die analoge und die digitale Welt. Die Besucherinnen und Besucher können die Installationen und die Klanglandschaft durch ihre Bewegungen beeinflussen und „erschaffen“ so gewissermaßen die Ausstellung selbst. Dadurch entstehen fortlaufend neue Bilder – eine fesselnde Erfahrung, in der Technologie, Natur und Kunstgeschichte miteinander verschmelzen.

Natalia Domínguez Rangel – Deep Dive, Zwolle | 3. Oktober bis 17. Januar 2027

Mit „Deep Dive“ verwandelt die bildende Künstlerin und Komponistin Natalia Domínguez Rangel die Wolke des Museum de Fundatie in eine Unterwasserwelt. Mit Skulpturen aus Glas, Keramik und Metall, kombiniert mit einer eigens komponierten Klangumgebung, untersucht sie an diesem besonderen Ort die tiefe Verbundenheit zwischen dem menschlichen Körper und dem Ozean.

Die Ausstellung verbindet poetische Imagination mit drängenden Themen wie Ökologie, kolonialer Geschichte und Ressourcenabbau. „Deep Dive“ ist Teil der Projektreihe Fundatie Forward und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn tiefer zuzuhören.

Kunst in der Vide – Diana Scherer: Symbio Zwolle | 3. Oktober bis September 2027

Für die Programmreihe „Kunst in der Vide“ realisiert Diana Scherer eine neue monumentale Installation für diesen besonderen Raum des Museums de Fundatie. In diesem Werk wachsen Pflanzenwurzeln und von ihr selbst entworfenes Textil miteinander zusammen.

Mit ihrem Werk „Symbio“ untersucht Scherer die Grenze zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen Natur und Kultur. Das Werk übt Kritik an der Ausbeutung natürlicher Systeme, entwirft aber zugleich ein utopisches Szenario von Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit. Der Wachstumsprozess selbst – langsam, unvorhersehbar und teilweise unkontrollierbar – wird zu einer Metapher für die Suche nach einem neuen Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur.

Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. / Kasteel het Nijenhuis, ´t Nijenhuis 10, 8131 RD Heino/Wijhe, Telefon +31 572 388188, E-Mail: info@museumdefundatie.nl

Hinterlasse einen Kommentar