Skulpturenpark Waldfrieden präsentiert: Rebecca Horn. Emotion in Motion

Mit „Rebecca Horn. Emotion in Motion“ präsentiert der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal vom 14. März bis zum 30. August eine umfassende Einzelausstellung der 2024 verstorbenen Künstlerin Rebecca Horn (*1944 –+2024).

Die retrospektiv angelegte Schau vereint großformatige Installationen und kinetische Kunstwerke aus vier Jahrzehnten und zeigt in allen Ausstellungshallen sowie in der Villa Waldfrieden das vielseitige, medienübergreifende Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit der von Rebecca Horn 2007 in Bad König gegründeten Moontower Foundation, die seit dem Tod der Künstlerin ihren künstlerischen Nachlass verwaltet und betreut. Ihr Stiftungsziel ist es, Künstlerinnen und Künstler zu fördern und das Werk Rebecca Horns lebendig zu halten sowie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt im Odenwald geboren. Die Arbeit an ihren ersten Körperskulpturen, die sie während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den 1960er-Jahren als Kunststoffabformungen umsetzte, führten aufgrund der im Verarbeitungsprozess entstandenen giftigen Dämpfe zu einem langen Krankenhausaufenthalt der Künstlerin. Aus dieser Erfahrung der Isolation sind Rebecca Horns „Körperextensionen“ entstanden: Objekte, die den menschlichen Körper erweitern und die Horn in Performances präsentierte.

Die Thematik von Fragilität, Verletzlichkeit und die räumliche Begrenzung menschlicher Existenz ist zum zentralen Gegenstand in Rebecca Horns Werk geworden. Fragen nach physischen und metaphysischen Bedingungen des Menschseins, nach Sehnsucht und Begierde übersetzte sie in kinetische Objekte, Malerei, Grafik, Dichtung, Film, Performance, in Bühnenbilder oder ortsbezogene Installationen. Die Arbeiten ihres sechs Jahrzehnte umfassendes Œuvres sind durch Materialien, Maschinen, Funktionen oder die Wiederverwendung einzelner Objekte miteinander verbunden und werden auf einer symbolischen Ebene vom Austarieren von Materie und Poesie geeint.

Die Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt 13 Arbeiten von Rebecca Horn, die zwischen den 1980er- und 2010er-Jahren entstanden sind, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen.

Rebecca Horns Arbeiten sind weltweit ausgestellt worden. 1972 präsentierte sie bei der Documenta 5 erstmals ihre Körperextensionen. Bereits 1993 erhielt sie – als erste weibliche Künstlerin – im New Yorker Guggenheim Museum eine Retrospektive. Horn wurden im Verlauf ihres Schaffens zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise verliehen, darunter zuletzt: Praemium Imperiale for Sculpture (Tokio, 2010), Grande Médaille des Arts Plastiques (Paris, 2011), Orden pour le mérite für Wissenschaften und Künste (Berlin, 2016) und Wilhelm-Lehmbruck-Preis (Duisburg, 2017).

Nähere Informationen: Skulpturenpark Waldfrieden, Hirschstr. 12, 42285 Wuppertal, Telefon +49 (0)202-47898120, E-Mail: mail@skulpturenpark-waldfrieden.de

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