Ausstellungen und mehr auf Schloss Moyland

Das ist ja überhaupt alles sehr beweglich.“ Joseph Beuys & Fluxus noch bis 15. Februar

Konzept, Aktion, Musik, Poesie, Sprache und wissenschaftsbasierte Ansätze anstelle von traditionellem Tafelbild und Skulptur: Der erweiterte Kunstbegriff der intermedialen Fluxus-Bewegung bildet die Basis des Erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys.

Das Fluxus-Kollektiv hatte als supranationales Netzwerk ab 1962 jede herkömmliche Form akademischer und institutioneller Verfestigung verflüssigt und die Rezipient:innen als freie, selbstbestimmte, schöpferische Individuen ins Zentrum gesetzt. Für Beuys bedeutete der frühe Kontakt zu der unorthodoxen intellektuellen Gruppe Befreiung aus der „ästhetischen Zwangsjacke“, interdisziplinäre Kommunikation, Eintritt in den öffentlichen, gesellschaftlichen und politischen Raum. Beuys wurde zu Beuys erst durch Fluxus.

In den Jahren 1962–1964 ereignete sich der entscheidende Umschlag im Werk des Künstlers, der bis dahin als Bildhauer und Zeichner gearbeitet hatte: In Bezug auf die Wahl seiner Medien (Aktionen, später Multiples), Materialien und Methoden, zu denen auch sein offensiver Umgang mit den Medien zählte. Im Umgang mit Fluxus Inhalten entwickelte Beuys eine ganz eigene Strategie: Begreifen, Aneignen, Kooperieren und Transformieren.

Die Ausstellung betrachtet den Künstler nicht, wie so häufig, als solitäre Erscheinung, sondern setzt ihn in einen offenen kollaborativen Kontext. Darin spielen Künstlerfreunde und -kollegen wie Fluxus-Initiator George Maciunas, Nam June Paik und die dänische Fluxus-Connection (Arthur Køpcke, Hen ning Christiansen) eine besondere Rolle.

Innerhalb einer chronologischen Struktur werden Schlaglichter gesetzt: Auf die frühen formativen Fluxus-Jahre (1962–1964), auf Beuys‘ Aktionen mit Paik und Christiansen (bis 1985) und auf die Zeit der Studentenbewegung, als sich im Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie der anti-autoritäre eman zipatorische Fluxus-Impuls durch Künstler wie Robert Filliou, Daniel Spoerri und Dieter Roth reaktivierte (1967–1974). Das Projekt, das Archivalien und Werke, Konzepte und Fotografien, Audios und Videos versammelt, verbindet das Dokumentarische mit dem Ereignis haften und Experimentellen.

Symposium Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum Samstag/Sonntag, 31. Januar/1. Februar

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojektes Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum lädt das Museum Schloss Moyland zu einem Symposium ein, das sich mit Joseph Beuys im Kontext des Nationalsozialismus sowie seiner späteren Beschäftigung mit dieser Zeit befasst.

Das Symposium stellt einen wesentlichen Beitrag zur aktuellen Diskussion in der Forschung dar und kontextualisiert den innovativen und partizipativen Laborraum zu diesem Thema, der seit dem 30. März 2025 innerhalb der Dauerpräsentation im Schloss eingerichtet ist. Ziel des Symposiums ist es, die gesellschaftspolitische und künstlerische Dimension von Beuys’ Biografie kritisch zu reflektieren, insbesondere seine Rolle im Nationalsozialismus und die Frage seiner späteren Positionierung und Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit.

In einem interdisziplinären Dialog werden sowohl wissenschaftliche als auch künstlerische Perspektiven zu Wort kommen. Diskussionsrunden bieten dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Damit wird das Symposium zu einem lebendigen Raum des Austauschs, der Transparenz und der Reflexion. Das Symposium dient nicht nur der wissenschaftlichen Vertiefung, sondern auch der Förderung eines offenen Dialogs über die Verflechtungen von Kunst, Geschichte und Gesellschaft sowie der Verantwortung, die sich aus der gegenwärtigen Beschäftigung mit den genannten Themen für Fachleute aus Wissenschaft und Museum sowie der Gesellschaft ergibt.

Das Forschungsprojekt „Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum“ wurde im Rahmen eines vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Forschungsvolontariats in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf realisiert.

Die einzigartigen Bestände des Museums Schloss Moyland bilden hierbei die Grundlage für eine detaillierte Auseinandersetzung mit Beuys’ Jugend, seiner Zeit als Soldat, seiner Beteiligung an einem Wettbewerb für ein Denkmal im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau sowie der Aktion „Polentransport 1981“. Multimedial aufbereitet, bieten Archivalien und Kunstwerke Besucherinnen und Besuchern einen transparenten Einblick in das Thema.

Das Symposium findet in deutscher Sprache im Zwirnersaal (Schloss) statt. Kosten: Ein Tag: 15 Euro / beide Tage: 25 Euro jeweils inklusive Museumseintritt und Kaffee/Tee (in den Pausen) Eine Möglichkeit zum Mittagessen gibt es in Rocco’s Museumscafé (https://moyland.de/schloss-und-park/museumscafe/).

Eine Anmeldung ist noch bis zum Montag, 18. Januar, per E-Mail an besucherservice@moyland.de unter Angabe von Namen, Anschrift und Telefonnummer möglich.

Programmablauf

Ankommen, Anmeldung | 9–9.30 Uhr Begrüßung Dr. Antje-Britt Mählmann

Panel 1 | Samstag, 31. Januar | 10 Uhr Prof. Dr. Philip Ursprung, Prof. Dr Barbara Lange, Dr. Anke Blümm, Diskussions- und Fragerunde: Moderation Dr. Antje-Britt Mählmann

Panel 2 | Samstag, 31. Januar Bjørn Nørgaard, Dr. Petra Richter, Dr. Wolfgang Zumdick, Dr. Nicole Fritz, Diskussions- und Fragerunde: Moderation Dr. Alexander Grönert

Panel 3 | Sonntag, 1. Februar | 10 Uhr Johannes Stüttgen Prof. Dr. Antje von Graevenitz Dr. Gabriele Mackert Prof. Dr. Christa-Maria Lerm Hayes Diskussions- und Fragerunde: Moderation Dr. Alexander Grönert

Panel 4 | Sonntag, 1. Februar Drs. Ron Manheim, Dr. Alexander Grönert, Dr. Mario Kramer, Diskussions- und Fragerunde: Moderation Angela Steffen M.A. Ende | zirka 17 Uhr. Änderungen vorbehalten!

Nähere Informationen: Museum Schloss Moyland Sammlung van der Grinten Joseph Beuys Archiv des Landes Nordrhein-Westfalen Am Schloss 4 47551 Bedburg-Hau, Telefon: +49 2824 9510-0 Telefax: +49 2824 9510-99, E- Mail: info@moyland.de http://www.moyland.de

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