German Pop Art – Zwischen Provokation und Mainstream

Die Sammlung Heinz Beck zu Gast in der Ludwig-Galerie

Das zumeist mit dem englischsprachigen Raum verknüpfte Phänomen der Pop Art findet auch in Deutschland in den 1960-er und 1970-er Jahren starke künstlerische Positionen. Diese unterscheiden sich vor allem in der Themenwahl deutlich von den amerikanischen und britischen Varianten. Vordergründig zwar an Massenkultur und Werbung orientiert, liegt den Arbeiten der deutschen Künstlern aber nicht der ungebrochene Optimismus ihrer englischsprachigen Kollegen zugrunde. Alltags- und Konsummotive sind ebenfalls Gegenstand ihrer Kunstwerke, doch sind diese hauptsächlich geprägt durch eine provokative Haltung sowie Kritik am politischen Zeitgeist, Anti-Kriegs-Haltungen und deutscher Vergangenheitsbewältigung.

Die Ausstellung „German Pop Art – Zwischen Provokation und Mainstream“, die vom 25. Januar bis 3. Mai in der Ludwig-Galerie in Oberhausen zu sehen ist, gibt mit Arbeiten von 46 Künstlern einen umfassenden Überblick über die deutschen Ausprägungen der Pop Art. Die Devise der radikalen Demokratisierung von Kunst verfolgen die Künstler mit beeindruckender Konsequenz. Indem sie sich der Druckgrafik und Multiples bedienen, also kostengünstige weit verfügbare Kunst mit hohen Auflagen herstellen, erreichen sie eine breite Öffentlichkeit. Themen wie das deutsche Wirtschaftswunder, die kritische Auseinandersetzung mit dem American Way of Life, dem Vietnamkrieg oder der kollektiven Verdrängung der jüngsten deutschen Geschichte sowie anti-museale Haltungen sind in mehr als 180 Grafiken, Objekten, Skulpturen und Multiples neu zu entdecken. Begleitend dazu lässt ein Soundwalk mit der Musik jener Jahre das Zeitgefühl lebendig werden.

Nach Ausstellungen zur amerikanischen und britischen Pop Art ermöglicht die herausragende Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwalts Heinz Beck (*1923 +1988), die im Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum bewahrt wird, erneut eine große Überblickschau. Ergänzt durch rund fünfzig Arbeiten aus dem eigenen Kunstbesitz der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen sowie einer Skulpturengruppe aus dem Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, lädt die Präsentation dazu ein, sich davon zu überzeugen, dass die deutsche Pop Art den internationalen Vergleich nicht scheuen muss.

Folgende Künstler sind mit ihren Arbeiten vertreten:

Hans-Peter Alvermann I Dieter Asmus I Ulrich Baehr I Michael Jens Barge I Mary Bauermeister I Thomas Bayrle I Werner Berges I Joseph Beuys I Carl Bianga I Bodo Boden I Klaus Böttger I Klaus Peter Brehmer I Peter Brüning I Gernot Bubenik I Herbert Burger I Hans-Jürgen Diehl I Otto Dreßler I Hans-Peter Feldmann I Yolanther Fongi (eigentlich Werner Maria Gartung) I Dieter Glasmacher I Bruno Gronen I Sine Hansen I Almut Heise I Bernhard Höke I Karl Horst Hödicke I Konrad Klapheck I Peter Klasen I Fritz Köthe I Ferdinand Kriwet I Uwe Lausen I Konrad Lueg I Detlef Michelers (eigentlich Detlef Rhode) I Maina-Miriam Munsky I Siegfried Neuenhausen I Werner Nöfer I Sigmar Polke I Gerhard Richter I Rissa I Tomas Schmit I Peter Sorge I Klaus Staeck I Timm Ulrichs I Reinhard Voigt I Klaus Vogelgesang I Wolf Vostell I Lambert Maria Wintersberger

Nähere Informationen: Ludwig-Galerie, Schloss Oberhausen, Konrad-Adenauer-Allee 46, 46049 Oberhausen, Telefon: 0208 4124928, E-Mail: ludwiggalerie@oberhausen.de

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