Ohne Beschönigung porträtierte Franz Josef Langer in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg mit Pinsel oder Kohlestift seine zerstörte Heimatstadt Osnabrück. Auch den beginnenden Wiederaufbau, der die Grundlage für die Entwicklung zur modernen Großstadt legte, zeigen seine Werke.
Die meist menschenleeren, räumlich sehr genauen Gemälde und Zeichnungen Langers gehören zu den wenigen überlieferten Kunstwerken, die Osnabrück in dieser Zeit darstellen.
Ergänzend zeigt die Ausstellung „Zwischen Ende und Anfang – Osnabrück 1945. Werke von Franz Josef Langer“, die noch bis zum 17. Mai 2026 im Osnabrücker Museum für Industriekultur (MIK) zu sehen ist, ausgewählte Fotografien aus den Sammlungen des MIK. In der Zusammenschau wird das Ausmaß der Zerstörung, das aus den nationalsozialistischen Angriffskriegen und Gräueltaten folgte, deutlich. In unserer Gegenwart, 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erhalten die Bilder angesichts neuer Kriege auch in Europa und erstarkender rechtsextremer Bewegungen eine erschreckende Aktualität.
Zum Künstler
Franz-Josef Langer (*6. Januar1916 in Osnabrück; †10. März 1981 ebenda) war ein deutscher Maler und Kunsterzieher.
Nach der Mittleren Reife 1933 schloss er eine vierjährige Lehre als Dekorationsmaler mit dem Besuch der Malerfachschule in Osnabrück an. Ab 1937 folgte die Zwangsverpflichtung im Reichsarbeits- und Reichswehrdienst. Von 1939 bis 1941 war er Soldat in Frankreich in einer Nachrichtenstaffel. Von 1941 bis 1945 nahm er am Russlandfeldzug teil. Von 1941 bis 1942 wurde er vom Militärdienst freigestellt, um an der Hochschule für Bildende Künste (HfbK) Berlin (heute Universität der Künste Berlin) zu studieren.
Ab 1945 arbeitete er als Kunstmaler in Osnabrück. Ab 1949 unterrichtete er an der Malerfachschule in Osnabrück und ab 1950 am Sozialwerk der Bundesbahn. Von 1958 bis 1979 war er Kunsterzieher am Gymnasium Carolinum in Osnabrück, und an der Süntelstraße in Osnabrück-Sonnenhügel unterhielt er ein eigenes Atelier mit Ausstellungsräumen und Schaufenstern sowie eine eigene Malschule.
In der Ausstellung „Osnabrück zeichnet – 1900 bis 2010. Hundertzehn Jahre Zeichenkunst aus Osnabrück“ in der Kunsthalle Dominikanerkirche in Osnabrück (2011) dokumentierte Franz-Josef Langer vor allem die Zeit von 1933 bis 1945 durch die sogenannten Trümmerbilder von der im Weltkrieg schwer zerstörten Stadt Osnabrück. Darüber hinaus hat er in seinen Gemälden immer wieder vor allem seiner Heimatstadt und dem Osnabrücker Land ein Denkmal gesetzt.
Nähere Informationen: MIK – Museum Industriekultur Osnabrück, Fürstenauer Weg 171, 49090 Osnabrück, E-Mail: info@mik-osnabrueck.de