Vor Kurzem eröffnete das Fotomuseum Hilversum die Ausstellung „Blood Ties: Reconciliation after the Genocide in Rwanda“ mit Werken des Fotografen Jan Banning und des Journalisten Dick Wittenberg. Gleichzeitig wurde das gleichnamige Buch veröffentlicht, mit einem Essay des Philosophen Marjan Slob. Die Ausstellung, die noch bis zum 15. März 2026 zu sehen ist, zeigt bewegende Doppelporträts von Tätern und Überlebenden des Völkermords.
Jan Bannings Fotos zeigen nicht nur Opfer und Täter: In jedem Doppelporträt sehen wir Menschen nebeneinander, die eine direkte und schmerzhafte Vergangenheit teilen. Es sind Überlebende, die denen gegenüberstehen, die ihnen oder ihren Familien irreparables Leid zugefügt haben, wie die Tötung eines geliebten Menschen.
Die Bilder, kombiniert mit den Geschichten von Dick Wittenberg, machen greifbar, wie schwer, aber auch menschlich der Versöhnungsprozess ist. Mit „Blood Ties“ präsentieren Banning und Wittenberg eine seltene, nuancierte, aber auch konfrontative Perspektive auf das Thema Versöhnung. In einer Zeit, in der weltweit erneut tiefe Wunden durch Konflikte und Gewalt zugefügt werden, bietet das Projekt keine einfachen Antworten, aber es ist ein kraftvolles Beispiel für die Möglichkeit von Genesung und Menschlichkeit.
Mit „Blood Ties“ haben Jan Banning und Dick Wittenberg bereits sieben internationale Auszeichnungen erhalten und waren mit ihrem Werk bereits unter anderem in Cortona und New York zu sehen. Kürzlich präsentierte Banning das Projekt an verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten, darunter das Center for Documentary Studies der Duke University und das Ford Hall Forum in Boston, wo zuvor Redner wie Malcolm X, Noam Chomsky, Al Gore und Eleanor Roosevelt Gäste waren. Er wurde außerdem für Michelle Bogres Buch „Photography as Activism“ interviewt. Bannings Werk wird von der Robert Klein Gallery (Boston) und der Galerie Fontana (Amsterdam) vertreten.
Im Fotomuseum Hilversum ist „Blood Ties“ nun erstmals in den Niederlanden zu sehen.
Über die Macher
Jan Banning ist ein international anerkannter fotografischer Künstler und Gewinner eines World Press Photo Award sowie unter anderem elf Silberkameras.
Dick Wittenberg ist Journalist und Schriftsteller und arbeitete viele Jahre für das NRC. Gemeinsam mit Banning gewann er den Bob den Uyl Prize für ihr früheres Buch über Dickson, Malawi.
Marjan Slob ist Philosophin und Essayistin. Sie schreibt unter anderem für de Volkskrant.
Nähere Informationen: Fotomuseum Hilversum, Kerkbrink 6, 1211 BX – Hilversum, Telefon 035 6292826, Internet: http://www.fotomuseumhilversum.nl