„Magritte. La ligne de vie“ im KMSKA

1938 hielt René Magritte am Koninklijk Museum voor Schone Kunsten Antwerpen (KMSKA) einen Vortrag über seine Realitätsvision. Er diskutiert die Ursprünge und Entwicklung seiner Kunst sowie die Geschichte der surrealistischen Bewegung in Belgien. Unter dem Titel „La ligne de vie“ war dieser Vortrag der wichtigste Vortrag, den Magritte je über sein Werk hielt.

Die Ausstellung „Magritte. La ligne de vie“, die noch bis zum 22. Februar 2026 im KMSKA zu sehen ist, kehrt zu diesem Schlüsselmoment der belgischen Kunstgeschichte zurück. „Gehen Sie sozusagen durch Magrittes Vortrag und lassen Sie sich von seinen eigenen Worten und den damals beschriebenen Gemälden leiten“, heisst es vonseiten des KMSKA. Wie er beginnt man mit seinen frühen Werken und geht an Gemälden voller visueller Rätsel und Wortspiele vorbei, wie „Ceci n’est pas une pipe“. Magritte selbst erklärt, warum er so oft Bäume und Fenster malte und was hinter diesen Motiven steckt.

Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, wie wichtig dieser Vortrag für die surrealistische Szene in Antwerpen war. Persönlichkeiten wie Marcel Mariën und Léo Dohmen, die später den Nachkriegssurrealismus in Flandern prägen sollten, fanden ihren Wegbereiter in Magritte. Sein Auftritt bei der KMSKA war ein Wendepunkt: Magritte präsentierte sich nicht nur als Künstler, sondern auch als Denker. Sein bodenständiger, visueller Ansatz steht im Widerspruch zum verträumten französischen Surrealismus und gibt den Ton für eine eigenwillige belgische Variante, in der das Geheimnis im Banalen liegt.

Die Natur gibt uns den Traumzustand, der unserem Körper und Geist die dringend benötigte Freiheit bietet.“ (René Magritte, während seiner Vorlesung La ligne de vie)

Es ist kein Zufall, dass diese Ausstellung parallel zur Ausstellung über Marthe Donas verläuft. Beide Ausstellungen repräsentieren zwei verschiedene Strömungen innerhalb des Modernismus. Und obwohl Magritte zunächst mit Abstraktion experimentierte, lehnte er dieses Gemälde ab und schlug seinen eigenen Weg ein. Er wollte Ideen malen.

Die Ausstellung im KMSKA erfolgt in Zusammenarbeit mit der Fondation René Magritte.

Nähere Informationen: KMSKA, Leopold de Waelplaats 1, 2000 Antwerpen, Telefon +32 32247300, E-Mail: hello@kmska.be

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