Am 25. November 2025 sind es 50 Jahre her, dass Suriname unabhängig wurde. Das Museum Cobra in Amstelveen feiert diesen historischen Moment mit einer groß angelegten Ausstellung: „Wi Sranan. Surinamische Kunst in Bewegung“.
Noch bis 1. März 2026 werden 24 Künstler und ein Künstlerkollektiv den Kampf, die Transformation und die Zukunft der Freiheit mit bestehenden und neuen Werken darstellen. Mode, Fotografie, Gemälde, Installationen, Film und Performances zeigen, wie Geschichten aus der Vergangenheit in der Vorstellung der Gegenwart weiterleben – und wie Künstler die Bedeutung von Freiheit immer wieder neu definieren, mit Blick auf die Zukunft.
„Die Künstler in Wi Sranan machen greifbar, wie Traditionen sich verändern können, wie Identität ständig neu geformt wird und wie Kunst Raum für Dialog und Vorstellungskraft schafft. Es ist eine Hommage an Suriname und eine Einladung an uns alle, über Gemeinschaft und die Zukunft nachzudenken“, sagt Direktorin Suzanne Wallinga.
„Wi Sranan. Surinamese Art in Motion“ wird vom Gastkurator Noukhey Forster kuratiert, der für seine Arbeit zu Inklusion und neuen Erzählungen in Kunst und Mode bekannt ist. Die Ausstellung umfasst Werke von Totomboti, Neil Fortune, Guillaume Lo A-Njoe, Sheila Janet Pinas, jahi quasim reeberg, Tessa Leuwsha, Marga Weimans, Angel-Rose Oedit Doebé, Meredith Joeroeja, Soeki Irodikromo, Dhiradj Ramsamoedj, Isan Corinde, Kenneth Flijders, Kurt Nahar, Maikel Deekman, Patricia kaersenhout, Reilly do Rosario, Rinaldo Klas, Remy Jungerman, Sara Blokland, Sarojini Lewis, Sri Irodikromo, Xavier Robles de Medina. Marcel Pinas und Iris Kensmil.
Freiheit in Bewegung
Das Thema Freiheit ist der rote Faden der Ausstellung. Es passt nahtlos zum Geist von Cobra, das einst mit akademischen Regeln brach und die Kraft von Vorstellungskraft und Zusammenarbeit umarmte. In einer Zeit, in der Debatten über Meinungsfreiheit und die soziale Rolle der Kunst aktueller denn je sind, stellen die Künstler von Wi Sranan dringende Fragen in ein neues, vielstimmiges Licht. Wallinga: „Mit Wi Sranan, was grob ‚Unser Surinam‘ bedeutet, bieten wir unseren Besuchern die einzigartige Gelegenheit, Cobra- und surinamische Kunst in einem neuen Licht zu entdecken.“
Die Ausstellung „Wi Sranan“ steht im Einklang mit dem historischen Austausch zwischen Cobra und Suriname. Cobra-Künstler wie Corneille (1922–2010) ließen sich vom surinamischen Tembe und der Maroon-Kultur inspirieren, während surinamesische Künstler wie Erwin de Vries (1929–2018), Soeki Irodikromo (1945–2020) und der Zeitgenoss Guillaume Lo A-Njoe (1937) den experimentellen Geist von Cobra übernahmen. Während diese Generation damals einen Dialog mit Cobra führte, setzen zeitgenössische Künstler diese Tradition der Vorstellungskraft fort, jeder aus seiner eigenen Perspektive.
Vielfalt als Quelle der Vorstellungskraft
Suriname hat eine reiche, vielschichtige Geschichte und eine Gesellschaft mit beispielloser kultureller Vielfalt. Diese Vielfalt hallt in der Kunst wider: in Bezug auf Erbe und Traditionen, aber auch in futuristischen Perspektiven und radikaler Vorstellungskraft. In der Ausstellung verleihen die Künstler der Geschichte Surinames jeweils ihre eigene Stimme: von Erinnerung und Ritual bis hin zu Experimenten und Avantgarde.
Tembe-Kunst und indigene Stimmen
Ein wichtiger Teil der Ausstellung ist der Maroon-Kunst gewidmet, mit besonderem Augenmerk auf Tembe-Kunst, eine Kunstform der Maroon-Kultur, die sich sowohl in farbenfroher Malerei als auch in raffinierter Holzschnitzerei ausdrückt. Dabei kommen Kampf, Schönheit und kulturelle Freiheit zusammen. Auch die surinamische indigene Kunst erhält einen prominenten Platz: Die Werke der ersten Bewohner Surinames, die selten als vollwertige Kunstform anerkannt werden, werden hier von jungen Künstlern stolz in ihren Arbeiten verwendet. Indem Museum Cobra diese Kunstformen sichtbar macht, möchte es nicht nur Tribut zollen, sondern auch einen breiteren Dialog über Erbe, Identität und Zukunft anregen.
Komposition und neue Aufträge
Dank intensiver Zusammenarbeit mit Künstlern, Verleihern und Institutionen aus Suriname und den Niederlanden kann das Museum Cobra eine vielseitige Auswahl zeitgenössischer surinamischer Kunst zeigen. Neben bestehenden Werken sind auch neue Auftragsarbeiten zu sehen, bei denen die Zusammenarbeit mit lokalen indigenen Machern eine wichtige Rolle spielt. (Text aus Museumstijdschrift)
Nähere Informationen: Museum Cobra, Sandbergplein 1, 1181 ZX Amstelveen, Telefon +31 (0)20 5475050, E-Mail: info@cobra-museum.nl.