„Das ist ja überhaupt alles sehr beweglich.“ – Joseph Beuys & Fluxus

Konzept, Aktion, Musik, Poesie, Sprache und wissenschaftsbasierte Ansätze anstelle von traditionellem Tafelbild und Skulptur: Der erweiterte Kunstbegriff der intermedialen Fluxus-Bewegung bildet die Basis des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys. Das Fluxus-Kollektiv hatte als supranationales Netzwerk ab 1962 jede herkömmliche Form akademischer und institutioneller Verfestigung verflüssigt und die Rezipienten als freie, selbst bestimmte, schöpferische Individuen ins Zentrum gesetzt. Für Beuys bedeutete der frühe Kontakt zu der unorthodoxen intellektuellen Gruppe Befreiung aus der „ästhetischen Zwangsjacke“, interdisziplinäre Kommunikation sowie den Eintritt in den öffentlichen, gesellschaftlichen und politischen Raum.

Beuys wurde zu Beuys erst durch Fluxus. In den Jahren 1962–1964 ereignete sich der entscheidende Umschlag im Werk des Künstlers, der bis dahin als Bildhauer und Zeichner gearbeitet hatte: In Bezug auf die Wahl seiner Medien (Aktionen, später Multiples), Materialien und Methoden, zu denen auch sein offensiver Umgang mit den Medien zählte. Im Umgang mit Fluxus-Inhalten entwickelte Beuys eine ganz eigene Strategie: Begreifen, Aneignen, Kooperieren und Transformieren.

Die Ausstellung, die vom 23. November bis 15. Februar 2026 im Museum Schloss Moyland zu sehen ist, betrachtet den Künstler nicht, wie so häufig, als solitäre Erscheinung, sondern setzt ihn in einen offenen kollaborativen Kontext. Darin spielen Künstlerfreunde und -kollegen wie Fluxus-Initiator George Maciunas, Nam June Paik und die dänische Fluxus-Connection (Arthur Køpcke, Henning Christiansen) eine besondere Rolle.

Innerhalb einer chronologischen Struktur werden Schlaglichter gesetzt: Auf die frühen formativen Fluxus-Jahre (1962–1964), auf Beuys‘ Aktionen mit Paik und Christiansen (bis 1985) und auf die Zeit der Studentenbewegung, als sich im Umfeld der Düsseldorfer Kunstakademie der anti-autoritäre emanzipatorische Fluxus-Impuls durch Künstler wie Robert Filliou, Daniel Spoerri und Dieter Roth reaktivierte (1967–1974).

Das Projekt, das Archivalien und Werke, Konzepte und Fotografien, Audios und Videos versammelt, verbindet das Dokumentarische mit dem Ereignishaften und Experimentellen.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft, das von der Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post gefördert wurde.

Die Ausstellungsarchitektur lag in den Händen von Dagmar von der Ahe, Frieda Hünsch und Luisa Mowitz (Baukunst, Kunstakademie Düsseldorf) und erfolgte in Zusammenarbeit mit Susanne Rennert

Die Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 23. November, wird von der Performance „Missing Questions“ der Klasse Danica Dakić (Film und Video, Kunstakademie Düsseldorf) begleitet und ist von Robert Filliou: „Ample Food For Stupid Thought“ (1965) inspiriert.

Kuratiert wird die Ausstellung von Susanne Rennert.

Stiftung Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4, 47551 Bedburg-Hau, Telefon: +49 (0)2824 9510-60, E-Mail: info@moyland.de. Geöffnet ist Sommer (1. April bis 31. Oktober), Montag 11 bis 17 Uhr (nur Parkanlage), Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis18 Uhr, Winter (1. November bis 31. März), Montag 11 bis 17 Uhr (nur Parkanlage), Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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