Das Muttental in Witten, in dem das LWL-Museum „Zeche Nachtigall“ liegt, gilt als „Wiege des Ruhrbergbaus“. Anders als der Name des LWL-Industriemuseums vermuten lässt, gibt es dort noch viel mehr zu entdecken als nur die Spuren der ehemaligen Kohlenzeche. Das heutige Museumsgelände wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgenutzt.
Alles begann vor über 300 Jahren mit dem Kleinbergbau. Ausgerüstet mit Eimer und Schaufel machten sich zunächst ein paar ortsansässige Bauern auf die Suche nach der nahe an der Erdoberfläche liegenden Kohle. Es folgte der professionelle Stollenbetrieb, der schließlich durch drei Tiefbauschächte mit einer Tiefe von bis zu 450 Metern erweitert wurde. Nachdem der Zechenbetrieb 1892 eingestellt wurde, ließ sich der Unternehmer Wilhelm Dünkelberg auf dem ehemaligen Zechengelände nieder und errichtete dort eine Ziegelei. Vor Ort abgebaut wurden nun der benötigte Schieferton, Sandstein und die Restkohlen, die die Zeche Nachtigall übrigließ.
Erst 1963 wurde der Ziegeleibetrieb eingestellt und der allmähliche Verfall des heutigen Industriekulturdenkmals begann. Zwischenzeitlich wurde das Gelände sogar als Schrottplatz genutzt, bis der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) 1979 beschloss, den Ort aufwendig zu restaurieren und ihn für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen.
Mitglieder der Fotografischen Gesellschaft Osnabrück haben unter anderem die historische Dampfmaschine fotografiert sowie den Ringofen der ehemaligen Ziegelei Dünkelberg mit ihrem markanten Schornstein.
Die Ausstellung „Zeche Nachtigall in Witten“, die noch bis zum 25. Januar 2026 zu sehen ist, ist Teil der Reihe „Industriekultur andernorts“ im Museum für Industriekultur (MIK) in Osnabrück. Diese präsentiert in unregelmäßigen Abständen Impressionen von Industriekulturlandschaften anderer Regionen und ermöglicht so interessante Vergleiche mit den Gegebenheiten vor der eigenen Haustür am Piesberg.
Nähere Informationen: MIK – Museum Industriekultur Osnabrück, Fürstenauer Weg 171, 49090 Osnabrück, E-Mail: info@mik-osnabrueck.de