„hier und anderswo“ – Malerei

Noch bis zum 8. November ist in den Räumlichkeiten des Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler, Bezirksgruppe Osnabrück im Landesverband Niedersachsen (BBK Osnabrück), die Ausstellung „hier und anderswo“ mit Werken der Malerin Mechthild Wendt zu sehen.

Mechthild Wendt untersucht den Prozess der Veränderung. Alles ändert sich. Irgendetwas ist immer die Reflexion von etwas anderem. Zu Fuß oder mit dem Rad erschließt sie sich den Stadtraum, stößt dabei zufällig oder dank äußerer Hinweise und Anregungen auf urbane Zwischenräume, innerstädtische Grenzgebiete, die mit dem werbewirksam nach außen zur Schau gestellten Image der jeweiligen Stadt wenig gemein haben.

Brachland, verwaiste Bauruinen, im Verfall oder Umbau befindliche Stadtarchitektur, aber auch einer improvisierten Zwischennutzung überlassene Gebiete geraten dabei in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit. Sie skizziert ihre Eindrücke per Foto oder Zeichnung. Gleichzeitig verinnerlicht sie den gegenwärtigen Charme und die Atmosphäre dieses oft in einer langsamen Transformation inbegriffenen Ortes.

Immer nimmt sich Mechthild Wendt nur einen Ausschnitt des gefundenen Ortes vor. Das können die offengelegten Fundamente des Berliner Palastes der Republik sein oder auch die Wasseransammlung in einer Osnabrücker Baugrube.

Die architektonischen Konstruktionen (Strukturen), die sie übernimmt, werden im Bild gebrochen und partiell aufgelöst. Der Vorgang des Werdens, Veränderns, Deformierens ist Arbeitsmethode, soll aber auch als Ergebnis im fertigen Werk sichtbar werden. Übermalungen, Farbschüttungen, grafische Elemente, Schabungen leisten das. Die Auflösung erfolgt vom Fundament her und ist häufig im unteren Bereich der Bilder ablesbar, der Einsicht folgend, dass für Veränderung vor allem das Fundament einer Sache angegriffen werden muss.

Mechthild Wendt konzentriert sich auf Raumausschnitte und Details und zielt nicht auf eine Wiedererkennbarkeit architektonischer Situationen ab. In der Regel lässt sie die Betrachterinnen und Betrachter ihrer Bilder bewusst im Unklaren, was die Raumorientierung anbetrifft. So erzielt sie irritierende Effekte, wenn sich in ihren Darstellungen von Spiegelungen ausschließlich solche Elemente abzeichnen, die außerhalb des Bildraums zu verorten sind. Spiegelungen werden auch eingesetzt, um die Größe und Massivität architektonischer Elemente aufzuheben.

Über den BBK Osnabrück

Der Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) – Bezirksgruppe Osnabrück – besteht aus 57 Mitgliedern (Stand März 2025). Er ist dem Landesverband Niedersachsen unterstellt. Der BBK Osnabrück betreibt einen Ausstellungsraum mit dem Namen „KunstQuartier“. Dort finden in regelmäßigen Abständen Kunstausstellungen, Installationen, Lesungen und weitere Aktionen statt.

Die Aufnahme in den BBK erfolgt aufgrund eines Studiums in einem bildnerischen Fach oder aufgrund einer kontinuierlichen Ausstellungspraxis. Interessierte bewerben sich bitte bei der 1. Vorsitzenden mit einem Portfolio von 5 bis 10 Arbeiten, einer künstlerischen Vita und dem Aufnahmeantrag in einem PDF (insgesamt nicht größer als 5 MB). Absolventinnen und Absolventen einer Universität oder Hochschule sind als Vollmitglied zwei Jahre beitragsfrei. Die Bewerberinnen und Bewerber werden zu einem Aufnahmegespräch eingeladen und erhalten die Gelegenheit der Aufnahmekommission ihre Werke vorzustellen und über ihre künstlerischen Arbeitsweisen zu sprechen. Die Aufnahme findet halbjährlich oder jährlich statt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 120 Euro.

Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) ist die Berufsvertretung der freischaffenden bildenden Künstlerinnen und Künstler in Deutschland. Über 10.000 Künstler sind in Europas größtem Bundesverband für bildende Künstler (Sitz in Berlin) www.bbk-bundesverband.de organisiert. Er vertritt fünfzehn Landesverbände mit ihren Bezirksgruppen.

Der Landesverband Niedersachsen (Sitz in Hannover) www.bbkniedersachsen.de mit 750 Mitgliedern gliedert sich in dreizehn Bezirksgruppen. Eine dieser Gruppen ist die Bezirksgruppe BBK-Osnabrück. 1945 wurde der BBK Osnabrück unter der Bauhaus-Künstlerin Maria Rasch (1897-1959) und dem Osnabrücker Bildhauer Fritz Szalinski (1905-1978) als „Vereinigung bildender Künstler“ gegründet.

Nähere Informationen: KunstQuartier des BBK, Bierstraße 33, 49074 Osnabrück, E-Mail: info@bbk-osnabrueck.de, Telefon: 0541 5809727, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis18 Uhr, Samstag von 11 bis 16 Uhr. Führungen erfolgen nach Vereinbarung. Sonderöffnungszeit: Am 26. Oktober von 11 bis 17 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend. Der Eintritt ist frei.

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