Im Rahmen eines Ausstellungsprojekts zum 80. Geburtstag des britischen Künstlers Richard Long (* 2. Juni 1945, Bristol, Großbritannien) und in Kooperation mit zahlreichen Institutionen im Rheinland präsentiert das Duisburger Museum DKM noch bis zum 2. November die Ausstellung „Linien über Zeit“.
Richard Long ist einer der führenden Vertreter der Land Art, die sich ab den 1960er-Jahren entwickelte. Seine Werke sind gekennzeichnet durch eine Schlichtheit und eine poetische Kraft, die in der Interaktion mit der Natur entsteht.
Seit der Eröffnung des Museum DKM im Jahr 2009 nimmt das Werk von Richard Long eine zentrale Position innerhalb der Sammlung Krämer-Maas ein. Ein ihm gewidmeter Künstlerraum ist seither integraler Bestandteil der ständigen Sammlungspräsentation. Bereits in den frühen 1980-er Jahren wurden bedeutende Arbeiten des britischen Künstlers erworben – allen voran der monumentale „Cornish Slate Circle“ (1983), der als permanente Bodenarbeit den Künstlerraum prägt. Die aus 84 unregelmäßig geformten Schiefersteinen aus Cornwall gebildete Kreisformation ist mehr als eine Skulptur: Sie ist Sinnbild einer künstlerischen Haltung, die in der Reduktion das Universelle, im Konkreten das Zeitlose erkennt. Der „Cornish Slate Circle“ bildet das Gravitationszentrum einer Sammlung, die sich programmatisch der stillen Intensität, der formalen Klarheit und dem Geist verpflichtet.
Anlässlich des 80. Geburtstags von Richard Long wird der Künstlerraum durch eine präzise kuratierte Präsentation erweitert. Gezeigt werden ausgewählte Fotografien, Mud Paintings, grafische Arbeiten sowie seltene Künstlerbücher, die unterschiedliche Aspekte seines konzeptuell ausgerichteten Werks beleuchten. Ergänzt wird die Ausstellung durch die frühe Bodenarbeit „Red Stone Line“ (1977), eine aus 65 rötlichen Steinen gelegte, zickzackförmige Formation, in der sich Longs zentrale Themenfelder von Bewegung, Spur und Materialität in eindrücklicher Weise verdichten.
Die tief verwurzelte Verbindung zwischen dem Museum DKM und dem Werk von Richard Long spiegelt sich auch in der Ausstellungshistorie des Hauses: In der Einzelausstellung „Rhine Driftwood Line“ (2013/14) rückte die titelgebende Installation in den Mittelpunkt – eine Arbeit, die aus am letzten deutschen Rheinkilometer gesammeltem Treibholz besteht und Longs ortsspezifischen Ansatz auf eindrucksvolle Weise verdeutlicht. Im Rahmen der überregionalen Kooperation „Kunst & Kohle – Die schwarze Seite“ (2018) positionierte das Museum Longs Arbeiten aus Lärchenrinde, Anthrazit- und Holzkohle innerhalb eines kuratorischen Diskurses über industrielle Erinnerung und landschaftliche Veränderung.
„Richard Long – Linien über Zeit“ ist keine Retrospektive im klassischen Sinne, sondern Ausdruck eines über Jahrzehnte gewachsenen Dialogs zwischen Sammlung, Raum und Werk. Sie würdigt Richard Long als einen der prägenden Künstler der Konzeptkunst und Land Art, dessen Werke neue Wege zwischen Naturerfahrung, Erinnerung und musealem Denken eröffnen. Von Laura Tammen, Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des DKM Museums.
Nähere Informationen: Museum DKM, Güntherstraße 13–15, 47051 Duisburg-Dellviertel, Telefon: +49 203 9355547–0, E-Mail: mail@museum-dkm.de