„Sprechende Köpfe – Charlotte van Pallandt“ – Ausstellung im „Kasteel het Nijenhuis“

Die niederländische Bildhauerin Charlotte van Pallandt ist für ihre „Köpfe“ bekannt. Aber was sagen die Porträts, die sie zum Beispiel von Truus Trompert, Albert Termote, Dirk Hannema, A. Roland Holst und Mop van Bruggen gemacht hat, über van Pallandt, aber vor allem über die Modelle selbst?

Die Ausstellung „Sprechende Köpfe – Charlotte van Pallandt“, die ab dem 4. Oktober im Kasteel het Nijenhuis in Heino/NL zu sehen ist, erzählt die Geschichten hinter den Bildern. Sie bietet die Gelegenheit, die Menschen kennenzulernen, die Van Pallandt inspiriert haben, und zu entdecken, wie sich Modell und Schöpfer gegenseitig beeinflusst haben.

Charlotte van Pallandt (*Amsterdam, NL, 1898 – +1997, Noordwijk, NL) ist eine der wichtigsten Bildhauerinnen in der „Sammlung Fundatie“, in der sie mit 362 Werken vertreten ist. Van Pallandt ist gleichfalls eine der ersten niederländischen Künstlerinnen, die sich ganz der Bildhauerei widmete. Ihre Ausbildung erhielt sie im Paris der 1920-er Jahre, wo sie Malerei-Unterricht bei dem kubistischen Theoretiker André Lhote und Bildhauerei-Unterricht unter anderem bei Akop Gurdjan und Charles Despiau erhielt.

Im Jahr 1937 vertrat sie die Niederlande mit mehreren Skulpturen auf der Pariser Weltausstellung. Im Jahr 1939 kehrte sie endgültig in die Niederlande zurück und widmete sich ganz der Bildhauerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten zahlreiche Ausstellungen und Auftragsarbeiten. Zu den Höhepunkten ihres Schaffens gehören die „Wilhelmina-Denkmäler“ in Rotterdam und Den Haag. In Rotterdam fertigte Van Pallandt eine Steinskulptur der ehemaligen Königin der Niederlande an. Das drei Meter hohe Gipsmodell davon schenkte sie Dirk Hannema, dem Gründer des „Museum de Fundatie“, mit dem sie gut befreundet war.

Während ihrer gesamten Laufbahn fertigte Van Pallandt Porträts an. Ihre ‚Köpfe‘ verraten den Charakter des Modells. Die Porträts, die sie im Auftrag anfertigte, sind nicht immer nach dem Geschmack der Porträtierten geraten: Sie erwarteten oft ein realistisches Porträt, während Van Pallandt sich für ‚das Wesentliche‘ interessierte. Sie machte auch viele Bilder von Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen und Bekannten.

An manchen Köpfen arbeitete sie jahrelang und erstellte eine Serie mit verschiedenen Versionen desselben Modells. Ein Beispiel dafür ist die Porträt-Serie eines ihrer Lehrer, des Bildhauers Albert Termote. Truus Trompert, ein bekanntes Modell der Amsterdamer Rijksakademie, lernte Van Pallandt während des Zweiten Weltkriegs kennen. Van Pallandt schuf auch eine ganze Serie von Werken von Trompert, die sich über 20 Jahre erstreckte. „Speaking Heads“ zeigt, wie es Van Pallandt gelungen ist, das Wesen von Trompert, Termote und verschiedenen anderen Personen in ihren Bildern einzufangen. Dabei konzentriert sich die Ausstellung im „Kasteel het Nijenhuis“ nicht nur auf die Bilder, sondern auch auf die Lebensgeschichten der Modelle.

Nähere Informationen: Kasteel het Nijenhuis, ´t Nijenhuis 10, 8131 RD Heino/Wijhe, Telefon +31 572 388188, E-Mail: info@museumdefundatie.nl

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