Noch bis zum 26. Oktober ist in der Kunsthalle Bielefeld die Ausstellung „Nähe in der Distanz – Albrecht Fuchs: Porträts“ zu sehen.
Der 1964 in Bielefeld geborene und in Köln lebende Fotograf Albrecht Fuchs porträtiert Künstlerinnen und Künstler, von Ennio Morricone über Martin Kippenberger und Isabelle Huppert bis hin zu John Baldessari, Nicole Eisenman oder Kasper König. Nach dreißig Jahren Tätigkeit eröffnen seine Bildreihen, die teilweise als Auftragsarbeiten für Zeitungen oder Zeitschriften entstehen, Einblick in Künstlerkreise weltweit.
Seine Aufnahmen zeichnen sich dadurch aus, dass er die Nähe in der Distanz der Kamera sucht. Die Persönlichkeiten zeigt er stets in ihrem Umfeld, ein Augenmerk liegt immer auch auf der Verbindung zwischen Person und Raum. Auf diese Weise gelingt es Fuchs, die Porträtierten mit großer Natürlichkeit oder gar leisen Intimität abzulichten. Seine Arbeiten werden international ausgestellt und sind in renommierten Sammlungen vertreten. Magazine wie art, Monopol sowie die Süddeutsche Zeitung und FAZ publizieren regelmäßig seine Porträts.
Biografische Daten über Albrecht Fuchs
1964 geboren in Bielefeld, lebt und arbeitet in Köln
1986-1993 Studium an der Gesamthochschule Essen, Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie
1989 Aufenthalt in New York, Beginn der Beschäftigung mit dem Portrait als Thema
1995 Portraits Martin von Kippenberger und Dokumentaiton seines Projekts „Metro Net“
2004-2005 Lehrauftrag an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
2005 Aufenthalt in Kuala Lumpur, Projekt „artconneXions“, Goethe Institut /IFA
2006-2008 Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf
2008 Workshop am Goethe Institut in Lagos/Nigeria
2009 Aufenthalt und Workshop am Goethe Institut in Wellington/NZ
Einzelausstellungen (Auswahl)
2024 Here, Galerie Van Horn, Düsseldorf
2021 Album. Portraits1989-2020, Kunsthaus Nürnberg
Album. Portraits 1989-2020, Leopold Hoesch Museum Düren
Ⓐ, Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck
2020 Zwei, Nagel Draxler Kabinett, Berlin
Album. Portraits 1989-2020, Museum für Photographie Braunschweig, Braunschweig
2018 31 Portraits, Kölnischer Kunstverein, Köln
2016 Die Anderen, Galerie Christian Nagel Projects, Köln
2012 Im letzten Licht, Temporary Gallery, Köln Album. Portraits 1989-2020, Museum für Photographie Braunschweig, Braunschweig
Galerie für Moderne Fotografie, Berlin
2008 Galerie Stephane Simoens, Knokke/Belgien
Galerie Mireille Mosler, New York
2007 Galerie Lena Brüning, Berlin
2005 Galerie Frehrking Wiesehöfer, Köln
2003 Reger Forum für Zeitgenössische Fotografie, München
2002 Galerie Frehrking Wiesehöfer, Köln, Statements Paris Photo, Paris
Annet Gelink Gallery, Amsterdam
2001 Galerie Frehrking Wiesehöfer, Köln
2000 Galerie Katja Rid, München
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2024 Erinnerungsbilder / Memory Pictures, Museum für Photographie, Braunschweig
Blick in die Zeit – Alter und Altern im Photographischem Portrait, Die Photographische Sammlung SK Kultur, Cologne
2023 Blick in die Zeit – Alter und Altern im Photographischem Portrait, Schloss Neuhardenberg
2020 Portrait II, Schloss Neuhardenberg
Great Small Works, Stephane Simoens, Knokke/Belgium
2018/2019 SPECIAL ART SHOP, Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Vienna
2018 Portrait II, Kunstraum Düsseldorf
2017 Portrait II, Kunstverein Oldenburg
curated_by Johannes Wohnseifer, Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Vienna
FaceTunes, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld
2016 Untitled #2 (Portrait), Galerie Warhus Rittershaus, Cologne
Mit anderen Augen / With different Eyes, Kunstmuseum Bonn (Katalog)
Mit anderen Augen / With different Eyes, Kunsthalle Nürnberg (Katalog)
2014 Through My Eye, Annet Gelink, Amsterdam Through My Eye
2013 Lead Awards, Hamburg
2012 I surrender, Dan Devening Projects, Chicago
2011 Pour Arno, Van Moerkerke Collection, Oostende
KidsContemporary Fine Arts, Berlin
2010 ÜBERMODELS, Programm, Berlin
Goethe Institut Brüssel „Albrecht Fuchs / Jens Ulrich“
2008 Albrecht Fuchs / Johannes WohnseiferSpichernhöfe Köln
ab 2007 Darstellung/Vorstellung, Weltweite Wanderausstellung der IFA, Berlin
What does the Jellyfish want?Museum Ludwig, Köln
2006 Portrait und Menschenbild, SK Stiftung Köln
2005 Born in the 60s, C/o Berlin, Berlin
2003 Galerie Gaby Kraushaar, Düsseldorf
2002 Galerie Mai 36, Zürich
2001 Galerie Nikolas Krupp, Basel
2000 Kölnischer Kunstverein Jahresgaben
1997 Wirklich – 7 Positionen zeitgenössischer Fotografie, Stadtmuseum München (Katalog)
Contemporary German Photography Galerie Reckermann, Köln, Galerie Wittenbrink, München, Galerie neugerriemschneider, Berlin (Katalog)
Publikationen (Auswahl)
2023 Donat, Simonett & Baer, Basel
2022 Basel Family Album by Simonett & Baer, Simonett & Baer, Basel
2020 Album. Portraits 1989-2020,Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König
Fifty Three Portraits and a Haystack, Simonett & Baer ,Basel
2018 31 Portraits, Koenig Books, London
2008 MK 95, Snoeck Verlag
2007 Portraits, Snoeck Verlag
2001 Portraits,Tropen Verlag
Zur Kunsthalle – Thema Architektur
Die Kunsthalle Bielefeld wurde im Jahr 1968 nach Plänen des US-amerikanischen Architekten Philip Johnson (1906-2005) erbaut. Sie ist sein einziger Museumsbau in Europa und ein architekturhistorisches Denkmal. Das ikonische Bauwerk markiert einen ersten frühen Wendepunkt Johnsons hin zur postmodernen Formensprache.
Die weit ausladenden Fensterfronten und der offene Grundriss mit eingelassenen Wandscheiben spiegeln noch die Grundsätze der Moderne und des „International Style“ der 1920er und 30er Jahre. Diesen Begriff hat Johnson als Theoretiker gemeinsam mit dem Architekturhistoriker Henry-Russell Hitchcock geprägt.
Der kubische Museumsbau aus rotem Mainsandstein ist voller Spannungen: Kompakte Formen wechseln sich mit offenen Durchblicken ab. Der massive obere Gebäudeteil ruht auf einer Struktur von halbrund abgeschlossenen Wandscheiben und asymmetrisch angeordneten Halbsäulen. Mithilfe dieser Elemente hielt Johnson zwar noch an dem für die Moderne typischen quaderförmigen Bau mit glatten Oberflächen fest, führte jedoch zeitgleich mehr plastische Baukörperlichkeit ein.
Vom offenen Grundriss zur Demokratisierung der Kunst
Der offene Grundriss mit ineinanderfließenden Räumen lässt vielfältige, stets wechselnde Sichtachsen entstehen. Prinzipien wie Durchlässigkeit, Verbindung und Dialog werden dadurch betont. Auch der starke Bezug nach Außen durch zahlreiche große Fensterfronten hin zur Stadt und zum öffentlichen Skulpturenpark vermittelt Offenheit und Transparenz. Er ermöglicht außerdem stetige Bewegung.
Das Gebäude umfasst mit einer etwa 1.200 qm großen Ausstellungsfläche drei oberirdische und zwei unterirdische Etagen. Die Eingangshalle mit Café und angrenzendem Raum für die Kunstvermittlung sowie die erste und zweite Ausstellungsetage liegen über der Erde. In den unteren Geschossen befinden sich ein Film- und Vortragssaal, eine öffentlich zugängliche Bibliothek und die Verwaltung, die durch ein Foyer erschlossen werden.
Mit dem Entwurf von Philip Johnson gehörte die Kunsthalle Bielefeld zu einem der ersten Museumsneubauten der damals noch jungen Bundesrepublik. Ermöglicht wurde der Neubau maßgeblich durch eine großzügige Spende seitens der Familie von Rudolf-August Oetker, der gemeinsam mit dem damaligen Direktor Joachim Wolfgang von Moltke Johnson für das Projekt gewinnen konnte.
Mit der offenen Raumorganisation der Ausstellungsflächen, die dem Besucher beim Rundgang keine klare Abfolge vorgeben, und der damals in Deutschland revolutionären Einführung eines Raums für Pädagogik steht das Haus für die damalige Vorstellung einer „Demokratisierung der Kunst“ ein.
Der Architekt
Philip Johnson (1906-2005) war ein US-amerikanischer Architekt, Architekturkritiker und Mitbegründer der Abteilung für Architektur und Design am Museum of Modern Art (MoMA), New York. Er war von 1932–1988 in unterschiedlichen Funktionen am MoMA tätig: als Direktor der Abteilung (zwischen 1932-34 und 1949-1954) und als Kurator. In der Funktion des Trustee und des Mäzenen ermöglichte er dem MoMA zeitlebens zahlreiche Ankäufe und schenkte dem Museum wichtige Werke aus seiner eigenen Sammlung. Seine gemeinsam mit Henry-Russell Hitchcock verfasste Publikation „The International Style: Architecture Since 1922“ (1932) war begriffsbildend.
Als Architekt hat Johnson wie wenige andere mehrere epochale Wechsel nicht nur mitgemacht, sondern maßgeblich mitbestimmt und nahm sowohl im Diskurs der Moderne und Spätmoderne wie auch in der Postmoderne eine maßgebende Rolle ein. Mit seinem Glass House (1947-49) in New Canaan gelang ihm ein erster internationaler Durchbruch, 1953 war er für den Sculpture Garden des MoMA verantwortlich, mit dem „AT&T Building“, New York (1980-84) oder dem „Lipstick Building“, New York (1986), hat er ikonische Werke der Postmoderne geschaffen.
Kontroverse um Philip Johnson
Beeindruckt vom nationalsozialistischen Regime Deutschlands, welches er auf mehreren Reisen durch Europa in Form von Paraden und Aufmärschen miterlebt hatte, kündigte Johnson 1934 seine Anstellung im MoMA mit der Vision, selbst Kultusminister in einer von US-amerikanischen Rechtspopulisten angeführten Regierung unter Huey Long zu werden. Johnson war durch die Publikationen von Aufsätzen daran beteiligt, in den USA faschistische Entwicklungen voranzutreiben. Auch lieferte er noch 1938 dem Deutschen Reich während einer Polenreise Informationen über den Zustand der polnischen Armee. Sein Wechsel von der Kunst zur Politik wurde öffentlich bemerkt, 1940 wurde seine Präsenz im Umfeld US-amerikanischer Faschisten in einem langen Artikel in Harper´s Magazine illustriert, im 1941 erschienenen Bestseller „Berlin Diary“ (William Shirer) wurde er als „American fascist“ und Kollaborateur beschrieben. Er wurde vom FBI überwacht und befragt, im Gegensatz zu damaligen Weggefährten wurde Johnson jedoch nie festgenommen oder angeklagt.
In der Folge wechselte Johnson abrupt seinen Kurs und widmete sich dem vertieften Studium der Architektur an der Graduate School of Design, Harvard University. 1947 kehrte er an die Architekturabteilung am MoMA zurück. Seine politische Vergangenheit hat ihn zeitlebens verfolgt, in den 1990er Jahren gestand er sie in einem Radiointerview als einen „unverzeihlichen persönlichen Fehltritt“ ein.
Nach der neuerlichen Aufarbeitung von Johnsons politischer Vergangenheit durch Marc Wortman (2016) formierte sich im Umfeld von „Black Lives Matter“ die „Johnson Study Group“, ein Zusammenschluss von Architekten und Kulturschaffenden, die das MoMA aufforderten, die 1984 eingeführte Benennung einiger Galerien nach Philip Johnson aufzugeben. Seither wird über den richtigen Umgang mit dem Vermächtnis von Philip Johnson diskutiert. Die Harvard University hat das „Philip Johnson Thesis House“, ein von Johnson während seines Studiums errichtetes Gebäude, zu „9 Ash Street“ unbenannt.
In Bielefeld steht seit 2018 die Skulptur “Bus Shelter XII. Shattered Glass / The Confessions of Philip Johnson” von Dennis Adams vor der Kunsthalle. Adams setzt sich darin kritisch mit der ambivalenten Persönlichkeit Johnsons auseinander. Rund 500 „Bekenntnisse“ (Confessions) hat Dennis Adams dem Architekten in den Mund gelegt, die auf zwei Bildschirmen abgespielt werden.
Zudem war die kritische Auseinandersetzung mit dem Architekten der Kunsthalle Teil des Architektursymposiums 2023.
Kontroverse um die Namensgebung der Kunsthalle
Zu ihrer Eröffnung im Jahr 1968 hieß das Museum „Richard-Kaselowsky-Haus. Kunsthalle Bielefeld“. Mit dieser Namensgebung ehrte Rudolf-August Oetker, der Stifter der Kunsthalle, seinen Stiefvater Richard Kaselowsky. Dieser hatte sich zeitlebens für die Kultur in der Stadt Bielefeld eingesetzt. Kaselowsky war jedoch auch Mitglied der NSDAP und Mitglied sowie Spender im „Freundeskreis Heinrich Himmler“, einem strategischen Netzwerk zwischen Wirtschaft und Regime.
Vor diesem Hintergrund führte die Namensgebung bereits vor der Eröffnung zu Protesten und zur Absage der feierlichen Einweihung am 27. September 1968.
Die Debatte um die Namensgebung der Kunsthalle Bielefeld ist in den Jahren danach immer wieder neu entflammt, begleitet von zivilgesellschaftlichen Protesten, Aktionen, künstlerischen Interventionen und politischen Veranstaltungen von Studenten, Künstlern, Wissenschaftlern und engagierten Bürgern der Stadtgesellschaft. 1985 wurde eine Umbenennung der Kunsthalle in „Käthe-Kollwitz-Haus“ gefordert. Nach fast 30 Jahren beschloss der Rat der Stadt Bielefeld 1998 die Streichung des kontroversen Namens. Die Widmungstafel im Eingangsbereich der Kunsthalle aus dem Jahr 1968 wurde aufgrund eines weiteren Ratsbeschlusses im August 2017 durch einen Text ersetzt, in dem Richard Kaselowsky nicht mehr namentlich erwähnt wird.
Selbstverständnis der Museumsmacher – Mission: Mit der Kunst die Welt befragen.
„In stetigem Wandel: Bewahren durch Bewegung – Unsere Sammlung spiegelt verbindende und trennende Weltansichten, Debatten oder Werte unserer Gesellschaft. Sie bildet somit einen wichtigen Teil unseres kulturellen bildnerischen Gedächtnisses. Das gilt es zu bewahren. Gleichzeitig befindet sich unsere Gesellschaft im stetigen Wandel. Das betrifft auch ihre Werte und ihren Blick auf das eigene Erbe. Die Fragen nach Identität respektive Integration spielen dabei eine entscheidende Rolle. Unser dialogisches Ausstellungskonzept setzt Werke der Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert miteinander in immer wechselnde Beziehung und Bewegung. Wir begreifen und vermitteln sowohl Kunstwerke als auch das Museum selbst als lebendige und stets in Veränderung befindliche Verhandlungsräume.
Unsere wissenschaftliche Arbeit ist von Neugierde und lustvoll gestellten Fragen bestimmt, die unterschiedliche Antworten erlauben. Sowohl die kritische Reflexion des historischen Kanons der Kunstgeschichte als auch die Provenienzforschung sind uns ein Anliegen. Insofern ist es uns wichtig, auch die Prozesse der Institution sichtbar zu machen. Auf diese Weise wird die Institution Museum zu einem dynamischen Laboratorium, das Fragen aufwirft, Thesen und gängige Erzählungen prüft und das Wertegefüge unserer Gesellschaft, aber auch sich selbst als Ergebnis von Prozessen sichtbar macht.
Im Dialog: Geschichte, Gegenwart, Zukunft – In der Kunsthalle Bielefeld stehen Geschichte und Gegenwart in Dialog miteinander. In Wechselausstellungen stellen wir nicht nur exemplarische künstlerische Positionen und damit stets wechselnde aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen vor, sondern die darin verhandelten Ideen und Fragen inspirieren, die eigene Sammlung mit einem neuen Blick zu sehen und in einer jeweils neuen Zusammenstellung Raum zu geben. Wir machen Zusammenhänge zwischen Werken von der klassischen Moderne bis in die Gegenwart sichtbar und zeigen Kunst als Ort der kritischen Infragestellung von Weltansichten. Das ist der Kompass für unser eigenes Handeln, mit dessen Hilfe wir die kritischen, innovativen oder experimentellen Ansätze, die in der Kunst angelegt sind, in die Gesellschaft hineintragen und auch Blicke in die Zukunft werfen.
Museum als Laboratorium – Wie Kunst wahrgenommen wird, ist Teil eines Prozesses. Werke und Ausstellungen fassen wir als Versuchsanordnungen auf, die weniger Wahrheiten konstatieren als Möglichkeitsräume eröffnen. Durch Neuzugänge mit einem Schwerpunkt auf bislang unterrepräsentierte Positionen, insbesondere weibliche, verändert sich unsere Sammlung, das ermöglicht es, unsere Geschichte und unsere Werte vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen neu zu sichten und zu diskutieren. Über Dialoge in der Kunst möchten wir in einen Dialog mit Menschen treten, durch den sowohl sie als auch das Museum sich fortlaufend weiterentwickeln. Nicht zuletzt, um unseren Teil dazu beizutragen, im Sinne nachfolgender Generationen nachhaltig zu handeln.
Unsere Gesellschaft wird vielfältiger. Museen müssen daher zu Orten werden, die für möglichst viele Menschen Relevanz behalten oder neu bekommen. Wir möchten zu einem „Dritten Ort“ werden, einem Raum, der selbstbestimmte, unverbindliche und niedrigschwellige Begegnung mit Kunst anbietet. Die Ausgestaltung des Museums als „Dritten Ort“ realisieren wir in partizipatorischen Prozessen. Neben traditionell der Kunsthalle verbundenen Menschen werden dabei auch bislang wenig erreichte Gruppen der Stadtbevölkerung beteiligt.
Ankerpunkt für Viele – Die Welt verändert sich. Themen wie Nachhaltigkeit, religiöse und kulturelle Vielfalt, Teilhabe, Antidiskriminierung und Geschlechtergerechtigkeit fordern unser Engagement. Denn Museen sind Teil dieser Veränderungen und gestalten sie aktiv mit. Als Ort zwischenmenschlicher Begegnungen und kultureller Bildung tragen sie zu lokalen und globalen Gemeinschaften bei. Wir sehen es als unsere Aufgabe, unterschiedliche Perspektiven aufzuzeigen und dadurch einen wichtigen Beitrag zu den gesellschaftlichen Debatten zu leisten, die die Zivilgesellschaft und demokratische Kräfte fördern. Unser Ziel ist die Stärkung einer engagierten Stadtgesellschaft und einer offenen Gesellschaft.
Um diesen Aufgaben zu begegnen, fassen wir Bildung und Vermittlung als grundlegend für unsere Arbeit auf. Wir suchen mit möglichst vielen und diversen Menschen aller Alters- und Bildungsgruppen den Dialog auf Augenhöhe und sind regional, national und international ausgerichtet. In der Kunsthalle Bielefeld sprechen viele Stimmen, sowohl im Team als auch in den präsentierten künstlerischen Positionen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit der Vielstimmigkeit, die auch Widersprüche zutage fördert und Debatte und Diskussion anregt, demokratische Prozesse und die Zivilgesellschaft stärken.
Nähere Informationen: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, 33602 Bielefeld, Telefon: 0521 32999500, Fax: 0521 329995050, E-Mail: info@kunsthalle-bielefeld.de. Die Kunsthalle ist am Dienstag, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 21 Uhr geöffnet.