Die Ausstellung „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“, die ab dem 3. Oktober im Museum Ludwig in Köln zu sehen ist, erzählt die Geschichte eines einflussreichen, aber oft übersehenen Netzwerks von fünf erfolgreichen und bekannten Künstlern. Während die Künstler einzeln große Anerkennung erfahren haben, sind ihre starken gegenseitigen Einflüsse, ihre freundschaftlichen, künstlerischen und romantischen Beziehungen, bisher weitgehend übersehen und unerforscht geblieben.
Sowohl individuell als auch gemeinsam haben die Künstler wichtige Rollen in der Nachkriegskunst gespielt und mit ihrer interdisziplinären Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur Geschichte der Kunst, der Musik und des Tanzes geleistet. Bis heute prägen sie Generationen von Künstlerinnen und Künstlern. Mit ihrem Fokus auf die Interaktion zwischen den fünf Künstlern reflektiert die Ausstellung auch darüber, was es in den 1950er Jahren bedeutete, ein schwuler Künstler zu sein, und wirft ein neues Licht auf die Dynamik der Nachkriegskunst in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus.
Der theoretische Einfluss von John Cage auf Rauschenberg und Twombly, die Bühnenbilder von Rauschenberg und Johns für die „Merce Cunningham Dance Company“ oder die formalen und inhaltlichen Dialoge zwischen Twombly, Rauschenberg und Johns werden nun erstmals Gegenstand einer groß angelegten Ausstellung. Die performative und kollaborative Dimension ihrer Praktiken zeugt von ihren gemeinsamen kulturellen Vorstellungen einer nicht-hierarchischen, multipolaren und antiimperialistischen Gesellschaft.
Es werden nicht nur die intellektuellen und politischen Affinitäten der fünf Künstler aufgezeigt, sondern auch die erstaunlich starken formalen und materiellen Ähnlichkeiten zwischen Partituren, Zeichnungen, Gemälden, Choreographien und (bewegten) Skulpturen. Kunstwerke, die in denselben Ateliers entstanden sind, treten zum ersten Mal im musealen Raum in Dialog. So wird der Austausch zwischen den Künstlern greifbar. In Kooperation mit Musik- und Tanzensembles werden Werke von Cage und Cunningham in der Ausstellung neu inszeniert und in der Gegenwart verankert.
Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 11. Januar 2026.
Publikation
Zur Ausstellung ist der Katalog „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“erschienen, herausgegeben von Yilmaz Dziewior und Achim Hochdörfer mit Arthur Fink; mit Textbeiträgen von Ilka Becker, Daniel M. Callahan, Yilmaz Dziewior, Trajal Harrell, Achim Hochdörfer, Helen Hsu, Anna Huber, Alex Kitnick, Laura Kuhn, Nick Mauss, Carrie Jaurès Noland, Kerstin Renerig, Kenneth E. Silver, Deborah Solomon, Leonore Spemann; deutsche Ausgabe, 332 Seiten, 23 × 29 cm, 415 Farbabbildungen, Schirmer/Mosel Verlag, ISBN 978-3-8296-1044-5, 38 Euro, (Museumsausgabe, Softcover) / ISBN 978-3-8296-1042-1, 58 Euro (Buchhandelsausgabe, Hardcover).
Nähere Informationen: Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln, Telefon: +49-221-221-26165, E-Mail: infomuseum-ludwig.de. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag (inkl. Feiertage) jeweils von 10 bis 18 Uhr und jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet.