Mikrokosmos – Die Welt in einer Wunderkammer

Ein ausgestopfter mechanischer Bär, der Tricks ausführt, ein mysteriöser Dodo-Knochen, anatomische Modelle und wunderschöne Nautilus-Tassen – die Ausstellung „Mikrokosmos – Die Welt in einer Wunderkammer“, die noch bis zum 1. März 2026 im Drents Museum in Assen/NL zu sehen ist, versammelt klassische Wunderkammer-Objekte, zeitgenössische Raritäten und Bildende Kunst – ein visuelles Spektakel, in dem die Magie des Sammelns zum Leben erweckt wird. Gleichzeitig ist es auch die Abschiedsausstellung von Generaldirektor Harry Tupan, der für diese große Wunderkammer-Retrospektive alle Register gezogen hat.

An dem Projekt arbeiteten unter anderem der Tätowierer Henk Schiffmacher, der Entdecker Redmond O’Hanlon, der Schriftsteller und Schauspieler Ramsey Nasr und der Biologe Midas Dekkers mit. In Zusammenarbeit mit dem Teylers Museum werden auch Objekte aus der Sammlung des des Fernsehmachers und Bibliophilen Boudewijn Büch (1948 – 2002) präsentiert.

Als Ausstellungsmacher hat Stupan Stadt und Land auf der Suche nach klassischen Wunderkammer-Objekten durchkämmt. Er entführt den Besucher in ein großes Gesamtkunstwerk, in dem die skurrilsten Kuriositäten neben besonderen zeitgenössischen Kunstwerken präsentiert werden – eine Ode an eine Welt, in der Wunder, Schönheit und Neugier im Mittelpunkt standen.

Die Ausstellung beleuchtet aber auch die Schattenseiten des Sammelns. Für die Besitzer war ein Kuriositätenkabinett ein Statussymbol, ein Zeichen der Intelligenz und des Wissens über die Welt. Die Objekte galten als exotisch und wurden nicht immer fair erworben.

In seiner Ausstellung zeigt Tupan Objekte aus der Sammlung des Drents-Museums, Leihgaben aus verschiedenen Museen wie dem Rijksmuseum und dem Naturalienkabinett Waldenburg sowie eine Vielzahl von Objekten aus Privatsammlungen.

Eigens für diese Ausstellung geben namhafte Sammler, mit denen Tupan eine besondere Verbindung hat, einen Einblick in ihre persönliche Wunderkammer-Sammlung.

Zeitgenössische Kunst

21 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler reflektieren das Thema Wunderkammer auf ihre je eigene Weise. In der Ausstellung werden klassische Wunderkammer-Objekte wie Nautilustassen, Stofftiere und anatomische Modelle mit Bildender Kunst kombiniert. Künstler wie Daan Brouwer, Mark Dion und Dana Meyer lassen sich von Wunderkammern aus früheren Jahrhunderten inspirieren; und Carolein Smit bedient sich einer Bildsprache, die an Wunderkammern erinnert.

Jeroen Kuster erschafft nicht existierende biologische Arten und erfundene Sammlungen von Pflanzen und Tieren. Schädeln, Muscheln und Skelette sind im Werk von Clary Mastenbroek zu sehen. Roos Hollemann interessiert sich für Haut, Haare, Fell und Federn.

Somit zeigt die Ausstellung auch das Schaffen von Künstlern, die zum Nachdenken über das Sammeln und die Faszination für besondere Dinge – entweder von der Natur oder aus Menschenhand gemacht – anregen.

Zur Geschichte der Wunderkammern

Eigens angefertigten Kabinette oder Kabinette mit Kunstgegenständen und wundersamen Phänomenen aus dem vierzehnten Jahrhundert können als Vorläufer eines Museums angesehen werden.

In einem Schrank, einem Zimmer oder einer Palasthalle sammelten wohlhabende Menschen sowohl natürliche Gegenstände wie Muscheln, Steine und Stofftiere als auch von Menschenhand geschaffene Dinge. Das gilt auch für die Ausstellung: Gezeigt wird ein Mix aus originalen Wunderkammer-Objekten unterschiedlichster Art, thematisch unterteilt in die Sammlungsbereiche naturalia, artificialia, exotica und scientifica. In der Ausstellung treten die Besucherinnen und Besucher von einer wunderbaren Welt in die andere, jede mit ihrer eigenen erstaunlichen Atmosphäre.

Nähere Informationen: Drents Museum, Brink 1, 9401 HS Assen, Telefon 0592 377773, E-Mail: info@drentsmuseum.nl, Internet: www.drentsmuseum.nl. Geöffnet ist das Museum in der von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

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