„Herbst 89 – Auf den Straßen von Leipzig“ für den Grimme Online Award nominiert

Die interaktive Graphic Novel „Herbst 89 – Auf den Straßen von Leipzig“, ein Serious Game des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin, ist für den renommierten Grimme Online Award 2025 nominiert worden. Manche kennen das Spiel vielleicht aus der Ausstellung „Roads not taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“. Die Abstimmung ist noch bis zum 1. Oktober 2025, 23.59 Uhr, über die Internetseite des Museums möglich.

Worum geht es in dem Spiel?

„Herbst 89 – Auf den Straßen von Leipzig“ lädt dazu ein, in einer interaktiven Graphic Novel in die Rolle unterschiedlicher Akteure zu schlüpfen und aus deren Perspektive die friedlichen Proteste vom 9. Oktober 1989 in Leipzig zu erleben.

An diesem Tag gingen über 70.000 Menschen auf die Straße, um gegen das DDR-Regime zu protestieren. Viele fürchteten eine gewaltsame Niederschlagung der Proteste. Jene Ereignisse, welche als Schlüsselmomente der „Friedlichen Revolution“ in die Geschichte eingehen sollten, waren keineswegs absehbar. Sie waren das Ergebnis von konkreten Entscheidungen und Handlungen, teils auch von Zufällen.

In der Graphic Novel können die Spielerinnen und Spieler den Verlauf dieses historisch bedeutsamen Tages – zum Beispiel in der Rolle der Bürgerrechtlerin Sabine T. oder des Bereitschaftspolizisten Thomas Z. – erleben und durch eigene Entscheidungen beeinflussen. Wird es gelingen, den Tag friedlich zu halten?

Über den Museumsverein Deutsches Historisches Museum

Bereits Anfang des Jahrtausends nahm der Gedanke Gestalt an, einen Förderverein für das Deutsche Historische Museum (DHM) zu gründen. Zwar war die finanzielle Ausstattung des Hauses verhältnismäßig gut, dagegen war es „zu wenig in der Öffentlichkeit verankert“, wie sich Felix Pongratz, Gründungsmitglied und Schatzmeister des 2004 gegründeten Museumsvereins erinnert. „Man wollte mehr Rückhalt in der Bevölkerung und auch mehr Prominenz an der Seite“. Ehrenpräsident des jungen Vereins wurde Hans-Dietrich Genscher, langjähriger deutscher Außenminister und selbst eine herausragende Persönlichkeit der Zeitgeschichte. Erster Vorsitzender war der ehemalige ZDF-Intendant Prof. Dieter Stolte. Immer mehr Unterstützerinnen und Unterstützer kamen hinzu, sodass der Museumsverein aktuell über 800 Mitglieder zählt. Die Mitglieder lernen „ihr“ Museum in einem abwechslungsreichen Mitgliederprogramm kennen, schauen hinter die Kulissen und lauschen bei den Zeughaus-Gesprächen prominenten Gästen in der Diskussion über aktuelle Themen der Geschichte und Gegenwart.

Inzwischen gehört das DHM sicher zu den bekanntesten Museen Deutschlands. Neben dem Begeistern für das DHM und für Geschichte ist die Unterstützung des Museums beim Bewahren nach wie das wichtigste Anliegen des Vereins. „Wir springen ein, wenn das Museum selbst etwas nicht leisten kann“, erklärt Felix Pongratz den Grundgedanken. Der Verein kauft Objekte für die Sammlung des DHM und fördert unterschiedlichste Projekte, seien es Publikationen, Restaurierungen oder Workshops.

Manchmal sind es finanziell kleine Beiträge, wie etwa die Finanzierung der Restaurierung der Standuhr von Johann Pfister, die weniger als 20 Mitgliedsbeiträge gekostet hat, aber für die Präsentation der Uhr in der Dauerausstellung dringend notwendig war. Mal sind es große Vorhaben, die nur mit einer Spendenaktion realisiert werden kann. Hier lässt sich zum Beispiel der mit dem DHM gemeinsam finanzierte Ankauf des Gemäldes „Zerstörung 2″ von Felix Nussbaum aufführen, bei dem der Museumsverein neben gesparten Vermögen aus Mitgliedsbeiträgen auf eine Spendenaktion angewiesen war. 45.000 Euro kamen dabei zusammen. Das Gemälde soll in der neuen Ständigen Ausstellung mit zwei weiteren Gemälden von Felix Nussbaum ausgestellt werden, um eine Opferperspektive auf Verfolgung im Nationalsozialismus zu veranschaulichen.

Nähere Informationen: Museumsverein des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, E-Mail: dhm-museumsverein.de

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