Noch bis zum 14. September ist im Kröller-Möller Museum in Otterlo die Ausstellung „Charley Toorop. Liebe zu van Gogh“ zu sehen.
Lebenslange Bewunderung
Vincent van Gogh war für Charley Toorop eine bedeutende Inspirationsquelle. Seine Werke beeindruckten die junge Charley so sehr, dass sie sich für eine Laufbahn als Künstlerin entschied. Wie van Gogh reiste sie sowohl ins Borinage als auch in die Provence und teilte seine Vorliebe für die Darstellung echter Menschen und der Natur. Van Goghs Einfluss ist besonders in ihren zwischen 1921 und 1925 entstandenen Werken erkennbar. Erstmals widmet sich nun eine Ausstellung Toorops Bewunderung für van Gogh. Gezeigt werden rund sechzig Werke, darunter einige selten präsentierte Arbeiten.
Auch wenn das Werk von Charley Toorop eine ganz eigene Originalität und Kraft besitzt, bedeutet dies nicht, dass sie sich nicht von anderen Künstlern inspirieren ließ – ganz im Gegenteil. Sie bewunderte die Malerei von Bart van der Leck und Piet Mondrian ebenso wie die ihrer internationalen Zeitgenossen Georges Braque, Pablo Picasso und Fernand Léger. Dennoch war es laut Toorop vor allem Vincent van Gogh – sogar mehr als ihr Vater Jan Toorop –, der den Grundstein für ihre künstlerische Laufbahn legte. Ihre Bewunderung für ihn hielt ein Leben lang an. Sein Werk war für sie „der Durchbruch in eine neue Welt“. So sagte Charley Toorop im Februar 1953: „Vincent van Gogh war für mich da, noch bevor ich mit dem Malen begann, eigentlich seitdem ich denken kann. Er war der Grund für den ersten Streit mit meinem Vater, der die Dinge so anders sah. Für mich war es der Durchbruch in eine neue Welt. Seine Werke zu sehen, war immer ein besonderes Erlebnis für mich. Die große Amsterdamer Ausstellung seiner Werke nach der Befreiung war für mich die eigentliche Befreiung. Dass seine Werke dort so wunderbar präsentiert wurden und wir sie endlich wieder erleben durften: die großartigen Zeichnungen der französischen Landschaft, die gemalten Landschaften, die Figuren und die Stillleben.“
Über das Borinage und ihr soziales Engagement
Charley Toorops Bewunderung für Vincent van Gogh wird aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet – darunter ihre Darstellung als Künstlerin und als Mensch, ihre Pilgerreise ins Borinage, ihre Reisen nach Paris und Südfrankreich, ihr soziales Engagement sowie ihre Verbindung zu Mensch und Natur.
Neben Toorops Gemälden und Arbeiten auf Papier aus der Kröller-Müller-Sammlung sind Werke aus den Sammlungen des Kunstmuseum Den Haag, des Stedelijk Museum Amsterdam, des Stedelijk Museum Alkmaar, des Centraal Museum Utrecht, des Museum MORE, des Museum De Wieger sowie aus verschiedenen Privatsammlungen zu sehen. Begleitend zur Ausstellung erscheint in Zusammenarbeit mit Waanders Uitgevers eine Publikation, die sich eingehend mit der Beziehung zwischen Charley Toorop und Vincent van Gogh befasst.
Größte Museumssammlung
Wie Vincent van Gogh nimmt auch Charley Toorop einen besonderen Platz in der Sammlung des Kröller-Müller Museums ein. Helene Kröller-Müller und ihr Kunstberater Henk Bremmer sahen in beiden Künstlern etwas Erhabenes, da sie „unbeeinflusst vom Zeitgeist ihren eigenen Weg gingen“. Dank der Kunstankäufe von Kröller-Müller zwischen 1916 und 1938 sowie späterer Ergänzungen – etwa aus dem Vermächtnis des Den Haager Sammlers C.A. Hoogendijk im Jahr 1977 – beherbergt das Kröller-Müller Museum heute die umfangreichste museale Sammlung von Werken Charley Toorops.
Nähere Informationen: Kröller-Müller Museum, Houtkampweg 6, 6731 AW Otterlo (NL), E-Mail: info@kroller-moller.nl, Telefon: +31(0) 318591241. Geöffnet ist das Museum von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.