„Joana Schneider – Otherworldly“

In der neuen Ausstellung „Otherworldly“ entführt das Groninger Museum seine Gäste an einen Ort, an dem Realität und Fantasie miteinander verschmelzen.

Joana Schneiders außergewöhnliche Textilskulpturen regen zum Nachdenken über unsere sich fortwährend wandelnde Welt an. Schneider kombiniert alte Handwerkstechniken und hinterfragt Themen wie Veränderung, Identität und Schönheit. „Joana Schneider – Otherworldly“ ist noch bis 12. Oktober im Groninger Museum zu sehen.

„Otherworldly“ fordert Besucherinnen und Besucher auf, über die transformative Kraft der Natur und die schier unendlichen Möglichkeiten der menschlichen Vorstellungskraft nachzudenken. Darin vermischen sich das Alltägliche mit der Imagination. Die Installation erkundet die Schnittfläche zwischen der vertrauten Welt und ihrem geheimnisumwobenen Gegenpart.

Inspiration

Inspirationsquelle für Joana Schneider (München, 1990) sind unter anderem Mythen, deren Protagonisten oft von Macht, Liebe und Rache besessen sind, was sie zu vielschichtigen Figuren macht. Auch die Spätrenaissance bietet der Künstlerin reichlich Anregung, war es doch eine Epoche, in der Menschen, Tiere und die Natur verschwenderisch abgebildet wurden. Zugleich durchleuchten ihre Skulpturen die Rolle von Schönheitsidealen, den Wunsch nach Veränderung und die ständige Suche nach der eigenen Identität. Der Aspekt der Metamorphose, ein Thema, das sowohl der Natur als auch den Menschen eigen ist, bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung.

Arbeitsmethode

Schneider ist eine Pionierin, die innovative Textilkunst mit teils vergessenen Handwerkstechniken kombiniert. Sie setzt auf alte Techniken, wie Stickerei, Teppichweberei und Fischerknoten, und arbeitet mit recycelten Materialien, darunter Angelschnüre und Garn, die sie selbst färbt. Ihr unvergleichlicher Materialgebrauch brachte Schneider weltweite Anerkennung als Wegbereiterin im wiedererwachten Interesse der Kunstwelt an Textilien ein. In ihren Installationen gelingt es ihr, Natur, Fiktion und menschliche Erfahrung miteinander zu verknüpfen und ein sinnliches Erlebnis hervorzurufen, das das Publikum einlädt, weit über das Sichtbare hinauszuschauen.

Forever Young“ Neuerwerb des Museums

2023 erwarb das Groninger Museum Joana Schneiders Arbeit „Forever Young“ sowie vier weitere Skulpturen aus dieser Serie. Der aus recycelten Angelschnüren und PET-Garn bestehende Wandteppich zeigt eine karikierte Mädchenfigur mit runden Formen, rosa Haaren und einem dreidimensionalen Kleid. Die Figur referiert an das ikonische Spielzeug der Polly-Pocket-Serie aus den 1990ern und untersucht ihren Einfluss auf die Millennials und deren Wunsch, jung zu bleiben. Die schichtweise aufgebauten Arbeiten in dieser Serie verweisen auch auf die ästhetische Erfahrung zwischen der digitalen und der Offline-Lebenswelt. „Forever Young“ ist erstmals seit seinem Erwerb im Groninger Museum zu sehen. Der farbenfrohe Wandteppich ist ein Augenzwinkern auf die Welt der plastischen Chirurgie und wird zusammen mit anderen Werken aus der Serie gezeigt.

Nähere Informationen: Groninger Museum, Museumseiland 1, 9711ME Groningen, Niederlande. Postanschrift Postbus 90, 9700 ME Groningen, Niederlande, Telefon +31 50 3 666 555, E- Mail info@groningermuseum.nl. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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