Ein Rückblick auf 50 Jahre Karriere des postmodernen bildenden Künstlers Henk Heideveld aus Zwolle zeigt das dortige Museum de Fundatie.
Viele Einwohner von Zwolle kennen Heideveld als den Mann, der über den Bogen der IJssel-Brücke ging, sich mit einem Koffer voller Geld auf den Weg machte, um kostenlose Banknoten zu verteilen, oder als den Mann, der in einer seiner vielen Performances die Bahnstrecke nach Deutschland übertünchte, um auf den Holocaust aufmerksam zu machen. Weniger bekannt ist sein Leben als visueller Mystiker und postmoderner Frommer, wie er sich selbst nennt.
Die Ausstellung „Henk Heideveld – 50 Jahre Kunst“, die noch bis zum 17. August im Museum de Fundatie in Zwolle zu sehen ist, zeigt die Vielseitigkeit von Heidevelds Werk: von Video und Performances bis hin zu Zeichnungen, Gemälden, Installationen, Texten und Fotografien, die sich über fünf Jahrzehnte erstrecken.
Beginnend mit seinen Anfängen als Konzeptkünstler im Jahr 1975 bis heute zeigt die Auswahl seine tiefgreifende und obsessive Suche nach dem Verständnis der Welt – und der Rolle des Menschen bei der Gestaltung oder dem Verlust dieser Welt. Er erforscht das Verhältnis von Kunst und Gott, in dem Geschichte und Zeit eine wichtige Rolle spielen. Er tat dies, indem er jahrelang über den Holocaust recherchierte, den er für das dunkelste Kapitel der europäischen Geschichte hält – verwurzelt sowohl in modernen sozialen Strukturen als auch in zweitausend Jahren christlicher Intoleranz.
Über Henk Heideveld
Henk Heideveld (geb. 1950, Winterswijk, Niederlande) ist ein Künstler, Performer und Autor, der in Zwolle, Niederlande, lebt und arbeitet. Seine Arbeit kombiniert Video, Performance, Fotomontage, Zeichnungen und Malerei.Seit Mitte der 1970er Jahre beschäftigt sich Heideveld mit philosophischen und historischen Themen, insbesondere mit dem Begriff „Gott“, wie ihn Spinoza in Deus sive Natura (Gott oder Natur) beschreibt. Seit 2010 konzentriert sich sein künstlerisches und schriftliches Werk zunehmend auf die Quantenmechanik und bezieht wissenschaftliche Theorien in seinen Schaffensprozess ein.
Heideveld hatte Einzel- und Gruppenausstellungen im Stedelijk Museum Zwolle, Niederlande (2015); Museum für falsche Kunst, Vledder, Niederlande (2017); Öffentlicher Raum Kreis-Lippe, Lünen, Deutschland (2021); und „Siamsa Tíre“ Cultural Centre, Tralee, Irland (2021). Seine Arbeiten wurden auch in Gruppenausstellungen in der Galerie Monte Video, Amsterdam (1980) gezeigt; Städtische Galerie Lenbachhaus, München (1982); Niederländisches Festival, Athen (1983); Stedelijk Museum Schiedam, Niederlande (1985); und Rijksmuseum Twenthe, Enschede (1989).
Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.