Ab dem 27. Juni ist im Museum de Fundatie in Zwolle die Ausstellung „Der niederländische Impressionismus – Von Israels bis Ansingh“ zu sehen. Sie endet am 17. August.
Anfänge in Frankreich
In den 1870er Jahren begann eine Gruppe junger Maler in Frankreich, sich auf das Festhalten der Flüchtigkeit des Augenblicks zu konzentrieren. Wechselndes Licht und Farbe spielen dabei die Hauptrolle. Dabei ignorieren sie die akademische Tradition der Malerei. Anstatt die Realität möglichst genau nachzubilden, suchen sie nach Möglichkeiten, eine Atmosphäre, einen „Eindruck“ einzufangen. Dazu verwenden sie lockere Pinselstriche und unvermischte Farben. Von den Kritikern werden sie schnell als „Impressionisten“ bezeichnet. Zu ihnen gehören Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Edgar Degas. Die Erfindung der Farbe in der Tube ermöglicht es den Impressionisten, im Freien zu malen. So können sie noch besser einen unmittelbaren Eindruck von ihrer Umgebung wiedergeben. Der Impressionismus wird zu einem wichtigen Nährboden für die Entwicklung der modernen Malerei.
Einfluss auf niederländische Künstler
Im gleichen Zeitraum treten die niederländischen Künstler zunehmend in Kontakt mit ihren Kollegen aus Frankreich. Ab den späten 1880er Jahren beginnt der Impressionismus auch in den Niederlanden, mit George Hendrik Breitner, Isaac Israels, Willem de Zwart und Jan Toorop als Hauptakteuren. Sogar Piet Mondrian, der eher als Mitbegründer der abstrakten Malerei bekannt ist, malt zu Beginn seines künstlerischen Schaffens impressionistisch. Auch die „Joffers“, eine Gruppe niederländischer Künstlerinnen, zu denen unter anderem Lizzy Ansingh, Thérése Schwartze und Coba Ritsema gehören, arbeiten in einem impressionistischen Stil. Wie ihre französischen Kollegen beschäftigen sie sich mit alltäglichen, scheinbar zufälligen Momenten. Sie arbeiten oft in der Stadt und halten ihre Eindrücke auf der Leinwand fest. Weitere thematische Schwerpunkte sind Interieurs, Stillleben und Porträts.
Zu den „Amsterdamse Joffers“
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts fand sich in Amsterdam eine Gruppe von jungen Frauen zusammen mit dem Ziel, der Malerei als Form der Kunst nachzugehen. Sie entstammten wohlhabenden Familien und waren daher nicht gezwungen, um ihren Lebensunterhalt zu kämpfen. Diese Gruppe fand sich zu einem Zirkel zusammen, der sich meistens wöchentlich bei der Malerin Thérèse Schwartze traf. Anlass der Treffen war der Austausch von Erfahrungen bei der Arbeit als Künstlerin. Im Jahre 1912 erhielt diese Bewegung durch den Kunstkritiker Albert Plasschaet den Namen „Amsterdamse Joffers“, der erstmals in einem Zeitungsartikel gefallen war. Viele Werke dieser Künstlerinnen hängen in äußerst renommierten Museen wie dem Rijksmuseum Amsterdam,
Nähere Informationen: Museum de Fundatie, Blijmarkt 20, 8011 NE Zwolle, Telefon 0031 572388188, E-Mail info@museumdefundatie.nl und Internet www.museumdefundatie.nl. Geöffnet ist es dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.