Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – Ein Laborraum

Eine Ausstellung im Schloss Moyland beschäftigt sich mit dem Künstler Joseph Beuys und seiner Beziehung zum Nationalsozialismus.

Im Rahmen des seit April 2023 laufenden Forschungsvolontariats des vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Programms „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ im Museum Schloss Moyland wurde das Forschungsprojekt „Joseph Beuys und der Nationalsozialismus – ein Laborraum“ entwickelt.

Es befasst sich mit der kritischen Aufarbeitung der Geschichte des Künstlers Joseph Beuys (*1921 +1986) in der Zeit des Nationalsozialismus sowie seiner späteren Positionierung hierzu.

Das Museum Schloss Moyland bietet zu diesem Zweck die besten Bedingungen, da es nicht nur über den umfangreichsten Bestand an Werken des Künstlers verfügt, sondern auch über ein einzigartiges Archiv von und zu Beuys.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes werden seit dem 30. März in einem partizipativ angelegten Labor- beziehungsweise Ausstellungsraum innerhalb der Dauerpräsentation zu Joseph Beuys im ersten Obergeschoss des Schlosses präsentiert. Im Laborraum sind multimedial aufbereitete Informationen über die Jugend von Joseph Beuys, seine Zeit als Soldat und seine Beteiligung am 1957 ausgeschriebenen Wettbewerb für ein Mahnmal im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Zu diesem Angebot gehören auch Interviews mit Forschern zu Joseph Beuys sowie mit Schülern und Studenten. Das interdisziplinäre Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität und der Hochschule Rhein-Waal realisiert.

Auschwitz und der Zweite Weltkrieg im Werk von Joseph Beuys

Eine weitere Ausstellung im Schloss Moyland versammelt Werke von Joseph Beuys mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg und zu Auschwitz. Ausgehend von Schulungsunterlagen aus seiner Zeit als Wehrmachtssoldat und Informationsmaterial, das Beuys 1957 bei seiner Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb für ein Mahnmal in Auschwitz-Birkenau erhalten und 1963 künstlerisch bearbeitet hat, gehen die Ausstellungsmacher der Frage nach, mit welchen ästhetischen Strategien Beuys auf die Ungeheuerlichkeit der systematischen Vernichtung von Menschen jüdischen Glaubens, von Sinti und Roma, Kommunisten und anderen im nationalsozialistischen Deutschland verfolgten Gruppen reagiert hat.

Diese Ausstellung zeigt, dass sich Beuys während seiner gesamten Laufbahn von den 1940-er bis in die 1980-er Jahre immer wieder auf höchst unterschiedliche Weise mit dem Zweiten Weltkrieg und Auschwitz künstlerisch auseinandergesetzt hat.

Nähere Informationen: Stiftung Museum Schloss Moyland, Am Schloss 4, 47551 Bedburg-Hau, Telefon: +49 (0)2824 9510-60, E-Mail: info@moyland.de. Geöffnet ist Sommer (1. April bis 31. Oktober), Montag 11 bis 17 Uhr (nur Parkanlage), Dienstag bis Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10 bis18 Uhr, Winter (1. November bis 31. März), Montag 11 bis 17 Uhr (nur Parkanlage), Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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