Interessante Grafschafter mit Fotos und Text verewigt

Restbestände der Bücher „Künstler in der Grafschaft Bentheim“ und „Grafschafter Köpfe“ erhältlich

Wie die Zeit vergeht – bereits acht Jahre ist es schon her, dass ich das erste Mal an einer Buchproduktion beteiligt war. Wie ich dazu kam? Bereits in jungen Jahren hatte der Nordhorner Wolfgang Weßling eine große Leidenschaft für die Fotografie; und ein Ferienjob ermöglichte es ihm, seine Leidenschaft in die Tat umzusetzen. Er kaufte sich eine Yashica FR und richtete sich zuhause eine Dunkelkammer ein, um die von ihm gemachten Fotos selbst zu entwickeln.

Was ihn als Motiv vor allem interessierte, waren Menschen, die er im Stil der Portraitfotografie festhielt. Mit einer Besonderheit: Entgegen der gängigen Portraitfotografie, bei der oft eine gefällige oder naturalistische Darstellung im Fokus ist, ging und geht es Weßling darum, sein Bild des Menschen, den er bei einem auch längeren Fotoshooting kennengelernt hat, im Kopf zu gestalten und das Ergebnis in die Form der Fotografie zu bringen.

Eine weitere Leidenschaft Weßlings – auch bereits in jungen Jahren – galt und gilt der Kunst in ihren unterschiedlichsten Erscheinungsformen von der Malerei bis zur Musik. Wie er vor Jahren im Gespräch erläuterte, reifte dann vor zehn Jahren die Idee, Künstlerporträts anzufertigen und das Ergebnis auch in einem Buch festzuhalten. Und so kam ich ins Spiel; denn die abgebildeten Künstler sollten nicht nur fotografisch, sondern auch mit einem Text vorgestellt werden. Eine zeitaufwändiges, aber auch sehr interessantes Projekt – insbesondere wegen der Begegnung mit den Künstlern – begann und erstreckte sich über zwei Jahre.

Was die Beschränkung auf Künstlerpersönlichkeiten im Landkreis Grafschaft Bentheim anging, hatte diese ihren Grund in leider immer noch bestehenden Klischees über die sogenannte Provinz. In vielen Köpfen, die als Galeristen, Kunstkritiker oder einfach nur als Ausstellungsbesucher ihre Stimme erheben, scheint – etwas überspitzt – die Vorstellung zu herrschen, dass es die große und bedeutende Kunst nur in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln oder Düsseldorf geben könne und überhaupt alle Künstler von Rang auch nur aus diesen Städten stammen könnten. Ein genauer Blick auf die Geburts- und Lebensorte vieler Künstler widerlegt dies im Nu.

Worum es Wolfgang Weßling bei der Fokussierung auf die Grafschaft zu tun war, beschreibt der befreundete Philosoph Dr. Thomas Ebers im Vorwort zum Buch: Es handelt sich bei dieser Zusammenstellung um eine Art Regionalförderung, d.h. um die Förderung durch Aufmerksamkeitslenkung auf die in der Region hervorgebrachten Kunst …“; und dass diese Aufmerksamkeitslenkung lohnt belegt das Buch. Wer einen aufmerksamen Blick auf die Grafschafte Kulturszene wirft, ist erstaunt, wie vielfältig, reichhaltig und hochkarätig die Region in diesem Bereich aufgestellt ist. Davon zeugen Namen wie die von Julia Siegmund, Theresa Sperling oder Gaby Baginsky. Julia Siegmund hat sich als Malerin überregional einen Namen gemacht und ist mit einem ihrer Werke sogar im Deutschen Bundestag vertreten, Theresa Sperling hat als Poetry-Slammerin schon viele Preise abgeräumt, unter anderem als deutschsprachige Meisterin, und Gaby Baginsky hat als Schlagersängerin auch einiges vorzuweisen – unter anderem als Siegerin bei den Deutschen Schlagerfestspielen. Alle drei und noch weitere 30 sind im Buch „Künstler in der Grafschaft Bentheim“ verewigt.

Ein weiterer Blick auf die Grafschaft und besondere Grafschafter wurde mit dem Buch „Grafschafter Köpfe“ geworfen. Darin finden sich nicht nur Künstler, sondern auch andere Personen, die in ihrer jeweiligen Profession – vom Arzt bis zum Pastor – herausstechen.

Wer aber sind diese Grafschafter Köpfe? Um das genau zu bestimmen, bedarf es zunächst eines Blickes auf die Wortherkunft. Der Begriff Kopf geht etymologisch auf die Entlehnung „cuppa“ aus dem Spätlateinischen beziehungsweise Romanischen zurück, was mit dem deutschen Wort Becher gleichzusetzen ist und im Mittelhochdeutschen Hirnschale genannt wurde.

Kulturell wird der Kopf häufig als zentrales Merkmal des Menschen betrachtet. Das drückt sich zum Beispiel in stehenden Redewendungen wie „Die besten Köpfe“ aus, bei denen der Kopf stellvertretend für den ganzen Menschen steht.

Dieser Gedankengang gilt auch für das Buch „Grafschafter Köpfe“. Darin vorgestellt werden Menschen, die nach Meinung der Macher etwas in ihrem „Becher“ beziehungsweise in ihrer Hirnschale haben, dass es lohnt, sie in Bild und Text vorzustellen. Die Bandbreite der Tätigkeiten der im Buch verewigten Personen reicht dabei von Kunst über Geschichtswissenschaft bis hin zu Musik, Literatur, Technik, Medizin und Theologie. Kurzum: ein lohnenswerter Blick auf interessante Menschen aus der Region.

Die Restbestände beider Bücher können noch unter der Internetadresse www.grafschafterkoepfe.com erworben werden.

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